Welt den Frieden «ollen. Aveling kam dann auch auf den Einfall Dr. JamesonS in Transvaal zu sprechen und führte aus, Iameson würde fretgesprochen werden, weil die Capi- ralisten dabei interesfirt seien. Die Namen Iameson und RhodeS wurden vom Publikum auSgezischt.
Konstantinopel, 27. Juli. Amtliche Berichte aus Salo nicht bestätigen, baß das Auf tauchen bewaff« neter Bauden in Macedonieu in der Zunahme begriffen sei. Dieselben werden von Griechenland mit Waffen und Munition versehen und finden seitens der christlichen Bevölkerung Unterstützung.
Berlin, 28. Juli. Der im ReichS-Justizawt auSge« arbeitete Entwurf eines neuen Handels-Gesetzbuches bezieht sich, wie die „StaatSb.-Ztg." erfährt, fast nur auf die RechtSverhältniffe der Kaufleute und berührt in weit größerem Maße als das in Geltung bestehende Handelsrecht die Berhältntffe anderer Berufsstände. Darum sei auch in dem Entwurf der Begriff eines Kaufmanns in anderer, dem gegenwärtigen Bedürfniß entsprechender Weise festgestellt worden. Der Entwurf zähle die Geschäfte auf, welche als kaufmännisch zu gelten haben und bestimmt dann noch, daß ein gewerbliches Unternehmen, das nach seinem Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordere, als Handelsgewerbe im Sinne des Gesetzbuches gelte, wenn die Firma des Unternehmers in das Handelsregister eingetragen sei. Das gelte aber nicht für den Betrieb der Land- und Forftwirthschaft.
Berlin, 28. Juli. Dem Gouverneur Wißmann nahestehende Kreise nehmen an, daß derselbe noch den Monat August im Harz zubrtngen werde.
Berlin, 28. Juli. Zur Reise des Zarenpaares erfährt das „Berl. Tagebl.", Paris solle vermieden werden, weil der Zar die dort zu erwartenden allzu großen Ovationen verhindern möchte. Der Zar dürfte die offtctelle Begrüßung Frankreichs in Toulon oder Marseille entgegenuehmen.
Kiel, 28. Juli. Der BerbandStag der schleswig-holsteinischen JnnungS-Ausschüffe nahm gestern eine energische Resolution gegen den Acht-Uhr-Ladenschluß an.
Lemberg, 28. Juli. Einige Polenblätter melden, der Zar werde von Kiew zu kurzem Aufenthalt in Congreß-Polen eintreffen.
London, 28. Juli. In der gestrigen Sitzung des Sozialisten-Congresses wurde bet der Debatte über den Ausschluß der Anarchisten nur mühsam eine Prügelei verhindert. Wegen andauernden Tumultes wurde die Sitzung geschlossen.
CoceUs «nd prwhtjküefe
Gießen, den 28. Juli.
** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädtgst geruht, am 28. Juni dem Fölstec Georg Heinrich Karpf zu EinartShausen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für 50jährige treue Dienste" zu verleihen.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag, den 30. Juli 189 6, nöthigenfalls mit Fortsetzung Freitag, den 31. Juli, Nachmittags 3^/z Uhr, pünktlich: 1. Errichtung einer Minna Keil-Vogt Stiftung zu Gunsten hiesiger bedürftiger Handwerker und Handwerkerwittwen. 2. Baugesuch der Firma Heyltgenstaebl u. Cie. für die verlängerte Ltebtgstraße. 3. DeSgl. der Gail'schen Dampfziegelei, Erweiterung det Ringofens betr. 4. DeSgl. des Wilhelm Seipp I. um Erlaubntß zur Errichtung einer Feldscheuer am alten Feldweg. 5. Erneuerung der Ueberführung der BewäfferungSanlage von der Wieseck über den Oberlachgraben an der Plockbrücke. 6. Ausbau der Ebelstraße- hier: Credit- Erweiterung. 7. Ordnung deS städtischen Archivs- hier: Ereditrrtheilung. 8. Voranschlag deS GaS- und WafferwerkS für 1896/97- hier: Bauliche Arbeiten für die neue GaSbehälter- und Dampfkesselanlage. 9. Unterhaltung deS TchlachthofeS- hier: Vergrößerung der Waffermefferanlage. 10. Ventilbrunnen an der Einmündung der Bergstraße in den Schtffenbergerweg. 11. Fortsetzung der GaS- und Wasserleitung zwischen der Pumpstation und dem Bahndamm in der Westanlage. 12. Fortsetzung der Wafferletrung auf der Rodheimerstratze. 13. Desgleichen auf dem Schiffenbergerweg. 14. Verstärkung der alten Wasserleitung für die Matgaffe. 15. Bau einer Bahn von Gießen nach Bieber- hier: Anlage eines besonderen Personen-Bahnhofes. 16. Vergrößerung des bestehenden bezw. Anlage eines zweiten Friedhofes. 17. Erweiterung des Friedhofes; hier: Anlage einer weiteren Zapfstelle. 18. Die Benutzung deS WafferS im FriedhofSbaffin für gärtnerische Zwecke. 19. Gesuch deS Friedhofsaufsehers Löber um Anschluß deS Leichenhauses an die Quellwasserleitung, 20. Gesuch des Karl Kinkel zu Gießen um Ertheilung der Erlaubntß zum WirthschastSbetrieb im Hause Rtegelpfad.
