1896
Erstes Blatt
vierteljähriger
Keneral-Unzeiger
Amts» und Anzeigeblatt für den Kreis (Sieben.
Hratiskeikage: Hießmer Jiamitienötatter
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I«nah m r DOM Lnzeigen zu der Nachmittag« für de» Jitgeitfcrt! log erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.
Sonntag den 28 Juni
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Die Gießener h wirten 0 rdtf er rlee dem Anzeiger qitzemkich dreimal bdgdtgi.
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Amzeiger scheint täglich, Rl Ausnahme des Montags.
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Berlin. 27. Juni. Zum Besuche der Berliner Gewerbe- litfiellung trafen gestern Abend über 300 Wiener lntiisemiten mit ihren Frauen unter der Führung einiger Ugewrbneten ein.
iBerltn. 26. Juni. Heute Bormittag fand im Hotel , Marhof" der 10. ordentliche BerufSgeoossenschaftS- Up statt. Al« Ehrengäste waren anweseud StaatSsecretär i Jwetticher, Geheimrath Woedke, Präsident Boediker u. A. flnrrr waren anwesend Vertreter der Gewerbedeputation i’i Berliner Magistrats, des Ministeriums der öffentlichen libetten usw. Commerzieurath Röstcke als Vorsitzender aiffoete die Sitzung und begrüßte die Erschienenen. Er |il illnea Ueberbltck über die Thätigkeit der deutschen BerusS« Iwosienschaften seit der Gründung. GtaatSsecretärv.Boetticher Mit!' in einer Erwiderungsansprache aus, die Regierung halte iid) nwie vor die Organisation der Uufallversicherung in dem ßruüdgedanken für eine richtige und werde zu einer Neu- ilzriiiisation nur schreiten, wenn sie überzeugt sei, daß die schig! außer Stande sei, die Aufgabe zu erfüllen. Redner ligrijßt anerkennend die Thätigkeit der Berufsgenoffenschaften ub bittet, unbeirrt darin fortzufahren. Präsident Boediker (thront ebenfalls die Thätigkeit der Berufsgenoffenschaften mit itrnntn Worten an. Hierauf fanden Verhandlungen über den Knriarf, betr. die Normal-UnfallverhütuugSvorschriften statt.
Berlin, 26. Juni. Gegen die in der 2. Lesung deS llrperlichen Gesetzbuches gefaßten Beschlüffe über daS Ehe- nchtlhaben die Berliner Frauenvereine eine Mafien- knseimmlung deutscher Frauen zum 29. d. M. einberufen.
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Gießen, den 27. Juni.
* 8 Uhr-Ladeufchloß. Nachdem daS Resultat der Umfrage wegen deS 8 Uhr-SchluffeS Großh. Handelskammer festfteht, dürfte dasselbe gewiß allgemein interesfiren. An- gefragt wurde bei 289 Laden Inhabern (Bäcker und Metzger waren auSgeschloffea). Bon diesen sind 110 für 8 Uhr, 75 für 9 Uhr-Schluß, 104 wünschen keine gesetzliche Regelung.
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i Berlin, 26. Juni. Der Kaiser fuhr heute Vormittag u| loer „Hohenzollern" nach Travemünde, von wo er Sonn« Bg Rächt oder Montag früh wieder in Kiel eiutrifft. Mon> ,tg Kormittag fährt daS Kaiserpaar durch den Kaiser« llilhalm-Canal nach Helgoland, woselbst eS kurzen Aufenthalt ihnpnt, um dann nach Wilhelmshaven abzudampfen, wo be« IwtrJlid) am 1. Juli der Stapellauf deS Panzers „Ersatz kurshen" stattfinden soll. Am selben Tage tritt der Kaiser Ium seine NordlandSreise an.
Berlin, 26 Juni. Wie im „Reichsanzeiger" amtlich Manat gemacht wird, ist dem Fürsten Günther zu S-Warzburg-Rudolftadt der Schwarze Adlerorden lalicehen worden.
Berlin. 26. Juni. Im Reichsschatzamte haben heute •Uten dem Vorsitz des DirectorS v. Körner die Berathungen Itr ^Sachverständigen begonnen, welche zur Begutachtung der lnS'führungSbestimmungen sür da»Znckersteuer- ,|(|< 8 berufen find.
