Ausgabe 
29.7.1896 Erstes Blatt
 
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Mittwoch den 29 Juli

Erstes Blatt

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Aintr- und Anzeigeblatt für den Aveir Gieren.

Hratisöeikage: Gießener Iamilienblätter

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Unaohm« von Anzeigen zu der Nachmittag- für de, f»lgmden Lag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.

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Coburg, 27. Juli. Der Fürst von Bulgarien ist gestern früh hier eingetroffen. Vormittags legte er Kränze am Sarge seines Vaters, des Prinzen August, nieder und wohnte dem Gottesdienste in der katholischen Kirche bet.

München, 27. Juli. DieAllg. Ztg." meldet: Zu den Kats erm anöoern in Schlesien hat auch Prinz Ruprecht von Bayern eine Einladung erhalten. Mit Rücksicht hierauf wird sich der Prinz am 3. September von den Manöver» des 1. bayerischen CorpS bet Unterthingau nach Görlitz

Kekulv von Stradonttz. Zu gleicher Zett fand das Leichen- begängntß des OberturnwartS Profesior Dr. Angerstein unter zahlreicher Bethetltgung statt.

Berlin, 27. Jult. Die Abteilung Berlin der deutschen

treibenden zu weit eingreifende Maßregel. Die Kammer ersuchte daS Ministerium, es wolle tm BundeSrathe die Ab« lehnung dieser Anträge der RetchScommission für Arbeiter.

Verfügung der Direction verboten worden. Ebenso wurde auch das Ausrufen bestimmter Spirituosen, Liqueure u. s. w. seitens der Bediensteten der Bahnhofsrestaurateure

lassen. r

Dem Gewerbe und der Landwirthschaft, welche fort­dauernd der besonderen Hülfe und Unterstützung durch den Staat bedürftig find, haben Sie dieselben durch Bereitstellung reicherer Geldmittel, durch wettere Bewilligungen für ein der Lentralstelle für die Gewerbe gewidmetes neues Gebäude, durch Ihre Mitwirkung zur Gründung neuer landwirthschaft. licher Schulen, sowie in mehrfachen anderen Richtungen in daukenSwerther Weise gewährt.

In nicht geringerem Grade war Ihre Thätigkeit der Tatwickelung deS Verkehrswesens durch höchst bedeutende Ver- willigungen für Straßenbauten, Nebenbahnen und die Brücken- , bauten über den Rhein bei WormS förderlich. Die Annahme des Ihnen durch Meine Regierung vorgelegten Gesetzentwurfs über die Kunststraßeu ist geeignet, durch die Vereinigung der Verwaltung in einer Hand der rascheren Entwickelung des Straßenwesens zu dienen.

Noch in letzter Stunde hatte Sie die wiederholt in beiden Kammern verhandelte Frage der Verstaatlichung der »adwigSbahn beschäftigt. Ueber die Nothwendigkeit dieses Schrittes, wie über die Nothwendigkeit einer vorauSgängtgen Verständigung mit der Königlich Preußischen Regierung in Betreff des Erwerbs und Betriebs jener Bahn bestand zwischen Ihnen und Meiner Regierung schon seit längerer Zett volles Ttnverständniß. Die von der letzteren zu diesem Zwecke ge- führten Verhandlungen begründeten mehr und mehr die Einficht, daß bei der Gestaltung der Eisenbahnverhältuiffe in dem Großherzogthum eine den VerkehrSbedürfniffen voll ent* sprechende Ausnutzung der Bahnen des Landes, sowie eine stchere Grundlage für die ErtragSfähigkeit der in denselben angelegten hohen Werthe nur in einer engen VerwaltungS- uab Finanzgemeinschaft mit Preußen zu finden sei. Erfordert diese letztere nach einigen Richtungen hin auch ein gewiffes Maß von Selbstbeschränkung, so habe Ich Mich derselben dennoch gerne unterzogen, weil Ich die Ueberzeugung gewonnen habe, daß Ich damit meinem geliebten Lande und Volke und, wie Ich glaube, auch höheren Zwecken einen großen und b-leibenden Dienst erweise.

