Ausgabe 
1.6.1897 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

mehr so bedeutend nachsteht. Gelte eS daher in 1900 den i überaus großartigen Erfindungen eia Denkmal zu errichten, so hätte da« Fahrrad sicherlich neben der Dampfmaschine und dem Telegraph gleichen Anspruch. Mit dem Segens­wunsche, daß das Kindlein gedeihe, alle Erwartungen erfülle und zur Belebung der Stadt Gießen beitragen möge, bringe ich ein dreifachesAll Heil" auf die Rennbahn aus.

Herr Helm dankte im Namen der Turnerschaft dem Luratorium und den Radfahrern für ihre Einladung, welcher sie gerne gefolgt wären und schließt seine kurze Ansprache mit einem dreifachenGut Heil!"

Herr DöngeS spricht im Namen deS NordbezirkS Gau S, betont, daß Gießen nach Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden die jüngste Rennbahn aufweift und nur die in Coblenz ihr gleichgestellt werden kann, was dem Borstand und Curatorium zur großen Ehre gereichen müffe. Herr DöngeS bringt alsdann ein dreifaches Hoch auf die Radfahr- Gefellschaft aus.

Herr Kirch beglückwünschte die Radfahrer im Namen der Rudergesellschaft und drückt deren Freude darüber au«, daß es ihr vergönnt sei, einen neuen Sport hier begrüben zu können. Redner wünscht angesichts des Umstandes, daß die Radfahrer sich im trockenen und die Ruderer im nasien Element bewegen, daß letzteres den Wanderern morgen ver­schont bleiben möge und schließt mit einem dreifachenHipp Hipp Hurrah", in welches die ganze Festversammlung ein- stimmte.

Im Uebrigen verlief der CommerS ziemlich Programm- mäßig- die Stimmung erreichte dank der vorzüglichen Mit« Wirkung der Capelle mehr und mehr ihren Höhepunkt, so daß der Tag schon zu grauen begann, als die letzten Gäste ihren Heimweg antraten.

Der Festfonutag.

Der gestrige Festfonutag konnte sich dank der überaus günstigen Witterung, welche den ganzen Tag über waltete, genau in dem Rahmen der Festordnung entwickeln. Nach voraus- gegangenem Weckruf der hiesigen RegimentScapelle, welchem der Empfang der auswärtigen Sportskameraden an der Bahn um 8 Uhr gefolgt war, vollzog sich gegen 12 Uhr die feier­liche

Banuerweihe.

Auf einem mit Blattgewächsen bestellten Podium, welches im Hintergrund decorativ mit dem vom Maler Fritz her­gestellten Colosialwappen der Wanderer G. R.-G. einen ge­schmackvollen Abschluß erhalten hatten, nahmen mit ihren Bannern eine Anzahl Vereine, sowie Mitglieder deS Cura- torium« der Rennbahn Gießen 1897 Aufstellung. Mit einem schwungvollen Prolog wurde das prächtige Banner Seitens der Stifterinnen dem Vorsitzenden der Wanderer G. R.-G. übergeben, welcher Namens der Bereinigung gelobte, daß bei allen Anläflen dies Panier ihnen voranleuchten solle als ein sichtbares Zeichen, daß deren Stifterinnen die Bestrebungen der Wanderer anerkennen und billigen. Indem Redner mit DankeSworten au die Stifterinnen schloß, brachte er ein dreifachesAll Heil" auf diese au«. Das neue Banner, aus derFahnenstickeret von Julius Schulze-Gießen her­vorgegangen, ist auf der Wappenseite in Weiß gehalten, während für den Mantel eine blaue Farbe gewählt wurde. Das Wappen der Gesellschaft hebt sich kräftig von dem Grunde ab. Die Widmung, die ebenfalls vorn angebracht, ist in Gold gestickt, während in gleicher Weise die blaue Rückseite des Banners den Radler-GrnßAll Heil" enthält. Reich mit goldenen Fransen, Quasten und Bordüren drapirt, ist das Banner eine tüchtige Leistung. Nachdem Herr Homberger da« Banner dem ersten Fahrwart der Gesell schäft, Herrn Wilh. Hamel, übergeben, überreichte der Vor­sitzende deS Curatoriums, Herr vr. I u n g, Namens desselben eine werthvolle roth-weiße Bannerschletfe mit gestickter In­schrift. Ebenso überreichten die Vorsitzenden der Beretne, welche Pathenftelle bei diesem Weiheact übernommen, folgende prächtige Angebinde: der R.-B. Darmstadt eine Schleife in den Farben des Großh. Hauses, der R. -C. Butzbach eine ebensolche tu Weiß mit Goldstickerei, der R.-V. Weilburg eine Schleife in den Farben seiner Vaterstadt, während der B.-C Frankfurt, der V.-C. Frankfurt, der R.-B. Lauterbach, der R.-C. Dillenburg und der R.-B. Höchst je einen kunst­voll gearbeiteten Bannernagel überreichen liehen.