Berlin, 26. Juni. Der HandelSmioister Freiherr lin Berlepsch hat, wie die „Nationalzeitung" hört, um ■((Ine Entlassung nachgesucht. ES wird angenommen, daß die« Wie gewährt werden wird. Dieselbe dürfte mit der fast illerlttgen Ablehnung deS Handelskammergesetzentwurfes zu- irvvenhängen in Verbindung mit anderen Vorgängen, welche cltnnen laffen, daß Herr v. Berlepsch fast völlig isolirt da« .stükk. WaS den Nachfolger betrifft, werden die Namen Querer höherer Beamten genannt, ohne daß bis jetzt jn eine oder der andere größere Wahrscheinlichkeit für
Ü fyat.
Berlin, 26. Juni. Dem Unternehmer Leotardi, der ,0| iber Gewerbe Ausstellung einen Kinder-Brut-Appa« -nl nach französischem Muster vorführeu wollte und die urrhmigung deS Treptower Amtsvorstehers hierzu nicht chclt, beabsichtigt, beim Landrath und event. beim Regie- !-.L,SprSfidenten Beschwerde hiergegen zu erheben. Der i-M,ösische Botschafter soll ihm seine Unterstützung zugefichert Wen.
Berlin, 26. Juni. Der gestrige Besuch deS chinesischen kieiiönigS Li«Hung«Tschang beim Fürsten BiSmarck üFriedrichSruh hat, wie der „Post" geschrieben wird, |( am die Unterredung der beiden Staatsmänner geknüpften Lwiartungen bet Weitem übertroffen. ES war nicht der '.Lilausch conventioneller Höflichkeiten zwischen zwei Männern, ll üinander zum ersten Male in ihrem Leben sahen, um nhi wenigen Augenblicken sür immer auSeinanderzugehen. Ml, was gestern in FriedrichSruh gesprochen ist, ist für die Bitti gesprochen und wird für die zukünftige Politik EhinaS liiamSfichtlich von der allergrößten Bedeutung sein. Auf die zn„e des Vicekönigs, womit sich der Fürst beschäftige, er« tilnrte letzterer, daß er keine Verpflichtung mehr zu arbeiten lilex Er lebe von der Erinnerung und freue sich über Wune und Felder. Er sei von HauS aus Landwirth und
wollte gar kein Politiker roeiOcu. Der Dicekönig gab als I Zweck seines Besuches beim Fürsten an, denselben um Rath za fragen, wie man in China Reformen eioführen und wie er erfolgreich gegen den Hof in Peking angehen könne. Gegen den Hof angehen könne man nicht. Die Hauptsache sei: Wenn tu der obersten Leitung Raketensatz sei, dann gehe Vieles; wenn er fehle, daun gehe nichts. Gegen den Willen der Herrscher könne sich kein Minister auflehnen- er führe I nur auS oder ertheile (feinen Rath. Der Wille de» Herrschers könne nur auf der Basis einer Armee auSgeführt werden, die ganz klein fein könne, aber gut fein müsse. ES komme nicht I
darauf an, daß die Armeen in allen Theilen deS Landes ver- I
theilt find. Es sei nur nöthig, daß man daS Heer jeden Augenblick zur Hand habe und daß Verbindungen geschaffen I
«erden, damit mau die Armee schnell und leicht von einem I
Punkt zum andern werfen könne. Der Viceköntg Lt-Hung- I Tschang bemerkte, daß man in China Leute genug habe, aber I die Ausbildung fehle. Seit der Tei-Ptng-Rebellion, die die jetzige Dynastie wieder befestigt habe, d. h. seit dreißig Jahren, I fei für die Ausbildung nicht« mehr geschehen. Er habe gegen I den Stillstand gekämpft, aber vergebens. Er wolle jetzt da- I hin wirken, daß geschieht, was ihm der Fürst gerathen. I „Wir müssen reorganisiren," so fuhr Li-Hung Tschang fort, I „und zwar mit preußischen Offizieren und nach preußischem Muster."
Leipzig, 26. Juni. Am 2. Juli findet der Hoch- verraths-Prozeß gegen den Reisenden Schmidt auS I Stadtamhof statt.
