1S97
Sonntag den 3. Oktober
Amts- und AnzerAedlntt für den Aivers Gieszen
Hratisßeitage: Gießener Aamitienbkätter.
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Unnahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für bex folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Ubr.
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Im Uebrigen lasse man den Lorbeerbaum so lange rm Freien, als es irgend angeht, und bringe ihn ebenso so bald als möglich wieder aus seiner Gefängnißhaft an die Lust. Selbst wenn man befürchten muß, daß es noch einige Grad frieren wird, gönne man ihm doch die Erlösung. Einige bereit gehaltene Tücher oder Matten werden Abends über ihn geworfen oder man trägt ihn in die geschloffene Gartenlaube. Für das Aufsetzen der Hyazinthen auf Gläsern wird es nunmehr die höchste Zeit. Man gebe dem Wasser etwas Salicyl oder Holzkohle bei, um es vor Fäulniß zu schützen.
Will man für den Vorgarten im Frühjahr ein Parade- beet haben, so lege man jetzt oder im November, je nachdem Platz frei wird, die wenig bekannte, aber großartige Tulpmkönigin, Tulipa Greygi, eine vornehme Erscheinung in leuchtendstem Feurigscharlach prangend.
Xlle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandr- nehom» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeh«. ..... —------------------- ' 1
vierteljähriger Avonnemeutspreis» 2 Mark 20 Pfg. «tt vringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Rcdaction, Txpedttioa und Druckerei:
-chutaraße Ar.?. Fernsprecher 51r.
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Bekanntmachung,
die Kaiser-Mannöver betreffend.
Das Großherzogliche Ministerium des Innern hat hierher mitgetheilt, daß das Königliche General-Commando des 11. Armee-CorpS seinen Dank für die trotz der schwierigen Verhältnisse durchweg gute Aufnahme der Truppen seitens der Bevölkerung ausgesprochen hat.
Wir bringen dies zur allgemeinen Kenntniß.
Gießen, den 30. September 1897.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Dr. Wagner.
Angliederung an bestehende Gewerbegerichte oder AmtSge- richte auS."
Hebet „die Offenhaltung der Postschalter an Sonntagen zu den gleichen Stunden, in welchen erlaubt ist zu arbeiten", referirte Herr L. Buder au- Mainz. Die von demselben vorgeschlagene Resolutioa: „die Postverwal» tung zu ersuchen, die Schalterstunden an Sonntagen mit der Geschäftszeit in Einklang zu dringen", wurde angenommen.
Herr Tripp aus Caffel bespricht die „Einführung einer einheitlichen Sonntagsruhe im Reich". ES wurden fünf Resolutionen beantragt, die eine Geschäftszeit von 7 bis 9 und von 11 bis 2 Uhr, eine Schlußzeit, die nicht über 1 oder über 2 Uhr htnauSgehe, eine voll« ständige Sonntagsruhe (die Herr v. Hirsch von Wiesbaden vorschlug) anftrebten, oder eine Beschlußfassung überhaupt ablehnten und Urbergang zur Tagesordnung empfahlen. Die Abstimmung über die einzelnen Resolutionen führten zu keiner Entscheidung, weßhalb Uebergaug zur Tagesordnung be- schloffen wurde.
In seinem Referat über „Die Einführung einer einheitlichen Ladenschlußzeit im „Reich" kam Herr Tripp zu dem Vorschlag, die Versammlung möge eine Resolution beschließen, daß sie jede gesetzliche Maßregel bezüglich deS Geschäftsbetriebs an Wochentagen ab- lehne. Die Versammlung stimmte dem Vorschlag rin-
Nr. 231 Zweites Blatt
Ser Garten im Moder.
Von I. C. Schmidt, Kunst- und Handelsgärtner, Erfurt.
