leer". Die wackere Truppe hat de« Name» ihres Begründers und Lehrers Konrad Dreher auch In der Neuen Welt Ehre gemacht. Allüberall wurden die „Schlierfeer" angestaunt, und Jedermann bewunderte den Scböpfer dieser Volk-sptele, den Meister des Ganzen, Konrad Dreher. Derselbe hat nun auch in Amerika ebenso wie in Deutschland- Oesterreich die gerechte Anerkennung gesunden, welche seinem genial zusammrngestellten und meisterhaft geschulten Ensemble gebührt. Der jahrelang aufgewendete Fleiß deS Lehrers und Meisters Konrad Dreher errang auch „drüben" den redlich verdienten S'eg und Lohn, der ibm voll gebührt.
** Heilanstalt für Lungenkranke. Auch im Großherzog- thum Hessen ist man zur Z it mit den vorbereitenden Schritten zur Errichtung einer Heilanstalt für Lungenkranke befaßt. Im Verlauf der darüber von dem Vorstand der Alters- und JnvalidttatS-VersicherunaSanstalt des Großherzog- thumS Hessen mit den größeren Städten des Landes ein- geleiteten Verhandlungen hat am letzten Freitag eine Besprechung der Vertreter der Stäote mit genanntem Vorstand in Frankfurt stattgefunden, an welche sich eine gemeinsame Besichtigung der in der Nähe von Frankfurt schon errichteten ähnlichen Anstalt schloß.
•* Anlage und Untersuchung von Blitzableitern. Der unter Leitung deS Herrn Dr. W. A. Nippoldt an der Elektrotechnischen Lehr- und Untersuchun gS- anstalt des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. alljährlich ftattfindende CursuS über Anlage und Prüfung von Blitzableitern wird in diesem Jahre in der Woche vom 16. biS 21. März er. abgehalten. Baubeamten und Gewerbetreibenden wird durch diese Eurse Gelegenheit gegeben, sich mit den zur Anlage zweckentsprechender Blitzableiter und deren Prüfung erforderlichen Grundsätzen vertraut zu machen. Die Vorträge, die mit Besichtigungen mustergiltiger Anlagen und Hebungen in der Handhabung der zur Piüfung erforderlichen Meßapparate verbunden sind, pflegen von Interessenten, wie Schlosser, Spengler, Dachdecker und Baubeamten auS allen Theilen Deutschlands, sowie dcS Auslandes besucht zu werden. Prospccte, auS denen Alles Nähere zu ersehen ist, versendet die Anstalt auf Wunsch kostenfrei.
Butzbach, 22. Februar. Der „Wetterauer Bote" meldet: Eine respektable Leistung haben wir von unseren hier gar- nisonirenven Dragonern zu verzeichnen. Herr Lieutenant Fischer, sowie Sergeant Baumann und Unteroffizier Bischoff unternahmen gestern Vormittag acht Uhr einen Distanzritt nach Darmstadt und trafen heute Vormiitag acht Uhr Retter und Pferde vollkommen frisch in hiesiger Kaserne wieder ein. Der Hinritt erfolgte von hier über Hanau, Aschaffenburg und Babenhausen nach Darmstadt. In Aschaffenburg wurde eine Stunde, in Babenhausen eine halbe Stunde gerastet und trafen die R.iter Abends 7 Uhr in Darmstadt ein. Der Rücklitt von Darmstadt wurde Nachts 12 Uhr über Frankfurt angetreten und kamen dieselben heute Morgen 8 Uhr wieder hier an.
Nidda, 22. Februar. Eine zu Eichelsdorf wohnhafte, am Stocke gehende Frau, deren Benehmen refp. salbungsvolle Worte auf Geistesverwirrung schließen lassen, stürzte gestern Nachmittag auf einer Stiege infolge Ohnmachtanfolles zusammen, sodaß die kranke Person mittels eines behördlich rrquirirteu Fuhrwerks nach Hause gebracht werden mußte.
