blüffendc Aechtheit, die packende Wahrheit ihres Spiel-, mit
diese Bauern künstlerische Wirkung erzielten. Sie gaben
wie tm Lcbcu, Alle« Art, wie die Burschen man sehen, daß man Salon-Tyroler vor
dem sich war die hier sich von
Wabl'schen Resolution verzichtet. Da- Schlußwort erhält Stöcker. Derselbe relümirt seiue Ansicht über beu letzten Punkt der Wahl'schrn Resolution dahin, von einer Ablage sei keine Rede, sondern nur von der Unmöglichkeit, zu einer Parteirichtuvg Stellung zu nehmen, die noch gar kein Pro gramm habe. Da- müffe Jedem genügen. Er bitte dringend, jede Zweideutigkeit zu vermeiden. Hierauf wird über die beiden Resolutiouen abgesttmmt. Die erste, von Stöcker verlesene Resolutiou wird einstimmig angenommen, die Wahi'sche Resolution wird nach Ablehnung einiger Abändc- ruogsvorschläge mit großer Majorität angenommen.
AlSdaon referirt Dr. Bogel Laubach über die Organisation der Partei und empfiehlt Agitation sür dieselbe. Um 3 Uhr schließt der Vorsitzende den Parteitag, an dem etwa 200 Delegirte und 15 Gäste theilgenommen hatten. Den Verbondlunoen schloß sich ein oeme'nichattl'chtS Diner NN.
auf der Büdne genau so, naiü l'ch! Schon an der Dirndln anpacken, konnte ächte Bauern und kttne
toceUs nnö ^rovinzieUes.
Gießen, 27. Februar 1896.
** Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 26. Februar den Secondl«eutenant Graf von Büdingen vom Leibgarde-Regiment Nr. 115, I den Justizrath Dr. Reatz von Gießen, den Seminarlehrer Lenhart von Bensheim, den Hofschauspieleri. P. Butter- weck, Ehrenmitglied deS Großh. HoftheaterS.
** Lchuldieustuachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 22. Februar den Lehrer an der Realschule zu Darmstadt Georg Heil I zum Lehrer an dem Realghmnafium daselbst, den Lehrer an der Realschule zu Bingen Dr. Christian LaugStroff zum Lehrer an dem Gymnafium zu Bensheim, den Lehrer an der Höheren Mädchenschule zu Mainz Bernhard Lade zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt und den Lehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Ludwig Hassel- bäum zum Lehrer an der Realschule zu Bingen, sämmtlich mit Wirkung vom 1. April d. I. an, zu ernennen.
♦♦ Aus dem GerichtSdieust. Durch Entschließung Großh. Ministeriums deS Innern und der Justiz wurden beauftragt der Gerlchisaffeffor Zimmermann von Friedberg mir den I Dtenstverrichtungen eine- Amtsrichter- bei dem Großh. Amts- I gerichr Michelstadt, der GerichtSaffeffor Seibert zu Darmstadt mit den Dtenstverrichtungen eines AmtsanwaltS bet den Großh. Amtsgerichten Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach und Vilbel, der GerichtSassesior Rummel zu Darmstadt mit I den Dienstverrichtungen eine- HilfSgerichtSschreiberS au dem Großh. Oberlandesgericht, der GerichtSc-fftsior Wachtel zu Darmstadt mit den Dtenstverrichtungen eines HilfSgecichtS- fchreiberS an dem Großh. Landgericht zu Darmstadt.
*•* Parlamentarisches. Die Erste Kammer der Stände tritt, tote bereit- gemeldet, am 24. März zusammen. Etwa zu Anfang April wird auch die Zweite Kammer noch zu einer kurzen Tagung berufen, wonach der Schluß de- 29. Landtags etntreten wird.
*♦ Allgemeine Kirchensteuer. Zur Bestreitung der Be- dürfutfle der Gesammlheit der evangelischen Kirche de- Großherzogthum- im EtatSjahre 1896/97 wird I nach den Bestimmungen des Art. 5 deS Gesetze- vom 23. April 1875, da- Besteuerung-recht der Kirchen- und Religionsgemeinschaften betreffend, auf da- Communalsteuer- Capital, der Angehörigen der evangelischen Kirche ein Beitrag von Einem und sieben Zehntel Pfennig auf die Mark ©teuer» Capital ausgeschlagen und mit den Communalfteuern der politischen Gemeinden erhoben werden.
