Ausgabe 
5.12.1897 Drittes Blatt
 
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Geschäft»mauu darf den Werth der Zeitungsannonce verkennen. Wer da meint, das Publikum wiffe so wie so Bescheid, der irrt sich. Ja, Bescheid weih el, wenn e» aber in der Zeitung ejn verlockender Angebot fiadet, greise es dort zu. Angebot und Nachfrage find die Bedingungen der Nationalöconomie. B-.souderS bei den Weihnachtseinkäufen will das Publikum nicht lange herumfragen, namentlich die Fremden, wo bekomme ich dies und jenes? Ts weih auch oft selbst nicht, waS es schenken soll. Da steht es die Annoncen in der Zeitung nach und trifft seine Auswahl. Gerade vor Weihnachten darf deshalb der Gewerbetreibende, welchem das Bekanntwerden seine» Geschäfts und der 'in demselben zu habenden Gegen« stände und Waaren am Herzen liegt, dem es daraus ankommt, ein Geschäft zu machen, keine Kosten für Annoncen in den Zeitungen, namentlich in den Lokalblättern scheuen. Annoncirt er nicht, so bleiben sein Geschäft und seine Waaren dem Publikum zum Theil ganz unbekannt.

Lanbach, 30. November. Die Sammlungen sür die BrandgeschSdigteu in Mi ch elba ch nehmen einen guten Fortgang; von den betreffenden Sammelstellen wurden bereits 150 Mark abgesandt. DaS verspätete Eintreffen unteres AbendzugeS ist hier nichts Ungewöhnliche»; unge­wöhnlich, kaum glaublich, aber wahr ist die Uriache der halb« stündigen Verspätung vom letzten Montag. Der Zug Friedberg Hungen war in ersterer Station ohne Mitnahme der Paffagiere abgefahren. Der dienstthueode Schaffner soll sehr erstaunt gewesen sein, als er bei Revision der Billete weder in der 4., noch 3., noch 2. Klaffe Jemand vorfand (nach anderer Tradition doch zwei Mann). Erst bei der zweiten Station Beienheim, wohin eine Depesche von Fried« berg nachge andt wurde, kehrte man zurück, um die Sitzen­gebliebenen von ihrem Schicksal zu erlösen. Selbstverständlich führen nur Verspätungen genannter Bahn daö unregelmäßige Eintreffen unserer Nebenbahn herbei.

Aus Lauterbach wird benN. Hess. Bolksbl." geschrieben: ^Bezeichnend für den Umschwung der Verhältniffe, welcher sich unter der neuen, preuhischeu Eisenbahnverwaltung voll« z'edt, ist folgender im Kreise Lauterbach bestehende Zustand: Seit der Uebernahme der Grobherzoglich Hessischen Staats­bahn GießenFulda untersteht die Strecke Lauterbach- Fulda der König!. Preußischen Betriebsinspection Fulda. Die genannte Strecke läuft thetlS auf hessischem, theilS auf preußi­schem Gebiet, und richtete sich hiernach früher der Anstrich der Eisenbahnbarrieren u. s. w. Seit der Uebernahme der Verwaltung durch Preußen hat nun die genannte Inspektion veranlaßt, daß der Anstrich der Barrieren auf der Strecke von Lauterbach bis zur Grenze geändert und statt Rochwetß Schwarzweiß gewählt wurde. Also im Gro^herzog- thum Heffen, an einem EigenthumSobject des hessischen Staates die Hoheitszeichen eines anderen Staates! In diesem Zu­stand liegt eine Verletzung der Hohritsrechte, welche Heffen al» souveräner (Staat zu beanspruchen hat, eine Verletzung, welche wohl schwerlich auf Unkenntniß der einschlagenden Völker- und staatsrechtlichen Grundsätze zurückzuführen ist. Hoffentlich genügt dieser Aafloß, um unseren Landesfarben wieder zu ihrem Rechte zu verhelfen.

