Ausgabe 
6.5.1897 Zweites Blatt
 
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können, auf folgende Tage: 12. aus 13. und 24. Juai; 8. Juli- 1., 17. auf 18 , 21. auf 22., 27. auf 28. und 29. «ugust- 4. auf 5., 7. auf 8., 13. auf 14. September u d 2. bi- 4. October. Die Rhöutouren mögen also be- züzlich bei KreuzbergeS so eingerichtet werden, daß sie mit den genannten Tagen nicht zusammeofallen, da an diesen den Touristen die gewünschte Aufmerksamkeit vou den gastfreuod« lichen Mönchen nicht erwiesen werden kann.

Laubach, 30. April. Am heutigen Vormittage erfolgte vor einer eiogeladenen Versammlung im festlich geschmückten Saale beiSolmser Hof" ble Einführung bei neuen Dtrec- torl bei hiesigen Gymnasiums. Herr Geh. Oberschulrath Solban verlas dal betreffende Allerhöchste Decret und wies Herrn Prof. vr. Hense l l, der sich durch seine Thättg- fett an den Gymnasien in Worml und Darmstadt bereit! a's tüchtiger Schulmann bewährt habe, in seinen Dienst ein. Den Berdtensten bet verstorbenen Director!, unter bessert breijährtger Führung sich die Anstalt durch ein beträchtliche! Wachsen der Schülerzahl hob, sowie der Stadt Laubach, die einen ansehnlichen Neubau für die Schule in dieser Zeit Her­stellen ließ, wurden anerkennende Worte gewidmet. Im Namen de! Lehrercollegiums drückte Herr Gymnasiallehrer Dr. Wetzell die Bewillkommnung au!. Herr Director Hensell hielt darauf eine längere Ansprache, in der er sich zuletzt an da! Lehrerkollegium wendete, dalselbe bittend, ihm zum segensreichen Wirken an der Anstalt in entgegenkom­mendem Vertrauen die erforderliche Unterstützung zu gewähren. Zum Schluffe richtete er noch die Aufforderung an die Schüler, ihre ganze Kraft etnzusetzen, in de« hiesigen Gymnasium sich zu tüchtigen Männern uuserei deutschen Baterlaude! aulzu- bilden, um im späteren Leben demFriedericiavum" zur Ehre zu gereichen.

W. Ans der Wetterau, 3. Mai. Freunde guter Musik und schönen Gesänge! werden darauf aufmerksam gemacht, daß kommenden Sonntag in dem schön gelegenen Münzen- berg anläßlich der Einweihung bet dortigen neuen Orgel ein große! Kirchenconcert stattfindet unter Mitwirkung aulwärtiger Solisten, de! Kirchenmufikmeister! Mendel!» sohn au! Darmstadt und de! localen Kirchenchor!. Zum Vortrag kommen Alt- und Baritonsoli, Duette, Terzette und Chöre von Bach, Schubert, Mendellsohn, Metnardu! u. a. Der Orgelpart liegt bei A. Mendellsohn in bewährten Händen. Die neue Orgel ist ein auch schon im Aeußeren durch großartige Architektur hervorragende! Meisterwerk der Firma Link in Giengen a. d. Brenz und paßt so recht zu der kürzlich durch Schwartze zu einer Sehenlwürdigkeit restau» rieten ehrwürdigen Kirche. Der Beginn der Aufführung ist gegen 5 Uhr, nachdem vorher die gottesdienstlichen Feiern stattgesunden haben, bei welchen auch schon der Kirchen- Musikmeister mitwirkt. Die Besucher der Aufführung werden ihren Dank abftatten in einer beliebigen kleinen Gabe, welche ztr Ausschmückung der Kirche bestimmt ist. Bet schönem Wetter darf man sich einen hohen Genuß von dem Besuche dkl Feste! und bei schönen Orte! versprechen.

