^er Autheil der Greise 2,10, beim HandelSgrwerbe 2,02. Alle übrigen Gruppen zeigen einen geringeren Anthei!; im polygraphischen find nur 0,43 und im Bergbau und Hüte»' Wesen 0,27 der ErwerbSthärlgeu über 70 Jahre alt.
• UastaudeSgemäß soll, wie fich der Fürst von Schaumburg äußerte, die Ehe sein, welche der Regent Graf Ernst zur Lippe mit einer Gräfin Wartensieben geschloffen hat. Da jedoch diese Ehe vom damaligen Okerhaupt des Lipptscheu Fürstenhauses, dem Fürsten Leopold, ausdrücklich als standesgemäß erlaubt wurde, so ist der Einspruch der Schaumburger Linie hinfällig, um so mehr, als sie doch erst in der letzten Reihe der möglichen Erben steht. Nun find außerdem gerade in Fürstenhäusern viele sogenannte „an* standesgemäße" Ehen, also nach der herrschenden Ansicht Mthheirathen geschloffen worden, daß man sta-mt, das Wort „Mesalliance" immer doch zu hören. Wie oft waren doch gerade diese „Mißheirathen" die glücklichsten Ehen. Kaiser Alexander II. von Rußland hing mit schwärmerischer Liebe an der Gräfin Dolgorucki, in deren Armen er seinen letzten Seufzer auShauchte, als ihn die Bomben der Nihilisten getroffen hatten. König Friedrich VII von Dänemark hei« Kathete die zur Gräfin erhobene Putzmacherin Raßmuffen. Victor Emanuel wählte die Gräfin Montefiori, die Tochter eines Leibgardisteu, zur morganatischen Frau und fand an ihrer Seite das erhoffte Glück. Der letzte Kurfürst von Hessen führte eine Ehe mit der Fürstin von Hanau, der Tochter des Bonner WetnhändlerS Falkenftein. Erzherzog Johann von Oesterreich freite die Tochter des Postmeisters von Auffee und Erzherzog Heinrich von Oesterreich die Schauspielerin Hoffmann, Prinz Leopold von Coburg-Cohary, Bruder des ehemaligen Königs von Portugal, heirathete die Wiener Klavierlehrerin Constanze Geiger. Der Ehe des Prinzen Alexander von Hessen mit dem polnischen Edelfräulein von Haucke entsproß der Bulgarenfürst Alexander, der dann selbst wieder eine Schauspielerin, Fräulein Loifinger, heirathete. Prinz Karl von Baden führte ein Fräulein von Beust he'm, und der preußische General Prinz August von Württemberg heirathete die Schauspielerin Bethge. DaS find «ur einige wenige Beispiele von sogenannten „Mesalliancen" in fürstlichen Häusern und die glücklichen Ehen find und waren der beste Beweis, daß die Menschheit nicht berufen Ist, fich in einzelne Kasten zu scheiden und daß, wo es auch geschieht, die Liebe diese Schranken muthig überwindet.
e Durch! Eine Biographie des Eavallerie-Generals v. Rosenberg veröffentlicht Fritz Bley unter dem Titel: „Durch!" Aus dem Inhalte sei eine Anecdote entnommen, die den Vorzug hat, buchstäblich wahr zu sein: „Kaiser Wilhelm II. fand an den kleinen Scherzen des Generals stets ein besonderes Wohlgefallen. Eines Tages sah er diesen auf dem Tempelhofer Felde vor einem Graben von bedenklicher Breite halten. Er sandte seinen ^Adjutanten zu ihm und ließ I ihm sagen, wenn der General den Graden da nähme, so I
schenke er ihm einen Thaler. Der General lächelte geschmeichelt über den Scherz, bedachte dann aber, daß ein Thalec doch eben ein Thaler bleibe und daß ein alter Cava- lerist am allerwenigsten vor einem Hindernisse zurückschrecken dürfe, schon um nicht dem Flügeladjutanten sein zweifelndes Lächeln zu gönnen. Da« Unglück fügte nur, daß der Gaul, den der General au diesem Tage ritt, nicht gerade zu den Zierden seines Stalles gehörte. Er hatte ihn ganz gern schon verkauft, wenn fich ein Käufer gefunden hätte. Und der Graben war wirklich