Ortenberg, 27. November. Für Ortenberg und Um­gegend besteht ein Verschönerungsverein, der e» sich seit geraumer Zeit angelegen sein läßt, die von Natur au- schönen Punkte noch reizender zu gestalten. Anlage von gut gangbaren Pfaden in den nahen kleinen Waldungen, Her­stellung eines kleinen AaSfichtstempelS auf dem sog. Rodlipp und Aufstellung von Bänken daselbst haben selbst aus Wüstungen geradezu schöne, lauschige Plätze und Plätzchen geschaffen. In der jüngsten Versammlung genanten Vereins wurde nun beschloffen, in der Nähe Orteuberg» auf dem

Nein, al» Rumänin 1 Wir haben Freunde am Hofe der Königin von Rumänien, die schenkten mir den Anzug, er ist ganz getreu.*

,®le interessant! In der Umgebung Earmen SylvaS zu leben.*

Die Königin trägt in Tinaya meist Nationaltracht. Zuweilen auch tu Wird, wenn sie bet der alten Fürstin weilt.*

Beschreiben Tie mir doch da» Eostüm, liebe» Kind."

Und sie beschreibt mit der Begeisterung erster Ball­triumphe ihre eigene, fremdartig-reizvolle Erscheinung an jenem Festabend.

Da gab e» natürlich der geheimnißvollen MaSken- .scherze viel," forscht die wißbegierige alte Dame.Wieviel Herzen haben Sie gebrochen?"

Oh", macht Theo.Vielleicht verstehe ich mich darauf noch nicht. Da muß man sein wie Elli» Brown, sie ist eine Amerikanerin und sehr schön und anziehend. Sie hat schwarze Augen und röihliches, furchtbar lange» Haar. Sie sah ganz selisam au» in ihrem schwarzsammtenen SlowakencostÜm, mit dem riesigen schwarzen Tchlopphut. Die Herren haben sich um ihre Mausefallen, die sie zum Besten de» Kinderhorte» verkaufte, geriffen. Sie hat einen Haufen Geld abgeliefert."

Freiwillige Spenden?"

I wo!" Die Herren hätten schon lieber weniger ge­zahlt, aber sie forderte eben unverschämt. Etnem ihrer fanatischsten Verehrer hat sie zehn Mark für eine winzige Mausefalle abgepreßt. Nachher wollte sie sich ausschütten vor Lachen. Sie hat ihm über die Schulter ins Porte- moonai neingelugt, er hätte grad noch da» einzige Zehnmark­stück gehabt. ES wäre zum Schießen gewesen, tote er ge­zaudert und gezuckt hätte, aber unter ihrem bittenden Blick hätte er nicht ander» getonnt."

Das gefällt mir von dieser schönen Amerikanerin schlecht, liebes Kind. Wenn es ein reicher Lebemann ge­wesen wäre, ließe ich allenfalls solche Pression gelten.*

Reich war er nicht. Elli» sagte, er sei einarm Gchulmeisterlein.* Mir that das so leid. Ich kenne ihn gar nicht, sah ihn nur in der Maske.-Aber eben well er mich nicht kannte* Sie stockt plötzlich.

Dornstein einen 100 Mtr. (?) hohen hölzernen Ausfichtsthurm zu errich en, zu deffen Erbauung jetzt schon namhafte Be­träge und Spenden bereit Legen, z. B. von Herrn Spedi­teur Engel Alzrh, Herrn Director Kalb-Frankfurt a. M., Witrwe Eichenauer«Breitenhaide u. a. m. Eine herrliche Fernsicht in die Wetterau, den Taunus, den Speffart und den ganzen südlichen Vogelsberg wird der Thurm gewähren, da der Hügel an sich schon eine prächtige Rundschau bietet.

4- Nidda, 3. December. Die vorgestern dahier statt­gehabte Viehzählung ergab folgende»Resultat: 128Pferde, 390 Stück Rindvieh, 368 Schafe, 260 Schweine. Bei der in unserem Städtchen und den Nachbarorten er­folgten Sammlung von Naturalien und Geld für die Nothleidenden Abgebrannten zu Mühlbach wurde ein günstiges Ergebniß erzielt. In der Nachbargemeinde Unter- Schmitten wurde, da der seitherige Bürgermeister wegen hohen Alter» von seiner Stelle zurücktritt, der Beigeordnete Herr Joh. Döll daselbst al» Bürgermeister einsitmmig gewählt.

