1896
Mittwoch deu23. September
Erstes Blatt
224
Lierteljährigkr
Kenerat-Mnzeiger
Zlittts- «nd Zlnzeigeblatt fiir de« Itrcis Gies;«»
chratisöeilage: Gießener Aamitrenökätter.
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Die Gießener mitienvtälter ocrbtn dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt.
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Der tz,i<ßener Anzeiger rrscheint täglich,
Hof abftatten wird, zugegen zu sein.
Berlin, 22. September. Professor Koch hat die Lepra- Untersuchungen in Königsberg beendet und ist hierher zurückgekehrt. Wie verlautet, soll für Leprakranke auf der Sünder- spitze bei Memel eine Anstalt errichtet werden.
Erfurt, 22. September. Vom 22. bis 25. November wird hterselbst ein Delegirtentag von Vertretern nicht
und wurde deshalb seines Amtes entsetzt.
verliu, 21. September. Wie die „Welt am Montag" wissen will, soll die Begnadigung des Herrn v. Kotze deßhalb noch nicht erfolgt sein, weil derselbe bet seiner kürzlichen Anwesenheit in Breslau hochgestellte Persönlichkeiten, unter anderen die Erbprtnzessin von Sachsen-Meiningen, veranlaßt hatte, an höchster Stelle für ihn einzutreten. Das sei höheren Orte- bekannt geworden und die beabfichtigte Begnadigung sei unterblieben. — Demselben Blatte zufolge ist Dr. PeterS gestern aus England hier eingetroffen. .Er ______ „
beabsichtigt, gegen Dr. Lange klagbar zu werden. Auch conservattver christlicher Socialen unter Naumann- Leitung dürfte man auf eine scharfe Preßfehde wider Lange ge-
abgehalten September. Auf dem Schulschiff „Stosch" stürzte ein Ober-Matrose vom Mast ab und war
Wolff- telegraphische- Lorrefp0kdrvz-Bar<r»u.
Berlin, 21. September. Dem Kaiser wurden vor- gkPern vier HereroS aus der Colonialabtheilung der Ge- Werbeausstellung vom Grasen Schweinitz vorgeführt. Der Luiser entließ die Hereros, wie die Abendblätter melden, aiu der Mahnung, sie sollten sich stets reckt brav halten uniib dem deutschen Baterlande allezeit Ehre machen.
Berlin, 21. September. Ernteschätzung per Mitte seiptewber in Preußen: Für Kartoffeln 3,2, Klee 3,1,
sofort tobt. , , „ .
Hamburg, 22. September. Der Verkehr im Nord- Ostsee Canal mußte auf 24 Stunden gänzlich gesperrt werden. Später wurde der Verkehr für Schiffe bis zu vier Meter Tiefgang frei gegeben.
Athen, 22. September. Berowitsch Pascha beabsichtigt, einem Gerücht zufolge, die Muselmanen in ihre HetmathSdörfer unter militärischem Schutze zurückzusenden.
nnt Ausnahme dcS Montags.
faßt sein.
Berlin, 21. September. In der gestrigen Anarchisten- Bersammlung sprach der Anarchist Landauer über das Thema: „Sind die Armenier duldende Christen oder revolutionäre Freiheitskämpfer?" Der armenische Profeffor Thumajan trat der Behauptung Landauers entgegen, daß die armenische Bewegung einen soctalistischeu Charocter trage. Die Armenier seien nicht annähernd weit genug vorgeschritten, um sich für die socialistischen Ideen zu interesstren. Re- dacieur Gerlach, der diese Woche aus Konstantinopel zurück- gekehrt ist, glaubt, daß es sich bei dem Angriff auf die Ottoman-Bauk um einen socialistischen Act handelte.
verliu, 21. September. Den „Berl. Reuest. Rachr." zufolge kann der Colonialrath noch nicht im September, wie in Aussicht genommen, einberufen werden, da die grundlegenden Ausstellungen der Landrshauplmannschaft in Südwest' Afrika noch nicht eingetroffen find. Die Berathungen des ColonialratheS werden daher erst im October beginnen.
verliu, 21. September. E nrm Telegramm der „Post zufolge wurde in Sofia am Wahltage ein gegen Stotlow gerichtetes Bombenatteutat entdeckt. Mehrere Personen,
Bringrrlohn.
