gehen nach Deutschland- unentwaffnete Nationalgarden beschützen Parts. Deutschland erhält Elsaß und Lothringen und besetzt die Champagne bis zur Erstattung der Krleg-kosten. Frankreich bestimmt die eigene RegieruugSforw. Diese Bedingungen werden sranzöfischerseitS sür allzu hart gehalten.
CocoUs und ptwinsteUcs,
Gieße«, 23. Januc.r 1896.
• * Couceriverrt». Am Sonntag, 26. d. M., findet im Saale de- Gesellschaft-Vereins das vierte diesjährige Eoncert de- ConcertvereiuS statt, auf welches wir an dieser Stelle ganz besonders aufmerksam machen, da e- der Eoncertleitung wiederum gelungen ist, ein ganz hervorragendes Künstler-Ensemble für die Ausführung desselben zu gewinnen. Das Streichquartett der Herren Walter und Genossen aus München, welches bereit- vor einigen Jahren hier mit größtem Erfolge coucertirte, und fich am nächsten Sonntage wieder hören laffen wird, zählt zu den hervorragendsten derartigen Vereinigungen der Gegenwart, sodaß wir mit Sicherheit einen vollendeten Kunstgenuß erwarten dürfen, um so mehr, als e- Werke der drei A.rmeister Hahon, Mozart und van Beethoven find, welche fich die Herren zum Vortrag auSersehen haben.
* • Die Vorträge de- Herrn Dr. Müller, die wir vor einigen Tagen angekündigt haben, beginnen, wie au- dem Annoncentheil ersichtlich ist, am Freitag Abend um 8 Uhr im Letb'schen Saal. „Glauben oder Wissen?" Daß angekündigte Thema lautet etwas abstract. Wir möchten aber bitten, namentlich die Frauen bitten, fich dadurch nicht abschrecken zu lasten. In der That handelt eS fich bei der aufgeworfenen Frage „Glaube oder Misten?" um ganz prac- tische Dinge, die Jedermann persönlich angehen.
* * General Versammlung der Gießener Schlachtvieh Ber- ficheruugS-Gesellschaft. Am DienStag Abend fand die G e n e r a l - Versammlung der Gießener Schlachtvieh-Versicherungs»Gesellschaft, welche nunmehr seit einem Jahre besteht, statt. Den Bericht über die JahreSrechnung pro 1895 erstattete der Kasfirer des Verein-, Herr Schlachthausverwalter Möhl, nnd ging daraus hervor, daß die Gesellschaft ganz ausgezeichnet prosperirt. Den Einnahmen von 15 645,42 Mk. stehen an Ausgaben 11 960,23 Mk. gegenüber, wovon 10 778,54 Mk. für Schäden bezahlt wurden. Der Rest der Ausgaben besteht in Verwaltungskosten, welche sich im kommenden Jahre vermindern werden, weil die Anschaffung von Drucksachen rc. bei der Neubegründung der Gesellschaft sich nicht umgehen ließen. Die Rechnung wurde von den Revisoren geprüft und richtig befunden und ertheilte die Versammlung dem Kasfirer Decharge. Der Vorsitzende erstattete hierauf den Bericht über da- abgelaufene erste Jahr und konnte mit Recht betonen, daß die Verhältniffe deffelben stabile seien und man getrost in die Zukunft schauen könne. Er dankte den tu der Versammlung anwesenden Herrn Provinztaldirector Freiherrn von Gagern und Herrn Oberbürgermeister Guauth, daß sie der Einladung, hier zu erscheinen, Folge geleistet, besonders aber, daß beide Herren ihr Interesse für diese Sache dadurch bethätigt haben, indem sie die Bestrebungen der Gesellschaft damit unterstützten, daß sie seiner Zeit bereitwillig das Protrctorat derselben übernahmen. Es kam darauf ein Antrag Rost und Genossen zur Verhandlung, die Gesellschaft möge auch die Versicherung von Schweinen während deS Transportes in den Bereich ihrer Thättgkeit ziehen. Die über diesen Antrag stattgefundene sehr lebhafte Debatte führte zu keinem Beschluß. Nach § 4, Absatz 3 der Statuten, können Gemeinden, welche fich zur Leistung eines vom Vorstande festzusetzenden Beitrage- auf bestimmte