Rodheim a. Bieber, 2. December. Da die Bieber« thalvahn bis vor Rodheim ausschließlich auf die Staats­straße gelegt wird, so wird dieselbe nur durch die Umgehung unseres Dorfes einige» Gelände berühren. Obgleich schon bei Bieber der Bahnbau einen guten Fortschritt genommen, so ist Hierselbst das oben erwähnte Gelände noch nicht er­worben worden. Es haben bereit» wiederholt mit den be« theiligten Interessenten Verhandlungen stattgefunden, allein eine Einigung konnte biß heute nicht erzielt werden. Wa» aber ganz besonder» auffallend, ist baß, daß bei dem letzten anberaumten Termine der Vertreter bei Gesellschaft gar nicht erschien nnb am heutigen Tage auch etwa 30 Arbeiter ihre Arbeit einstellen mußten. Dieselben pasfirten heute mit ihren Arbeitsgeräthen unser Dorf, um an einer anbern Stelle bie Arbeit wieder aufzunehmen.

D An» dem Kreise Wetzlar, 2 December. Da» Lehrer - besolbung»gesetz, welche» mit dem 1. November in Kraft getreten ist, hat auch im hiesigen Kreise vielfach Freude und Zufriedenheit, in vielen Orten ober auch zwischen Ge­meinden und Lehrern große Aergerniffe hervorgerufen. Biele Lehrer haben auf Verbesserung ihrer Lage gehofft und sehen diese Hoffnung nur theilwetse erfüllt, da selbst in den theuersteu Gegenden unseres Kreise» gerade oft die wohlhabenden Ge­meinden sich sträubten, ein höhere» Grundgehalt und Alters- zulagen zu zahlen. Sie sehen in der Schule nicht eine Wohl- that für ihre Kinder, sondern eine schwere Last für bie Ge- nteinben, unter ber sie alle zu seufzen haben. Manchem Lehrer, ber bißher im besten Einverstänbniß mit seiner Ge- metnbe gelebt hat, wirb sein Dasein infolge beß Besoldung»- Gesetzes verbittert. Unsere Gemeinden haben auch hier vom Staate mit Freuden die Befreiung vom Schulgeld, der Grund- -und Gebäudesteuer angenommen; sollen sie nun aber einmal das Gehalt ihrer Lehrer aufbessern, so erklären sie frei heran», daß e» ihnen leider unmöglich sei.

* Sin Lieberdrama. Au» Berlin, 29. November, wird berichtet: Ein Mord au» verschmähter Liebe ist am Sonntag Abend im Hanse Möckernftraße 85 an der Ecke der Hagelsbergerftraße verübt worden. Der Pferde­händler Wilhelm Kleemann aus Hamburg, ein Mann in ber Mitte ber zwanziger Jahre, hat ba» au» Hamburg gebürtige, 22 Jahre alte Dienstmädchen Margarethe Werse durch einen Stich in die Lunge und Würgen am Halse getödtet. Der Mörder ist am Montag Vormittag in ber Rostockerstraße verhaftet worden. Kleemonn kannte die Weise von Jugend auf. Beide waren mit einander verlobt. Vor 14 Tagen

