Bnbenmg der allgemeinen medieioische» Anschauungen bis zu ri»n» gewiffeu Grade verständlich.
Mau hat früher fast ausschließlich vou der Heilung einer Krankheit gesprochen, wenn man über Medicameme gebot, die mit mehr oder weniger S'cherheit die Krankheit zum Erlöschen brachten. ES war also die Meinung verbreitet, die ärztliche Kunst könne nur dann eine Krankheit heilen, wenn ihr rin specifischeS Heilmittel zu Gebote stände. Nach den neue« »ediciuischeu Anschauungen würde daS tu Bezug auf die Tuber« kulose so auSzudrÜckru sein, die ärztliche Kunst könne nur dann die Tuberkulose heilen, wenn fie mit einem sicheren Mittel die Erreger, d. h. die Tuberkelbactllen, im kranken Körper zum verschwinden zu bringen im Staude sei. Dann erst wäre die Krankheit geheilt.
Nun hat allerdings auch die heutige Mediciu trotz der großen Fortschritte, welche sie gemacht hat, noch kein solche» Gpec'ficum gefunden. Wie bekannt, haben sich die größten Hoffnungen an daS von Koch entdeckte Tuberkulin geknüpft,- aber auch diese Hoffnungen haben sich nicht in dem erwünschten Grade verwirklicht. Noch veil weniger haben sich andere 'Medicameute bewährt, welche von weniger bedeutenden Männern all speeifiiche Heilmittel empfohlen wurden. Insofern könnte man also sagen, daß auch die heutige Medicia noch nicht eine ,actttie* Heilung zu Stande bringen könne, daß fie nicht über
ein Mittel gebiete, welche! die Tuberkulose actio, d. h. direet zu» Erlöschen bringe.
Allein dieser Standpunkt muß gegenwärtig als ein einseitiger betrachtet werden. Wir können eine Krankheit auch dadurch heilen, daß wir die Mittel und Wege unterstützen, welche die Natur selbst dem menschlichen Organismus verliehen hat, um die Krankheit zu überwinden und die Erreger der Krankheit zu beseitigen. Wir können täglich sehen, daß der eine, wenn er vou der Tuberkulose ergriffen wird, ihr unterliegt, daß aber der andere, der etueu kräftigeren Körper hat und unter beffereu Verhältnissen lebt, der Krankheit widersteht. Wenn e» uns gelingt, die geringeren Kräfte in dem Körper das ersteren so zu unterstützen, daß er das Maß der K äste d«S zweiten erreicht, so haben wir ihm damit die Fähigkeit gegeben, die Krankheit zu überwinden, d. h. wir haben ihu geheilt. Und diese Heilung hat durchaus denselben Werth, wie die Heilung durch ein SPrcificum, ja einen größ-ren deshalb, weil der betreffende Organismus in sich die Kraft zum Ueberstehrn der Krankheit gewonnen hat. Er ist also in hohem Grade vor Rückfällen geschützt, waS bet dem ersteren nicht der Fall ist.
Nachdem nun die Bestrebungen, ein specifischeS Heilmittel gegen die Tuberkulose zu finden, trotz zahlreicher Versuche, trotz vieler Anpreifungen bisher nicht zum Ziele gelangt find,
hat die neue Medieiu seit Brehmer deu Weg betrete», durch andere, phyficaltsche Etnflüffe den Organismus mit de« zur Ueberw udung der Krankheit erforderlichen Etgeuichafre» auSzuftatteu. Daß durch diese Methode die Heilung der Tuberkulose erreicht wird, ist allteitig anerkannt, und BrrhmerS zuerst augezwetfelte Behauptungen find seit fast einem Menschen- alter durch zahlreiche Beobachtungen und Erfahrungen tu solchem Umfange erwiesen worden, daß ein Zweifel an dieser Thatsache nicht mehr bestehen kann.
Ich kann mich daher einer gewtffen Verwunderung nicht enthalten, daß man an einer so hervorragenden Stelle diese» Erfahrungen der modernen Medtcin nicht hat Rechnung tragen wollen, und eS erfüllt mich mit Genugtuung, daß man durch Widerspruch von anderer Sette deusrlben gerecht worden ist.
