tiefe folgende Erklärung ab: „Die 20 Mk. erhielt Lein nicht an demselben Tage, als dieser das Werthpapier hingab, vielmehr glaube sie, daß es am Tage vorher gewesen sei, sie wisse dies nicht mehr genau, das wiffe sie aber bestimmt, daß Lein, als Römer ihm auf Verlangen die Getrankeschuld angab, das Werthpapier auS der Tasche gezogen und dasselbe ihrem Dienstherrn Römer aushändigte mit den Worten, er wolle eS ihm schenken."
Der Angeklagte Römer erklärt, der ihm zur Last gelegten Strafthaten nicht schuldig zu sein, er habe mit seiner Dienstmagd nicht darüber gesprochen, waS und wie sie vor Gericht aussagen soll, wohl habe er derselben gesagt, als sie die Ladung vor das Amtsgericht nach Homberg erhalten, sie solle nur die Wahrheit sagen. Römer bleibt dabei, Lein habe ihm ba» Papier geschenkt, er habe aber zuerst erklärt, er wolle dasselbe al» Geschenk nicht annehmen, Lein sei aber darauf noch einmal gekommen, da habe er die Schenkung wieder angeboten, und da habe er dessen Annahme nicht mehr gewehrt. Auf Befragen de» Vorsitzenden, ob Römer nicht im Laufe der Untersuchung zugegebro, Lein habe gesagt, „Hebe mir da» Papier auf", gesteht er die» zu- Lein habe jedoch damals htnzugesetzt: Du brauchst es nur mir zurückzugeben. Römer will auch damals, als Lein sich erträokt hatte, noch nicht die Absicht gehabt haben, die Actie als Geschenk zu behalten, er sandte zur Frau Lein und ließ derselben sagen, wenn sie ihm das ihrem verstorbenen Manne geliehene Geld und dessen Zechschuld, im Ganzen etwa 30 Mark, zahlen wolle - wohl sagte er, ich brauche die» ja eigentlich nicht zu thuu, denn ich habe da» Papier geschenkt bekommen. Frau Lein wie- da» Anerbieten aber zurück mit dem Bemerken, Römer solle sich an den Gendarmen wenden. Römer behauptet, erst noch dieser Abweisung habe er sich vorgenommen, von dem Rechte der ihm gemachten Schenkung Gebrauch zu wachen. Auf Befragen des Vorfitzendeu gesteht Römer zu, daß später Gendarm Dörr bei ihm gewesen, ihn aufgefordert, die Höhe seiner Forderung an den verstorbenen Lein auzugeben, er wolle diese bezahlen gegen Aushändigung der Actie. Hier | hat Römer von der Schenkung kein Wort gesagt, sondern b.hauptet, er habe da» Papier zur Sicherheit gegen Diebe und Feuer zu einem Bankier in Meßen getragen, dessen Namen er auswendig nicht wisse. — Die Angeklagte Horst gesteht zu, mindesten- in dem Punkt unter Eid Falsches be- kuudet zu haben, als Römer an Lein bei Hingabe des Darlehen» nicht ein 20 Markstück, sondern 10 Mark in Gold unb 10 Mark in Silber gegeben hat. Sie gesteht ferner zu, unter Eid vergessen zu haben, daß Lein bet Hingabe der Actie, ehe er vom Schenken sprach, gesagt hat, heb'S mir auf. ES wird der Angeklagten Horst vorgehaltrn, daß sie im Laufe der Voruntersuchung fortgesetzt sich gedreht und Aussagen gemacht, welche mit den Bekundungen, die sie früher unter Eid abgegeben, nicht im Einklang stehen, auch nicht übereinstimmen mit den Angaben deS Mitangeklagten. — Die als Zeugen vernommenen Zeugen Amtsrichter Olt und HülfSgerichtsschreiber Fleischhauer, beide Beamte, haben die damalige Zeugin Horst in Homberg unter Eid vernommen. Dieselbe habe mit lachendem Gesicht ihre De- Positionen glatt herunter gesagt- der Eindruck, den die Horst dabei machte, war der einer überaus leichtfertigen Person. — Der Dienstknecht Johannes Etertänzer von Heimbach, täglich beim Angeklagten Römer beschäftigt, will zugegen gewesen sein, als Lein den Schein brachte- er habe nur zu Römer gesagt, heb' ihn uff, von Schenken sei dabei nicht gesprochen worden. — Heinrich Kratz III., der Knecht bet der Wittwe Lein in Hainbach, war nach dem Tode Leins von Römer beauftragt, er solle seiner Dienstherrin sagen, er könne die Actie haben gegen Zahlung des Geldes, welches dieser noch schulde, dabei hat der Zeuge die Actie noch im Besitz de» Römer gesehen. Die als Zeuge vernommene Wittwe Anna Marie Lein erklärte, ihr Mann sei bis 14 Tage vor seinem Selbstmord mit Römer nicht befreundet gewesen, er habe dessen Wirtschaft gemieden. Ihr verstorbener Mann habe öfter Trunksuchtsanfälle bekommen und dann war er leicht mit dem Gelbe. Die Zeugin erklärt, ihr Mann habe ihr niemals gesagt, und sie glaube, er hätte eS gethan, wenn e» so wäre, baß er bem Römer den Schein geschenkt hätte.
