Regierungen die künftige Anßlegung der Anwendungde- § 34 des Ausführung- - Reglement- zum Reichs tagswahl» gefetz dahin festgeftrllt, daß bei den infolge Ablehnung oder Ungültigkeitserklärung einer Wahl nöthig werdenden Nach« wählen die Aufstellung neuer Wählerlisten dann erforderlich ist, wenn bereit» eia Jahr feit der allgemeinen Wahl ver- stoffen iü. In der heutigen Sitzung wurde ferner dem Handelsgesetzbuch nebst Einführungsgesetz die Zustimmung er- theilt. Den zuständigen Ausschüssen überwiesen wurde der ReichStagSbeschloß betr. Einführung der coafesfiouellen Eidesformel. Ferner wurde der Reichstagsbeschluß betr. Einführung eines Maximalarbeitstages an den Reichskanzler überwiesen.
■alfft tUe-rNphssche- Lorresponday-B««».
Paris, 29. April. Die „Agence HavaS" meldet aus Volo: Die Stadt ist fast gänzlich geräumt, Frauen und Kinder in großer Zahl wurden eingeschifft. Im Hafeu liegen ein italienisches und ein englisches Kriegsschiff.
Athen, 29. April. Folgende Ministerliste wird als gewiß bezeichnet: Rallt Vorfitz, die Anhänger TrikupiS' Theotoki, Simopulo, SkuludiS, Oberst TsamadoS, und die Unabhäagigen KarapanoS und DeligeorgtS. Der Porte- feutlleSwtntster versichert, sobald das Cabinet gebildet sei, begebe sich Rallt mit dem KrtegSwtoifter nach PharfaloS.
Konstantinopel, 29. April. In dem türkischen Hauptquartier befinden fich die Militär-AttachöS Oesterreich- UugarnS, Frankreichs und Serbiens.
Konstantinopel, 29. April. Eine Depesche Edhem Paschas vom 28. au den KrtegSwintfter meldet, daß die 1. Division gegen Trtkala marschire und ZarkoS besetze. — Ein Telegramm des Commandameu in Epirus besagt, daß nach Berichten der 1. Brigade in dem vorgestrigen fiebenstündtgen Kampfe bei Koodozaki der Feind einen Verlust von 25 Todteo und vielen Verwundeten hatte und zum Rückzüge gezwungen wurde, sowie daß eine Brücke bet Plaka und etn griechisches Blockhaus geräumt wurden. Türkischer- feitS wurden ein Offizier und 32 Mann verwundet. Gleich- zeitig kündet der Bericht den «eiteren Vormarsch nach der Küste an.
Koastautiaopel, 29. April. Nach einem Telegramm der Zeitung „Saba" flüchteten die Griechen aus Trikkala und ließen in Kazaklar zwei Festungsgeschütze zurück, welche nach Lariffa gebracht wurdeu. Gegen Volo find Cavallerte- abtheiluugen in genügender Stärke zu Aufklärungszwecken nbgegaugeo.
Depeschen des Bureau „fcerolb."
Berlin, 29. April Der Kaiser beabfichtigt, wie aus Schlitz telegraphirt wird, am Samstag Abend 9 Uhr von dort wieder abzureiseo.
Berlin, 29. April. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, beabfichtigt Herr v. Bennigsen zum 1. October das Amt eines Oberpräfidenten von Hannover niederzulegen und fich in das Privatleben zurückzuztehen.
Berlin, 29. April. Bon bewährter Sette erfährt die „Nationalzeitung", daß es neuerdings wieder fraglich zu fein scheint, ob die Novelle zum BeretuSgesetz dem Landtage noch in der gegenwärtigen Tagung zugehen wird, da tu letzter Stunde fich neue Schwierigkeiten geltend gemacht haben.
Berlin, 29. April. Den „Berl. Reuest. Nachr." wird aus Prätoria telegraphirt, dort sei das Gerücht verbreitet, das englische Geschwader werde bis zum Juli iu der Delagoa Bah verbleiben.
Berlin. 29. April. Der deutsche Botschafter iu Konstantinopel wurde gestern vom Sultau in Audienz empfangen.
