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Nr. 7»
Samstag den 3. April
1§97
Gießener Anzeig er
Kmerat-Wnzeiger
Amts- tmb 2lttz«igebl«rtt für den Kreis Gieren.
chratisöeikage: Gießener Kamitienökätter.
Ainttichev Theil
Johanne- Brahms liegt im
Nach Privatdepescheu auS Paris
einbegriffen find, eine entsprechende Erhöhung mit rückwirkender Kraft vom 1. April ab zu
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
Die Gießener Aamllienvtälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Wir«, 1. April. Sterben.
Wien, 1. April.
amten nicht der Bezüge sichern.
Berlin, Am 5. Mai
Der
Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Alle Lnnoncen-Bureaux deS In- und Ausland«- nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«.
Depefchm deS Bureau „Herold."
Berlin, 1. April. Der „Reichsauzeiger" veröffentlicht daS Gesetz betreffend Feststellung des RetchShauShaltSetat» für 1897/98, betreffend die Aufnahme einer Anleihe
1. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: tritt io Washington der alle 5 Jahre wieder-
für Zwecke der Verwaltung des RetchSheereS, der Marine und der RetchSeifenbahv und betreffend die Feststellung des HauShaltSetats für die Schutzgebiete auf daS EtatSjahr 1897/98 vom 31. März.
Berlin, 1. April. DaS Abgeordnetenhaus setzte heute die Etatberathung fort und erledigte eine Reihe vo« EtatStiteln. Sodann begann die zweite Lesung der Stadt- uud Landgemeinde Ordnung für Hessen-Nassau. Die §§ 1 bis 14 wurden erledigt. Morgen Fortsetzung.
Berlin, 1. April. Im Reichstage find heute zwei Anträge, Graf Limburg-Stirum und Richter Rickert, betreffend Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes, etugegangen.
Berlin, 1. April. Im Laufe des gestrigen TageS hat auch die Kaiserin Friedrich dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe ihren Gratulationsbesuch gemacht. Bom Fürsten BtSmarck traf ein herzliches Glückwunschtelegramm ein, auf welches Fürst Hohenlohe durch einen Glückwunsch zum heutigen Geburtstage deS Fürsten Bismarck erwidert hat.
Berit«, 1. April. Nach den Informationen der „Nordd. Allg. Ztg." ist über die Besetzung des Oberpräsidiums in Schleswig-Holstein noch nicht entschieden.
Berlin, 1. April. Auch Lieutenant v. Gontarch, der wegen Zweikampfs verurthetlt war, ist den Abendblättern zufolge anläßlich der Centenarfeier begnadigt worden.
Berlin, 1. April. Die nationalliberale Fraktion des Reichstages hat an den Fürsten Bismarck folgendes Telegramm gesandt: Im Jahre der Säcular-Feier für den ersten deutschen Kaiser bringen wir tiefbewegt seinem ersten und einzigen Reichskanzler zum heutigen Geburtstage in unwandelbarer Dankbarkeit und Verehrung unseren herzlichsten Glückwunsch dar.
Berlin, 1. April. Justizrath Makoner, eines der hervorragendsten Mitglieder des deutschen Anwaltsstandes, ist heute Morgen, im Alter von 68 Jahren, plötzlich gestorben.
Berlin, 1. April. Wie uns das Patentbureau von Dagobert Timar in Berlin mittheilt, macht zur Zeit ein neues Verfahren zur Heilung der Lungenschwindsucht in ärztlichen Kreisen großes Aussehen. In den Bronchial- (Lungen-)DrÜsen find die Stoffe entdeckt, durch welche der Körper die etngedrungenen Tuberkelbacillen vernichtet. Durch Zuführung dieser Stoffe, die unter dem gesetzlich geschützten Namen „Glandulän" in der chemischen Fabrik von Dr. Hofmann Nachf. in Meerane t. S. hergestellt werden, wird eine Heilung der Tuberkulose herbeigeführt, worüber schon sehr günstige Berichte vorltegen. DaS Verfahren ist in allen Culturstaaten zum Patent angemeldet.
Schwetz, 1. April. Bisher liegt das Ergebniß der ReichStagSwahl auS 2 Städten und 43 ländlichen Bezirken vor. Danach erhielten Ho ltz (Rp.) 2815, v.Sah- JaworSki (Pole) 2936 Stimmen. 45 ländliche Bezirke stehen noch aus.
