Meldungen entgegen. Später empfing der Kaiser den italieni- schen Burschaster Grafen Lanza in Audienz. Derselbe wurde auch zur kaiserlichen Frühstackstafel zugezogeo.
Berlin. 2. November. Der „Borwärt»" bestätigt, daß der Reichstagsabgeordnete Bogtherr ein Mandat nicht wieder übernehmen wird.
Pole, 2. November. Die „Köln. VolkSztg." erfährt au« Loudon, der höchstcommandireude britische Armeegeneral Wolfeleh bereite eine umfaffeude Denkschrift vor, in welcher er die vollständige Umgestaltung de» britischen Heerwesen» dem gegenwärtigen Eabinet driogendst empfehlen will. Wolseley fordert die allgemeine Dienstpflicht nnb macht keinen Hehl daraus, daß die gegenwärtige Heer- verfaffuog de» britischen Weltreiche» ein veraltete» System sei. Weiter erklärt Wolseley, die Legende, E-igland besitze durch Gibraltar den Schlüffel zum Mittelländischen Meer, müsse zerstört werden. Die Besetzung der Sudabay auf Sheto sei für England» Stellung im Mittelmeer durchaus wichtlger als jede Verstärkung von Gibraltar.
Wie», 2. November. Die „Neue Freie Presse" meldet au» Graz, daß e» in der Nacht zum Sonntag daselbst zu blutigen Zusammenstößen zwischen deutschen und slawischen Stuüenten kam. Die deutschen Studenten wurden von den slawischen ohne Ursache überfallen. Es gab sech» verwundete. Die Polizei nahm eine Anzahl Verhaftungen vor.
Madrid, 2. November. Diejenigen Personen, die als vermeintliche Anarchisten im Gefängntß zu Montznich in Haft gehalten wurden, find gestern freigelassen worden.
Loudoe, 2. November. Aus Carraca» wird gemeldet, daß daselbst ein Eomplot entdeckt wurde, da» den AuSbruch einer Revolution in Venezuela bezweckt. 500 Verhaftungen wurden vorgenommen.
Kaura, 2. November. Eine Versammlung von kreteufi- schen Abgeordneten hat einen Ausschuß von 10 Mitgliedern gewählt, der dem Admiral die Adresse der von den Abgeordneten angenommenen Wünsche übermitteln soll.
Havauua, 2. November. General Weyler begab fich gestern früh zum General Blanco an Bord de» Dampfer» Älfou» XIII., auf welchem Blanco hier angekommen ist und übergab demselben den Oberbefehl.
Berlin, 3. November. Wie die „Deutsche Tageszeitung" au» bester Quelle erfährt, wird der Reichstag bereit» im letzten Drittel des November einberufen werden.
Berlin, 3. November. Der „Boss. Ztg." wird au» Wien telegraphirr: Ueber die Audienz des Grafen Badeni beim Kaiser wird erzählt, Badens werde freie Hand gelassen werden, die Ordnung ganz nach seinem Ermessen herzustellen- gelinge eS, daS AuSgletchSprovtsorium rechtzeitig zu erledigen, dann soll daS Parlament so lange tagen, als es fich arbeitsfähig erweist. Wird daS Zustandekommen deS AuSgleichSprovtsoriumS verhindert, so werde die Regierung -ur Sisttrung de» parlamentarischen Zustande» schreiten. Die Regierung sei auch "entschlossen, in den deutsch-böhmischen Greozbezirken den Ausnahmezustand zu verhängen, wozu bereit» alle Vorbereitungen getroffen worden seien. Da» Budgetprovisorium würde durch kaiserliche Nothoerordnung für sechs Monate festgeftellt werden.
WB. New-Hork, 3. December. Der Candidat der Tammanhhallpartei, Bandyck, wurde in Groh-New Uork mit über 70000 Stimmen Mehrheit zum Mohor gewählt.
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Gießer, de« 3. November.
