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Nr. 231 Zweites Blatt. Samstag dm 2. Oktober
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Amtlicher Tdeil.
Gießen, den 30. September 1897.
Betr.: Die eingeschriebenen Hilfskassen.
Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglicheu Bürgermeistereien and Kraukenkafseuvorstäude des Kreises.
Auf Grund der Gesetze vom 7. April 1876 und 1. Juni 1884 über die eingeschriebenen Hilfskassen theilen wir Ihnen nachstehend ein Berzeichniß der im Kreise Gießen zugelafseveu eingeschriebenen Hilfskassen unter dem Bemerken mit, daß die Kaffen dem § 75 de» Gesetzes vom 15. Juni 1883 „die Krankenversicherung der Arbeiter detr." entsprechen und daß die Mitglieder dieser Kaffen von dem Beitritt zur Gemeinde« krankenverficheruugSkaffe befreit find.
v. Gagern.
Zusammenstellung
der eingeschriebenen Hiifskaffeu drS Kreises Gieße«.
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Bezetchnung der Kaffe
1. Kranken« und Sterbekaffe zu Watzenborn-Steinberg.
2. Kranken* und Sterbekaffe zu Garbenteich.
3. Kranken« und Sterbekaffe zu Rödgen.
4. Kranken* und Sterbekaffe zu Wieseck.
5. Allgemeine Arbeiter-Kranken- und Sterbekaffe in Großen- Linden.
Deutsches Leich»
München, 29. September. Die bayerische Kammer der Abgeordneten ist heute wieder zusammengetreteu. Zum Präsidenten wurde der Rath am bayerischen Obersten LandeSgerichr v. Walter wiedergewählt mit 120 Stimmen. Drei Stimmen erhielt Abgeordneter Dr. Sigl. 20 Zettel waren unbeschrieben. Hierauf legte der Finanzminister Frhr. v. Riedel die Rechnungen pro 1894/94 vor, welche einen Üeberschuß von 32 Millionen Mark aufweiseu, und das Budget pro 1898/99, welches mit 372 167 595 Mark bilaucirt. Der Minister erörtert die einzelnen Mehrausgaben, worunter die Matricularbeiträge 4612000 Mark mehr erfordern, und gab die Erklärung ab, daß eine Steuererhöhung nicht nothwendig sei. An eine wettere Conversion der 3V-procentigen Papiere
tu 3proceurlge lverde nicht geoacht. Schltttzllch legte der Ftnanzmtntster die neuen Gesetzentwürfe vor, betreffend die Revision der Einkommensteuer, Capitalrentensteuer und der Gewerbesteuer, sowie betreffend die Erleichterung der Boden* zinsen, und führte andere geplante Maßnahmen zu Zwecken der Laudwirthschaft an, wofür namhafte Beträge im Budget ausgesetzt find. Die Rede wurde wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen. Die nächste Sitzung findet voraus* fichtlich am Dienstag statt.
Sitzung der Stadtverordneten
am 30. September 1897.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Wolff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, EmmeltuS, Faber, Flett, Dr. Gaffky, Habe- nicht, Hanbach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Hom- berger, Jughardt, Keller, Kirch, Löber, Orbig, Petri, Scheel, Schiele, Schmoll, Dr. Thaer und Wallenfels.
Bor Eintritt in die Tagesordnung gelangte ein Schreiben des Herrn Stadtverordneten Bogt zur Verlesung, in welchem derselbe um Eutbindung von seinem Amte nachsucht. DaS Gesuch desselben wird, unter Anerkennung der langjährigen und treuen Amtsführung, begründet erachtet.
Die Stiftung der H eich elheim'schen Eheleute, welche gelegentlich ihrer silbernen Hochzeitsfeier 1895 erfolgte und die Unterstützung der in Roth gerathenen Theiluehmer am Feldzug 1870/71 beziehungsweise deren Hinterbliebenen bezweckt, wurde seither verwaltet von dem Oberbürgermeister und den Vorständen des Veteranen* des und Kriegerverein-. Dem Wunsche des Stifters, auch die Krieger-Kamerad- schäft mit aufzunehmen, wird entsprochen- es besteht nun- mehr die Verwaltung aus sieben, statt früher fünf Persoueu.