ungemüthlich breit. Aber was half« ! Als der Kaiser in Sicht kam, galloppirte der General an, holte aus dem Gaule die letzte Kraft heraus und landete jenseits de« Graben« mit Anmuth und Zuverficht, um fich dann lachend beim Kaiser seinen „Dhaler" auSzubittev. Unter herzlichem Gelächter wurde die Belohnung auSgezahlt und eingesäckelt. Der flotte Sprung sollte sich aber noch besser lohnen. AlS der General nach Hause ritt, gesellte sich eine andere Excellenz zu ihm, die den Vorgang beobachtet hatte. „Excellenz reiten ja ein Prachtpferd; der Gaul ist ja ein bombensicherer Springer!" „Nun ja, eß geht so la, la mit ihm!" „Ich brauche gerade ein sichere« Pferd, Excellenz. Wäre Ihnen dies vielleicht feil?" „Hm — na, unter Umständen — wenn ich Excellenz einen Gefallen damit erweise — warum nicht? Pferdeprctse find und bleiben ja Liebhaberpreise- und warum sollte man einem liebenswürdigen Gönner nicht einmal au5 der Verlegenheit helfen? Kurz und gut, der Gaul tauschte für einen recht annehmbaren Preis — man munkelt von zweitausend Mark—den Stall. Tags darauf sah der Kaiser sehr erstaunt den neuen Besitzer auf dem ihm wohlbekannten Pferde und hörte höchst belustigt die, Geschichte de« Verkaufs. Dann winkte er den General von Rosenberg heran und sagte diesem, ihn etwa« abseits nehmend: „Hören Sie mal Rosenberg, wenn Sie einmal wieder einen Gaul gut verkaufen wollen, lassen Sie eS mich wissen!" Sprache und ritt in langem Galopp davon."
* Telephonischer Schabernack. Dem „Luzerner Tagebl." wird gemeldet: Herr Pulver, ein bekannter Viehhändler in Bern, wollte ins Schlachthaus telrphoniren, er habe einen Trupp Kälber hinausgesandt. Auf der Centralstation versteht man ihn „lätz" und verbindet ihn mit dem Rathhau«, wo eben der Großrath tagt. Herr Weibel Häubi eilt an« Telephon und ist starr vor Entrüstung, als er aus H.-rrn Pulvers Mund die Frage vernimmt: „Sind die Kälber schon alle da?"
* Aus dem Leben eine« Verbrecher«. Kürzlich wurde ia Straubing (Bayern) ein gewisser Nußftein, Schuhmacher au8 Marktredwitz, hingerichtet. Nußstein war ein vorzüglich talentirter Mann und gehörte al» Mitglied einer Theater- gesellschaft an. Er schrieb Erzählungen und Gedichte zum GeburiStagSfest deS Prinzregenten- er ist Verfasser der ebenfalls im Druck erschienenen Erzählung „Der Veteranevhaupr- mann und sein Deandl". Im Theater spielte er meist Brr
brecherrollen. N. hatte den Gang zum Schaffst öfter« auf der Bühne gemacht und neulich war e« in Wirklichkeit fei« letzter Gang, weil er einen alten Bauer ermordet und beraubt hatte. Vorher war N. noch nach München gebracht worden, weil er im Verdacht stand, er habe dort einen noch unaufgeklärten Raubmord verübt. Er konnte aber sein Alibi dadurch nachweilen, daß er zur fraglichen Zeit anderswo eine Reihe von Einbrüchen verübt hatte.
* Vom kommenden Wetter schreibt Falb: „Für die nächsten Tage find bei verhältnißmäßig hoher Temperatur leichte trockene Schneefälle zu erwarten, für daß erste Drittel des Dec-mber ist in Mittel- und Süddeutschland strenge trockene Kälte wahrscheinlich. Der 9. Dccember ist ein kritischer Termin dritter Ordnung."
* Annoncen. Ich zahle nur hundert Thaler Laden- miethe und kann deshalb billiger verkaufen, wie jede Con- currenz. Schreier, Schuhwaarenhauß. — Ich habe schon seit drei Monaten überhaupt keine Miethe mehr b zahlt und kann deshalb am Allerbilligsten verkaufen. Ueberschreier, Schuhwaarenhau«.
Citaratar tuet Hunyt.
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