Brüssel, 30. November. Ja Hey st hat gestern der Sturm großen Schaden angertchter. Dächer und Kamine wurden fortgertflen. Biele Fischerboote haben stark gelitten. Tine große Schaluppe wurde an die Küste geworfen und nur mir vieler Mühe gelang es, die Mannschaft zu retten. Die Meere-fiuthen haben den Damm durchbrochen. Sämrntliche Straßen zwischen dem Damm und der Eisenbahn find über- schwemmt. Dar Waffer ist bis an den Kursaal vorgedrungen. Tine Ostender Schaluppe ist gescheitert, die Mannschaft wurde jedoch gerettet.
Lüttich, 30. November. Die bet dem gestrigen Crawall zwischen strtkenden belgischen und nichtstrikenden deutschen Grubenarbeitern verletzten beiden deutschen Bergleute liegen schwer verwundet darnieder. Der durch einen Schuß in den Kopf verletzte Bergarbeiter Otto Schneider at d,e beiden Angreifer erkannt.
Paris, 30. November. Nach dem „Jour" har Major Esterbazy eine gerichtliche Klage eingeleitet, weil verschiedene Aktenstücke aus seiner Wohnung gestohlen worden find.
Laudon, 30. November. Der Sturm hat an der eng« tischen Küste großen Schaden angertchtet und zwar besonders in Margatt und mehreren Orten, die an der Themse liegen. Sieben Schiffe find gescheitert, doch konnte die Mannschaft gerettet werden. Mehrere Bahnhöfe sowie da- Zeughaus stehen unter Waffer.
Athen, 30. November. Die Kronprinzessin regte die Renooirung des hiesigen Militär.LazarethS an, wozu fie die nöthige Summe von über 1b0000 Drachmen aus ihrer Privatschatulle anwetseu wird.
Konstantinopel, 30. November. Die griechischen Bevoll« mächtkgren haben von ihrer Regierung neue Instructionen bezüglich deS Artikels über Handel und Schifffahrt erhalten. Man nimmt an, daß die Eonferenz heute ihre Verhandlungen beenden wird.
Kiel, 1. December. Wie verlautet, wird der Kreuzer „Schwalbe" nicht nach China gehen, sondern für dauernde Besetzung der amerikanischen Station bestimmt. In der« gangener Nacht wurden 20 Oifiztere und 450 Mann des Panzerschiffes „Sachsen", welche- nunmehr außer Dienst gestellt worden ist, mittelst SonderzugeS nach Wilhelmshaven befördert zur Indienststellung des Kreuzers „Deutschland" am 2. December.
Köln, 1. December. Im Befinden des Cardinals Kremevtz ist seit gestern eine erneute Verschlimmerung ein- getreten. Die Auflösung steht bevor.
Wien, 1. December. Der Aufstand in Albanien nimmt große Dimensionen an. Dem „Neuen Wiener Tgbl." zufolge find hier an maßgebender Stelle hochernste Meldungen etngelaufen. Aus Konstantinopel erfolgen neue Truppeu- nachschübe. Man ist sehr erbittert über die Unruhen, welche Bulgarien im UeSküb hervorgerufen hat. Die Pforre sandte eine scharfe Verwahrung nach Sofia. Djakovar ist von 3000 Albanesen blokirt.
Wien, 1. December. Der Gemeiuderath hat gestern etaen Beschluß gefaßt, welcher dem Kaiser Dank für die Entlassung BadeniS darbringt. Gestern fand auf Einladung des verfaffungStreuen GroßgrundbefitzeS eine Be- fprechung statt, wobei die Vertreter dieser Gruppen und die der deutschen Fort chrtttSpartei, deutschen Volk-Partei, der chrtstlich-soctaleu Bereinigung und der freien deutschen Bereinigung bejchloffen, gegenüber der neuen Regierung solidarisch vorzugehen.
Prag, 1. December. Gestern Abend wiederholten fich oie Straßencrawallr in weit stärkerem Maße. Im deutschen Theater sowie an vier deutschen Gebäuden wurden die Fenster etngeschlagen. DaS Theater wurde von zwei Compagnien Infanterie besetzt. Die Exceffe nahmen ihren Anfang mit einer Demonstration der tschechischen Studenten- schäft, welche vor dem Rathhause dem Bürgermeister eine Ovation bereitete, vor dem deutschen Theater kam eS zu einem Zusammenstoß deS Militärs mit den Excedevten. Offiziere und Feldwebel gingen mit gezogenem Säbel vor, die Mannschaft mit gefälltem Bajonett. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Die Hauptstraßen find vom Millrär besetzt.
