listen und Patrioten zu Schlägereien. Mehrere Verwundete mußten in« HoSpiral tran-portirt werden. Von den zahl« reichen Verhaftungen, die vorgenommeu wurden, wurden 21 aufrecht erhalten. Die Fensterscheiben eine- CasöhauseS wurden mit Steinwürfeu zertrümmert und das Juuere des LocalS vollständig demolirt._______________________
Neueste Nuchekhteik
Belfft telegraphisches Lorresprmde»»-Bure«.
etrlhi, 26. Juli. Die Morgeublätter meiden aus Königsberg L Pr.: Seit einigen Tagen brennt der in der Nähe von Tanneuw al de bei Königsberg belegene Frttzener Forst. 1000 Morgen find vom Brande ergriffen. Zum Schutz der königlichen Forsten sind Soldaten berufen worden. — Die „D. Tagesztg." meldet auS Lyck: Die Stadt Marggrabowa und deren Umgebung ist von einem fürchterlichen Wolkenbruch nebst Hagelschlag hetmgesucht worden. ES fielen Hagelstücke von Wallnußgröße. Im weiten Umkreise der Stadt find alle Gärten und Feld, srüchte völlig vernichtet.
Berlin. 26. Jul«. Die Morgenblätter melden auS Warschau: Ein grauenvoller Mord wird auS WitebSk gemeldet: In der Ortschaft Stontka wurden zwei reiche jüdische Familien — im Ganzen neun Personen — ermordet. Die Häuser wurden vollständig auSgeplündert und sodann in Brand gesteckt. Die Mörder, anscheinend Bauern, find geflohen.
Kiel. 26. Juli. Der für Rechnung der türkischen Regierung auf der hiesigen „Germaniawerft" gebaute Torpedojäger „Seetiger" ist heute nach Konstautiuopel in See gegangen.
Schleswig. 26. Juli. Heute wurde hier das Chemnitz- Bellmann.Denkmal eiugeweiht. Das Denkmal steht auf dem Platze, wo 1844 daS Schleswig-Holstein Lied zum ersten Male gesungen worden ist, und zeigt die von dem Bildhauer Petrich geschaffene 4 Meter hohe Figur etueS Germanen mit Leier und Schwert. Am Sockel befinden sich die Medaillenbilder des Dichters Chemnitz und des Com- vonisten Bellmann, sowie die Inschrift: „Schleswig-Holstein meerumschlungen, Deutscher Sitte hohe Wacht". Lehrer Bladt aus Eckernförde hielt die Festrede, derselben folgte der Gesang des Liedes.
Eichstätt. 26. Juli. An dem Prinzen Max von Sachsen ,ft heute durch den Bischof Wahl aus Dresden in der Schutzengelkirche die Priesterweihe vollzogen worden.
Maeraak. 26. Juli. Seine Majestät der Kaiser hielt heute Morgen Gottesdienst ab und unternahm bann einen Spaziergang an Land. Morgen früh geht S. M. Dacht „Hohenzollern" nach Bergen.
St. LouiS, 26. Juli. Die Populisten nominirten gestern Bryan als Candidaten für die Präsidentschaft. Dieser Schritt ist bezeichnend, weil von den im Jahre 1892 bei der Nom'nirung des PräfidentschaftS-Candidaten abgegebenen populistischen Stimmen 1,042,000 gegen und 5,554,226 Stimmen für Cleoeland gezählt wurden.
«.«rsesche» bei ®ere<e
Berlin, 26. Juli. Der „Local.Anzeiger" veröffentlicht heute einen längeren Auszug aus der demnächst erscheinenden Broschüre FrtedmaonS: Kaiser Wilhelm II. und die Revolution von Oben.
Wien, 26. Juli. Die Polizei verhastete das gesammte aus 13 Personen bestehende Personal der Pferdehändler- firma Schmidt & Co. unter dem dringenden Verdacht, wiederholt Brandstiftungen vorgenommen zu haben.
Pest, 26. Juli. Heber die Orte Rakor, Palota und Szobok ging ein furchtbarer Wolkenbruch nieder.
