Ausgabe 
18.12.1896 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

. ä 55 Pfg- . ä 70 Pfg. . ä 85 Pfg.

Hoffnung.

Sin geniales Spthbubenmauöver ist vonLeuten von der Zunft" in Paris vollführt worden. In der Rue de Ballue wohnt der reiche Industrielle Haletue. Vor einiger Zeit hatte er sich mit feiner Familie nach einem südlichen Kurorte begeben und die Portterfrau mit der Ueberwachung feiner Wohnung beauftragt. Bei feiner Rückkehr stellte sich heraus, daß während feiner Abwesenheit Alles, was an Wäsche«, Silber, und Kunstgegenständen im Hause vorhaoden gewesen, gestohlen worden war. Die Pförtnerin konnte nur angeben, daß bald nach der Abreise der Familie vier Männer einen großen normännischen Wandschrank brachten mit der Erklärung, Herr Haleine habe ihn kurz vor seiner Abreise

der Fuhrmauu von dem Pferde einen Schlag in das Gesicht, der ihm daS Nasenbein zertrümmerte. Nachdem der Verletzte sofort ärztliche Hilfe auS Grünberg in Anspruch genommen, mußte er heute die Klinik zu Gießen besuchen.

H. WormS, 16. December. In der Beleidigungsklage des Margartnefabrikanten Mohr-Bahreofeld gegen die Wormser Zeitung" wurde Redacteur Ludwig Schaper za 300 Mk. Geldstrafe verurtheilr und dem Prlvatkläger die PublikationSbefugniß in derWormser Zeitung",Frank­furter Zeitung" undAltouaer Nachrichten" zuerkauut. Ferner wurde die Einziehung der Nummern und der vorhandenen Platten ungeordnet. Redacteur Schaper wird gegen das Urtheil Berufung einlegen.

A Mainz 16. December. Nach Berliner Muster hat sich auch hier einDeutsch.focialer Verein" gebildet. Das erste Lebenszeichen des Vereins bestand darin, daß er gestern auf dem Markte ein antisemitisches Flugblatt unter die Landleute vertheilen ließ. Bet einem Theil der unteren städtischen Beamten hier hat sich daS Trinkgeldervehmeu und «fordern in einer Art ausgebildet, daß es geradezu ein Unwesen geworden ist. Die städtische Verwaltung ist gewillt, diesem Unfug jetzt ernstlich eutgegenzutreten und hat deshalb an alle mit dem Publikum verkehrende städtischen Beamten und Arbeiter ein strenges Verbot erlassen, in irgend welcher Form Trinkgelder zu nehmen. Besonders mißständig wurde eS empfunden, daß es zu einem Brauch geworden war, bei Trauungen an die Rathsdiener Geld­geschenke zu geben. Auch dieser Unfug soll beseitigt werden, indem Arwenbüchsen aufgestellt werden, in welche Jeder, der bei Trauungen das Bedürsniß fühlt, wohlthätig zu sein, nach Belieben einen Betrag legen kann.

Die angeuetzmste Ueberraschung wird der Ehemann fdn£ Frau oder Tochter und der Bräutigam ferner Braut am Weihnacht^ feste dadurch bereiten, daß er ihr eine Gabe bietet, deren Anseha ein freundliches und deren practifcher Werth von Dauer ist. Daß H-rz muß sozusagen beim Anblick deS Geschenkes Hüpfen und dec AuSrus der Lippe entschlüpfen:DaS hab' ich mir längst gewünscht. Eine Festgabe dieser Art wird stet« eine Nähmaschine sein, denn Htmmerschmuck wird jede« Auge mit Wohlgefallen auf ihr ruhe» unb alS Gehülfin der Hausfrau ist fie gar nicht hoch genug i« schätzen. Dieses wissen die Frauen auch am besten felbft, iumal di, wo kleine Weltbürger dafür sorgen, daß die Arbeit deS NSHmS ke« Ende nimmt. Welche Nähmaschine wählt man aber beim Anrau, da eS doch fo viele Arten derselben gibt? Die besten werden imoM die beliebtesten und verbreitetsten sein und dies find bekanntlich o° Maschinen der Singer-Compagnie. Der bisherige Berkaus diel Maschinen beträgt bereits über 13 Millionen, der sicherste Bewei für ihre vorzüglichen Eigenschaften und zugleich die iUDetiamfl^ Garantie. Wähle man also eine solche Maschine, wie fie Platz nur in der hiesigen Filiale der Singer Co. Act. _( G. Neidlinger), Bahnhofstraße 2 in einfacher bi« zu der Salon-Ausstattung zu erhalten ist, und der Käufer wirb er eine gute Wahl getroffen.

von heute an entgegengenommen und baldigst, resp. bis | zum 21. D.-c-mber erbeten. Preise der Plätze 2 Mk., 1 Mk. 50, 1 Mk., Stehplatz 75 Pfg.

