Rodh eim erstraße. Bekanntlich faßte am 15. Januar b. I. Ne Stadtverordnetin-Versammlung auf Antrag de- Stabt- verordneten Grünewalb beu Beschluß, den bereit! früher gefaßten, auf Anlage eines BiehhofeS am Güterbahohofe lautenden Beschluß aufzuheben und in der Nähe des Schlachthauses einen geeigneten Platz za gleichen Zwecken zu bestimmen. Die mit den diesbezüglichen Vorarbeiten betraute Lommisfion beschloß am 27. Januar, der Stadtverordneten-Versammlung den städtischen Platz hinter dem Tchlachthause wie die Er- Werbung weiteren Geländes, sowie die Belassung des Schweine» Marktes an der seitherigen Stelle zu empfehlen. Der Platz sollte hinreichend zum Auftrieb von 2400 Stück Großvieh fein, an baulichen Einrichtungen die uöthigen Barrieren, Schutzhallen, Baulichkeiten für die Zwecke der thierärztlichen und polizeilichen Ueberwachung, der Abwickelung der Geld» und BerkausSgeschäfte, einen Quarantänestall, sowie eine Restauration erhalten. Bei Anlage deS BiehmarkteS soll auch Rücksicht auf event. Vergrößerung des Schlachthauses genommen werden. Von Bahnanschluß sollte wegen der sich demselben entgegenstellenden Schwierigkeiten vorerst abgesehen werden. Tin weiterer ins Auge gefaßter Platz am Hamm wurde für nicht ausdehnungsfähig erachtet- der rechts der Rodheimerstcaße befindliche, bisher schon benutzte Platz wurde, abgesehen von der durch uöthig werdende Erwerbung der, Jungblut'scheu und Herzberger'schen Hofraithen entstehenden hohen Erwerbskosten, ebenfalls als zu klein bezeichnet. Die I Commission sprach sich ferner dahin auS, daß der Anschluß | oeS BiehmarkteS an die Bieberthalbahu keinen Vortheil biete, der Anschluß einer Normalbahn sei nach Mittheilungen Sachverständiger schwierig, weil zu große Steigungen zu überwinden seien und eine Ueberbrückung der Lahn in Nähe deS Bahnhofs deS HochwafferS wegen sehr weit in daS anliegende Gelände am rechten Ufer hinauSgebaut werden müßte. Generell veranschlagt war daS Projekt wie folgt: Gelände» erwerb 31600 Mk., Erdarbeiten 32 600 Mk., Pflasterung und Lhausfirung 75800 Mk., Entwässerung 36OO Mk., Gebäude 132000 Mk., Einfriedigung und Barrieren zum An- oinden deS Viehs 27 500 Mk., Wasserleitung 5000 Mk., insgemein 15000 Mk.- in Summa 324000 Mk. — SS wurde hierauf das Ttadtbauamt mit Ausarbeitung eines neuen ProjecteS beauftragt, das zunächst einen Auftrieb von 1500 Stück Großvieh, wovon 300 Stück in gedeckten Hallen Unterzubringen wären, sowie einfachere Ausführung einzelner Baulichkeiten vorsieht. Der daraufhin vorgelegte Voranschlag belief fich auf 240,000 Mk., ausschließlich des bereits im Etgenthum der Stadt befindlichen, mit 4000 Mk. veranschlagten Geländes- im E-nzelnen find veranschlagt 28,600 Quadratmeter (wovon 1000 Quadratmeter int Besitze der Stadt) 26,600 Mk., Erdarbetteu (34 000 Lubikmeter Erd auffüllung) 27,800 Mk., Pflasterung und Chauffiren 59,000 Mk., Entwäfferung 3600 Mk., Gebäude 88,200 Mk., Einfriedigung und Standbarrieren 17,635 Mk., Wasserleitung 5000 Mk., Insgemein 12,784 Mk. Das Gelände müßte, um Hochwasser- frei gehalten werden zu können, 50 Erntimeter über den Hochwafierstaud des Jahres 1878 erhöht werden- der Zugang würde durch einen Weg von 10 Meter Kronenbreite über das H Ockel'sche Grundstück neben dem Schlachthause zu schaffen sein- an Grbäuben würden zu errichten fein zwei Krankenställe für 20 Stück Vieh, drei Hallen für 325 Stück Vieh, zwei Buden für die Polizeiwache und die Erhebung des Mark standgelbe«, ein Verwaltung«- und WtrthschaftSgebäude Abortanlagen, sowie eine einfache Einfriedigung. Die mit der Begutachtung dieses Projekts betraute Sp'klalcommiffion hat beantragt: 30,000 Mk. für die Wirthfchaft zu streichen und für 5000 Mk. einen einfachen Bau für die Verwaltung und e.ne (Santine zu errichten, die dritte Unterstandshalle wegfallen zu laffen und zwei Hallen miteinander zu verbinden, für entfernter anzulegende Krankrnställe noch Gelände zu erwerben. Die Comm ffion empfahl im Uedrigen das danach auf 211,000 Mk. veranschlagte Projekt zur Ausführung.