** bchliersee'r Bauerntheater in Gießen. Der große Erfolg, den da- Bauerntheater in Amertka gehabt hat, ist bereits aller Orten bekannt und ist auch die dortige Preffe des Lobes voll. Nicht unerwünscht wird es unseren Lesern sein, wenn wir heute einen Bericht auS New-Aork zum I Abdruck gelangen lassen. „New Yorker Morgen-Journal" vom 1. October 1895: „Juchhu!" — Bombenerfolg der „Schliersee'r" im Metropolitan Opera House. — Ein volles HauS begrüßt sie bet ihrem hiesigen Debüt — jubelnder SelfaH folgte jedem einzelnen Actschluß. — | Nau sind sie zu nichte, alle jene Befürchtungen, die ängstliche Gemüther für den Erfolg der Schliersee'r hegten. DaS Haus hat sich nicht als zu groß, das Organ der Darsteller nicht als zu schwach erwiesen. Die gestrige Aufführung des „Herrgott schnitzerS" bezeichnet einen Sieg des Schliersee'r Bauerntheaters auf der ganzen Linie. Dem Theater - Habitus, der im M-ttopolitan Opera House bekannt ist, mußte es gestern auffallen, daß das Publikum, welches gestern das Theater füllte, ein wesentlich anderes war, tote dasjenige, das die große Oper besucht. Der elegante Frack, der während der Opernsaison nahezu oblt-
I gatorisch ist, trat nur sehr sporadisch auf, die Damen in den | I Logen waren ebenfalls in einfacher Abendtoilette, nicht in großer Gala erschienen. Mit einem Worte, daS ultra- fashtouable Amerikanerthum war gestern zurückgedrängt, dagegen war die gute deutsche Gesellschaft in ganz bedeutendem
I Matze vertreten. Eine Kuhglocke gab daS Zeichen zum D ginn der Vorstellung. Der Vorhang ging auf, die Scene zwischen der Traut!, Pauli und dem Pechlerlehnl spielt sich ab.
I Im Publikum begann schon nach den ersten Minuten hier I und dort ein derbe-, humorvolles Wort zu zünden, und older alte Pechlerlehnl bei seinem ersten Abgang von stürmischem Beisall gefolgt war, wußte jeder Renner der Theater- Sthmosphäre, daß der Erfolg gesichert war. Nach dem I Schuhplattler, mit dem der erste Act schloß mußte der Vor- I hang viermal wieder in die Höhe gehen. Und dieser rauschende Ersolg hielt auch im Laufe der Vorstellung an, ja im Laufe deS dritten ActeS erfuhr er nach der Tanz- I fccne sogar noch eine Steigerung, die ihn zu Riesen Dimen- I fionen anwachsen ließ. Im Uebrigen waren eS nicht nur I die heiteren ©eenen, in denen die Darsteller ihre Wirkung I erzielten. Die hochtragische ©cene im zweiten Act, in I welcher der Pechlerlehnl der Loni seine Geschichte erzählt, I macht einen tiefen Eindruck in Folge der packenden Realistik, mit der sie gespielt wurde. Ueberhaupt war eS die ver-
Namen zu geben.
Hosprediger a. D. Stöcker (mit Beifall begrüßt) verliest zunächst folgende Resolution: „Die in Frankfurt a. M. versammelten Delegirten, Vertrauensmänner und Mitglieder der christlich-socialen Partei erklären: Wir billigen den nach den letzten Vorgängen unvermeidlichen Austritt SiöckerS aus der conservativen Partei. Wir conftitulren unS hiermit zu einer selbstständigen socialen Partei. Wir bekämpfen nach wie vor jede conservative Richtung, die der Politik der Mittelparteien Concesfionen wacht. Wir erstreben auch in I Zukunft eine größere öconomische Gleichstellung zwischen j Reich und Arm. Wir bekämpfen die Machtentfallung der übergroßen Vermögen, welche die Wohlfahrt deS Volkes ge- I fährdet." Hierauf bespricht ©löckcr in längerer Rede seinen I Austritt ans der conservativen Partei. Ich fühle mich, führt Redner aus, sehr wohl und frei und empfinde den gethanen Schritt als eine Lösung von manchen Schwierigkeiten. Wie in Berlin, habe er schon 18.7 damit begonnen, eine selbstständige Partei zu organifinn, damals ließ sich das aber nicht machen. Jcd ahnte gleich, als ich von der Sommerfrische nach Berlin zurückkehrte, und diese fortgesetzte Hetze gegen mich vorfand, daß die» darauf ausging, mich in polt- I tische Schwierigkeiten zu verwickeln. Der damals veröffent- I lichte Brief aus dem Jahre 1888 bot ja für Leute, die politisch nicht denken und sehen wollen, ein sehr bequeme- Material, man stützte fich auf mich und sagte, ich hätte den Kaiser von Bismarck losmachen wollen. Wenn ich daS gewollt hatte, wäre das eine sehr falsche Politik gewesen, ich habe daS nicht gewollt, sondern nur die Fehler B'SmarckS klar in- Licht stellen wollen, 'damit sich nicht der Kaiser von diesen Fehlern inS Schlepptau nehmen laffe. Stöcker geht sodann auf die Stellung der Panel gegenüoer den Soclal- demokraten über. Man mache den großen Fehler, der socm- ' lchischen Bewegung zu große Beachtung zu schenken. Redner schließt: Wir müffen auS dem Klaffcnkampf heran- und versuchen, jedem zu geben, waS ihm recht ist, da- ist für »,ch christlich social, eine andere Auffassung ist mir unmöglich.