Prag, 1. December. Ja der gestrigen StadtrathS» fitzung wurde die Entfernung deS Poliz eidtrectorS Dörfel wegen angeblicher offenkundiger Begünstigung der Deutschen verlangt, während die Wache gegen die Tschechen brutal vorgehe Dörfel gestatte den deutschen Studenten, farbige Bä'der und Mützen zu tragen, obwohl von tschechischer Seite dagegen protestirt worden sei, weil dadurch die tschechische Bevölkerung provocirt werde. Die Forderungen deS tschechischen StadtrathS wurden zum Theil ersüllt. Der Polizei- Nrector ließ die Chargtrteu der deutschen Studenten.Ber- vindungen rufen und ersuchte fie, die Studenten möchten einige Zeit das Tragen von Couleurs Unterlassen.
Triest, 1 December. DerLlohddampfer „Memphis" ward- gestern Nacht schiffbrüchig hier eiagebracht. Er ve-kehrte zwischen Smyrna und Triest. Auf dem Dampfer befanden fich drei Damen und drei Herren auS Deutschland.
Cecalei rrnd provinzielles.
Gießen, 1. December 1897.
• * Das Ehrenzeichen fdr Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 16. Octoder dea Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu Offenbach, den Oberführern Eafimtr Rudorf und Jean Geher uud dem Steiger Peter Schitz.
• • Kirchendiener Knoll f. Gestern Nachmittag um 4 Uhr wurde zu Alzey die sterbliche Hülle unseres langjährigen Mitbürgers, deS früheren Kirchendieners an der Stadtkirche, Herrn Wilhelm Knoll, zu Grabe getragen. ES war ein 'wposauter Zug, der fich unter Vorantritt der Mufikcopelle eine- Mainzer Regiments und der Milttärvereine mit ihren Fahnen durch die Straßen Alzeys nach dem Kirchhof bewegte.
Außer den Einwohnern Alzeys an- allen Ständen, befanden fich darunter auch nicht wenige Auswärtige, u. A. auch drei Gießener Herren, die dem treuen Manne das letzte Ehrengeleite gaben. In der Leichenhalle deS Kirchhofs waltete Herr Pfarrer Beck feines Amtes und gab dem Heimgegangenen das Zeugniß, daß er fich in allen Lagen seines Lebens als ein treuer Knecht seines himmlischen Herrn erwiesen habe. Er bestätigte auch ausdrücklich, was schon der Leichenzog zu erkennen gegeben hatte, daß Herr Knoll fich auch in Alzey viele Freunde erworben habe. Am Grabe legte Herr Pfarrer Schlosser auS Gießen einen Kranz nieder und sprach dazu etwa folgende Worte: „Im Namen und Auftrag der evangelischen Ktrchengemeinde zu Gießen, der der verstorbene über 25 Jahre lang gedient hat, ihres Kirchenvorstander und ihrer Pfarrer überbringe ich den letzten LtebeSgruß für unseren Heimgegangenen Freund. Ich thue eS mit dem Ausdruck des herzlichen DankcS für alles, was er uns tu langen Jahren in großer Treue, in geradezu vorbildlicher Zuverlässigkeit, mit wirklicher HerzenShingabe an seinen Dienst gewesen ist. Ich thue eS zum Zeugniß, daß das Andenken deS lieben Heimgegangenen bei uns nicht verlöschen wird. Eine eigenartige, festgeprägte Persönlichkeit, wie er war, ein schlichter Mann, und doch voll Würde, ein ungelehrter Mann, und doch voll gesunder Lebensweisheit, ein Mann strengen Diensteifer- und doch voll Freundlichkeit, ein ernster Mann und doch mit einem so köstlichen Humor begabt, hat fich seine Gestalt fest in unsere Herzen geprägt. Der treue Gott schenke ihm nach einem in rastloser Arbeit unb ia unermüdlicher Pflichterfüllung zugebrachten Leben die ewige Ruhe!"
