Ausgabe 
1.12.1897 Zweites Blatt
 
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Universität- - Nachrichten.

Der Prioaibocent an der Universität in Erlangen Dr. PHU. und Ltceol. XbcoL Ernst Sellin ist zum außerordentlichen Pro­fessor für altteftamentliche Exegese und Archäologie »n der eoongeltsch- theologischen Fakultät ernannt worden.

»ach Mainz, wo um 5 Uhr im Grohherzogllchen Palai- zn Ehren bei O^fiziereorp» bei 3. Großh. Jafanterie-Regirnent» (Letb-Regirnents) f?r. 117 und der Regiment- Damen große Militärtafel (83 Gedecke) staitftndet. Abend! 8 Uhr be« ehre» die Allerhöchsten Herrschaften da- Ballfest i« renovirten Casino del Leib-Regiment- mit Höchstthrer Anwesenheit. Ihre Königliche Hohen die Großherzogin werden mittelst Sonder- znge- Nacht- 12*4 Uhr nebst Gefolge hierher zurückkehren, während Seine Königliche Hoheit der Großherzog io Mainz übernachten und sich nebst Gefolge morgen früh 7 Uhr 50 Mio. mit Sonderzug nach Pfeddersheim begeben, um dort an einer von dem Major Freiherrn v Hehl veranstalteten Treibjagd theilzunehmen. Seine Königliche Hoheit werden im Laufe del morgigen Nachmittag- wieder hi-r eintreffen.

vermischtes.

* Hildesheim, 25. November. Sine heitere Geschichte, die unglaublich klingt, aber doch den Vorzug haben soll, wahr zn sein, wird der£. Allg. Ztg." von zuverlässiger Seite berichtet Sin Oeconom au- Serftadr, der, um einem Acker« W mehr Stickstoff znzuführen, diese- mit Seradella besäen will, beauftragte einen nach Hildesheim fahrenden Fuhrmann, ihm von dort 20 Pfd. Seradella mitzubringen. Der Fuhr« mann kehrt zurück, meldet dem Oeconom, daß er den Auf. trag vollführt und da- Witgebrachte auf dem Hau-flar unter die Treppe gestellt habe. Anderen Tage- beauftragte der Oeconom seinen Schäfer, die vesäung de- Acker- mit dem von Dem Fuhrmann aul Htlde-heim Milgebrachten, dal unter der Treppe stehe, vorzunehmen. Der Schäfer nimmt da- Faß und zieht damit von dannen. Kopflchüttelnd steht er sich den Inhalt de- Fäßchen- an, führt aber doch, zweifelnd an dem neuen Düngemittel, seinen Auftrag au- und besäet da- Ackerstück. Dann zieht er heim, geht hin zn seinem Herrn und zeigt ihm von dem neuen Düngemittel noch einen

O Sroßea-Vufeck, 28. November. Der Mühlenbesitzer Schmidt von der hier gelegenen Weismühle stürzte gestern bei Albach von seinem mit Säcken schwer beladenen Wagen. Durch den Sturz erlitt er so schwere Verletzungen, daß er bald darauf verschied

L. Leidhocken, 28. November. In unserem Dorfe, da- rund 370 Einwohner zählt, hat sich ein praktischer Arzt niedergelaffen. Die Wohnsitze der Aerzte in der Umgegend find Mockstadt, Florstadt, Reichel-Heim und Schzell. Um die Lücke, die durch da» Ableben de- Herrn Dr Prinz in Nidda entstanden ist, au»zufÜllen, stehen etwa drei oder vier jüngere Herren in Aussicht.

§ Bermuthshain, 25. November. Zur Warnung möge folgender Vorfall dienen: Mihrere Schulknaben spielten im nahen Walde, theilten sich dann in zwei Parteien und warfen sich gegens-lttg mit Fichtenzapfen. Hierbei erhielt der zehn­jährige Sohn des hiesigen Schuhmacher- Oechler einen Wurf an das rechte Auge. Auf ärztlichen Rath mußte der Junge m die Augenheilonstalt nach Frankfurt verbracht werden. @6 wird verrnurher, daß der Wurf mittelst eines Steine- Leichehen ist.

§ Vom höheren Vogelsberg, 26 November. Der An. kauf von Christbäumchen durch Händler au- Gelnhausen, Frankfurt a. M. u. s. w. beginnt jetzt wieder. Die Händler kaufen da» Stück zu 15 bi» 20 Pfg.