Zett verpflichten, hierdurch die Befugniß erlangen, auch andere al- im § 2 bezeichnete Thiergattungen, nähere Vereinbarung vorbehaltlich, die von Gemeindeangehörigen zur Schlachtung gebracht werden, zu versichern. § 2 der Statuten läßt zur Versicherung zu: Rinder über Va Jahr, Bullen, Ochsen, Faselochsen im Alter bis zu vier Jahre, Kühe bis zu sechs Jahre alt, ältere Thiere bedingungsweise, Stoppelkälber und Schweine, sofern solche lebend und unverletzt in den Gießener Schlachthof gebracht werden. Die Versammlung beschloß nach recht lebhafter Berathung, an der sich auch die Herren Provinzial» director Freiherr von Gagern und Oberbürgermeister Gnauth betheiligten, diesem Zweig der Ver> sicherung im kommenden Jahre mehr ihr Augenmerk zu widmen und sollen die landwirthschastlichen Vereine veranlaßt werden, dieser Frage näher zu treten und den Gemeinden diese Art der Versicherung nach § 4 deS Statut- zu empfehlen, damit die Landwtrthe vor allen Nachtheilen, die dieselben sonst durch totale oder theilweise polizeiliche Beanstandung des in unseren Schlachthof eingeführten Schlachtviehes erlitten, geschützt sind. Die Generalversammlung beschließt die pro 1895 bestimmt gewesene BersicherungSgebühr pro 1896 bei» -ubehalten (Rinder Mk. 3, Kühe über 6 Jahre alt Mk. 5, Schweine Mk. 1.50—1.00), jedoch sollen pro 1896 die Vergütungen für beanstandete innere Organe wie folgt erhöht werden: 1 Schweineleber Mk. 2.50, do. Lunge Mk. 1.50, Rinderzunge Mk. 3 oder do. Leber Mk. 4, do. Lunge Mk. 2, Eingeweide vom Schwein (DarmtractuS) Mk. 3, dasselbe vom Rind Mk. 2. In Gemeinschaft mit der hiesigen Metzger- Innung beabsichtigt die Gesellschaft, feste Normen für die Berechnung von Lebend- und Schlachtgewicht für den hiesigen Platz anzubahnen und zu schaffen. Nachdem noch interne BereinSangelegenheiten besprochen wurden, schritt die Versammlung zur Wahl deS Vorstandes, deren Resultat die Wiederwahl der seitherigen Vorstand-Mitglieder war: Erster Vorsitzender Herr Mrtzgermetster L. Vogt, zweiter Vorfitzender Herr Metzgermeister S. Rosenbaum, Kasfirer Herr Schlachthosverwalter Möhl, Technischer Beirath Herr Thierarzt vr. Liebe. Schiedsrichter sind die Herren Metzger- meister Fr. Schreiner, Ludw. Schneider und Karl Schneider. Revisoren die Herren Mctzgermetster Ph. M a l- komesiuS uud Karl Schneider.
Vor fnnsnndzwaufig Jahren, am ‘ . Jamrar 1871, Mittag-, fand tu Darmstadt der festli je Einzug der fünf von der Compagnie des Hauptmanns Kattreiu auf Schloß Chambord eroberten Kanonen statt. Die Hauptstraßen hatten aus diesem Anlaß geflaggt. Die Kanonen, vom Großherzog mit Lorbeerkränzen geschmückt, wurden vor dem Zeughaus ausgestellt.
** Li« Loeomotivbeamteu-Derel« hat fich hier gebildet. Demselben find bi- jetzt ca. 86 Mitglieder beigetreten. Erster Vorsitzender ist Locomotivführer Martin von der Main-Weser-Bahn, zweiter Vorsitzender Locomotivführer Gern and von den Oberhesfischen Bahnen.
♦ * Jagdverpachtnogen. Die Wald- und Feldjagd der Oberförftrret Schiffenberg, Bezirk Nr. 1 (Bergwerkswald) wurde verpachtet zum Preise von Mk. 1360 (gegen früher Mk. 800). Der Bezirk Nr. 2 am sogen. „Heßler" erzielte Mk. 80 (gegen früher Mk. 107), Oberförsterei Tret- a. d. Lda. Bezirk Nr. 1 Mk. 88. — Die Jagd der Gemeinde Lützellinden (Jagdterrain LÜtzelliudener Stadtwald), in der Gemarkung Großen-Linden belegen, erzielte das Höchstgebot von Mk. 360 (gegen früher Mk. 230). — Die Verpachtungen fanden heute Vormittag in dem Ausschank der „Brauerei Röhr le" statt und hatten fich zahlreiche Pachtlustige eingefunden.
