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03/03/1897 Erstes Blatt
 
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N*. 52

Mittwoch den S. März

18»7

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Hratisöeitage: Hießener Jamittenötätter

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lichkeit einer Signalverbindung mir derselben.

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las der Wasserscheide gesunden worden, von denen jedoch »och keiner in Untersuchung genommen wurde. Im Felde südlich und nördlich von GrÜntngen, in dessen Nähe der litt Limes vorbeiziehen dürfte, ist noch nichts gefunden Horden, dagegen erscheinen die . alten Anlagen wieder am

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für btx folgend« Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.

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LG. Reif. 1825

Alle Annonccn-Burcaux deS In» und Auslandes nehm« j Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger" entgegen.

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winkeln zu verhindern. Da nun die aufgedeckte ältere LimeSanlage, aus den Scherbenfunden zu schließen, inS erste Jahrhundert gehört, so darf wenigstens die Bermuthuog aus­gesprochen werden, daß in der aufgefundenen älteren, meist zurückliegenden LimeSanlage mit ihren Erdschanzen, Holzthürmen und Baracken und ihrem auS einzelnen Pfosten und Flechtwerk bestehenden Grenzzaun der Limes deSDomitian vor liegt, zumal Domitian gerade mit den hier ansässigen Chatten zu kämpfen hatte. Militärisch war die Anlage günstig hergestellt- fie gewährte den Blick inS germanische Gebiet und waS noch wichtiger war den Rückblick nach der bereits römischen Wetterau und damit die Mög-

pellation erklärte der Handelsminister, daß daS StoatS- ministertum sich der vorjährigen Reichstags.Resolution gegen« über ablehnend verhalten habe, einmal, weil eS ganz zweifel­haft sei, ob der Quebrachozoll der Landwirthschast von Nutzen sein werde, und dann, weil eS ganz unzweifelhaft sei, daß die Lederindustrie dadurch stark würde geschädigt werden. . Nach Ablauf der Handelsverträge würde Deutschland frei sein in seinen Entschlüssen, aber wie alsdann die Lage der Lederindustrie sein werde, daS lasse fich jetzt noch nicht sagen. AlSdann wurde in die Besprechung der Interpellation ein- getreten. Morgen Interpellation, betreffend Organisation deS Handwerks, und kleine Vorlagen.

Berlin, 1. März. DerNordd. Allg. Zig." wird aus Wien gemeldet: Von maßgebender Seite wird erklärt, daß sofort nach dem Bekanntwerden der Entsendung der griechischen Flottille unter dem Commando deS Prinzen Georg nach Kreta von einigen Mächten der Vorschlag ge-. macht worden sei, die Einfahrt der Flottille in die kretenfischen Gewässer mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu ver­hindern, doch sei dieser Vorschlag auf heftigen Widerstand gestoßen und über denselben eine Einigung sämmtlicher Mächte nicht erzielt worden.

Berlin, 1. März. DiePost" meldet aus Konstan­tinopel: Die Rüstungen nehmen ihren Fortgang. Der Sultan, welcher ein Vermögen von rund 240 Millionen Francs besitzt, hat, inbegriffen die früheren, dem Staats­schätze geleisteten Vorschüsse, bis jetzt über 60 Millionen Francs hergegeben und erklärte, daß er nöthigenfalls fein ganzes Vermögen dem Baterlande zur Verfügung stelle.

Frankfurt a. M., 1. März. DieFranks. Ztg." meldet auS Konstantinopel: Ein auS Athen hier etngetroffener dänischer Offizier, der in letzter Woche zweimal vom Könige in Audienz empfangen worden ist, sagte dem Corre- spondenten derFrkf. Ztg.", daß die Beziehungen zwischen den Höfen von Athen und Petersburg vollständig abgebrochen seien. Der König habe nicht einmal mehr gestattet, die jüngst eingetroffenen Depeschen der Kaiserin-Wittwe und des Groß­fürsten Michael zu beantworten. König und Regierung seien ein vollständiger Spielball deS NationalcomitsS geworden. König Georg habe ihm, dem Offizier, aufs Bestimmteste er­klärt, daß keine europäische Macht hinter ihm gestanden habe, als er fich dem nationalen Willen beugte. Diesem Willen werde er gehorchen und gegen Norden marschireo, wen« Griechenland gezwungen werde, Kreta zu verlaffen. Der dänische Offizier, dessen Glaubwürdigkeit über alle Zweifel erhaben sei, habe weiter versichert, daß die Kronprinzessin

Depeschen des BureauHerold."

Berlin, 1. März. Der Staatssekretär deS Auswärtigen Amtes, Freiherr v. Marschall, wurde heute Mittag vom Kaiser zum Vortrag empfangen.

Berlin, 1. März DerRetchSanzeiger" veröffentlicht die Verordnung, betreffend die Einführung preußischer Landesgesetze in Helgoland, vom 1. Februar 1897.

