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22.7.1896 Erstes Blatt
 
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3° der Nordanlage ging Lagen durch und wurber rdigt. Auch in der Goethe- riheitSgebanken und ranon -le iedoch leinnlei Schaber wurde.

^ch heute Vormittag der Giehen des ihm zur Las für nichtschuldig und eutlies sollte bekanntlich vor dn h e salsch geschworen Haber. sretsprechendeS Votum Heu» : objektiv falsch geschworei t, er habe den Rothe ar

sich die Quartierwirthe freiwillig zur Verpflegung ausdrücklich bereit erklärt haben. Als Vergütung wird durch die be- treffenden Truppentheile für Kopf und Tag 80 Pfennig ge- zahlt. AngcfichtS der bevorstehenden Manöver weifen nun ble zuständigen Behörden die Gemeinden vielfach auf diesen Erlaß hin und betonen, daß die freiwillige Uebernahme der Verpflegung gegen die bezeichnete Vergütung im eigenen Interesse der Gemeinden liegen dürste, weil, wenn auch bei Verabreichung der Verpflegung aus Magazinen die Quartier- gebet zwar nur verpflichtet find, den Etriquarrierten die Mit- benutzung der vorhandenen Kocheinrichtungen einschließlich Feuerungsmaterial zur Zubereitung deS EffenS zu gestatten, fich viele Quarttergeber doch erfahrungsmäßig häufig zu allerhand weiteren Verabreichungen, ja selbst zur vollen Be­köstigung der ohne Verpflegung Einquartirten Herbeilaffen, wofür ihnen alSdann eine Vergütung aus Militärfonds nicht gewährt werden kann.

Hufbeschlag. Bei der im Juni d. I. abgehaltenen Prüfung wurde u. A. folgenden Personen aus Oberhessen die Befähigung bezeugt, den Hufbeschlag gewerbsmäßig auszuüben: Heinrich Jochem aus Laubach, Kreis Schotten- Otto Ru ppel aus Obbornhofen, Kreis Gießen.

§ Freiensteinau, 16. Juli. Zu dem Bericht von hier in Nr. 164 d. Bl. muß noch folgendes ergänzt werden: Der Landwirth in Hintersteinau, welchem die durchgehenden Pferde waren, ist ein sehr vermögender 47jähriger Mann. Er wollte den Pferch auf seinen Acker fahren, wobei unterwegs eia Pferchpfahl herunterfiel, den er aufheben wollte, wodurch die Pferde scheu wurden und davon gingen, sodaß der Land- Wirth unter die Räder kam, der Wagen über ihn ging und ihm dadurch der Brustkasten eingedrückt wurde. Man brachte den Verunglückten nach Haus und ist derselbe anderen TagS seinen Leiden erlegen. Dieses war das größte Unglück, daS andere war weniger bedeutend; die plötzlich wild gewordenen Pferde rannten gegen ein leichtes Fuhrwerk, von letzterem verendete ein prachtvolles Pferd sofort.

n. Ober Mockstadt, 20. Juli. Unsere Gemeinde läßt gegenwärtig am südwestlichen Ende des Dorfes ein Wohn- bans errichten, daS sie dem seit Kurzem hier ansäsfigen Arzte zur unentgeltlichen Benutzung überlasten will. Mun hofft hierdurch zu erreichen, daß ein Arzt ständig am Orte wohnt, damit die vielen Mißstände, die damit ver­bunden waren, daß wir bis vor Kurzem zwei Stunden bis zum nächsten Arzte gehen mußten, für alle Zeiten beseitigt ffivd. Unsere Kirche wird gegenwärtig renovirt und wird darum schon seit einigen Sonntagen der Gottesdienst im Freien abgehalten.

n. Staben, 20. Juli. Welch unangenehme Folgen ein scheinbar leichtes Fallen doch nach sich ziehen kann, zeigt folgendes Borkommniß. Ein neunjähriges Mädchen fiel vor 8 Tagen auf ebener Erde auf den Hinterkopf. Es klagte sofort über heftige Schmerzen und bald schwoll der Hinter- kopf an. Da die Schmerzen nicht nachließen, wurde der Arzt gerufen, welcher einen Arterienbruch conftatirte, der einen Bluterguß unter der Kopfhaut zur Folge hatte. Diese wurde nun ausgeschnitten und daS Blut herauSgedrückt. Hierdurch kam man einer Vereiterung, welche leicht die schlimmsten Folgen hätte nach sich ziehen können, zuvor. DaS Kind befindet sich heute außer aller Gefahr.

D Darmstadt, 20. Juli. Die vereinigten Ver­eine: Verkehrsverein, OrtSgewerbeoerein, HandelSveretn und die fünf Bezirk-Vereine haben eine Eingabe an die Land­stände gerichtet, worin gebeten wird, daß mit Rücksicht auf die überaus große Tragweite des hessisch-preußischen Eisenbahnvertrags für unser Land dessen eingehende und gründliche Berathung dem nächsten Landtage vor- behalten werde, wäS um so leichter sei, da, soweit bekannt, den landständischen Vertretern beider Staaten zum Schlüssig­werden über den Vertrag Zeit bis Ende Juni 1897 ge- lasten werde.