Pest, 26. Juli. In EgerS durchbohrte ein 18jährigeS Mädchen ihre eigene Mutter sowie ihren Bräutigam mit einer Heugabel. Beide waren sofort tobt. Die Ursache soll Eifersucht sein.
Brüssel, 27. Juli. Dreißig englische Gewerk- vereinS-Mitglieder, welche unter den hiesigen Hafenarbeitern für einen AuSstand agttirten, wurden polizeilich auS- getolefcn. Unter denselben befanden sich zwei englische Parlaments-Mitglieder. Der Redacieur der englischen Arbeiter- Zeitung, Johnson, wurde verhaftet.
vrüffel, 27. Juli. Hier siegte bei den gestrigen ProvinzialrathS wählen Dank der Unterstützung der Clericalen die liberale Liste mit 5000 Stimmen Mehrheit
Berufung auf das kaiserl. Stiftungsdiplom behauptet. Nun aber sagten die Böhmen, es solle in Prag wie in Paris sein, wo die Fremden nur eine, die Einheimischen aber drei Stimmen hätten.
Als nun am 11. Mai 1408 ein neuer Dekan erwählt werden sollte, sprach Johann Huß von Hussinetz öffentlich den Böhmen das Recht der drei Stimmen zu. Er war als Tscheche ohnedem den Deutschen nicht gewogen, mehr noch, weil er einmal von denselben überstimmt worden war, als er ein Amt an der Hochschule gesucht, bann auch weil sich die Deutschen seinen Lehren in der Theologie widersetzten. Die Deutschen aber weigerten sich, zu einer neuen Rektorwahl zu schreiten, bis man ihnen ihr Recht der drei Stimmen zuerkenne und beklagten sich deßhalb bei dem Kaiser Wenzel. Dieser aber lachte nur über diese Streitigkeiten und bestimmte, daß sein Küchenmeister Rector Magnificus der Hochschule Prag werde. Dieses erbitterte die Deutschen so sehr, daß sie sich verschworen, Prag zu verlassen. Bestärkt wurden sie in diesem Beschluß durch die Nachricht, daß die Böhmen im begonnenen Streit gewinnen würden, weil sie durch die Fürsprache von Huß, der Beichtvater der Königin war, bei Hofe alles durchsetzen könnten.
(Fortsetzung folgt.)
gegen die Radical-Socialisten. Ju Antwerpen findet Stichwahl zwischen den Liberalen und Katholiken statt, in Lüttich Stichwahl zwischen den Katholiken und Socialisteu und in MonS Stichwahl zwischen den Socialisten und Liberalen.
Paris, 27. Juli. In Puy fanden mehrere Ernte- Zwangsversteigerungen einiger Kongregationen wegen nicht bezahlter Ordenssteuer statt. Da- katholische Publikum empfing die Gerichtsvollzieher mit den Rufen: Nieder mit der Republik, nieder mit den Dieben.
Paris, 27. Juli. In St. Die fand gestern die Enthüllung des Denkmals I u l e s F e r r y S statt. Der Senats- Präsident, der Ministerpräfident und der Minister des Aeußeren hielten patriotische Ansprachen. Charles Ferry schenkte der Stadt Dic 100,000 Frcö. als Erkenntlichkeit für die Jules Ferry angethane Ehre.
London, 27. Juli. Die gestern im Hydepark geplante Demonstration der Socialisten ist total verregnet. Die Mafien flüchteten vor dem eingetretenen Platzregen. Reden wurden deshalb nicht gehalten. Gestern Abend fand die Begrüßung der Delegirten zum Socialisten Kongreß statt.
Oles, 27. Juli. Der Fähnrich v. Reinersdorfs vom 8. Dragonerregiment erschoß auf der Jagd aus Versehen seinen Bruder.
WB. Berlin, 27. Juli. Der Schueidergeselle Piesle hat am Sonntag früh der Wittwe Schmidt, MarkuSstraße, bei welcher er eine Schlafstelle inne hatte, deren 7jährigem Sohne Otto, der erwachsenen Tochter der Schmidt nebst deren anderthalbjährigem Töchterchen, sodann sich selbst mit einem Schlächtermesser furchtbare Verletzungen beigebracht. PieSke und der Knabe Otto find gestorben, die übrigen schwer verletzt, doch ist Hoffnung vorhanden, fie am Leben zu erhalten.