Um 1 Uhr fand alsdann das große

Festeffen

statt, zu welchem ungefähr 300 Personen erschienen fein mochten. Der erste von Herrn Geh. Kirchenrath Profefior D. Stade ausgebrachte Toast galt unserem verehrten LandeSherrn, dem Großherzog Ernst Ludwig. Herr Ober­bürgermeister Guauth toastete auf den Deutschen Radfahrer- Bund, während Herr Seif ermann-Frankfurt in Erwide­rung hierauf ein dreifachesAll Heil" auf die Behörden Gießens und dieWanderer" auSbrmgen ließ. Zum Schluß gedachte Herr Schneider im Namen des Bicycle-Clubs Frankfurt noch des NordbeziikS des Gaues 9, auf welchen gleichfalls ein dreifachesAll Heil" auSgebracht wurde.

ttotfo.

Die Corso-Auffahrt der sämmtlichen Radfahrer bildete nächst dem Wettrennen den schönsten Theil der öffentlichen Veranstaltungen. Ca. 25 Beretne, theilwrise mit prachtvollen Standarten, sowie zahlreiche Einzelfahrer und, nicht zu ver- grffen, eine stattliche Anzahl Damen radelten in wohlgeord­netem Zuge durch die Stadt, begleitet von zwei auf Leiter­wagen fahrenden Musikcorp«. Der Zug bewegte sich, wie dies bei der Eigenart von Radfahrer-CorsoS nicht anders aus- zuführen ist. rasch zwischen den auf dem ganzen Wege spalter- bildenden Zuschauern hindurch, überall lebhast begrüßt, nach dem neuen Sportplatz an der Hardt. Hinter dem Zug drängte und schob sich die schier unübersehbare Menschenmenge eben­falls der Btchler'schen Hardt zu, so daß man im Zweifel war, ob der vorhandene Raum auch zur Ausnahme all' der Schaulustigen hinretchen würde. Jndeß die Mafien vertheilten sich gar bald auf die verschiedenen Zuschauerplätze und nun konnte man eigentlich erst deurtheilen, welchen Umfang man

dem Sportplatz zugewefien. Die geschickte Anlage der Tri­bünen ermöglichte es, daß jeder Besucher ungehindert zu- chauen konnte dem nach 4 Uhr beginnenden

Wettrennen.

1. Rennbahn-ErösfnungSfahren. Offen nur für Mitglieder des Nordbezirks Gau 9 des D. R.-B. Strecke 2800 Meter = 7 Runden. 3 Ehrenpreise. Einsatz 3 Mk. 1. Preis: Ein silberner Pokal und 1 Medaille in echt Gold. 2. Preis: Ein mattfilbrrneS Schreibzeug und 1 filberverg. Medaille. 3. PreiS: Eine Cakes-Dose mit Silber-Beschlag und 1 bronc. Medaille. Außer Eoncurrenz leim Eröffnungsfahren Ernst Burge-Frankfurt a. M., 4 Min. 35 Sec. 1. Carl Du ll-Giehen, 4 Min. 35% ©ec. 2. Heiur. . paimanu-Frankeuberg, 4 Min. 41% Sec. 3. H. Hamel- Grünberg, 4 Min. 52% Sec.

2. Erstfahren. Offen nur für Herrenfahrer, die noch keinen Preis auf der Rennbahn errangen. Strecke 2000 Meter 5 Runden. 3 Ehrenpreise. Dorläufe über 800 Meter. Einsatz 3 Mk. 1. Preis: Eine Säule mit englischer Majolika-Urne und Wedel-Bouquct. 2. Preis: Gin silberner Becher. 3. Preis: Ein Briefbeschwerer in Altfilber. Erster Borlauf. 1. Paul Burkhardt-Frankfurt a.M., 1 Min. 8'% Sec. 2. Gottfr. Biba-Offenbach a. M., 1 Min. 10% Sec. 3. Ad. Schmitt-Höchst, 1 Min. 10% Sec. Zweiter Borlauf. 1. I. Steigerwald Frankfurt a. M., 1 Min. >% Sec. 2. H. W. JurjanS-Holland, 1 Min. 6 Sec. 3. Äug. Hain Bockenheim, 1 Min. 6% Sec.

