halten könne, was Faure bei diesem Anlaß kundgeben will. Zwischen den drei Präsidenten wurde hierüber, sowie über die schwebenden Etikettefrageu volle Einigkeit erzielt.
Loudon. 1. Juli. Der seit langen Jahren bestehende PretS-Ring der Amerikanischen Fahrrad-Fa- brtkeu ist gesprengt. Der Kampf har bereit- durch gegenseitige- Unterbieten begonnen. Eine der größten Fabriken hat den Preis von 100 auf 75 Dollar herunter« gesetzt.
Belgrad, 1. Juli. Durch große Ueberschwemm- ungen hat der Timokfluß mehrfach sein Bett verändert, wodurch bisher serbische- Gebiet bulgarischem angefügt wurde. Daraus entstehende Grenzstreitigkeiten zwischen den betheiltgteu Regierungen sollen durch eine Commission rasch und friedlich beigelegt werden.
Athen. 1. Juli. Die Kammer wird heute einberufen.
Berlin, 2. Juli. Ein trunksüchtiger Arbeiter NamenS Sieg tö dtete gestern Abend seine 18jährige Tochter, indem er sie auS dem Fenster de- vierten Stocke- stürzte. Der Unthat ging ein heftiger Familienzwist voran, da Sieg für die Seinen nicht sorgte.
Frankfurt a. M, 2. Juli. Die Stadtverordneten stimmten in ihrer gestrigen Sitzung mit 22 gegen 20 Stimmen für den Ankauf de- Heyder'schen Grundstücks als Platz für baß neu zu erbauende Schauspielhaus zum Preise von 900000 Mark.
Hamburg, 2. Juli. Auf dem im Hafen von Konstantinopel untergegangenenDampfer „Reinleck" waren keine Passagiere. Von der 21 Mann starken Besatzung find 14 ertrunken.
Antwerpen, 2. Juli. Die hiesige „Gazette" veröffentlicht eine Sensationsmeldung, wonach Baron DHanis mit seiner ganzen Expedition von den Mahdisten niedergemetzelt worden sei. DaS Blatt behauptet, die Congoregterung werde zuerst die Oeffentlickkeit auf die Katastrophe vorbereiten und den Tod mehrerer Offiziere melden, schließlich aber die ganze Vernichtung eiugestehen.
Cocefcs «nt provinzielle-»
Sieben, den 2. Juli.
* • Stiftungsfest der Universität. Zu unserem Bericht in der vorigen Nummer tragen wir hier noch das Ergebntß der PreiSvertheilung, sowie die für 1887/98 gestellten Pretsaufgaben nach. Auf die von der theologischen Facultät gestellte Preisaufgabe: „Die Theilungshypothesen, welche die neueste Kritik des 4. Evangeliums aufgestellt hat, sollen dargestellt und beurtheilt werden" war, wie schon mitgetheilt, eine Bearbeitung nicht eingegangen. — Für die Bearbeitung der von der juristischen Facultät gestellten Auf. gäbe: „Die Lehre vom Wechselblanket nach deutschem Wechselrecht" erhielt den halben Preis stnd, jur. Karl Simon auS Darmstadt. — Die PretSaufgabe der medici« nifchen Facultät für den akademischen Preis lautete: „Da nach einigen vorläufigen Versuchen sich beim Hunde die reflectorische Lidbewegung in Folge von OpticuSreizung anders als beim Kaninchen gestaltet, so sollen durch Versuche diese Unterschiede festgestellt und die Ursachen davon erörtert werden". Die Facultät erklärte die Arbeit von stud. med. Karl Bönsel auS Katchen des Preise- würdig. — Die Aufgabe derselben Facultät für den Preis der Baiser-Stiftung war von stud. med. Heinr. Friedrich auö Mainz bearbeitet worden,- das Thema lautete: „An der Hand der Literatur und des Material- der Gteßen-r Klinik soll entschieden werden, ob sich für die Behandlung des chronischen Glaucoms die Jrideciomie oder die Sclerotomie besser eignet". Die Facultät erachtete auch diese Arbeit des Preise- würdig. — Von den von der philosophischen Facultät gestellten Pretsaufgaben hatte die chemische Aufgabe: „Chemische und thermochemische Untersuchung von Masut" eine Bearbeitung