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Der Wdctter Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag-.
Die Gießener
Psmltien V täller »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Erstes Blatt. Mittwoch den 26. Februar________
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
1898
vierteNSHriger Avounementsprelsr 2 Mark 20 Pfg. mti Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pkg.
Redaction, LxpeditioE und Druckerei: Schulstratze Ar.I.
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» felgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr.
Hratisöeikage: chießener Aamitienökäiter.
Amtlicher Lb-il.
Bekanntmachung,
betreffend die Maul- und Klauenseuche.
Nachdem in mehreren Gehöften zu L ich die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt wordcn ist, mild die« mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Gchöft- fperre cingecrbnet worden ist.
Gie ßeu, den 24 Februar 1896.
GroßherzogUches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Deutsches Reich.
Berlin, 24. Februar. In btn Plenarverhand- langen des Reichstages ist mit Schluß der Samstags ptzang die schon erwartete glößerc Pause eingetreten- am nächsten Montag, den 2. März, nimmt daS Hau» seine Ar- brtlex mit der Generaldebatte über die Novelle zum Zucker- peuergesetz wieder auf. Hoffentlich nützen die zur Zelt noch tißenoen AuSschüffe de» R^tchkparlamentS diese etgenS für sie in8 Werk geietzte Vertagung dcs Plenums auch entsprechend au», damit uurerdeffeit die CommissionSberathungen tüchtig vorwättSkommen. Zweifellos wird von den einzelnen Commissionen diejenige für das Margarinegesetz ihre Arbeiten bi» znm Wiederzusammentritte deS Plenums beendigt haben, und voraussichtlich werden im Laufe der kommenden Woche bann auv die Commissionen für die Novelle zu den Justiz- grsetzen und für die Börscnreform-Vorlage ihre Berathungen zom Abschluss^ bringen.. Dagegen chtrd die Budgetcommis- Ion vermuthlich noch längere Ze«t zusammenbleiben müssen, mb war den Parlamentsausschuß für daS Bürgerliche Gesetzbuch anbelangr, so läßt sich überhaupt noch nicht adsehen, wann derselbe selbst nur mit der ersten Lesung fertig werden »hb. Dem Plenum aber kann man für die Fortsetzung seiner Arbeiten nur dringend wünschen, drß cS dann ein falten8 BermhungStcmpo bei nota bene befferer Besetzung
HauseS cinschlägt, sonst stünde zu befürchten, daß nicht tbmal der Etat bis zum 1. Apiil fertiggrstellt wird.
rieuefte
Wolff» telegraphische» Lorrrsvondenz-Bureau.
Berlin, 24. Februar. Der Kaiser hat den Prediger Krumm ach er aus Potsdam zum Prediger an der Kaiser Mlhelm-Gcdächtniß Kirche ernannt.
Berlin, 24. Februar. Die Bärsencommission deS Reichstages nahm mit allen gegen drei freisinnige Stimmen Ate Einführung des Börsenregtfters an.
Berlin, 24. F bruar. Bet einem Mauereinsturz, Her heute Mtitag 1 Uhr auf dem Neubau Chauffeeftraße 116 aflolgte, wurden drei Arbeiter unter den Trümmern begraben. lLtirr erlitt einen Schädelbruch und war sofort todt, während Mit anderen nur leichte Berlctzungen davontrugen. Der Bau Minbe polizeilich geschlcss.n uad der leitende Polier zur Wache «r fährt.
Wiesbaden, 24 Februar. Der Badeinspectoc von Schlangenbad, Domänenrath Georgi, ist gestorben.
Stuttgart, 24. Februar. Der „Staatsanzeiger für ALtritemberg" veröffentlicht einen Erlaß des Königs an dir ii I u st i z m i n t st e r, nach welchem Personen unter achtzehn 9Mrcn bei erstmaligen wegen Gesetzesübertretungen verhängten Ttiafrn von höchstens drei Monaten von dem Justizministerium etat siet» widerruflicher Strafaufschub gewährt und nach einer avgkmcffeueu Probezeit bei guter Führung von dem König Mtchlaß der Strafe oder Strafmilderung gewährt wird.