3. Fahren um den Damen-Wanderpreis. Offen für Herrenfahrer. Strecke 2000 Meter 5 Runden. Vorläufe Über 800 Meter. 1. Preis: Eine silberne Bowle mit Löffel, muß zwei Mal nacheinander oder dreimal im Ganzen gewonnen werden. Bis dahin erfolgt die Aufbe­wahrung durch die festgebenden Vereine- der Gewinner er­hält aber jedesmal eine filbervergoldete Medaille. 2. Preis: E:n Trinkhorn mit Silber-Beschlag und 1 verfilb. Medaille. 3. Preis: Eine Bowle und eine Bronce Medaille. FÜhrungS- preiS: Ein filb. Becher. Erster Vorlauf. 1. Arthur Stamm- Gaffel, 1 Min. 3% Sec. 2. Georg DönngeS-Bockenheim, 1 Min. 5 Sec. 3. Rud. Beckmann-Bielefeld, 1 Min. 5% Sec. Zweiter Borlauf. 1. Ludw. Opel-Rüffelshetm, 1 Min. 7% Sec. 2. Letzing.Cassel, 1 Min. 8 Sec. 3. Hans Neumann-Hof- Schönau, 1 Min. 8% Sec. Dritter Vorlauf. 1. Albert Becker-Hofhetm, 1 Mm. 12 Sec. 2. Max Link-Frankfurt- a. M., 1 Min. 12% Sec. Beide liefen allein über die Bahn.

4. Entscheidungslauf des Erftfahrens. Strecke 2000 Meter 5 Runden. 1. Paul Burkhard-Frankfurt a. M., 3 Min. 16% Sec. 2. H. W. JurjanS-Holland, 3 Min. 16% Sec. 3. Aug. Hain-Bockenheim, 3 Min. 17 Sec. Sieger machte letzte Runde in 30 Sec.

5. Entscheidungslauf des Fahrens um den Damen-Wanderpreis. Strecke2000Meter 5 Runden. TodteS Rennen zwischen Stamm Cassel und Opel Rüsselsheim. Ersterer wurde distanzirt, infolge dessen Opel Sieger blieb. 1. Ludw. Opel-Rllsselshe,m, 2 Min. 47% Sec. 2. Albert Becker-Hofheim, 2 Min. 47% Sec. 3. Letzing-Cassel, ohne Zeitangabe.

6. GauverbandS-Fahren. Offen für Mitglieder deS GauverbandeS 9 (Frankfurt o. M.) des D. R.-B., Strecke 4000 Meter 10 Runden. 3 Ehrenpreise Borlaufe über 1200 Meter. 1 FühruugSpretS. Einsatz 3 Mk. 1. Preis: Ein silberner Pokal und 1 Medaille. 2. Preis: Ein Bierhumpen in Altfilber und 1 versilberte Medaille. 3 Preis: ®tn silberner Pokal und 1 broncene Medaille. Führungspreis: Ein GlaS Pokal mit Silber- Beschlag. 1. Vorlauf: 1. Paul Albert - Biebrich, 2 Min. 34% Sec. 2 Ferd. Schrodt Höchst a. M, 2 Min. 35 Sec. 3. Gust. Kanzler Offenbach, 2 Min. 35% Sec. 2. Vor­lauf : 1. Ludw. Opel Rüsselsheim, 2 Min. 11% Sec. 2. H. Neumann-Hof Schönau, 2 Min. 12 Sec 3. Albert Otto-Frankfurt a. M., 2 Min. 12% Src.

7. Hatiptfahren. (Schrittmacher gestattet.) Offen für Berufsfahrer. Strecke 6000 Meter 15 Runden. Vorläufe über 1200 Meter. Einsatz 3 Mk. 1. Preis: Mk 150.-., 2. Preis Mk. 70.., 3. Preis Mk. 30.. in Baar. Start der Borläufe, die ausfallen, sofort Ent- scheidungSlauf. 1. Carl Beckcr-Panneöheide, 9 Min. 3% See. 2. Conrad Lausermann-Darwstadt, 9 Min. 6% Sec. 3. Otto Kux-Dortmund, 9 Min. 37 Sec.

