Ausgabe 
30.5.1896 Zweites Blatt
 
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am 18. August d. I. etngeweiht werden soll. Die Geneh­migung dazu ist von der französischen Regierung bereit» er- theilt worden. Da» Vermögen der Bereinigung beziffert sich zur Zett auf 14,000 Mk. Davon find 10,000 Mk. in Form einer Stiftung feftgelegt, um die Gräberschmückuog für alle Zeiten zu sichern.

* Da» Mädchen mit der Maschine. Die Wochenschrift Sport im Bild" schreibt: Folgende kleine Anecdote, welche mau sich in radsportlichen Kreisen Kopenhagen» erzählt, ist bezeichnend für die allgemeine Verbreitung de» Fahrrades. Ein Dienstmädchen hatte dort bei einer anderen Herrschaft Dienst genommen und fragte brieflich bei dieser an, ob es ihr auch gestattet wäre, ihreMaschine" mitzubringen. Die Herrschaft dachte hierbei natürlich an eine Nähmaschine und gewährte die Bitte selbstverständlich. Doch wie erstaunte die gnädige Frau, al» am festgesetzten Tage ihre neu engagirte Magd stolz auf dem Stahlroß daher kommt, um ihre neue Stellung anzutreten.

* Keine Ansteckung durch Papageien. Die Mittheilung, daß bei einer BogelauSstellung in Kreuzlingen bei Thurgau sechs Mitglieder des Comite» von einem kranken Papagei angesteckt, an Blutvergiftung gestorben seien usw., wird jetzt als erfunden bezeichnet. Der Director des Zoologischen Gartens in Hamburg, Dr. Bolau, hatte sich dieserhalb in Kreuzlingen erkundigt, worauf das Dementi erfolgte. Dr. Bolau knüpft darau die Bemerkung, daß der Hamburger Zoologische Garten einen dauernden Bestand von 150 bis 200 Papageien und 1300 bis 1500 anderen Vögeln hat, daß bet einem so großen Bestände naturgemäß im Laufe der Jahre auch manche schwere Erkrankungen der Thiere vor­gekommen find, daß aber trotzdem, so lange der Garten besteht, d. h. während mehr als 33 Jahren, niemals Wärter oder andere Personen, die mit der Pflege der Vögel betraut waren, infolge von Ansteckung durch kranke Vögel erkrankt find. Da müffe denn doch die Gefahr, durch kranke Vögel angesteckt zu werden, soweit sie überhaupt vorhanden ist, jedenfalls eine äußerst geringe sein.

Wetnparuscherei. Zu einer kürzlich vor Gericht au»- getragenen Weinpantscherei einer Mainzer Firma macht ein Wormser Blatt folgende interessante Rechnung auf:

DaS Stück Most 94er Engelstadt-Bubenheim

300 Mk. 3300 Mk.

1 Stück Trubwein 300 ,

30 Centner Zucker a 30 Mk. 900

144 Liter 95proc. Sprit 70 Pfg. 100

Selbstkosten für 30 Stück 4800 Mk.

Verkauft an den Erzhäuser Wirth ä 576 Mk., nehme an durchschnittlich 500Mk.pr. Stück 15000

Bleibt Gewinn 10400 Mk.

Ab Strafe 100 Mk.

Ab Kosten 300 , 400

Netto-Gewinn 10000 Mk.

Die Eiuuahmen der 61 deutschen Eisenbahnen betrugen im April 1896 bet einer Gesawmtlänge von 59,624.88 Kilo­meter: aus dem Personenverkehr 32.282,571 (gegen das Vorjahr mehr 246,174), auS dem Güterverkehr 71,257,157 (mehr 5,566,970) Mark.

* Der erste neue Häring. AuS Amsterdam wird unterm 25. d. MtS. geschrieben: Der erste neue Häring in Holland wird nach altem Brauch jedes Jahr der Königin- Regentin feierlich überbracht. Die glücklichen Fischer, die ihn gefangen haben, schmücken sich zu der Ceremonie mit orangefarbenen Bändern, fahren in einem mit Flaggen und Grün verzierten Wagen zum Refidenzschlosse und bekommen ein Geldgeschenk. So geschah es wieder am letzten Donnerstag, da kamen zwei Vlaardinger Fischer in der beschriebenen Weise beim Schlosse Soeftdijk, da» bei Utrecht liegt, an und die daselbst mit ihrer Tochter refidirende Regentin empfing dort die eigenartige Ovation sehr wohlwollend und unter Dank­sagung.