Die weiteren Zeugen bekunden nichts Wesentliches, eS wird durch zwei Nachbarsleute der Verdacht bestätigt, den die Anklage ausspricht, daß Angeklagter Römer, der Witt- mann ist, mit seiner Dienstmagd, der Horst, intimen Verkehr gepflogen. Mittag um l1/, Uhr ist die Beweisaufnahme beendet.
Die an die Geschworenen gerichteten Schuldfrageu lauten wegen der Angeklagten Horst auf Meineid eoentl. auf fahrlässigen Falscheid- wegen deS Angeklagten Römer auf Verleitung zum Meineid und auf Unterschlagung der Drei- hnndert-Mark-Actie.
Staatsanwalt Zimmermann plaidirt auf Bejahung der Meineidssrage, ein fahrlässiger Falscheid komme hier nicht in Betracht, ebenso seien die Schuldfrageu betreffs deS Angeklagten Römer zu bejahen.
Die beiden Vertheidiger gaben sich alle Mühe, um den Geschworenen zu beweisen, daß ein falscher Eid nicht geleistet sei und folglich auch die Verleitung zu einem solchen zu verneinen sei.
Lange dauerte die Berathung der Jurh- nachdem die Geschworenen eine volle Stunde im BerathungSzimmer geweilt, verkündete Prof. Krüger-Gießen, als Obmann den Wahrspruch, er lautete, wegen der Angeklagten Horst schuldig deS Meineids, wegen des Angeklagten Römer schuldig der Verleitung zum Meineid unb schulbig ber Unterschlagung. Der Staatsanwalt beantragte, gegen bie Dienstmagd Horst auf 1 Jahr 6 Monat, gegen Römer, den Bersübrer seiner jugendlichen Dienstmagd auf 2 Jahr 8 Monat ZuchthanS nebst den üblichen Nebenstrafen zu erkennen.
DaS Urtheil erging dahin, daß die Angeklagte Horst zu ber vom Gesetz zugelaffeneu niedrigsten Strafe von 1 Jahr j Zuchthaus nebst Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf die I Dauer von 2 Jahren vernrtheilt wurde. Der Angeklagte '
Römer erhielt 2 Jahre 8 Monate Zuchthaus nebst 5 Jahren Ehrverlust. Beiden Angeklagten wurde die dauernde Eidesunfähigkeit ausgesprochen.
totales unb Provinzielle».
Gieße», 2. October 1897.
* PrsvinzialanLschnßfitzung. SamStag den 9. October l. I, vormittags 9 Uhr, findet in dem Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des ProvtnzialauSschuffeS ber Provinz Oberhessen mit folgender TageSorbuung statt: 1. Gesuch beS Wilhelm Gerhardt zu Gießen um Ertheilung ber Trlaubniß zum GastwirthschaftSbetrieb. 2. Klage beS OrtSarmenverbanbeS Gießen gegen ben OrtSarmenverbanb Großen-Buseck wegen Unterstützung des Konrad Hofmann von Grüuberg. 3. Klage bes OrtSarmenverbandeS Frankfurt a. M. gegen ben OrtSarmenverbanb Leusel, Kreis AlSfelb, wegen Unterstützung deS Metzger» Karl Fink von Hopfgarten. 4. Klage beS OrtSarmenverbanbeS Homburg v. b. H. gegen ben OrtSarmenverbanb Ober-Eschbach, Kreis Friedberg, wegen Unterstützung für den Taglöhner Philipp Möckel von Ufingen.