** Konten zum Besten des Jnvalidendank. Wir machen auch an dieser Stelle aufmerksam auf daS heute (Dienstag) Abend 7 Uhr im „Gießener Festsaal", bezw. dem dortigen Garten stattfindende Extraconcerr der Regime ntS- Capelle zum Besten des Jnvalidendank- der Einwohnerschaft Gießens ist damit Gelegenheit geboten, in Förderung der edlen Zwecke des „Jnvalidendank" zugleich ihre Erkenntlichkeit zu beweisen für die vielfältigen, mustergültigen Darbietungen unserer RegimentScapelle, wie insbesondere für die von derselben gegebenen Promenade-Concerte.
•• Montags. Concert auf bet Schonen Aussicht. DaS gestern stattgehabte achte MontagS-Concert war wiederum recht gut besucht. Obwohl wegen des zu kleinen Orchester- podiumS nicht die ganze Militär-Capelle spielen konnte, wurde alles Mögliche gethan, um das Concert zu einem wohl- gelungenen zu machen. Besonders erwähnen wollen wir daS Quartett der Herren Helwing, Reinhardt, TrinkS und Gorr, welche als Einlagen „DaS einsame Röslein", „Waldandacht",
„Schäfers SountagSlied" und „Die Kapelle" recht schön zum Vortrag brachten.
•* Der heutige Wochenmarkt war der letzte, welcher nach der alten Marktordnung ftattfand. Am SamSlag den 1. August tritt die neue Marktordnung in Kraft. Von da ab werden wöchentlich drei Märkte (Dienstag, Donnerstag und SamStag) gehalten und den einzelnen Gegenständen des MarktverkehrS besondere Derkaussplätze angewiesen. Wünschen wir, daß die neuen Verhältniffe allen Betheiligten zum Segen gereichen und den Marktverkehr bei den gegenwärtigen höheren Bedürfniffen fördern mögen.
Bom hessische« Feldartillerie Regiment Rr. 11, welches auf dem Rückmärsche nach seiner Garnison Cassel begriffen ist, passirteu heute früh mehrere Batterien unsere Stadt.