FriedrichSruh, 1. April. Dem Fürsten Bismarck find anläßlich feines heutigen Geburtstages zahlreiche Gratulationen zugegangen. Auch Kaiser Wilhelm hat dem Fürsten ein herzliches Glückwunschtelegramm übersandt.
Köln, 1. April. Die „Köln. Ztg." erhält Kenntniß von einem sehr befremdlichen Erlaß der Minister des Innern und der Justiz, wonach die Standesbeamten bet Aufnahme von Verhandlungen über Aufgebote, Eheschließungen und Geburten die Betheiligten auf ihre kirchlichen Verpflichtungen hinzuweisen haben. Die Anregung dazu ist angeblich von kirchlicher Seite ausgegangen.
trifft dort in den nächsten Tagen der rusfische Minister deS Aeußeru, Graf Murawiew, ein, um mit dem Minister Hanotaux über die politische Lage zu conferiren.
Wie«, 1. April. Eine auS osficiöser Quelle stammende Meldung besagt, daß nunmehr sämmtliche Mächte, einschließlich Englands, die Blokade des Golfs von Athen acceptirt haben. Dieselbe soll inS Werk gesetzt werden, sobald der geeignete Moment gekommen ist.
Rom, 1. April. In dem nächsten Consistorium, welches wahrscheinlich am 26. oder 29. April starifinden wird, sollen nur vier Cardinäle ernannt werden, zwei französische, ein spanischer und ein österreichischer.
Rom, 1. April. Kurz nach dem Tode deS Cardinals Hohenlohe wollte der preußische Gesandte beim Vatikan, v. Bülow, fünf Kisten mit Correspoud enzen au sich bringen, wobei ihm bedeutet wurde, daß die gesammte Corre- spondeuz verbräunt sei. Auf der gestrigen Auktion deS Nach- laffes Hohenlohes kamen nun jene Kisten zum Vorschein. Sie wurden von Rudint sofort beschlagnahmt. Unter den
Steuefte
Wolff« telegraphischer Lorrefpond«z-Brrrr«.
Berlin, 1. April. DaS heutige „ArmeeverordnungSblatt" bringt FormationSänderungen, betr. die Umformung der 4. Bataillone.
Berlin, 1. April. DaS „Colonialblatt" meldet die Beförderung deS CommaudeurS der Schutztruppe, Oberstlieutenant v. Trotha, zum Obersten.
Berlin, 1. April. Die ReichStagS-Commission für daS Auswanderungsgesetz beendete heute die erste Lesung. Die zweite Lesung soll am SamStag stattfinden. Die §§ 42 bis 50 wnrden nach der Regierungsvorlage angenommen und als Zeitpnnkt deS Inkrafttretens wurde der 1. April 1898 bestimmt. Bezüglich der Ausführungsbestimmungen, womit die Subcommtsfion fich gestern beschäftigte, hat man fich dahin geeinigt, daß die in dem Ham« burgischen Gesetz enthaltenen AnSsühruvgsbestimmungen bei dem Erlaß der Ausführungsbestimmungen zur Richtschnur empfohlen werden sollen.
Berlin, 1. April. Die „Nordd. Allgem. Ztg." hört, zwischen den betheiligten Ministerien seien Verhandlungen im Gange, auch den Hinterbliebenen der Universitäts- Professoren, die in der am 1. April in Kraft tretenden Gesetzesvorlage zur Verbefferung der Relietenbezüge der Be«
Nr. 13 deS Reichs-Gesetzblatts, auSgegebeu den 30. März enthält:
(Nc. 2370) Gesetz, wegen Verwendung überschüsfiger Retchseinnahmeu zur Schuldentilgung. Vom 24. März 1897.
(Nr. 2371). Bekanntmachung, betreffend AussührunqS- drstimmungeu zur Gewerbe-Ordnung. Vom 25. März 1897.
Gießen, den 1. April 1897.
Großherzogliches KreiSamt Gießen.
v. Ga g ern.
kehrende Weltpostcougreh zusammen. Deutscherseits dürften dem Vernehmen nach Staatssekretär Dr. Stephan, Direktor im RetchSpostamt Fritsch und Geheimerath Neumann belegtet werden.