DaS Gesuch der Herrn F. Klinker um Erlaubniß zur Anbringung eines BarbterbeckenS und Schildes am Hause SelterSweg 16 wird genehmigt.
Nach Art. 38 der Bauordnung müssen die zu -rrtch- tenden Gebäude 7,5 Meter von dem Bahnkörper entfernt sein und dürfen nur errichtet werden, wenn keine Gefahr im Betriebe der Eisenbahn besteht. Obwohl das Gesuch der Firma And r. Euler bezüglich eines zu errichtenden Hintergebäudes diesen Bestimmungen nicht ganz entspricht, wird mit Rücksicht auf ein früher genehmigtes Gesuch der Firma Btrkenstock u. Schneider das DiSpensattonSgesuch befürwortet.
Im DÜrgermeistereigebäude soll im unteren Stocke ein
neues Zimmer eingerichtet werden mit Gasleitung und Gasofen. Die auf inSgesammt 165 Mk. veranschlagten Kosten werden genehmigt.
Zur größeren Sicherheit der von dem Octroierheber Belz tu dem Thorhause in der Neustadt verwalteten Gelder, Büchern, s. w. hat derselbe um Anbringung eines eisernen Rollladen» an dem Fenster der Südseite ersucht. Die 165 Mk. betragenden Kosten werden bewilligt.
Nach dem über den Ausbau der Moltkestraße aufgestellten Voranschlag belaufen sich die Auffüllungskosten auf 1,20 Mk. per Cubikmeter. Die eingegaugenen Offerten lauten auf 1,25 Mk., 1,15 Mk. und 1 Mk. ES wurde der Firma Herzberger hier auf das letzibezeichnete Gebot die Ausführung übertragen.
Da die Firma Benktser-Pforzheim bereit» die Brücke in der Bleichstraße auSgeführt hat, wurde dieselbe auf- gefordert, ein Projekt Über die Herstellung einer Fahrbahn auf der Wteseckbrücke vorzulegen. Die Firma berechnete die Kosten der Etsenconstruction auf 6365 Mk., pro 100 Kilo 33,50 Mk., die Kosten für gewöhnliche Chausfirung auf 7800 Mk., für ASphaltirung auf 8650 Mk.- das Stadtbauamt hat sich für ASphaltirung ausgesprochen und werden hierauf die Kosten für dieselbe bewilligt.
Dem Gesuch der H. Dörr Wittwe und F. Leyer- zapf Wittwe um Erlaß deS Straßenkosteubeitrags für die Schützenstrabe wird insoweit entsprochen, als der Bet- trag der ersteren auf 6 Mk. 80 Pfg., der der letzteren auf 5 Mk. 70 Pfg. festgesetzt wird.
Amatu» Abermann und Martin Abermann ersuchen um Frist zur Bebauung ihrer in der Bi Sm ar ck- straße liegenden Bauplätze bis nächstes Frühjahr. Dem Gesuch wird, da dasselbe genügend begründet, stattgegebrn.
Bezüglich der WirthschastsconcefflonSgesuche der Herren Friedrich Wenzel (HarmS'sche Wtrthschaft) und Hrch. Sauer (Neustadt 58) wird die Bedürfnißfrage hinsichtlich deS Branntwein-AuSschankes bejaht, dergleichen bezüglich de» nicht auf der Tagesordnung stehenden Gesuche» von Karl Seiffardt (Nordanlage, Birkeustock & Schneider), dagegen beschloß die Commiffton bezüglich des Gesuches von Karl Valentin (Rodheimerstraße 6) um Errichtung einer Logir- und Schankwtrthschast, verbunden mit Branntwein-Ausschank, dasselbe in Rückficht auf die vielen umliegenden Wirthschaften zu verneinen.