** Erinnerung au 1866. Die am vorigen Sonntag von den 1866r Kriegskameraden Gießens unternommene Reise zum Besuch der Gefechtsfelder und Gräber bet Laufach und Frohnhofen verlief in schönster Weise. Ca. 20 Gießener Kameraden, denen sich noch einige Herren von hier und auswärts angeschloffen hatten, fuhren per Bahn bis Laufach und besuchten den dortigen Friedhof, auf welchem unter Anderem auch Oberst Schenk vom 4. Regiment, ein Gießener, begraben liegt- derselbe erlag seiner am 13. Juli erhaltenen Verwundung, ebenso befinden sich daselbst Massengräber, welche theilS mit Namen der Gefallenen, theils auch nur mit der Zahl derselben bezeichnet waren, z. B.: „Hier liegen begraben 13 Hessen und 5 Preußen." Nach dem ging es zurück nach Frohnhofen- gleich am Dorfeingang, unter einem Baume, ist ein Doppelgrab und mit Holzkreuz und der Inschrift: „Hier ruhen zwei tapfere preußische Husaren." Beinahe am Ende des Dorfes befindet sich die Wirthschaft Hornung, mit der geschichtlichen Kegelbahn, in welcher Major Kröll und Hauptmann König er den Heldentod fanden- beide fielen durch Schüsse auS einem der Kegelbahn gegenüberliegenden Hause. Zeichen deS daselbst stattgefundeuen heftigen Infanterie-Kampfes findet man heute noch an den eichenen Balken und Bohlen der Kegelbahn, welche stark von Fltnten- kugeln durchlöchert und zersplittert sind. Vor Frohnhofen, in der Richtung nach Hösbach steht rechts der Straße daS Hessendenkmal, und wurde daselbst von den Gießener Kameraden ein Lorbeerkranz mit Schleife in den Landesfarben und der Widmung: „Die Veteranen von Gießen ihren 1866 gefallenen Kameraden" niedergelegt. Hinter dem Denkmal gelangt man, eine hohe Treppe emporsteigend, an daS Grab des Haupt- mannS König er und mehrerer anderer Offiziere, etwas weiter zurück liegt daS Grab deS Oberstlieutenant Diefenbach mit noch 30 Soldaten, ganz nahe dabei befindet fich ein weiteres Massengrab- auf der Tafel ist zwar nicht angegeben, wie viel Gefallene daselbst liegen, jedoch nach Angabe des Führers find es ca. 60. Auf der Höhe der genannten Gräber links der Straße liegt die Grabstätte des Hauptmanns Kolb. Die Gräber find alle recht gut gehalten, und wurden in Laufach sowohl als auch in Aschaffenburg die alten Leute, welche zur Unterhaltung der Gräber bestimmt find, mit einer kleinen Geldspende bedacht. DaS letzte Grab liegt links an der Straße nach Hösbach unter einem Obstbaum. Großes Interesse bot auch daS Terrain, da bet der Gesellschaft fast alle Waffengattungen von 1866 vertreten waren, und die gegenseitigen Belehrungen und Aufklärungen fast einem Jeden auf dem deinen Gesichtsfelde die Situation klar vor Augen führten. Die Reisegesellschaft fuhr von Hösbach per Bahn nach Aschaffenburg zurück, theils dort übernachtend, theils nach Gießen zurückkehrend.
** Die hessischen Sifenbahnbeamten haben, verbunden mit dem Etsenbahnbeamlenverein Darmstadt, die Gründung eines hejstschen Landesvereins beschlossen, in dieser Beziehung dem Beispiele ihrer Berussgenosien der Nachbarstaaten folgend. Der Statutenentwurf wurde am Samstag von Delegirten der Interessenten im „Friedberger Hof" zu Darmstadt einer Vorberathung unterzogen. In einer weiteren, auf den 15. August d. I. anberaumten Versammlung der beiden Gesammtvorstände soll zur Wahl deS Hauptvorstandes für den LandeSoerein geschritten werden. Die neue Verbindung bezweckt lt. „Drmft. Ztg." die Hebung der Collegialität, die Förderung der geistigen und materiellen Interessen, die Hebung des StandeSbewußtsetnS der Verkehrsbeamten u.s.w. Dieser Zweck soll angestrebt werden durch Gewährung pecuntärer Beihilfen, Schaffung vortheilbafter Einrichtungen auf wtrthschaftlichem Gebiete, Gewährung einer Rechtshilfe in allen aus dem VerkehrSdtenste hervorgehenden Straf- und Procetzfachen, Veranstaltung von fachlichen und wissenschaftlichen Vorträgen und durch Abhaltung geselliger Zusammenkünfte.
** Eisenbahnwesen. In der Eisenbahnverwaltung ist die Controle der Fahrkarten während der Fahrt von außen nunmehr durchweg verboten. Die bezüglichen Bestimmungen der Dienstanweisung der Zugführer und Schaffner haben eine dementsprechende Aenderung erfahren.