Sraz, 29. April. Ein sehr heftiger Erdstoß von der Dauer von 2 Secundeu ist tu Kärntheu wahrgenommen worden.
Genua, 29. April. Die Abfahrt des griechischen Dampfers „Marie", auf welchem sich General Canzio mit 120 Freiwilligen befand, wurde von der Hafenpolizet durch Abfeuern von Flintenschüffen verhindert.
Paris, 29. April. Der „Gaulots" glaubt zu wtffen, daß die Vermittelung der Mächte bezüglich der Räumung Griechenlands durch die türkische Armee auf nach- stehenden Grundlagen erfolgen wird: Räumung Griechenlands durch die türkische Armee, Proclamation der Autonomie Kreta« unter Garantie der Mächte. Alsdann soll ein Cou- greß die definitive Regelung der Kretasrage vornehmen.
Lsudou. 29. April. Die heutigen Morgenblätter bringen Telegramme aus volo, wonach dort die Panik infolge Angriffes der Türken sehr groß ist. Die Zahl der Flücht- liuge ist so beträchtlich, daß dieselben nicht mehr mit den Schiffen befördert werden können.
Loudon, 29. April. Gestern verlautete auf Gruod einer Privatmeldung auS Athen, daß nicht nur der Rück- trüt des Cabinet-DelyanutS, sondern auch die Abdankung des Königs bevorstehe.
Petersburg, 29. April. Von gut unterrichteter Seite wird versichert, daß thatsächlich zwischen dem Cza reu und Kaiser Franz Joseph derartige Abmachungen stattgefunden haben, welche geeignet sein dürften, der orientalischen Frage alle Schärfe zu benehmen. Die Abmachungen versetzen Rußland in die Lage, da- bisherige FreundschaftSverhältniß zu Frankreich, welche- in Rußland sehr populär ist, aufrecht zu erhalten, also gleichzeitig mit dem Dreibund und mit Frankreich die Ruhe und den Frieden Europa- auch weiter zu sichern.
Petersburg, 29. April. Die beiden Monarchen und die übrigen Fürstlichkeiten wohnten gestern Abend der Vorstellung im Martentheater bet. Beim Erscheinen der beiden Kaiser spielte die Musik die österreichische Nationalhymne.
Athen, 29. April. Die Kammer dürfte heute beschluß
fähig sein und nunmehr ein Mtntfterwechsel trotz der Weigerung DelyauniS, zurückzutreten, zur Thatsache werden.
Athen, 29. April. Der König leidet an Herzkrämpfen. Sein Leibarzt hat ihm dringend zu einer Ueberfiedeluug nach Korfu und nach der Insel Syra gerathen.
Konstantinopel, 29. April. Frankreich, Rußland und England haben den Schutz der in der Türkei wohnenden Griechen übernommen. Gestern drängte fich eine große Menge Griechen nach dem hiesigen französischen Consulat, um Fahrscheine zu erlangen.
Koustautiuopel, 29. April. Der Sultan hat dem Poltzeimintster befohlen, au- den Reihen der Freiwilligen eine Poltzeteomp agnie für Lariffa und TuruavoS zu coustituiren zur Entlastung der regulären Truppen.
Athen, 30. AprU. In einer Unterredung mit dem König erklärte Delhannts, er könne nicht demifftonireu, weil dies als ein Act der Unfähigkeit und Feigheit bezeichnet würde. Hierauf ersuchte der König Delyannis, zu demiffio- nireu und betraute den Oppositionsführer mit der Neubildung des CabinetS. — Wie in Hofkretfen bestimmt verlautet, wird Delyannis auch nach Einsetzung deS CabinetS Rallt persönlicher Beirath des Königs bleiben, weil gewiffe ihm von den fremden Mächten gemachten vitale Jntereffeu Griechenlands betreffenden Eröffnungen ihn nicht als erstbester Revolutionär pretSgeben wollen.
Kanea, 30. April. Das Kriegsschiff „Kaiserin Augusta" ist gestern nach dem Golf Phaleron abgegaugen. Zehn Matroien und der Lieutenant Koch bleiben in der Stadt.