• • Eutgegeukomweu. Der „Mainzer Anzeiger" schreibt: Auf eine Eingabe deS VeteranenoeretnS der Hessischen Dtvifiou hin hat da- Gouvernement zu Mainz genehmigt, daß bei Beerdigungen von verstorbenen Kameraden des genannten Vereins jedeSmal eine Milttärcapelle mttgeht, und zwar kostenlos. Bei jedem dem Gouvernement fettens deS VereiuSvorstaudeS angezetgten Sterbefalle wird vom Gouvernement aus eine der hiesigen Militärcapelleu, uud zwar abwechselnd, zur Begleitung beordert. Heute Nachmittag schon tritt dieser Fall zum ersten Male ein.
* * Zu Amerika verstorbene heffen. Philadelphia, Pa., Philipp GuckeS, 76 Jahre alt, aus Hrssen-Darmstadt. Wauseou, O., Frau Anna W. Gilgen, 83 Jahre alt, aus Höchst. Johutown, Pa., George Hoffmann, 69 Jahre alt, auS Eichel-- dorf. St. Agatha, Canada, Frau Anna Catharina Sch äf er, geb. Reubltug, 90 Jahre alt, aus Wallersdorf. Carthage, LewiS Couniy, N. A/Frau Helene Ltndftruth, 72 Jahre alt, aus Darmstadt. New Aark, Hermann H e y dt, 55 Jahre alt, aus Grünberg.
Lauterbach, 30. November. Der Polizetdteoer Stoll von hier stürzte in der stürmischen, duukelen Nacht vom Sonntag auf Montag am Siechberg bet einem Wachtruud- gang so schwer, daß er einen Beinbruch erlitt. — Vorige Woche fand man bet Hopfgarten dicht am Schtenengeletse einen Mann erhängt an einem Baume vor. — Gelegentlich einer Jagd in dem Romröder Wald fand man in der Nähe eines Bahnwärterhäuschens einen vollständig verwitterten Meuschen-Schädel.
Darmstadt, 30. November. Au den GruudauS- hebuugsarbeiren für das Fundament deS neuen Museums wird gegenwärtig, begünstigt durch die noch recht förderliche frostfrete Witterung, sehr lebhast gearbeitet. — Hochschul- Vorträge zum Besten von Stipendienzwecken für Studireude finden im kommenden Jahre nach in früheren Jahren bewährter Institution wieder statt. ES werden sprechen Prof. Harnack über Wilhelm v. Humboldt, Prof. Schenck über Wechselbeziehungen zwischen Ameisen und Pflanzen im Tropenwald, Privatdoeent Noack über griechische Kultur in Italien, Prof. Gutemuth Über Einfluß der Technik auf amerikanische Lebens- uud Verkehr-Verhältnisse, Prof. LePfiuS (der dem letzten tntrrnationaleu Geologencongreß in Moskau uud den Excurfiouen, die fich daran kaüpftrn, beigewohnt) über Retse- eindrücke in Rußland, Prof. Hangen über Robert BuruS, den bekannten schottischen Lyriker, lieber die in die Zeit zwischen 15. Januar und 16. März 1898 fallenden Vorträge werden wir Ihnen jeweilig kurz referiren. — Heute Abend ging, als erstes Sheak-speare-Stück in der Saison, „Der Kaufmann von Venedig" auf unserer HofbÜhue in Scene, und zwar in trefflicher Aufführung vor stark besetztem Hause.
Lampertheim, 28. November. Der Laudwirth Lösch von hier, der mit seinem Schwiegervater, dem Landwirth Klingler, wegen Vermögensangelegeuheiteu tu Feindschaft gekommen war, gerieth mit diesem auf dem Feld in heftigen Streit, der zu folgenschweren Thätlichkeiten auSartete. Lösch v:rsetztr seinem Schwiegervater mit einem Wagenscheit mehrere heftige Schläge auf Kopf und Schulter, so daß derselbe schwere Berletzungeu davontrug. Lösch selbst erhielt von seinem Gegner mit einer Mistgabel vier Stiche in Gesicht uud Schultern. Beide Thäter, die ein unbescholtenes Vorleben haben, liegen hart darnieder.