Hieraus verlieft der Vorsitzende einige eingelaufene Be- grüßungStelegramme.
Pfarrer Wahl-Langen verla- hierauf oben erwähnte, von ihm vorgefchlagene Resolution: „Die heute versammelten Mitglieder der christlich socialen Partei erklären, daß ihnen ein politische- Zu'ammengehen mit der sogenannten jüngeren Richtung, wie sie Naumann vertritt, trotz einiger Berührung-- punkte nicht mögl ch ist. Die Versammlung spr'cht cen Wunsch auS, Naumann möge für sich und seine Richtung auf den Namen „christlich-social" verzichten."
In der hierauf folgenden D'Scusfion gehen die Meinungen bezüglich deS Schlußsatzes der Wahl über die Resolution stark auseinander. An der Debatte betheiligen sich u. A. P> ofkffor Hüpeden, Dr. Durckhardt-Barmen, Pfarrer Groß, Pfarrer Wahl, Stöcker, Dr. Kranzburg, Pfarrer Hoffmann. Schließlich wird auf den Schlußsatz der
hatte. Selbst die Ohrfeige im brüten 8et war überraschender Natürlichkeit.--D>e Ausstattung bei
Stücke- war ein» in jeder Beziehung glänzende. Die Stärke de- Bauerntdeater- liegt in btm vollendeten Zusammenspiel aller Mitwiikenden. Man möchte das minutiöse Jneio- andergreisen der einzelnen Theile de- Ensemble» mit der R?gelmaß'gkelt eine- Uhrwerke- vergleichen, koch, da» Uhr- werk beftebt au» leblosen Theüen, hier aber schlägt in jedem Theil pulsirendes L ben.
♦* Religiöse Borttäge. „Wer war Jesu- voi Nazareth", io lautete das Thema, über welche- am letzt» Freitag Herr Dr. Joh. Müller au- Leipzig sprach. Die sehr zahlreiche Zuhörerschaft — der ganze Lerb'sche Festsaal war besetzt — folgte mit höchster Spannung den etw, anderthalbstündigen Ausführungen de- geschätzten Hern Redners, der in vollständig freier Weife und getragen voa großer religiöser Wärme, etwa Folgende- anSsührte: »Der war Jesus von Nazareth?" Da» ist die große, gewaltig ernste Frage, die durch die Zeiten, durch die Jahrhunderte geht, und eS scheint saft, all ob die Menschheit nicht zur Ruhe kommen könnte, ehe sie eine einhellige Antwort aus diese Frage gefunden habe. Wenn eS auch zuweilen war, als ob diese Frage in Vergessenheit gerathen sollte und der Strom der Zeitanschauungen über sie hinwegging — die Fluthen haben sich verlausen, auch der Materialismus ist im Niedergang, die Spitzen der Berge ragen bereit- wieder aal der Flut empor, und diese Frage ist geblieben wie ein uv- erschütterlicher Fel-, der hinaulragt in die weiteste Zukunft. In unserer Zeit ist diese Frage die actuellste. Sie springt un-, wie wir da- letzte Mal gesehen haben, auS den große, socialen Problemen in letzter Linie entgegen. Jahrhunderte hat die Menschheit vergebens nach einer Antwort gesucht, die der Wirklichkeit entspricht. Wenn wir die Lösung der Frage in Angriff nehmen wollen, müffen wir vor alle, Dingen darauf sehen, daß wir voraussetzungSloS a, die Frage herantreten. Die Menschen nämlich haben gewöhn!,ch schon eine Antwort in der Hand und suchen diese bei der Prüfung wiebe-zufinden. Wir wollen dem Weg nachgehen, ben man in der heutigen Zeit überhaupt einschlägt, da- haben wir gelernt in der heutigen Zeit, in der naturwissenschaftlichen Zeit, daß wir unß die Wirklichkeit, wie sie außerhalb von unS ist, nicht zusammen reflecnre, können von unS aus- wir können nicht die Wahrheit schaffen, die außer unS ihren Bestand hat. ES ist wohl aOgemehe zugestanben, daß der Weg zur Erkenniniß der Wahrheit der Weg der Erfahrung ist. Alle- Activc, Festsetzenbe geht dann nicht von unß und unserem subjektiven Meinen an», sondern von der Wirklichkeit außer unß; und wenn wir uns vorauSsetzung-lo- unter diese Wirklichkeit stellen, sodaß wir ganz