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3.2.1897 Erstes Blatt
 
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Ein Landwirth fuhr 'n cheS Gelände auf sein gelt- leinen näheren Weg hri gedracht. Aus erhobt--» ,ffrei erklärt, da die -etr. isren unb Sitittni deren ,ich verlangt worden isi.

Januar. Äbtx wixkiit, , ttfobt »en Mda W , die baäre ist folgen!, utig.rothe Zettel hnuwg! luf diesen Zetteln, von denn leibhaftig gedruckt, daß tu rt erster Qualität flaut® r°en könne. Diese Wme- . H.jht es auf dem ßetttl, ;Q Meter laug für AnD. «ben empfängt der Saust' nt aber noch bester- 3 25 6^45«!.*"

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in unserer Gemeinde einen Beleg. Der hiefige Kuhhirt M. hatte dem Schäfer MauS von Ruppertenrod einen Hund geschenkt. Dieser nahm denselben an mit der Bemerkung, daß er bei einem eventuellen Verkauf deS Hundes dem Schenker etwas von dem Erlös geben wolle Als nun der Schäfer M. später den Hund für 6 Mark verkaufte, ver­klagte der frühere Besitzer beS Hundes den Verkäufer auf Unterschlagung. In dem Verhandlungstermin vor Großh. Schöffengericht zu Grünberg behauptete Kläger, er habe dem Beklagten den Hund nicht geschenkt, sondern nur über­laden mit dem Vorbehalt, bei einem Verkauf beS Hundes die Hälfte des Preises zu erhalten. Diese Behauptung be­schwor der Kläger und der Beklagte wurde kostenpflichtig verurtheilt. Im weiteren Verfolg der Sache kam dieselbe nun zur Verhandlung an Großh. Strafkammer zu Gießen. In diesem Termin konnte der Beklagte durch Zeugen die Behauptungen des Klägers voll widerlegen, trotzdem derselbe nochmals einen Eid ablegte. Unter dem Verdachte, wiffentlich sowohl vor dem Schöffengericht als auch der Strafkammer einen falschen Eid abgelegt zu haben, wurde der Kläger Kuhhirt M. von hier sofort in Untersuchungshaft abgeführt.

Alsfeld, 31. Januar. Bei den üblichen Schlitten- parthieen durch die Straßen der Stadt wurde heute ein Kind überfahren; dasselbe erlitt einen Armbruch.

4- Bo« Lande, 1. Februar. Heiter eS aus dem Schulleben. Dem Lehrer L. zu Gr., welcher ein Schulmädchen wegen Ungeziefers vom Unterricht nach Hause Schickte, ging folgender originelle Brief zu:Herr Lährer waß die Unreinligkeit betrift macht inhen keine Sorgen, Ihres Amtes haben sie darauf zu sehen, daS die Kinder gut lernen, Meine Schwester kann sich keine Magd halten Sie muß außerwerts ihr Brod suchen, Wundersam iS nur das die Tierchen bei der Sündflut nicht alle um kamen, Kinder haben alle Leuhe und bleiben erst, wenn sie erwachsen fein, Was mich angeb so ferachte ich nichts, Im 6 und 7 Buch Moses komt ein Mite! vor wie man Leuße machen könne, Ich »ölte nicht nachsehen baS der angeber selbst Leuße habe, Wer anetn eine Grube gräbt fällt selbst hinein. Nachdem fichs so verhält so sage ich, das von heute an daS Schulgeld aufgehoben iS, die Statkaffe und Armenkaffe bekommen Stüftungen und Erbgelder genuch, Ebenso iS eine Schande fron armen Arbeitern Schulgeld und Steuern zu erbreffen."