nicht gefunden. — Die klassisch-philologische Aufgabe lautete: „Qua ratione compositi sin commentarii notarum Tironia- narum“. Die Facultät erachtete die Arbeit von Heinr. Breidenbach aus Eberstadt bet Darmstadt des Preises würdig. — Für die Bearbeitung der germanisch philologischen Aufgabe: „Die Geschichte de- deutschen Genitiv-" wurde Gg. Rausch aus Friedberg der Preis zuerkannt. — Die romanisch-philologische Aufgabe: „Die französischen Lehr« und Fremdwörter im älteren Deutsch" war von Wtlh. Horn aus Rehbach bearbeitet worden, welchem der Preis zuerkannt wurde. — Die mathematische Aufgabe lautete: „Aus den Vor- zeichen der Summen sin k x -f- sin k y für alle ganzzahligen k sollen die Winkel x und y bestimmt werden". Der Preis wurde der Arbeit von Ad. Flechsenhaar aus König zuerkannt. — Für das Jahr 1897/98 sind folgende Pretsaufgaben gestellt worden: 1. Theologische Facultät: Es soll die Bergpredigt Matth. 5—7 auf ihre Anlage und ihren Zusammenhang geprüft und die Frage erörtert werden, tote sich auf Grund hiervon und unter Berücksichtigung der in Betracht kommenden literarisch-kritischen Fragen die Handlung der Bergpredigt im Gottesdienst und im Religionsunterricht zu gestalten hat. — 2. Juristische Facultät: Die rechtliche Stellung einer Person, deren Anspruch auf Auflassung eine- Grundstückes durch eine Vormerkung (Bürger!. Gesetzbuch §§ 883 ff.) ge- sichert ist, soll untersucht und mit der Rechtsstellung Des jenigen, dem eine bewegliche Sache unter aufschiebender Bedingung oder Bestimmung eines Anfangstermins übereignet ist, verglichen werden. Es soll ferner erörtert werden, ob die durch eine solche Vormerkung geschaffene RechtSpofitiou dem Pfandrechte, der Hypothek und dem Vorkaufsrecht (Bürg. Gesetzbuch §§ 1094 ff.) derart verwandt ist, daß sie als ein dingliches Recht aufgefaßt werden darf. — 3. Medtcinische Facultät. Akademischer PreiS: lieber die pharmakologischen Wirkungen deS Holocalas und Euc.inS, verglichen mit denen des CocainS. Preis der Balser-Stiftung: Hat Puptllendifferenz ohne Pupillenstarre eine Bedeutung bei . der Diagnose von Nerven- und Geistesstörung? 4. Philo
sophische Facultät! a) Untersuchung der electrolytischeu Oxydation fetter Alkohole- b) Die Pshchtologte Wolfram von EschenbachS- c) Die Initiative bei Stiftung des Rheinbünde- von 1254; d) Da- Imperfektum in der historischen Entwickelung des Franzöfischen.
• • Gymuafium. Der schwedische Gymnafialdirector Herr Dr. Sp rtnchorn auS Lund nahm in dieser Woche Kenntniß von der Ausbildung der LehramtSaccesststen im hiesigen pädagogischen Seminar.
• • Die Einweihung des Kaufmännischen BereinShaufes findet am 10. und 11. Juli ds. IS. nach nachstehendem Programm statt: SamStag, den 10. Juli 1897, Mittags 1 Uhr: Uebergabe des BeretaShauseS durch die Herren Stein u. Meyer; hteran anschließend daselbst Fest-Essen (da- trockene Couvert Mk. 2.50). Abends 9 Uhr: CommerS (Herrenabend) im VereinShaus. Sonntag, den 11. Juli 1897, Nachmittags von 3 Uhr an im VereinShauS: Concert. Uebergabe der Damenspende. Abend- 9 Uhr tu SteinS Garten: Ball.
* • Gießener BolkSbad Anfang Juli wird die 3. Rate der Actienzetchnungen für da- Gießener BolkSbad erhoben werden. Da eine Anzahl Aktionäre den Wunsch äußerten, e- sei ihnen angenehm, den Rest des gezeichneten Betrages jetzt schon zusammen etnzuzahlen, so wird bet der Erhebung Vorsorge getroffen werden, daß Quittungen für die 3. und 4. Rate zur Hand find, so daß nach Belieben eine oder beide Raten entrichtet werden können.
