Gratisbeilage: Gießener Kamitienökätter.
Bet der E.offnungSrede brachte der Vorsitzende des AuffichtS- rathS der Berliner Mehpalaft-Bau Gesellschaft, Ingenieur Naruhn, ein Hoch auf den Kaiser aus, worauf Baumeister Schreiber daS Gebäude dem Verkehr übergab. Namens der 1893er Vereinigung für internationale M ff-n in Berlin be> grüßte sodann der Vorsitzende, Moritz Rosenow, die axv wesenden Ehrengäste und sprach den staatlichen und städtischen Behörden, welche daS Unternehmen sördern halfen, den Dank der Gesellschaft auS. Oberbürgermeister Zelle, Stadtverord« ueten-Vorsteher Stellvertreter Mtchelet und Geheime Com- miifionSrath Herz beglückwünschten die Gesellschaft zu dem Unternehmen, dem sie daS beste Gedeihen wünschten. An die Feierlichkeit schloß sich ein Rundgang durch die Räume deS zahlreich beschtckken Meßpalastes.
Berlin, 26. Februar. Der „RetchSanzeiger" veröffentlicht die Bedingungen, welche bei der Vergebung der Arbeiten und Lieferungen im Bereiche der allge« meinen Bauverwaltung, der SlaatSeiseubahnen und der Berg- Verwaltung zur Anwendung kommen.
Berlin, 26. Februar. Die Commission für das bürgerliche Gesetzbuch erledigte heute den 14. Titel deS 7. Abschnittes über die „Gesellschaft" ohne Abänderung und ging sodann zur Berathung deS VereinSrechtS über.
Dortmund, 26. Februar. Durch einen Sturz in den Schacht-find auf Zeche „Tremouta" drei Mann getödtet worden.
Weimar, 26. Februar. Bei der heutigen Berathung des Wahlgesetzes nahm der Landtag die Bestimmung an, daß die Höchttbesteuerten aus dem Grund- und Capitalgewinn auch an den Wahlmänner-Wahlen für die allgemeinen Wahlen th-ilnehmen. Die Einführung deS direclen Wahlverfahrens bet den allgemeinen Wahlen wurde abgelehnt.
Wien, 26. Februar. In untecrichteten Kreisen wird versichert, die Regierung werde anläßlich der Regelung der Beamtevgehälter zur Frage der Collegiengelder, wie dies der UnterrichtSmintster bereits gestern in der Sitzung deS Abgeordnetenhauses erklärte, Stellung nehmen. Ein Beschluß, die Collegiengelder aufzuheben, liegt noch nicht vor.
Budapest, 26. Februar. Franz Cofsuth brachte einen Antrag ein, nach welchem die Parlamente sämmtltcher, mit Ungarn in freundschaftlichem Verhältniß stehenden Staaten zur Mtlleniumsfeier eingeladen werden sollen. Der Antrag wurde auf die Tagesordnung der Sitzung am nächsten SamStag gestellt.
London, 26. Februar. Wie die „Times" auS Capstadt meldet, werden Cap-Züge noch täglich sechs Stunden an der Grenze von Transvaal aufgehalten, weil diese dorr nach Waffen durchsucht werden.
Loudon, 26. Februar. In der Gerichtsverhandlung gegen Or. Jameson und Genossen verlangte Anwalt Matthews als Vertreter der K.one die Vertagung, damit der General Staatsanwalt und der Kronanwalt in dieser wichtigen Sache selbst entscheiden könnten. Der R chter stimmte der Vertagung auf 14 Tage zu und wies aus die besondere Schwere des Falles hin. Bei Entgegennahme der Bürgschaft schärfte der R chter den Angeklagten gehörig ein, sich alles deffeu zu enthalten, was Demonstrationen im Publikum Hervorrufen könnte. Der Beifall, den man den Angeklagten spende, könne dem englischen Namen Schande dringen.
Loudon, 26. Februar. Nach einem Telegramm deS Reuter'scven BureauS auS Lagos brach letzte Nacht in dem inneren Viertel der Stadt Feuer aus, welches 400 Häuser der Eingeborenen in Asche legte. Die europäischen Einwohner erlitten keinen Schaden.