X. Darmstadt, 1. Februar. Auf Veranlassung der hie« stgen Abtheilung der Deutschen Colonialgesellschaft sprach heute Abend R. Tabbert aus Berlin über daS in den letzten Jahren vielgenannte Transvaal. Er schilderte zunächst die Reise durch Natal, die darnach, zur Zeit seiner Bereisung, bis Johannesburg theilweise noch mit

der Postkutsche gemacht werden mußte, gab dann ein Bild deS rapid und jetzt mächtig emporgeblühten Johannesburg (ca. 100 000 Einwohner), mit seinen vielfach großstädtischen Einrichtungen, tarn hierauf näher auf die Goldfelder zu sprechen, auf welches Goldvorkommen im Quarz zuerst ein Deutscher aufmerksam mochte usw. Die Production Trans­vaals an Gold betrug 1895: 160 Millionen Mark, d. h. Vs der ganzen Goldproduction der Erde; nach deutsch-fach­männischer Berechnung können die Goldfelder imRand" noch an 100 Jahre halten. Der Ackerbau ist arg vernach­lässigt; viel besser stehts mit der Viehzucht; Transvaal braucht keine Goldgräber, sondern vor Allem Farmer und Industrielle (daher die Agitation gegen die nur sich bereichern wollenden Engländer usw.). Der Redner hofft schließlich, daß die in Transvaal sehr gut angeschriebenen Deutschen immer mehr zu regen und engen Handelsbeziehungen mit dem zukunftsreichen Lande kommen möchten.

Kastel, 30. Januar. Vor etwa Jahresfrist ließen sich 8 Flößer von Kastel von einem Unternehmer nach Süd­amerika zum Befahren des La Plata engagircn. Gestern sind 6 derselben, darunter 5 verheirothete, wieder hier an­gekommen, weil sie daS Klima in Amerika nicht vertragen konnten. Einer ihrer Collegen ist drüben am gelben Fieber gestorben und ein anderer liegt krank im Spital zu Amsterdam.

Aus Rheinhessen, 30. Januar. Die 1896er CreScenz aus den geringen Lagen unserer Provinz ist bereits ab­gestochen und in den Orten mit besserem Gewächs, wie Oppenheim, Nierstein, Bodenheim, Laubenheim rc., ist man eben mit dem Abstich beschäftigt. Erst jetzt kommt die über Erwarten gut ausgefallene Qualität dieses Weines zur Geltung und er wird hier über den 1894er Jahrgang gestellt, während man in dem benachbarten Rheingau gegentheiliger Ansicht ist. Die Nachfrage nach den Weinen deS letzten Jahrganges steigt von Woche zu Woche und in Folge dessen erhöhen sich auch die Preise, so daß jetzt Weine, die man noch vor zwei Monaten zu 180 bis 200 Mk. das Stück von 1200 Liter kaufen konnte, heute unter 300 bis 320 Mk. das Stück nicht zu haben find. In den letzten Tagen wurden denn auch wieder bedeutende Ankäufe besonders in den Gegenden von Stadeken, Heßloch und Alsheim von Groß- firmen in Köln, Düffeldorf und Bremen gemacht, die diese fich noch immer viel billiger als die kleinen sauren Mosel­weine stellenden Weine zum Verschnitt mit demMosel" nehmen und so ein mundgerechtes Getränk Herstellen. Weine aus den besseren Lagen werden bis zu 700 Mk. für das Stück bezahlt. Auch der 1895er Jahrgang hat in letzter Zeit etwas im Preise angezogen, was seinen Grund in der

im kommenden Frühjahr zu erwartenden starken Nachfrage haben mag. Der Rebstock steht bis jetzt sehr gut auS. DaS Holz ist kräftig ausgereift und hat noch nicht unter dem Einfluß der Kälte gelitten.

Deswfcfdytes»

* Der Deutsche Techniker-Verband, Verbands - Büreau Berlin C. 22, bittet uns, die Inhaber technischer Geschäfte, sowie die Staats- und Gemeinde - Verwaltungen auf leine kostenfreie Stellenvermittelung, für die Herren Chefs sowohl als auch für stellungsuchendc Techniker, aufmerksam zu machen. Die Stellenvermittelung des Deutschen Techniker-VerbandeS ist derartig organifirt, daß neben der Centrale in Berlin zahl­reiche Filialen unter bewährter Lritung bestehen, so daß jeder Zeit, in kürzester Frist, bei sorgfältiger Auswahl, tech­nische Hilfskräfte aller Art kostenfrei nachgewieftn werden können, was um so mehr der Fall sein kann, als der Ver­band weit über 5000 Mitglieder zählt und nachweislich im fortgesetzten WachSthnrn begriffen ist.