* • Kirchliche Dieustuachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, der durch die Decanats'yaode des DecanatS WormS für den Rest der im Jahre 1898 adlaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl deS rvangel schen Pfarrers Friedrich Schwörer zu Osthofen zum Dccau und deS evaugeltschen Pfarrer» Peter Schneider zu Hochheim zum Stellvertreter des Decan» des DecanatS Worms die Bestätigung zu erthellrn, sowie dem Pfarrer Karl Haacke zu Wenings die evangelische Pfarrstelle zu Steinbach, Drcanat Gießen, zu Übertragen.
** Personal-Notizen. Seine Königliche Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allergnädtgst geruht: 1) den Oberlandes. gerichtSrath Ernst Rohde auf fein Nachsuchen von der Stelle eines richterlichen Mitgliedes bet dem LandeSverfiche- rungsamre zu entbinden, 2) den OderlandeSgerichtSrath Hugo F o r ch zum richterlichen Mitgliede bei dem LandeSversicherungS- amie für die Dauer des von ihm zur Zett bekleideten Hauptamt», und den vortragenden Rath der Abtheilung de» Ministeriums der Finanzen für Forst- und Eameralverwaltung Geheime Oberforstrath Ludwig Frey auf Lebenszeit zum ständigen Mitglied de» LandeßverficheruugSamieS im Nebenamte zu ernennen. — Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädtgst geruht, den Professor t. P. Geheime Baurath Eduard Sonne von der Wahrnehmung der Geschäfte eine» Vorsitzenden der Eentralstelle für die Gewerbe und de» LandeSgewerbeveretnö auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. November d. I., zu entbinden und den BrandversicherungSinspector August Noack zu Darmstadt zum Vorsitzenden der Centralstelle für die Gewerbe und deS LandeSgewerbeveretn» unter Verleihung des CharacterS als „RegiermigSrath", mit Wirkung vom 1. November d. I. an zu ernennen. '
• • Dienstliche Beoenauog der Leiter der höhere« Burger- fchuleu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 27. Oktober zu genehmigen gerubt, daß den definitiv angestellten, akademisch gebildeten Leitern der im Großherzogthum bestehenden höheren Bürgerschulen die dienstliche Benennung „Rector" betgelegt werde.
* * LandeSbaugewerkschnle. Der 2 2. JahreScursu» der LavdrSbaugewerkschule zu Darmstadt wurde am Montag eröffnet. Die Schule wird von 177 Schülern besuche, von
welchen 117 aus der Provinz Starkenburg, 23 aus Ober- Hessen, 21 au» Rheinhessen, 12 au» Preußen und je 2 au» Bayern und Sachsen kommen.
• • Der Berein der seminaristisch gebildeten Lehrer an den höheren Scholen bei Großherzogthum» hat an die zweite Kammer der Stände da» Gesuch gerichtet: hohe Kammer wolle bei Berathung des Voranschlag» für 1897/1900, beziehungsweise de» BeamtengesetzrS, beschließen, daß die an den höheren Lehranstalten definitiv augeftellrea seminaristisch gebildeten Lehrer in ihren Gehalten, gleich den Seminar» und sog. technischen Lehrern, innerhalb 28 definitiver Dienst- jahre, von 1850 Mk. beginnend, io vierjährigen Fristen, bei jeweils 250 Mk. Zulage, zu dem Max malgehalt von 3600 Mk. aufstetgen, und daß dieselben hinsichtlich der Relictengelder dieselben Vortheile genießen sollen, wie die übrigen Staatsbeamten.