Nachdruck verboten
Gelbe und helle Blätter mengt der October in das dunkle Grün des Laubwerks, wie erste Silberfäden erscheinend im Gelock einer schönen Frau. Der October hat viele Reize,
Wieviel Leute, die den Lorbeerbaum, drese unvergleich- ! liche Decorationspflanze, gerne unter ihren Pflanzenbeständen * sehen möchten, scheuen sich, ihn anzuschaffen, weil sie die Ueberwinterung fürchten und ihn häufig von Jahr zu Jahr ! schlechter und dünner in der Krone werden sehen. Die Furcht ! ist unbegründet, wenn man folgende einfache Regel als einzige Norm strenge durchführt: Der Lorbeerbaum ist kalt zu überwintern! Die Temperatur kann 1, 2, 3, 4 Grad Wärme sein, aber sie darf niemals über 5 Grad gehen. Bei höherer Temperatur treibt der Baum, während er schlafen soll, der Saft gebt in die neuen Triebe und von den alten fallen die Klafter ab und sind dann später weder durch Beschneiden, noch durch die liebevollste Behandlung heroorzurufen. Solche kalten Plätze giebt es aber überall den Winter hindurch. Der Baum kann eher Dunkelheit als Wärme vertragen, deßhalb stelle man ihn ohne Bedenken in den dunklen Keller, dem man allerdings dann an frostfreien Tagen Luft geben muß. Ein zweiter Fehler ist das übermäßige Gießen. Alle 4 Wochen im Winter ein einmaliges aber genügendes Durchgießen ist hinreichend. Nur der Ballen soll nicht austrocknen, neue Blätter und Zweige soll der Baum im Winter ja nicht
Der ftetener Anzeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme de- MontagS.
Die Gießener A« mikien btalter Verden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Detaillisten-Couferenz.
Die 5. Detallisten-Eonferenz des „Verbands sebstständiger Kaufleute", der sich über die Provinz HesseN'Naffau, daS Großherzogthum Hessen, Baden und die Pfalz erstreckt, tagte am 25. September im Saale der „Loge Plato" zu Wiesbaden.
Der Vorsitzende des „Vereins selbstständiger Kaufleute Wiesbadens", Herr L. Schwenck, eröffnete die von 150 Personen (auch vom Gießener Detaillisten-Verein durch seinen Borfitzenden, Herrn Ernst Balser) besuchte Eonferenz.
In die Berathung der Tagesordnung eintretend, referirt Herr Bielmett er-Frankfurt a. M. über das „Gesetz, betreffend die Handelskammern und die künftigen Wahlen zu denselben". Der Referent bemerkt, nur für daS allgemeine, geheime und direcle Wahlrecht eintreten zu können. Auch das Proporttonalwahlsystem sei ganz ent- schieden zu verwerfen. Den Handelskammern müßten die Rechte einer juristischen P:rson zugesprochen werden, sie müßten für das Wohlergehen und die sittliche Erziehung der Lehrlinge und Behülfen zuständig sein. Referent ist auch für eine Vertretung der Gehülfenschaft tn den Handels- kammern. — Herr Handelskammer-Präsident Fehr- Wiesbaden theilt unter dem Beifall der Versamm'.ung mit, daß die Wiesbadener Handelskammer sich für das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht entschieden habe und das bereits beschlossene Statut ganz den Jntereffen deS HandelSstaudeS und der Gewerbetreibenden entspreche. Eine von Herrn H i r s ch f e l d - Frankfurt vorgeschlagene Resolution: „Die Eonferenz südwestdeutscher Detaillisten-Vereiue beschließt nach Besprechung über die Handelskammergesetzgebung, daß bei Durchführung deS preußischen Handelskammergesetze- daS allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht, auSgeübt von jedem Kaufmann, der eingetragene Firma hat und Gewerbe- steuer bezahlt, vor dem Dreiklafftnwahlrecht und vor den AbtheilungSwahlen den unbedingten Vorzug verdient und durchgeführt werden muß. Sie beschließt ferner, daß für die preußischen und außerpreußischen Handelskammern eine ausreichende Vertretung des DetaillistenstandeS anzustreben ist", fand einstimmige Annahme.
