Ausgabe 
22.7.1896 Erstes Blatt
 
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auf ihrem Vormarsch nach Khartum durch eiueu Vorstoß auf der Karawanenstraße gegen Scheidt am Nil unterstützen.

Berlhi 21. Juli. DieNordd. Allg. Ztg." constatirt gegenüber derStaatSb.-Ztg.", daß die von dem Staats- secretär v. Bötticher bet der dritten Lesung des Mar- garinegesetze« im Reichstage abgegebene Erklärung einen Meinungs-Austausch im BuudeSrath zur Unterlage hatte, bet welchem sich Bayern ebenso wie die überwiegende Mehrheit der verbündeten Regierungen gegen die Zustimmung zu den Beschlüsten zweiter Lesung, betreffend daS Färbeverbot und der getrennten Verkaufsräume erklärten.

Berlin, 21. Juli. Während der diesjährigen Kaiser- Manöver wird dem Vernehmen nach eine Manöver-Ober- Leitung gebildet werden, die der Chef des Generalstabs, Graf Schlieffen, nach den Befehlen des Kaisers führt, das Hauptquartier wird aus verschiedenen Abtheilungeu bestehen.

Berlin, 21. Juli. Auf dem gestern hier abgehalteuen Glasertage erklärte der als Vertreter der Regierung an- wesende Geheimreth Dr. Sichert, die Vorlage über die ZwangSorganisation des Handwerks werde noch im Laufe dieser Woche veröffentlicht werden.

Berlin, 21. Juli. DerLocalanz." meldet aus Danzig. Der Kaiser trifft am 6. August zum Stiftungsfest der 1. Leibhusaren hier ein. Hier sich anschließend findet am gleichen Tage in Neufahrwasser eine große Seeschteß- Übung mit den neuen 21 Centimetermörsern statt.

Rostock, 21. Juli. Das hiesige Landgericht verurtheilte 11 Studenten wegen Duell zu je drei Monat Festung.

Allenstein, 21. Juli. Bei der zwölfjährigen Tochter des Arbeiters Matzpohl, welche vor 7 Wochen von einem tollen Hunde gebiffen wurde, brach plötzlich auf das furchtbarste die Tollwuth aus. Nach wenigen Stunden starb daS arme Kind. .

Wien, 21. Juli. Auf den Gütern des Millionärs Grafen BaworoSki striken alle Landarbeiter, weil ihnen seit vier Monaten kein Lohn gezahlt wurde.

Czernowitz, 21. Juli. Ju der Kaserne des hiesigen HusareuregimentS wurde ein Zugführer wegen soziali­stischer Umtriebe verhaftet.

Loudon, 21. Juli. DaS englische SchiffSierra Carima", von Mauritius nach Romgron unterwegs, ist bei den Maladtven uuterg eg äugen. Alle Paffagtere so­wie die Besatzung sollen umgekommen sein.

Gießen, den 21. Juli.

AuSscheidende Landtags-Abgeordnete. Diejenigen Ab- geordneten, deren Mandat mit Schluß dieses Landtags (am 25. Juli) erlischt, sind, nach derOffenb. Ztg.", die Ver­treter der Stadt Darmstadt (ohne Beffungen), die Herren Bergsträßer und WolfSkehl, die Vertreter der Stadt Mainz, die Herren Jöst und Ulrich, ferner die Herren Guudrum, Hechler, Dr. Hetdenretch, Jöckel, Lautz, Lichtenstein, Metz (Darmstadt), Metz (Gießen), Mölltnger, Muth, Mülberger, Müller, Pennrich, Reinhardt, Schönberger, Schönfeld, Dr. Schröder, Sturmfels, Dr. Vogt, Dr. Weber, Zinßer.