Nidda. 20. Februar. Mit den Erd ar beit en an unserem Quellwaffergebiete bet Michelnau ist nunmehr begonnen worden.
§§ Vaitshain (Kreis Lauterbach), 20. Februar. Der Lrndwirth F. Hildenbrand auS Gunzenau schickte gestern einen Knecht hierher, um einen von ihm hier stehen gelassenen Mehlwagen abzuholen, AlS der Knecht die in der Nähe befindliche Holzbrücke nicht passiren konnte, ritt er über den zugefrorenen Bach; das EiS brach aber ein und Pferd und Reiter wären beinahe verloren gewesen. Der Knecht konnte nur mit Mühe sich und daS Pferd retten.
§ Elpenrod, 24. F-bruar. „Ein Bär! ein Bär!" Dieser Ruf verbreitete sich dieser Tage mit Blitzesschnelle in unserem Orte von Mund zu Munde und dazu die Frage „wo'?" Zwei durchaus glaubhafte Einwohner v-r- sicherten, auf der Wiese vor dem benachbarten Walde einen Bären gesehen zu haben. Sich in die Nähe eines Bären, dazu wilden, zu wagen, ist immer eine heikle Sache, darum suchte man vorerst Meister Petz aus der Ferne zu beaugenscheinigen. AlS man aber von dem seltenen Gast nicht- zu sehen bekam, stiegen doch Zweifel an seinem Erscheinen auf, allein Leute, die au Ort und Stelle gingen, wollen eigenartige, breite, wie von Tatzen her- rührende Spuren gesehen haben. ES läßt sich wohl nicht daran zweifeln, daß die genannten beiden Einwohner ein Thier gesehen, daS ein bärenähnliches Aussehen gehabt, wohl aber daran, daß diese- wirklich ein Bär gewesen. Die Geschichte von dem Bären hat übrigens viel Heiterkeit wachgerufen und ist sogar von einem Freund guten Humors in einem Gedicht besungen worden.
O. An- Oberhefsen, 24. Februar. In Nr. 8 deS „Hessischen Evangelischen SonntagSblatteS" vom 23. d. sind auf Seite 63 in der Weltumschou „AuS dem Großherzog- thnm Hessen" speciell auS der Provinz Oberheflen, zwei Dörfer als verschwunden bezeichnet worden, die aber noch vorhanden find. Wir erlauben uns Folgendes hierher zu f ten: „Nicht nur im Odenwald ist ein Dorf ganz ver- schwunden — heißt eS in dem dtlrien Blatte — wie wir in voriger Nummer deS „SonntagSblattS" berichteten; auch im VogelSberge ist das der Fall, nämlich „VolkartShain" bei Gedern. Es hatte noch vor zwanzig Jahren eine eigene Pfarrei und Schule. Die sind verschwunden, die Kirchengebäude stehen leer. Die Wohnhäuser sind abgebrochen und die dauern sind auSgewandert." — Nun besagt aber der 38. Band, 3. Heft der Beiträge zur Statistik deS Großherzog- rhNmS Hessen, heranSgegeben von der Centralstelle für die Lande--
statiftik pro 1895, welcher Vaud erst dieser Tagedle Presse verlassen hat, auf Seite 102 und 103: BolkartShain: 33 bewohnte Gebäude; 34 Haushaltungen; ort-anwesende Bevölkerung: 188 Personen; o'tßanwesende Bevölkerung in Procenten der Bevölkerung von 1885: 100 5. DaS sind die aller- neuesten Ergebnisse der Volkszählung. Wer sich hiervon überzeugen will, lese daS Nähere in dem 38. Bande der LandeSstatiftik nach. Wie man diese 34 Haushaltungen und ihre 188 J^affen so mir nichts dir nicht- verschwinden lassen, die Wohnhäuser abbrechen und die Bauern auS- roanbem lassen kann, daS wird manchem freund tchen Leser ein Räthsel sein. Ebenso ergeht es w't dem zw-iten verschwundenen Dorfe Enzheim, nicht „EnSheim", wie daS Sonntagsblatt schreibt. Letzteres berichtet darüber: Selbst in einer der besten Lagen der Wetterau, wo der Pfarrer Oes er wohnte, der von dorther den Stoff zu seinem Buche: „DaS Volk und seine Treiber", genommen hat, ist da-Dorf EnSheim verschwunden uj.ro. Der letzte Satz lautet: „Diese (die Bauern) verkauften sie (die Gemeindegüter), vertheilten den Erlös und wanderten nach Amerika auS." Da- Dorf Enzheim, etwa zehn Minuten von L'ndheim, existirt aber heute noch und bildet mit L ndheim eine Bürgermeisterei, rote sich Jeder überzeugen kann, der in die dortige Gegend kommt. Wer dem „Sonntapsb'atte" solche Nachrichten auf- binden kann, ist für unS unerfindlich. Wir hoffen, daß eS seinen Jrrtbum einsieht und richtig stellt.