pasfiv dabei sind, bann haben wir eine Garantie dafür, daß wir nicht die Wahrheit geschaffen Haden, sondern baß sie die Wirklichkeit hervorgebracht hat. Wenn eß fich nm bic Persönlichkeit Jesu handelt und wir unß unter ben Eindruck dieser Persönlichkeit stellen unb unß von ihr überwältigen laffen, bann beruht unsere Erkenntniß von ihr nicht aus unserer oberflächlichen Meinung, sondern auf Erfahrung. Nun ist unß ja eigentlich bie Möglichkeit genommen, mit Christus persönlich zu verkehren wie mit unseren Zeitgenosser Aber trotzdem können wir seine Persönlichkeit auf un3 ronltti laffen, denn wir haben ben geschichtlichen Christus, bie Uifunbeo über ihn. Die Kritik hat diese Urkunden untersucht und Vieles al- unhiftortsch herauSgefunden, aber die drei erst» Evangelien find al- geschichtlich anerkannt. So bleibt uns also als der einzige Weg, Christus auf un« wirken zu laffen, daß wir baß Evangelium lesen, aber so, baß wir wirklich I einen Einbruch von JesuS erhalten, b. h. in ernster Sammlung unb im Zusammenhang, nicht hier ei» Stückchen unb dort eins. Der erste Überwältigenbe ölnbiud, den man bekommt, ist der, daß man hier eine ganz vollkommene unb volleubete Persönlichkeit vor Augen hat. Aber wer garantirt unß denn, daß Jesuß wirklich ein solche» Idealbild war? Vielleicht hat die Urgemeinde, um eia Zül für ibealeß Streben zu haben, die« Idealbild nur erfunden. Aber Niemand, auch nicht der größte Dichter, kann eine voll- kommene Persönlichkeit schildern, weil ihm bic allgemeine Erfahrung fehlt; wenn er eine schilbern wollte, müßte er selber eine vollkommene Persönlichkeit fein oder eine solche vor fich haben. Wir erhalten durch die Darstellung der drei Synoptiker, die keineßweg» in die Tiefen der Persönlichkeit Jesu eingedrungen find, den Eindruck, daß wir eß hier mit Menschen zu thun haben, bic einen elementaren wuchtigen Eindruck von der Persönlichkeit Christi erhalten haben, und die diesen Eindruck Wiedergaben, I" tendenzlo- unb ursprünglich, wie eß ihnen eben gerade m den Sinn kam. Diese Thatsache ist ber beste Beweiß dafür, wie treu bleie Urkunden find, unb daß ist wiederum ei» Beweiß dafür, daß wir es hier thatsächlich mit der ©tu» lichkeit der vollkommenen Persönlichkeit Christi zu thun haben. ES ist unverständlich, wie solch eine Persönlichkeit entsteh» konnte, und wie sie ein Product ihrer Vergangenheit uv» Derhältviffe fein konnte. Auch von der Wiffenschast ist iu’ gestanden, daß Jesu« von Nazareth nicht au- fetaer Vergangenheit und Gegenwart begreiflich ist, nicht einmal feint Worte sind begreiflich, so unerfindbar sind sie. Die gr-V Wirkung, die von der Persönlichkeit Jesu außgegangen ist- bleibt unß ein Wunder, ein Geheimniß. Will man trotzdem ettoaß Über sie anderß sagen, so bleibt nichts anders übrig, \ sich an die Auswirkungen der Persönlichkeit zu halten, I» sind unmittelbare Acußerungen beß Leben«. Die erste w* Wirkung, die von ihm auSging, ist, daß wir in ibn t Offenbarung Gotte« haben. JesuS hat den Menschen da
1 Berständniß für den lebendigen Gott, da« sie verloren hatte»,
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„8ibi ei ein kn?« will Herr Dr. Wen Bortrag bie A welche seither i ' "kl Foüresse gefolgt c f®r skinen Sd)Iu§öo:
Mancher, ber Her fitt hot, nimmt öleDtid
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weisend, nimmt folgende zu BersailleS, 26. Februar, unterzeichneten Friedenspräliminarien an." — H er verließen Thier« feine Kräfte und er war genöthigr, den Saal zu ver- laffcn; Barthöttmy St. H'laire fetzte die Vorlesung der bekannten Frietiensbedingungen fort.