• * Ein starkes Gewitter, von welchem wir hier nur etwas Regen erhielten, hat gestern die Umgebung Gießen- heimgesuchk. Der Blitz zündete mehrere Male, so tu Garben- teich, wo eine Hofraithe eingeäschert wurde, ferner in Steinberg. Die Umgebung von Großen - Linden wurde vom Unwetter besonder- betroffen
* * Circus ZmmauS übt eine große Anziehungskraft auS, da- bewies die gestrige, gut besuchte Vorstellung. Es ift dies nicht verwunderlich, da die vorzüglichen Leistungen und die Ausführung der neuesten TricS stets großen Beifall finden und von Mund zu Mund weiter erzählt, überall bekannt werden.
* * Auszeichnung. Herr A. F. H. Pascoe, Inhaber der Adler-Apotheke tn Mülheim a. d. Ruhr, ein geborener Gießener, hat auf der Ausstellung zu Brüsiel das große Ehrendiplom nebst goldener Medaille für von ihm fabricirte Eisentinctur und Trtnkwasser-Effenz erhalten.
• * Polizeidteuer Bersamwluug. Bei Gelegenheit deS am Sonntag den 4 Juli d. Js. zu Oberhörgern bet Münzenberg stattfindenden VerbandS-KrtegerfefteS findet um 1 Uhr Nachmittags eine gemeinsame Zusammenkunft der Poltzetdiener deS Kreises Gießen und Friedberg auf dem Rathhause zu Oberhörgern statt.
• * Durch Beschluß des ReichSbankdirecioriumS ist der bisherige VorzugSziusfatz für Lombarddarlehue gegen aus- schlteßliche Verpfändung von Schuldverschreibungen des Reiche- oder eine-deutschen Staate- aufgehoben worden, sodaß die sämmtltchen lombardfähtgen Effecten und Waaren fortan bet der Reich-bank zu einem und demselben, den Wechsel- diScont um ein volle- Prozent übersteigenden Zinssätze be* liehen werden. — Der Reichskanzler hat genehmigt, daß der Zinsfuß von Lombarddarlehen auf Schuldverschreibungen des Reich- oder eines Bundesstaats um ein halbe- Prozent erhöht wird. Durch diese Beseitigung des bisherigen Bor- zugSsatzeS ist die im I teresse der Landwirrhschaft wiederholt geforderte lombardmäß'ge Gleichstellung der landwirrhschaft» lichrn Pfandbriefe wir den Reichs- und Slaatspapiercn hergestellt moiben.
• • Auf bet elften Wauderversammlung der Deutschen LandwirthschaftSgesellschaft zu Hamburg haben fich unsere ober- hessischen Landwtrthe tn sehr erfreulicher Weile hervorgethan. Der Verband der Herdbuchgesellschaften für da- Vogelsberger Rind erhielt den großen Berbandsp, ets mit 600 Mk. Für ausgestellte Bullen, Milchkühe und Kalbinnen erhielt JultuS Zimmer zu Bingmühle, der bekannte Zuchtvtehhof, nicht weniger al- neun Preise. Durch vorzügliche Leistungen in der Schweinezucht zeichnete fich Oberamtmann Hoffmann zu Hof Güll bet Lich aus, er stellte Eber und Sauen au- und trug sechs Preise davon. Weiter hat sich noch die Ziegenzuchtgenossenschaft Bad Nauheim hervorgethan, indem die Mitglieder Hch. GrieS tn Bad Nauheim und Eig. Melchior in Butzbach Prämien erhielten. Recht schabe ist es, daß unsere Vogelsberger Zuchtgenoffenschaft sich nicht um Preise bewarb, sie hätte sicher m t Erfolg concurrtren können. Den Löwenantheil tn der Ziegenzucht trugen die Vereine in Pfungstadt und Heppenheim davon. Die hessischen Aussteller waren überhaupt am stärksten und zwar mit 81 Exemplaren In der Ziegenzucht vertreten.
