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hervorzubringen. Die Entstehung des Unglücks ist, wie uns ton bahnfachverständigrr Sette mitgetheilt wird, auf einen Bruch an dem „Drehstuhl der Weichenwurzel", der unmittelbar an dem Bahnübergang auf der Kostheimer Chaussee be> findlichen Weiche zurückzuführen. Durch den Weichrnbruch mußte nothwendiger Weife der Zug entgleisen, wobei eS noch rin großes Glück war, daß Locowottve und Tender von de« übrigen Theile deS Zuges abriffen, anionsten eS für die Passagiere jedenfalls einen schlimmeren Verlaut genommen hätte. Au der UnglückSbätte mußten die Passagiere um- itrigen und nach Kastel gehen, wo sie in einem anderen Zuge weiter befördert wurden. Der Verkehr war nur kurze Zett gestört, doch mußten dte Züge vorerst sämmtltch über ein Geleise geleitet werden. Maschine, Tender und Gepäckwagen sind sämmtltch stark beschädigt.
Dermifd?tes*
♦ Limburg, 24. Juli. In Winkels (Oberlahnkreis) hat gestern eine Mutter chr eigenes Kind g et Übtet. Die Frau, eine Wittwe, ging tnS Feld, um Korn zu mähen, wobei sie ihr vierjähriges Kind mitnahm. Dieses legte fich ins Korn, um zu schlafen, was die Mutter nicht bemerkte. Bei ihrer Arbeit traf sie nun das Kind so unglücklich mit der Spitze der Sense am Kopf, daß es sofort tobt blieb.
* Dreizehnjährig und verurtheilt. Um es noch auf den rrchten Weg zu bringen, wurde in Berlin einem 13jährigen Mädchen, Elise Rutkowski, von der Strafkammer eine em« pstudl'che Strafe zu Theil. Die Angeklagte, eine vollständig aaSgewachfene Perfon, wurde auß der Untersuchungshaft vargeführt und gab zu, bereits unter stttenpoltzeiltcher Con- nolle zu stehen (!), sowie einen schweren und einsachen Diebstahl begangen zu haben. Der Gerichtshof erkannte dkShalb auf eine zehnmonatliche Gefängnißstrafe, damit die Verurtheilte im Gefängniß einen fegenbringenden Lonfirmanden Unterricht genießen könne.
* Ein ungewöhnlicher HochzeilSbratea wurde Nachts in Berlin beschlagnahmt. In der GerichtSstraße wurde ein, einen großen Korb tranSportirender Mann angehalten. Der Korb enthielt einen frisch geschlachteten Cadaver, angeblich den eines Hammels. Da der Mann fich nicht ausweisen konnte, wurde er zur Wache gebracht. Dort stellte sich heraus, daß der vorgebliche Hammel ein großer — Hoshund war, der zu einem HochzeitsschmauS bei einem Sandfuhr» mann in West Reinickendorf Verwendung finden sollte. Der geschlachtete Hund war von einem Grundstück der Müller« stcatze gestohlen worden. Bei seiner Festnahme befand fich dir Dieb gerade auf dem Wege zu einem Bäcker, bei dem der leckere Hochzeitsdraien zubereitet werden sollte!
♦G. Hamburg, 26. Juli. AuS Hamburg wird nnl geschrieben: Im April d. I. gründeten einige Hefien hier einen „Hessen-Club", dabei von dem Gedanken ausgehend, daß es wohl nichts schöneres sei, als außerhalb deS Heimath- landeS sich zu vereinigen, um die Landsmannschaft zu Pflegen. Auf diese Grundlage hin wurde denn auch der „Heffen-Club" aufgebaut und haben wir heute die Genngthuung, daß 70 Hefien dem Club angehören, während jede Woche 5 bis 6 Neu«Anmeldungen Hntaufm. In diesen Club, welcher nur einzig und allein die Landsmannschaft hegen und Pflegen soll, kann jeder Hefie etntreten und machen wir darauf aufmerksam, daß baß VereinSlocal bei dem Landsmann Georg Pfeffer, Club- und Ballhaus, große Rosenstraße Nr. 40, ist. Jeder Hefie, welcher nach Hamburg kommt, findet im „Hefien-Club" gleich einen großen Kreiß von Freunden, und wollen wir deshalb dem Club ein ferneres Blühen und Gedeihen wünschen.
