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Dem Inserenten des FastnachtsspäßchenS in der vorgestrigen Nummer dieses Blattes, welches wohl den Zweck haben sollte, die Thätigkeit des Vorstandes des Detaillisten-BereinS in ein falsches Licht zu bringen, mochte ich doch als Mitglied deS besagten Vereins, im Falle der Vorstand bei dieser Sache zur Tagesordnung übers gehen sollte, Folgendes bemerken:
Von der Person selbst zu sprechen, halte ich für überflüssig. Der Mann charakterisirt sich schon durch seine hinterlistige Art, viel Schlechtes, ohne jede Begründung und ohne dies durch seinen Namm zu belegen, zu behaupten. , , .
Vor allen Dingen scheint sich der Betrestende wenig oder gar nicht um die Interessen deS Vereins bekümmert zu haben, sonst könnte ihm die Rührigkeit des Vorstandes unseres jungen Vereins nicht mtgangen sein. . t
Ich habe mit großem Interesse die Wirksamkeit des Detaillisten- Vereins verfolgt und gefunden, baß die angedeutete Gleichgiltigkeit wohl nicht beim Vorstand, sondern bet einzelnen Mitgliedern zu suchen ist, und zu denen scheint auch der fragwürdige Etnsmder zu gehören.
Außer den Anregungen zu Vortrags- und DiScusttons Abenden, welch' letztere mangels Bethetltgung vorläufig ststirt wurden, an welchen Abmden auch der Kritiker zu lahm war zu erscheinen, hat der Vorstand seine Aufmerksamkeit sonsttgm Handels- und VerkehrS- etnrtchtungm zugewandt. Wie «ch durch stets bereitwilligste Auskunft durch Vorstandsmitglieder in Erfahrung gebracht babe, sind eine ganze Anzahl von UebertretungSfällen gegen das Gesetz de« unlauteren Wettbewerbs tn regelmäßigen Sitzungen verhandelt und auch mtt Erfolgen zur Erledigung gebracht worden.
Wenn der Inserent auch an einem unlauteren Wettbewerbs- schmerz leidet und sich fürchtet, wohl feinen Namen dazu herzugeben, einen diesbezüglichen Antrag beim Vorstand zu stellen, so verdient er keine Hilfe. Oder ist derselbe ein so lahmer Geschäftsmann, der vom Vorstand erwartet, daß unliebsame reelle Concurrenzen, denen er nicht gewachsen ist, bekämpft werden?
Die Mitglieder des Datailltsten-Vereins können nur dankend anerkennen, daß sich 12 Herren gefunden haben, ein so undankbares Amt, die Interessen de« DetatllistenstandeS zu wahren, gegmseitige Auswüchse der allgemeinen Concurrenz auf gütliche Weise zu vermitteln und zu beseitigen, angenommen haben.
Wenn der Kritiker s. Z. in der Generalversammlung die Aus
führungen deS Herrn Dr. Gutfletsch gehört hätte, wie nothwendig bet der heutigen Gesetzgebung zum Schutze der Einzelnen eine derartige Vereinigung der Geschäftsleute nothwendig ist, da der Einzelne nicht annähernd im Stande sei, das Geringste zu leisten, was eine solche Corporation zu thun in der Lage ist, dann würde et nicht da« Ansehen deS Vereins zu schädigen, sondern durch eigene Mithülfe zu fördern suchen.
Sämmtliche Mitglieder sind wohl mit mir der Ansicht, daß es eine Undankbarkeit dem Vorstände gegenüber wäre, diese Angelegenheit mit Stillschweigen zu übergehen und hierdurch ein Vertrauensvotum auszustellen.
Dem Inserenten der fragwürdigen Annonce empfehle ich aber, sich nun aus einem Verein, in dem der Vorstand zu wenig leistet, ohne Weiteres auszumelden, ehe bet Vorstand seinen Namen “ ^Dieses und nicht mehr über diese Angelegenheit.
•in für viele Mitglieder de» Detaististe«.verei«s.
