Ausgabe 
22.1.1896 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

erntete reichen Beifall. Der Glanzpunkt d-ß Abends wurde erreicht, als Schriftführer Lotz eine treffliche Ansprache hielt, dre in einem kräftigenGut Heil" auf Seine Majestät den Ka sec und das deutsche Reich gipfelte. Möge dieser Tag Allen noch recht lange in Erinnerung bleiben. M-r.

** Wieseck, 19. Januar. Der Krtegerverein beging beute dee 25jährige Gedenkfeier an die Kriserprocla» mation in Versailles durch ein geselliges Beisammensein, welche- durch Ansprachen und Toaste auf Kaiser, Grobherzog und Vaterland verschönt wurde.

4- AuS dem Kreise Gießen, 20. Januar. Wie aus Rheinhessen, dem Mainthal und Rodgau gemeldet, so schwirrten auch vor wenigen Wochen in verschiedenen Orten des Kreises Hausierer mit Reststoffen" umher. Mit Affen« ähnlicher Geichwindigkeit huschen sie von HauS zu Hau-, von Dors zu Dorf.Mein Herr, kaufen sie diesen Rest zu einem pikfeinen Anzuge. Ich habe heute gute Geschäfte ge­macht, und beinahe auSverkaust, und so sollen Sie diesen Rest zu einem sportbilligen Preise erhalten", mit solchen und ähnlichen Redensarten angelt der stet- eilende Hausierer nach Opfern für feine leichte zweifelhafte Waare. In den spott« billigen Preis theilen sich aber Verkäufer und Käufer derart, dast ersterer gewöhnlich sofort den billigen jedoch klingenden Preis einheimst, letzterer aber später den nie ausbleibenden Spott erntet. Machte der Käufer nur Miene zum Abschluß eines Geschäfts ober au» Scherz ein kleines Angebot, so »sts um ihn geschehen. Mit einigem angenommenen Zögern uab unter Anwendung allerlei listiger Geschäftskniffe unter­bietet sich der Händler, bis er mit seinem Opfer eins ge­worden. Bon dem scheinbaren Entgegenkommen und dem gefälligen Benehmen deS HaufirerS geblendet, merkte der Käufer gar nicht, daß die Farbe de» von ihm kaum be­rührten Stoffe» an feinen Händen klebte. Der durch den GelegeuheitSkauf vermeintliche Gewinn beherrscht die Be« stnnung so, daß jener ohne genaue Besichtigung deS Stoffe» und leider manchmal auch ohne den Besitz des hierzu erfor« derlicheu Geldes abgeschloffen wurde. Ein Nachbar schoß den geringen Betrag vor. Auf Eredit konnte der Hausirer feine gute Waare nicht geben, weil er angeblichzu billig" verkauft hat. In Wirklichkeit wollte er die Gegend nicht mehr beglücken, vorauSsehend, daß er sonst noch flinkere Beine bekommen könnte. Sehr zu bedauern ist, daß durch diesen schädlichen AuSwuchS be» Hausierhandel» so manchem ehrlichen Hausierer starke» Mißtrauen entgegengebracht und er auf diese Weise in seinem Geschäfte empfindlich geschädigt

v:ird. Den Leuten aber sei, wie beim Pferdehandel und 'Jdnbcrtauf so auch hier zugerufen, daß heißt:Entweder die Augen oder den Beutel auf."

W. AuS der Wetterau, 19. Januar. Daß silberne Jubiläum der Kaiserproclamatton zu Versailles wird von unseren Krbgerveremen heute fast in allen Orten durch Kirchenparaden, deS Abends durch Bereinigung mit Turn- und Gesangvereinen gemeinschaftlich gefeiert. In den Schulen faod gestern Bonn nag zehn Uhr, wie vorgeschrieben, die Feier des Tages statt. In vielen Gemeinden wurde gestern Mittag zwischen 11 und 12 Uhr Vormittag» mit allen Glocken geläutet, nach der herrlichen Dichtung GeibelS:

Nun lastet die Glocken von Thurm zu Thurm

Durch'» Land frohlocken im Jubelsturm."

Der Straferlaß deS GroßherzogS zum 18. Januar ist noch gestern in unserer Gegend bekannt geworden und hat, selbst­verständlich bei den Betheiligten am meisten, überall einen sehr guten Eindruck gemacht.