* Concert der Capelle des Infanterie-Regiments Nr. 60. Aus Kaiserslautern, 9. Juli, wird geschrieben: Die Capelle des Jnf.'RegtS.Markgraf Karl" unter Leitung ihres Musikmeisters Herrn I. P. Ehmig, gab gestern Abend, auf der Rückreise von einer größeren Coucert-Tournse be- griffen, im Garten der Schuck'schen Brauerei vor einem über- aus zahlreichen Publikum ein Gartenconcert, dessen Programm in vorzüglicher Weise zur Duchsührang kam. Die Capelle zählt heute offenbar zu den bedeutendsten Deutschlands. Die außerordentlich stramme Schulung und die hervorragend schöne Besetzung der Instrumente erzielten eine Gesammt- Wirkung, die sich kaum von irgend einem militärischen oder bedeutenden Civilorchefter übertreffen läßt. Die klassischen Stücke, Operetten- und Walzermelodien wurden mit derselben Sicherheit und feinem musikalischen Verständniß wie die einem militärischen Orchester selbstverständlich in besonderer Weise eigeothümlichen Märsche zum Vortrage gebracht. ES

war in der That ein Genuß, diese ausgezeichnete Capelle zu hören. Daß da» hiesige Publikum so zahlreich dem Concert auwohnte, hat der Capelle auch eiueu schönen finanziellen Erfolg gebracht und wird dieselbe wohl verau- (affen, wie früher, häufiger wieder hier zu concertiren.

50 jährige Jubelfeier bei Turnverein!. Die Dor- bereitungen zu den Festlichkeiten, wie solche in dem Annoncen- theile näher bezeichnet find, find im vollen Gange. ES wird auch bei dieser Gelegenheit der Jubilar nichts unversucht laffen, seinen Mitgliedern und Gästen einige frohe Stunden zu bereiten. Ist der Turnverein auch kein Vergnügungs- Verein, so hat er doch stets gezeigt, daß er da» Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden weiß, wie auch seine Fest­lichkeiten von jeher gerne besucht waren. Der turnerische Theil allein ist so reichhaltig und vielseitig auSgestattet, daß schon dieserhalb eS sich verlohnt, den eifrigen Jüngern JahnS einen Besuch abzustatten und mit ihnen die Festtage froh und heiter zu verleben. Die Eintrittspreise, insbesondere für die Mitglieder de» Verein», find mäßig gehalten. ES ist sonach Jedem die Gelegenheit geboten, den Festlichkeiten beizuwohnen. Wünschen wir schon jetzt dem Feste besten Verlauf. »Gut Heil!"

Rudersport. Außer den bereits gestern bemerkten Herren ist auch, wie in früheren Jahren, Seine Magnificenz der Rector unserer Hochschule, Professor Behaghel, in liebenswürdiger Weise dem Ehrenpräsidium beigetreten. Die Gießener Ruder-Gesellschaft ist mit den Eintrittspreisen zu der am Sonntag statlfindenden Regatta gegen die der früheren Jahre heruntergegangen. Von der Erbauung einer Tribüne hat man, wie im Vorjahre, abgesehen und soll der ganze BootSplatz einheitlich als ein Festplatz hergerichtet werden. Nur ein ganz kleiner Theil dieses Platzes wird für reservirte Plätze benutzt werden. Der Eintrittspreis be­trägt abgesehen von diesen nummerirten Plätzen im Vorverkauf nur 80 Pf. pro Person, wofür der Zutritt nicht nur zum eigentlichen Rennen, sondern auch zu den Borrennen am Vormittag und zu dem Feftarrangement, welche» für den Abend am BootSpiatze in Aussicht genommen ist, den In­habern dieser Karten freisteht. Die festliche Veranstaltung am Abend ist ganz besonders glanzvoll in Aussicht genommen. Eine feenhafte Illumination, daS Abbrennen eine» Brillant­feuerwerks, sowie bengalische Beleuchtung der Ufer unserer Lahn werden Hauptanziehungspunkte bilden. Da unsere RegimentScapelle, die in früheren Jahren stet« den musikali­schen Theil des Ruderfestes übernommen hatte, dieses Mal früher schon für Bad-Nauheim versagt war, hat man die bei uns vom Friedensfest her in bestem Andenken stehende Capelle deS 27. Artillerie-RegimentS von Mainz zu ge­winnen gewußt. Dieselbe wird am Nachmittag sowohl, wie am Abend unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten, des Herrn Beul, concertiren.