Loodou, 26. Februar. Der von Sulina nach Bremen bestimmte Dampfer „Viribus UnitiS" ist mit 2000 Tonnen Getreide im Schwarz-n Meere unter gegangen. Alle Personen wurden gerettet.
Koustautiuopkl, 26. Februar, lieber die Herkünfte aus Alexandrien wurde eine fünftägige Quarantäne, über diejenigen auS den übrigen Küstengebieten Egyptens eine solche von zwei Tagen verhängt.
Drprichen oef «urten .Herold".
Berlin, 26. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Berathung des Eisenbahn-Etats fortgesetzt. Nach längerer Debatte wurde O'dinarium und Extra-Ordi- oarium erledigt. Morgen CultuSetat.
Berlin, 26. Februar. Im „Reichsanzeiger" wird die Ernennung des bisherigen Gesandten in Buenos - AyreS, LegationSrathS Grafen von der Goltz, zum preußischen Gesandten am hesfijchen Hofe amtlich publicirt.
Berlin, 26. Februar, lieber die Angelegenheit der vierten Bataillone bringen verschiedene in- und auS«
Freitag den 28. Februar
Mr. 50
Erstes Blatt
Gießener Anzeiger
Kenerak-Mnzeiger
«nd Anzeigeblatt für den Nreis Gissten.
Amtlichem Theil
ei Sieben.
III:
-c-prt. Tinen vom Abgeordneten Richter eingebrachten Antrag,
Mtt-
threr Be-
lätare und über die etwa neben
Ivnah m t Bob Anzeigen zu der Nachmittag- für de» ftlgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Die Gießener
■cbtti dem Anzeiger Ntchmtlich dreimal bägelrgt.
lchmittags i/z3 tyi üben. Die Zusimmlu
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Der
Gitte«r Anzeiger erscheint täglich, »1 Su-nahme de- MontagS.
ländische Blätter Nachrichten, die mehr oder weniger auf Combinationen beruhen. Nach den Informationen der „Post" find die Vorbereitungen für die Neuorganisation der vierte» Bata'llone noch keineswegs abgeschlossen, so daß eS noch gar nicht abzufehen ist, wann eine diese betreffende Vorlage an den Reichstag wird gelangen können. Allerdings dürste an dem mehrfach besprochenen Plane festgehalten werden, je zwei Halbbataillone zu einem Vollbataillon zusammenzuziehe» und dann aus den Compagnicn der drei andern Bata llone zu ergänzen. Wenn in den Blättern bereits die Summe genannt wird (Mk. 350 000), die erforderlich sei, um die Neuorganisation durchzuführen, so müsse, schreibt die „Post" weiter, darauf hingew esen werden, daß eine Berechnung der Kosten sich vorläufig noch gar nicht aufstellen laffe.
Straßburg i. E., 26. Februar. Der LandeSauS- fchuß von E'iaß Lothringen faßte heute bei der zweiten Berathung des Etat der Forstverwaltung einen Beschluß, der in Regierungs- und parlamentarischen Kreisen lebhaft erörtert wird. Der Kaiser hatte bei seinem letzten Besuche im Elsaß einen Ausflug in die Oberförsterei Mutzig gewacht, wo er ein Jagdrevier besuchte und bei dieser Gelegenheit eine unverhohlene Bewunderung für diesen romantischen Theil der Vogesen auSgedrückt. Die Regierung glaubte daher einen unausgesprochenen Wunsch deS Kaisers zu erfüllen, wenn sie in dem genannten Renter ein Jagdschloß für den Kaiser errichten liefe. Sie stellte infolge dessen in den nächstjährigen Etat der Forstverwaltung eine Position von Mk. 180,000 zur Erbauung dieses Schlosses ein. Heute nun lehnte der AuSscbuß in geheimer Abstimmung mit 28 gegen 26 Stimmen und einem weißen Zettel den geforderten Ccedtt ab. Die demokratische Presse hatte in den letzten Tagen die schärfste Kritik an diesem Plan geübt.