F. Von der FeldkrScker Hohe, 19. Januar. E» ist noch nicht lange her, da war baß Fahrrad eine Liebhaberei für vermögende junge Leute, die fich Bewegung und Vergnügen zugleich verschaffen wollten. Jetzt hat sich diefeS nützliche Vehikel beim Militär, bei der Post, der Feuerwehr, bei Handlungsgehilfen und sonstigen Leuten, die größere Strecken zurücklegen wüsten, eingebürgert. Sehnlich scheint e» mit ben sonst nur im hohen Norben gebräuchlichen Schnee­schuhen zu gehen, auf welche der Vogelsberger Höhenclub schon deS Defteren hingewiescn hat, die aber jetzt erst zur Geltung kommen werben, weil sie durch die Forstbehörde practische Verwendung finden. In unseren Bergen liegt der Schnee im Winter meterhoch. AuS verschiedenen Richtungen hat derGießener Anzeiger" auch kürzlich wieder anschauliche Berichte gebracht. Die Holzhauer konnten nur unter schweren Anstrengungen bis zu ben FällungSplätzen gelangen und die Forstwarte, welche noch weiter abfeit» wohnen, können die Arbeiten schwer, mitunter tagelang gar nicht beaufsichtigen. Da hat denn unsere Oberförsterei vier Paar Schneeschuhe auS Eschenholz von Berlin kommen lasten, mit den vier BambuSstöcken dazu. DaS Paar kommt auf 22 bi» 23 Mk. zu stehen, biß alle» eingerechnet ist. Da» Fahren oder richtiger Schleifen und Gleiten in diesen Schuhen ist bald gelernt. Nun können die Forstwarte im gaozenOberwalde herum glanbern, ohne befürchten zu wüsten, daß sie in Schluchten, die mit Schnee verweht und angefüllt find, versinken. Wir find überzeugt, daß baß Schneeschuhlaufen jetzt erst in

die Praxi» ewaefuhrt wird, obgleich schon häufig arr gepriesen und empfohlen wurde. Die Leute wollen die Save erst sehen und vorgemacht haben, bann machen sie nach. Da wir im Vogelsberge Drechsler, Schreiner und Holz­schnitzer haben, auch an Eschenholz nicht fehlt, wlrd man bie Schneeschuhe wesentlich billiger Herstellen können, ci» wenn man sie von Berlin kommen läßt. Wir werden wohl m Sinne vieler Freunde des Winiersporrß handeln, wenn roir später auf die Sache noch einmal zurückkommen und über den ® folg berichten.

-ck AuS dem Vogelsberg, 20. Januar. Aus allen Orten berichtet man über ftattgehabte Erinnerung»« feiern zur Neubegrünbung de» Deutschen Reiche». Uebmfl, wo solche F-iern veranstaltet wurden, sei von Krieger* ober anderen Vereinen oder au» der Mitte patriotischer Bürger, waren sie sehr zahlreich besucht, und nahmen eine» schönen Berlauf. Die Festgottesdienste am gestrigen Sonn­lage zogen eine große Menge Kirchenbesucher hinzu, so baß oft die Kirchen biß auf den letzten Platz besetzt waren. M ist beteiligten fich die Kriegervereine mit ihren Fahnen an ben Gottesdiensten, wodurch diese auch äußerlich den Eharacl»r einer vaterländischen Gedenkfeier erhielten. In den gestern und vorgestern Abend stattgefundenen Festlichkeiten von Bcr« einen und Bürgerschaften, wie Einsender dieses eine ganze Reihe erfahren, glühte echte nationale Begeisterung; fie fand ihren Ausdruck in den warm empfundenen Ansprachen zur Wichtigkeit der Feier, in den begeisterten Hoch» auf Kaiser und Rrich, Großherzog und Heffenland, und dem Gesang patriotischer Lieder. Dem BaterlandSfreunde erweckt solch' wahrhaft begeisterte Erinnerungflfeier an eine große Zeit und ihre Errungenschaft, die deutsche Kaiserkrone, ein wohl* thuendeS Gefühl. Denn fie sagt ihm, daß trotz allem Partei- Haber und ParticularißmuS die Liebe zu Kaiser und Reich noch lange nicht erkaltet ist, und niemals erkalten wird, im Herzen aller echten Deutschen.