-e. Reu - Ulrichstein, 1. Mat. Mouatlbericbt der Arbeiter-Colonie pro April 1897. Ende April 1897 sind in der Colonie stellen-, refp. arbeitllo! 60 Mann. Dieselben vertheilen sich auf dal Groß- herzogthum Hessen 9; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Raffel 8, Regierungsbezirk Wiesbaden 7; Provinz Rhein- laude 8, Provinz Sachsen 3, Provinz Schlesien 1, Pro­vinz Westfalen 2, RetchSlande 1; Königreich Bayern 4, Königreich Württemberg 3, Königreich Sachsen 3; Groß- herzogthum Baden 4; thüringische Staaten 4; Freie Stadt Hamburg 1. Ausland: Ungarn 1, Rußland 1. Hiervon waren: Arbeiter 28, Anstreicher 2, Bäcker 2, Bürsten­macher 1, Conditor 1, Drechsler 1, Eisengießer 1, Formet 2, Gärtner 1, Kaufleute 3, Kellner 3, Küfer 2, Kupfer­schmiede 1, Maurer 2, Oeconom 1, Schneider 1, Schuh­macher 2, Schlöffet 2, Schreiner 1, Schreiber 1, Tüncher 1, Weber 1. Gearbeitet wurde an 1470 Tagen. Ver­pflegt wurde an 1783 Tagen. Im Monat April 1897 wurden entlassen 19 Mann, und zwar in Arbeit durch eigene« Bemühen 1, auf eigenen Wunsch 11, wegen Contractdruch! 7. Seit Bestehen der Colonie sind aus­genommen worden im Ganzen 3251, dagegen abgegangen im Ganzen 3191 Mann, bleibt Bestand am 30. April 1897: 60 Mann.

LanLunrthschaftltche Miuke und Kathschlage.

A tltii Oder Hesse«, Anfangs Mai. Allerhaad Nützliches aus >er Praxis.

(Fortsetzung au8 Nr. 96)

Nachdem Stall und Edaracter der Ztrae besprochen worden fhb, gehen wir zu dem wichtigste« Pv«kt der 8iege«hMltuag, wie überhaupt aller Viehhaltung, der vernünftige« Küttervng «Nd Wartung über. In diesem Punkte werd überall gefehlt, beim Rindvieh, den Pferden, den Schweinen, dem Geflügel, das baden wir in verschiedenen Aufsätzen nachgewiesen. Auch bei der Ziegenbaltung macht man diese Erfahrung.

Um dem liebel zu steuern, muh man sich an den launischen, grillenhaften Eharacter der Ziege erinnern, denn sie ist launisch oder, um einen oberhessischrn Ausdruck zu gebrauchen sie ist Mfchttä«bisch^ in dem Futter und verdirbt eine große Masse davon. Das ist der (Stunb, wetzhalb viele Leute bald ärgerlich über die Biege werden und sie wieder adschafsen. Zwei Ziegen verbrauchen und verderben soviel Futter, dah men bequem eine Kuh dafür halten kann, sagen die Leute und nicht mit Unrecht.

Wie kann man aber diesem Unsuge mit Erfolg steuern? fragen die Leute oft. Aus sehr einiache und bequeme Weife. Ein Sprich­wort sagt: Wenn die Mäus' satt sind, schmeckt ibnen da! feinste Weizenmehl bitter. Jedes Thier ist, wenn eS gesättigt oder über­sättigt ist, wählerisch oder schnäubisch oder verschmäht jede Nahrung. Die schlechten Fresser bei den Hautzthieren, besonder« bei den Pferden^ furirt man dadurch, daß men ihnen ganz kleine Portionen vorlegt. DaS haben wir vor einigen Wochen erst einen Bauer gelernt und in dieser Zeitung geschildert. Bei den Schweinen macht man eS gerade so: man gibt ihnen kleine Portionen und zwingt sie, die Tröge sein säuderltch auSzulecken. Men läßt sich nicht mit Aretz, Pulver anschmiere«, daS au« einer Natronoerbindung mit Süß- dot,Mischung beliebt, wovon daS Psund 50 Pfg. werlh ist, aber mit 5 Mark bezahlt werden muß und gegen das wir schon im vorigen Jahre in dieser Zeitung deutlich und kräftig geschrieben haben.