* • Sine Srinnerungsfeier fand am 19. Januar in dem „Hotel Trapp" zu Friedberg statt. Veteranen der 5. Compagnie deS 2. Großh. Hess. Infanterie Regiment- Nr. 116, Unteroffiziere und Mannschaften, gaben fich ein Stelldichein. Rührend waren die ©eenen des Wiedersehens der durch gememsam in Feindesland erlebten Gefahren und Nöthen eng miteinander verbundenen Männer, welche fich zum Thetl feit 25 Jahren nicht wtedergesehen hatten. Nachdem am Vormittag an der Grabstätte dreier in Friedberg beerdigter Kameraden ein Kranz als Zeichen ehrender Erinnerung ntedergelegt worden war, begann um 2 Uhr die gesellige Bereinigung, eingeleitet durch Begrüßungsworte vor» Seiten des Kameraden Muth - Frankfurt uud ein Hoch auf Kaiser und Großherzog durch Professor Dr. Sch w eiSgut- Darmftadt. Zu rasch verflossen die Stunden im Austausch und mit der Auffrischung von Feldzug-ertnnerungen und mit der Erneuerung der in schwerer Zeit geschlossenen Freundschaft. Auch der Todten wurde gedacht und ein stille- GlaS ihrem Gedächtniß geweiht. Kamerad Schmidt-Friedberg erfreute die Versammlung durch Vorträge von ernsten vaterländischen Gedichten und durch einen Vortrag in Wetterauer Mundart. Nach Absendung von Begrüßung-karten an die ehemaligen Offiziere der 5. Compagnie und an den früheren Feldwebel Dörr unternahm man unter Führung der Friedberger Kameraden einen Gang in- Freie, welcher bei Stelu- häußer mit einem Glafe Bier endigte. Dort gedachte noch der ehemalige Sergeant und Fahnenträger Seim eines braven, in Gorze am Typhus gestorbenen Kameraden, des CorporalS Füller, in ergreifenden Worten und ließ znm Andenken an ihn ein stilles Glas leeren. Dann trennte man fich mit dem Versprechen, von fünf zu fünf Jahren ähnliche Vereinigungen zu wiederholen. Der schöne Tag wird allen Betheiligten in bester Erinnerung bleiben.
* * Die Beteraue« deS 2. Hess. Zäger-vataillonS der Hess. (25.) Division halten am nächsten Sonntag in Mainz eine Festlichkeit zum Andenken an das letzte Gefecht ab, welches das Bataillon am 28. Januar 1871 bei Vienne und Blois zu bestehen hatte. Anmeldungen hierzu nimmt Herr Jos. Otto in Mainz entgegen.
• • Zur Gesäugnißarbeit. In der letzten AuSschußfitzung des LandeSgewerbevereins erklärte die Großh. Ceutralstelle für die Gewerbe, den durch die Handwerker seit Jahren erhobenen Klagen über die ihnen durch die Gesängnißarbeiten erwachsene Concurrenz werde thunlichst Rechnung getragen werden.
* * Statistisches. Trotz der Bevölkerungszunahme im Großherzogthum nimmt die Schu l kinderzahl ständig ab. Die Abnahme der Schulkinderzahl beträgt innerhalb der letzten 5 Jahre 3524. Dagegen ist die Zahl der Lehrkräfte im gleichen Zeiträume um 64 gestiegen, weil in Gemeinden mit bisher überfüllten Schulklassen neue Klassen errichtet werden mußten.
• • Deutscher Werkmeister»Verband. Die „Deutsche Werkmeister-Zeitung" vom 10. Januar bringt unter der Ueberschrift „Unsere Todten im Jahre 1895“ folgenden be« rnerkenSwertheu Bericht: Es verstorben darnach in dem Jahre 1895 383 Werkmeister und 271 Ehefrauen. Auf diese 654 Todesfälle wurde aus der Verbandssterbekasse die Summe von 270,450 Mk. ausgezahlt und den hinterlassenen 247 Wittwen nebst Waisen wurde bald darnach mit 26,650 Mk. eine zweite Hilfe des Verbandes zu Theil, welcher wiederum im Jahre 1896 die fortdauernde JahreSunterstützung mit theilweise bis zu 100 Mk. pro Wittwe folgen wird. JnS- gesammt werden tm Jahre 1896 1680 Wittwen und 80 Ganzwaisen mit annähernd 100,000 Mk. unterstützt, nachdem im Jahre 1895 zu diesem Zwecke 80,000 Mk. verbraucht wurden. So gedenkt der deutsche Werkmeister Verband seiner Todten.