• Sine Muhle, die kein Gelump ist. Ein Mann von beträchtlicher Logik ist der Gößlmüller von Nabburg. Er veröffentlicht soeben folgende Berkaufsofferte: „Eine Mühle zu verkaufen. Die sogenannte arme, verachtete GöSlmühle zu Nabburg steht freihändig zum Verkaufe. Weil gesagt wird, daß Anwesen sei ein Gelump, behaupte ich, daß dasselbe kein Gelump ist, denn eß sind von diesem Hanse aus zwei Geistliche außgegangen, welche heute noch am Leben find. Die Mühle besitzt Eigenthümer rc. schon seit 1446, worüber die Urkunden jederzeit gelesen werden können. An dieser „armen" Mühle kann man auch zwei Kühe halten, für welche Feldbau und Futterei genügend vorhanden ist. Ein Weiher mit Fischerei und ein Gemüsegarten, der fich jetzt auf 3000 fl., und wenn er gehörig gerichtet wird, noch höher verzinst, sind ebenfallß dabei. Der Wahrheit getreu und ohne Gefährte: „Der verwittwete Eigenthümer: Joseph Kellner, Gößlmüller."
♦ Die Revolution in Cuba hat trotz ihrer langen Dauer nicht den Umsturz bervorgerufen, wie der, welcher jetzt auf dem Gebiete der Damen-Mode kommt. Man denke nur an den plötzlichen Uebergang von den weiten zu den engen Aermeln! Jede Dame, die auf daß prompteste von allen Modenveränderungen unterrichtet sein will, abonnire sofort auf die Modenwelt ober Jllustr. Frauen«Zeitung. Abonnementß nehmen alle Buchhandlungen und Postanftalten entgegen.
Briefkasten.
B. in N. Wir haben wegen anderweitiger Zusage und momentanem Raummangkl keine Verwendung dafür.
Verkehr, Cant* nnd V-ikrwirthjchaft.
Grün berg, 25. Juli. Frachtpreise. Weizen X 15,00, Rom X 13,50, Gerste X 14,00, Hafer X 14,76, Erbsen X 15,00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 4 38, Samen X 18,90.
Witterungsbericht vom 26. Juli.
Ueber Westeuropa lagert heute eine D'presfion, welche ein tief eß Centrum über dem Si. Georgs Canale ausweist. Unter ihrem Einflüsse ist über dm britischen Inseln hübe und umuhige Witterung eingetrelen. In Central Euiopa sowie auch im Süden und Nordm ist der Lustdruck gestiegen und liegt das Hauptmaximum im Norden beß Erdtheils. In den continentalen Lagen tft die Vertheilung der Barometerstände noch unregelmäßig und herrscht daher noch stellenweise unbeständiges Wetter, doch ist in Süddeutschland vielfach Auf- klaren eingetreten. Roste des südöstlichen und südlichen Minimums sind noch über Ungarn und im westlichen Theile des Mittelmeer- beckmS zu erkennen. Die Temperaturen find im Flachlande meist etwas gestiegen, an den Hochstationen dagegen noch um einen geringen Betrag gesunken.
eoiaoiweuift« töittmroes
Besserung des Wetters nicht von Bestand. Zunächst neuerdings Neigung zur Gewitterbildung.
Temperatur der Lahn und Lust
nach Reaumur gemeßen am 27. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhri Wafier 17</2, Luft 15Vi°.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
Was ist Schapirograph?'
Schapirogravb ist ein neuer, unübertroffener Vervielfältigungs- Apparat zur selbstständig««, kostenlose« Herstellung von Drucksachen aller Art, sowie zur Vervielfältigung von Briefen, Acten- stücken, Zeichnungen, Noten, Plänen, Programmen rc. rc. in Schwarz- druck. Die Handhabung dieses Apparates ist für jeden Laien eine ersta««lich einfache, der Erfolg «nauSbleiblich und garautiri. Von einer mit Tinte auf Papier hergestellten Schrift oder Zeichnung erzielt man ohne P> esse und ohne jede Chemikalien auf die einfachste Weife ca. 150 Abzüge innerhalb 15 Minuten. Ein Schapiko- graph für Quart und Folio kostet mit allem Zubehör nur Mk. 17 — Zum Beweise, daß der Schapirograph der beste Vervielfältigungs- Apparat ist, find wir bereit, denselben auf unsere Gefahr und ohne Zahlung zum probeweisen Gebrauche für 5 Tage franco zu versenden und beanspruchen wir im Falle der Rücksendung keinerlei Entschädigung. *) Prospect und Druckproben frei.
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Verlag vou Emil Roth m Gieße«
eine goldene Damenuhr.