Eine LtebeSgefchichte. Ein hier beschäftigter junger Mann entführte gestern früh die 17 jährige Tochter seines LogirwlrtheS und reiste mit derselben nach Marburg. Dort beschlossen beide, weil die Eltern deS Mädchens daS bestehende Liebesverhältniß nicht länger duldeten und den jungen Mann aus dem Hause gewiesen, gemeinsam tu den Tod zu gehen, weßhalb fie, nachdem sich der Entführer einen Re- volver gekauft, nach Lollar zurückfuhreu, dort in einer Wirthschaft eine Erfrischung einnahmen und sich bann auf den Weg nach Gießen begaben. Im Wald schoß der junge Mann zuerst seiner Geliebten eine Kugel in den Kopf, wor auf er sich selbst einen Schuß beibrachte. Da beide Kugeln nicht sofort tödtlich wirkten, erhoben sich beide wieder vom ! Boden und gingen eine Strecke weiter, bis der Geliebte des Mädchens wieder zu Boden fiel und nach längerer Zett starb. Das Mädchen selbst, welches nicht lödilich verletzt, kehrte erst spät in der Nacht in das Elternhaus zurück.

* Verunglückt. Gestern Abend verunglückte ein hiesiger Fuhrknrcht ans der Straße zwischen Groß« und Klein-L nden dadurch, daß er beim Hemmen seines Fuhrwerks unter die Räder kam und einen Beinbruch erlitt. Erst nach mehreren Stunden soll der Verunglückte aufgefunden und nach Gießen in die Klinik gebracht worden sein.

** Tranerpostkarten Eine originelle Neuerung auf dem Gebiete des Postwesens find die Trauerpostkarten, die von der italienischen Postbehörde zur Einsührung ge- langt sind. Die Italiener scheinen zum Schluffe gekommen zu sein, daß eS keinen Sinn habe, eine Todesnachricht den Iheuersten Freunden und nächsten Verwandten durch die kost­spieligere Form eines geschloffenen Briefes zu übermitteln, sondern daß die billigere Postkarte genüge.

* Für Weihnachtrreisende. Für die Weihnachtsfeier- tage tritt eine erhebliche Verlängerung der Geltungs­dauer der Rückfahrkarten ein, in der Weise, daß die am 22. December 1896 und den folgenden Tagen gelösten Rückfahrkarten Gütigkeit bis einschließlich 6. Januar 1897 haben. Diese weitreichende Vergünstigung hat nicht nur auf den preußischen Staatsbahnen, sondern auch bei den hessischen Staatsbahnen, sowie eine Anzahl Privatbahnen, auf der Belgischen Central-Eisenbahn-Gesellschaft, der Holländischen Eisenbahn-Gesellschaft, den Niederländischen Staatsbahnen, Niederländischen Centralbahn und der Nordbrabavt-Deutscheu Eisenbahn Gültigkeit.

Die Einführung der 24 stündigen Zeitzahlung ist laut ZeitungSmittheilungen auf allen Bahnen durch die europäische Fa hrplan'Conf ereuz in Wien am 11. d. MtS. be­schlossen worden.

Was alles unter dem Druck der Konkurrenz möglich ist. Ein Wormser Geschäftsmann macht öffentlich be­kannt,daß jeder Kunde beim Einkauf einen elegant gar- nirten Hut gratis erhalte!" Wenn da« nicht zieht!

** Zünder für Gasgiühlicht. In der vorletzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zu Offenbach hatte Herr Oberbürgermeister Brink, lt.Offenb. Ztg.", in Aussicht gestellt, daß vielleicht die Beleuchtung der Hauptstraßen Offenbachs mit GaSglÜhlicht eingerichtet werde, wenn erst die Suche nach einem guten Zünder Erfolg habe. Wie ferner mitgetheilt wird, hat sich ein Stadtrath in Weimar einen solchen als vorzüglich gerühmten Zünder pateutiren lassen. Er hat das Patent der Stadt Weimar geschenkt und diese läßt das Patent jetzt auflbeuten.