Parteitag der Christlich-Sociale«.
H. Frankfurt u « , 26. Februar.
Die Verhandlungen wurden nach dem Gesang eines Choral« und nachdem fich da« Bureau gebildet, durch den Grafen Solms-Laub ach, welcher den Vorsitz übernommen hat, in der „Rosenau" mit einem Hoch auf ben Kaiser eröffnet. Sodann forderte der Vorsitzende die Anwesenden, welche fich zu dem Programm der Christlich-Socialen nicht bekennen, auf, sich gesondert zu setzen. Der Borfitzende referirte Über die Stellung der Christlich-Socialen zu den Conservativen. In dem Referat, welche« Redner verliest, recapitulirt er im Wesentlichen die bekannten Vorgänge der Scheidung in der conservativen Partei. Dieselbe characterifire sich al« eine Auseinandersetzung zweier conservativer R-ch tungen. Eine selbstständige chrlstlich-sociale Partei müffe bestehen. Redner führt einige Punkte an al« maßgebend für die zukünftige Haltung der Partei. Seine Freunde würden fich nie auf die Cartellpolitik einlassen, sie würden dre durch da« Parteiprogramm von 1895 vorgezeichnete Richtung einhalten.
Pfarrer Wa.hl° Langen spricht über die Stellung- nähme der christlich socialen Partei zu der jüngeren christlich socialen, Pfarrer Naumann'schen Richtung. Redner führt au«, daß man von dem heutigen Parteitag allgemein eine genaue Erklärung erwarte, wie sich die Partei zu der Naumann scheu Richtung stelle. Wir müffen, nachdem wir den Entschluß gefaßt haben, al« selbstständige Partei auf- zutreien, unbedingt den größten Werth daraus legen, daß wir den Grundsätzen und Zielen, die wir im Eisenacher Programm sestgelegt haben, unbedingt treu bleiben. Redner betont äuSdrückiich, um Mißverständnissen vvrzubeugen, daß fich seine Aeußerungen nicht gegen die Person NaumannS richten, er sei sest Überzeugt, Naumann meine e« ehrlich. ES frage fich nun, gibt eß derartige Gegensätze zwischen beiden Richtungen, die ein Zusammengehen in politischer Richtung unmöglich machten und daraus müffe er mit Ja antworten. 6r glaube, seine Freunde dürften sich nicht darauf einlaffen, mit der Naumann'ichen Richtung, wie sie zur Zeit bestehe, irgendwie politisch zusammenzugehen. Je klarer und fester wir %te Grenzlinien ziehen, um so gewisser verbürgen wir uns die Selbstständigkeit als chrlstlich-sociale Partei. Redner krltifirt alsdann in längeren Ausführungen die Ansichten Naumanns. Wenn dieser von Blättern, wie die „Frankfurter Zeitung" und Henn Sonnemann verhätschelt werde, bann müsse er fich doch fragen: Wa« habe ich da für eine Dummheit gemacht? Naumann hat gar keine richtige Er- kenntniß für die Judenfrage. Redner bringt eine Refolution ein, dahingehend, daß ihnen ein politische« Zusammengehen mit der Naumann'ichen Richtung unmöglich sei und worin Naumann aufgeforbert wird, seiner Partei einen anderen