Mit Beginn der DiSeuffton erklärte Herr Beigeordneter j Wolff, daß er in der Commission gegen daS Projekt ge- I stimmt habe, dir Befürwortung desselben sonach Herrn S'adt« verordneten Grünewald überladen werde.
Herr Grünewald empfahl hierauf den von der Com- m ffion gegen die Stimme des Herrn Beigeordneten Wolff angenommenen Antrag zur Beschlußfaffuug. Nach seiner An- sicht spreche da« Pcoject für fich selbst, ebenso sei die Zweck- «äßigkeitsfrage gelöst, so daß fich die Versammlung nur noch mit der Frage der Ausführung zu befaffen habe. Er glaube nicht, daß die Stadt einen hohen Zuschuß, wie ihn Herr Bei- geordneter Wolff prophezeit, zu leisten haben werde. ES solle hat. Für bie ernste Kunst ist das kein vortheil. Alle guten dramatischen Wirkungen eioeS Stückes können vollständig zur Geltung kommen und würden manchmal größer fein, auch wenn da» Stück von Anfang bis zu Ende vor demselben dunklen Htntergrunde abgespielt werden müßte. Denn der Zuschauer ist sich doch immer bewußt, daß er nicht der Wirk- lichkeit gegenüberfitzt, und er soll diese stille Empfindung auch I gar nicht verlieren. Nun ist selbstverständlich, daß wir nicht I zu dem einfachen Brettergerüst alter Zeit zurückkehren können, und daß auch in Deeorationen, Tracht und Beiwerk auf einen I gewissen mittleren Durchschnitt der geschichtlichen Bildung unter den Zuschauern Rückficht genommen werden muß. Diese Beachtung unserer geschichtlichen Kenntnisse darf fich aber auf der Bühne nie in den Vordergrund drängen. Und der Dichter, welcher es ehrlich mit seiner Kunst meint, wird fich sorgfältig hüten, solche dekorative Wirkungen in feine Arbeit aufzunehmen. Er tft durch den Zwischenvorhang ohnedies in die Lage gebracht, jeden Scenenwechsel innerhalb des Actes vermeiden zu müssen. Das ist für ihn, zumal bei historischen Stoffen, eine Aufgabe, die oft unüberwindlich scheint. Ader saft immer vermag kluge Erfindung darüber hinwegzudelsen.
Das Lustspiel .Die Journalisten* erschien 1853 im Buchhandel, zuerst allein, bann zusammen mit ben früheren Stücken.
। im Kleinen angefangen, aber auch eine Erweiterung der An» läge in Rechnung gezogen werben- er erläuterte bie unter Berücksichtigung der von ben Herren Prof. Dr. Winckler nnb Eisenbahnboumetster Horstmann gegebenen Fingerzeige Pjirten Gesichtspunkte, unter benen die Abstriche von dem ersten Koftenvoranschlag erfolgte- eine Rentabilitätsberechnung sei hier, wie bei allen fich erst entwickelnden Dingen, schwierig, eS komme hierbei wesentlich mit in Frage, wie hoch bie I Landwirthe nnb Händler den Nutzen veranschlagen, der ihnen auS geordneten Verhältnissen auf dem Viehmarkt erwächst, daS Standgeld vertrage eine dem entsprechende Erhöhung, auch würde der Auftrieb fich erhöhen, nachdem Schritte zum Unterbinden des unzuläsfigen Borhandels (in Wieseck) gethau worden. Der Zuschuß der Stadt werde fich, eine 3%ige Verzinsung de» Anlagekapitals angenommen, auf etwa 2500 Mk. belaufen - ein solcher Zuschuß im Interesse des BerkehrSlebens unserer Stadt geleistet, sei wohl zu recht, fertigen.