§§ Vom Oberwald, 27. November. Sine Rotte Holz­hauer von Bermuthshain fand gestern Morgen eine Hühner« fam tlie, bestehend au» 6 gewöhnlichen Hau-HÜHnern und eirem Hahn, auf einer Buche fitzend. Sm Landwirth au» Herchenhain hotte kürzlich in Ilbeshausen 8 Hühner und einen.Hahn gekauft, wobei ihn der Heimweg durch den Ober« I wald führte. Unterwegs hatte fich der Hühnerbehälter ge« I öffnet und die Jnsaffen desselben waren davongeflogeu. Es I wird schwer werden, die Hühner wieder einzusangen.

4- Rtdda, 29. November. Nachdem fich in der Person I befi Herrn Dr. Wilhelmy noch ein weiterer praktischer Arzt dahier niedergelassen, hat Herr Dr. Wehner seine Thätigkeie dahier wieder eingestellt. Der bevorstehende Niddaer Markt findet zufolge neuerer Bestimmung nun am 8 December statt, und zwar Vieh« nebst Krarnrnarkt.

Darmstadt, 29. November. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin, sowie Ihre Hohe» Prinzessen Aribert von Anhalt nebst Gesolge begeben fich heute Nachmittag 2*/t Uhr mittelst SonderzugeS

. ganz kleinen Rest vor mit dem Hinweis, daß er fich davon doch eigentlich (einen Erfolg versprechen könne. Nun steht I fich auch der Herr da- Düngemittel an und bricht in en laute- Lachen auS: der Fuhrmann hatte anscheinend den Auf­trag falsch verstanden und hatte statt Seradella Sardellen gebracht. Wie weiter berichtet wird, hat diel neue theuere I Düngemittel nicht lange auf dem Acker gelegen; denn die Sache ist sofort ruchbar geworden, und verschiedene Arbeiter hatten nicht» Eiligere» zu thun gehabt, all nach dem Acker« stück zu eilen, die Sardellen aufzulesen, fie zu Hause abzu« I waschen und zu verspeisen. Dieser Spaß hat dem Oeconomen

41 Mk. gekostet.

* Leipzig, 26. November. In der hiesigen (Befangenen- I Anstalt hat sich, wie erst in den heutigen Abendstunden be­kannt wird, in der Nacht zum Freitag ein forchtbarer I Vorgang abgespielt. In gemeinsamer Zelle befanden sich I zwei wegen leichter Vergehen Jnhastirte, ein 32jäheiger A.« beiter und ein 49jähriger Handwerksbursche. Letzterer sollte heute entlassen werden er wurde aber erwürgt in feiner Zelle ausgefunden. Der Arbeiter behauptet, er habe sich in Nothwehr befunden, da fein Zellengenosse fich auf ihn gestürzt habe, au»geschloffen aber scheint nicht, daß die That im Wahnfinn geschah. Näheres dürste die Untersuchung erst ergeben.

* Wie die holländischen Dorsschöne» gefreit werbe». Der Monat November wird in Holland al» der wichtigste im ganzen Jahr betrachtet. Und zwar erlangt der in anderen Ländern wenig beliebte November dort eine so außerordentliche Be deutsamkeit durch seine vier Sonntage, die Über da- Glück manche- bangenden Mädchenherzenl entscheiden. Die nieder- ländischen Dorfbewohner nennen die November-Sonntage IMusterung»"-,Entscheidung»"-,Anfrage undVer­lobung- Sonntag". Au» diesen Bezeichnungen kann man so z'tmlich die Bedeutung der wichtigen Tage erkennen. Am Donnerstag vor dem ersten Sonntag im November nimmt in jedem Dorf eine Art Volksfest feinen Anfang; die ganze Landbevölkerung erscheint in ihrem schönsten Staat, tummel: fich zwischen den Buden und Karussel- und betheiligt fich an allen Lustbarkeiten. Besonder- fröhlich geht el auf dem Tanzboden zu, wo aber zu Anfang de- Feste» nur wen g von anderen al- bereit- verheiratheten oder verlobten Paaren der holden Terpsichore gehuldigt wird. Die jungen Mädchen und Burschen, die noch nicht gewählt haben, stehen meist von ferne und sehen zu. Der erste Sonntag bringt schon einige Veränderung. Da spazieren die heirath-lustigen jung n Männer, nachdem der Vorrnittagsgottesdletzst vorüber ist, in ganzen Reihen die Dorfstraße auf der einen Seite auf und nieder, während die noch ledigen Jungfränlein dasselbe auf der gegenüberliegenden Seite thun. Beide Parteien starren fich dann ganz ungenirt an und mustern sich gegenseitig nach Herzenslust. Gewöhnlich sucht fich ein Bursche zwei iber drei von den schmucken, blühenden Mädchengestalten zur engeren Wahl aus und entscheidet sich zuletzt für die, die seinen Köst chen Gruß bei der nächsten Begegnung am Freund­lichsten erwidert. Zeigen darf er es allerdings erst am nächsten Sonntag, auf wen seine Wahl gefallen ist. Hat die Schöne nichis gegen den Freier einzuwenden, bann tanzt sie mit ihm und erlaubt ihm, ihr zarte «ufmerkiamkeiten zu erweisen. Der dritte Sonntag wird dem mehr prosaischen Theil der Angelegenheit geweiht; es gilt die Zustimmung der Eitern zu erlangen und alle Details in Bezug auf Hochzeit und Mitgift zu erledigen. Erst am vierten Sonn- tag ist e» dem jungen Pärchen gestattet, fich etwas deutlicher seine Liebe zu bezeigen, al- nur curch.tliche Blicke o)er einen stummen Händedruck