8. Fahren um den Ehrenpreis des D. R.-B. Offen für BnndeSmitglteder. Strecke 4000 Meter 10 Runden. Einsatz 3 Mk. 3 Preise und 1 Führungs- preis. Borläufe über 1200 Meter. 1. Preis: Ein ächt- silbernes Mokka-Service und 1 vergoldete Medaille. 2. Preis: Eine Standuhr mit 2 Leuchtern ans (3olbbror.ee und 1 ver­silberte Medaille. 3. Preis: 2 Leuchrer aus Altfilber und 1 bronc. Medaille. FührungSpreiS: Ein silberner Becher. Vorläufe fallen aus. Entscheidungslauf: 1. Arthur Stamm- Raffel, 7 Min. 21% See 2 Paul Alber: Biebrich, 7 Min. 21% See. 3 Ludw. Opel-Rüffelshetm, 7 Min. 21% Sec.

9. Mehrsitzer - Fahren mit Vorgabe. Offen für Berufsfahrer. Strecke 4000 Meter 10 Runden. Einsatz 5 Mk. pro Maschine Die Borgaben werden am Start bemessen. 1. Preis: Mk. 80., 2. Preis: Mk. 40., 3. Preis Mk. 20. in Baar. 1. Laurermann-Darmstadt und Böhler Würzburg, 5 Min. 14 Sec. 2. Kux-Dortmund und Carl Becker jr., Panneheide. (Sieger mit 80 Meter, Zweiter mit 100 Meter Vorgabe.

10. Entscheidungslauf de« GauverbandS- Fahrens. Strecke 4000 Meter 10 Runden. 1. Ludw. Opel Rüsselsheim, 6 Min. 12 ©ec. 2. Paul Albert Biebrich, 6 Min. 12% See. 3. Gustav Kanzler-Offenbach, 6 Min. 13% Sec.

13. Mehrsitzer-Fähren mit Borgabe. Offen für Herrenfahrer. Strecke 4000 Meter 10 Runden. Einsatz 5 Mk pro Maschine. Die Borgaben werden am Start bemessen. 1. Preis: Ein Thaler-Humpen und zwe bronc. Wanddecorationen. 2. Preis: Zwei Crhftall-Bierfervice

mit Nickelteller und Beschlag. 3. Preis. Ein Majolika- Rauchservice und ein Nickel-Salontischchen. 1. Becker Hofhetm und Albert Otto - Frankfurt a. M., 5 Min. 19 Sec. 2. Letzing-Cassel und Arthur Stamm-Cassel, 5 M u. 19% See. 3. Max Link-Frankfurt a. M. und Franz Rettig-Höchst, 5 Min. 19% Sec. Die Letzten siegten mit 50 Meter Bor- gäbe. Das Rennen war entschieden da« intereffanteffe deS TageS. Acht Maschinen liefen schon nach der dritten Runde auf einem Raume von 10 Meter nebeneinander her, so daß erst bei der letzten Runde kurz vor dem Ziel die Würfel der Entscheidung fielen.

Während deS WettfahrenS ereigneten sich mehrere Un- älle, die indeß für die Betroffenen nicht so schlimme Folgen -atten, als es anfänglich schien.

Am «end.

Die für Abends 8 Uhr vorgesehenen Festlichkeiten in SteinS Saalbau nahmen leider mit zweistündiger Berspätung erst ihren Anfang. Nach der von der Capelle des Herrn Musikdirector Krauß e gezielten Festouverture ergriff H rr p. Fillmaun da« Wort, um den Damm für Alles, was \t für den VereinWanderer" gethau haben, iunigst zu ranken- denn der Kern jede« Feste« fei doch immer in den Damen zu suchen, Letztere gäben dem Feste eigentlich erst die richtige Würze. Herr Fillmann schloß seine kurze Be­grüßungsrede, indem er die anwesenden Gäste bat, ein rreifacheS All Heil! auf die Damen auszubringen. Hieran chloß sich nun daS Kunstfahren deS Herrn C. Bafferot- Frankfurt a. M., und ist eS deS Guten nicht zu viel gesagt, wenn wir behaupten, derartige graciöse und doch äußerst chwierige Dorführungen selten gesehen zu haben. Da« Fahren deS vierjährigen Carl Meckel au« Bad-Nauheim er­regte ebenfalls große Bewunderung und wünschen wir dem ungen Radler noch recht viel Glück auf seiner Maschine. Die PreiSvertheilung vollzog sich recht flott, so daß mit dem Balle alsbald begonnen werden konnte, der erst in der Frühe sein Ende erreichte.