A Mainz, 24. Fkbrnar. In dem Brauereigewerbe hier ist zur Zeit wieder eine Lohnbewegung im Gange. In einer gestern stattgehabten Versammlung der Gehülfen formulirten dieselben folgende Forderungen: Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit, gleichmäßig im Sommer ur.b Winter, Abschaffen deS Schlafens innerhalb beS Betriebs ber Brauereien und Festsetzung eines Minimallohnes von 24 Mk. pro Woche, Bezahlung der Ueberftunben und uorhwendigen SonntagS- arbett mit 50 bez. 60 Psg. pro Stunde, Abschaffung der unentgeltlichen vierzehntSgigen SonntagSjour und wöchentliche Lohnauszahlung. Die Forderungen wurden zunächst der Direction der „Rheinischen Brauerei" unterbreitet. Erfolgt bis den nächsten Donnerstag keine zusagende Antwort, so soll eine Volksversammlung über die zu ergreifenden Maßregeln beschließen.—Die fremde junge Dame, die, wie mitgetheilt, am verflossenen SamStag von der hiesigen Straßenbrücke in selbstmörderischer Absicht in den Rhein sprang, wurde als die Tochter eines evangelischen Geistlichen, Namen- Hage- mayer au-Ziegelhausen bet Heidelberg ermittelt. Zerwürfntß mit den Eltern soll daS Mädchen zu dem Schritt veranlaßt haben. Copitän Lichtenberg von dem Schraubendampser „SocrateS" hat die Selbstmordcandtdatin aus den Wellen des RhetueS gerettet.
Das deutsche Civilgesetzbuch.
Der Wunsch nach einem einheitlichen Reckt tst in Deutschland nicht neu. An einem Ratbhaus in Oberhessen war von einem pairiotlschen Weißbinder diesem Wunsche mtt folgenden Versen Ausdruck verliehen:
„Hätten wir Eine Münze, Ein Maß und Gewicht, Eme Religion, Ein R^chl und Gericht, Dann gings in Deutschland besser als geschichl." Das stand sckon in meiner frühesten Kindheit an der Außen- wand, soll aber später auf Besehl von Oben überpinselt worden sein. Da nun vorn seligen Bundestag eine Erfüllung des nationalen Wunsches nicht zu erwarten war, so bat in Darmstadt eine Com- misfion getagt, die unter Anderem für das Grohherzogthum auch ein einheitliches Etvilgesetzbuch vorlegen sollte. Darauf hinzielende Anträge in den Kammern ber Lanbftände wurden mit dem Hinweis auf eine zu erwartende Cioilgesetzgebung für ganz Deutschland zurück- gestellt.
So lebten denn die Hessen unter der Herrschaft gar vieler Gesetzgebungen, die großentheils für die Verhältnisse der Neuzeit nicht paßten uub nur Rheinhessen hatte einheitlich das sranzöfische Eioilrecht, mit dem die Bevölkerung im Großen und Ganzen zufrieden war.
