1897
Freitag den 1. Oktober
Amts- unb AnzeiKeblcttt für bett Uteb Gieren.
| chratisöeitage: Hießener Jamittenblätter
I Abonnirung wolle man sich oer otci«
Bestellzettel bedienen und die letzteren au-gefüllt Hessischen LaodwirthschaftSrath in Offenbach a. M.
gelangen
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i^me bei dem Hin-
toll,
9'87
, 230 Zweites Blatt.
Unnah»r von Anzeigen zu der Nachmittag- für bat folgend« Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.
1. durch Postkarten oder
2. durch Telegramme
n TM.
verbliebenen.
Alle Annoncen-Bureaux d«S In- und «u-lanbe- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- cn»gc^«.
g Nachmittags ilage 3, statt.
Familie:
Nagel.
Abonnirung wolle man fich der dieser Nummer beiliegenden
0 ■ - • - - •— “nt an den
laffen.
Offenbach, den 3. September 1897.
Der Präsident de» Heffifchrn LimdwirthschastSrathS:
HaaS.
Weizen,
Roggen, Gerste, Hafer für je 100 Kilogramm statt und zwar unter Angabe der ermittelten niedersten und höchsten Preisgrenzzahlen für gutes Marktgetreide.
3. Die Benachrichtigung über die NottrungSergebuisse an die Bethetligten findet am Börsentage (Montag) sofort nach der Preisfeststellung und zwar je nach Wunsch entweder
Indem wir Sie auf die nachstehende Bekanntmachung de» Hessischen LandwirthschaftSrathS aufmerksam machen, empfehlen wir Ihnen, dem Ortsvorftaude wegen Abonnirung der Gemeinde demnächst Vorlage zu machen und saußerdem die jeden Montag ermittelte PreiSnotirung für Weizen, Roggen, Gerste, Hafer am Gemeindehause zu« Anschlag
BiertchShrig« AöounementsPrei«, 2 Mark 20 Pfg. mtt vringerlohn.
Durch die Post bezöge 2 Mark 50 Pf,.
Redactton, rxpeditimr und Druckerei:
-chnlstr-tzeKr.'.
Fernsprecher Wr-
RegierungSbezirk Wiesbaden ist die Errichtung einer gemein- schaftlichen
PreiSnotirungSstelle
an der Frachtbörse zu Frankfurt a. M., verbunden mit einem
Nachrichtendienst
zur regelmäßigen Bekanntgabe der festgestellten Preise in allen Orten deS GroßherzogthumS und des Regierungsbezirk» vereinbart worden.
Vorbehaltlich der Zustimmung de» LandwirthschaftSrathS soll die PreiSnotirungSstelle am
1. October d. I.
in Thätigkeit treten. .
Hierzu bringe ich vorläufig daS Nachstehende zur Kennt- niß der hefftschen Landwirthe:
1. Die Einrichtung hat den Zweck, alle intereffirteu Landwirthe de» Landes an den Hauptbörsentagen regelmäßig und so rasch wie möglich über den jeweiligen Stand der Preise, wie solche von einer aus Landwtrthen bestehenden gemeinsamen Commiffton an Ort und Stelle auf der Grund- läge realer Verkaussabschlüffe festgestellt würden, in Kenntniß zu Preisermittelungen sollen den Land-
wirtheu eine zuverlässige Richtschnur für die ört- liche Preisbildung und damit einen Schutz gegen Uebervortheiluug bieten.
2. Die Preisfeststellungen finden an jedem Montage
und zwar zunächst für
Gießener Anzeiger
Keneral-Wnzeiger.
Gießen, den 24. September 1897.
Betreffend: PreiSnotirung an der Fruchtbörse Frankfurt a. M.
Der fUftenrr Axzei-er erscheint tSglich, ȟ Ausnahme bei Montag-.
Die Gießener >e*itie«lf6tt<r werben bem Anzeiger wdchentlich dreimal brigrlegt.
ülv Böhmen- Q Abend er- le8> Bruders,
9097
9051 aare« äntel.
J m liegt I
Konrad &
-Heater u.
rnvereill.
3. Lctober:
üt FMllie.
Jahresverfammluug des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohl- thätigkeit.