Rom, 26. Februar. Die osficiöse „Fanfulla" meldet, die R gierung habe beschlossen, die afrikanische Armee auf 65 000 Mann zu bringen.
Wien, 26. Februar. AuS Liverpool wird dem „Extrablatt" telegraphirt, daß im dortigen Hospital für Augen- und Ohrenkranke Feuer auSbrach, weiches sich schnellstens auf die Treppen ausdehnte. Die Jnsaffen des Hauses mußten deßhalb durch die Fenster in Sicherheit gebracht werden. Eine Krankenpflegerin sprang aus dem Fenster der oberen Etage und verletzte fich tödtlich.
Paris, 16. Fcbruar. Der Ministerrath stellte gestern daS Reise-Programm des Präsidenten Faure nach dem Süden Frankreichs fest. Die Abreise wird SamStag in Begleitung Bourgeois' und LockrohS erfolgen. Um den Juftizmintster Ricard nicht der Gefahr auSzusetzen, einer Niederlage entgegenzugehen, werden die Freunde der Regierung am nächsten Donnerstag die Vertagung der Kammer auf 14 Tage beantragen.
Washington, 26 Februar. Präfident Cleveland wirb in einem Schreiben an die demokratische Nationalpartei bestimmt eine Wiederwahl ablehnen.
im $egterung6gebäuoe zu Gießen statt, wozu die verehrlichen Utitglieber der Stiftung ergebenft eingeladen werden.
Tagesordnung:
1) Prüfung der Rechnung für 1895.
2) Vertheilung des UeberschuffeS aus 1895 zur Unterstützung gemeinnütziger Anstalten,
3) Feststellung des Voranschlags für 1896.
4) Ergänzungswahl deS Vorstandes.
Gießen, den 24. Februar 1896.
Der Vorstand der Mathildensttstang für die Provinz Oberheffen.
v. Gaqern, Provinzialdirector.
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1 Uhr, am Mittwoch t • dihrov» btl Btto '» - ttnirttiipuli | . an Sonntagen 20 Pi,
Neueste Nachrichten.
Wolff» telegrewhischeS Correipondenz-BurrRU.
Beilin, 26. Februar. Die Eröffnung der diesjährigen fviAfjahrSmesfe im neuerbauten Meßpalast hat heute kmniiteg in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste stattgefunden.
Bekanntmachung, fciilrtfftnb: LehrcursuS für Anlage und Prüfung von Blitz- aiMtliern an der Electrotechnischen Lehr- und Untersuchungs- Anstalt deS Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M.
Wir machen darauf aufmerksam, daß auch in diesem Jfiihre an der Elektrotechnischen L hr- und Untersuchungsanstalt d'G Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. ein CursuS Klier Anlage und Prüfung von Blitzableitern statifindet. Der Uhterridit findet in der Woche vom 16. bis 21. März l. I. tlöglich Vormittags von 10 dis 12 Uhr und Nachmittags von Si bis 5 Uhr statt. DaS Honorar beträgt 30 Mark.
Gießen, den 26. Februar 1896.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung,
die Mathildenfttstung für die Provinz Oberheffen. diesjährige Hauptversammlung der Mathilden- für die Provinz Oberheffen findet
Gamstag de» 14. März d. I., Nachmittags 8 Uhr
er-Einlage onb ^rucklage sicher Capital tn
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lamme und eine Parts Aischm Anlagen, vor V , in der Ostanlage, 6t
Deutsches Reich.
Berlin, 26. Februar. Der Kaiser ertheilte am D'itnötag den neuernannten hohen Beamten im Reichsamte
Innern, UmerstaatSsecretär Rothe und Dlrector Lloedtke, eine Audienz. Später arbeitete er mit dem L.lief ^eS MilltärcabinetS und empfing hierauf den Prinzen Kiriedrich von Hoh enzollern, bisherigen commandiren« dm General des 3. Armeecorps. Dann nahm Se. Majestät eine Reihe militärischer Meldungen entgegen.