Berlin, 1. März. Die DiSctplinar-Verhandlungen gegen Dr. Carl PeterS werden im Laufe dieses Monats statt­finden. Der Geh. LegationSrath Dr. v. Schwartzkoppen hat, wie diePost" hört, die Voruntersuchung geführt, während der Geh. LegationSrath Hellwig nunmehr die Anklage leiten wird. DaS Verfahren gegen PeterS wird das erste sein, das vor der neu gebildeten DiSciplinarkammer zur Verhand­lung kommen wird.

Berlin, 1. März. Im Abgeordneteuhaufe wurde heute der Antrag Knebel betreffs möglichst baldiger Vorlegung eines Gesetzentwurfs über das Ruhegehalt und die Fürsorge für Hinterbliebene der Gemetndebeamten in der Rhetnprovinz au die Gemeinde-Commission verwiesen. ES folgte die CeotrumS-Jnterpellation betreffs Einführung eines Schutz­zolles auf Quebrachoholz. Nach der Begründung der Inter-

Pfahlgraben nordöstlich von Grüningen am Ziegenberg und begleiten denselben bis Kloster ArnSburg. ES find hier bis jetzt drei Gruppen bekannt, von denen zwei 'je aus Erd- schanze und Holzthurm neben einem Steinthurm und eine ouS Holzthurm neben Steinthurm bestehen. Bei ArnSburg ist aus dem rechten Wetterufer der Pfahlgraben auch im Wald durch früheren Ackerbau theilweise verwischt oder durch mittelalterliche Anlagen die Sache unklar gemacht worden. Durch Einschnitte in den Boden und AuShebrn der Grabens gelang es hier, den Zug festzuftellen. Auf dem linken Wetterufer besteht der Limes aus einer 1,20 bis 2,50 Meter breiten Trockenmauer mit Graben davor. Der Grund dieser von der Regel abweichenden Bauart ist in der felsigen Be- schaffenheit deS BodenS zu suchen. An einigen Stellen ist die nicht fundamentirte Mauer gerutscht und man hat dann eine Correctur angebracht. AuS dieser Correctur hat fich gegen Osten hin ein selbstständiger Wall mit Graben davor entwickelt, der vor der Mauer hinziehr. Nach Süden hin springen von dem Steindamw vier bastionartige Stein­schüttungen vor. Dieselben gehören jedenfalls der älteren Zeit an, denn auf zwei derselben fanden fich neben den Ecken der späteren Steinthürme die Pfostenlöcher der alten Holz- ihürme, die auch hier wieder ca. 30 Mettr vor der Front daS ältere Paliffadengräbchen begleitet. Außerdem wurde noch ca. 700 Meter nordwärts zu beiden Seiten der Wetter durch Bodeneinschnitte eine indeß von Professor GareiS schon früher vermuthete LimeSanlage aufgedeckt, die, nach den Scherbenfunden zu urtheilen, erst in der späteren Zeit der Römerherrfchaft in der Wetterau angelegt wurde, um einen einspringenden Winkel abzuschneiden.

Die Zeugnisse der römischen Schriftsteller über den Limes sind äußerst spärlich. Spartian gibt im Leben Hadrians an, daß, wo nicht Flüsse eine natürliche Grenzwehr bildeten, mit großen Pfählen (magnis stipitibue) ein Limes gezogen worden fei, und Frouttu berichtet, daß Domitian auf 120,000 Doppelschritte einen Limes gezogen habe, um das Hervorbrechen der Germanen auS ihren Wäldern und Schlupf-

Sofia, 1. März. König Alexander von Serbien | ist hier heute eingetroffen und vom Fürsten Ferdinand am Bahnhose empfangen worden. Der König begrüßte alSbald die Fürstin im Schlosse. Die Bevölkerung empfing den Gast mit sympathischen Zurufen.

Aden, 1. März. (Stefaut.) Weitere 96 von Meuelik freigelassene italienische Gefangene find in Harras eingetroffen. Ihre Ankunft in Zeila dürfte gegen den 12. März erfolgen.

Kanea, 28. Februar. Heute Nachmittag traf der neue Militärgouoerneur Tewfik Pascha hier ein und stattete alsbald den Consuln Besuche ab.

Kandia, 1. März. In der Stadt und Umgebung ist die türkische Bevölkerung von einer HungerSnoth bedroht. Die Insurgenten treffen Vorbereitungen zum Bombardement der Stadt.

Hierapetra, 1. Mär;. Den fremden Kriegsschiffen ge­lang es, an einigen Punkten die Muhamedaner vor den Grausamkeiten der Christen zu retten. Wo dies in Folge der Entfernung von der Küste nicht angängig ist, find die Moslems der Rache der christlichen Ausständischen aus­gesetzt, die durch die Anwesenheit griechischer Truppen aus der Insel zu unmenschlichen Greueln ermuthigt werden.