Auf welchem Wege eine Krankheit geheilt wird, ist gleich- giltig. ES handelt sich allein darum, ob der Kranke wirklich gesund wird. Bei der Tuberkulose gehört nicht zam Zeiche» der Gesundheit, daß alle Tuberkeldacillen verschwunden find, sondern der Beweis, daß der vorher steche Patient seine Kraft, seine Erwerbsfähigkeit, seine LebenS- freudigkeit wiedergewonnen hat und die! in un- verkümmertem Maße jahrelang behauptet.*
Oeffentliche Warnung
vor Unterschiebungen oder Vermischungen
Nach der chemischen Analyse erhält der Käufer deS neuesten« gegen die Suppenwürze Maggi auSgesptelten sogenannte» Bouillon«Extraktes .Gusto* für sein Geld wevtger organisch« und «iwsitz- etoffr, dagegen «ehr Wasser und ®al| al« bet der Suppenwürze Maggi.
Maggi, G. m. b. H.,
Singen (Baden). 1MM
Bekanntmachung.
Da« durch die Geradelegung der Wieseck gewonnene, zwischen d> letzteren und der Noll'schen Besitzung gelegene, von der Moltkestraße ar zugängliche städtische Gelände soll
IMonkag, den 6. Serembrr 1897, Nachmittags 2 Uhr, zunächst in zwei Abtheilungen von je ca. 660 qm und danach im Ganze unter den üblichen Bedingungen an Ort und Stelle öffentlich meistbietend auf 6 Jahre verpachtet werden.
Gießen, den 27. November 1897.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 11000
Bekanntmachung.
Montag den 6. Deccmber sollen
1. Nachmittags 2*/, Uhr auf dem Braudplatz am alten Schloß: , 10 abgängige Feuerleitern von 9— 12«/a m Länge,
2. Nachmittags 8 Uhr auf dem Biehmarktplatz verschie« bene« Gehölz, darunter 11 Pappel- und 4 Lindenstämme, öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 3. December 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
__________________________I. B.: Wolff.___________________11010
Die Lieferung des Bedarfs an Back-, Fleisch- und Specerei waareu, sowie an Milch pro 1898 für die Balfertfche Stiftung dahier soll im Submission-wege vergeben werden. Offerten sind verschlossen bis zum IO. December l. I. bet Rendant Doering etnzuretchen, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können.
*0933_____Die Administration der Balferischen Stiftung.
Zur Chriftbescheerung
für die Bedürftigen der Johaunesgemeiude — etwa 70 Familien — werden noch Gaben erbeten (Kleiderstoffe, Kleidungsstücke, Weißzeug, Geld). Gaben wolle man gütigst im Pfarrhaus Südanlage 8 abgeben lasten.
Gießen, den 30. November 1897.
Der Kirchenvorstand der Johannesgemeinde.
__________________Dr. Naumann.
Christ besehe eräug*
der Kleinkinder Bewahranstalt.
Dm Sonntag den 19. December d. I. soll die Christ- befcheerung für die Kinder unserer Anstalt ftattfinden.
Wir haben für 228 Kinder den Christbaum zu schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken.
Um die» zu können, wenden wir un» wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und bergt, besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen.
®*nc Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die un« zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorftandsdamen gelangen zu lasten: Frl. Amalie Bansa, Diezstraße 15, Frau Dr. Brüel, Löberstraße 11, Frau Amtsgericht«- rath Gebhardt, Bergstraße 3, Frau Rechnungsrath Kalbfleisch, Ludwigstraße 7, Frl. Emilie Langermann, Südanlage 21, Frau Pfarrer Naumann, Südanlage 8, Frau Louise Ottens, Bismarckstraße 11, Frau Auguste Schwan, Seltersweg 64, Frl. Louise W o r t m a n n Asterweg 16. Auch bte Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.
Gießen, den 10 November 1897.
Der Borstand der Kleiukiuder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer.
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