Wöchentliche Ueberficht der TovrsMe in Gietzeü.
22. Woche. Vom 23. Mat bis 29. Mai 1897.
Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (tncl. 1600 Mann Militär). St-tblichkeitSztsfet: 21,94, nach Abzug der Ortsfremden 15,36°/«.
Kinder
Altersschwäche
1
1
—
—
Angeborene Lebens-
schwäche
1 (1)
—
1 (1)
—
Magengeschwür
1 (1)
1 (1)
—
—
Leberentzündung
1
1
—
Durchfall
1
—
1
Abzehrung
1
—
1
Krämpfen
2
—
2
Herzfehler
1
—
—
Diphtherttis
1 (1)
—
1 (1)
Summ«:
10 (3)
3 (1)
6 (2)
1
Nnm. Die in Klammern gesetzt«Ziffern gebe« an, wi: viele der Todesfälle in her betreffenden Krankheit auf von «u9u)firtt nach Gießen gebrachte Kranke kommen
Uottesdinlst in der Synagoge
Samstag den 5. Juni 1897.
Vorabend 7»« Uhr, Morgens 880 Uhr, Nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang — Uhr.
Temperatur der Lahn und Luft nachReaumur gewesten am 3.Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag«: Wasser 18', Luft 25°.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
Verkehr, taub» unb Votk»«»trthfthaft
euftra, 3. Juni. Marktbericht. Aus dem> heutigen Wochcnmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 0^5, Hühnereier
vr. St. 0 4. 2 St. 10-11 A. Enterbet 2 St. u-12 4®®# eter vt. St. 00-11A. Käse pr. St. 5-8 X Käsematte pr. 6t. 3 4 Erbsen vr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 27 4, Taubm pr. Pam X 0,70 bis 0,90, Hühner pr. Stück 1,10 bi« 1,30, Hahnen pr. ©tfltf X 1,20—1,50, Enten pr. Stück ^1-60—1,80, Gänse pr. Pfiu^ X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Psd. 66-74 4, Kuh- und Rindflets» pr. Psd. 60-66 4. Schweinefleisch pr. Jgfb. ■56 biß 66 4, fletsch, gesalzm, pr. Pfd. 70 4, Kalbfleisch prDf^ 54-60 4, Hammrlflcisch pr. Pfd. 50-66 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 50 bW 5,00 X. Weißkraut pr. Stück 0-00 4. Säbeln pr. 6entnrr X 8.00—9 00. Milch pr. Liter 16 4, Kirschen pr. Pfd. 50 4, Spargel pr. Pfd. 50 u. 40 Pfg.
etÄfrttte, 2. Juni. stecuchtmarkt. Rother Weizen X 13,80, weißer Weizen X 00 00, Rom X 9 45, Gerste X 0.00, Hafer X 6 30.
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Bekanntmachung,
betreffend: Die Vertilgung der Raupennester.
Die Garten- und Feldbesitzer der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, bis zum 15. Juni l. Js. ihre Bäume. Sträucher und Hecken von den Raupennesiern zu reinigen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die im § 368 des Reichsstrafgesetzbuches bestimmte Geld- oder Haftstrafe. Außerdem wird die Vertilgung der vorhandenen Raupennester auf Kosten des Säumigen angeordnet werden.
Gießen, den 31. Mai 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
5399 Gnauth.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß die von der Stadtoerordneten-Verfammlung vollzogene Wahl des Hauptlehrers an der erweiterten Handwerkerschule, Traber, zum städtischen Branddirektor die Bestätigung Großh. Kreisamtes erhalten, und der Genannte mit dem heutigen Tag seine Functionen angetreten hat.
Gießen, den 1. Juni 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 5446
Mittwoch nach Pfingsten, am 9. Juni, Nachmittags 2 Uhr, feiert das Rettungshaus zu Kloster Arnsburg sein
50;ähriges Jubiläum.
Festpcediger: Propst Palmer aus Neu-Erkerode bei Braunschweig, und Pastor Jsermeyer aus Hildesheim.
Alle Freunde der Anstalt sind herzlich eingeladen.