+ Hattenrod, 28. Juli. Heute Morgen früh entstand Feuer lärm. Die Scheune eines Schmiedmeisters ging in Flammen auf. Da hier Wassermangel herrscht, so besteht bet den meisten Familien die Einrichtung, den Wasserbedarf für den nächsten Tag Abends vorher mit großen Fässern in der Nähe des Ortes zu holen. Durch rasches Herbeischaffen der gefüllten Wafferfäffer konnten die Spritzen in erfolgreiche Thätigkeit gesetzt und das Feuer auf feinen Herd beschränkt werden. Die herbeigeetlten Nachbarfeuerwehren brauchten nicht mehr einzugreifen. Der Schaden wird durch Verfiche- rung gedeckt werden.
O Linbenstrnth, 27. Juli. Um Mitternacht zündete ein Blitzstrahl vor dem Dorfe einen Kornhaufen an. Herbeieilende löschten die brennenden Stoppeln aus, sonst wären wahrscheinlich sämmtliche Kornhaufen deS Ackers dem Feuer zum Opfer gefallen. Zur Lehre diene: Man suche während eines Gewitters nie Schutz unter Fruchthaufen!
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• Krofdorf, 26. Juli. Dem „Wetzl. Anz." wirdWvou hier geschrieben: Bon einer Einbrechergesellschaft werden seit einiger Zeit die Orte Krofdorf und Lollar Henn, gesucht. Nachdem schon vorher mehrere Einwohner beider Orte Morgens die unliebsame Entdeckung gemacht hatten, daß ihnen während der Nachtzeit unerwünschter Besuch za Theil geworden war, ist am letzten Freitag wiederum an zwei Stellen eingebrochen worden. In dem einen Falle war. das Schloß der Thür vollständig herauSgesägt. Wie eS den Anschein hat, lenken die Einbrecher ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf solche Orte, an denen Geld ausbewahrt zu werden Pflegt, während sie Gegenstände, die leicht zu Bei. räthern werden könnten, ruhig stehen laffen. — Darum auf- gepaßt!
* Frankfurt t. M, 27. Juli. Laut „Franks. Ztg/ wurde heute Nachmittag 3 Uhr von der Gutleutstraße 123 Großfeuer gemeldet. In einem daselbst befindlichen Spezereiwaarengeschäft war im Keller Feuer auSgebrochev, das fich sofort aus daS StiegenhauS ausdehnte und diese» zerstörte, aufregende Scenen wie s. Zt. bei dem Brande des Britannia-HotelS spielten fich ab, da sich Niemand von den Hausbewohnern über die Stiege retten konnte. ES wurden sofort 70 bis 80 Monn Militär rrquirirt, die sogleich au» der gegenüberliegenden Kaserne mit ihren Kletterstangen und Leitern kamen, daS HauS bestiegen und in die Wohnungen drangen, die in kürzester Zeit mit Rauch gefüllt waren. Inzwischen war die Feuerwehr eingetroffen, die dann fämmt- liche im Hause befindlichen Personen, namentlich Frauen und Kinder rettete. In großer Gefahr schwebte eine Frau, die mit ihrem Kinde vom Dach durch einen Feuerwehrmann au» ihrer gefährlichen Lage befreit wurde. Die Kinder wurden theilweise nackt auS den Betten hervorgeholt. Niemand wurde verletzt. DaS Feuer ist durch eine Benzin-Explofion im Keller entstanden. ES verdient hervorgehoben zu werden, daß sich auch noch eine Anzahl Offiziere an dem RettungS- werk beteiligten. Die Staatsanwaltschaft begab fich sofort an Ort und Stelle.