* * Sitzung Großh. Handelskammer vom 24. September 1897. Anwesend die Herren: Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Kling- spor, Kraatz unb Wortmann. — Da» Präsidium deS deutschen HanbelStagS ist in Erhebungen eingetreten betr. beS Zolles auf Haferpräparate unb richtet an seine Mttglieber bie Anfrage, welche wirtschaftlichen Bedenken bem Anträge einiger Nahrungsmittel-Fabrikanten, benfelben auf Mk. 15.— zu erhöhen, entgegensteheu möchten. Letztere suchen ihre For- berung mit bem Hinweis zu begründen, daß bie amerikanische Einfuhr von gequetschtem Hafer (Oats) zum Nachtbeil beS inländischen WettbetriebS in starker Zunahme begriffen sei. Der Zoll auf diesen Artikel beträgt nach dem deutschen Zolltarif Mk. 10.50 per 100 Kg, ist jedoch in einigen neueren Handelsverträgen auf Mk. 7.30 ermäßigt worden. Wenngleich dieser Tarifsatz durch letztere gebunden ist, somit auch gegenüber Amerika in Folge deS bestehenden Meistbegünstigung»- o.rhältniffeS nicht erhöht werden kann, so rechnet der deutsche HandelStag doch mit der Möglichkeit, daß letzteres einmal gelöst werben könne. DaS verhältniß ber AuS- unb Einfuhr bezüglich bieseS Artikels ist nicht genau zu bestimmen, ba bie Reichs«Statistik Präparate aus Hafer nicht gesonbert von benen aus anderen Getreibearten behanbelt. Die Ge- sammt-AuSfnhr dieser im Jahre 1869 (27 066 Tonnen) übersteigt bie Einfuhr (4973 Tonnen) um mehr als baS vierfache Quantum, bennoch spricht die Beobachtung dafür, baß gerabe in Bezug auf jenen gequetschen Hafer bie amerikanische Einfuhr sehr zugenommen hat. Bon geschäftSkuu- biger Seite wurde uns versichert, baß dieses Fabrikat da» inländische an Güte übertreffe unb sich barum naturgemäß sehr rasch auch auf unserem Markte einführte. Zugleich habe eine sehr zweckmäßig eingeleitete Reclame eS verstanden, in weitesten Kreisen bie Lonsumenten auf bieseS amerikanische Präparat aufmerksam zu machen, für welches man wegen seiner Vorzüglichkeit willig ben höheren Preis von 40 Pfg. pro cngl. Pfb. — 454 Gr. zahle, währenb bad beutsche Fabrikat für 35 Pfg. pro Zoll Pfb. — 500 Gr. verkauft werbe. Diese scharfe Eoncurrenz enthielt bie brtngeube Forberung für bie beutschen Producenten, ein gleichwertige» Fabrikat herzustellen unb, wie uns berichtet worben ist, sei von bem einen unb anbern betreiben inzwischen biese Ausgabe vollständig gelöst worben unb eine Existenzfrage für bie übrigen, bald zu gleichem Resultat zu gelangen, waS voraussichtlich schon bemnächft ber Fall sein werbe. Die Handelskammer beschließt, auch bei diesem Anlaß gegenüber anfragenber Stelle zu bekunben, baß fie bem versuch, ein hochwertige» Nahrungsmittel zu vertheuern, welche» namentlich in verfeinerter Herstellung für Kinder- und Kranken-Ernährung von hervorragenbem Werthe, auf'S Entschiedenste mißbillige. Anstatt den Ruf nach staat- licher Hülfe zum Schutz einer überholten Fabrikationsweise ertönen zu kaffen, sollten vielmehr die deutschen Nah- rungSmittel«Fabrikanten ihren amerikanischen Concarrenten dankbar sein, daß er sie angeregt zu größerer Leistung, so- baß sie hoffentlich in nicht ferner Zelt auch mit einem gleich- werthigen Haferpräparat jener Eoncurrenz auf auS- länbischen Märkten erfolgreich bie Spitze zu bieten vermögen zum Segen ber beutschen Industrie und Lanbwirthschaft. — Von Seiten hiesiger Delicateßwaaren-Haodlungen liegt ber Kammer eine Petition vor, für ben Versandt leichtverberblicher Güter mit Personenzügen einzutreten. Nach unserer Feststellung ist biese hectographirte Eingabe von einer Centralstelle an Angehörige ber Branche versanbt worben, um bie Mitwirkung ber bezüglichen HanbelSkammern in Anspruch zu nehmen unb enthält barum auch nicht sowohl Beschwerben localer als allgemeiner Natur, bie namentlich ben UebergangSverkehr betreffen. Die Kammer beschließt, in geeigneter Weise bie auch bie bieSscitigen Interessen berührenben Punkte der Eingabe an zuständiger Stelle zu vertreten, namentlich zu beantragen, daß für ben um 6 Uhr Vormittag» hier abgehenben Eil- güterzug