Lich, den 1. Juni 1897. 5421
Für den Vorstand:
Weder, Sttftspfarrer zu Lich.
ßerw . CKÄlt Na**** DieHauptquellen:»eorg'Bictor
SctOD 2x511 vtln$ C1U 0«<0e und Hrle«e«'Qaelle
nnb s^t lange bekannt durch un.
übertroffene Wirkung bet Vieren-, »lasen- und Tttinlride«, «age«. und Darmeatarrhe«, sowie Störungen der Blutmischung, als Bl«tar»uth, Bleichsucht «. s. w. Versandt 1896 883,000 Flaschen- AuS keiner der Quellen werden Salze gewonnen; das im Handel vorkommende angebliche Wild««ger Salz ist ein künstliches, ,«« Thett ««lösliches Fabrikat. Schriften gratis. Anfragen über das Bad und Wohnungen im vadelogirhaus und »«ropLische« Hof erledigt: Die Inspeetio« der Wildu«ger Mineralquellen Aetie«-Gesellschaft. 3960
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4986
Ausstattungs-Geschäft und Wäsche-Fabrik.
♦ Schwimm-Anzüge ♦ für Damen und Kinder sind in neuer, grosser Auswahl ein getroffen.
Bekanntmachung.
Vom 8. Juni d I. ab wird der Frei- ladeoetkehr auf dem Bahnbofe Gießen von der Ostsette (betn früheren Köln- Mindener Bahnhofe) auf die Westseite verlegt. Dte Zufahrt zu den Freilade, gleisen erfolgt von genanntem Tage ab provisorisch über die Weg.Überführung und die Einfahrt gegenüber der Rüstng'- schen Wirthfchast Der Verkehr zu den Freiladegleifen der früheren Main Weser- Bahn bleibt vorerst bestehen.
Gießen, den 1 Juni 1897. 5420
G roßherzogl. Hess. Eiscnb.-Betr.-Jnsp. 1.
[Versteigerungen?
Heu- u. Grummetgras«
Versteigerung.
Donnerstag den IO. d. Mts., reginnend 9 Uhr Vorm. im Kloster Arnsburg, wird die diesjährige Ernte von der Gottesackerthal',kleinen Peter- ee- und Deckelborn-Wiese, sowie das Gras von Kalkofen», Seeberg-, Wach- holderkopf- und Lauterbachswäldchcn- Schneife versteigert.
ArnSburg, den 1. Juni 1897. Gräfliche Oberförsterei.
Hkilgrasliersteigerung.
DaS diesjährige Heugras von den Do- manialwiesen, sowie von verschiedenen Waldwegen wird Montag de« 14. Juni versteigert und zwar:
1) Vormittags /,S Uhr im Schloß- bof zu Grünberg von 16,71 ha Wiesen der Gemarkung Grünberg unb von einigen Walbwegen ber Forstwartei Weickartshain,
2) Vormittags Viil Uhr bei Herrn Gastwirth Heinr. Schepp V. tn Saasen von sämmtltchen in eigner Verwaltung befinblichen Domanialwiesen in den Gemarkungen Göbelnrod, Harbach, Linden- struth, Qurckborn, ReinharbShain unb Saasen, sowie von mehreren Walbwegen ber Forstwarteien Harbach, Reinharos- hain unb Saasen.
Die betreffenden Wiesenwärter unb Forstwarte finb beauftragt, auf Verlangen bie Grasloose vorher oorjujeigm.
Grünberg, ben 1- Juni 1897. Großherzogliche Oberförsterei Grünberg.
Schober. 5430
Empfehlungen.
Statt. MMHans.
Freibank. 5245
Heute uud morgen:
8chwemefleisch nicht ladenrein, per Psd. 30 Pfg.
Rindfleisch, nicht ladenrein, per Pfo. 30 Pfg.
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ferner:
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Campher, Mottentabletten, Mottenpapier, Mottentinc-
tur, Naphtalin, Jusecteu- pulver, Ameiseupulver, Schwabenpulver,
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