CocaXt* und protHniieHe*

Gießen, den 30. November 1897.

Debet gerichtliche Zustellungen hat das Ministerium I neuerdings folgende Entscheidung getroffen:Wenn eine Partei in Fällen, in denen eine Zustellung unter Vermitt­ln ng des Gerichtsschreibers zulässig ist, in ihrem Anträge erklärt hat, daß ein bestimmter Gerichtsvollzieher die Zustellung besorgen soll, so ist darin im Zweifel nicht die Erklärung zu erblicken, daß sie selbst den Gerichtsvoll­zieher beauftragen wolle. Der Gerichtsschreiber hot deshalb in solchen Fällen einen Gerichtsvollzieher mit der erforderlichen Zustellung zu beauftragen, auch hat er dafür und nicht Der Gerichtsvollzieher die zur Zustellung erforderliche Anzahl von Abschriften zu erteilen und hierfür die Schreibgebühr in Ansatz zu bringen. Inwieweit dem Wunsche einer Partei, daß bei der Vermittelung der Gc- richt-schreiber ein bestimmter Gerichtsvollzieher berücksichtigt werde, Rechnung getragen werden kann, wird durch die getroffenen dienstlichen Anordnungen bestimmt.

Mit der angesagte» Einführung der vierten Wagen- Haffe bei der vormaligen Hessischen Lndwigsbahn ist e», wie aus dem Bericht des BezirkS-Eisenbahnrath Frank- fort hervorgeht, vorerst noch nichts. Zu dieser Neuerung würden 250 Waggons vierter Klasse erforderlich sein, wegen Arbeitsüberhäufung in den Wagen­fabriken können aber bis zu dem vorgesehenen Termine (1. April 1898) nur 100 Waggons geliefert werden, mithin muß die Einführung noch verzögert werden. Mit Rücksicht hierauf sollen einzelne außerordentliche Tarifoergünstigungen an der Hessischen LadwigSbahn (Scheinkarten u. s. w.) vor­läufig noch bestehen bleiben.

der historischen Lectüre mit reichlich 10,2 Proeent (5400 BSnben) und hier wiederum ist die Geschichte unserer glorreichen Kriege, welche am meist anzieht. Ich gebe obwohl auch der siebenjährige Krieg und die früheren deut­schen Kriege diese! Jahrhunderts viele Leser zählen nur die Ziffern für den Krieg von 1870/71. Die Werke, welche diesen Stoff behandeln (nicht die einzelnen Bände!) wurden gegen tausend Mal verliehen; 971 Mal find gezählt, die Statistik einzelner Werke steht noch aus; und zwar entfallen auf znsammenfaffende Darstellungen deS ganzen Krieges 260 Verleihungen; jede» hierher gehörige Werk wurde im Durchschnitt 26 mal gelesen. Aus die Darstellungen einzelner Kriegsepisoden, der Thaten einzelner Truppentheile und per- sönlicher Erlebniffe (Kriegsberichterstattungen, Tagebücher rc.) kommen 822 bis 750 Verleihungen, und jedes der hierher gehörigen Werke im Durchschnilt auf etwa 36 Leser, obwohl viele davon erst spät angeschafft wurden. Der verhältniß- mäßig meistgelesene Theil der ganzen Blblothek find die von Taoera veröffentlichten Darstellungen einzelner Theile der Kriegsgeschichte aus der Feder von Miikampsern: da- am wenigsten verliehene dieser Bücher zählt 59, oaS meistdegehrte (vie Belagerung von Pari») 72 Leser, eine Ziffer, welche t<ur von Den meistgelesenen aller Trioialromane (Lumpen rnüllerS Lieschen von W. Heimburg und ähnlichen) erreicht oder um ein Geringe» Überschritten wird.