, CooaUs rrnd
Gießen, den 27. Juli.
AnS dem Gerichtsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 22. Juli die Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Rheinheffen Franz Nuß und vr. Franz Vogel zu Landgerichts- räthen bet diesem Gericht, und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wald Michelbach Karl Kolb zum OberamtSrtchter bet diesem Gericht zu ernennen.
** MiMardienstnachrichten. FlieS, Hauptmann und Comp.'Chef vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, unter Stellung ä la suite des Regiments, als Lehrer zur Kriegsschule in Glogau, zum 1. August b. I. versetzt. Nücker, Pc.-Lt. von demselben Regiment, unter Entbindung von dem Commando als Assistent bei der Inf.» Schteßschnle, zum Hauptmann und Komp. Chef, vorläufig ohne Patent, Giese, Sec.-Lt. von demselben Regiment, zum Premierlieutenant, vorläufig ohne Patent — befördert. Dommerich, Major, aggregirt dem 4. Magdeburg. Jnf.- Regt. Nr. 67, als Bataillons-Kommandeur in das Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116 etnrangirt. Schöngarth, Major und Bataillons-Kommandeur vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, mit Pension und der Uniform des 3. Niederschl. Jnf.-Regts. Nr. 50 der Abschied bewilligt.
** Die 6. Ruderregatta der Gießener Rudergesellfchafl am gestrigen Sonntage war in jeder Hinsicht begünstigt, in erster Linie vom Wetter, in zweiter vom Publikum, bad sich zahlreich von hier unb auswärts eingefunden und drittens in sportlicher Beziehung, denn selten wurde so schön gefahren, wie gestern, und die Gießener Rubergesellschast selbst war eS, welche alle Rennen, an denen fie beteiligt, gewann. So kann die Gesellschaft mit der gestrigen Regatta in jeder Weise zufneden fein. Die Rennen begannen um 4 Uhr und nahmen folgenden Verlauf: 1. Erster Vierer. Wanderpreis der Stadt Gießen. Am Start der Mainzer Ruderverein unb der Frankfurter Ruderclub. Der Anfangs und einen großen Theil der Bahn führende Frankfurter Ruderclub wurde durch schönen Endspurt des Mainzer RudervereinS um */, Bootslänge geschlagen. Zeit: Mainzer Ruderverein 7 Min. 163/5 Sec, Frankfurter Ruberclub 7 Min. 18 Sec. — 2. Zweiter Vierer. Ehrenpreis ber passiven Mitglieber ber Gießener Rubergesellschaft. Die Offenbacher Rudergesellschaft „Undine" gewann leicht mit ca. drei Bootslängen in 7 Min. 28*/5 Sec. gegen den Frankfurter Ruderclub, welcher in 7 Min. 42 Sec. die Bahn durchfuhr. — Zum dritten Rennen, Einser, Lahnpokal, Preis des Deutschen Ruberverbandes, erschien nur die Gießener Rndergesellschaft (Äug. Oßmann) am Start und ging in 9 Min. 53*/, Sec. allein über die Dahn. — Das vierte Rennen, Vierer für Juniors, Ehrenpreis der Gießener Damen, gab dem Frankfurter Ruderclub Gelegenheit, die im ersten Rennen ehrenvoll erlittene Niederlage auSzuwetzen. Beide Boote gingen scharf nebeneinander vom Start ab unb hielten sich so auf der ganzen Bahn, bis Frankfurt mit */5 Sec. Vorsprung durchs Ziel ging. Zeit: Frankfurter Ruder- Club 7 Min. 22 Sec., Mainzer Ruderverein 7 Min. 22*/5 Sec. — Im zweiten Einser, Ehrenpreis der actioen Mitglieder der Gießener Rudergesellschaft, concurririen die Gießener Rubergesellschast (Konrad Rübsamen) und der Würzburger Ruderverein (Gg. Schwarz). Gießen ging in 8 Min. 49*/, Sec. durchs Ziel, während Würzburg, das sich versteuert zu haben schien, das