Konstantinopel, 30. April. OS man Pascha ist mit 30000 Mann nach Janina aufgebrochen, wo die Situation eine kritische ist.
CocaUs und prooittsieUts
Gießen, den 30. April 1897.
• • Mehrere Gewitter, von denen eins von besonderer Heftigkeit war, zogen gestern Abend über die Stadt. Auch der heutige Vormittag brachte ein Gewitter. Schaden an den eben in voller Blüthe stehenden Bäumen wurde nicht angerichtet.
• • Steins Garten, unstreitig eines unserer beliebtesten Etablissements, das sowohl durch seine günstige Lage, als auch durch seine Saal-Räumlichkeiten und seinen herrlichen Garten mit großer Halle stets mit Vorliebe vom besseren Publikum besucht wird, ist für die Sommersatson wiederum aufs Bortheilhafteste eingerichtet und verschönert worden. Seinem Rufe als angesehenes Concertlocal getreu werden daselbst die Abonnements Concerte unserer beliebten Regi- mentScapelle demnächst wieder stattfinden, sowie auch bedeutende auswärtige Mufikcapellen im Laufe des Sommers unS dort erfreuen. Zur Eröffnung der Sommersatson findet morgen, Sonntag, Nachmittag großes Garten-Concert statt, welches von unserer Regimentsmufik ausgeführt wird.
* • Ehrenpreise. Anläßlich der auf den 30. Mai fest« gesetzten Eröffnung unserer neuen Rennbahn und der auf derselben stattfindenden großen Rennen hat der Vorstand des Gaues 9 deS Deutschen Radfahrer-BuudeS beschlossen, den „Wanderern", G. R.-G., einen Ehrenpreis im Werthe von 150 Mk. zu stiften. — Wettere Preise find bereit- gestiftet vom Vorstand des Nordbeztrks deS Gaue- 9 im Werthe von 50 Mk., vom Vorstand der „Wanderer", G. R.-G., im Werthe von 50 Mk. und von Brauereibefitzer Bichler im Werthe von 60 Mk. Wettere werthvolle Preise find in Aussicht gestellt.
* • Der letzte Studenten Auszug Aus Würzburg wird der „Frkj. Ztg." geschrieben: In seinen „Alt-Heidelberger Erinnerungen" schreibt Guido Weiß über die Studenten- Auszüge: Der letzte dieser festlichen Acte mag wohl in den vierziger Jahren in Gießen fich abgespielt haben." Dem gegenüber erlaube ich mir darauf hinzuweisen, daß im Jahre 1848 der letzte Auszug wahrscheinlich hier in Würzburg stattgefunden hat. Er war die Folge einer Schlägerei, die zwischen Soldaten und Angehörigen eines hiesigen Corps in einer Wirtschaft begonnen und fich auf die Straße fortgesetzt hatte. Einige Studenten wurden dabei durch Säbelhiebe verwundet. Am Tage darauf zogen sämmtliche Studenten unter Mufik mit wehenden Fahnen auS dem schönen Würzburg nach dem badischen Städtchen Wertheim am Main. Hier blieben sie einige Wochen, bis die Militärver- waltung ihre Forderung nach Genugthuung erfüllt hatte. Eine Hauptperson bei dem Auszug war der sogenannte „Bachel", ein Original vom Kopf bis zur Zehe. Er hatte es besonders auf die in Wertheim garnisonirenden preußischen Truppen abgesehen, die eben den badischen Aufstand niedergeworfen hatten. Als sie eines Tages haß Tragen von rothen Abzeichen verboten, zog unser Bachel sein Haar, daS im grellsten Roth leuchtete, durch seine von unzähligen „Laude-vätern" durchstochene Mütze und ließ — den Preußen zum Trotz — die ihnen verhaßte Farbe lustig im Winde flattern.
• • FürLohufuhrUnleruehmer. Der achte Verbands- tag deutscher Lohnfuhr-Unternehmer findet vom 21. bis 24. Juli er. in Berlin (im Etablissement „Friedrichshain") statt und wird verbunden mit einer Ausstellung von fuhr- und verkehr-gewerblichen Gegenständen aller Arten rc. Inter- essenten erhalten speciellere Information sowie jede wünschen-- werthe Auskunft durch das BerbandStagS - Centralbureau: Berlin SO. 16, Melchiorstraße 11, 1.