* Die Kinder essen eS gern. In kaum 15 Minuten läßr sich ein liebliches Gericht durch einfaches Kochen der Milch mit Brown & PolfonS Mondamin Herstellen. Dies ergibt eine nahrhafte und leicht verdauliche Speise und reizt durch feinen eigenen Wohlgeschmack Kinder und Kranke zu weiterem Genuß. Zusatz von Vanille, Citrone, Fruchtsaft­sauce rc. gibt auf dem Familientisch ein köstliches Dessert. Ausführliches enthalten die Recepte auf den Mondamin- Packeten, zu haben ä 60, 30 u. 15 Pfg. in besseren Colonial-, Delicateß- und Drogeu-Gefchäften. Für die gute Qualität bürgt am besten das 52jährige Bestehen dieser welt­bekannten schottischen Firma. EngroS bei Türk u. Papst, Frankfurt a. M. 1707

Eingesandt.

Gießen, dm 21. Juli 1896.

A In der Nacht vom Sonntag auf Montag verbreitete ftch in der Vtsmarckstraße ein pesttlenzialtscher Gestank und man hörte Blechetmer klirren. In der Frühe veranstalteten die Straßenkehrer eine gründliche Spülung deS Bürgersteigs an dem städtischen Lager­plätze. Aber der Gestank erhielt sich; denn seine Quelle liegt in dem städtischen Lagerplatz selbst, auf dem auch jetzt noch die Visitenkarten eines Latrtnenfastes sich breit machen. Vor 2 Jahren fanden an diesem Lagerplatze häßliche Thterquälereien statt, tm vorigen Jahre befand sich wochenlang in der Nähe einer täglich von vielen Hunderten von Studenten und Schülern begangenen Strecke, gegenüber dem

Spielplätze des Gymnasium«, der Abbeckerwagen, auf dem an Milz­brand verendetes Vieh befördert worden war, jetzt dient dieser selbe Lagerplatz einem gefüllten Latrin'nfaffe, wie es scheint, ben ganzen Sonntag über zum Aufenthalt, dessen ausgeschütteter Inhalt zum Theil noch die BiSmarcküraße zu verpesten fortiährt.

Zweifellos weiß die mit Arbeiten überhäufte städtische Ver­waltung von diesen Vorgängen nichts; aber sie dürften doch dazu ouffordern, der Thättgkett der unteren Bediensteten Seitens deS Bauamtes etwas mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden.

Univerfitäts -

Marburg, 20. Juli. Der Professor der Augenheilkunde Uhthoff hat einen Ruf an die Untversttät Breslau erhalten und denselben angenommen.

Perfekt, £an&« und

Stegen, 21. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,801,00, Hühnereier pr. St. OH, 2 St. 1113 H, Enteneier 6 H, 2 St OH, Gänse, eiet pr. St. VOOO H, Käse pr.St.5-10 H, Käsematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen pr. Liter 28 H, Taubm pr. Paar X 0,60 bis 0,90, Hühner pr. Stück 0,90 biS 1,20, Hahnen pr. Stück X 0,600,90, Enten pr. Stück X 1,602,00, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 6468 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 50 biS 66 H, Schweine­fleisch, gesalzm, pr. Pfd. 70 H, Kalbfleisch pr. Dfd. 5010 H, Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4.50 bi« 8,00 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 H, Zwiebeln pr. Gentner X 6,000,00, Milch pr. Liter 16 H, Kirschen pr. Pfund 1625 H.

Witternngsbericht vom 20. Juli.

Während den Norden und Nordosten Europas noch immer Depressionen durchziehen, ist der Kern des hoben Druckes weiter in den Continent hereingerückt, sodaß er heute Morgen Nordfrankreich und Deutschland bedeckte. Auch im Mittelmeer-Gebiet ist der Luft­druck gestiegen. Dementsprechend macht sich im größten Theil Deutsch­lands Besserung der Witterung geltend. Gestern sind in Deutschland wiederholt Gewitter niedergegangen und waren besonders im Jun- Viertel die Niederschläge sehr erheblich (Salzburg 66, Passau 29 Mm ), die Temperaturen sind gegen gestern abgenommen.

Voraussichtlich- »tttrnmai

Zunächst noch heiter und warm, jedoch noch immer Neigung zu Gewitlerbilduna.__________________________________________________

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nach Reaumur gemessen am 21. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr j Wasser 18, Lust 22*>.

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Bekanntmachung.

Wegen Vornahme der durch den Umbau des Bahnhofs nöthigen Verbreiterungsarbeiten an dem von der Größer'schen bis zur Riemer'schen Besitzung führenden sogen. Mittelweg ist letzterer vom 25. d. Mts. ab ouf 3 Wochen für Fuhrwerke gesperrt. Wir bringen dies mit dem An fügen zur Kenntmß der hier in Betracht kommenden Grundbesitzer, daß während dieser Zeit als Zufahrt zu den betreffenden Grundstücken der südlich des Riemer'schen Hauses neu angelegte Verbindungsweg von der Frankfurterstraße aus zu benutzen ist.

Gießen, den 20. Juli 1896.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

______________________Gnauth.6674

Bekanntmachung.

Das Wasser im Stadtbach wird wegen Reinigung desselben von Donnerstag, den 23. d. Mts. ab während drei Wochen abgestellt. Während dieser Zeit findet der Zufluß des Wassers nur vom Samstag Abend bis zum Sonntag Abend statt.

Gießen, den 20. Juli 1896.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

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Gießen, den 21. Juli 1896.

Der Kreisingenieur:

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Es soll die innere Einrichtung des Wasch- und BaderaumeS für die neue Werkstätte vergeben werden. Angebote sind bis zum 24. d Mts. bei der unterzeichneten Dienststelle einzureichen, woselbst auch Bedingungen und Lageplan eingesehen werden können.

Gießen, den 21. Juli 1896.

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