n. Aus dem Kreise Friedberg, 21. Januar. Nach der letzten Volkszählung hat der Kreis Friedberg in feinen 72 Wohnplätzen 65 048 Einwohner. Davon entfallen auf die Stadt Friedberg 6051, Vilbel 4085, Bad Nauheim 3480, Butzbach 3138.
E. Echzell. 22 Januar. Unsere Bäcker haben ein uachahmungSwertheS Beispiel gegeben, indem sie den Preis der Weizenbrödchen herabsetzten. Seither erhielten wir 7 Stück für 20 Psg., jetzt erhalten wir 8 Brödchen. Hoffentlich folgen die Brodprelse derjenigen der Brödchen bald nach.
A Oder • Ohmen, 22. Januar. Die Gründung einer Molkerei in hiefiger Gimelnde ist ihrer Verwirklichung um einen Schritt näher getreten, so daß die Ausführung des Unternehmens gesichert erscheint. Am verflossenen Sonntag Nachmittag sand in der Horst'schen Gastwirthschaft dahier
eine stark besuchte Versammlung von Interessenten für bi* geplante Molkerei statt. LandwirthschaftSlehrer Leit Higer aus Alsfeld legte der Versammlung in beredten Sorten den Nutzen einer Molkerei auseinander und empfahl ange» legentlichst die Gründung einer GenoffenschaftSmolkerei, der entschieden der Vorzug vor einer Aktiengesellschaft gebühre. Ein Molkereiinspector auS Offenbach, welcher der Versammlung beiwohnte, betonte den Nutzen deS Anschlusses der neue« Molkerei an den LandeS-Geni-ssenschaftSverband, wodurch eine fachmännische Controlle der Molkerei gehandhabt und Absatzgebiete für die Molkereiproducte vermittelt würden. Dir Liste zur Einzeichnung, welche sofort 36 Unterschriften erhielt, liegt 14 Tage lang offen.
§ Aus de« Ohmthale, 22. Januar. Daß die Butter um diese Zeit so billig gewesen ist, wie gegenwärtig, wo man für da- Pfund nur 65 Pfg. bezahlt, ist während de« letzten Jahrzehntes kaum vorgekommen. Bei solch außer- ordentlich niederen Butterprelsen werden den Molkereie» immer neue Kunden gewonnen; denn der Erlös auS der Milchlieserung an eine Molkerei übertrifft bei weitem ben» selben auS der HauSbutterei. Die Molkerei Rieder- Ohme«, von der wir jüngst berichteten, daß sie täglich 3600 Liter Milch verarbeitete, erhält jetzt eine Zufuhr von 4500 Liter Milch. Allerdings werden, tote man hört, auch die Molkereie« durch den tiefen Stand der Butterpreise veranlaßt, mit de» Preis für die Fetrprocente herabzugehen.
-ch- Eichelsdorf. 22. Januar. Unsere B r snnh ölz er haben mäßige Preise erzielt. ES scheint als trüge das milde Wetter etwas dazu bei. Das Sägewerk des Herrn I. Hirn- melSbach auS Freiburg t. B, welche- seit Jahren hier arbeitet, ist auch jetzt wieder in Thätigkeit. Die Wasserkräfte in unserem Thale ließen sich in vortrefflicher Weise zu elec- trischen Anlagen verwenden.