Domitianische Limes mußte in kurzer Zeit vor dem Feind als provisorische Feldbefestigung errichtet werden, wohl auS Erde und Holz, das von den zur Gewinnung einer freien Aussicht gefällten Bäumen geliefert wurde. Die Ausgrabungen haben eine solche Anlage zu Tage gefördert. Genauere Aus­kunft hierüber darf man wohl von den Untersuchungen hoffen, die im laufenden Jahre an den einzelnen Stationen der älteren Linie vorgenommen werden sollen. Das Gleiche gilt bezügl. des den Pfahlgraben in 3,40 bis 3,50 Meter vor der Grabensohle begleitenden jüngeren PaliffadengräbchenS, in dem bei Butzbach deutliche Reste von dicht nebeneinander­fitzenden Palisiaden aus Eichenholz gefunden wurden, und der Steinthürme. Der Limeswall, mit Spitzgrabep davor, gehört jedenfalls der letzten Periode an, aber seine Trace ist durch den Paliffadengraben der zweiten Periode bestimmt worden. Aehnliche Resultate find von Professor Löschcke in Bonn auf der Strecke Grenzhausen-Hönningen bet seine« mit ebensoviel Scharfsinn als Sorgfalt ausgeführten Unter­suchungen erzielt worden. Er ist der Ansicht, daß aus de» in einzelnen Holzthürmen gefundenen Scherben die Entstehung derselben mit Sicherheit in die Zeit der Flavischen Dynastie zu setzen sei.

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dieselben germanischen und frührömischen Scherben, wie in den vorher untersuchten Anlagen, in der Baracke allein aber auch noch solche auS späterer Zeit. Im Abstand von 31 Meter bett der vorderen Front deS HolzthurmeS wurde auch wieder la- ältere Paliffadengräbchen aufgedeckt. Auf der rechten Seite der Bahn, ca. 500 Meter weiter nordöstlich und ca. 350 Meter hinter dem Pfahlgraben liegt abermals eine Gruppe, die aus einem runden Hügel Holzthurm, einem elliptischen Hügel Baracke und einem Erd- ttstellchen besteht. Auch hier wurde durch einen Einschnitt t-s ältere Paliffadengräbchen constatirt. Die genauere Unter-

Wolffs telegraphisches Lorrespovdeiy-Vrwed.

Berlt«, 1. März. Der Staatssekretär Stephan ist soweit wiederhergestellt, daß er von dem Verband befreit werden konnte- er muß jedoch zur Schonung des Fußes noch einige Tage das Bett hüten.

Berlin, 1. März. Die Meldung derFrankfurter Zeitung" aus Berlin, in den Berathungen über die Mili- tärstrafproceßordnung wäre am Freitag eine Pause str mehrere Wochen eingetreten, erklärt dieNordd. Allg. Zeitung" für unrichtig. Dic Berathungen werden ganz tote bisher fortgesetzt.

Hamburg, 1. März. Der Verein der Importeure englischer Kohlen hat an die Kohlenschauerleute ein Schreiben gerichtet, tn welchem ihnen mitgetheilt wird, dvß vom 2. Marz nur solche Arbeiter zur Arbeit zugelaffen werden, die einen Schein unterschrieben haben, durch den sie sich verpflichten, mit den Arbeitern, die nicht die Arbeit viedergelegt hatten, in Ruhe und Frieden arbeiten zu wollen und eine vierzehntägige Kündigungsfrist anerkennen. Die Kohlenarbeiter hielten gestern eine geheime Sitzung ab, deren Crgebntß nicht bekannt ist.

Rom, 1. März. Der Papst empfing anläßlich des Jahrestages der Krönung die Cardinäle und Bischöfe und paraphrasirte die Encyclika vom Juni 1896 Über die Einheit der Kirchen. Das Befinden des Papstes ist vorzüglich.

Bruffel, 1. März. Der belgische Gesandte in Lissabon tmd frühere Ministerpräfident de NivelleS ist gestern gestorben.

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Bekanntmachung, betreffend: Gesuch der VerficherungSanstalten der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank in München um Ertheilung der Concession zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum.

Dir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß Großherzog­liche» Ministerium des Innern bei Rubrikatin die Erlaubniß zum Betrieb der Unfallversicherung im Großherzogthum unter brn üblichen Bedingungen auf Widerruf errheilt hat.

Gießen, den 1. März 1897.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

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frichung bleibt für 1897 Vorbehalten. Als Fortsetzung der ilteren Linie nach Nordoften find bis jetzt zwei Hügel immer

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Feuilleton.

Nie neuesten Limesuntersuchungen in Merhesten.

(Schluß,)

Etwa» recht Interessantes liefert die mit aller Genauig­keit ausgeführte Untersuchung einer im BolkSmunde Rett- schule genannten Hügelgruppe im Gambacher Gemeinde­wald, links von der Main-Weser.Bahn, ca. 150 Meter hinter dem Pfahlgraben. Neben einem reichliche Eulturreste darunter ein schön patinirteS Broncestück mit weißem Email liefernden Holzthurmhügel mit ungewöhnlich großer Plattform, dessen vier Pfostenlöcher fich nicht genau in der Mitte, sondern mehr seitlich fanden, um noch einer 5 Meter langen, 1,5 Meter breiten und beinahe 1 Meter tiefen Feuer- stclle Platz zu gewähren, fand sich ein weiterer Hügel mit

L zwölf Pfostenlöchern, auS dessen Spitzgrabeu reichliche Mchenreste tn Gestalt von Knochen, Scherben und dergl. ge­fördert wurden. In Holzthurm und Baracke fanden fich