Ziel erst in 9 Min. 25*/, Sec. erreichte. — Im Dollenzweier, Ehrenpreis der ©icgener Damen, gewann ber Kreuznacher Ruber-Verein (8 Min. 50 Sec.) gegen bie Oderraber Rubergesellschast (9 Min. 16*/, See.) — DaS 7. Rennen, dritter Vierer, Ehrenpreis beS Regatta-Comitös, sand am Start bie Offenbarer Rubergesellschast „Undine" und den Wetzlarer Ruder- club. Letzterer Übernahm vom Start ab bie Führung unb erweiterte bieselbe bis zum Ziel auf reichlich drei Längen. Zeit: Wetzlar 7 Min 273/, Sec., Offenbach 7 Min. 41 s/, Sec. — Im Dollenvierer, Ehrenpreis, gestiftet
von einem Freunde des Rudersports, entwickelte fich ehr scharfes interessante- Rennen zwischen ber Gießener Ruder- i Gesellschaft und dem Offenbacher Ruber-Verein, das di- ' kurz vorm Ziel e- zweifelhaft erscheinen ließ, welche- Boot den Sieg davon tragen würde. Den Sieg errang die Gießener Rudergesellschaft in 7 Min. 46 See., gefolgt von dem Offenbacher Ruder-Verein in 7 Min. 46*/, Sec. — Da- Schlnßrennen um den Großherzogs, preis, gefahren im Achter vom Frankfurter Ruderclub und der Oberroder Rudergesellschaft, bildete auf der ganzen Bahn einen hartnäckigen, mit zäher Ausdauer beider Mannschaften geführten Kampf. Sieger: Oberrader Rudergesellschaft mit 6 Min. 388/, Sec., unterlegen Frankfurter Ruderclub mit 6 Min. 393/, Sec. — Dem Rennen folgte sofort die PreiSvertheilung. — Am Abend fand bei Kontert,. Beleuchtung des LahnuferS und des BootSplatzeS eine zwang, lose Vereinigung der Ruderer, Ruderfrenndinnen und Ruder, freunde statt, bis nach 11 Uhr eintretender Regen ba» verlaufene Fest zur Zuftiebenheit aller Betheiligten abschloh.
•• Steins ©arten. DaS für Dienstag angeffinbtgh Kontert ber Bockenheimer Husaren wird mit Rücksicht auf da- zum Besten des Jnvalidendank statifindende Konten der hiesigen RegimentSmufik verlegt. Nähere- wird bekannt gegeben.
** Bereinigung der Privat - Architekten Gießens. Am Samstag, den 25 Juli fand im Hotel Schütz eine Ber- fammlung der hiesigen Privat- Archit etten statt. Da» Referat besprach in ruhigen, sachlichen Worten die Gründe^ welche eine Vereinigung al» wünschci'swerth erscheinen ließen, unb empfahl als funbamentale Grunbsätze die Pflege collegialischen Sinnes, Besprechung unb Förderung der fach- wissenschaftlichen und Standes Jutereffen. Diese- Programm wurde einstimmig angenommen und ferner beschlossen, sich „Vereinigung ber Privat - Architetten Gießen-" zu benenne» und monatlich einen BesprechungSabeud einzusühren.
Butzbach, 26. Juli. Einer der ältesten Orts- unb Polizeidiener des hiesigen Bezirks, der sein Amt mit Umsicht unb Eifer versieht, dürfte wohl Herr Müller in Holzheim- sein, denn bereit- am 18. Mai 1852 wurde derselbe von Großh. Landgericht Hungen in obiger Eigenschaft verpflichtete I Am 21. Juli d. I. wurden Herrn Müller von Großh. Amtsgericht Butzbach auch noch die Funtttonen eine- OrtSgertchtS- dienerS für Holzheim übertragen.
4- Ridda, 26. Juli. Gestern Morgen traf eine Batterie des von Griesheim her auf dem Durchmarsch besindlichen TruppentheilS des in Caffel garnisonirenden Fel d artillerie- Regiments Nr. 11 behufs mehrtägiger Einquartiruug dahier ein. Dank der Güte ihres Chefs wurden bie Mann- schäften zu einem Gratisbesuche der gut besetzten Arena de» hier gaftirenben leistungsfähigen Circus Bügler-Althoff gestern Abend beurlaubt.