• • Die Gesellschaft für Erd- anb Völkerkunde hat nun» mehr mit einem größeren Vortrage und einer kleinen MontagSfitzung ihr zweites Jahr begonnen. In dem am 18. v. MlS. gehaltenen Bortrage sprach Herr Dr. Julius Ritier von Payer über die Erfahrungen, die er auf feinen Nordpolexpeditionen gesammelt hat. In fesselnder Rede schilderte der berühmte Forscher die Vorbereitungen zu einer Polarfahrt, die Ausrüstung des Sch'ffeS, der Menschen, die vothwendigen persönlichen Eigenschaften der Thetlnehmer. Sodann wurden wir bekannt gemacht mit dem Aussehen der Polarwelt, da» der Vortragende al» der landläufigen Ansicht durchaus entgegengesetzt uns vorsührte. Wir hörten von der Geologie und der Vegetation, die nicht ein einförmige» Bild, sondern obwechslungreiche Scenerien schaffen- Land, EiS, Berge, Luftspiegelungen verbinden sich, den Beschauer zu bezaubern. DaS Leben in diesen Gegenden, die Art deS Forschens, Schlittenreisen, Wohnung, Kleidung und Speise, der Kampf mit dem EiSbär, die Jagd auf daS Wallroß wurden anschaulich geschildert. Die grimmige Kälte, die den Athem rauschend al» Schnee niederfallen läßt, be- b;rgt eine ganz besondere Behandlung der Waffen und der wissenschaftlichen Instrumente. Zum Schlüsse wurden die Ziele der von dem Herrn Redner geplanten neuen Polar» expeditiou einer Würdigung unterzogen und hervorgehoben, daß wohl Aussichten auf einen glücklichen Erfolg bestünden, den wir dem kühnen Forscher von ganzem Herzen wünschen. — Jo der Sitzung vom 1. November besprach Herr Professor Sievers die seit dem Frühjahr bekannt gewordenen geographischen Vorgänge, insbesondere den Togo-Vertrag und Andrees Versuch zur Erreichung des Nordpol», und legte die wichtigsten neuen Erscheinungen des geographischen Büchermärkte» vor.
* • Theater-Bereit». Anna Führing aus Berlin, der Gast de» Theater-Verein» am Mittwoch den 10. November, zählt unstreitig zu den bedeutendsten Heroinen der Gegenwart. Eine geborene Hamburgerin, kam sie im jugendlichen Alter nach Berlin, um dort von keinem Geringeren als dem damaligen Director der köntgl. Hofoper, Ferd. Strantz, zur Bühne ausgebildet und vorbereitet zu werden. Körperlich und geistig von der Natur nach jeder Richtung bin begünstigt, stieg die Künstlerin im raschen Fluge zu der Höhe, die sie heute fast ohne Rivalin einnimmt. In den glücklichsten Verhältnissen lebend, als Gattin ihre» früheren Lehrers und Meisters, hat sie nicht die Fesseln eines festen Engagements zu tragen, sondern kann fich ohne Zwang ganz ihrer schönen Kunst htngeben, deren geniale Vertreterin sie ist. Den höchsten Triumpf feierte Anna Führing als Germania in dem Festspiel der Stadt Düsseldorf, veranstaltet von der Künstlerschaft zu Ehren der Anwesenheit Kaiser Wilhelm II. Auch bet der Centenarfeier im März bl. Jahre» in Berlin war eS wieder Anna Führing, die bei Enthüllung de» National» denkmal» mit ihrer Schönheit und ihrer Kunst die Germania verkörperte und darstellte. Wie fich die Künstlerin ihrer Aufgabe entledigte, darüber herrscht nur eine Stimme der Bewunderung.
•* * Lahvthal-Zither-Btmb. Die diesjährige Haupt» Versammlung de» Bundes findet am 7. und 8. November in Friedberg statt. Da» damit verbundene größere Zither» Concert ist Sonntag den 7. November, Abends 8 Uhr, im Saale des Hotel Trapp.
** Verhaftet. Gestern wurde der Taglöhner Ambrostu» Feuerstein wegen Verdachts des Meineides, der Maurer Georg Mühlhäuser wegen Anstiftung zu dem Verbrechen vor unserer Strafkammer in Haft genommen. Beide Verhaftete find Familienväter, aus Bad-Nauheim gebürtig. Feuerstein versuchte vergeblich, den Mühlhäuser, welcher wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung vom Schöffengericht Bad-Nauheim zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt war und htergegen Berufung vor der Strafkammer verfolgte, hier herauszuschwören. Mühlhäuser gab indirect in der gestrigen Verhandlung zu, den Genossen zu einem falschen Eide angestiftet resp. Bethülfe zur Begehung der That geleistet zu haben.