Hamburg, 1. April. Die Geburtstagsfeier des Fürsten BtSmarck fand heute im engsten Familienkreise statt. Die Zahl der eingelaufeneu Glückwunschdepeschen nebst größeren und kleineren Postsendungen, sowie kostbarer Blumenarrangements ist sehr groß. Die Mufikcapelle deS Ratzeburger Jägerbataillons, sowie die des 76. und 31. Infanterieregiments waren zum Concertiren angemeldet, mußten aber mit Dank abgelehnt werden, da der Fürst noch unbedingter Schonung bedarf und fich nicht den unvermeidlichen Beschwerden auSsetzen kann, die bei der Geburtstagsfeier nach hergebrachter Weise erwachsen würden.
Wien, 1. April. Das „Fremdenblatt" meldet auS Petersburg, daS englische Cabinet habe dort seine Zustimmung zu dem Vorschläge der Admirale, den Golf von Athen zu blökiren, angezeigt, unter der Voraussetzung, daß fich alle Regierungen daran betheiligeu würden, waS thatsächlich der Fall sei. DaS russische Cabinet sei auch geneigt zur Nachsendung eines Bataillons uud einer Batterie nach Kreta in der Voraussetzung, daß die Mehrzahl der Mächte ein Gleiches thun werde.
Budapest, 1. April. Aus der LandeSbilder- g alterte, deren Angelegenheit durch die Ankäufe des irrsinnig erklärten Direktors Carl PulSky im vorigen Jahre gewaltiges Aufsehen erregte, find eigenthümlicher Weise zwei der werthvollsten Bilder, ein Murillo und ein van der Neer, im Werthe von etwa 60,000 Gulden verschwunden. Die zwei Bilder find auS den Rahmen genommen uud durch werthlose ersetzt. Die Polizei fahndet energisch nach den Bilderräubern, auf deren Ergreifung ein Preis ausgeschrieben ist.
Athen, 1. April. Meldung der „Ageuce HavaS". Oberst VassoS übersandte dem König mittels optischen Telegraphen folgendes Telegramm, battet auS Alilkanu vom 31. März: „Entgegen ben Versprechungen gestatten btt Abmirale den Muselmanen, Kanbano in voller Rüstung zum Zwecke der Plünberung und Brandstiftung zu verlaffen, während jede Thal der Vertheidigung von Setten der Christen ein Bombardement Hervorrufe. Gestern besetzten gemischte Truppenabtheilungen Anembali und versahen die im Blockhause Castelli belagerten Türken mit Lebensmitteln. Die Admirale haben fälschlicher Weise an ihre Regierungen tele- graphtrt, daß ich Grausamkeiten verübe und die Gefangenen in Maloxa niedergemetzelt habe, daß ich ferner beabsichtige, Kanea anzugretsen trotz meiner feierlichen Erklärungen. Ich werde den Admiralen eine energische Protesterklärung übermitteln. VaffoS."
Versuche* Reichstag.
203. Sitzung. Donnerstag, den 1. April 1897.
Die Berathung der GewerbenooeUe, Organisation deS Handwerks, wird bei schwacher Besetzung des Hauses fortgesetzt.
Abg. Pachnicke (frs. Vz.): Die Schwenkung der Confer- oattven gegenüber der Vorlage fei um so auffälliger, als noch vor ein paar Wochen auf der Versammlung bei Buggenhagen Herr von Lütticher nach Kamerun verwünscht worden sei. Jetzt aber hätschelten die Herren den Sperling in der Hand und verzichteten auf die Taube auf dem Dache (Heiterkeit). Enthielte der vorliegende Entwurf nur die Handwerkerkammern, so wären wir ganz damit einverstanden, vorausgesetzt, daß die Stimmung des Handwerks in diesen Kammern auch wirklich zum Ausdruck kommt. Das Wahlrecht müßte deshalb ein allgemeines sein und dürfte nicht die l1/» Millionen kleinen Handwerker ausschließen, die nicht in Innungen organistrt. Zwangsinnungen sind uns in jeder Form unannehmbar. Wollten Sie im preußischen Staat ein paar Millionen mehr aufwenden für das gewerbliche Unterrichtswesen, so würden Sie dem Handwerk mehr nützen, als mit all ihren Innungen. Wollen die Herren Großgrundbesitzer auf der Rechten dem Handwerk helfen, so kaufen Sie ihm nur recht viel ab und bezahlen Sie ste pünktlich.