WorwS, 29. November. Das HauS Cornelius Heyl veranstaltete am vergangenen SamStag Abend zu Ehren seiner diesjährigen Jubilare in dem festlich btco rtrten Vereinshause der Fabriken eine größere Feier, welche unter Mitwirkung des Gesang- und Jnstrumental- vereinS sowie deS KnabcnchorS der Firma einen sehr schönen Verlauf nahm. Die Feier galt den Jubilareu Nicolau- Kleber hier, Georg Hauck hier, Heinrich Kraft auS Wie-- Oppenheim, die in diesem Jahre ihr 50jähriges Dienstjubiläum im Hause Corneliu- Htyl begingen, dem Aufseher Karl Annheiter aus Pfisfligheim mit 40 Dienstjahren, sowie 18 Arbeitern mit 25 D'enstj^hren.
* Plaue», 30. November. Die Appretur- und Färbereifirma Georg Schieber in Reichenbach stiftete bet ihrem
50jährigen Jubiläum ihren Arbeitern und Beamten 100 000 Mk. Der Chef schenkte überdies 60000 Mk. zu einem Arbeiterheim.
• Amsterdam, 30. November. Der Banquier A. C. Wertheim, Chef deS hervorragenden Bankhauses gleichen NarnenS, ist heute Morgen plötzlich gestorben.
* Victoria (Britisch-Columbien), 28. November. 25 Berg- leute find heute von Dawson City (Klondyke) hierangekommen und haben 10 000 Pfund Goldst a'ub und Wechsel im Betrage von einer Million Dollar mitge- bracht. Die ihnen gehörigen Goldgruben schätzen fie auf Dollar- 15,000,000. Die Bergleute berichten, daß 700 Goldsucher nach Fort Aukon gezogen find, um nicht Hunger- zu sterben uud 200 außerdem über Land die Küste zu erreichen suchen. Am 15. October wurden zw:i Leute in Dawson Ciiy wegen Stehlen- von Nahrungsmitteln er chossev. Der Sack Mehl kostete damals schon mehr als 50 Dollars.
• vadeui-Witze. Aus Wien werden folgende Badeni- Witze, die gegenwärtig in der Kaiserstadt an der Donau die Runde machen, mitgetheilt: Graf Badeni wurde von einem Bekannten befragt, weßhalb er nicht den Abg. Wolff nieder- geschoffen hätte. Badeni antwortete: Auf Wölfe schieße er nicht, er begnüge fich damit, „bloß Böcke" zu schießen. Abg. Wolff wurde gefragt, warum er Badeni in den Arm und nicht ins Bein geschossen habe. Darauf erwiderte er: Ja, sonst hätte er nicht „gehen" können. — Graf Badeni stieg in einen überfüllten Trambahnwagen, wollte aussteigen, konnte aber bei dem Gedränge nicht zur Thür kommen. Ec rief dem Conducteur zu, er solle ihm doch Platz machen. Darauf sagte der Schaffner: „Wissen'- was, rufen'S nur: Hoch Badeni! Dann werden'- gleich draußen fein."
• Grob. Gattin: „Warum heult kenn der Hund so fürchterlich?" — Gatte: „Vielleicht hat er gestern gehört, daß Du heute kochen willst."
Eingesandt.
Betr. Theaterbesuch.
Mehrere auswärtige Freunde deS Theaters unterstützen lebhaft den Wunsch, eö möchten die Vorstellungen, zumal wenn berühmte Gäste (z. B. Richard von Stuttgart u. 21.) mit herangezogen find, um 7 Uhr oder doch ganz präcis um Ve8 Uhr beginnen. Man sollte diese Rücksicht auch auf auswärtige Theater-- besucher unbedingt nehmen; im anderen Falle (Anfang 8 Uhr) müssen dieselben fast alle viel zu frühe die Vorstellungen verlassen; Manche, die sonst kommen würden, bleiben zu Hause, zumal daS Theater so wett von der Bahn entfernt liegt, auch nach >/,10 Uhr kein OmnibuS mehr geht. N. und L.