* Gleiberg-Verein. Wir haben anläßlich des Con- certeS, welches die Sänger-Vereinigung Gießen zum Besten des Glei b er g-Ve reines am Mittwoch den 22. Juli in Steins Saal abhalten wird, des genannten Vereines wiederholt in unseren Spalten gedacht. Heute möchten wir im Anschluß hieran hinzufügen, daß nicht nur in Gießen und in anderen der Burg naheliegenden Ort- schäften Gleiberg-Vereine sich aufgerhan haben, sondern daß es auch weit über dasGroße Wasser" hinweg deutsche und deutsch fühlende Männer giebt, die in unwandelbarer Liebe der alten Heimath und seiner Wahrzeichen gedenken. Auch Philadelphia hat seinen Gleiberg-Verein; ein geborener Gießener ist eS, der ihn begründete, sein Wachsen als lang- jähriger Präsident überwacht und fördert. Ein seltener Mann ist dieser Präsident freilich, ein Mann, der eS ver- standen hat, aus kleinen Anfängen heraus sich empor- zuarbeiten zu hohen Ehrenstellen. Fast klingt es wie ein Märchen, wenn man den LebenSgang des General» Louis Wagner verfolgt. Als elfjähriger Knabe verläßt er mit seinem Vater, einem nahen Verwandten der Familie Carl Berg (MäuSburg), seine Vaterstadt Gießen, nach Absolvirung der Schule, Lithograph, tritt er 1861 beim Ausbruch deS SecesfionSkriegeS in Amerika in die Armee der Nordstaaten ein, bringt daselbst von Stufe zu Stufe zum Brigade­

general, wird verwundet, gefangen genommen, wieder aus- gewechselt, kämpft weiter, organisirt neue HeereSkörper und tritt nach Schluß de» Feldzuge» 1865 bescheiden, trotz seine» Generalsrange», in seine bürgerliche Stellung zurück. Hierauf sich dem Versicherungswesen widmend, wählte ihn die Millionenstadt Philadelphia in den Stadtrath, überträgt ih» die Direction sämwtlicher öffentlichen Werke (GaS, Waffer, Straßenbau rc.) um ihn endlich zum Präsidenten der National- bank zu machen, welchen hoben Posten der verdiente Mann noch heute bekleidet. 47 Jahre nach seiner Auswanderung hat General Louis Wagner nun wieder die alte, geliebte deutsche Heimath betreten, er weilt augenblicklich al» Gast in unseren Mauern und wird als Präsident des Philadelphia- Gleibcrg'BereinS da» Sänger-Concert am Mittwoch mit seinem Besuch beehren. Hat General Loui» Wagner seine Kraft auch fremden Landen gewidmet, so wollen wir ihm darum nicht zürnen, im Gegentheil danken müffen wir ihm, denn er hat durch seine fruchtbare Thätigkeit mit dazu beigetragen, unferm deutschen Vaterland auch im AuSlande eine Achtung gebietende Stellung zu verschaffen.

Rennbahn für Rabfahrsport. Nach einem gestern perfect gewordenen Vertrage zwischen drei Mitgliedern der Wanderer", G.-R.-G., wird die Brauerei Bi chler am Fuße der Hardt ein 400 Quadrat-Meter große» Gelände zu einer cementirten Rennbahn für den Radfahrersport mit allen zeit­gemäßen Einrichtungen Herstellen laffen. Der Mitteltheil der Rennbahn wird so angelegt, daß er zu einem Spielplatz Verwendung finden kann. Mit den Arbeiten zu diese» Unternehmen soll sofort begonnen werden.

» Schlägerei. Zwischen einem Schlosser- und einem Bäckergesellen fand gestern Abend in der Neustadt eine Schlägerei statt. Der Bäcker erhielt einen Stich in den Kopf und der Gegner einen Hieb mit einem Silscheit, sodaß beide Kämpfer verwundet den Kampfplatz verließen. Anzeige wegen Köperverletzung wurde erhoben.

♦♦ Durchgegangene Pferde. In der Nordanlage ging gestern Morgen ein Pferd mit Wagen durch und wurden hierdurch mehrere Bäumchen beschädigt. Auch in der Goethe- straße btfam ein Bäckerpferd FreiheitSgedanken und rannte mit dem Brodwagen davon, richtete jedoch keinerlei Schaden an, da bald wieder angehalten wurde.