In den beiden Provinzen diesseits des RheinS galten außer dem Römischen Recht nebeneinander: Erbacher, Pfälzer, Mainzer, Katzenellenbogener, Solmser Landrecht; die Asenburger Verordnungen, die Friedberger Polizeiordnung, Hanauer, Fuldaer Recht, der Grün- berger Stadl- und Amtsbrauck, im Hinterland der Breidenbacher Grundsbrauck, wozu in Althessen die Verordnung von 1795 und iväter die „Frankfurter Ernewerte Reformation" kam. Alle diese Rechte weich, n mehr oder weniger von einander ab
Deutsche Rechtsnormen galten und geben in Betreff der adligen Fideicommisse. Landwirthschastlicke Erbgüter sind durch einEpecial- gesetz für Hessen eingeführt. Auch andere Materien sind durch Sp-cialgesetze geordnet.
Das beste jener Landrechte dürfte wohl daS Solmser sein. Will ein Brautpaar außer, dem Gebiet di je- Landrechts seine Güter- verhältn sse nach demselben geregelt wissen, so gilt die betreffende Erklärung bet Gericht alS ein Eheoertrag und wird mit einer hohen Stempelsteuer belastet. Wer dije Steuer nicht bezahlen will, der muß eben unter der Herrschaft des Landrechts heiraihen, welches am Wohnort de« Mannes gilt — und paßte es auch noch so schlecht auf die Verhältnisse der Eheleute. — Die Anwendung der verschiedenen Landrechte hat natürlich auch dort, wo sie nicht als geschriebenes Recht gelten, zu einer Menge von Streitigkeiten geführt, die daS Volk bezahlen mußte.
Nachdem das Deutsche Reich einzelne Zweige des CivilrechlS codificirt batte, auch „Ein Gericht" herg stellt war, so hoffte man zu dem deutschen Strafrecht auch Ein Eioilrecht zu erhalten. Die Arbeiten der hierzu eingesetzten Commisston wurden mit ungetheiltem Jnterrsse verfolgt.
AlS nun die Arbeit vollendet war, als die deutschen Regierungen in ihrer seit Gründung deS Kaiserreichs bewährten patriotischen Gesinnung den Entwurf einmüthig angenommen und dem Reichstag, dem Vertreter der ganzen Nation, zur Verabschiedung alS Gesetz vorgelegt hatten, da erfuhr d>e Nation eine Enttäuschung. Im Reichstage erklärte ein Mitglied des CentrumS, der Entwurf deS EioilgefetzbuchS fei für daS Centrum unannehmbar, wenn nicht für Beseitigung der durch Code viril in den Rheinlanden und durch ReichSgesttz längst cinqefübtttn Cioilehe gesorgt und wenn nicht die Bestimmungen über Ehescheidung beseitigt würden.
Die Mißstimmung über diese Ankündigung eines neuen Kampfes gegen bestehendes Reckt, an welchem das wichtigste und beste G s-hgebungSwerk sch J ern soll, ist in alle Kreise gedrungen. Hoffentlich gelingt eS, in der Commisston den Widerstand gegen das große Werk zu brechen. Allein birecte Nachrichten eu8 Berlin besagen: „Das Centrum tbue nicht mit am Werk."
ES gehört eine römische Stirne dazu, eine große und schöne Hoffnung der deutschen Nat-on zu Grade zu tragen, ober unmöglich ist es nicht, daß ein großer Theil der RetchStagSmitglieder daS Odium der Todtengräber auf sich nimmt.
Für den Fall, daß dies geschieht, habe ich dem Gedanken Ausdruck gegeben, daß die Einzelstaaten btn Entwurf deS Civil-
gefetzbuckS alS Partricularrecht für sich en bloc annehmen und eio- führen sollten, vor Allem da- Großherzogthum Hessen, um da» Elend ber vielen sich untereinander widersprechenden Rechte mrd AmtSbräuche zu beseitigen.