Der Schnäubigkeit und Grillenhaftigkeit bet Ziege tritt men in ähnlicher Weise entgegen wie den schlechten Freffern bei den Pferden und Schweinen, b. h. man gibt nur kleine Portionen, bie eit Rumpf und Stumpf ausgefreffen sein müfien, eher aibts kein neues Futter. Man füttert darum bie Ziege am besten fünfmal des Tages r Morgens frühzeitig, Vormittags um 9 Uhr etwa, Mittag! 12 Uhr, Nachmittags um 3 oder 4 Uhr und Abends. Die Ziegenhalter werden sehr bald merten, wie ihre Geis freßlustig wird, wie sie bie Hälmchen aul bem Stroh aufliest unb nicht mehr zu schänden macht. Man muß ihr nut richtig beizukommen wissen.

Dazu gehört, daß man der Geil die Unart abgewöhnt, in die Krippe z« steige« und sich in ble Krippe zu legen. Die Ziege ist mit den Gazellen und Gemsen verwandt, auch mit dem Steinbock und diese Thiere steigen unb klettern gerne. Wenn sich eine Ziege biefe Unart angewöhnt hat, gibt es Unreinlichkeit in bet Krippe, wodurch ganz besonders viel Futter rutnirt wird. Dann bleibt nichts anderes übrig, als die Ziege an zwei Kettchen zu legen, bie bas in die Höhesteigen verhindern.

Daß bie Ziege soviel Futter verdirbt, liegt aber nicht in ihrer Naschhaftigkeit und Schnäudrgkeit allein, sondern hat oft noch einen anderen Grund, nämlich: der Mangel a« Ktre«. Die Ziege will warm und behaglich liegen. Gibt man ihr zu wenig Streu, so streut sie sich selber, d. h. sie wirst trockene! Futter unter sich und hinter sich und schafft sich so ein behagliches Lager. Diese! wird durch die verdorbenen Futterstoffe sehr theuer. Man füttere daher in kleinen Portionen und streue tüchtig in großen. Der Erfolg ist sicher.

Wiederholt haben wir angebeutet, baß Reinlichkeit, Licht, Luft und Wärme im Ziegenstalle vorhanden fein muß. Außerdem soll die Ziege tstglich gedürstet, gestriegelt ober mit einem Stroh­wische abgerieben werden. Man richte einmal die Frage an die Ziegenhalter: Striegelt und bürstet Ihr Eure Ziegen ast« Tage! Unter hundert werden h-ndert nein antworten. Wenn etz hoch kommt, wird es wöchentlich einmal, vielleicht auch zweimal geschehen.

Der Hauptzweck der Ziegenhaltung ist die Erzeugung von möglichst vieler und guter M Ich. Da! Striegeln unb Bürsten der Thiere macht sie nicht blos rein unb sauber, sonbern regt auch die Hautthätigkeit unb Milchergiebigkeit an. Man kann sich folglich manchen Schoppen trefflicher Milch mehr erzeugen, wenn man da! Striegeln und Bürsten fleißig übt, und die Ziegen find sehr dankbar und empfänglich dafür.

Nun hätten wir Einiges über die A«tter«ittel zu berichten, die sich für die Ziege besonder! eigenen. Wird sie im Stalle gehalten, so gibt man ihr, je nach der Jahreszeit, Gral, Klee, Heckenlaub, frisches unb getrocknetes Baumlaub, Dickwurzel, allerlei sonstige Rüben und Wurzelgewächse, Kartoffeln, Kleien, Garten- und Küchen- abfälle. Man steht baraus, daß es an Abwechslung nicht fehlt. Wodurch wird die Ziege aber in erster Linie zur Kuh des kleinen Mannes? fragen sich manche Leute, die keinen rechten Einblick in die Sache haben. Die Antwort lautet: Dadurch, daß die Ziege trotz ihrer Schnäubigkeit mit Futter vorlieb nimmt, das die übrigen HauSthiere verschmähen, das leicht zu erreichen ist und fast nichts kostet.