Gott segne unser liebes Heimathland!

untersagt. ,

BreSlau, 27. Juli. Unter der SpitzmarkeHeraus- forderung zum Zweikampf" bringt derBreöl. Gen.» Anz." folgende Gerichts-Berhandlung. Vor der ersten Straf, kammer des Landgerichts BreSlau hatte sich heute wegen Herausforderung zum Zweikampf der Student der Philo­sophie Hermann Kaltsch aus Danzig zu verantworten. Der­selbe hatte in einer Nacht mit dem Studenten Michaelitsch auf der Albrechtstraße zu BreSlau ein Rencontre gehabt. Kaltsch forderte Michaelitsch auf krumme Säbel. Die Staats­anwaltschaft beantragte gegen ersteren einen Monat Festung, das Gericht verurtheilte ihn jedoch nur zu einer Woche

^Rünberg, 27. Juli. Der erbliche RrichSrath Freiherr Lothar von Faber, der Besitzer der weltberühmten Blei- sttftfabrik, ist im Alter von 78 Jahren gestorben.

Brüffel, 27. Juli. Nach den bis jetzt bekannten Er- gebniffen wurden in Brüffel sämmtliche liberalen Ean- didaten bet den gestrigen Wahlen für den Provinzialrath mit 20,608 Stimmen gewählt. Die Soctalisten erhielten 15,103 Stimmen.

Paris, 27. Jult. Die Schuld an den Unruhen in Lille wird tm Besonderen dem Präfecten des Nord. departementS zugeschrteben und steht deßhalb deffen Ab­berufung bevor. . r,

Paris, 27. Juli. Die Blätter beglückwünschen den j Minister Hanotaux, daß er den TrauSvaal-Präfidenten Krüger und den Viceprafidenten Joubert zu Groß Offizieren der Ehrenlegion ernannt hat.

Paris, 27. Juli. DemFigaro" zufolge würde es fich wohl in Darmstadt entscheiden, ob der derzeitige Zustand der Czartn eine Ausdehnung der Reise deS CzarenpaareS nach Parts und London gestattet. Möglicherweise werde der Czar allein nach Paris kommen. Keinesfalls würde das Czarenpaar die Pariser Reise bis zur Weltausstellung tm Jahre 1900 aufschieben. Sicher sei aber, daß der Czar nicht nach Berlin gehen werde, wenn ihm dadurch unmöglich würde, Paris zu besuchen.

Lyon. 27. Juli. Ein 14jähriger italienischer Lehrling erstach seinen Lehrmeister wegen eines von letzterem I erhaltenen Backenstreiches.

Loudon, 27. Jult. Der internationale Socia- I listen-Congretz wurde gestern Mittag durch eine Friedens- Demonstration eingeleitet. Von den deutschen Abgeordneten sind Bebel, Liebknecht, Singer, Molkenbnhr, Wurm, Grillen- I berger und andere erschienen. Der Aufzug dauerte über eine

Stunde.

Loudon, 27. Juli. Bei der gestrigen soctalistischen Demonllrattou erklärte Aveling, nur die Eapitalisten wollten den Krieg, JaureS und Liebknecht seien gekommen, um den Arbeitern zu verkünden, daß die Arbeiter der ganzen

vierteljähriger >6o**<mrebpttU * 2 Mark 20 Pfg. mtx vrmgerlobn.

Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pf,.

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Zürich, 27. Juli. Samstag Nacht wurde in der Vor- stadt Auffersihl ein Bürger von zwei Italienern er- stochen. Nach dieser und anderen Ausschreitungen der | Italiener hat fich hier eine Art freiwilliger SicherhettSwache | von mehreren 100 Mann organtfirt, welche die beiden Itali­ener arg mißhandelte und einige italienische Gastwirthschaften demoltrte. Die Polizei nahm einige Verhaftungen vor, die Menge folgte jedoch btS ins Poltzeilocal, schlug auch dort Fenster und Thüren ein, konnte jedoch die Verhafteten nicht befreien. Später vertrieb ein heftiger Regen die Ruhestörer. Bis heute früh erfolgten zwölf Verhaftungen, wovon sechs aufrecht erhalten blieben.