Paris, 24. Februar. Nach einer Blättermeldung aus Migja wird Präsident Faure sich am 5. März nach Mnweihung deS Annexiondenkmals von Mentone nach Cap Manin zum Besuche deS österreichischen KaiserpaareS, nach Monaco zum Besuche des Fürsten Albert und schließlich nach Zlituibte zum Besuche deS Czarewitsch begeben.
Paris, 24. Februar. N^ch Meldungen auS Rio kam dir Italienische Kreuzer „Lombardia" daselbst au. Bon 150 kord erkrankten Personen find 60 gestorben.
Loudon, 24. Februar. Der Theil der Truppen ri.aesonS, die mit dem Dampfer „Harlech Castle" gestern Bltiwlttag in Plymouth eingetroffen waren, ist gestern Abend »lititlst Sonderzuges hier angekommen. Trotz der Bemühungen bft VehSrden, die Ankunft geheim zu halten, hatte sich doch ßßüit große Menschenmenge vor dem Bahnhof etugefuaden, M btt® die Bevölkerung keinen Zutritt hatte. Als die twypen den Bahnhof verließen, wurden fie von der Be- 'Wiuig mit Zurufen begrüßt und erwiderten letztere mit -«chnfru.
Plymouth,24. Februar. Die „Vctoria" mttvr.Jameson an ®0(ö ist nach London abgegangen.
Philadelphia, 23. Februar. Dem gestern hier zusammengetretenen internationalen SchiedsgertchtS-Con- greß ging ein Schreiben deS Präsidenten Cleveland zu, in dem er die Hoffnung ausspricht, daß die Versammlung dazu beitragen werde, die Stimmung zu Gunsten einer gerechten und billigen schiedsrichterlichen Entscheidung zwischen den Völkern zu erhöhen.
Depeich« Ocl tönte« „Herold".
Berlin, 24. Februar. Im Reichstage tagte heute die Börseu-ComMission. Bei Beginn der Berathung erklärte der preußische HandelSmintster v. Berlepsch, die Aeltesten der Kaufmannschaft Berlins hätten allerdings in einem Schreiben an das Handelsministerium zugegeben, daß eine Prüfung der Lieferbarkeit deS Getreides vor der Ankündigung schon jetzt möglich sei. Auf eine Anfrage deS Abgeordneten Paasche erwidert Staatssekretär v. Bötticher, er habe den Artikel in der heutigen Nummer deS „Pionier" gelesen, wonach der BundeSrath die Vorlage in der von der Commission angenommenen Gestalt ablehnen werde. Diese Mitrhkilung sei von ihm, dem Staatsseeretär, nicht veranlaßt. Der BundeSrath werde seinen Beschluß erst vor der zweiten Lesung im Plenum des Reichstages soss.-n. Die mitgethetlten Aeußerungen einzelstaatlicher Minister seien alS Symptom bedeutsam, aber nicht maßgebend. Sodann verhandelte die Commiifion Üocr die B stimmungen, betreffend daS Börsen« Register. Hierauf hatte der Abgeordnete Paasche den Antrag gestellt, daß diejenigen Personen von der Verpflichtung zur E>ntragU"g in daS Böisen Register auszunehmen sind, welche bereits in daü Handels Register eirgtnagcn sind, Abgeordneter Gamp stellte hierzu einen abschwächenden Antrag. Die fernere Berathung über diesen Antrag wurde durch eine ein- stünd ge F'ühsiückSpause unterbrochen.