Nächst den kriegsgeschichtlichen Büchern sanden auS der Gattung historischer Lectüre die meisten Leser FrehtagS I ® Iker aus deutscher Vergangenheit. Die fünf Bände wurden zusammen 75 Mal verliehen.

Zu alledem ist noch zu bemerken: je mehr Exemplare eines guten beliebten Buche» vorhanden find, je stärker wird eS gelesen. Die ausleihenden Beamten können von den er­zählenden Werken von Wilibald AlexiL, Theodor Fontane, Wilhelm Raabe, Ludwig Anzengruber, Viktor von Schrffel, Conrad Ferdinand Meyer, Theodor Siorrn, Herrn. Suder­mann, P. K. Rosegger, Paul Hehse, Gottsried Keller, Gustav Freitag, Adalbert Stifter, vomDeutschen Novellenschatz" u. s. f. von einigen beliebten Ausländern zu schweigen, I ebenso von Den beliebten Kriegstagebüchern und ähnlichen I Werken ans Publikum jederzeitabsetzen" so viel irgend vor» Händen ist.

Die nächste Stelle in Der Gunst de» Publikums nimmt I Erdbeschreibung und Völkerkunde ein. Die ernsthaften Werke dieser Art kamen auf 3800 Bände (reichlich 7,2 Procent I alle» Gelesenen). Abgesehen von Dem Modebuch (Nansen I In Nacht und Ei»)" zog die Afrikaforschung die meisten Leser an.

Bon allem Gelesenen 5,5 Procent (Über 3000 Bände) I kamen auf Naturwissenschaften und Technik und zwar vor- I urhmlich auf EicctrtzttätSlehre, Electrotechnik, Optik und I Maschinenwesen. Leider konnte wie schon angedeutet I der Bedarf auf dem Gebiete der Technik nicht befriedigt werden. I Der Rest von 4 Procent verthetlt fich auf die übrigen, weniger beanspruchten Gattungen der ßitteratur.

Ja der weiteren Besprechung, an der fich die Herren Als. Bock, Beigeordneter Georgi und Wolff, Prof. Dr. Haupt, I Prof. Dr. Krüger, Prof. Dr. Schmidt, Prof. Dr. Wetz, Commerzienrath Heichelheim, Stadtverordneter Haubach, I Dr. Ebel und Dr. Fritzsche beteiligten, wurde vorgeschlagen, | eine constituirende Versammlung demnächst einzuberufen und I einen Verein zur Beschaffung der Mittel zu gründen. Ein Antrag dahingehend, daß dte Anwesenden unter Anlehnung an die I Darlegungen de» Herrn Prof. Dr. Wetz und in der Hoffnung auf die Unterstützung Der städtischen Verwaltung Die Be- I gränburg einer Bibliothek anftreben sollen, daß die Mittel durch Schenkungen und Beiträge beschafft werden und einer Süßeren demnächst abzuhaltenden Versammlung durch Vor- läge einer Tagesordnung Vorarbeiten, ferner weitere» Interesse I für die Sache durch persönliche Bemühungen zu erwecken fachen sollen, wurde einstimmig angenommen; ein Antrag auf sofortige Gründung eineß Vereinß und vorläufige Festsetzung eine» Mtigliederbettragß und Werbung weiterer Mitglieder durch In Umlauf zu setzende Listen zurückgezogen. Mit Der Vorbereitung einer größeren össrntftchen Versammlung wurde I eine aus den Herren Beigeordneter Georgi, Prof. Dr. Havpt, Prof. Dr. Wetz, Commerzienrath Heichelheim, LandgMichtß- rath Dr. Bornfetff, Buchdruckerelbefitzer Kindt und Oberlehrer Hahn bestehende Commisfion betraut. Ein weiterer Vor- schlag, mit Rücksicht auf die für alle Stände und Berufs- klaffen zu schossende Einrichtung die BezeichnungenVolks- I bibllot&el" undBolkslesehalle" zu ersetzen durchO-ffent-