D-velch« JBeieee .HerolliV

Berlin, 27. Juli. DerPost" zufolge erfolgt die Rück- kehr deS Kaisers bereits am Freitag dieser Woche. Die Hohenzolleru" soll an diesem Tage in Kiel eintreffen. Der Kaiser wird dann zunächst nach Wilhelmshaven gehen. Diese Zeit-Eintheiluug würde eS nicht unmöglich wachen, daß der Kaiser Anfang August nach Westpreußen geht. Eine offizielle Bestätigung dieser Nachricht liegt noch nicht vor.

Berlin, 27. Juli. Auf einem gestern veranstalteten Sommerfest der Ostgruppe deS Bundes der Landwirthe erklärte Herr v. Plötz, daß er kein Gehalt beziehe, auch keine Entschädigung für seine Thätigkeit oder gar für seine Reisen erhalte. Dagegen erhalte er aber Ersatz für seine baaren Auslagen sür alle Reisen zwischen der Heimath und Berlin, sowie für seinen Aufenthalt in Berlin pro Jahr 4000 Mk. und außerdem für alle Reisen in der Provinz und den deutschen Bundesstaaten feste Spesen, die fich wesentlich niedriger stellen als die Sätze für mittlere Staatsbeamten. Diese seine Reise Liquidationen erreichten i durchschnittlich pro Jahr noch nicht 1500 Mk.

Berlin, 27. Juli. Gestern Mittag sand im Saale des königlichen neuen Opernhauses (Kroll) eine Gedacht niß- feier der Berliner Studentenschaft für Ernst CurtiuS statt. Die Gedächtnißrede hielt Geheimerath Profesior

innige Freude bereitet.

Sehr reichlich haben Sie zu Meiner lebhaften Befriedigung bte Mittel für Zwecke der Wissenschaft und Kunst, insbesondere für die aufblühenden beiden Hochschulen des Landes bemesien - da« mit Ihrer Zustimmung zu errichtende neue Museums- gebäude wird unseren Sammlungen eine würdige Aufnahme- stötte bieten- der von Ihnen zur Wiederherstellung deS Kur- östlichen SchlosieS in Mainz bewilligte namhafte Beitrag wtrd ermöglichen, daß dieses herrliche Bauwerk wieder in seiner ganzen Schönheit ersteht. H. M

Nicht minder wie den Hochschulen haben Sie dem übrigen ______________

Schulwesen, insbesondere dem Volksschulwesen, Ihre Fürsorge I persönliche freie Bestimmungsrecht der Handels- und Gewerbe- rrwiesen und namentlich durch die Annahme des Ihnen vor- zelegten Gesetzentwurfs über die Neuregelung der Gehalte bt-r BolkSschullehrer diesem wichtigen Stande eine ebenso zeitgemäße als wohlwollende Anerkennung zu Theil werden

»olffS telegraphisches Lorrespovbenr-Dnrein.

Berlin, 27. Juli. Der Kaiser fährt heute an Bord derHohenzolleru" nach Bergen und kehrt bereits am 61. d. MtS. nach Kiel zurück, von wo er fich nach Wilhelms- HSHe begibt.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 27. Juli. Die feierliche Verabschiedung des 29. Landtags erfolgte heute Mittag 12f/s Uhr im Großh. Schlöffe. Die von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog Verlesene Thronrede lautet wie folgt:

Meine Herren Stände!

ES gereicht Mir zu hoher Befriedigung, Sie nach einer Vßhevollen Tagung nochmals um Mich versammelt zu sehen unb Ihnen Meinen Dank für Ihre angestrengte Thätigkeit aaSsprechen zu können.

Zahlreiche Aufgaben, welche daS in immer rascherem Gange fich bewegende öffentliche Leben mit fich bringt, find 'theilS durch Vorlagen Meiner Regierung, theilS durch Anträge aus Ihrer Mitte während deS 29. Landtags an Sie heran- getreten und haben Ihre sorgfältige Prüfung gefunden.