Aus Oberhefftu, 'Mitte December. Der nördliche Theil der Provinz wird seit einiger Zeit von mehreren Hausireru bereist, die angeblich aus Aachen find und in der Gegend eine Manusacturniederlage haben. Mit ihren Stoffen ziehen fie bann von Ort zu Ort. Wer für 15 Mk. Maare nimmt, kann sich weitere Stoffe bis zum Werthe

Dcrmifestes-

* Von einem reichen Kindersegen ist eine Bergmanns« samilie in Völklingen bei Saarbrücken beglückt worden. Das Ehepaar ist zehn Jahre verheiratet und hat während dieser Zeit nicht weniger als vierzehn Kinder bekommen. In den ersten fünf Jahren der Ehe je eins, in den nächsten drei Jahren je zwei (Zwillinge) und vor einigen Tagen ist der Storch sogar mit Drillingen eingekehrt. Bon diesen vierzehn Kindern lebe* neun.

* DaS eigene Kind erschoßen. Der Fleischermeister Meyer au» DirSdorf wollte am SamStag nach Magdeburg fahren. Sein sechsjährige» Söhochen verschloß im Scherz dir Thür und kroch mit dem Schlüssel unter das Sopha. Hierüber wurde M. auf das Höchste aufgebracht, holte ein an der Wand hängende» Tefchin herunter und rief dem Jungen zu:Wenn Du jetzt den Schlüssel nicht hergibst, schieße ich Dich tobt!" In demselben Augenblick entlud sich die Waffe und die Kugel tödtete den Knaben. Der Vater wurde in Hast genommen.

* Braunschweig, 16. December. Der LandeSshuode ist eine Regierungsvorlage zugegangen, die daS Verhalten der kirchlichen Organe bet der Beerdigung von Selbst­mördern in zeitgemäßer, humaner Weife regelt.

* Leipzig, 16. December. Ein sechszehnjähriger Schreiber aus Augsburg drang in die Wohnung einer Frau Buehring, schloß daS Dienstmädchen ein und machte einen Raub« Mordversuch. Frau Buehring erhielt zwei Stiche ins Gesicht, daS Dienstmädchen trat aber die Tharfüllung durch, befreite ihre Herrin und hielt den Burschen ,fo lange fest, bis er verhaftet wurde.

Karlsruhe, 11. December. Eine interessante Entscheidung fällte dieser Tage daö Landgericht in Civil- fachen. Bei einem ConcurSverfahren war eine Lebens- Versicherungspolice über 10,000 Mk. um 5 Mk. erworben und, da der Versicherte bald starb, die Summe auch ein­gezogen worden. Da die in bitterster Roth lebenden Hinter­bliebenen von dem Policeiuhaber nichts erhalten konnten, so strengten fie einen Prozeß an. DaS Urtheil lautete, der Inhaber der Police habe keinen Rechtsanspruch an die Der« ficherungSsnmme, sondern habe fie nach Abzug seiner that« sächlichen Auslagen zurückzuerstatten.

- Aschaffenburg, 16. December. Ueber die Katastrophe in derCromer'schen Zünd st off fahr ik wird nunmehr mitgetheilt, daß da» große massive Gebäude, in welchem Pulver und andere MnnitionSkörper lagerten, total zerstört ist. Nach amtlicher Feststellung find außer den dort be­schäftigt gewesenen 15 Arbeiterinnen noch ein Arbeiter und ein zusällig in den Hof eingefahrener Kutscher einer Eisen» waaren.Handlung der Explosion zum Opfer gefallen. Beide letzteren find noch am Leben, werden aber voraussichtlich ebenfalls ihren Verletzungen erliegen. Sofort nach dem Bekanntwerden der Katastrophe erschienen die gesummte Feuer- wehr und der Bürgermeister, zahlreiche Aerzte und Geistliche, die Offiziere und Mannschaften deS Jägerbataillons an der Unglücksstätte. Um 7 Uhr Abends ^begannen die RettungS- arbeiten. Unter dem brennenden Schutt wurden 7 weibliche Leichen und 8 schwer verletzte Arbeiterinnen hervorgezogen, welche sofort nach Anlegung deS ersten NothverbandeS in daS Hospital gebracht wurden. Don den Letzteren ist heute Morgen noch eine gestorben, da» Befinden der Uebrigen gibt wenig