** Ueber bol Collegieuschwaazeu. Der neue Rector der Universität Berlin, Professor Schmoller, richtete bet den ersten von ihm vollzogenen Jmmatr culationen beherzigens- werthe Worte an die Studirendeu: „Durch den Handschlag" — so etwa sagte er — „werden Sie auf die Statuten der Universität verpflichiet- Sie bekräftigen, daß Sie ihre Gesetze beobachten und ihnen nachleben wollen. Ich möchte Sie zugleich als Rector bitten, Ihre Zeit al» Studirende richtig zu benutzen und die Freiheit, welche die Universität Ihnen gewährt, nicht zu mißbrauchen- sie könnte Ihnen sonst leicht verhängnihvoll werden. Sie werden an die Universität nur dann einst mit ungetrübter Freude zurückdeuken, wenn Sie Ihre Aufgabe darin erblicken, nicht Collegien zu schwänzen und zu faulenzen, sondern ernst und tüchtig zu arbeiten. Bei einem unthätigen Genußleben aber würden Sie intellecluell und moralisch einen Schaden leiden!"
*• Ueber den Personenverkehr ans der Linie Gießen» i Gelnhausen der Oberhesfischeu Bahn hat der Abgeordnete Westernacher eine Interpellation an die zweite Kammer I
gerichtet, welche lautet: Ist e» der Großherzoglichen Re' gierung bekannt, daß dermalen Zustände auf der Bahnlinie Gießen-Grlnhausen stattfinden, die einer jeden geregelten Bahnverbindung Hoha sprechen. Die Anschlußzüge werden in Gelnhausen nicht erreicht, weil die Züge der Lime Gießen» Gelnhausen mit halbstündigen Verspätungen dorten emtrrssru und der letzte Zug ab Gelnhausen wartet den oft mit Verspätung von Fianksurt eintrrffeoden Anschlußzug nicht ab, und Dutzende von Personen find oft gezwungen, in der Nacht Fuhrwerk in Gelnhausen aufzusucheu, um nach einigen Stunden Fahrt die Heimath zu erreichen. Frage daher bet Groß- herzoglicher Regierung an: 1. Ist dieselbe nicht im Stande, die berechtigten Forderungen der Bewohner an dir Ober- hessischen Bahn zu vertreten. 2. Gedenkt dieselbe Maßregeln gegen Wiederholung künftiger Mißstände zu ergreifen.
Wetterbericht. Die centralen Theile Europa» beherrscht noch ein barometrische» Maximum, dessen Kern heute über dem Oder- und Elbegebiet lagert, von Westen her scheint jedoch nunmehr eine umfangreiche Depression gegen den Continent vorzudringen, demselben ist über de« westlichen Theile de» Mittelmeeres bereits ein Theilgebilde vorgelagert Die Witterungsoerhältnisse auf unserem Gebiet haben zunächst noch wenig Aenderung erfahren, nur an den Hochstanonen ist frische Luftbewegung au» östlicher Richtung und tue Abnahme der Temperatur eingetreten. — Voraussichtliche Witterung: Theil» heitere», theil» neblicheS, kühle» Wetter.
+ Ortenberg, 2. November. Vom schönsten Herbst- wetter begünstigt verliefen die ersten Tage unsere» berühmten „Kalten Markte»", dessen Besuch besonder» heute sit. recht großer war. Schon in früher Morgenstunde entttlrfeltv sich in und vor dem Städtchen ein äußerst rege» Leben uat Treiben, waS fich am Nachmittage noch durch den Besuch der vielseitigen Vergnügungen auf dem Juxplatze erhöhte. Der. Biehmarkt war ebenfalls gut befahren- gestern und heute wurden etwa 700 Pferde und Fohlen, sowie heute ca. 500 Stück Rindvieh und etwa 400 Schweine angetrieben. Der Handel bei guten Preisen, namentlich in Jungvieh, war sehr lebhaft in Milchkühen war das Angebot geringer. — Auf dem Krammarkte, welcher heute begonnen und übermorgen endigt hatten sich außerordentlich viele Verkäufer, besonder» der Bedarfsartikel für den Winter, eingefunden, welche eb-nso wie die hiesigen sonstigen Geschäftsleute mit ihren Einnahmen sehr zufrieden find.