Die Rentabilität jeder maschinellen Anlage bebenten- erhöht durch Aufstellung eine» ökonomisch arbeitenden BetriebSmotors. AIS sparsamste BetrtebSmaschincn sind die Loco mobilen mit au »ziehbaren Röhrenkesseln von ILB#! in Magdebnrs-VvSa« bekannt u. zu Tausenden in allen Zweigen der Industrie und Landwirthschaf t verbreüet. GeringerBrennmaiertal verbrauch, große Leistungsfähigkeit u. Dauerhaftigkeit find die Haupt­vorzüge tiefer Maschinen, vermöge deren fie nicht nur auf allen deutsche» Locomobil-Concurrenzen stet» den Steg davongetragm haben, sonder» auch auf zahlreichen Ausstellungen (u. a. in Chicago) mit den höchste» Preisen ausgezeichnet find. [411

^Bekanntmachung.

Wir machen darauf aufmerkfam, daß die öffentlichen Uhren am Rathhau», am Thurm der Stadtkirche und an dem der katholischen Kirche, sowie die Uhr an der Stadtknabenschule, wegen Reinigung und Instand­setzung in der Zeit vom 21. bis 31. d. Mts. nach einander vorüber­gehend außer Betrieb gefetzt werden und zwar voraussichtlich:

1. Die Uhr am Rathhause am 21. und 22.,

2. am Stadtkirchthurm vom 23. bis 25.,

3. an der katholischen Kirche am 28. und 29.,

4. an der Stadtknabenschule am 30 und 31. d. Mts.

Gießen, den 20. Januar 1896.

Da» Stadtbauamt: Sch mandt. 705

Lieferung von Bafaltkleiufchlag.

Die Lieferung des zur Unterhaltung der städtischen Straßen im Rechnungs­jahr 1896/97 erforderlichen Bafalt- Kleinfchlags soll, in drei Loose getheilt, Samstag de« 28. ds. Mts.,

Bormittags ll1/* Uhr,

bei uns öffentlich verdungen werden.

Es enthält:

Loos 1 . . 335 cbm

- 2 . . 340

, 3 . . 295

Die Bedingungen und da» Ber- zeichniß der Lagerplätze liegen wäh­rend der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vor­druck, der bei uns erhältlich, sind bis zum genannten Termin einzureichen.

Gießen, den 14. Januar 1896. Das Stadtbauamt.

___ Schm a ndt. 565

Zagdverpachtung.

Samstag ben 8. Februar I. I., Vormittags 11 Uhr anfangend, soll auf dem Gemeindehaus zu Vil- lingen die der Gemeinde zustehende Jagd, bestehend in circa 900 Hectar Feld und Wald, sowie drei Teichen, aus die Dauer von sechs Jahren öffentlich verpachtet werden.

Villingen ist Station der Ober- hessischen Eisenbahn (Rebmlinie HungenLaubach) und kann von Frankfurt a. M., Darmstadt rc. in kurzer Zett und bei Vollendung der Linie HungenFriedberg von Frank­furt a. M. in circa l1/, Stunden erreicht werden.

Die Jagd grenzt unmittelbar an die Station und bietet einen guten Wildstand, besonder» an Rehen.

Villingen, den 20. Januar 1896. Großh. Bürgermeisterei Villingen.

Koch. 715

Holz-Versteigerung.

Dienstag ben 28. Januar l. I werden in den Districten Schafbusch, Kälberstall, Sengkopf, Bauschel, Zeileichen, Güntersgraben, Saaser Heegwald, Hainheege rc. der Forstwartei Saasen versteigert: Stämme: 43 Eichen mit 20 fm,

9 Buchen mit 7 fm, 4 Lärchen mit 1 fm, 43 Kiefern mit 29 fm, 208 Fichten mit 71 fm.

Derbstangen: 450 Fichten mit 21 fm.

Reisstangen: 355 Fichten mit 11/z fm.

Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr am Pflanzgarten, Distritt Neuhofs- heege, auf der Kreisstraße von Rein- hardshain nach Winnerod. Nur das Holz in den Districten Schafbusch, Kälberstall, Abth. 4, und einem Theil des Distritts Sengkopf wird bei der Versteigerung vorgezeigt, alle» übrige Holz wird unoorgezeigt verkauft.

Grünberg, den 20. Januar 1896. Großherzogl. Oberförsterei Grünberg.

Schober. 717

Jagdverpachtung.

Freitag ben 7. Februar l. I., Bormittags 10 Uhr, wird die Jagd der Gemeinde Wieseck unter den bei der Versteigerung be­kannt gemacht werdenden Bedingungen auf hiesigem Bürgermeisterei Bureau öffentlich verpachtet.