• • Zur Warnung für Beretue ober Gesellfchafteu. Be- kanntlich tst auch zu denjenigen Berloosungeu, welche mit VereinS-Festlichkeiten verbunden werden, behördliche Genehmigung zu erwirken, sobald dieselben über den engsten Kreis der Mitglieder hinauSgehen. Infolge Umgehung dieser Vorschrift wurde kürzlich der Vorstand einer Turngesellschaft, welcher gelegentlich eines in dem Vereinshause am Abend deS NeujahrStagrS ohne obrigkeitliche Concefsion eine Verlobung hielt, indem er gedruckte Eintrittskarten mit LooS- nummern vorher an ca. 400 Personen ohne Unterschied de« Verhältnisses zu den Abnehmern verkaufte und die Gewinn« gegenstände am Abcnd verlooste, wegen strafbaren Eigennutzes von Großh. Strafkammer Darmstadt zu Geldbußen verurtheilt.
• • Die im Fahre 1896 im Großherzogthum Hessen erhobenen Kirchencollecten ertrugen: Für kirchliche Armenpflege Mk. 52,183.89, die Hetdenmtsfion Mk. 4329.61, die innere Mission Mk. 3101 13, kirchliche Zwecke der Diaspora- Gemeinden Mk. 3713.66, die Gustav Adolf-Stiftung Mark 3691.73, die Lutherftiftung Mk. 3801 07, Seckmauern Mk. 2867 47, verschiedene Zwecke Mk. 12,690.65.
■ ** Die Eterbekasse des Bundes deutscher Gastwirthe hatte Im abgelaufenen Rechnungsjahre eine Gesammteinnahme
von 302,281 Mark und eine GesammtauSgabe von 295,551 Mark, mithin einen Uedcrschuß von 6730 Mark. Die Mitgliederzahl ist um 343 gestiegen und beträgt jetzt 8591. An Sterberenten wurden im letzten Jahre 177,244 Mk. und seit des 4jährigen Bestehens der Kaffe 559,177 Mk. au«- bezahlt. DaS Gesammtverwögen beziffert sich auf 246,341 Mk.
4- Lich, 1. Juli. In der vorletzten Nacht wurde bei einem hteftgen Schuhmachermeister in der Oberstadt ein» gebrochen und demselben 150 Mk. entwendet. — Am heutigen Morgen erhängte sicheln hlefiger Maurer, fünfsig Jahre alt, tn dem Schloßgarten dahier. Die Motive, welche diesen Unglückseligen, welcher den Krieg von 1870/71 als Friedberger Jäger mitmachte, in den Tod getrieben, find unbekannt.
AL. Bon der Lahn, 28. Juul. Die Freunde des früheren Pastors von Beuern, G. Vogel, deffen treue und eifrige Wirksamkeit unvergessen bleibt, wird es iuteressiren zu hören, tote der Genannte nun auch tn seiner jetzigen Gemeinde Seehetm an der Bergstraße seine liturgisch-mufikaltschen Bestrebungen fortsrtzt; e« darf erhofft werden, daß diese von Bielen dankbar begrüßten liturgischen Darbietungen auch in der alten Gemeinde weiter geführt werden. Am Mittwoch den 30. Juni, Nachmittags 5 Uhr, wird der Kirchengesang- verein der Stabtktrche von Darmstadt bet einer „liturgischen Andacht" in Seehetm Mitwirken. Die Schriftlectionen, um die fich der Chor- und Gemetndegesang gruppirt, sind entnommen au« Psalm 104, 1—24; Römer 8, 13—23; Offenb. Joh. 21, 1—7; 2 Petri 3, 13. 14. In der Auswahl der Gesänge, tn der Zusammenstellung der ganzen Liturgie bewährt sich Herr G. Vogel auch hier als Meister. Sehr ansprechende Leder und Gedichte hat Herr Vogel wiederholt in diesem Jahre tn den „MonatSblättern für deutsche Litteraturgeschtchte" (Leipzig, bet Erich Schelper, jährlich nur 5 Mk.) veröffentlicht, dte auch anderweitig au« Hessen unterstützt werden.