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Berlin, 21. September. Der Kaiser traf heute Vor- mittag 10 Uhr in Trakehner, ein und 'begab sich mit dem Grafen Dohna zu Fuß nach Theerbude auf das Jagdschloß Rominten, woselbst die Ankunft 12^ Uhr Mittags erfolgte. — Die Kaiserin wird morgen Abend nach Plön reisen, dortsrlbst einige Tage verweilen und dann zum Besuch ihrer Schwester sich nach Grünholz begeben, woselbst fie einige Zeit Aufenthalt nehmen wird.
Berlin, 21. September. Da- Hauplthema der heutigen zweiten Sitzung des internationalen Frauen-Con- gresseS betraf die erste Jugend-Erziehung, die Kindergärten, Kinderhorte und dergleichen. Eingeleitet wurde diese Verhandlung mit einem längeren Vorträge der Frau Dr. Henriette Goldschmidt Leipzig über die internationale Bedeutung Friedrich Fröbels für Familien und VolkSerziehung. Darauf folgten noch einige Berichte über den Stand der Frauen- bewegung. Sodann sprachen Miß Park aus Glasgow über die Rothwendigkeit der Kinder-Bewahr-Anstalten, Frau Anna Plothow-Berlin über die Jugendhorte, Dr. jur. AureliuS Schmidt Berlin über Frauen.lhätigkeit für Knabenhorte und Fräulein Strich Weimar über VolkS-UnterhaltungSabende.
Berlin, 21. September. Der als Polenfreund bekannt gewordene ehemalige erste Bürgermeister Roll aus Gnefen hat sich, wie die „Deutsche Tageszeitung" meldet, um die erste Bürgermeisterstrlle in Greiz beworben. Roll unter- sagte bekanntlich bei einer Festlichkeit mit Rücksicht auf die QnroeienbEti Polen daS Spielen der deutschen Nationalhymne
Wiesen 3,0. Saatenstand: Winterweizen 2,7, Winterspelt 2,1, Winterroggen 2,5, Klee 2,6, wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel und 4 gering bedeutet. Der Ernteertrag aus Grund von Probedrüschen betrug für Winterroggen 1403, für Sommerroggen 860 Kilogramm vom Hectar gegen 1302 bezw. 854 Kilogramm im Vorjahre, wobei 1270 Kilogramm gleich einer Mittelernte sind. Hierzu wird bemerkt: Die vormonatlichen überreichen Niederschläge im Südwesten, im Centrum und im Westen Preußens dauerten weiter und verhinderten die Beendigung der Halmfruchternte. Seit Wochen regnet es in Schlesien, Sachsen, Hessen Nassau und Hannover, seit Ende August in Pommern, Posen und Schleswig Holstein. Die Regenmenge war ungenügend in West- und Ostpreußen. Westpreußen hatte vom 6. bis zum 9. September Nachtfröste. Der Roggenertrag bietet fast allgemein reichlich Stoh und einen unbefriedigenden Körner- ertrag. Nach den vorläufigen Schätzungen dürfte die Winterroggenernte jene des Vorjahres um 8, eine mittlere Ernte von 10 pCt. Übertreffen.
Ludwigshafen, 21. September. Dem Componisten Friedrich Lux wird von seiner Vaterstadt Ruhla im Dichterhain ein Denkmal errichtet werden.
die der Partei RadoSlawowS angehören, wurden verhaftet - zwei davon haben bereits ein Geständniß abgelegt.
verliu, 21. September. Die Manufacturwaarenfirma Friedrich RatzerSdorfer in Wien ist insolvent. Die Derbiudlichkeiten betragen, wie auS Wien gemeldet wird, 400000 Gulden. DaS Ausland ist betheiligt.
Frankfurt a. M , 21. September. Sämmtliche Schneider des größten Herrenschneider-Geschäfts am htefigen Platze, I. D. W. Lampe, haben wegen Lohndtfferenzen die Arbeit niedergelegt. In einer morgen stattfindenden Schneider- Versammlung soll dazu Stellung genommen werden.