Ein hervorragender Jurist auS Hessen, dessen Anschauungen an höchster Stelle gar oft maßgebend geraden fin", und dem ich meine Meinung zur Begutachtung unterbreitet habe, schreibt darüber Folgende-:
Die Aussichten auf das Zustandekommen deS Allgemeines Deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch- find gering. Die Idee, de, Entwurf durch die LandeSgesetzgebung der einzelnen Staaten ein, führen zu lassen, ist nicht übel. S aatSrechilich steht dem nichts entgegen. Zwar ist dem Reiche die Befugniß zur Gesetzgebung fa bürgerlichen Recht Vorbehalten und durch die Reicks Verfassung übet» wiesen; solange aber das Reick von dieser Competenz keinen Gebrauch gemacht hak, steht unzweifelhaft den einzelnen Staaten d>e Befugniß zu, einzelne Materien und selbst da- ganze von der Reichtzgefe^ gedung noch nicht berührte Gebirt des C'vilrechtS landesgefetzlH zu ordnen. Ausgeschlossen wäre demnach nur die landetzrechllich, Neuordnung des Handels- und WechselrechiS, zulässig diejer ige da sonstigen Materien deS CioilrecktS. Davon baten ja auch die deutschen Staaten seit 18 6-1870 reichlich Gebrauch gemacht, Hessen z.B durch Landesgesetze über die Bürg'chait.Eheoei löbnisse u.s w. — Such der Umstand erregt keine Schwierigkeit in ber Rechts- Neuordnung, baß nur die Reichsgesetzgebung, — der Regel > ach aber nicht die LandeSgesetzgebung, — reoiRbel ist, d. h ein Rechtsverstoß gegen ein LandeSgesitz nicht von dem RcickSgerickte nparht werden kann; denn auf Antrag dcS Landesregierung kann durch kaiserliche Vero dnung jedes LandeSgeseh für revisibel erk ärt werde», waS sckon mehrfach geschehen ist."
Ich übergebe dieie interessante Aeußerung der Öffentlichkeit, hoffend, daß sie auch zur Kenntniß ber Reichsdot-n kommt, deren Beruf es ist, das Reich zu stützen und die alte Zertissrnheir im R cht ebenso zu beseitigen, wie sie im Staatsleben s Ibn beseitigt ist. Wer seine Parteiintrressen über bie deS R ickeS stellt, ber sollte nicht in den Reichstag geb<n. Im Frankfurter Parlament stand an der Wand über dem P'ästbentenstuhl ber Spruch:
„D-s Vaterlands G öße, Des Vaterlands Glück, O schafft sie, o bringt sie dem Volke zurück!* Einheit des Recht- ist Gröhe, ist Glück!
DermifdyitSv
* Marburg, 20 Februar. Der Anstreicher Johanne» Sch eerer, ber den Gastroirth Junk in Wetter überfiel uni dessen Tob herdeisührte, wirb nicht wegen Morde- angetlagt werben, da bie gerichtliche Untersuchung ber Leiche ergebet bat, baß Juvk während dls UeberfallS, wohl in Folge bei Schrecken-, einem Schlaganfall erlegen ist. Der verhaftete wurde baher vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt.
*Ms. Hofgeismar, 23. Februar. Ein Dragoner bei hiesigen 5. Rheinischen Dragoner-Regiments ist vor Kurze» von hier befertirt und glücklich nach Frankreich entkomme», wo er sich für bie sranzöfische Fremdenlegion in Afrika an« werben ließ. Er hatte sich vor fünf Jahren verkauft mtb glaubte Wunder, wie gut er eS im Verhältniß zu hier bei dem dortigen Militär haben würbe, indessen, daS war nur bittere Täuschung. Jetzt ist eS der arme Junge schon so leib bei den schwarzen Kameraden, baß er in einem gölte-- jämmerlichen Briefe seinen alten Vater anfleht, doch Alle- anfzubieten, baß er aus der militärischen Sclaverei wieder befreit werde, er könne eS nicht mehr auShalten in Algier und sehne sich nach Hessen zurück.
* Mb. Hanau, 23. Februar. Die Königs. Regiermtg ii Kassel hat verfügt, daß die sämmtlichen Biehmärkte des Kreises Gelnhausen wegen ber herrschende» Maul- und Klauenseuche bis auf Weitere- aufgehoben sind.