Tambach, 2. November. Am Sonntag früh gtgtiT */,5 Uhr brach in der Hofratthe de» Herrn Joh. Boller dahier Feuer aus, da», trotz rasch herbeigeeilter Hilfe, durch die aufgespeicherten Heu- und Strohvorräthe so reichlich Nahrung fand, daß dem verheerenden Elemente zwei Scheunen und drei Ställe zum Opfer fielen.
4- tzihkiechea, 31. October. Der Zimmermann Johanne» MüllerIII. wurde heute früh in der Brachibach tobt auf* gefunden. Allem Ansche ne nach hat M., al» er gestern Abend nach Hau» gehen wollte, den über den Bach nach seiner Wohnung führenden Steg verfehlt und ist bei der Dunkelheit in das Wasser gerathen, in dem er seinen Tod fand. Da» Gericht war heute mit dem Kreisärzte hier, um die erforderlichen Untersuchungen vorzuuehmen.
* Wo nächtigen die Obdachlosen Berlins? Die Ob dach- losen-Asyle können sich schon jetzt über mangelnden Zuspruch nicht beklagen. Während ihnen in der wärmeren Jahreszeit „Mutter Grün" lebhaft- Covcurrenz macht, bleiben vom Herbst an diese Freistätten der Armuth vielen Hunderten wegen Platzmangel verschlossen. Einen noch traurigeren Anblick gewährt es mitten im Winter, wenn die halbzerl >mpten Gestalten mit Weib und Kind vor dem entsetzlichen „Besetzt" davoneilen, um anderwärts ein Unterkommen zu suchen und in der Regel — nicht zu finden. ES entsteht da die Frage, wo alle diese Unglücklichen bleiben. Der Unterschlupsorte gibt e» eine große Menge- der Polizei find fie meisten» bekannt, aber man läßt im Allgemeinen die Obdachlosen ihr Unglück nicht so drückend fühlen. Gelegentlich werden mit großem Polizeiaufgebot ausgedehnte Streifen veranstaltet, die dann gewöhnlich den Zweck haben, „gesuchte" Persönlichkeiten, die etwas auf dem Kerbholz haben, aufzuspüren. Reben den öffentlichen Asylen werden die „Pennen" bevorzugt, elende Lagerstätten, die ein verhältnißmäßig theuere» Geld kosten und unter ziemlich scharfer polizeilicher Eoutrole stehen. Dir öffentlichen Parkanlagen find selbst noch im Winter da» Ziel vieler Obdachlosen und nicht selten meldet dann der Poltzei» bericht, daß da oder dort ein unbekannter Erfrorener gefunden worden sei. Aus Spreekähnen legen die Heimlosen sich gleich zu Dutzenden nieder- man duldet sie stillschweigend, um nicht durch Brandstiftung oder sonst wie geschädigt zu werden. Beliebte Zufluchtsorte find ferner die Flußbadeanstalten, Eanal» öffnungen, Lagerplätze ohne Hunde, Wagenichuppen, die höchsten Treppenflare, Eisenbahnwagen und besonder» Droschken mit ihren weichen Polstern. So wurden dieser Tage aus einem Grundstück im Norden nicht weniger al» fünf nächtigende Personen hervorgeholt. Darunter befanden fich zwei ihren Eltern entlaufene Schuljungen.
• 700jahrigeS Jubiläum der Kohle. Die Entdeckung der Kohle ist durch einen Schmied au» Lüttich 1197 gemocht worden. Da Holz und andere Brennmaterialien z. Z. sehr theuer waren, tarn er auf die Idee, eine Art schwarzer Erde, die er gefunden, zum Hetzen za verwenden. Dieser Mann hieß Hullioz, und daher wird im Französischen Steinkohle auch Louille genannt. Nach authentischen Documenteu befanden fich in Belgien bereit» im J-hre 1228 Steinkohlenminen « vollen Betrieb. Norddeutschland machte sich sofort die Entdeckung -n Nutzen und begann schon kur- nach 1200 die Ausbeutung leiner Kohleulchätze, wenn auch viele der Lager, wie die schlefiicheu, sächsischen und die an der Ruhr erst in unserem Jahrhundert eine große Ausdehnung genommen haben.
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