löste sie aber daß verlöbniß mit Rleemann und schickte ihn» den Ring zurück. Seit jener Zeit sandte ihr ber verschmähte Liebhaber wiederholt Briefe mit ber Drohung, daß er sie erschießen werbe. Vor acht Tagen schrieb er ihr, er habe Gift genommen und möchte sie vor seinem Tode noch einmal sprechen. Alß er mit bleiern Lockbriefe fernen Erfolg hatte, wurde der junge Manu auf einmal wieder gesund und schrieb, er wolle mit einem Pserdetranspon nach Madrid fahren und sich daher mit ihr aussprechen. Zu diesem vorgegebenen Zwecke erschien er am Sonntag in ber Wohnung bc» Kauf­mann» Fahsel in ber Möckernftraße, wo bie Weise biente, und fand auch Gelegenheit, mit dem Mädchen zasammenzu- treffen. Kleemann hat auf irgend eine Weise da» Mädchen zu bewegen gewußt, auf bie HagelSbergerftraße herauszu- kommen, alß in vorgerückter Abenbstunde bie Herrschaft aus- gegangen war. Bei bieser Unterhaltung auf ber Straße, bie lange gebauert, muß zu einer Aussprache über bas aufge­hobene Verlödniß gekommen sein, mit welchem Erfolg, ist freilich nicht zu sagen. Die Weise hatte, als man sie heute als Leiche aussaub, ben vor 14 Tagen zurückgeschickten Ber* lobungsring wieder am Finger. Nach Beobachtungen beß Kaufmanns Miloslawßki, ber unter ber im Hochparterre ge­legenen Wohnung Fahsel» im Erdgeschoß ein Cigarrengeschäft betreibt, ist das Mädchen um V/t Uhr mit einem Aufschrei fluchtartig von ber Hagel»bergerstraße an» bie Treppe hinauf­gestürzt. Miloslawski hörte auch noch ba» Ocffneu nnb Zu­schlägen ber Eingang»thür zu ber Fahsel'schen Wohnung, dann Getrampel auf dem Corridor, ba» Zuschlägen mehrerer Thüren im Innern ber Wohnung unb menschliche Laute, bie inbeffen so undeutlich waren, daß sie auf einen bestimmten Vorgang nicht schließen ließen. Um 3 Uhr kamen die Fahsel'schen Eheleute nach Hause und sanden bie GlaSthÜr, die vom Corribor nach ber Küche führt, eingeschlagen unb bie THÜr- pfosten sowie bie Wand im Corribor mit Blut bespritzt. NlchrS Gute» ahnend, gingen sie ben Corribor entlang zu­nächst in ba» Schlafzimmer, in bem die beiben Kinder, ber sechsjährige Sohn Helmuth unb feine siebenjährige Schwester, im Bette lagen. Selbe Kinder waren munter, bas Mädchen ängstlich unb eingeschüchtert. Der kleine Helmuth theilte dem Vater sofort mit, daß Margarethe in dem Borderzimmer nahe dem Schlafzimmer liege unb nicht aufstehen unb auch bie Augen nicht aufmachen wolle. Die Eltern eilten nun in ba» Vorberzimmer unb fanben hier da» Dienstmädchen zwischen dem Sopha unb bem Ofen als Leiche auf bem Fußboben liegen.

Beanstandete Grabinschrift. Mit einer eigenartigen BeleibigungSklage hatte sich tu ber Berufungsinstanz bie Strafkammer am Lanbgericht zu Memmingen zu be­schäftigen. Anfang» Januar b. I. wurde der Sohn beß Peter Rauh in Steinheim von bem'Sohne beß Privatkläger» Müller gelegentlich einer Schlägerei mit einem Meffer der­art verletzt, baß halb barauf ber Tob eintrat. Der Thäter wurde bieserhalb feiner Zeit vom Schwurgericht in Augs­burg zu 31/, Jahren Gefängniß verurtheilt. Peter Rauh ließ nun seinem Sohne ein Grabbeukmal setzen mit folgender Inschrift:

Er mußte unter Mörberhänben Sein jungt», frische» Leben enden.

Hierdurch fühlten sich bie Familien - Angehörigen beß Müller beleibigt unb strengten bie Privatklage an. Born Schöffengericht würbe Rauh freigesprocheu, unb auch bie Strafkammer verwarf bie gegen btefeß Urtheil feiten» be» Müller eingelegte Berufung, gab aber dem Anträge beß Privatkläger» statt, wonach baß WortMörber* vom Grab­denkmal entfernt werden muß.

Nein Kindchen, gestehen Sie, wa» unternahmen Sie zu seinen Gunsten?*

Ich hatte zufällig ein Zehnmarkstück mit, und da sich Elli» weigerte, ihm baß seine zurückzugeben, so hob ich bie Drahtfalle auf, die er mit grimmigem Lachen In die Saal­ecke fchleuberte. Da» Golbstück wickelte ich tu eine Knall­bonbonhülse unb steckte sie hinein. Dann schlich ich ihm nach, klopfte ihn auf bie Schulter unb sagte:

Du bist leichtsinnig, Frembling, er war Armenier ich bringe Dir baß golbne Mäußlein zurück. Lasse e» nicht wieder entschlüpfen.