Zur Unterstützung der durch Wetter- und Wasserschäden heimgesuchten BrvölkerungSkreise der Provinz
Fettilleton
Kibitze, wilde Schwäne, Schnepfen, Kraniche, Krähen in großer Anzahl, sondern erlegte alljährlich durchschnittlich zu dieser Zett 425 Wachteln, 140 Lerchen, 508 Staare, 4033 „kleine Vögel". Heut zu Tage hat diese Vogelmörderei längst aufgehört und dennoch nimmt unser Singoögelbestand von Jahr zu Jahr ab. Was verursacht diese so sehr betrübende Erscheinung, die natürlich ihre Consequenz in dem Ueberhandnehmm der schädlichen Insekten zeitigt? Meines Erachtens der Umstand, daß den Vögeln in Folge der Vernichtung der lebendigen Hecken und Zäune die geeigneten geschützten Brutstätten mangeln, daß ihre Jungen, ja sie selbst nicht mehr sicher find vor den massenhaften Katzen, die heute von aller Welt gehalten werden. Eine dichte, lebendige Weißdorn- oder Schlehenhecke gewährt sicheren Schutz und verleiht den damit umzäunten Gärten etwas Lebhaftes, sieht passend aus und die darin nistenden Vögel bilden eine natürliche Sicherung gegen Raupenfraß und anderen Infekten* schaden. — Doch diese grünen, anmuthigen Zäune sind fast alle verschwunden, selbst das kleine Bäuerlein auf dem abgelegensten Dorfe hält es irrthümlicherweise für zweckdienlicher, sein bischen Gartenzier mit einer häßlichen Lattenwand zu umsäumen! — Angesichts der übermäßigen Katzencultur, der nur theilweise berechtigten Pflege, die diese Vögelmörderinnen von allen Seiten erfahren, in Anbetracht des geradezu unberechenbaren Schadens, den sie durch Vernichtung der infectenvertilgenden Singvögel verursachen, wäre es wirklich am Platze, wenn die einzelnen Regierungen ernsthaft an eine Besteuerung der Katzen denken würden.
Machen wir doch nicht die allerdings Vögel mordenden Italiener allein für Dinge verantwortlich, deren Ursachen zum großen Theil uns weit näher liegen!
Im Jahre 1620 siedelte Landgraf Ludwigs V. ältester Sohn Ludwig Georg behufs weiterer Ausbildung nach Gießen über, bezeichnenderweise lautet die Meldung des Chronisten: „Landgraf Ludwig hat seinen ältesten Sohn Ludwig Georg nach Gießen zur Schuhl und zum Jagen geschickt!" Jndeß war dieser lange nicht der pasfionirte Jäger, wie sein Vater. — Wenn in den ersten Jahren des 30jährigen Krieges der bedeutende hessische Wildstand unter
Iki?)en aus hessischem Waidmannslcben.
Von Dr. R.
(Schluß aus Nr. 229.)