Herr Beigeordneter Wolff bemerkte, daß mit einer Öprocentigen Verzinsung deS Anlagekapitals bezw. 14,000 Mk. Kosten jährlich gerechnet werden müsse, sodaß der Zuschuß 7 bis 8000 Mk., vorausgesetzt, daß die von Herrn Grünewald erhoffte Steigung des Austriebs erfolge, betragen würde.
Herr Oberbürgermeister G naut h wendet fich gegen bie Auffassung bes Herrn Grünewald, daß die ZweckmäßigkeitS- frage nicht mehr vorhanden sei- für die Gegner deS neuen Projektes stehe diese Zweckmäßigkeit gerade noch so in Frage wie früher, daS Projekt entbehre deS wichtigen Anschlusses an die Normalbahn- daS Verdienst und die Verantwortung für das neue Projekt müsse er der damaligen Mehrheit, (15. Januar) überlassen.
Herr Schm all glaubt, daß Herr Beigeordneter Wolff den städtischen Zuschuß überschätzt habe, er sei der Heber* zeugung, daß die damalige Mehrheit daS Richtige int Interesse der Gießener Geschäftsleute getroffen- neue GefichtS- punkte, welche für eine Verlegung des BiehmarkteS nach dem Bahnhof sprechen, seien nicht vorgebracht worden, auch sei der neuere Plan nicht kostspieliger, er entspreche den Bedürfnissen so gut wie der andere, die Interessen der gesammten Stadt seien ausschlaggebend und die Befürworter deS neuen Projekts feien darin einig, daß mit demselben den Interessen der Stadt besser gedient werde. Wenn städtischer Zuschuß erforderlich werde, würden sicherlich die Steuerzahler gern dafür eintreten, weil sie sich des Bortheiles de- neuen Projekt» bewußt.
Herr Beigeordnete<G e o r g i gesteht, über die hoben Kosten von 240,000 Mk., die da» neue Projekt fordere, erschrocken zu fein. SS fei aber ein Platz in dem geplanten Umfange gar nicht vöthig, wenn man berücksichtige, daß der bisherige räumlich genügt habe. Herr Georgi zeigte unter Vorführung der erhobenen Marktstaudgelder, die im Jahre 1893 2065 Mk., 1894 2485 Mk., 1895 1900 Mk. 1896 aber, infolge deS wegen der Maul- und Klauenseuche zu verzeichnenden Ausfalls einer Anzahl Märkte nur 900 Mk. betrugen, daß man suchen müsse, mit geringeren Mitteln au«- zukommen, au» welchem Grunde er Zurückverweisung an die Eomission empfehle.
Herr Beigeordneter Wolff erklärt die Zurückverweisung an die Lommisfion für zwecklos, denn billiger lasse fich das Projekt nicht ausführen, wenn praktischen Anforderungen genügt werden solle.
Herr Wallenfels bemerkt, daß man auf Verbesserung der Marktverhältniffe hinarbeiten müsse, selbst wenn die Kosten hohe seien, die alten Märkte seien ein Zusammendräugen von Menschen und Vieh gewesen, eS müsse dafür gesorgt werden, daß daS Vieh ordentlich anfgestellt werden könne. Der Rentabilitätsfrage stellt er daS BolkSbad gegenüber, deSgl. da« Schüler' che Bcfitzthum, die auch nicht rentirten.
Herr Grünewald weist auf die Rechtskräftigkeit de» am 15. Januar gefaßten Beschlusses hin und bezeichnet eS nur al« konstitutionell, wenn auch die Gegner de» Projektes am Zustandekommen desselben Mitarbeiten, deshalb begreife er die Stellung de- Herrn Oberbürgermeisters nicht- er empfiehlt eine von dem früheren Projekt unbeeinflußte Stellung zu dem neuen einzunehmen. WaS den Bahnanschluß betreffe, so werde derselbe nur verzögert, nicht aufgehoben. Das Projekt au den Bahnhöfen komme jedenfalls thenerer zu stehen- von einer Zurückweisung au die Lommisfion verspreche auch er fich keinen Erfolg.
Herr Beigeordneter Wolff erklärt, daß die Verhandlungen der Commission auf ihn den Eindruck gemacht, al» solle auf Bahnanschluß verzichtet werden- ein billigerer Bahn» anschluß sei jedenfalls nicht möglich.