Berlin, 24. Fcbruar. Im weiteren Verlaufe der heutigen Berathung der Börsen-Commtssion deS Reichstages wurde § 51, welcher die Führung eines Börfen- RegrsterS bei jedem zur Führung des Hordels Registers zuständigen Gericht vorschreibt, unter Ablehnung sämmtlicher Abänderungsanträge gegen die drei freisinnigen Stimmen angenommen. Ebenso gelangten die übrigen, daS Börsen- Reg'ster und das Termingeschäft betreffenden Paragraphen im Wesentlichen nach der Regierungsvorlage zur Annahme. Gegen 4 Uhr wurde die Wetterberathung auf Mittwoch vertagt. — Zu dem bereits angenommenen Verbot des Getretde- Terminhandels hat Abgeordneter Schwarze (Centr.) noch einen Zusatzantrag gestellt, daß dieses Verbot spätestens am 1. Januar 1899 in Kraft treten soll. Dtefer Antrag wird voraussichtlich erst in zweiter Lesung zur Brrathung kommen.
Berlin, 24. Februar. DaS StaatSministerium trat heute Mittag 2 Uhr unter dem Vorsitz deS Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 24. Februar. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Berathung deS Eisenbahn Etats fort. Im Lause der Debatte erklärte der Abgeordnete v. Plötz, die auf der letzten Genera'versammlung des Bund-S der Landwirthe gefallene Aeußerung eines RednerS: „WaS einer von den Ministern denkt, ist uns schnuppe", sei vom Bunde durchaus gemißbtlligt worden. Er habe aber dem betreffenden Redner nicht daS Wort entziehen wollen, da derselbe nicht angriffsweise, sondern in der Dertheidigung gesprochen habe. Verschiedene Einnahmetitel wurden bewilligt. Morgen wird derselbe Etat fortgesetzt.
Berlin, 24 Februar. Der ehemalige deutsche Botschafter, General von Werder, welcher alö Gast deS Kaisers Nikolaus tn Petersburg weilt, hat dem Zaren ein eigen händigeS Schreiben Kaiser Wilhelms überbracht. Der General erhielt auch eine Einladung zur Krönung in Moskau.
Berlin, 24. Februar. Der „Localavzeiger" meldet aus Bordeaux, Friedmann werde SamStag nach Avrieourt, einer Station an der lothringischen Grenze, welche an die Eisenbahnlinie Paris-Straßburg anschlteßt, gebracht werden, woselbst seine Auslieferung erfolgt.
Berlin, 24. Februar. Wie die „Post" meldet, waren für Fritz Friedmann in Bordeaux zwei telegraphische Postanweisungen über je 600 Francs eingegangen. Vor Aushändigung des Geldes wurde jedoch von Berlin auS die Anweisung zurückgezogen und um Rücksendung deS Geldes ersucht. Anna MerrenS ist mittellos.
Berlin, 24. Februar. Die ehrengerichtlichen Verhand- langen in Sachen des CeremonienmeisterS von Kotze und Freiherrn von Schrader find von dem OlfiziercorpS des Königs Ulanen Regiments in Hannover znm Abschluß gelangt. DaS OffiziercorpS ist bis zur Bestätigung des NrtheilS durch
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für drn „Gießener Anzeiger" entgegen.
den Kaiser nach den für das ehrengerichtliche Verfahren geltenden Bestimmungen zur strengsten DiScretion verpfl'chtet. Beide Ceremonienmeister waren persönlich vor dem Ehren- gerichtShoie erschienen.
Hamburg, 24 Februar. Die soctalisttsche Partei verbreitete gestern 200 000 scharf gehaltene Flugblätter, betitelt: „Die Hamburgische Staatsgewalt und ihre Mä gel."
Bruun, 24 Februar. Die tschechische Ortschaft Rz ecz- kowitz verweigerte den behördlichen O ganen die Zahlung der landesfürstlichen Steuern.
Lemberg, 24. Februar. In den meisten Städte» Galiziens fanden gestern Arbeiter-Versammlungen statt, in denen gegen die Wahlreform-Vorlage BadeiiS von den socialistischen Führern protcstirt und die Fortsetzung deS Kampfes zur Erlangung deS allgemeinen geheimen dirceten Wahlrechts angekündigt wurde.