hinaufbesördern, dessen Aufstellung fie überwachte. Am anderen Tage erschienen die vier Männer wieder, um den Schrank abzuholen, weil ein Jrrthum vorliege. Herr Hulcine hätte ein Büffet bestellt, während der Schrank einem Kauf­mann in der Rue Coodorcet gehöre, das Büffet fei aber erst in drei Monaten fertig. Die Frau sprach ihre Zweifel auß, dieselben wurden jedoch durch die gemüthliche Einladung a eine nahe Weinschänke sehr bald beschwichtigt. Die Con­cierge ahnte nicht, daß der betreffende Schrank ein Seiten- iück zu dem hölzernen trojanischen Pferde gewesen war. Enthielt er auch nicht gleich diesem eine Schaar bewaffneter Helden, so war doch darin ein abgefeimter Spitzbube »er­borgen, der sich von seinen Kameraden eine Nacht in der Wohnung halte einschlteßen lassen, um diese auSzuplündem und auf dem bequemen Wege des Getragenwerdens mit einer Beute wieder heraus zu gelangen. Die Polizei fahndet eifrig auf jene» geniale fünfblätterige Kleeblatt.

Marke Gloria, roth und weh. . .

Marke Gloria extra, roth .

Perla dItalia, roth und weh. .

von demselben Betrage alsGratiSgabe" auswählen. Wie uns versichert wird, finden die Leute bei der Landbevölkerung I zahlreiche Abnehmer. Gleichzeitig lassen sich dieselben von den Käufern ein Schriftstück unterschreiben, worin ihr fernerer Besuch gewünscht wird. In einer Gemeinde sollen mindestens für 300 bi» 400 Mk. Stoffe gekauft worden fein. Die in der Gegend ansässigen Geschäftsleute find begreiflicherweise von der Sache wenig erbaut, zumal in diesem Falle Alle» baar bezahlt wird, während sie oft auf Jahr und Tag Credit gewähren müssen. Darwst. Ztg.

§ Aus dem Kreise AlSfeld, 16. December. Kaum hat sich der tödliche Unfall eines Holzmachers von Ober-Ohmen zugetragen, so ist schon wieder von zwei schweren Uu- fällen zu berichten, welche sich beim Holzhauer, irn Walde ereigneten. Der eine hiervon hat wiederum tödt« lichen Auögang genommen. Er betraf den Holzmacher Schuch von Heidelbach. Im WalddtstrictHeidelberg" bei Heidel­bach gruben die Holzarbeiter eine starke Eiche. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wind und die Eiche stürzte krachend zu Boden. Während sich zwei Arbeiter noch rechtzeitig zu retten vermochten, wurde Schuch vom Baume erfaßt und auf der Stelle getöbtet. An der Leiche bemerkte man einen Arm« und zwiefachen Beinbruch. Der andere Unfall suchte den Holzarbeiter Ort von Elpenrod heim. Dieser stürzte beim Tragen eine» schweren HolzstückeS mit seinem Kameraden zu Boden und zog sich hierbei so schwere Ver­letzungen im Rücken zu, daß er nach Hause gesührt werden mußte. Hier vermag er sich im Bette nur vermittelst eines Strickes auszurichten. Die häufig schweren Unfälle beim Holzmachen im Walde sagen deutlich, mit welcher Lebens­gefahr dasselbe oft verknüpft ist- sie mahnen deshalb aber auch dringend zur gtößien Besonnenheit und Vorsicht.

? Ruppertenrod, 16. December. Der hiesige Fuhrmann M. befand sich gestern mit seinem doppelt bespannten Gefährt auf dem Wear nach Grünberg, alS sich plötzlich daS eine , v--- w ~ ,,

Pferd loSschlrrte und Miene machte, aus dem Geschirr zu bestellt. Obgleich die Concierge "staunt war, daß ihr hier- gehen. Beim Versuche, dasselbe wieder anzuschirren, erhielt von nichts mitgetheilt worden, ließ fie doch da» Möbelstück

Verkehr, £anö>> tmfc Vottswirthschaft.

LtmbrrrG. 16. December. Frachtmarkt. Roth er Weizen JL 13,60, weißer Weizen JL 13.30, Korn M 9.55, Gerste JL 7M Hafer 5.40.

der Deutsch-Italien. Wein-Imp.-Gesellschaft

sind allgemein anerkannt vorzügliche Tlwchwelne.