Greifen wir einmal einige Beispiele heraus! In armen Gebirgsgegenden, wo Gras und Heu sehr tat find und für den Winter aufgespart werden müssen, verspeist die Ziege von Anfang Mai bis Ende September fast nur Heckenlaub, Heckenzweige, kleinere sonstige Sträucher aller Art unb Laub aus den Wäldern. Dabei befindet sich die Gei! ganz vortrefflich und gibt eine bet' ächtliche Menge guter Milch, wenn die Tigenthümer nut einigermaßen dafür besorgt sein wollen, reichliches Getränk, in dem allerlei Küchen- adsälle Verwendung finden könnm, zu geben. Kein andere! Hausthier wird bei so schmaler Kost Aehnliches leisten.

(Schluß folgt.)

Frankfurt a. M., 29. April. Im Hause Scheids- wallstr. 92 ist dal provisorische Asyl für Hunde und Katzen eröffnet worden. Frau Baronin Willy von Roth­schild hat in hochherziger Weife zum Zweck der Erbauung eines großartigen Asyl! einen Bauplatz an der Ginnheimer- straße geschenkt, außerdem einen namhaften Geldbetrag ge­spendet. Die Leitung bei Asyls ist in ben Hauben ber Frau Intendant Claar, bei Fräulein Rtckarb, de! Fräulein Bereu! unb bei Herrn Intendanten Claar. Dal Asyl beherbergt bereit! 14 Obbachlose. Angenommen werden herrenlose und kranke Hunde und Katzen und solche, welche von ihren Herrn verstoßen worden find. Liebhaber von Hunden oder Katzen können fich im Asyl Thiere grati! holen. E! ist auch die Einrichtung getroffen, daß Hunde und Katzen, während die Leute verreist find, tu Pflege gegeben werden können.

* Berlin, 2. Mai. Die Clavierlehrerin Marie Gerdeß hat in der Nacht zum Sonntag gegen den Etnjährtg-Fret- willigeu Robert Retbenstetu einen Mordversuch verübt. Fräulein Gerdeß hatte seit längerer Zeit mit Reibenstein ein Ltebesverhältniß, dem ein jetzt sech! Wochen alte! Kind ent- stammt. Während sie zur Entbindung nach Bremen zu ihrer Mutter gefahren war, knüpfte R. mit einer Andern ein Ber- hältniß an und besuchte seine frühere Geliebte nicht mehr. Diese suchte ihn deshalb in seiner Wohuuug in der Skalitzer- straße in Begleitung ihrer Schwester auf, und als R. erschien, feuerte fie, nachdem ihre Schwester das Zimmer verlaffeu hatte, einen geladenen Revolver auf R. ab. In demselben Augenblicke wo fie abdrückte, schlug der Einjährige fie mit dem Seitengewehr so wuchtig über den Arm, daß der Revolver zu Boden fiel. Die Kugel hatte tufolgedeffen ihr Ziel ver- fehlt. Entweder vor Schmerz oder Aufregung fiel das Mädchen um, mit dem Kopf nach dem Schrank zu. Der Einjährige versetzte ihr noch einen Hieb mit dem Seiten­gewehr und brachte ihr eine erhebliche Verletzung über der Nase und dem Auge bei. All auf da! Geschrei der Ver­wundeten ihre Schwester vom Flur herbetgelaufen kam, schwang er die Waffe gegen diese, aber bevor er zuschlagen kouvte, fielen ihm die Wirthlleute io den Arm. Die Ver­wundete wurde io ein KraokenhauS gebracht.

* Das laugst morsche uud höchst feuergefährliche SchulhauS in Gr. Fredenwalde in der Mark ist in vorigen Woche während de! Unterricht! abgebrannt. Dem Lehrer gelang el, die Sinder zu retten, seine junge Frau aber kam in ben Flammen um. Zu bem schrecklichen Vorkommniß schreibt bie9?. L. C.: Der Brand del Schulhauses in dem Ucker- märkischen Dorfe Gr. Fredenwalde, wobei mit Mühe die Schulkinder dem Tod entrannen und die Frau de! Lehrer! den Flammen zum Opfer fiel, legt die Frage nahe, ob es nicht angezeigt ist, die ländlichen Schulhäuser einer gründ­lichen Prüfung auf ihre Sicherheit zu unterziehen. Der Staat darf unter keinen Umständen zulaffen, daß in so feuer* gefährlichen Räumen, wie dal erwähnte Schulhaus, da! au! ! Fachwerk gebaut und mit einem Rohrdach gedeckt war und überdies einen hölzernen Schornstein hatte, Unterricht ertheilt >