* ♦ Handwerkertag tu Main,. Zu dem nächsten Sonntag in Mainz stattsindenden Handwerkertag find verschiedene Reichs- und Landtagsabgeordnete sowie verschiedene staatliche und städtische Behörden eingeladen worden. ES hat sich schon eine beträchtliche Anzahl von Delegirten der Innungen und Berufsvereine aus Nah uud Fern angemeldet. Die Stunde des Beginnes der Hauptversammlung ist, wie bereits mitgetheilt, auf Nachmittags 2 Uhr gelegt, so daß es jede« Geschäftsmann ermöglicht wird, derselben beizuwohnen.
•• Wetterbericht. Wahrend der äußerste Nordwesten von tiefem Drucke bedeckt ist, und im Norden Schottlands heute ein neues Minimum sich ankündigt, bedeckt den ganzen übrigen Theil Europa- ein barometrische- Maximum, dessen Sern fich immer weiter südwärt- verlegt. Doch traten innerhalb diese- Gebiete- hohen Drucke- verschiedene Unregelmäßigkeiten auf. Unter ihrer Wirkung war der Himmel am Morgen vielfach bedeckt und kam e- vielerort- zu erheblichen Niederschlägen. — DorauSs ichrliche Witterung: Bei wechselnder Bewölkung zu Gewittern geuetgte- warmeS Wetter.
a. Lollar, 29. April. Bom 1. Mai ab gelangen auf der hiesigen Bahnstation auch directe Fahrkarten nach Alsfeld, Betzdorf, Büdingen, Bürbach (Sieg), Dillenburg, Ehringshausen, Grünberg, Haiger, Großen -Busrck, Herborn, Hungen, Hirzenhain, Köln, Lich, Mücke, Nidda, Siegen und Zell-Romrod zur Ausgabe.
H. Aus dem Horloffthale, 29. April. Wetterkundige haben für den 1897er Sommer viele Hagelschläge prophezeit. Heute Nachmittag gegen drei Uhr hatten wir die erste Probe davon. Bon Mittags au wurde es sehr schwül, der Himmel nahm eiae rostbraune Färbung an, bann brach ein Gewitter, von West rach Ost ziehend, mit starken Donuerschlägen, wolkeubruchartigem Regen und großen Hagelkörnern untermischt, nieder. An jungen Gemüsepflanzen, blühenden Sträuchern und Obstbäumen hat der Hagel, dessen Körner mitunter die Stärke von Klickern erreichte, Schaden angerichtet. — Nachschrift. Soeben wird mitgetheilt, daß daS Korn, welche- in den letzten warmen Tagen stark in die Höhe wuchs, auch geschädigt wurde. Man kann darum den Laudwirtheu nur dringend rathen, ihre Felder baldigst gegen Hagelschaden zu versichern.
+ Aus dem Decauate Schotte», 29. April. Verflossenes Jahr fanden iu den 19 Pfarreien unseres evangelischen DecauatS bei einer Seelenzahl von 18,377, statt: 475 Taufen, 425 Confirmationen, 18,031 Abendmahlsempfangnahmen, 147 kirchliche Trauungen und 299 Beerdigungen ia Begleitung einer Geistlichen. Die Gesammtetunahme aus kirchlichen Collecten, Opfern uud Beiträgen belief sich in 1896 auf 4960 Mk. 65 Pfg.