Der Deutsche Verein für Armenpflege und Wohlthätig- keit hielt am 23. September in der kaiserlichen Marine- Akademie in Kiel unter zahlreicher Betheiliguug der Verhandlungen seine 17. Jahresversammlung. Den Vorsitz führte Herr Sehffardt-Crefeld. Bürgermeister Loreh begrüßte d e Versammlung. Der Vorsitzende verbreitete sich über die Ziele des Vereins. Geheimrath Dr. Kelch bekundete im Namen de» StaatSsecretär» des Innern dessen rege Antheilnahme an den Bestrebungen des Verein». Den »eschäftUchen Mit- theilungen ist zu entnehmen, daß dem Verein 187 Gemeinden, 27 Verbände, 41 Anstalten und Vereine und 150 Einzelpersonen angehören. Bürgermeister Brinkmann-KönigSberg sprach über die Armenpflege in ihren Beziehungen zu den Leistungen der Sozial gefetzgebung und MUberte, wie die directe Nutzbarmachung der Leistungen der Versicherung die Armenverwaltungen beschäftige und wie diese Beschäftigung hauptsächlich nach drei Richtungen zur Entwicklung gelange, entweder nach der Richtung, Forderungen, welche an die öffentliche Armenpflege erhoben werden, au die Organe der Versicherung zu verweisen oder nach der Richtung, Aus Wendungen, welche von der Armenpflege für Versicherte gemacht werden, durch Geltendmachung der BerstcherungS- ansprüche der Unterstützten wieder einzubriugeu, oder endlich nach der Richtung, die Leistungen, soweit sie ^zureichend sind, zu ihrer vollen Wirkung zu ergänzen. Go müßten Armenpflege und Versicherung miteinander Hand in Hand gehen: Lücken seien ja in der Versicherung vorhanden- zu deren Beseitigung und Ausfüllung seien auch die Armen- behörden berufen, die dabei im Auge behalten müßten, daß die durch die Versicherung herbeigeführte Befferung der socialen Verhältutffe die beste Entlastung der Armenpflege bilde. Der Mitberichterstatter, Berwaltungsdirector der Ort», krankenkaffe Leipzig, Herr Uhlmanv, führte ol» Beispiel der Ergänzung der staatlichen VersicheruugSgesetzgebung durch private LiebeSthätigkeit die in Leipzig bestehende Bereinigung zur Fürsorge für kranke Arbeiter au, über deren segensreiche und ausgedehnte Wirksamkeit er nähere Mittheilungen machte. Ueber Fürsorge für Wöchnerinnen und deren Angehörige berichtet Mediciuialrath Dr. Hauser-Donaueschingen. In der anschließenden Erörterung wies SanitStSrath Brmneke. Magdeburg nachdrücklich auf die Wöchnerinnen-Ashle al»
zerschneiden, erfunden. Verjagt die Juden überall, wo sie ihm Concurrenz machen. Ausgezeichneter Matro e, verdienstvoller Geschäftsmann, geschickter Bankier und heldenmüthiger Soldat. Erwartet den Tod des Groß-Türken, um seinen Besitz zu übernehmen. , .
D„ Spanier, ein Maulthiertreiber, ein Toreador, ein Verfaffer von Pronuuciamento» - ein Paar Lastagnetten, ein Degen, ein Federnhut- tanzt den Bolero selbst auf emem Vulcau- sorglos und eitel, arrogant und aufgeblasen- unermüdlicher Sprecher und faul mit wahrer Wollust.
Der Portugiese genießt einen veralteten Ruf, nicht
Der^Schw eizer verdient den ihm gemachten Ruf auch nicht wehr, denn er trinkt wenig — im Vergleich mit den andern. Spricht drei Sprachen, trägt Costüme aus komischen Opern, besingt den Bauch der Kühe. Liefert Europa aitf* gezeichnete Erzieher und den Engländern, deren Spleen ne auf den Mont Blanc führt, verläßliche Bergführer.
Der Holländer, der moderne Karthager, halb englisch, halb deutsch, bewerkenSwerth durch seine Reinlichkeit.
Der Schwede, ein lustiger, weißer Bär.
Der Däne, friedlich, verschloffen, gefaßt und voll
Serbe, unter allen Böllern Europa« am meisten Demokrat, ha, uternal« Aristokratie gekannt. Arm und arbet font, lein Künstler und lehr abergläubisch. ,
Der Montenegriner, ein Adler auf einem gellen.
Der Belgier ist eine Nachahmung de» Deutschen und de» Franzosen.
Der Oesterreicher ist ein lustiger Deutscher, fröh- lich, gesellig und trägt keinen Groll nach, hätte gewiß den Walzer und den Milchkaffee erfunden, wenn beide nicht schon existirt hätten.
Der Russe. Ein Kosak, der fich civilifirt. Enthusiastisch, abergläubisch und patriotisch, Trinker und Spieler, verschwenderisch und von gehirnloser Tapferkeit. Träumt von der Eroberung der Welt und ist stet» bereit, einen Kreuzzug zu uuternehmeo. Verachtet die Deutschen und Juden und verehrt die Franzosen.
Der Ungar ein chauvinistischer Barbar.
Der Italiener. Eine Eidechse, die fich in der Sonne wärmt und an Mufik berauscht. Mehr hitzig al» Enthusiast, rachsüchtig und undankbar. Der größte Künstler unter allen Völkern, aber nicht der liebenswürdigste und geselligste. Sehr hinterlistig und liefert gute Diplomaten.
Der Rumäne, ein Franzose der Orients.
Der Bulgare, ein Bär, der fich abschleckt, um nicht mehr nach dem Ruffen zu riechen, der aber immer nach dem Türken riecht. Schwerfällig, raubgierig, sparsam, fromm und abergläubisch, versteht von den Künsten, mit Ausnahme jener, da» Geld einzufteckeu, gar nicht». Ist an alle Knechtschaften gewöhnt und glaubt jedesmal, wenn die Peitsche in eine andere Hand übergeht, frei zu sein.