Gerne ergreife Ich die Gelegenheit, Ihnen auch von dieser Stelle aus Meinen warmen Dank für das Mir aus Anlaß Meiner Vermählung dargebrachte Geschenk auszusprechen. Die durch dasselbe bekundete pietätvolle Anerkennung der Verdienste Meines Hochseligen, unvergeßlichen Herrn Vaters hat Mir

att.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Au-lande- nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgegen.

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"ng. -ö ? lens & Halske, Berlin.

Der Mehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS.

Die Gießener sts-WlklenvtSIter werden dem Anzeiger ft-chmtlich dreimal beigelegt.

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Nr. 31, E

Gießener Anzeiger

Aeneral-Anzeiger.

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Beständigkeit in der

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Berlin, 27. Juli. Zum gestrigen Gottesdienst in der Kaiser Wilhelm Gedächtnißkirche ist auch eine Anzahl der zur Zeit in der Colonialausstellung als Gäste weilenden Hotten- t°e"llläog7eike-^o°al-°L7n, btt-b-n'7- I E°lon7aHeHchast'hat d-n Gesa^mtvörstand in einerDenk.

Strophen stumm setzten °b-r° barm ein unb fanfl.n bin schttft ersuch., bei der R°ich«regierung die °«i°m °n Sch.itt-

Melodie unb den Ter. mit lauter Stimme. Nur bte grauen zu thun, um eine Beschleunigung der gegen Dr. Peter»

unb ble Herero schwiegen, wohl weil sie de, Deutschen M^enben Untersuchung ^-i,u!^ren weniger mächtig stnb. Die Hottentotten ,eboch schlugen sosort vettiu, 27. Juli. 3« 6tr .

jede angeführte Bibelstelle nach, um fle mltjulefen. deutsch . ostasrikanischen Plantagen . Gesellschaft, Frlebrich

mnf.n 97 cvu Das .Pos. Taabl." meldet: Als Schröder, wird demLocalanzeiger "etter mitgetheilt, beute^Ktttaa der Fesselballon der hiesigen Garnison von daß die Verhaftung desselben in erster Reihe deßhalb er- der Füllstelle nach dem Außengarten gebracht wurde, entriß folgte, weil er zwei eingeborene ^antag^ar: e: er z ihn ein iräftiger SBinbfto6 ben haltenden Mannschaften. Zwei geprügelt haben soll. Aufwrdem werde Schröder der B dieser Männer, welche ben Ballon festzuhalten versuchten, gewaltigung eine, langen Mädchen, bezichtigt. Die Abfich^ würben einige Meter hoch gehoben, ließen aber bann noch Ihn zu verhaften, Ware der Gesellschaft schon eit zwei Lüo-yen rechtzeitig Io«, sodaß ber eine unverletzt blieb, ber andere bekannt gewesen. Der °N°rbb. Allg Ztg." zusolge ist an mit einer Handverstauchung und leichten Blutung davonkam. hiefiger amtlicher Stelle von der Berhastung Schröder, bi-her

Vosen. 27. Juli. Wie daSPosener Tageblatt" meldet, nichts bekannt. r ,

ist der Propst Bartsch, der in einem Briefe an den Invaliden Berlin, 27. Juli- Der Maximala S

Grouottei die AuSstelluna eines Taufscheines auf ein in Bäckergewerbe bildet den hauptsächlichsten Berathung Rutscher Sprache geschriebene, Gesuch verweigert gegenstand der Geueralversammlung de, Eentralverban hatte, von dem Erzbischos Dr. v. Stablew-ki mit dem der-kerinnungen Deutschland», die vom 17. 19. Aug ft tananirten Monitum bestraft und beauftragt worden, davon in d"»l°u-bg^°lt»^i-d.^ Ursprung,.

I >- -n , < o xl v_. girtAoftofl t-pn her 'TMrvrtinti hPTfinttH morden. Ebenso wurde

Erlaß eines Gesetzes, welches zum Schutze be> Angesteuten

I eine allgemeine Ladeuschlußstunde vorschreibt, für eine in daS