Herr Schwall empfiehlt das Projekt nochmal» eindringlich.
Herr Oberbürgermeister Gnauth vertheidigt fich gegen den Vorwurf der Obstruktion, die» würde eine böswillige Verhinderung der Geschäfte bedeuten und da« könne man ihm nicht nachsagen. Da« Recht der Minderheit, das zu vertreten, wa« ihr sympathisch, könne Niemand anfechten. WaS die Rentabilität betreffe, so erachte er eine 6procentige Verzinsung für recht bescheiden- daS Projekt selbst gefalle ihm, eS fei aber an dieser Stelle keine 200,000 Mk. werth.
Herr Dr. Ploch erklärt eS auch für seine Pflicht, gegen da« Proj.ct zu stimmen, weil er dasselbe für den bezeichneten Platz für ungenügend halte; er habe die Ueberzeugnng, daß der Platz hinter dem Schlachthaus nicht zur Hebung der Biehmärkte beitragen werde.
Herr Grünewald bezeichnet die Aeußerung des Herrn Oberbürgermeister«, daß ihm daS Projekt gefalle, für werth» voll- die Versammlung fei durch Beschluß gebunden, an der bezeichneten Stelle zu bauen und da sei eS Pflicht der Versammlung, möglichst gut die Frage zu erledigen, dahin mit» zuwirken, fei Jeder verpflichtet.
Herr Scheel erklärt, ebenfalls gegen das Projekt stimmen zu wollen, weil ihm die Anlage auf diesem Platz zu theuer fei und die Anlage des Bahnanschluffe« entbehre.
Herr Dr. Gaffkh ist der Meinung, daß die Majorität
vom 15. Januar nicht mehr bestehe, weil da» Projekt keine» Bahnanschluß enthalte. Man sei noch nicht an den damaligen Beschluß gebunden und solle deshalb die Sache nochmals eingehend prüfen- er betrachte fich in feiner Eigenschaft als Stadtverordneter nicht als Vertreter der Altstadt, sondern er fei zur Wahrung der Jntereffen der ganzen Stadt gewählt worden. Seine Urberzeugung fei, daß mit Verlegung bei BiehmarkteS nach den Bahnhöfen die Stadt nicht geschädigt werde- wenn der Viehmarkt einmal hinter das Schlachthaus verlegt worden, werde man bald weitere Mittel beanspruchen. Er verstehe nicht, weshalb man nun auf einmal mit de« Forderungen heruntergehe- er hoffe auf Ablehnung des Projekts und Durchführung des früheren.
Herr Beigeordneter Georgi erläutert nochmal- feinen Standpunkt gegenüber dem neuen Projekt, er habe fich den viehmarkt ohne viel Gebäude und umfangreichen Geländeerwerb gedacht, er denke, daß man mit Anpassung an die Verhältnisse auf 100000 Mk. herabgehen könne, deshalb trete er für Zurückverweisung au die Lommisfion ein.
Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, wenn man die Frage nach der Meinung der Sachverständigen in der Lommisfion lösen wolle, so sei dies das Richtige, bte Lommisfion wolle keinen Markt, der allen Anforderungen genüge und den Händlern ermögliche, ihr Vieh schon einige Tage vorher in die Stallungen zu bringen und untersuchen zu laffen.
Herr Sch mall erklärt auf die Aeußerung deS Herrn Dr. Gaffkh, ebenfalls zur Wahrung deS Interesse« der ganzen Stadt verpflichtet zu sein, er trete für Erhaltung der Steuerkraft der erwerbsthätigen Bürgerschaft ein, denn diele wurzle nicht nur in den Rentnern, dem Militär und der Unioerfität.
Herr Helfrich erklärt mit Rücksicht auf die kurze Snt- fernung zwischen Viehmarkt und Bahnhof einen Bahnanschluß nicht für unbedingt nothwendig, eS fei sogar besser, wenn da« Vieh möglichst lange im Freien bleibe, al« daß e« stunden» lang in den Eisenbahnwagen zusammengepfercht stehe, ehe die Abfahrt erfolge. Die Verwendung deS Raumes zwischen l-n viehständen, bezüglich dessen eS Wunder erregt, daß man ouf einmal von 25 Meter auf 14 Meter herunter gehe, bemeß e er, der ursprünglich ins Auge gefaßte Zwischenraum sei angenommen worden, weil man geglaubt, der Handel entwickele sich zwischen den Ständen, eS sei aber so großer Raum nicht mehr vöthig, nachdem entschieden worden, daß der Handel auf einem besonderen Platze erfolgen solle.