Bei der PreiSvertheilung. die während der Reunion gestern Abend in SteinS Saalbau vorgenommen wurde, erhielt für Corsofahren für die Vereine deS NordbezirkS der R.-C. Dillenburg den 1. Preis (eine Bowle), der R. -D. Lauterbach den 2. Preis (ein Schreibzeug), der R.-C. Butzbach den 2. Preis (ein Pokal mit Silberbeschlag). Die Führerpreise fielen für das Fahren um den DarnenpreiS an Gg. DöngeS-Bockenheim, für daS GauverbandSfahren an Han« Neumann-Hof-Schönau, für das Fahren um den Ehrenpreis deS D. R.-B. an Ferd. Schrodt-Höchft a. M.

Volksfest.

Ebenso lange wie in SteinS Garten dehnte sich da« Volksfest auf der Hardt an«, das nach beendigtem Rennen gegen 9 Uhr seinen Aofang nahm. Wir haben schon wieder­holt die Vorbereitungen erwähnt, die Herr Bichl er baulich, decorativ undwirthschaftlich" getroffen, und wir müssen gestehen, der gestrige Abend gehörte mit zu den gelungensten Veranstaltungen, die Gießen je erlebt. Die herrliche Lage deS Etablissements läßt dasselbe wie fast kein andere« geeig­net zur Abhaltung von Dolksfesten erscheinen. Der Effect wurde vollständig, al« mit Eintritt der Dunkelheit Hunderte von JlluminationSlämpchen in ihrem milden, und in der Gesammtwirkung dock strahlenden Lichte die Umrisse de« Etablissements nach der Stadt zu abzeichneten, als die Feuer­werkskörper in die Höhe sausten, und die große Zahl elec- Irischer Lampen ihr weißes Licht zum Thale sandten, und dieser Lichtfülle gesellte Herr Bichler noch einen Scheinwerfer zu, welcher bis nach Mitternacht mit seinem TageShelle ver­breitenden Strahle der jenseits der Lahn sich auSbreitenden Stadt seinen Gruß entbot, bezw. den solidesten Besuchern de« Festesheimleuchtete". Angesichts dieser Beransta'.tungen und Vorbereitungen war e« kein Wunder, daß sich ein leb­haftes Treiben da oben entwickelte. Die lustigen Weisen der RegimentScapelle luden zum Tanz ein, Schau- und Schieß­buden, CaroussellS u. f. w. boten sonstige Kurzwch in Hülle und Fülle. Wenn wir schließlich noch erwähnen, daß Küche und Keller der Bichlerschen Terrasse Vorzügliches boten, io können wir wohl annehmen, daß Alle, die an dem Feste thetlnahmen, voll befriedigt wurden. All Heil!

CoceUs unO

Gießen, den 31. Mai

* Empfang. Seine König!.Hoheit der Großherzog empfingen am 29. Mai n. A. den LandgerichtSrath Schmeckenbecher von Gießen.

* Ernennung. Durch Verfügung de« köuigl. Krieg«- Ministeriums vom 1. Mai ds«. IS. ist der frühere controlf. Kafernen-Jnfpector Walter hirrfelbst in Hameln zum Garnisou-BerwaltungS-Jnfpector ernannt worden.

* Zweite Kammer der Lanbpäude. Tagesordnung der 13. Satzung, Donnerstag, den 3. Juni 1897, BorwlttagS 10 Uhr. Neue Einläufe. BenchtSarzeigen. Wahl der beiden Präsidenten in Gemäßheit des Artikels 9 der Geschäfts­ordnung. Wahl eines SecretärS. Wahl eines Mitglied« znm ersten AuSschuffe. Wahl eine« Mitglieds zum vierten AuSschuffe. Wahlprüfurgen: 1. der Wahl des Abgeordneten für den 11. Wahlbezirk der Provinz Oderheffen (Laubach Schotten)- 2. der Wahl des Abgeordneten für den 10. Wahl­bezirk der Provinz Oderheffen (HerbstemUlrichstein) - 3. der Wahl des Abgeordneten für den 6. Wahlbezirk der Provinz Oderheffen (GrünbergGießen) - 4 der Ersatzwahl de« Abgeordneten für den 13. Wahlbezirk der Provinz Starken­burg (DarmstadtGroß-Gerau) betreffend, 5. der Ersatz­wahl de« Abgeordneten für den 10. Wahlbezirk der Provinz Rheinheffen (B ngenOber Jngelhetm) betreffend. Berathung über die Frage, ob Artikel 46 der Geschäftsordnung dahin auSzulegen ist, daß eine Feststellung der Beschlußfähigkeit de« Hause« auch nach stattgehabter Abstimmung zulässig erscheint, eventuell Abstimmung über die Beilage Nr. 135, die Wahl der Landtagsabgeordneten für Darmstadt betreffend. Vorlage de« Budget« der Zweiten Kammer für die Rechnung«-