Mit Fallen fängt man Mäuse, unb mit schönen Augen Männerherzen und Golbstücke, sei auf ber Hut." Dann floh ich in baß MaSktngewühl.

Aber, liebeß Fräulein, ba» ist ja ein allerliebster, kleiner Roman!*

Theo streicht ba» Haar an» dem glüheobeu Gesichtchen, ein Spottlächeln huscht um bie frischen Lippen:AllerbiugS ein Roman, aber mit sehr prosaischem, unbefriebigeudem Schluß. Mama fühlte sich plötzlich nicht wohl, wir fuhren vor ber DemaSkirnng heim. Den Armenier habe ich nicht wiebergeschn, hätte ihn auch schwerlich erkannt."

Klingt e» ba nicht wie ein verwehter Seufzer? Theo späht in ben Säulengang, er ist leer.

Nach zehn Minuten kehrte mau, merklich enttäuscht, auß bem Allerheiligsten zurück. E» gab ba nicht» al- nackte Marmorwänbe mit tiefbebeutfamen Koransprüchen. Im Vorhof steht ein hochgewachsener Mann in grauem Jackettanzug. Seine dunklen Augen bohrten sich förmlich fest an ber Hellen Mäbchengestalt, Theo fetzt ihre hoch- fahrendste Miene auf unb beschleunigt ihren Schritt.

Am Thorweg holt sie bie alte Dome ein.

Warum rennen Sie nur so, liebe» »inb? Sie fürchten sich doch nicht vor einem harmlosen Touristen?" flüstert sie neckend. Theo locht gezwungen. Nein, sie fürchtet sich nicht, Ihr war nur, al» folgten ihr jene dunklen Angen unb hielten sie im Banne.

So, da gehn mer nach de Schfinxe, bei be Apolo-

bempel*, orbnet ber kundige Führer an, in einen grün- dämmerigen Parkpfab schwenkend.

Die Sphhnxe, sechs an der Zahl, bewachen ben hinter einer Ca-kade aufsteigenben Apollotempel. Durch ba» Blatt­gewirr gedämpfte Sonnenstrahlen umgleißen bie üppigen, zwanglos hingestreckten Leiber. In den klassisch geschnittenen, räthselvollen Zügen liegt es wie ein Mahnen, biefem Ort- fern zu bleiben. Da» Mädchen weigert sich, unter einem bänglichen Gefühl, die Tunnelgänge des Apollotempels zu betreten. Sie wolle auf einer Bank warten.

Sind Sie thöricht! Auf der Reise muß man nicht» SeheuswÜrbigeß versäumen*, tabelt bie nnermübliche Be­gleiterin.

Dann verhallen ihre unb be» Buben Schritte. Theo setzt sich so, daß sie von ben unheimlichen Sphhvxgestalten durch hohe» Boskett getrennt ist. Nur undeutlich schimmert das Gestein herüber.

Gedenkst Du noch de» MSuslein» in der Falle, schöne Rumänin?" tönt'» da plötzlich wie Geisterhauch durch bie Stille.

De» Mädchen» Augen weiten sich in jähem Entsetzen. Wer spricht hier? Wer kennt jene Carnevalepisode: Hat sie etwa laut gedacht? Und wieder:Du bist es, ich kenne Dich gut! Ein Räthselwesen war die Spdhvx schon im grauen Alterthum, nicht» ist ihr verborgen. Ich lese in Deiner Seele, da» Bild de» Armenier» lebt noch darin *

Jähe, heiße Glnth steigt ihr in die Wangen. Sie möchte fliehen unb bie bebenben Glieder versagen ben Dienst. Sie legt bie schlanken Hänbe vor bie Augen. Beleben sich nicht bie unheimlichen Steincoloffe?

Giebt es geheimnlßvolle, übernatürliche Dinge tn dieser nüchternen Welt? Ihr klare» Denken beginnt sich zu ver­wirren.

Höre Mädchen! Er har bie liebliche Rumänin nicht vergessen. Er sah ihre reinen Züge unb hofft aus bie Zukunft. Da» golbene Män»lein ist sein Tali»man geworben.*

(Fortsetzung folgt.)