®tbUo^(,// b-zw.Okffentliche Lesehalle" sand Die Billigung Der Versammlung, ebenso w e derjenige, die Local- I blätter ohne Ansehen der Tendenz um Die Förderung deß gemein- I nützlgen Unternehmen», zunächst durch Ausnahme eine» Auf- I r»ss und Berichte im localen Theile, anzugehen. ist zu wünschen, daß Der Idee, ein gemeinnützigeß, Der Volks- I btiDung DtenenDeß Institut zu errichten, wie solche in einer S l Rutscher Städte bereit» bestehen, von Seiten unserer Mitbürger eine rege Förderung zu Theil wird. Der in der obenerwähnten Versammlung von einem Redner mit- geteilte Wunsch, daß bereite bestehende Bibliotheken und 1 Leseabende ( verfügen neben dem Lehrlingßheim, dem I i evangelischen Arbeiterverein unö anderen auch die aewerk« 1 fdioftlid) vereinigten Arbeiter über ganz ansehnliche Bücher- bestände) nicht durch logen. Volkßbiblioiheken geschädigt werden 1 müßten, kann wohl alß gegenftanbßloß bezeichnet werden. ' Daß Bestehende wird nicht geschädigt, wohl aber in erster 1 Linie Denjenigen, Die eine» Familienanschluffeß entbehren ' eine Stätte bereitet, in der sie sich erholen, unterhalten und : ihr Wissen bereichern können.

Citeratur uwfc Kauft

Gutoies« bei Dm Probe« Zu dm meist Gefürchieien zahlt bei den Künstlern wohl Franz v. Schöntdan, Der Mann, dem daß deutsche Publikum viele heitere Stunden verdank'. Dieser Franz o. Schönthan ist, wenn er selbst auf der Bühne steht, cm ganz und gar nicht gut gelaunter Herr. Er will die Probe kur, und flipp und klar: seine Bemerkungen find knapp und verachten alle Konjunktive und Umfdjretcurgen, mit denen der bürgerliche Sprachgebrauch, die Enischiedrr heit vermeidend, Höfl chkeik übt. Die Schauspieler find, wie dasW 5/ erzählt, immer froh, wenn ein SchSnlhai.'scheS Stuck einmal steht und Erfolg hat; denn der Dichter ist schwer zu befriedigen, selten genügt ihm eine Besetzung, und er möchte am liebsten, daß für jede» Stück immer ein paar neue Kräfte nrgagirt werden. Da ist doch L'Arronge ein ganz anderer Mann! Er gibt sich auf der Scene so gutmüihig, wie sei»e Helden thun. Der Schauspieler steckt noch immer in tbm, und so spielt er auf d»r Probe saft allen feinen Darstellern ihre Rollen vor. Gibt e» Musik in seinem Stück, so letzt er sich selbst anß Klavier und gibt dem Capkllmeister MobuS und Temvi an. Man ist doch nicht um- sont Schüler Richard Ge:6e» und Ope.ncapellmeister gewesen. Nie kommt eine Redensart auß seinem Munde, die nicht verbindlich wäre. ist, als spräche er Bonbons. Thaisächiich hat er solche auch stetß bei den Proben zur Anfeuchtung im Munde, wie denn L'Arronge überhaupt feine Svr-chorgane sorgfältig schützt. Nie sieht man ihn ohne d'cken Shawi um den Halß auf der Bühne.

Katechilm«! der Mechanik von 2H. Huber. 6. Auf­lage, den Fortschritten her Technik entsprechend neu bearbeitet von Walther Lange. Mit 196 Abbildungen. In Originalleinenband Mk. 3.50 Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Huber» auß- gezeichneter Katechißmuß der Mechanik ist soeben in neuer, von Walther Lange, Direcior deß Technikum» in Bremen, bearbeiteter Auflage erichienen und kann Jedem, der sich erst mit der Lehre von den Kräften und ihien Wirkungen bekannt machen will auf» Wärmste empfohlen werden. Daß Buch gibt Aufschluß übet: Arien unb Gesetze der Bewegung; Matz und Wirkungsgräße der Kräfte: die Lehre vom Schwerpunkt; Ursache und Größe der Reibung; daß W chtigfte von der Festigkeit; Cap'tel über einfache und zusammen- gesetzte Maschinen; die Größe beß Luftdruck» und besten Anwendung, die Kraftübertragung durch Druckluft, Druckwaster unb Electricttäi; die Dampfkraft unb bie Dampfmaschinen; die durch Dampf, Heiß­luft ober Gaßkrait betriebenen Kleinkraftmaschinen; Windmühle» und Windräder. Eine vergleichende Maßtabelle, sowie eine ver­gleichende Kostenzusammenstellung für je eine Pferdestärke und Stunde in Pfennigen sind praetische Beigaben bieftß einen reich« unb anregenden Stoff allgemein verständlich barbietenben Bucheß