wird. Die freifiooigen Blätter greifen jetzt, weil diese- Schule unter dem Patronat eine! Herrn v. Arnim stand, die gesammte Haltung der hochconservativen Großgrundbesitzer in Bolklschnlangelegenheiten an. Wir mißbilligen ungerecht­fertigte Verallgemeinerungen au! jenem betrübenden Vorfall durchanl. Begreifen können wir aber, wenn damit jetzt Wirkungen erzielt werden. El erscheint angezeigt, daß der Unglücklfall im Abgeordoetenhause ohne Verzug zur Be­sprechung gebracht wird und zwar io der eoergischsteu Weise. El ist ein Skandal, daß in Preußen noch Schulhäuser wie da! durch Feuer vernichtete in Gr. Fredeoswalde existiren dürfen. Nach Angabe derPrenzl. Ztg." find bie Stober seiner Zeit schon burch bie Wäobe in die Schulstube ge- krochen. Wäre die Untertiaffe unterrichtet worden, so hätten wahrscheinlich die meisten Kinder den Tod in den Flammen gefunden.

* Magdeburg, 3. Mat. Jo dem Lager des Ecke der Kaiser- unb Haffelbachftrahe sich befioblicheo Kurzwaaren- geschäfte! voo Piocu! brach tm ersten Stockwerk heute Abeobs Feuer au!, bas fich mit rasender Schnelligkeit über bas Treppenhaus verbreitete. Letztere! staab vollstäobtg in Flammen, als bas Feuer bemerkt wurde Die Feuerwehr rettete bie Hausbewohner mit Leitern bnrch bie Fenster. Ein Dienstmäbchen verfehlte bie Leiter unb stürzte vier Stock hoch herab, wobei es ein andere! Dienstmädchen mit herabriß^ Beide fanden den Tod. Ein Mann wurde bewußtlos aul dem brennenden Hause fortgeschafft.

* Als Seltenheit ist von der Musterung in Lang- walterSdorf bei Waldenburg zu melden, dah ein Vater der Ersatzcommisfion auch seinen 14>/,jährigen Sohn zusührte. der vollständig das Maß zur Garde besaß. Da der Junge wegen seiner Jugend in! Regiment nicht eingestellt werden darf, wird er in einer Unteroffizier-Vorschule Aufnahme finden.

* Herrenberg, 2. Mai. Gestern Abend ereignete fich bei der Ankunft des Stuttgarter Zuges ein schweres Unglück, indem zwei Frauen, welche mit einem kranken Kinde bei einem Arzte in Stuttgart gewesen waren, v«r dem Halten des Zuges auf ber hiesigen Station aussteigen wollten unb so unglücklich unter den Zug geriethen, daß eine Frau unb das Kind sofort getöbtet mürben, während die andere Frau gleich nach ihrer Verbringung in das Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen ist.

* Zwickau, 30. April. Gestern Abend um 10 Uhr ist in der hiesigen Kaserne Feuer auSgebrochen und zwar auf dem westlichen Flügel, wo sich das Offizierscafino befindet. Daffelbe verbreitete fich mit solch ungeheurer Schnelligkeit Über die Hauptfront und ben anderen Seitenflügel, dah binnen einer Viertelstunde das ganze Gebäude in Flammen stand. Die Kaserne ist bis auf die Grundmauern nieder- gebrannt. DaS Feuer wüthet auch jetzt noch fort, jedoch ist es der Feuerwehr unb bem Militär gelungen, bat Feuer auf ben Branbherb zu beschränken. Wie Augenzeuge» be­richten, sollen in ber obersten Etage ber Kaserne Soldaten an ben Fenstern sich gezeigt habens angeblich sollen brei Soldaten in ben Flammen umgekommen fein. Ferner soll ein Offizier leicht unb ein Felbwebel schwer burch herab- stürzende Trümmer verletzt sein. Den in der Kaserne wohnenden Feldwebeln soll eS nur mit größter Mühe ge­lungen sein, ihre Familien zu retten. Soldaten, welche die Acten aul dem Regimentsbureau retten wollten, wurde« hieran durch bie herabftürzende Decke gehindert.