— Die Vereinigung deutscher Steuer- und LRilths chaf tSref ormer hielt am Montag in Berlin ihpe 21. Generalversammlung ab. Die angenommenen Rbjelutienen sprechen sich u. A für den neuen Antrag Kanitz, füh die Durchführung der Währungsreform im Sinne der BÄeallisten und für Uebernahme der Reichsbank durch das auS.
— Im preußischen Abgeordnetenhause zieht fich die bereits vorige Woche begonnene Debatte über den LiffMahnetat erheblich tn die Länge. So wurde fast die gelammte MmiigSsitzung durch eine Erörterung der Frage der (Staffel« :achk auSgefüllt, und in der DtensragSsitzung gab der AuS- gatbi'Titel „Beamtenbesoldungen" Anlaß zu einer langen D^dme über die unzulänglichen Gehälter der Eisenbahn- be-Micn, nicht nur der (Subalternbeamten, sondern auch der höijrnen Beamten. Von den verschiedensten Setten deS HES auS wurde eine allgemeine Besoldungsverblfferung füik He verschiedenen Leamtencategorien der Eisenbahn- «TEHiltung gewünscht, im Allgemeinen verhielt fich Eisenbahn- miWcr Thielen den geäußerten Wünschen gegenüber nicht 4bi'-tinenb. Daneben spielten auch wieder tie Fragen der L-mi agSruhe, der Perronsperre u. f. w. eine Rolle, außerdem zeüWgten wieder verschiedene specielle Ei enbahawünsche aufS
vlertrklähriger AvonllemeatsprelZr 2 Mark 20 Pfg„ a* Bringerloha. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.
Rebaction, Epxdittse und Druckerei:
Ferusprecher 5L
Der Krieg von 187O|71,
zeschtldert durch Ausschnitte auS ZettungS - Nummern jener Zett.
(Nachdruck verboten.)
28. Februar.
Nach allen neuen Nachrichtin hat die Abtretung von Metz einen furchtbaren diplomatischen Kamps gekostet. Ueber BiSmarck hinüber appellirte ThierS an den Kaiser und Kronprinzen, aber auch diese zeigten fich unerbittlich. BiSmarck, ziemlich unwohl, wurde ungeduldig und erklärte: Entweder — Oder! Entweder unterzeichnen Sie oder der Krieg beginnt von Neuem!
Auch dem Einzug in Paris widersetzte fich ThierS aus allen Kräften, er soll sogar BiSmarck 100 Millionen FrcS. geboten haben, wenn die Deutschen auf den Einzug verzichteten. Die Verhandlungen dauerten am Freitag 81/,, am SamStag 5*/,, am Sonntag 5 Stunden. ThierS, Favre und Picard beschworen die Pariser in einer Proklamation, ruhig zu bleiben. Verfallt nicht in den Fehler Derer, welche uns vor acht Monaten nicht glaubten, als wir sie beschworen, von diesem verderblichen Kriege abzulaffen." 43 Pariser Zeitungen Haden sich dieser Mahnung angeschloffen- während der Besetzung erscheint keine Zeitung und die Theater werden geschloffen.
Heute eröffnete ThierS der französischen Nationalversammlung in Bordeaux inmitten tiefen Stillschweigens Folgendes: „Wir übernahmen eine schmerzliche Mission, machten alle möglichen A> ftrengungen und mit tiefem Bedauern müssen wir Ihnen folgenden Gesetzentwurf unterbreiten, wofür wir die Dringlichkeit verlangen: Die Nationalversammlung, der Nothwendigkeit weichend und die Verantwortltchkeit zurück-
fhll (stnen vom Avgeoroneten michter etngevrachten ?
’<4i *s'lchr die Eisenbahnoerwaltung zu ausführlichen
I $ _Lr ele| thffiüiiigen über die Dienstdauer und UrlaubSzett ihr F Jüber die Löhne der D " .....
* der fifitzlichen sonst noch vorhandenen Wohlfahrtseinrichtungen
fütfc iit Beamten und Arbeiter auffordert, verwies das HauS m o3k Budgetcommisfion.
* M.
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