Ob sich angesichts solcher Vorgänge -en Gliedern unserer evangelischen Gemeinde, die den römischen Practiken gegenüber meist nur zu vertrauensselig sind, nicht der Gedanke aufd'ängt: Wie groß muh die Mißachtung k-thol'scher Eiferer gegen unseren evangelischen Glauben sein, dah man selbst vor solchen Mitteln nicht zur ückschreckt, um unserer Kirche Seelen abwendig zu machen! Der hier berichtete Fall ist nicht der einzige. Er ist nur einer von den vielen, in denen in ganz ähnlicher Weise mit Drohungen und Versprechungen gearbeitet worden ist. Es gibt unter unS kaum noch eine gemischte Ehe, die man in Ruhe läßt. Wenn das katholische Pfarramt bei der Eingehung der Ebe Seitens eines katholischen ManneS, oder etwa, so lange die Kinder noch klein find, seinen ihm gesetzlich zustehenden Einfluh auf die Erziehung der Kinder in tactooller Weise zu wahren sucht, dann werden wir nie etwas dagegen etnzuwenden haben. Wenn eS dagegen, wie die Fälle jetzt immer häufiger werden, den Einfluß des Betchistuhletz benutzt, um durch katholische Frauen evangelische Männer zur Auslieferung schon evangelisch getaufter Kinder an die katholische K rche zu bestimmen, wenn eS Eltern, die längst ihren festen Entschluß gefaßt und schon erwachsene Kinder haben, bearbeitet, wenn eS gar in unserem Falle durch Mittel, die nahe an die „Nöthigrmg" im Sinne deS Strafgesetzbuchs streifen, einen Menschen, aus den es keine Spur von Anrecht bat, seinem Glauben abwendig macht, so überschreitet das die Grenze dessen, wozu man schweigen darf. Ich rufe das protestantische Ehrgefühl, ich rufe aber auch daS Gefühl der Menschlichkeit und edlen Duld
samkeit, daS, so bin ich überzeugt, trotz deS Druckes, der von oben geübt wird, auch in unseren katholischen Mitbürgern noch nicht erstorben ist, in die Schranken wider dieses Treiben, durch daS der Friede unserer Stadt und vieler Fam lten gestört, und das Gewifien der Menschen in unert ägltcher Weise bedrängt wird.
Sittze«, den 4. Januar 1897.
Sg. Schlosse«, Pfarrer der Mattbäusgemeinde.
Lgichlm »er «rtMitti jrnifirtn Stottljtdtr.
vvetnha«».
DienStag den 6. Januar: Aida. Mittwoch den 6. Januar, Nachmittags 3V, Uhr: Schönclärchen. Donnerstag den 7. Januar: Der arme Heinrich. Freitag den 8. Januar geschloffen. SamStag den 9. J,nu«r, Nachmittags 3*/i Uhr: Schönclärchen. Abend« 7 Uhr: Fidelio. Sonntag den 10. Januar, Nachmittags 3«/, Uhc: Schönclärchen. Abends 7 Uhr: Der Prophet.
Dtens'ag den 5. Januar: Renaissance. Mittwoch den 6. Januar: Renaissance. Donnerstag den 7. Januar geschloffen. Freitag den 8. Januar: Fall Clemenceau. Samstag den 9. Januar: Gebildete Menschen. Sonntag den 10. Januar, Nachmittags 31/, Ubr: Emilia Galotti. Abends 7 Uhr: Gebildete Menschen. Montag den 11. Januar: Renaissance.
AirchttcheAnzeigen der» evang.Gemeinde.
Montag, den 4 Januar, Abends 8 Uhr: Bibelst«nbe im Confirmandensaal der Jobanneskirche. Bergpredigt, Matth. Cap. 5, BerS 33 u. ff Pfarrer Dtngeldey
Am 1. Sonntag nach Epiphanias, 10. Januar, Feier deS LandeSmisfionsfeftes; an diesem Sonntag wirb eine Collecte für die Hetdenmisfion erhoben.
Verkehr, Lnrrd- und Voik-wirthjchufL»
Grünbeeg, 2. Januar. Fruchtpreise. Weizen X 00,00, Korn X 00,10, Gerste X 00.00, Hafer X 12,80, Erbsen X 00.00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,00, Samen X 00,00.
Aufaesvrunaene Haut, Rissigkeit, Sproede derselben beruht zumeist auf ungenügender
Absonderung der FelibrüSchen und sollten Alle, welche hierzu neigen, eine sehr milde, absolut reizlose Seife zum täglichen Gebrauch anwenden, wie dies z. B nach den Aeußerungen von Profesioren und Aerzten die Patent Myrrholtn Seife ist, welche überall auch in den Apotheken zu 50 Pfg. erhältlich und durch ihren Gehalt an Myrr- holin einen sehr wohlthättgen und heilenden Einfluß auf die Haut ausübt. 209
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.
Garteustraße 2.
««gebot btt Arbeitnehmer.
1 Bäcker.
3 Taglöhner.
4 Laufmädchen.
1 Kutscher.
7 Dienstmädchen.
1 Comptorist.
2 Schreiner.
1 Schweizer.
3 Pferdeknechte.
1 Hausbursche.
1 Köchin.
Nachfrage btt Arbeitgebet.
1 Schreiner.
1 Waschfrau.
2 tüchtige Pferdeknecht.-.
1 Kuticher-
1 Schweizer.
12 Dienstmädchen.
Verdingung von Wagner- «ud Schntiedearbeit.
Die Anfertigung und Lieferung eines vierrädrigen, gedeckten Kehrichtwagens, eines vierrädrigen gedeckten Schlammkarrens und dreier Handkarren soll
Donnerstag den 14. d. Mts.,
Vormittags lV/2 Uhr,
öffentlich verdungen werden.
Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns während der Dienststunden zur Einsicht offen. — Angebote, auf bei uns erhältlichem Vordruck, sind bis zum genannten Termin, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, ein» zureichen.
Zuschlagsfrist: 14 Tage.
Gießen, den 2. Januar 1897.
Das Stadtbauamt.
Schmand t.250
Versteigerungen.»
Holz-Versteigerung.
Mittwoch den 13. Januar werden aus dem District Buchenberg 57 versteigert:
112 Kieferuftämme von 22 bis 45 cm Durchmesser, 5 bis 14 m Länge mit 81,32 fm; hiervon mehrere Stämme zu Schnittholz geeignet.
Eichen: 2 rm Knüppel, 50 Wellen und 3 rm Stöcke.
Nadelholz: 68 rm Knüppel, 1420 Wellen, 38 rm Stöcke.
Zusammenkunft Morgens 9*/a Uhr auf dem Watzenborner Weg bei dem Bahnwärterhaus.
Nähere Auskunft erthellt Großh. Forstwart Schlag zu Baumgarten.
Gießen, den 2. Januar 1897. Großh. Oberförsterei Schiffenberg.
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