Friedberg, 1. Juli. Gestern wurde die Prüfung der neuerbaulen Etsenbahnbrücke der Ncbenbahustrecke Friedberg-Hungen vorgenommen, die zur vollen Zufriedenheit der PrüfungScomm sfion ausfiel. Am Schlüsse der Versuche ereignete sich leider ein Unfall, der leicht schlimme Folgen hätte haben können, von dem Probezug lösten sich nämlich vier mit Sand beladene Wagen los, rollten über die Brücke, dte ein stark-s Gefälle hat, und entgletften auf dem Damme, wo baß Geleise noch nicht fertig gestellt ist. Sämmtliche Wagen sind vollständig zertrümmert und haben fich zum Theil in dcn Boden eingewühlt. Die gefährdeten Arbeiter konnten fich zum Glück rechtzeitig in Sicherheit bringen. — Die Erwette- rungSarbeiten am hiesigen Bahnhof werden eifrig bu trieben; btS zum Beginn der Manöver sollen dieselben beendet sein. ES stehen nämlich nicht nur mehrere fürstliche Besuche in Aussicht, sondern auch durch die Beförderung von großen Truppenmaffen ist die Vollendung unsere« Bahnhöfe«, dringend nöthtg. Darmst. Tgl. Anz.
Friedberg, 1. Juli. Seit dem letzten Sonntag war ein hiesiges Dienstmädchen verschwunden. Heute Morgen gelang eß nun Poltzeidtener Franck, dasselbe tn einem Stalle halbverhungert aufzufinden. Nachdem fich die AuSretßerin mit etwas Wein gestärkt hatte, vertilgte sie sodann eine unglaubliche Menge Kaffee und Brödchen. Um den Grund ihres Verschwindens befragt, gab sie an, daß eß ihr bei der Herrschaft nicht mehr gefalle.
Alsfeld, 30 Juni. Im Anschluß an b'e am 13. d. M. stattgefundene bejstsche Bürgermeister-Versammlung tagte am 24. Juni im Deutschen HauS eine Versammlung der Bürgermeister de« Kreises Alsfeld. Den Vorfitz führte Herr Bürgermeister Arnold-AlSfeld. Derselbe bat um Zustimmung für dte in Frankfurt gefaßten Beschlüsse, nachdem er über einige derselben referirt hatte. Sodann sprach Herr Bürgermeister Ohnacker von Nieder Ohmen über die Vortheile der OrtSgerichte gegenüber den Notariaten, namentlich im Hinblick auf die höheren Kosten, die dem Publikum bei Inanspruchnahme der Notariate erwüchsen. Redner sprach fich daher gegen die geplante Etnsührung derselben und für dte wettere Betbehaltung der OrtSgerichte auß. Nach Verlesung einer vom Referenten entworfenen, im Sinne dec vorstehenden Ausführungen gehaltenen Vorstellung, welche an Großh. Ministerium der Justiz eingereicht werden soll, wurde dieselbe der Discusfion ausgesetzt. Daß Ergebntß derselben war der etnst'mmtge Beschluß, dte erwähnte Vorstellung drucken zu lassen und jeder Bürgermetsterei einen Abdruck zuzu'enden, um von den Gemetndcvorftänden unterschrieben zu werden. Zum Schluß wurde noch daß Comitöe gewählt, welchem dte Vertretung der anwesenden Bügermetster übertragen wurde.
Dermifdfrtes»
* Gera. 30. Juni Wegen Majestätßdeletdtgung wurden zwet Arbeiterfrauen, dte verehelichte Oettel in Debschwitz und die verehelichte Jakob tn Luson zu drei und zwei Monaten Gefävgniß verurtheilt. Die Frauen hatten beim Verkauf von Kaiferbildern, bet dem fie zugegen waren, beleidigende Aeußerunpen über den Kaiser gethan.
• Wesentlich vereinfachte Signale sollen bei sämmtltchen Truppen deS preußischen Heere« zur Einführung gelangen. Für daß Turnen der Fußtruppen soll außerdem der Sprungkasten wieder etngesührt werden. Diese« Turn- geräth war s. Z. abgeschafft worden, weil seine Benutzung häufige Brust« und Armoerletzungen herbeigeführr Hane.
titcratur un6 Kuwfe.
— Nichts eignet sich so gut zu einem GelegenheitS- ober Con- firmattonsgefchenk für die reifere Jugend, alö ein Briefmarkenalbum, denn e§ macht nicht nur dem Beschenkten große Freude, sondern bringt ihm mehr Nutzen, wie man gewöhnlich glaubt. Da« Briefmarkensammeln fördert das Wissen auf Dem Gebiete der Länder- und Völkerkunde, wirkt höchst anregend auf den Ordnungssinn, denn der Sammelnde lernt die feinsten Unterschiede beachten und schärft das Auge und das Gedächtniß. Auch zu Sprachstudien ist