Herr Heichelheim spricht fich gegen daS Projekt au«, da auS demselben der wichtigste Punkt, der Bahnanschluß, entfernt sei.
Herr Heyligeustädt erklärt, ebenfalls über die Höhe der Kosten erschrocken zu sein- ein Viehmarkt ohne Bahnanschluß fei ein Unding, denn nur durch einen solchen könne der Handel fich allseitig befriedigend gestalten, er werde gegen daS Projekt stimmen.
Herr Brück wünscht Auskunft über die Größenverhält- niffe der Plätze am Bahnhof und hinter dem Schlachthaus, und die Kosten, wenn die Anlage am Bahnhofe erfolge.
Herr Oberbürgermeister Gnauth thetlt mit, daß »in Voranschlag über die Kosten nicht vorliege, glaubt indeß, daß das Projekt thenrer zu stehen komme, al« daS ^hinter dem Schlachthaus- eS seien aber rentable Anlagen borge» sehen, während da« neue Projekt alles rentable auSscheide. Die Größenverhältniffe seien annähernd die gleichen.
Herr Wallenfels ist auch der Meinung, daß das Projekt am Bahnhof erheblich theurer werden würde. Die Lommisfion habe ihr Möglichstes, Ersparnisse zu erzielen, ge- than, billiger lasse fich die Sache nicht Herstellen- den Bahnanschluß halte er nicht für nöthig.
Herr Beigeordneter Wolfs schätzt den Lonsum der Handelsleute nicht hoch genug, um ein Belassen deS Viehmarktes in der Stadt daraus rechtfertigen zu können.
Herr Hornberger erklärt, daß man im Interesse Einzelner ein so große-, allen Anforderungen und Jntereffen entsprechende« Projekt, wie dasjenige eine« viehhofe« an den Bahnhöfen, nicht aufgeben solle, er sei daher gegen da« neue Projekt.
Herr Scheel hegt nicht die Befürchtung, daß mit Verlegung de« BiehmarkteS nach dem Bahnhofe den Gießener Geschäftsleuten der Verdienst entgehe, er fei überzeugt, daß jeder Bauer, der den viehmarkt besucht, auch Geld tn Gießen lasse.
Herr Haubach bezeichnet die Frage, ob der viehmarkt an dem Bahnhofe oder hinter dem Schlachthaufe errichtrt werden solle, für geklärt- man werde in der ganzen Stadt eine Majorität finden, die fich gegen die Verlegung nach de« Bahnhofe außfpreche. Er gestehe auch, daß das neue Projekt ihm theuer vorgekommen sei- man hätte sparen können durch Verzicht auf Gebäude und sonstige Einrichtungen, aber e« iolle doch im vergleich zum Gegenwärtigen etwa» Besseres geschaffen werden. Für die Minorität liege kein Grund vor, von ihrer Mithülfe an dem Zustandekommen des Projektes abzustehen- der Zuschuß der Stadt schrecke ihn nicht, denn man gebe für andere unrentable Zwecke auch Zuschuß. Der Platz hinter dem Schlachthause sei ohne Bahnanschluß besser als derjenige an den Bahnhösen mit Bahnanschluß, aber rentiren werde fich die Sache jedenfalls auch nicht. Wenn da» Interesse der Stadt nicht gewahrt werden solle, bann möge man lieber auf den Markt verzichten.
Herr Beigeordneter Wolff weist ben Borwurf, in der Commission nicht mitgearbeitet zu haben, mit Hiuwet» auf seine Thätigkeit als Vorsitzender derselben und sein Eingehen auf Einzelheiten des Projekts entschieden zurück.
Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärt, er habe an- »efichiS der princlptellen Gegensätze von weittragender Be- beutung nicht Mitarbeiten können, wo es fich einerseits um vollstänbige, allen Anforderungen entsprechende Einrichtungen, Stallungen, Bahnanschluß usw, andererseits um eine pdmttiDe Anlage handle. Das Interesse der Stadt gebiete es, baß der Bürgermeister mit Lust uab Liebe arbeite nnb nicht be-