leicht verderbliche Sendungen noch kurz vor Abgang desselben Annahme finden, nm da» in manchen Fällen schädliche Lagern über Nacht zu vermeiden. — Sodann schließt sich bie Kammer bem Vorschlag beö Vorsitzenden an, al» Delegirter zu bem Enbe Oktober in Mainz tagenben hessischen Hanbelskammertag dort ein gemeinsame» erneute» Vorgehen behuf» Erweiterung ber Gewichtsgrenze für einfache Briefe zu beantragen unb ebenso baß Eintreten bie* fer Körperschaft für Ensührung einer Zwischenzone im Telephon-Verkehr (50 bi» 100 Km. 50 Pf.) anzuregev. — ES erfolgt hieraus bie Wahl ber von ber Kammer in Vorschlag zu bringenben sechs HanbelSrichter unb vier Er- ganzungSrichter, sowie bie Erledigung verschiedener Eingänge. — Der Name eines Sch windelagenten in Birmingham ist auf ber Kammer zu erfahren.
*e Parlamentarisches. Die sozialbemokratischen Ab« geordneten deS hessischen Landtage» beabsichtigen einen An- »
trag, wonach ben Arbeiterinnen da» Wahlrecht zu bett Gewerbegerichten unb Krankenkassen - Vorständen gestattet werden soll.
* • Zur Stenerrefor« i» Hesse». Die von der Regierung zur Berathung ber Steuerreform einberufene Commissioa wirb ihre Berathungen morgen beschließen. Die Commission empfiehlt Einführung einer Vermögenssteuer nach preußischem Muster unter gleichzeitiger Abschaffung der Gewerbe-, Grund- und Capitalrentenstener. Schwierigkeiten wird nur die Reform ber Gemeindesteuern bieten.
• • Kunstverein. Die in gestrigen Blatt erwähnten, zur Zeit im Thurmhau» am Brand mitauSgestellten Stiche find von einem hiesigen Kunstfreund dankenswerther Weise bem Kunstwissenschaftlichen Institut der Universität geschenkt worden. Besonders werthvoll find darunter Oswald Achenbach» Villa Borghese und Defreggers Ueberreichung der kaiserlichen Geschenke au Andrea» Hofer in der Hofburg zu Innsbruck.
• *H. Stadtthealer. von Zeit zu Zeit hört man den Alten gern — nämlich Roderich Benebix, beffen Lustspiel „Die zärtlichen 8 ertoanbten" gestern hier in Scene ging. Man kann sich nicht bem gemüthlichen Humor entziehen, ber bei biesem Stück von ber Bühne auSgeht, man belacht die Sathre, bie in diesem Spiegelbild weiblicher Untugenden enthalten ist, und freut sich über bie paar Verwechslungen, welche sich vollziehen. Der Knoten der Handlung ist nicht gerade fest zusammengezogen, aber mit Geschick gelöst» Allerliebste Pointen nicht de» Geistes, aber der Situation erregen lebhaft ba» Wohlgefallen de» Zuschauer». Die Darsteller hatten sich be» alten Benebix mit Lust und Liebe angenommen unb ba» Publikum lohnte mit lebhaftem Beifall. Den Mittelpunkt ber Hanblung bildet ber von weiten Reise» nach Jahren heimkehrende Schloßbesitzer Oscar Boman, welcher zum größten Erstaunen seiner Schwestern unb Tante bie an KinbeSftatt einst angenommene, feit feiner Abwesenheit im Schlöffe von ber Willkür ber „zärtlichen verwanbten" zur Haushälterin verpflichtete ThuSnelbe heirathet unb bamit dem seitherigen Weiberregimeut ein Ende macht. Der Bornau de» Herrn Janson gefiel durch sein entschlossene», ächt männliches Auftreten- seine klangvolle Stimme, der er einen hübschen ironischen Zug beizumischen verstand, wirkte ungemein sympathisch. Frk. v. Winterstein, die Vielbeschäftigte, gab den Wildfang Ottilie anmuihig. Frl. Biotti wußte die undankbare Parthie ber ThuSnelbe mit großer LiebenSwürbigkeit unb gewinnenber Herzlichkeit au»- zustatten. Wir erwarten von ber Künstlerin noch manche schöne Leistung ihre» Talent». Frau Kruse gab bie „gelehrte", Frau Helm bie mit ben Künsten der Koketterie auf ManneSsang auSgehenbe andere Schwester in gewohnt vorzüglicher Weise. Frl. Herab, al» aristokratische Tante trat in Ton unb Allüren stanbeSgemäß ans. Herr Albrecht al» Schummrich errang sich durch bie gute Durchführung dieses GeckentypuS stet» ein fröhliche» Lachen. Sonst habe» sich noch die Herren Brehm, Do fer unb Fellner, sowie bie Damen Berner und Nathusiu» verdient gemacht. Das Zusammenspiel war stellenweise recht lückenhaft, nament- lich im letzten Act stolperte e» bedenklich.