Das Eingesandt in Nr. 281 d. Bl., des Inhalts, daß die Theaterdirection früher mit den Vorstellungen beginnen möge, wird schwerlich die allgemeine Zustimmung der Theaterbesucher finden. Die Festlegung des Beginns um 6 Uhr bezw. 6'/, Uhr würde da» Fortbleiben der Geschäftsinhaber und ihrer Angestellten, der Beamten und Arbeiter, die meistens bis 7 Uhr in ihrem Berufe thätig fein müssen, zur Folge haben. Die Forderung des 6 Uhr-Beginns darf man eigentlich nur Leuten zutrauen, die täglich über 24 Stunden freie Zett verfügen; die Zahl derselben mag in Gießm zwar nicht ganz gering, aber doch nicht ausreichend oder die ihr Zuzuzählenden nicht gewillt oder sonst in der Lage sein, den Theaterwal zu füllen, ihnen dürfte es aber auch nicht darauf ankommen, ob sie einmal eme Stunde früher oder später in die Federn schlüpfen. Wenn verehrltche Theaterdirection den Versuch machen wollte, etwa um eine halbe Stunde früher zu beginnen, so wäre vielleicht ein Mttel- weg gesunden, ober schon um 6 Uhr oder 6‘/e Uhr beginnen, hieße doch den Interessen der Einwohnerschaft zu wenig Rechnung tragen.
Einer von den Vielen, die sich die Stunden zum Theate, besuch sozusagen stehlen müssen.
CUetaiut und Rr-rM
— Aberglaube und Strafrecht. Ein Beitrag zur Erforschung des Einflusses der Volksan^chauungen auf die Verübung von Verbrechen von Aug. Löwenstimm. Mit einem Vorwort von Dr. I. Kohler, Professor der Univerfität Berlin. Verlag der Stuhr'schen Buchhandlung, Berlin. Preis 2,50 Mk. — Da» Buch bietet eine hochinteressante Studie, die sowohl in juristischen Fachkreisen, als auch bet allen gebildeten Lesern größtes Aufsehen erregen wird. Der Verfasser, Jurist von Fach, weist seine Berufsgenossen auf eine Aufgabe juristisch-richterlichen Studiums hin, die bisher stark vernachlässigt wurde. Die Darstellung ist leicht und flüssig, unb eine Reihe von interessanten Processen, die darin Der» öffenilicht sind, erhöhen den Retz der Lectüre. Jedem Gebildete«, der sich für solch brennende Fragen der Gegenwart auf diesem Gebiete interesstrt, sei das Buch angelegentlich empfohlen.
Nniverfitäts - Nachrichten.
— Das deutsche archäologische Institut und andere wissenschaftliche Institute in Rom und an anderen Orten Italiens sandten Prof. Mommsen ihre Glückwünsche zur Feier des 80. Geburtstages des Gelehrten. Auch die römischen Blätter beglückwünschen den Jubilar.
— Berlin, 30. November. Obwohl Professor Theodor Mommsen sich durch seine süddeutsche Reise persönlichen Empfängen entzog, gingen ihm doch zu dem heutigen 80. Geburtstage zahlreiche Beglückwünschungen zu, darunter eine künstlerische Adresse der Berliner Universität, worin ber schöpferische und allumfassende Geist neben der exacten und sorgfältigen Etnzelarbeit des Jubilars, sowie die bls heute erhaltene jugendlich-feuertge Willenskraft im Forschen und Handeln gepriesen werden. Weitere Adressen überreichten die philosophische und juristische Facultät, letztere in Gestalt einer tabula gratulatoria mit einer von Pros. Eck verfaßten Inschrift, sowie einen Ebrenburgerbrief der Stadt Ebarlottenburg, die mit Genehmigung des Kaisers eine neue Straße Mommsenstraße benennt, ferner zahlreiche Universitäten, Akademien unb Körperschaften rc.
— Der Professor der germanischen und romanischen Phllologie an der Universität Christiania Unger ist gestorben.
Wöchentliche Uederstcht der Todesfälle i« Gießen
48. Woche. Vom 21. November bi» 27. November 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann MUttdr). Slervltchkett-ztffer: 8,77, nach Abzug der Ortsfremden 6,58%?.
Kinder
ES starben an: Zusammen: Erwachsene: tm vom
l.Lebrn-jahr: 2.—15. Jahr:
Lungenschwindsucht 11 — —
Gehirnschlagfluß 11 — —
Gehirnerweichung 1 (1) 1 (1) — —
Herzkrankheit ________1__________1___________—__________~~
Summ«: 4 (1) 4 (1) —
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Tode-fälle in der betreffenben Krankheit auf von au-wärt- nach Gießen gebrachte Kranke kommen.