Preußischer Handelsminister Brefeld dankt zunächst für das Wohlwollen, welches die Vorlage im Allgemeinen gesunden. Sie fei ein Eompromiß und er hoffe auch hier auf Verständigung, damit dem verkümmerten Handwerk geholfen werde. Die Grundlage sei In diesem Entwurf dieselbe wie in den preußischen Zwangsinnungen. Nur sollten jetzt die letzteren nur da eingeführt werden, wo die Mehrheit der Handwerker eS wünsche. Das sei gewiß eine Ver- bessei ung. Um die Mehrheit zu ermitteln, würden Bekanntmachungen erlassen werden und Abstimmungen erfolgen auf Grund einer Liste, die über alle Betheiligten würde g führt werden. Was die Gewerbe- oereine anlange, so hätten sich dieselben in Süddeuischland als sehr nützlich erwiesen. Er wünsche, es wäre dasür auch in Preußen mehr geschehen, er würde das jederzeit unterstützen. (Beifall.) Solle man nun etwa diese süddeutschen Gewerbevereine zerstören im Jntereffe oon Zwangsinnungen? Das gehe doch nicht an. Da jetzt m Nord- deutschland nicht weniger als 65 pCt. der Handwerker außerhalb der Innungen ständen, sei es richtiger, die treten Innungen fortbestehen zu lassen und allmählich vorzugehen, so lange bis sich die Ueberzeugung Eingang verschafft habe, daß die Zwangsinnung der Abschluß der gesammlen Organisation sein müsse. Der Oberbau, die Handwerkerkammern, haben ja überall erfreulicher Weise Wohlwollen gesunden. Verständigen Wünschen würde die Regierung gern Rechnung zu tragen bereit sein. Zu hüten habe man sich sowohl vor Zweigtnnuugen, Lie zu groß seien, um eine wirkliche Thetlnahme der dazu Gehörigen an dem Jnnungsleben zu ermöglichen- Im Gegensatz zu einem gestrigen R dner fei er überzeugt, daS Handwerk nicht unrettbar verloren sei. Es werde weiter bestehen als Stütze von Thron und Staat und als Hort deutscher Zucht und Treue. (Beifall.)
Abg. Euler (Ctr.) tritt für Zwangsinnungen ein. Nur diese seien im Stande, alle für die Ausbildung der Handwerker noth- wendigen Einrichtungen vollkommen durchzuführen. Der Zwang fei da manchmal sehr heilsam. Der Fortbildungsunlerricht müsse obligatorisch aus die Nachmittage von Wochentagen verlegt werden. Die Corporation, wie er sie wünsche beim Handwerke, sei eine große politische Macht. Der Handwerker sei in seiner Masse christlich und patriotisch. Nur mit dem Handwerk sei etz auch in Wien gelungen, die liberale Judenwinhschaft hinauszuwerfen. Weiter plaidtrt Redner für den Befähigungsnachweis. Er sei aber in einer Zwangslage. So sehr er auch Befähigungsnachweis und absoluten Jnnungs- zwang wünsche, so könne er doch wegen dessen, was die Vorlage biete: Handwerkerkammern und Sorge für bessere Lehrlingsausbildung, die Vorlage nicht ablehnen.
Abg. Vielhaben (Ref.P.): Der genossenschastliche Zusammenschluß allein rette die Handwerker nicht, denn wenn man auch daS Kapital auf diese Weise zusammenbcingen könne, um mit dem Großbetrieb zu concurrtren, so stehe doch dem einzelnen Großunternehmer in der Regel das höhere geistige Capital zur Seite.
Abg. Benoit (fr. Vg.) bekämpft haupisächlich das Princip der Zwangsinnungen und mahnt die conserortiom Gönner des Handwerks, sich mit ihren Bestellungen nicht an den Großbetrieb, sondern an die eigentlichen Handwerker zu wenden. Von einer Prooinzialsynode sei ihm bekannt, daß sie ihre Buchdinderarbeiten nicht an die Buchbinder am Orte vergeben habe.
Abg. Beckb (frs.Vp.) ist für Handwerkskammern und für die Bestimmungen über die Lehrlingsausbildung, nicht aber für Zwangs- Znnungen. ~
Abg. Reißhaus (Soc.) und Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Ref.-P.) sprechen gegen die Vorlage, letzterer, weil dieselbe »eifer Fisch noch Fleisch sei.
Die Vorlage wurde bann an eine besondere Commission ver- »iefen. — Morgen 1 Uhr: Anträge betr. confesfionelle Eidesformel, Aushebung des Jesuitengesetzes, Margarinegesetz.
Vierteljähriger Monncmentspreter 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg.
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