Pari«, 26. Juni. Die gestrige Kammersitzung ver« lief äußerst stürmisch. Die Verhandlung, betreffend die socialen und collectiviftischen Theorien, mußte der Präfident vertagen und zwar um 5 Uhr, weil der Tumult die Fortsetzung der Debatte unmöglich macht...
Petersburg, 26. Juni. Eine 15köpfige Räuberbande | überfiel den unweit Petersburg gelegenen Bahnhof Woloffowo, auf dem gerade ein Zug hielt. Bei dem entsponnenen Kampfe wurden vier Räuber tödtlich verwundet, die übrigen entkamen. ___________
Berlin, 27. Juni. Die Conferenz, welche gestern Vormittag zur Begutachtung derAuSführungSbestim- mungen im Zuckersteuergesetz im Reichsschatzamt zusammengetretcn ist, hat ihre Arbeiten bereits beendigt. Es wurde eine vollständige Einigung über die vorliegenden Bestimmungen erzielt.
Berlin. 27. Juni. Gegen Frau Dr. Fritz Fried« mann ist, wie daS „Kl. Journ." härt, auf Grund deS § 218 des R.-Str.-G. eine üntersuchung eingelettet worden.
Kiel, 26. Juni. Die Kaiserin ist heute Abend 6 Uhr 3 Minuten mit dem fahrplanmäßigen Zuge nach Plön ob« gereist.
Stettin, 27. Juni. Der Arbeiter Weiße wurde wegen Doppelmorde« zweimal zum Tode und wegen Erpreffung zu fünf Jahren Zuchthaus verurtheilt.
Memel, 27. Juni. DaS benachbarte rufsiiche Grenz« städtchen Loh weid an, daS etwa 1200 meist jüdische Einwohner zählt, ist durch eine furchtbare Feuersbrunst vollständig eingeäschert worden. Biele Obdachlose sind hier eingetroffen.
Wien, 27. Juni. AuS Mo hacS wird gemeldet, daß vom Erzherzog Friedrich alle Vorbereitungen für den Besuch deS Kaisers Wilhelm getroffen werden, welcher im Herbst für mehrere Tage dort zur Jagd erwartet wird.
Brnffel, 27. Juni. Fritz Friedmann ist hier ein« getroffen.
London, 26. Juni. Die Berhandlung des ProceffeS gegen Dr. Jamefon ist endgültig auf den 20. Juli festgesetzt worden.
Petersburg, 27. Juni. Die Arbeiter - Bewegung nimmt immer größere Dimensionen an. Aus der Provinz, sowie auS Moskau werden ebensalls Unruhen gemeldet.
WB. Petersburg, 27. Juni. DaS Volksfest, welches am EivzugStage der Majestäten auf dem MarSfelde statt finden sollte, wurde abgesagt und die getroffenen Borde« reitungen rückgängig gemacht.
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ES ergiebt sich also hieraus, daß die Majorität der Geschäftsleute in unserer Stadt wenigstens für eine gesetzliche Regelung der Geschäftszeit sich ausgesprochen hat.
•• Verbot der Biehmarkte betr. Der LandeSauSschuß für die landwirthschaftlichen Dereine deS GroßherzogthumS Heffeu hat beschloffen, dem Ministerium io Sachen der Maul- und Klauenseuche folgenden Antrag zu unterbreiten:
1) DaS verbot de« AbhaltenS von Viehmärkten Im Großherzogthum Heffeu soll bis auf Weitere» nicht aufgehoben werden.
2) DaS Großh. Ministerium soll nur ausnahmsweise die Genehmigung von Biehmärkten im Großherzogthum ertheilen.
3) Da» Großh. Ministerium möge Beranlaffung nehmen, bet den benachbarten Staaten dahin zu wirken, daß diese in derselben Weise wie innerhalb de« Großherzogthum» durch Verbot des AbhaltenS von Biehmärkten die Bekämpsung der Maul- und Klauenseuche in die Hand nehmen. Geschehe die« nicht, so werden wir im Großherzogthum Heffen auS den Nachbarstaaten verseucht.
4) DaS Großh. Ministerium möge den Haufirhandel mit Schweinen einer ganz besonderen aufmerksamen Controle unterwerfen, da dieser bekanntlich stets die Berdreitung der Maul- und Klauenseuche begünstigt habe.