-o- Höchst a. d. Nidder, 25. Juli. Die leichtseriizr Handhabung der Sensen hätte für ein hiesiges Kind, ein Mädchen im Alter von sechs Jahren, beinahe sehr verhänq- nißvoll werden können. Ern Mann kehrte nämlich gestern gegen Abend in anscheinend angetrunkenem Zustand, mit ber Sense aus dem Felde zurück. Anstatt dieses gefährliche Ge- räth vor allen Dingen in Sicherheit zu bringen, begab er fich mit demselben In einen Stall, worin sich außer einer grau, die gerade mit dem Melken der Kühe beschäftigt war, mehrere Kinder befanden. Ohne auf dieselben zu achten, nahm der Unvorsichtige bie Sense, mit ber Spitze nach unten gekehrt, von der Schulter und verletzte dabei daS eine Kind so stark am oberen Theil deS Kopses, daß die Wunde vom Arzt zugenäht werden mußte.
△ Mainz, 26. Juli. Auf der Strecke Frankfurt— Wiesbaden der Nassauischen Staatsbahn sand verflossene Nacht unmittelbar vor ber Station Kastel, ba, wo die Bahn die Kostheimer Chaussee überschreitet, ein Eisenbahnunglück statt. Der 10 Uhr 40 Minuten Frankfurt bet- laffenbe Schnellzug, der von Höchst nach Kastel nur eine Fahrzeit von 24 Minuten hat, machte an ber eben angedeuteten Stelle einen heftigen Ruck unb bie Lokomotive, ber Tenber unb Gepäckwagen rissen fich von dem übrigen Theil des Zuges los unb nahmen ihren Weg quer über bie linUliegenbeu Nebengeleife, sich hier in den Boden festwühlend. Die Locomotive, die fich hochkant aufgestellt hatte,, schlug seitwärts um, dabei ihren Führer, Georg Hartmann von Kastel, einen allseits beliebten Mann, unter fich begrabend,, während der Heizer durch den Ruck von der Maschine geschleudert wurde. Außer der Locomotive, dem Tender und dem Gepäckwagen blieb der Übrige Theil deS Zuges in feinem Geleise, sodaß die Passagiere, mit Ausnahme eines Einzigen, dem fich gegenwärtig tu Wiesbaden zur Kur aufhaltenden Kaufmann Heymann auS Berlin, der durch einen heftigen Widerstoß im Wagen eine leichte Kontusion am Bein erlitt, mit dem Schrecken davongekommen find. Locomotivführer Hartmann, den man erst nach Inständiger Arbeit unter der Maschine hervorschaffen konnte, fand seinen Tod unt zwar wurde ihm durch das aus der Locomotive entströmende heiße Waffer der ganze Kopf verbrüht. Der Aermste wäre vielleicht zu retten gewesen, wenn nicht da» Einzwängen seine» ArmeS zw scheu dem FührungShebel der Locomotive daS Hervorziehen unter der Maschine verhindert hätte. In seiner Todesangst rief Hartmann „Hackt mir meinen Arm ab und rettet mich für meine Frau und Kinder!" Die Verletzungen, die ber von ber Maschine geschleuberte Heizer Peter Rath von Kastel erlitten hat, find glücklicher Weise nicht tödtltch, indem fie nur in äußeren Verwundungen bei KopfeS bestanden. Ein dritter verletzter Beamter ist der in Wiesbaden stationirte Zugführer Hansen, der auS dem Gepäckwagen geschlendert wurde und eine* Arm brach. Zur ersten HÜlfeleistnng der Verletzten waren sofort Dr. Wallenstein von Kastel und Militärarzt Dr. Best vom Pionier^ bataillon an der UnglückSstätte anwesend, die auch in Gemeinschaft mit dem Bahnmeister Würtz die Arbeiten leiteten^ bie erforderlich waren, um Hartmann unter der Maschine
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