* Eine neue Zeitrechnung scheint allen Ernstes in ab. sehbarer Zeit bevorzustehen, wenn eine von Amerika aus­gehende, von der englischen Presse auf das Wärmste unter­

stützte Idee auch in den übrigen Staaten sollte. Nach dieser neuesten Zeitrechnung ' 13 Monate umfassen, von denen die ersten imö'f ! unb der dreizehnte in den gewöhnlichen lahrLJV i Schaltjahre aber 30 Tage haben würb'e ® amerikanischen Anhängern dieser Zeitumwavblua, <-K große Dorthril derselben in der regtlmäfcigtn W Wochentage während des ganzen Jahre». Da .

sich aus genau vier Wochen zusammensetzt, fe '

Tage der Woche immer genau an demselben Dar- kehren. Angenommen, daß der 1. Januar aus « fiele, so würde der 1., 8., 15., 22. eine» jeden v.. ganze Jahr hindurch auf einen Montag fallen. a? veranstalten die amerikanischen Neuerer der ^2; - Propaganda-Versammlungen. Sie wollen i, ? 21 den englischen Anhängern gelegentlich der auSstellung in Pari» einem Internationalen Frage unterbreiten.

SchtsfsnachrLttzte«.

Der Postdampfer2B(fttrnlanbe der .Red Antwerpen ist laut Telegramm am 26. Mai 1 Newyork angekommen.

f fertig n. WC Aab. M, BrOXFeche Drucker* Wm», 7.

Bilanz

des Spar- u. VorlWvcttins, riagctr. Gkuoffrvsch. m.nnbf f^r. gastpü.,

zu Treis a. d. Lda.

am 31. December 1895.

Activa. JL

Ausgeliehene Kapitalien 304358.47

Kassevorrath, baar . . 11856.10

Ausstände..... 13032.41

Mobilien .... 313.39

Summa 329560.37

Passiva. JL H

Aufgenommene Kapitalien 311278.05 Mitgliederguthaben . . 12582. Reservefonds .... 3494.23 Gewinnconto . . . 2206.09

Summa 329560.37

Die Milgliederzahl betrug Ende 1894 . . 143

In 1895 ausgeschieden . 13

und neu ausgenommen . 5 weniger 8

Daher Mitgltederzahl Ende 18957 . . . 135

Treis a. d. Lda., am 28. Mai 1896.

Der Director:

H. Becker VI.

Der Rechner:

I. Becker VI.

Der Controlleur:

I. H. Dapper

General-V ersammlung

im Gemeindehaus zu Treis a. d. Lumda.

Sonntag, den 7. Juni d. J., Nachmittags 5 Uhr, wird die General-Bersammluug der Mitglieder des Spar- und Vorschuß. Vereins mit folgender Tagesordnung abgehalten: 1. Vorlage der Rechnung für 1895, 2. Festsetzung der Dividende, 3. Verschiedenes, wozu alle Mit­glieder eingeladen werden.

Die Rechnung liegt zur Einsicht der Mitglieder vom 30. d. Mts an acht Tage lang auf dem Geschäftsbüreau offen.

Treis a. d. Lda., am 28. Mai 1896.

Der Aussichtsrath: 5027 G. Kehr IV., Vorsitzender.

Samstag den 13. Juni, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den ftatl Lenz «Helente« tn Gießen gehörigen Immobilien:

Flur 34 Nr. 5987io 179 qm Hofraithe zwischen dem Wäldchen und dem Schießhaus,

Flur 34 Nr. 581»</ioo 363 qm GraS, garten daselbst

»ffentlich meistbietend »ersteigert werden Gießen, den 1. Mai 1896.

Großh. OrtSgericht Gießen.

I. 81.: Bogt. 4242

Samstag den 13. Juni, Nachmittag« 2 Uhr, soll auf dem hiesigen OrtSgericht die den Philipp May Erden in Gießen ge- börige Hofraithe:

Flur I Nr. 332 31 qm in der Katha- rinenaasse

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 1. Mai 1896.

Großh. OrtSgericht Gießen-

I. A-: Bogt. 4243

Arbkitsvkrstkigtruus.

Montag den 1. Juni, Rach- mittags 2 Uhr, soll auf dem Rath­haus zu Leihgestern die zu 760 Mk. veranschlagte Chaussirungsarbeit in Accord gegeben werden.

Leihgestern, am 27. Mai 1896. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. _____________Heß. 5026

Verdingung.

Die zum Neubau einer Dieuer- wohnung bei der Stadtmädchen­schule erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, wie:

Erd- und Maurerarbeit, Steinmetzarbeit, Zimmerarbeit, Dachdeckerarbeit, Spenglerarbeit, Eisenlieferung, Schreinerarbeit, Schlofferarbeit, Glaserarbett, Weißbinderarbeit und Pflasterarbeit sollen

Moutag den 15. Juni d. I., Bormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden.

Pläne, Arbeitsbeschretbung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vor­geschriebenem, bei uns erhältlichem Formular, sind zu vorgenanntem Termin an uns einzureichen.

Gießen, den 21. Mai 1896.

Da» Stadtbauamt. Schmandt. 4887

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