Zu beziehen durch: .... ~ ,

A. I 6. Wallenfels, Colonialwaaren; L Kalkhof, Colouiai- waaren ; Eb. Dort, Kaufmann.____________________ bSSb

Foulard-Seide 95 Pf. chinesische rc. in den neueften DesstnS u.Farben, sowie schwarze, weiße gmd farbige He»«eberg«Salve von 60 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. - glatt, gestreift, karrirt, ge. mustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins rc.), Porte- end steuerfrei Ine Hais. Muster umgebend. Durchsohnlttl. Lager: ce. 2 Mill Meter. 8694

Seiden-Fabriken 6. Henneberg (iu t He».), Zürich»

10 Millionen

Flaschen in den Markee der Gesellschaft bis jetzt verkauft

Literatur unb Kauft,

Das kommende Jahr bringt uns den 100. Gedenktag der Geburt Kaiser Wilhelms I. und schon jetzt rüstet man sich, soweit die deutsche Zunge klingt, diesen Tag würdig im deutschen Botte zu feiern, ist doch mit dem Namen dieses erhabenen Fürsten all­dem Hause Hohenzollern ein Stück vaterländischer Geschichte verknüpft, das in Deutschlands Heldenbüchern glänzen wird, solange die Welt von deutscher Geschichte redet. Der durch seine Volksschriften be­kannte Rector A. Wolter bietet in einem soeben im Berlage der Königlichen Hofbuchbandlung von E S. Mittler u. Sohn in Berlin erschienenen Buche: »Kaiser Wilhelm der Große alfr Herrscher, Mensch und Christ". Em Eharacterblld aus seinem Leben geschildert (Preis 1 Mk.), welches zum Besten deS Baufond» der Kaiser Wilhelm - Gedächtnißkirche herausgegeben wird, eine Characterschtlderung deS Hetdenkaisers, wie sie unter den vielen fett mehr als 30 Jahren erschienenen Kaiserbüchern bisher nicht vor­handen ist. Er will mit seiner Schrift versuchen, das Volk, da» einst dem Erfolge zujubelte, daS dem siegreichen Helden seinen stür­mischen Beifall zollte, dahin zu führen, daß eS anfange hinein­zuschauen in daS Herz deS edlen Entschlafenen. An der Hand vo« zahlreichen Einzelheiten auS dem Leben deS großen Kaisers läßt er eS hineinblicken in das Denk-n, Fühlen und Wollen desselben und führt ibn in fesselnder Darstellung vor als den weisen Herrscher, den bescheidenen, einfachen, leutseligen, dankbaren, gewissenhaften und pflichttreuen Menschen, als den wahrhaft frommen Christen und als den Fürsten von eckt königlicher Gesinnung. DaS Merkchen, das mit 55 Abbildungen hübsch ausgeftattet ist, wird bei der Feier deS 100jährigen Geburtstages Kaiser Wilhelms I. sicherlich viele Freunde finden. Eine kleinere im gleichen Verlage erschienene Schrift Kaiser Wilhelm der Große. Ein LebenS- und Cbaracterblld. Festschrift zum 100jährigen Geburtstage unsere» HeldenkaiserS" ist mehr für das jugendliche Alter bestimmt und stellt deshalb die Ge­schichte in den Vordergrund, versäumt aber auch nicht, aus die hohe« Tugenden in zahlreichen Beispielen hinzuwetsen. Bei dem außer­gewöhnlich billigen Preise (25 Pfg.) und der schönen Ausstattung wird das Büchlein als angenehme und zweckentsprechende Festgabe in den Schulen viel Freude bereiten.

Katechismus der Mtueralogie. Von Dr. Eugen Hussak. Fünfte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 154 Ab­bildungen. In Origtnalleinenband 2,50 Mk. Verlag von I I. Weber in Leipzig. Dieser KatechiSmuS ist in erster Linie für Laien bestimmt, wird aber auch Studirendm höherer Lehranstalten alS Nachschlagewerk ober Repelitorium sehr dienstlich sein. I» ersten, allgemeinen Thetle werden die geometrischen und physikalische« Eigenschaften der Mineralien ausführlich erörtert und im zweite« Theile dann alle wichtigen Mineralien, nach der chemischen Zu­sammensetzung systematisch geordnet, spectell beschrieben. Die reiche Ausstattung des Büchleins mit 154 Textabbildungen erleichtert da» Verständniß der C'ystallformen der Mineralien auch für den Laien und Anfänger im Sammeln.

Gottesdienst der israelitischen Religionsgeiellschaft-

Freitag Abend 4ro Uhr, SamStag Vormittag 8 Uhr, Nach­mittag 3 Ubr, SabbathauSgang 5" Ubr.

Nachmittag 2" Uhr Schrifterkläruug in der Synagoge- Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 4 Uhr