Stettin, 21. September. Der Anarchist Machner, der aus Kopenhagen ausgewiesen worden ist, ist heute bet seiner Ankunft auf dem dänischen Dampfer Melchior hterselbst von Criminalbeamten verhaftet worden.
Breslau, 21. September. AuS Gleiwitz wird dem „BreSl. Gen.-An-." vom gestrigen Tage gemeldet: Der Verein deutscher Eisen- und Hütteuleute hielt Samstag und Sonntag in unserer Stadt seine Haupt-Ver- sammlung ab, zu welcher auS allen Theileu Deutschlands gegen 320 Fremde eingetroffen find. AuS dem rheinischen Jndustriebezirk sind allein 70 Vertreter der Eisenbranche ge- kommen. Zahlreiche Ingenieure von Krupp und Stumm find anwesend. Selbst aus der Schweiz, Belgien und Holland haben sich Eisen Industrielle eingesunken. Am SckmStag Abend fand zunächst ein Begrüßungs-ComwerS, verbunden mit Concert, statt. Sonntag Vormittag 11 Uhr fand die Hauptversammlung statt. AuS dem Geschäftsbericht ging hervor, daß die Mitglieder des Vereins seit seiner letzten Zu- sammenkunft von 1620 auf 1700 gestiegen sind. Der Verein beabsichtigt, in Düsseldorf, seinem Sitze, ein VereinShauS zu i errichten. Krupp in Effeu hat hierzu 125,000 Mk. geschenkt. I AuS diesem Anlaß wurde an ihn ein Dank-Telegramm gesandt. Der Verein will den Plan der Errichtung eineS Krupp-Denkmals in Berlin auf das Lebhafteste befürworten. In der Versammlung begrüßte Namens der Regierung der Regierungspräsident von Oppeln die Erschienenen. Ueber die technischen Fragen wurden verschiedene Vorträge gehalten. Abends fand ein Diner statt, an dem über 300 Personen theilnahmen. An den Fürsten BtSmarck wurde ein Dank- Telegramm gesandt.
Rom, 21. September. Die „Italic" meidet, König Humbert habe im Ministerrathe mitgetheilt, die Vermählung des Prinzen von Neapel finde in aller Stille statt- es würde kein Hof dazu eingelsden.
Brussel, 21. September. In einem htefigen Blatte veröffentlichen mehrere im Congostaate gewesene Personen einen Collectivbrief, laut welchem die Aussage des Engländer- Murphy, betreffend die abgehauen en Hände, auf Wahrheit beruht. _____________
total*» und provinzielle»,
Gießen, den 22. September.
*♦ Sotmtaglrücklahrtkarten. Die auf einzelnen Stationen zur Verausgabung kommenden Sonntagsrückfahrt- karten werden fortan während des ganzen Jahre-, also auch im Winterhalbjahre, ausgegeben. Demgemäß ist die Benutzung dieser Karten an allen Sonn- uud den folgenden Festtagen zulässig: am NrujahrStage, Charfreitage, Oster-
Berlin, 22. September. Wie der „Local Anz." aus Cronberg meldet, trifft der Kaiser dort Mitte October ein, um bet dem Besuch, den daS rufftsche KaiserpaaV von Darmstadt auS der Kaiserin Friedrich im Schloß Friedrichs-
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Meßmer AnzeigerT
Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» । Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
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Pseuuig. 'M en unb sagender Autoren, Sffl*
Deutsche» Reich
Berlin, 20. September. Zur Convertirun g der »rrsprozentigen preußischen Anleihen liegen entgegen an- bereu Meldungen endgültige Beschlüsse deS Staatsministeriums voch nicht vor. Fürst Hohenlohe hat in Ueberelnstimmung mit dem Schatzsecretär und auch dem preußischen Finanz- mlnlster ausdrücklich betont, daß bei dieser Angelegenheit nicht mx aus die finanzielle Seite, sondern auch auf die sozial- xolAische Gewicht gelegt werden müsse. Und die zahlreichen Bittgesuche, die jetzt sogar bittet an den Kaiser gegen die Umwandlung der vierprozentigen Schuldtitel in dreietnhalb- p^entige gerichtet worden find, werden auch von ihm sichrr pich» unberücksichtigt bleiben. Bei dem andauernd hohen Staube der dreiprozentigen Papiere würde es nicht zu recht- sntigen sein, wenn neue Anleihen zu einem höheren Zinsfuß vis drei Prozent begeben würden. Auf der anderen Seite kann man sich doch auch gegen die Wahrnehmung nicht ver- ichb eßen, daß es eine große Härte gegen die kleinen Rentner, gB<i!ttoen u. f. w. wäre, wenn man diesen die kleine Jahres- rivoahme, die fie durch die Anlage ihrer gesparten Gelder In Reichs- oder preußischen Schuldscheinen sicher gestellt zu liaben glaubten, nun auf einmal um ein Beträchtliches kürzte, ilufl) kann es der Staatsregierung nicht gleichgültig sein, meru wegen des niedrigen Zinsfußes der eigenen Papiere deutsches Capital noch mehr als bisher in fremden Schuld- tileln angelegt wird.