5) Alle Kosten, welche in Folge staatlicher Maßnahmen zur Bekämpfung der Maul« und Klauenseuche entstehen, sollen auf den Staat übernommen werden und soll für diesen Zweck eine entsprechende Summe in dem nächsten Staatsbudget vorgesehen werden.
•• Sesang-Concert. Wie wir auS zuverlässiger Quelle hören, wird der Sängerchor deS Wetzlarer Lehrer- vereinS am Sonntag, den 5. Juli, in Stein» Garten ein Concert veranstalten. Das Programm enthält nur a capella- Chöre im klassischen und modernen Styl. Auch Volkslieder, speciell von der oberen Lahn, werden zum Vortrag gelangen. Dem Verein geht ein guter Ruf voraus. Sein vorjährige» Auftreten In Bad Nauheim war von dem Erfolge begleitet, I daß die Kurdirection den Verein auch dieses Jahr sür ein I Concert gewonnen hat. Wir glauben darum, einem hiesigen I gesangliebeuden Publikum den Besuch des Concerts empfehlen zu können.
♦♦ Besihwechsel bett. Der von unS s. Zt. gemeldete Verkauf der Consul H eß'schen Besitzung an der Lahn durch I den Restaurateur SchnockS auS Düffeldorf ist rückgängig geworden.
♦♦ Badete«Vorstellung. Im Garten deS Lenz schen I Felsenkellers giebt Sonntag den 28. Juni da- Ensemble deS ersten Frankfurter Salon-Variet4 ein Gastspiel. Die Gesellschaft ist derart bekannt, daß jede Familie I bei dem billigen Eintritt das durchaus becent gehaltene Programm von guter Somit rc. ansehen kann- besonders hervorzuheben ist Herr Profeffor ©tilge bauer mit seinen dresfirten Hunden, die in solch ausgebildeter Dreffur hier I noch nicht gezeigt worden find.
Verpflegte Kinder in Hessen. Nach den Mittheil« I ungen der Großh. Heff. Centralstelle sür die LandeSftatistik befanden sich im Jahre 1894 in der Provinz Starken-
I bürg 669 Kinder unter 6 Iahten in entgeltlicher Pflege, I darunter 499 uneheliche. In der Provinz Rheinhessen betrug die Zahl der Pfleglinge 316, darunter 239 uneheliche. Oberhessen wies im gleichen Jahre 484 Pfleglinge auf, I darunter 409 uneheliche. Im Jahre 1895 zählte Starkenburg 730 Kinder (572 uneheliche) unter 6 Jahren, die in I entgeltliche Pflege gegeben waren, Rheinhessen hatte im gleichen Jahre 482 (415 uneheliche) und Oberhessen 342 Kinder (244 uneheliche) in Pflege.
•* Betrieb bet Wand erläget in Hessen. Im Rechnung»« I jahte 1895/1896 wurden im Großherzogthum Heffen in 22 Fällen Wanderlager aufgeschlagen (Provinz Starken- bürg 7, Oberheffen 4, Rheinheffen 11). Für die Besteuerung kamen 41 Wochen in Ansatz (Starkenburg 8 Wochen, Oberheffen 6 Wochen, Rheinheffen 27 Wochen). Der Ertrag an Gewerbesteuer belief sich für diese Wanderlager auf 1250 Mk. (in Starkenburg auf 180 Mk., in Oberheffen auf 130 Mk., in Rheinheffen auf 940 Mk.)
*• Znt Reform bet »ierten Bataillone schreibt die „Post": Verschiedene Provinzialblätter wissen schon darüber zu berichten, wo einzelne der aus den vierten Halb-Bataillonen zu btldenden neuen Regimenter garnisontrt werden sollen. Hier ist aber wohl immer nur der Wunsch der Vater des Gedankens- denn nach unseren Informationen ist über die Verthetlung der neu zu formtrenden Regimenter noch gar nichts bestimmt, weil die naturgemäß sehr umfangreichen I Vorarbeiten noch nicht abgeschloffen find. Wie wir hören, ' werden voraussichtlich überhaupt nur wenige neue Garnisonen
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Reise: fit ein Colonia'-, gesucht, welcher Lie bereits mit beflem: besucht hat. Nr. 618 an k Blattes erbeten.
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