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J.Bickersche Buchhandlung, Giessen
Mittwoch den 29. Juli l. I-,
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narben im Vieker'schen Saale — Neu- ftebt 55 — gegen Baarzahlung versteigert: f) 2 Sophas, 1 Silberschrank, 1 Secre- tär, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, 1 Piantno. 3 Wagen, 1 Sommerwagen, Spiegel, Bilder, 1 Berticow, 2 Hobelbänke, 1 Partie Werkholz, 1 große Partie Glas- und Porzellan- waaren, als: Platten, Salatschüfieln, Compotlschüfieln. Saucieren, Suppen- schüffeln, Waschgarnituren, Teller, Tasten, Weinkelche, 2 Tafelservice für 6 Personen, 5 becortrte Wthetlige Tafelservice, 20 becortrte 30theiltge Kaffeeservice, 1 90theiliges Stein- gutservice, 1 Tischchen mit Vase und Bouquet, 1 Eiskühler in Kupfer mit Gestell, 12 Punschbowlen, 10 Bier- service mit je 6 Gläsern, 50 beschlagene Bierkrüge, 15 Glaspokale, 12 Paar Wandteller, eine Anzahl größere Figuren, 1 Kaflaschrank, eine Anzahl Stahlstiche, Oeldruckbtlder, 1 Oelgemälde u. v. a
Das Manuscript dieses lehrreichen BucheS wurde 189t) in Main, mit der silbernen Medaille prämiirt.
Die Verfteigrrung unter 1 wirb voraussichtlich iheilweise, bie unter 2 bestimmt stattfinden.
68-26 «eltzler, Gerichtsvollzieher.
Es bietet Baumgärten- u. Obstanlagen- hesitzern treffliche Belehrung über Zucht und Behandlung des Baumes. Vorzügliche Abbildungen verdeutlichen den Schnitt, das Oculiren und Pfropfen aller Sorten Obstbäume. Die vier Tabellen liefern dem Baumzüchter eine reiche Auswahl zur Anpflanzung geeigneter Sorten in Hoch- wie in niederer Stammform- In den Schlußkapiteln wird noch das veerenobst, der Weinstock, bie öei«» bereit««- aus ersterem, sowie die Obst« benÜtznngundOvstverwerthung überhaupt in durchaus ansprechend belehrender Weise behandelt. Viele Hunderte von Garten- und Obstbaumfreunden erfreuen fich des Segens, den zu stiften, das Büchlein im Stande ist
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Im bereits veröffentlichten Programm unserer 50jährigen Jubelfeier ist für den 9. August eingestellt: Volksfest, verbunden mit Turnen und Jugeudspieleu im Philofophenwald und ist bestimmt, daß sich hieran Knaben wie Mädchen im schulpflichtigen Alter, also vom 6. bis 14. Lebensjahre, betheiligen sollen.
Wir fordern daher alle Mitglieder und Freunde unseres Vereins, welche die Betheiligung ihrer Kinder an diesem Feste beabsichtigen, hierdurch auf, die Namen und das Alter derselben bis längstens Samstag den 1. August in den in nachstehenden Geschäften aufgelegten Listen eintragen und dabei für jedes Kind zur Beschaffung eines geeigneten Geschenkes einen Betrag von 20 Pfg. entrichten zu lafien.
Die Listen liegen auf in der Cigarrenhandlung von R. Buchacker, Neuenbäue 11, in dem Bürstengeschäft von F. E. Winter (Althoff), Wallthorstraße 16.
Gießen, den 24. Juli 1896.
6752 Der Vorstand.
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NB. Machen noch besonders darauf aufmerksam, daß dieser Ausverkauf ei« reeller und nicht mit de»je«ige« der Wanderlager zu verwechseln ist, wir anch niemals die sogenannten Schleuderwaaren geführt, anch jetzt nicht zugelegt habe«; eS ist deshalb Jedermann günstige Gelegenheit geböte«, wirklich gute Maaren zu billige« Preisen r« kaufe«. B. O.
6084
I vä:,: Anhaltische Bauschule Zerbst 4. November.
B.nb.ndw.rt.r, TUeW.r, «owl. r«h.ch=l. für KHrob.be-, Btr.M.D- und W.Mrobrot.cbnlk.r, R.lf.p
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Linie B Grünbergerstraße—Bahnhof unb zurück.
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Linie v Markt—Schiffenbergerwald unb zurück tags Nachmittags nur bet günstiger Witterung)