* TiberiaS zerstört. Wie aus Jerusalem berichtet wird, wurde die Stadt Liberias am Genezareth-See durch einen Wolkenbruch heimgesucht, lieber siebzig Häuser find rin- gestürzt, vierzig müssen wegen ihrer Vausälligkeit nieder- gerissen werden. Mehrere Menschen fanden ihren Tod tn den Finthen. In der Stadt herrscht großer Lebensmittel- mangel.

Nach Darmstadt. Wir bitten Eorrespondenzen etwas früher zur Post zu geben. Red.

Verkehr, Land- unb VottrwLrthsehaf^

Gieße«, 2. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigem Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. JL 0,90-1,00, Hühnereier pr. St. 7-8 4, 2 St. 00 H, Enteneier 0 H, 2 St. 6 Gänü- eiet pr. St- 0000 H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Pa-r vM 0,70 biS 0,90, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 1,201,50, Enten pr. Stück X 1,501,70, Gänse pr. Pfurxd X 0,48-0,54, Ochsenfleisch pr. Pfb. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60-66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 H, Schweim- fleisck, gesalzen, pr. Pfd. 70 H, Kalbfleisch pr. Pfd. 50-54 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 50-65 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4 50 biß 6,00 X, Weißkraut pr. Stück 0- 00 H, Zwiebeln pr. Centn» X 4,00-0 00. Milch pr. Liter 16

[(auch in Umtausch gegen ältere Werke) sowie alle andern Bücher l | liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an

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eyers Konversations-Lexikon

Betr.. Oeffeutliche Impfung.

BetKUWrRMHUWK.

Um den Angehörigen derjenigen Jmpfpflichtigen, welche noch rück­ständig sind und Aufforderungen erhalten haben, die Impfung nachholen M lassen, hierzu Gelegenheit zu geben, wird im Jmpflocale (Altes Rath­haus am Markt)

ÄM Freitsg drn 5. Februar, Nachmittags von 24 Uhr,

ein öffentlicher Impftermin und am folgenden

Freitag den LS. Februar, von 23 Uhr,

> er Nachschautermin abgehalten, in welchem alle Geimpften erscheinen müssen.

Die Impfungen erfolgen kostenfrei.

In beiden Terminen können auch Impflinge, welche wegen Kränk­lichkeit weiterhin zuruckgestellt werden wollen, dem Jmpfarzte vorgestellt And diesbezügliche ärztliche Zeugnisse abgegeben werden.

Es wird noch bemerkt, daß die Witterung und die Jahreszeit auf den Verlauf der Impfung keinerlei Einfluß haben.

Gießen, den 2. Februar 1897.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Wolff. 1167

Bekanntmachung.

Wir machen hiermit bekannt, daß sich der Landwirthschaftliche Eon- sumverein, E. G. mit unbeschr. Haftpflicht zu Lollar, kraft Generalver- fllmmlungsbeschlüsse vom 18. und 28. December 1896 aufgelöst hat. Die Nuflösung ist Seitens Großherzogl. Amtsgerichts Gießen veröffentlicht im Gießener Anzeiger Nr. 19 von 1897.

Die Gläubiger unserer Gesellschaft werden hiermit aufgefordert, sich der Genossenschaft zu melden.

Lollar, den 2. Februar 1897.

Landwirthschaftlicher Consumverein

Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Lollar in Liquidation. 1150

Ludwig Seipp VII. Friedrich Deibel V. Johannes Schwarz.

Allgemeiner Derein fiir Amen- und Krankenpflege.

Ordentliche Generalversammlung Mittwoch, den 17. Februar 1897, Abends 6 Uhr, im Coufirmaudensaal, Neustadt 61.

Tages-Ordnung:

1. Jahresbericht.

2. Prüfung der Rechnung für 1896.

3. Erbauung eines neuen Schwesternhauses.

4. Abänderung der §§ 11 bis 16 der Statuten.

5. Neuwahl des Vorstandes.

Die Mitglieder werden hiermit auf Grund der 4, 5 und 7 der Statuten ergebens! eingeladen. 1168

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