Landgraf Georg's I. Nachfolger, Ludwig V., wird von den Zeitchronisten als ein kühner, wttder, verwegener Reiter und Nimrod geschildert, dessen höchste Lust und Freude das Wildvret im Walde war. Unter ihm spielte der dama- liae Oberjägermeister, Georg Bernhard von Hertingshausen, nicht nur eine waidmännische, sondern auch stark - polittsche Rolle Der Jagdaufwand war inzwischen beträchtlich gestiegen, auch'die Einkünfte der Jagdangestellten wurden in zert- aemäßer Weife erhöht. Der Jagdumfang wuchs sehr, als durch die sogenannte Marburger Erbschaft Oberhessen zum größten Theile an Ludwig V. fiel. Ganz enorme Resultate lieferte der Entenfang zu Echzell. Dort wurden anno 1605 All 1608 644, 1609 715, 1611 409 Enten, aoer auch wilde Gänse, Feldhühner und Wachteln erlegt. Ueberhaupt war damals die Geflügeljagd ungemein ergiSig und bet manchem modernen Jäger regt fich etwas rote Neid, wenn er liest, daß auf den landgräflichen Jagden im Jahre 1613 nicht weniger denn 1055 Enten, 1 Trappe, 427 Feldhühner, 16 wilde Gänse, 528 Wachteln, 63 Schnepfen, 127 wilde Tauben, 1041 Staare, 1075 grobe und 3602 kleine Vögel erbeutet wurden. Das Ergebniß der Falkenjagd bestand 1628 aus 30, 1629 aus 49 und 1630 aus 121 Reihern; 1632 bezog man einen Edelfalken aus Ostfriesland, der, auch ein Zeichen der Zeit, in einem Gedichte besungen wurde! Um diese Zeit herum zeigten fich in der Nähe von Hofheim wilde Schwäne, auf die der Landgraf mit Erfolg Jagd machen ließ, bei Assenheim in Oberhessen erschlug man einen großen fremden Vogel, der Beschreibung nach einen Adler!
Ganz enorm war die Zahl der Vögel, die der fürstlichen Jagdlust damals zum Opfer fielen. Man schoß nicht nur Enten, Feldhühner, Trappen, wilde Gänse uno Tauben,
den damaligen Wirrsalen litt, markgräfliche Truppen zum Beispiel in der Nähe von Leeheim binnen wenigen Tagen 1100 Hasen zum Nachtheil des Landgrafen wegschossen, so vermehrte sich das Wild doch bald wieder sehr. 1630 erlegte Landgraf Georg II. einen Capitalhirsch von nahezu 6 (Str., 1632 bestand die Jagdbeute aus 472 Stück Nothwild, darunter ein Vierundzwanzigender, 250 Stück Damwild, 144 Stück Reh, 270 Stück Schwarzwild. Im Jahre 1633 zählte man int Forst Romrod einen Wildstand von 1000 jagd- baren Thieren und Hirschen und eine Sauhatze lieferte 1641 nicht weniger denn 395 Stück!
Die weiblichen Mitglieder unseres Herrscherhauses haben sich anscheinend zu dieser Zeit auch lebhaft an den Jagdvergnügungen betheiligt. Die Gemahlin Landgraf Georgs II., Sophie Eleonore von Sachsen, schoß 1641 im Forst zu Romrod während der Brunstzeit 12 Hirsche, darunter einen Sechszehnender. Mit der Vermehrung der Hirsche, Rehen und Sauen ging zu dieser Zeit zahlreiches Vorkommen der Wölfe im Hessenland einher. Diese Raubthiere wurden zu einer förmlichen Landplage, die insbesondere in der Wetterau, int Hinterlande und in der unmittelbaren Nähe von Darmstadt sich sehr fühlbar machte. Bei Gleiberg und Königsberg mußten Wolfsjagden veranstaltet werden. Im Jahre 1640 klagte man, daß die Wölfe sogar das Reisen unsicher machten; 1637 griffen 8 Wölfe den Förster von Deckenbach an, der ihnen zu Pferde entfloh und selbst im Jahre 1662 konnte der Pächter vom Petershainerhof bet Ulrichstein im Herbste seine Schweine nicht zur Mast in den Hochwald treiben lassen, weil die Wölfe gefürchtet werden mußten. — Man thut wohl nicht Unrecht, die Vermehrung der Wölfe als eine Folge des 30 jährigen Krieges anzusehen, der Tausende von Dörfern und Weilern vernichte e und einen großen Theil früher blühenden Landes in Ernö en
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Wie di- Jagd, stand auch der Fischfang >n h°hem Ansehen. Zu jenem boten die vielen, nun mech trocken ge- legten Teich- im Oberfurstenthum und "der Obergrasschaft mehr als Gelegenheit. Vorzugsweise beliebt waren die Fischereien in Stockstadt, Bi-beshe>m und Merlau. In letz.