* Berlin, 22. Februar. Heute Morgen hat sich i» Spanbau bei dem dortigen Garde-Faß Artillerie-Regiment ein sehr beklagenSwerther Vorfall zugetragen. Ein junger, sehr tüchtiger Unteroffizier ließ sich in der Hitze hinreißen, einen Untergebenen mit dem Seitengewehr zu schlagen. Unmittelbar, nachdem er die- grthav, muß ihm klar geworben sein, welchen Vergehen- er fit schuldig gemacht hatte; denn ohne weitere- abzuwarten, erschoß er sich auf ber Grelle.
• Würzburg, 24. Februar. Der Walbaufseher Emmerling erschoß im Bibelrieder Walde den Schreiner-soh» Geißler von Biebergau, den er mit Anderen beim Holl- frevel betraf. Grnrnerling wurde verhaftet.
* Mannheim, 22. Februar. Der Getreideagent Julin» Wolff, in Firma Stern u. Wolff, erschoß sich im Muni Heim-Heidelberger Schnellzuge.
• Antwerpen, 19. Februar. Die Red Star Linie macht bekannt, daß sie ihren Zwischendecks-Passage- preis nach Newyork auf 120 Mk. unb nach Philadelphia aif 110 Mk. erhöht hat.
• Leigh (Lavcashire), 21. Februar. Durch Umschlag eit el FörderkorbeS in einer der hiesigen Kohlengruben kam» acht Bergleute um- Leben.
Citer atur und Katt ft
— Von bem Supplement beS im Verlage beS Deusschm VerlagShaufeS Bong & Co. in Berlin erschienenen PracktwerkeS »t<egierice<rtitie<tt: Wie wir ««sie Stsee« »rrei «** warben ist soeben das zwerte Hlft, b.m noch 3 weitere (* Hett 50 Pl.) folgen werben, autzgegeden worben. DaS Supplement nöthtg geworben, ba es sich alS unmöglich erwiesen hatte, all die Seldsterlebnisse der tapferen Mitkämpfer für DeulfchlandS Embett in bem in Aussicht genommenen Raume unterzubringen. 6»^ sich der Plan, eine RuhmeShalle deutfchen ManneSmuthe» zu lckofiw. verwirklichen, so mutzte möglichst J-dem daS Wo>t gegeben werk» der Rühmenswerthes geleistet und erlebt. So find denn auch ® dem neuen Heft alle deutscken Stämme vertreten. Ten Bodenfsr. Hessen und Bayern fällt diesmal der LöwenantheU zu. Ta wirk g.schildert, wie dn Tarn our des Badischen Ldb Grenadierregimente». daS Gewehr in der Linken, mit ber Richten bie T'vmmel schlagead, zum Sturm ooraneili, da wirft ein Grenadier todesmuthig eine w eingeschlagenen Granaten einen Abhang hinunter, so daß sie, Schaden zu tbun, unten krepirt, ba erwirbt sich ein acktzehnjähri-a Fähnrich durch unerschrockenes Vorgehen bei St. Oaenitn daß Eiserne Kreuz. All dicse Heldenihalen gewinnen an Ar sckaulichk^- nicht nur durch die eingestreuten Porträt«, sondern vor Allrm durs die von Meisterhand gezeichneten Einzelscenen, deren Reihe größere Gefech'sschilderungen unterbrochen wird. Meister, R. Kr ötel, E. Zimmer, F. Bi'kmeyer, G. von Boddien babea hier wieder ihr Bestes betgesteuert. Einen b,sonderen Schmack bält das Heft durch ein farbenprächtige- boppelfdllgrt Atld R. Knötel, den Angriff der Gai beschützen auf Le Bourget darstellum-
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Et ..hlrnbro ,öi| jfiiif Gießen seither el»! fliirifleriumd der ivhncnbtö oben ’ * euüe nickt mhr ür^oTbtrt. ihre •Sc'tag) von 9'12 j. W segeu Du " ;.)ixng mit sofort m
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