Der Grieche stammt immer von den Siegern von Marathon ab. Gefügig gegenüber den Großen, arrogant gegenüber den Kleinen, hat er den Lehrsatz de» Pythagora», sowie auch die Kunst, die Scheidemünzen in vier Theile zu
Feuilleton.
Dir verschirdenrn Völker.
L'Arlequin", ein in Paris erscheinende» illustrirteS Wochenblatt, hatte einen Preis ausgeschrieben, der Demjenigen »afällt, welcher die hauptsächlichsten Characterzüge eine» jeden der Völker Europa- am besten darlegt. Der Preis fiel einem Herrn Damöe zu, der fich seiner Aufgabe folgender- "°^Der^Frauzose ist Plauscher, Prahler, Lärmmacher, streitsüchtig, doch „bon enfant“, eigensinnig und gutherzig, Optimist u°d Illusionist, niemals Ausbeuter und häufig da» Opfer feiner Illusionen, versteht beffer die Gleichheit al» die Freiheit, künstlerisch sehr veranlagt, thut alle» auf der Straße, verschwenderisch und dennoch sparsam, sehr lustig and sehr Enthusiast, ereifert fich leicht, trägt jedoch keinen Groll^nach.^n nder, verschloffen, Egoist, Berechner, spricht wenig, handelt schnell, gibt fich keinen Illusionen hin, ft immer Ausbeuter uud niemals der Betrogene, bewundert die Freiheit, gibt jedoch die Gleichheit nicht zu, hat einen Spleen und macht seine ganze Umgebung traurig.
Der Deutsche, Feinschmecker, umständlich, Knauser, Philosoph in der Theorie, sehr practisch in der Wirklichkeit, Ehender Berechner, versteht nichts von der Freiheit, noch v»u der Gleichheit, nicht lustig und ohne Enthusiasmus, sehr rvchsüchtig und neidisch, liebt die Mufik und gehorcht blind dar DiSciplin, liefert ausgezeichnete Soldaten, unermüdliche Kreier und sehr gute Gatten.
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Uhr, im heim Saale nr«.
ßr 1896/97. 3W* 'siandSwahl.
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4. Die Mittheilung erfolgt an Gemeinden, Genossen- schäften, laudwirthschastltche OrtSvereiue oder Etuzellaudwirthe auf Grund eines Abonnement».
5. Das Abonnement ist
für Postkartenmittheiluvg — ganzjährig, für Telegrammmittheilung = ganzjährig oder halbjährig
uud beginnt jeweils am 1. Januar bezw. 1. Juli.
Für die Zeit vom 1. October bis 81. December 1897 ist ausnahmsweise ein vierteljährliches Abonnement zugelaffeu.
6. Der AbonnementSprei» beträgt:
für Postkarteomittheilung per Jahr 3 Mk.,
für Telegrammmitthetlung per Jahr 30 Mk.
(halbjährig 15 Mk.)
und ist an die Kaffe des Hessischen LandwirthschaftSrathS (Rechner: Rechnungsrath Petri in Darmstadt, Paradeplatz 4) vor Beginn der AbonnementSperiode portofrei eiuzuzahlen.
7. Alle übrigen Kosten tragen die Landwirthschaft»- kammer zu Wiesbaden und der Hessische LandwirthschaftSrath gemeinsam.
8. Insoweit Gemeinden als solche abonniren, empfiehlt es fich, daß vieselben zum Zweck de» öffentlichen Anschlag- der mitgetheilten Preise Placattafelu anschaffen und an geeignetem Orte aufhängeu, auf welche dann nur die Preise anzuschreiben find.
Auf Wunsch werden solche Tafeln von dem Büreau deS LandwirthschaftSrathS zum Selbstkostenpreise abgegeben.
9. Die Ausdehnung der PreiSnotirung uud des damit verbundenen Nachrichtendienstes auf andere landwirthfchaftliche Produkte, sowie auf andere Märkte innerhalb des Groß- herzogthumS bleibt Vorbehalten.
An die heffischen Landwirthe, sowie an alle Gemeinden, landwirthschaftlichen Vereine und Genossenschaften richte ich auf Grund des Vorstehenden nunmehr die dringende Aufforderung, das neue Unternehmen, welches nur unserer einheimischen Landwirthschaft dienen soll, durch recht zahlreiche | Betheiligung zu unterstützen, damit dasselbe gleich von Anfang an zu einer gedeihlichen Entwickelung gelangen und die I landwirthsaftlichen Interessen fördern kann. Zum Zwecke der
bringen.
Bestellformulare werden Ihnen demnächst -»gehen, v. Gag er».
PreiSnotirung an der Fruchtbörse zu Frankfurt a. M.
Mit dem Vorstand der LandwirthschaftSkammer für