VW. Bom westlichen Vogelsberge, 22. Januar. SS ist gerade ein Monat verstrichen, feit ich Ihnen den letzten Bericht aus hiefiger Gegend (Gießener Anzeiger, Dritte- Blatt Nr. 303 vom 25. December) über unsere Vorkommnisse einsandte. Unsere ländliche Bevölkerung konnte während der milden Tage fleißig im Walde arbeiten und etwa- verdiene«. Da die Waldarbeiten fast ohne Ausnahme oeraccordirt werd«, so schaffen die Leute noch einmal so gerne, und erreiche« dadurch einen annehmbaren Lohn. Daß es ein schöner Posten Geld ist, welcher umgesetzt wird, erhellt daran-, daß für Holzhauerlöhne in den Staat-Waldungen aus der westlichen Seite de-BogelSbergeS ungefähr 120,000 bis 130,000 W. alljährlich zur Anweisung gelangen. Unter dieser Summe find diejenigen Löhne, welche von Stande-Herren, von Gemeindewaldungen und anderen Waldbefitzern bezahlt werden, nicht mitgerechnet. Weiter wird schönes Geld verdient bei Öultur» arbeiten, bei Anlagen, von Wegen und Brücken sowie bei» Aufmachen von Laub und Moos. Es mögen da noch einmal 80,000 bis 90,000 Mk. alljährlich herauSkommen, so daß eine Viertelmillion nahezu vom Staate allein der Vogelsberger Bevölkerung zu verdienen gegeben wird. — In unterer Correfpondenz vom 22. December sagten wir: Der Winter war milde und wird eß auch bleiben. Am 12. und 28. December tritt häufig eine Wendung ein, und an beiden Tagen, oder doch ganz nahe dabei, zeigten fich Wendungen zu kälterer Witterung, die aber nicht anhielten. Der Sinter ist milde geblieben. Wetterprophet Falb prophezeite Kälte, da wurde eS milde; er prophezeite Trockenheit, da gab es Regen, er prophezeite Schnee, da wurde eS ganz kahl in den Felder«. Wir möchten dagegen eine für untere Gegend schon feit viele« Jahrzehnten zutreffende Regel hierhersetzen: Wenn lu den zwölf Nächten, vom 25. December bl- 6. Januar ein mäßiger, vorübergehender Frost eintritt, und dem December ein milder November vorauSgegangen ist, (wie wir eS diese- Jahr hatten), so kann man dies al- Zeichen sür einen milde«, weichen Winter ansehen. Um den 24. Januar pflegt dann nicht selten Frost mit Schnee aufzutreten, die jedoch gewöhnlich nicht lange anhalten. — Zuletzt soll noch erwähnt werben,, daß daS kleine Dorf Breungeshain, welche- am Fuße deS Hoherodskopf lisgt, und im schlechten Jahre 1893 schwer gelitten hat, durch einen Erlaß von NothstandSgeldern erfreut worden ist. Dieser Erlaß wird etlichen zwanzig Bürgern zu Gute kommen, und beträgt gegen 400 Mk. Manchem trägt eS elf bi- zwölf Mark, anderen trägt e- dreißig bis vierzig Mark, je nachdem die Leute Maaren bezogen haben. Den BreungeShaineru ist der Erlaß sehr zu gönnen, und fie werden auch dankbar dafür fein.
Bensheim, 21. Januar. Am letzten Sonntag Morgen fanden zwei hieflege Männer auf der Straße nach Heppenheim einen armen Handwerksburschen im hilflofefte» Zustande am Chauffeegraben liegen. Den Bedauern-werthes hatte auf seiner Wanderung eine Lungenkrankheit ereilt uud gedachte er noch bis nach BenShelm zu kommen. Allein feine Glieder versagten und mußte er so vom Abend bis zum Morgen an der Sttaße liege.'. Nachdem man thu, ton Kälte erstarrt, lu da» hiesige Hospital verbracht hatte, starb der Verlassene heute, der Josef Köhler heißt uns aus Solingen stammt. Darmst. Tgbl.
PcrmWo«
• Aßlar, 22. Januar. In dem Gehöft be» Handelsmannes H. Mildenberg Hierselbst und zwar in dem Stallgebäude desselben brach heute Nacht gegen 2 Uhr ein Braud ouS. Da- Feuer dehnte sich bald auf den benachbarten StaA deS Schreiners Gaul au-, welcher auch Vorräthe an Holz und Dielen enthielt. Beide Ställe brannten ab. Vieh ist nicht mitoerbrannt, nur die im Stalle lagernden Holzoorräthe des Schreiners gingen verloren. Der energischen Thätigkeit der hiesigen Löschmannschaften gelang eß zum Glücke ziemlich bald, beß Brandes Herr zu werden. Bon auswärtigen Spritze« gr'ff nur diejenige des benachbarten Rletnültrnftäbten hülf- reich ein; die übrigen kehrten unterw-gS um. Die adge- brennten Ställe find versichert.