Wieseck, am 20. Januar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck.

Sommerlad. 722

Aquila-Souchong vorzüglicher HauShaltunaS-TH«e, » Pfd. 4 JL, empfiedli in '/i'Psd.-Blechblchscn, Vi» und ' .-Pfd -Stantolpackclcn 598 Otto Schaaf.

Holzversteigerung

im Strinbscher Gemkindrwsld.

Mittwoch ben 29. Januar soll im Steinbacher Gemetndewald, Distritten Heegheck und Todtenzipfen, nachverzeichnetes Holz versteigert werden:

291 rm Buchen-Scheüholz,

86 Knüppelholz,

4800 Buchen- und Eichen-Wellen,

84 rm Buchen-Stöcke,

28 Eichen-Scheit,

29 Eichen-Knüppel,

48 Eichen-Stöcke,

10 Nadel-Scheit,

171 Nadel-Knüppel,

3000 Nadel-Wellen,

85 rm Stöcke.

Der Anfang und Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr an der oben­genannten Kreisstraße.

Steinbach, am 21. Januar 1896. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. _________Krämer._______720 Holzversteigerung.

Nächsten Donnerstag den 28., Frei­tag den 24 und Samltag ben 25. Za nuat l. Z., jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, sollen in den Großen- Busecker Gemeindewaldungen nach- verzeichnete Holzsortimente versteigett werden.

Donnerstag im District Hohenberg: 17 Eichen Stämme mit 11,46 fm, 15 Nadel 4,7

8 Buchen- 7,46

390 rm Buchen-Scheit,

62 Knüppel,

103 Stöcke,

7100 Buchen-Wellen;

Freitag im Distritt Oberstruth (lichte Eiche): ca. 700 Stämme, al»: Eichen-, Lärchen- und Nadelstämme, mit 186 fm;

Samstag: ca. 10 Stück schwere Nußbäume an der Kreisstraße vor Oppenrod auf ben Stand.

Nach dies er Versteigerung im District Altenberg:

267 rm Nadel-Knüppel, 4850 Nadel-Wellen.

Die Zusammenkunft ist jedesmal zur angegebenen Stunde in den ge­nannten Distritten.

Großen-Buseck, 20. Januar 1896. Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck.

Meyer. 723

nagöoerpadjtung

Freitag ben 24. Januar, Nachmittags 2 Uhr, soll die der Gemeinde Treis a. d. Lda. zustehende Jagb, bestehend in:

1. Allein- und Koppeljagd im Mit- gebrauchswald, rein Gemeinde­wald Niederseilbach, von Rabe- nau'schen Privatwalde Nieder- seilbach und Neue-Wald, circa 417 Hcetar;

2. Allein-Jagd im Felde, circa 700 Hcetar

auf dem Gemeindehause zu Treis a. d. Lda. auf 6 Jahre verpachtet werden.

Treis a. d. L., den 16. Jan. 1896. Großh. Bürgermeisterei Treis a. d. L.

_____Benner.__609 Schellfisch u. Cablian, garantitt frisch, im [358

Leih-Bibliothek

Schulstrasse Nr. 10.

Berliner Pfannkuchen, Kreppet,

Kaffee- n. Thee-Gebäck, verschied. Torten, alles täglich frisch "W empfiehlt in bekannter Güte

Conditorei Hettler,

Südanlage. 51t

Prima englische

Gummischuhe

billigst. 545

Ph. Schlatter.

AM

Chocoladen- und Zuckerwaaren-Fabrik von 'Sebrüder zftolliiercA, Köln a. 7lh. Dampfbetrieb: 650 Pferdekraft mit 451 Arbeitsmaschinen.

Ende 1890: 1377 Personen beschäftigt.

Die vorzüglichen technischen und maschinellen Einrichtun­gen, die gewissenhafte Verwendung von nur guten und besten Rohstoffen, und die auf langjähriger Erfahrung be­ruhende Fabrikationsweise haben Stoll werck>eele Fabrikate im In- und Auslande eingebürgert

48 Medaillen und Hofdiplome anerkennen ihre Vorzüglichkeit Stollwerckeche Chocoladen und Cacaos

sind in allen Städten Deutschland s in den durch Verkaufs - schilder kenntlichen Geschäften käuflich.

OtHcti»»: V x**d trat Verla« b* vrltzlia« v»ch e*****«* fPs.fsch * Schktz»^ ta OWg*.