A. Altenstadt, 28. April. Seit einigen Tagen spielten fich hier und tu der Umgegend einige Geschäfte von so eigenartiger Form ab, daß sie da- Interesse von weiteren Kreisen beanspruchen dürften. Die Sache verhält sich folgendermaßen: Ein hiesiger Handelsmann fuhr mit einem Bekannten nach Ortenberg, um einen Faselochs zu kaufen. Unterwegs gesellte sich ein Laudwirth aus Lindheim dazu, der seinen Feldbau mit Ochsen betreibt. Der Handelsmann rieth bim Ltndheimer Ochsenfuhrmaun, er solle fich ein Paar billige, gute Pferde anlegen, ein solches sei gerade vorhanden und könne, wenn 200 Mk. auf die Ochsen gezahlt würden, getauscht werden. Ein hitziges Feilschen begann, der Ochsenbauer kaufte schließlich die Pferde, aber so, daß er noch 200 Mk. auf seine Ochsen herauSbekommen sollte. In Stockheim wurde brillanter Weinkauf getrunken, wobei sogar Sect floß und etliche Zwanzigmarkstücke drauf gingen. DaS Gelungenste dabei war einstweilen, daß der Pferdehändler die von ihm verkauften Pferde noch gar nicht in Eigenthum besaß, sondern nur erst in Aussicht hatte. Nun beginnt der zweite Act der Tragicomödie. Der Pferdehändler wollte kurz nach dem solennen Frühstücke einem Stockheimer Laudwirth die getauschten Ochsen um 1100 Mk. verkaufen, wa» der kluge Bauer lachend zurückwtet. Nach längerem Feilschen erklärte der Bauer: „ich will keine Ochsen, ich brauche sie nicht, nur zu einem ganz absonderlich billigen Preise würde ich sie nehmen. Dazu müßtest Du an den 1100 Mk. eine Null abstreichen, für diesen Preis nähme ich die Ochsen. Der Ochsenverkäufer rechnet in seiner Schlauheit, 100 Mk. ab von 1100, so bleiben 1000, und schlägt dem Bauer vor zwei Zeugen die Ochsen zu. Dieser nimmt an und die Reise geht weiter nach Ortenberg und zurück nach Altenstadt. Unter- weg- überlegt der Pferdehändler und findet, daß er einen riesig verkehrten Streich gemacht und die Ochsen nicht zu 1100—100=1000 Mk., sondern zu 110,0=110 Mk. ver- kauft habe. Jetzt wird eS ihm schwül. Mit Beginn deS dritten ActeS wird es ihm aber noch heißer. Er geht am anderen Tage zu Bauer L. dahier und will ihm die Pferde abkaufen, die gegen die nach Lindheim verhandelten, in Stockheim auch bereits weiter verkauften Ochsen getauscht wurden. Der Bauer erklärte aber, die Pferde wären ihm vorerst gar nicht feil. Nun wurde eS dem Pferdehändler fiedendheiß am ganzen Körper. Der Pferdebefitzer sagte aber weiter, die Pferde sollten dieser Tage nach Büdingen gehen und gemustert und taxirt werden. DaS gefiel dem Pferdehändler, er setzte fich mit L.'S Knecht in Verbindung, gab ihm 2 Mk. Trinkgeld und machte mit ihm auß: „Wenn Du durch Lindheim reitest, gehst Du zu C., führst ihm die Pferde in den Hof und sagst, die WeibSleute sollten die Rosse auch ansehen, eS wird hübsch werden. Al- die Rosse in C.'S Hosratthe erschieuev, erhoben die WeibSleute C.'S ein starke- Schimpfen. Die Ochsen wurden nicht hergegeben, C. zahlte dem hiesigen Pferdehändler noch 45 Mark Reugeld, Übernahm die viel höheren Frühstück-- und Weinkaus-kosten und war froh, daß er die von dem Pferdehändler niemals in Eigenthum besessenen Rosse glücklich wieder los geworden war. — Darnach begann der vierte Aufzug der Tragicomödie: Der Stockheimer Bauer will seine Ochsen, die er um 1100 Mk., wovon eine Null abgestrichen, also um 110,0Mk. gekauft haben. Der Pferdehändler sagt: ich 'habe um 1100 — 100 Mk. verkauft, das beträgt 1000 Mk., aber keine 110,0 Mk Inzwischen bekamen aber auch die Hüter deS Gesetze- Wind von der Sache- sie gingen ihr nach und siehe da! eß wird ein schöneß Stücklein geben. Mit diesem beginnt jetzt der fünfte Act und der scheint sehr interessant zu werden.