Paris, 24. Februar. Unter dem Titel „Sanatoria gegen Schwindsucht" stellt „Petit Journal" fest, daß in jedem Jahre 200,000 Franzosen an Schwindsucht starben, in Parts und im Seine-Departement allein 14,588. Das Blatt hebt hervor, daß es für Frankreich eine S i mach fei, in Bezug auf Sanatoria gegen Deutschland und Rußland zntücktustehen.
Madrid, 24 Februar. AuS Santi st eban bei Puerto wird gemeldet, daß dort große Rudel Wölfe auftauchen und unter den Viehbeerden große Verheerungen anrichten.
Der K'rieg von 1H7O|?1,
zefchildert durch Ausschnitte eu8 ZetirrngS-Nummern jener Zett (Nachdruck verboten.) .
26. Februar.
Die von Allen heißersehnte Nachricht vom FriedeuS- schlufi^ b'achie am Montag folgende officielle Depesche:
Versailles, 26. Februar. Mit tiefbewegtem Herze«, mit Dankbarkeit gegen Gottes Gna^e, zeige Ich Dir an, daß soeben die FriedenSpiäliminarien unterzeichnet sind. Nun ist noch die Einwilligung der National - Versammlung in Bordeaux abzuwarten. W'lh lm.
CocaU» unö provinsklio*
Gieße», 25. Februar 1896.
* * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog Haven Allergnä'tgst getuüt, dem Kirchenrechner Konrad Holler zu Eberstadt (Kreis Gießen) baß allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für langjährige treue Dienste zu verleihen.
* * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordueten- Versammluug Donnerstag den 27. Februar 1896, Nachmittags 3*/, Uhr. 1. Gesuch deS BäckerS L. Weber um pichtweise Ukberlaffung eines HolzlogerplotzeS am Lutherberg. 2. Gesuch des H. Emmelius um Erlaubniß zur Chaus- sirung eineS Theiles dcS SchwarzlachwegS. 3. Gesuch deS DK Clemm, betr. Auffüllung von Baugrund an der Grenze zwischen seinem und städtischem Gelände. 4. Gesuch deS Heinrich Siever um Erlaubniß zum AuSbängen eines Firmenschildes am Hause Sonnenstraße 25. 5. Gesuch der Firma Kauffmann u. Co. um Bauerlaubniß für den Sch'ffenberger- weg. 6. Baugesuch der Firma A. Euler für bie Dammstraße. 7. Baugefuch deS Allgem. Vereins für Armen- und Krankenpflege für die Lonyitraße. 8. Die Abhaltung der Gottesdienste in der Stadtkirche. 9 Daß Freibad an der Lahn. 10. Voranschlag des StadterweiterungSfondS.
* * Vortrag über die Röntgeu-Strahleu. Gegenüber früheren Mittheilungen an dieser Stelle fei darauf hin- gewiesen, daß Gäste zu der Stzuüg der Oberhefstichen Gesellschaft vom 26. Februar keinen Zutritt erhalten dürften, da die vorhandenen 80 Plätze naturgemäß zunächst für die Mitglieder der Gesellschaft reservirt werden müffen.
♦ * Schlierfeer Bauerntheater. Am 19. September 1895 hatten sich die „Schlierserr" auf der „Augusta Victoria^ nach Amerika begeben, um dort hundert Gastspiel Vorstellungen zu arrangiren. Die Truppe eröffnete ihre Tournee am Metropolitan-Opera'House in New $3x1 und berührte dann noch die Städte Ncwark, Doyton, Pittsburgh, Philadelphia, Cincinnati, Chicago, Indianapolis, St. Louis, Bclleville, Milwaukee. Die letzte, also die hundertste Gastspiel-Vorstellung fand am 11. Januar 1896 in Pittsburgh statt. In Chicago war der Erfolg so außerordentlich, daß die „Schlierseer" ein zweites Mal wiederkehren mußten. Noch niemals hat eine deutsche reisende Theattrgefellschaft i» den Vereinigten Staaten so ungeheuren Beifall gefunden wie die „Schlierfeer". Berichte der amerikanischen Blätter cou- statiren die durchwegs sensationelle Wirkung der „Schlier-