Heber die kaufmännischen Schiedsgerichte hatte daS Referat Herr Handelskammer Secretär Dr. Merkst- Wiesbaden übernommen. Die Versammlung beschloß hierzu mit großer Majorität die folgende Resolution:
Die Detaillistenconferenz spricht sich wiederum für die Errichtung selbstständiger Kaufmännischer Schiedsgerichte ohne
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wenn nicht kalter Regen herniedergeht ober der Sturm die Baumkronen schüttelt. Es scheint uns ein schöner Herbstmonat bevorzustehen und wir können die Natur im Gegensatz zu dem verflossenen, unwirschen September noch in vollen Zügen genießen. Wo im Frühling wunderbare Blüthen durch Bau, Färbung und Duft erfreuten, da prangen jetzt hier und da leuchtende Beeren. Mancher Beerenstrauch, den bisher die unscheinbare Färbung und das volle Laub den Blicken entzogen, tritt jetzt auffallend aus dem kahlen Gezweig her- vo:. Hier sind es die weißen Schneebeeren, die rothen der Schneeballs, da die metallisch glänzenden der Mahonie, dort die leuchtend rothen der Eberesche und der Wildrose. Alle diese Beeren find letzte Zeugen des segensreichen Herbstes; sie erfremn nicht nur das Auge, die Natur hat in ihnen auch den wenigen, bei uns zurückbleibenden Sängern, für welche bald harte Tage hereinbrechen, zum letzten Male reichlich den Tffch gedeckt. Die Grasplätze werden ein letztes Mal geschnitten, die abgeblühten Gewächse werden von den Blumenbeeten entfernt, diese gegraben und mit Zwiebelgewächsen oder Frühlingsblühern beflanzt. Der October rst der Hauptmonat für die Pflanzung von Obstbäumen, Beerensträuchern, Rosen, Zierbäumen und sonstigen Gehölzen. Alle diese Gehölze bilden vor Eintritt des Winters noch junge Wurzelspitzen und wachsen weit sicherer als diejemgen der Frühjahrspflanzung an. Im Gemüsegarten beginnt mit Em- tritt strenger Kälte die Haupternte der Wintergemüse und das Einlagern in Kellern oder Gruben. Leere Beete roer den gereinigt, gedüngt, gegraben, aber nicht geebnet. Erdbeerbeete und Spargelpflanzungen überzieht man m-t kurzem Dung. Petersilie und Schnittlauch pflanzt man für den Winterbedarf in Schalen oder Holzkfftchen und bei günstiger Witterung können in den ersten Tagen des Monats auch noch Spinat, Feldsalat und Kerbelrüben gesäet werden. Im Zimmergarten sind die Gewächse sorgfältig gegen Zugluft zu schützen, vorsichtig zu bewässern und vor Ungeziefer zu bewahren.
Man kann jetzt noch immer, bei guter Witterung sogar t)i8 in den November hinein, die Frühjahrsbeete mit Stiefmütterchen und Vergißmeinnicht bepflanzen. Als ein wahres Kleinod hat sich Myosotis Rehsteineri erwiesen, das den Namen Zwergvergißmeinnicht verdient. Es wird nur 2 bis 3 cm hoch und es liegt aus der Hand, wie gut sich diese Eigenschaft zu allen möglichen Combinationen auf Teppichbeeten verwerthen läßt. Während die anderen Vergißmeinnicht mehr oder weniger in die Höhe oder Breite gehen, bleibt das Zwergvergißmeinnicht flach wie ein Moos- polster, ohne dabei an Blühwilligkeit und Größe der Blumen seinen Schwestern nachzustehen. Tausend und abertausend blaue Sternendlumen lagern sich über dem saftiggrünen Laub und schauen als erste Jahresgaben in den Frühling hinein. Ein geschloffenes Beet oder ein ganzer Rasen mit dieser unvergleichlichen Pflanze gebildet, ist ein Blumenteppich im wahren Sinne des Wortes. In Teppichbeeten ka n man im Verein mit anderen Pflanzen die hübschesten Figuren, Kreise, Sterne, Kreuze u. s. w. bilden, ohne befürchten zu müffen, daß sich die Contouren verwischen. Hält man dabei immer fest, daß das Vergißmeinnicht nie höher als 3 cm wird, so weiß man am besten, wie und wo es am zweckmäßigsten 311 verwenden ist. Jeder Gartenfreund, der die Liebe zu den Blumen im Herzen trägt, sollte diesen Edelstein seinem Garten einverleiben.