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Citeratnr Kwnfc.

Di« triOigWe und praktischste vvsgade des Ättxit Handelsgesetzbaches. Im Verlege von Hermann Htllger in Berlin, Eienacv, Leipzig erscheint soeben b«6 erst vor wenigen Woche» vom Reichstege unb BundeSrath mit seltener Einstimmigkeit an­genommene Neue Handelsgesetzbuch. Wir begrüßen dieses Gesetzbuch wegen seiner Vorzüge mit der größten Befriedigung, den« es enthält die erfreulichsten Verbesserungen, mit denen el den wahl­berechtigten Ansprüchen sowohl der productrenden, als auch der arbeitenden und dienenden Klassen entgegenkommt. sJlamentlld> räumt es mit den bisherigen Mißständen im LehrlingSwesen aus und ist geeignet, die Lage der Handlungsgehilfen zu verbessern. Vor Allem ist auch zu rühmen seine klare, leichtfaßliche AuSdrucksweife, durch die eS sich vor anderen Gesetzsammlungen vortheilhaft auS- zeichnet. Die vorliegende Ausgabe hat den besonderen Vorzug, dah fie neben dem Texte de! Handelsgesetzbuches und seines Einführung!- gesetzeS auch noch die Texte einer Anzahl verwandter Gesetze bringt, die zu kennen, in allen Handelskreisen rc Bedürfnis ist. Der Brauchbarkeit d»r Ausgabe steht die Wohlseflhett (Preis für bin geb. Band von 280 Seiten 1 Mk.) vortheilhaft zur Seite.

Der Radsahrsport der Damen erhält einen neuen Impuls durch die anbrechende Reisezeit, und auf beide! ist in ber soeben zur Aulgabe gelangten Mai-Nummer ber Wisch* *

Zeit««O^, welche tm Verlage von John Henry Schwerin, Berlin W. 35, bereits im 7. Jahrgange erscheint, in Wort unb Zeich­nung Rückficht genommen worden. So finden wir gleich auf ber ersten Seite diverse Bade- und Schwimmanzüge unb weiterhin Babemäntel, Stranbsandalen, Badekappen rc. einen Lawn-TenniS- Anzug für Herren, Hemden für Turner unb Radfahrer, PlaidhÜlle, Schirmhülle u. v. «., außer dem bekannt reichen Inhalt an allen Arten von Wäsche-Artikeln, Stickereien und Häkelei-Vorlagen rc. Der große doppelseitige Schnittbogen (zu jeder Stummer), der inter­essante Wäschebericht, die Monogrammverschlingungen u. a machen diese Nummer besonders beachtenlwerth. Dieses herrliche Special­blatt kostet trotzdem nur 60 Pfg. vierteljährlich Abonnements bei allen Buchhandlungen und Postanstallen. Erstere und der Verlag liefern auch Gratü-Probei ummern.

Unseren Daore« and Haussraae« dürfte die Mittheilung willkommen sein, daß der Erfinder und Fabrikant der rühmlichst bekannten vorwerk'sche« veiovrs-Klaidersch«tz-»orde soeben einen neuen ungemein practischen Artikel auf ben Markt gebracht hat, welchem ohne ollen Zweifel ein gleich günstige! Prognosticon gestellt werden kann, wie seiner Zeit mit Recht der Beloursschutz- borde. Diesmal liegt die Erfindung auf einem anderen Gebiet Wir meinen da! voiwaak'sche Gardiaenbavd. Etz ist ein starke« Doppelband, daS den Saum der Gardine von beiden Seiten einfaßt, und an dessen äußerst solide angewebten Schlingen bk Gardinenringe leicht und brquem befestigt unb bei vor,unehmenber Wäsche roleber abgestreift werben können. Wir finb überzeugt, daß sich biefet einfache unb doch so sinnreich fabrtdrte Artikel schnell unb überall Eingang verschaffen unb ble Gunst ber Damen erobern wirb. Auch biefe! Fabrikat trägt wie bie echte Vorwerks Celcurl» schutzborbe ben «ufgebrudten Namen »vorweal 4291