* Der Beruf eine» Redakteurs. Was Alles von einem Redacteur verlangt wird, zeigt folgende Bekanntmachung, die soeben in einer in Berlin erscheinenden Vereinszeitung veröffentlicht wird- sie lautet wörtlich: „Redacteur für den „Landsmann" gesucht! Da unser bisheriger Redacteur wegen Arbeitsüberhäufung seinen Posten niedergelegt hat, und auch der Herausgeber nicht die nöthige Zeit zum Besuchen der Vereine rc. besitzt, so wird für den „Landsmann" ein tüchtiger, gewiegter, in allen Sätteln fester und erfahrener Redac teur gesucht. Derselbe muß mit dem gesammten Vereins- und Versammlungswesen vollständig vertraut sein, neue Vereine gründen, Statuten entwerfen und Reden zu allen festlichen Gelegenheiten halten können. Alle DereinSfitzungen, Kaffeekränzchen, Ausflüge, Landparthieen rc. muß er mitmachen und über Alles einen gelungenen, packenden Bericht schreiben können. Der Mann muß redtgiren können, sich zanken, duelliren, prügeln- er muß eS auS dem „FF" verstehen, schlechten Zahlern aufs Dach zu steigen und der Damenwelt gegenüber auf den Bällen, Concerten und Abend- Unterhaltungen den liebenswürdigen Schwereuvöther za spielen. Mit den Müttern muß er sich überaus stets gut halten und mit ihnen von den Vorzügen ihrer Töchter plaudern. Er muß bet Schützen, Turnern, Gesangvereinleru, Liedertaflern, Christen und Heiden und vor Allem bei den Landsleuten Hahn im Korbe fein. Er muß eine Zeitung zu Stande bringen, die nie auf der Post verloren geht, welche die Mucken und Schrullen von 10,000 Lesern derart zu befriedigen im Stande ist, daß jeder den „Landsmann" im Voraus bezahlt. Wir brauchen Einen, der heiß und kalt zu gleicher Zeit blasen kann, der den Rock auf beiden Schulter« zu tragen versteht, der mit Hunden bellen, mit den Hasen um die Wette laufen kann, und daS GraS wachsen hört. Er muß Abonnenten und Inserate sammeln und zu gleicher Zeit Gelder kassieren. Alles was im Vereinsleben Passiert, muß er im Voraus bestimmen können, kurz — er muß ein „DereinSmensch" comme il faut, ein „AllerweltSmensch" fein. — Offerten find nur schriftlich bei unS einzureichen". — Armes Menschenkind!
* Idyll vom Schöffengericht. Der Berliner „Vorwärts" veröffentlicht nachstehende» Idyll vom Schöffengericht: Präs, (zum Angeklagten): Sie haben mit der Bestohlenen zusammen gelebt. Sie waren doch nicht verheirathet? — Angekl.: Um JotteSwillen, lieber sterbe ick. — Präs.: Sie lebten also im Concubinat? — Angekl.: Nee, in der Müllerstraße. — Präs.: Werden Sie hier nicht etwa dreist, sonst könnten Sie Unannehmlichkeiten haben. — Angekl.: Nischt vor unjut, Herr Jerichtshof, ick bin aber bloS bei Pfeiffer« in de Schule jejangen und kenne den feinen Zimmt nid}. Aber ins Conjiomerat habe ick nie jewohnt. — Präs.: Weshalb haben Sie sich von der Zeugin getrennt? — Angekl.: Weil se zu v'lle jesoffen hat. — Präs.: Ich fordere Sie nochmal» nachdrücklichst auf, fich hier anständig zu benehmen. Vor Gericht spricht man nicht vom „Saufen", sondern vom „Trinken". Mit Rücksicht auf Ihre Ungebildetheit will ich diesmal die Sache noch so hingehen laffen. — Angekl.: Ick kann doch bloS fo reden, wie ick et jelernt habe. — Präs.: Sie sollen der Zeugin bei Ihrem Weggänge eine Summe Geldes weggenommen haben. Wie kommen Sie dazu? — Angekl.: Ick wollte Ihr det Jeld sichern, weil se zu ville soff.! — Präs, (vorwurfsvoll): Angeklagter, jetzt ist e» genug. Ich habe nicht Luft, mir Ihre Rohheiten hier weiter gefallen zu laffen. — Angekl. (ganz erstaunt): Ja, wie soll ick mir denn ausdrücken. Wenn 'ne Frauensperson vier Schnäpse hinter einander fich runter ekelt, denn nennt man bet saufen und nich drinken. So habe ick'S jelernt. — Auf Antrag deS StaatSanwaltS wird der unverbefferliche Dialektiker wegen Ungebühr vor Gericht zur einer eintägigen Haftstrafe verurtheilt und zur Verbüßung der letzteren trotz lebhaften I Protestes abgeführt.
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Heinrich Wagner über das Vermögen d nuar 1806 zu Gie seit den 50er Jahren abwesenden Koural Antrag gestellt w sür tobt zu erkläre an den Äonra m Alle, die von de rod Kunde haben, hie liche Aufforderung, i gmchr Gießen Nac spätestens bis i vember l. I., 9 Uhr« zu geben, » Termin der qei für tobt erklär 'Men, den 25.
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