16 8 Uhr,
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stimmig zu.
Heber die „Besten erung von Auctionen und Vereinen" referirte Herr Handelskammersecretär Dr. Mertz ot. Referent brachte folgende Resolution in Vorschlag:
„Zur Abstellung der bet Auctionen vorkommenden Hn- regelmäßigkeiten und zum Schutze der stehenden Handelsgeschäfte hält die 5. Detaillisten-Eonferenz folgende Maß- regeln für nothwendig: 1. Einführung der EoncesfionSpfiicht für Auctionatoren. 2. Einführung einer gewerbepolizeilichen Aufsicht über die Auctionen. 3. Einführung einer Hmsatz- steuer für Auctionen, auf denen Waaren auf GpeculattonS- verkauf im Kleinen zur Versteigerung kommen. Die Versammlung beschließt demgemäß.
Die Kaufmännischen FortbildungS-Schulen hatte Herr Schmidt-Darmstadt zum Gegenstand eines eingehenden Referat» gemacht. Der Hauptfehler derselben fei, daß sie Abend» stattfänden.
Die von Herrn Vielmett er vorgeschlagene Resolution: „Die 5. Detaillisten-Couferenz beschließt nach eingehender Berathung über die kaufmännischen Fortbildungsschulen die Errichtung von Handelsschulen zu fördern, spricht sich aber entschieden gegen den Abeuduutericht au6; fie befürwortet insbesondere die Errichtung solcher Handelsschulen, deren erfolgreiche Absolvirung zum einjährigen Dienst berechtigt", gelangt zur Annahme, desgleichen die von Herrn Hirsch seid vorgeschlageue: „In Anerkennung de» Wirken» deS „BerbandS für daS kaufmännische Hnterrichtrwesen" empfiehlt die Eonferenz den auf ihr vertretenen Vereinen sich dem Verbände auzuschließeu."
Sodann spricht Herr Buder-Mainz über die Ber- Billigung de» Telephonverkehrs und weist an der Hand von Zahlen nach, daß in Württemberg, wo die jährliche Gebühr 100 Mk. beträgt, 60 bi» 80 pCt. mehr An- schlüffe vorhanden seien als in Preußen, Hessen rc. Die Eonferenz beschließt, dahin vorstellig zu werden, daß die Gebühr im ganzen Reichsgebiete auf 100 Mk. herabgesetzt werde.
Herr Schnegelberger von Wiesbaden referirt über „Fünf Kilo-Packete" und „BriefgewichtS-Greure (20 Gramm)". Einem Vorschlag deS Herrn Hirschfeld entsprechend, wird hierzu folgende Resolution beschlossen:
„Die Eonferenz tritt allen Versuchen, die gemacht werden, eine Erhöhung deS Porto» für Fünf Kilo-Packete durchzu- setzen, als einer schweren Schädigung deS gesammteu Handel» und Verkehr», entgegen und spricht die bestimmte Erwartung au», daß die Leitung der Postverwaltung alle derartigen Bestrebungen zurückweifen wird, dagegen befürwortet fie die Erhöhung deS Briefgewichts auf 20 Gramm al» eine Noch- Wendigkeit im geschäftlichen Verkehr und beauftragt da» Conferenz-Bureau, diesen Wunsch der Postverwaltung zu unterbreiten und andere Handelskörperschaften zu gleichem Vorgehen anzuregen."
Herr L. Schwenck von Wiesbaden erstattet sodann em Referat über „Reform der ZahlungSweise im Detail", und betont darin, auf die Zahlung-weise, die Amerika habe, daß bei dem Einkauf gleich bezahlt werde, könnte man hier noch lange warten. Er gibt den Rath, auf der 0 den Wohnort deS Kaufmanns als Erfüllungsort zu bezeichnen und ferner aufdrucken zu laffen: „Zahlung per comptmit
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