— Delegtrtenversammlung der national* ; llb er alen Partei. Die Vorbereitungen für die Anfangs October in Berlin stattfindende Delegtrtenversammlung der nab onalliberalen Partei sind nunmehr getroffen. Nach der A L. C." stehen folgende Punkte auf der Tagesordnung: Myemelne Stellung der Partei. Der vorbereitende Ausschuß ' -biamtragt hierzu eine Resolution, in welcher die allgemeine politische Haltung der Partei und ihre Stellung zu Fragen ter WtrthschaftSpolitik präzisirt Lird. — Bericht über die Gesetzgebung im Interesse deS gewerblichen Mittelstandes Oandwerk, Kleingewerbe u. s. w.) und über daS. Börsen- unb Depotgesctz. — Finanzwirthschast im Reich und in den tzlvzelstaaten. Eine Resolution, in welcher das Bedürfniß bet' Reichsfinanzreform und einer erweiterten finanziellen Förderung von Culturaufgaben in den Einzelstaaten, nament- l'dj In Preußen, betont werden soll, ist vorbereitet. — Ver- mSrecht, CoalitiouSrecht, soziale Gesetzgebung. — Abwehr rückschrittlicher Bestrebungen auf dem Gebiet von Kirche und Schule. Berichterstatter Herr Abg. Dr. Friedberg. — ßanb* Mrthsckaftliche Fragen. Berichterstatter die Herren Abgg. t\ Dr. Paasche unb Frank-Baden. — Fach- und Fortb'ldungs- Mberricht. Berichterstatter Herr HandelSkammersecretär Ichloßmacher. — Colonialpolttik. B-rrchterstatter Herr Geheimer RegierungSrath Simon. — Verschiedene Anträge.
— Betreffs der Margarine hat das preußische Ministerium folgende Verfügung an die Behörden erlassen: Nachdem der BundeSrath dem Entwurf eines Gesetzes be- neffenb den Verkehr mit Butter, Käse, Schmalz und deren gc^atzmitteln, In der vom Reichstag beschlossenen Fassung seine Zustimmung versagt hat, muß angesichts der darüber (In landwirthschaftlichen Kreisen herrschenden hohen Erregung alle- versucht werden, um eine verschärfte Handhabung deS in Geltung gebliebenen ReichSgesctzeS vom 12. Juli 1887 herbeizuführen und damit wenigstens auf diesem Wege den g L-!nschrn der Interessenten auf agrarischem Gebiete entgegen- iiifommen. Denn eS ist anzunehmen, daß mit einer möglichst Mengen Ausführung der Vorschriften des alten Gesetzes und einer ausgiebigen Controle, wenn auch nicht die volle Wirkung bei Entwurfs der Reichsregierung, so doch eine ganz wesent- iche Verbesserung der aus dem Fett- und Buttermarkt Herr- ch-nden Zustände erreicht werden kann. In Ausführung die'ieS Erlasses find die unteren Verwaltungsbehörden an- ^wiesen worden, die vorgeschriebenen Revisionen der Ver- larifSstellen, in denen Margarine feilgeboten wird, alljährlich iimmal recht eingehend auszuführen und über daS Ergebniß bis zum 1. December jedes Jahres Bericht zu erstatten.
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