* Unsere Strafkammer sprach heute Vormittag den Arbeiter Ludwig Pitzer von Gießen des ihm zur Last gelegten fahrlässigen Falscheide» für nichtschuldig und entließ denselben auß der Haft. Pitzer sollte bekanntlich vor den Geschworenen in der Sache Rothe falsch geschworen haben. Die Strafkammer motivirte ihr freisprechendeS Votum heute dahin, daß zwar der Angeklagte objectiv falsch geschworen, wenn er unter Eid bekundet hat, er habe den Rothe am 10. Juli um 8 Uhr Abendß in der Kratzenberger scheu Wirthschast gesehen, denn sei heute erwiesen, daß er sich geirrt haben müsse. Zu einer Verurtheilung hätte aber der Nachweis erbracht werden müffen, daß Pitzer nicht fest über­zeugt gewesen von dem, maß er alß wahr beschworen.

Sine neue Aufgabe des Kriegervereiuswesens. Der deutsche Kriegerbund beabsichtigt für entlassene Reservisten die Einrichtung eineß Arbeitsnachweises inS Leben zu rufen. Die Centralstelle soll sich in Berlin befinden und sollen am Sitze der GeneralcommaudoS Zweigstellen ein­gerichtet werden, denen sich später nach Bedarf andere Zweigstellen innerhalb der Provinzen anzugliedern haben. Der Grundsatz deS Arbeitsnachweises soll sein: Unentgeltlichkeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Auf Letztere dürfte keinerlei Druck oder Zwang irgend welcher Art auch nicht behufs Eintritt in die Kriegervereine auögeübt werden. Die Vorarbeiten find bereits in Angriff genommen worden. Für daß Kaiser W ilhelm-D enkmal auf dem Kysshäuser sind nach dem letzten Kaffenabschluß 1 224 570 Mk. 37 Pfg. eingegangen. Der Besuch de» Denkmals ist ein erstaunlich großer und erreichte bereit» die tägliche Durchschnittshöhe von 5- bl» 7000 Personen.

Verpflegung bet Mannschaften durch Quartlerwirthe während der Manöver darf statt der sonst üblichen, von der Militärverwaltung gelieferten Magazinverpflegung laut krlegsministerieller Verfügung in allen den Fällen eintreten, wo

haben die Streitigkeiten dazu geführt, daß ein beträchtlicher Theil dieser Gruppe ihre AusstellungSobjecte verhängt haben, um so gegen die angebliche Vergewaltigung nachdrücklichst zu | protestiren.

Aber auch noch eine andere Gruppe ist, welche Anstalten macht, ihre Klagen und Bedürfnisse der Oeffentlichkeit mit» zuthellen, trotzdem sie eigentlich am wenigsten Berechtigung hat, an die große Oeffentlichkeit zu treten, ist die Gruppe, welche man im alltäglichen Leben mit Nummero Null zu bezeichnen pflegt. Auch die Mitglieder der Gruppe 0 sehen ihre Interessen ernstlich gefährdet, denn der hohe Pachtzins von 4500 Mark für jede dieser Anstalten steht in gar keinem Berhältniß zu den Bedürfnisten, resp. in diesem Falle eigentlich bester zu der Bedürfnißlosißkeit beß Publikums. Diese erbauliche Sache wird nunmehr der Gegenstand einer Civil- klage werden und so wird man wohl noch Weiteres zu hören bekommen. Ueberhaupt wird sich wohl noch ein Rattenkönig von Processen auß dem AuSstellungSunternehmen entwickeln, denn viele Personen, Besitzer von 93ergnügungßlocalen, be­trachten sich schon ernstlich dadurch geschädigt, daß die electrische Beleuchtung erst bekanntlich vier Wochen nach der Eröffnung fertig geworden ist und ihnen hierdurch größere Verluste entstanden find. Zum Ueberfluß tritt aber auch einmal die Ausstellungsleitung als klagender Theil auf und zwar hat dieselbe die verleumdungSklage gegen dieHamburger Nach­richten" eingeleitet, welche in recht kindlicher Weife dem Arbeitsausschuß die Einnahmen von zehn Millionen nach­rechnen, andererseits die Behauptung aufstellen, daß mehrere Millionen von den Herren einfach glatt in die Tasche gesteckt wurden. Hier belacht man die so merkwürdige Annahme der Hamburger Nachrichten" umsomehr, alß eS dem Blatte jedenfallß hätte sehr leicht werden müffen, sich bester informiren

zu lasten. Der ArbeitßauSschuß ist nämlich nur ehrenamtlich . thatig und es ist daher vollständig unangebracht, denselben noch für feine Mühe und Arbeit zu verunglimpfen. Nun | dieHamburger Nachrichten" werden ja demnächst Gelegenheit haben, sich darüber außzuweifen, woher ihre rechnerischen Kenntniffe stammen.