** Schnellläufen. Wie au» bem Jnseratcntheil ersichtlich, wirb am Sonntag Nachmittag Herr Karl Gerhardt an» Hannover auf OswaldSgarten einen Wettlauf unternehmen, lieber den Wettläufer schreibt der „Leipz. Gen.-Anzeiger" folgende»: „Eine Wette zwischen dem Radfahrer Schaller vom Leipziger Bichcle-Club wurde auf dem Gohliser Exerzierplatz vor einem zahlreich erschienenen Publikum am 27. Juni Abend» ausgetragen. Sie ging dahin, daß der Radfahrer innerhalb 60 Minuten auf dem Fahrrade die 300 m lange Bahn 120 Mal durchfahren sollte, wogegen sich Herr Gerhard verpflichtet hatte, während derselben Zeit die gleiche Strecke 60 Mal im Laufschritt zu durchmessen, ohne einmal anzuhalten. Obgleich der Radfahrer seine ganze Kraft eingesetzt unb von Anfang an bi» zu Ende mit seltener Au», dauer die lange Tour durcheilte, gelang e» ihm doch nicht, seinen Concurrenten zu schlagen. Herr Gerhard legte in ber verabredeten Zeit von 60 Minuten 60*/t Runden mit spielender Leichtigkeit und ohne irgend welche Spuren von Er- mübung zurück, wogegen e» ber Rabfahrer in gleicher Zeit nur auf 119% Runden brachte. Ein sich an bem Wettlauf zu Fuß betheiltgenber Mann gab ba» Laufen nach 14 Runbea auf."
AlS willkommene Beigabe zu der vom hessischen Land- wirthschaftSrath veranstalteten LanbeSau-stellung be» Groß- Herzogtums Hessen auf ber Allgemeinen Gartenbau-AuS- stellung zu Hamburg 1897 hat ber Generalsekretär dieser Behörde, Herr Dr. K. Müller in Offenbach a. M., ein Schriftchen „Der hessische Obstbau" verfaßt, da» i» seiner anregenden und anschaulichen Darstellung, auch geschmückt durch verschiedene Stäbte-Anfichten aus unserem obst- reichen Lande, zahlreiche Leser finden bürste; eine Liste ber hessischen Aussteller in Hamburg ist ber Broschüre beigefügt.
Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 1. Lehrerftelle an der Gemeinbeschule zu Laubach, Kreis Schotten, mit eine« jährlichen Gehalte von 900—1400 Mk. Dem Herrn Grafe» zu SolmS-Lanbach steht baß Präsentationßrecht zu derselbe» zu. Mit ber Stelle kann Organistendienft verbunden werben; ihr letzter Inhaber war zugleich Dirigent beß evangelischen Kirchengesangvereins zu Laubach. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzenbe Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Hähnlein, Kreis Bensheim, mit einem jährliche» Gehalte von 900 Mk. Die mit einem eöangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gerneindeschule zu Laubenan, KreiS Bensheim, mit einem jährlichen Gehaltr von 900 Mk. Dem Herrn Grafen zu Srbach-Eibach steht baß Präsentationßrecht zu betreiben zu. Eine mit einem katholische, Lehrer zu besetzenbe Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule z» Gonsenheim, Kreiß Mainz, mit einem nach dem Dienftalter sich bemessenben jährlichen Gehalte von 1000—1300 Mk.
•• Wetterbericht. Ein Gebiet nieberen Drucke» erstreckt