Zu solchen Verleumdungen und tendenziöß gefärbten Berichten liefern meisten» unzufriedene ©emütber den Stoff, und daß bei solch einem Unternehmen Unzufriedene in Hülle und Fülle gibt, darüber wird sich wohl Niemand wundern. Wenn auch viele Unternehmer und Geschäftßleute auf unserer Ausstellung nicht allein auf die Kosten kommen, sondern auch noch glänzende Geschäfte machen, fo darf doch nicht in Abrede gestellt werden, daß viele Existenzen durch unvorhergesehene Mißerfolge wirthschaftlich vollständig rutntrt werden.

Viele Unternehmen stehen schon nach ein- oder zwei- monatlicher Thätigkeit am Ende ihres Könnens und schließen mit einem theilweis sogar sehr bedeutenden Deficit ab. So waren in erster Reihe die Theater-Unternehmungen, welche einen enormen Mißerfolg aufzuweisen hatten, denn sowohl Neu-Berlin alß auch Alt-Berlin sahen sich zur Einstellung ihrer Vorstellungen veranlaßt, doch kam bet dem ersten Etablissement noch glücklicherweise ein Arrangement zu Stande. Dann folgte daß in weiten Kreisen bekannte und beliebte Americain-Theater mit seinem urkomischen Bendix, deffen urwüchsiger Humor aber auch nicht vermochte, seinen Director über Waffer zu halten. Derselbe nahm sich daß Scheitern seineß Unternehmens so zu Herzen, daß er in einer Kalt- waffer-Heilanstalt untergebracht werden mußte. Seinem Nachfolger, dem bisherigen Restaurateur Lange, ging es nicht bester, er war nach kurzer Zeit nicht mehr in der Lage, feine

Verpflichtungen zu erfüllen und verschwand infolge dessen urplötzlich von der Bildfläche.

Welchen Mißerfolg daS hochfashionable Unternehmeo Mail-Coach-®efelWft" erlitten, wird in der Provinz in- zwischen wohl auch schon bekannt geworden fein. Dieses sehr elegante Beförderungsmittel, welche» in Wahrheit einer Großstadt würdig, muhte nach kurzem Bestehen und nachdem die Gesellschaft 150000 Mark zugesetzt hatte, den Betrieb wieder einstellen.

So könnte ich noch eine ganze Reihe Unternehmungen namhaft machen, die alle durch die diesjährige Gewerbe- auSstellung sehr trübe Erfahrungen machen mußten- meist sind eS Etablissement», welche sich in dem mit der Ausstellung verbundenen Vergnügungspark befinden.

Der Vergnügungspark ist überhaupt zum SchmerzenSkinb unserer Ausstellung geworden, denn einerseits gehen dortseibst, wie ich eben zeigte, viele Existenzen zu Grunde, andererseits gibt derselbe sehr viel Stoff zu Angriffen auf die Ausstellung»- leitung. Ich sagte schon oben, daß die Berliner Gewerbe- auSstellung auf einer Protestversammlung mit einer Vogel­wiese verglichen wurde, weil der ernste Theil der Ausstellung durch die vielen vergnügungSlocale eben zu sehr in bes Hintergrund tritt.

Die Fremden frequentiren mit Vorliebe gerade den Ver­gnügungspark, geben dortselbst in nichtigen Dingen ihr Geld au» und schimpfen dann nachher weidlich auf die Berliner Gewerbeausstellung, die ja gar nichts mit diesem Theil eigentlich gemein hat. Weit bester wäre eS aus diesem Grunde gewesen, wenn auf der Ausstellung nicht so vielloS" gewesen wäre und hier auch die ernste Ausstellung bei der Fremde»' weit mehr Beachtung gefunden hätte.

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