Ausgabe 
17.12.1896 Erstes Blatt
 
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in hohem Maße und eine Niederlage zieht die andere nach sich. DerVorwärts" sagt: Bon wesentlicher Bedeutung sei, daß die Borlage an einer Frage gescheitert ist, die ihre Bedeutung nur dadurch erlangen konnte, daß das Vertrauen zu unserer Rechtsprechung in wetten Kreisen nicht mehr ein so gefestetes sei, wie man den Schein zu erwecken beliebe.

Hamburg. 16. December. An die Strtkenden find bi- jetzt 200000 Mark Unterstützungsgelder ausgezahlt worden. Die Lage der Arbeitgeber ist keine rofige. Der Mangel an Ewerführern macht fich immer fühlbarer. 160 englische Erfatzarbeiter find abgereist. Der Strtke endet unzweifelhaft mit dem Siege der Arbeitgeber.

Hamburg, 16. December. Die beim Untergang des Iltis" Geretteten treffen am 22. d. MtS. mit dem DampferHertha" hier ein. Ein festlicher Empfang wird vorbereitet.

Wien. 16. December. In zwei gestern abgehaltenen GemetnderathSfitzungen kam eS wiederum zu Scandalscenen. Zwei Liberale wurden auf drei Sitz« ungen auSgefchloffen.

Schwurgericht.

W. Gießen, 15. December.

Heute hatte fich der Eisenbahnarbeiter Johann Zimmer von Lang-GönS wegen eines Verbrechens gegen die Sittlichkeit zu verantworten. Die Anklage vertritt Herr Staatsanwalt Koch. Die Vertheidigung führt Herr Rechts- anwalt Grünewald. Am 4. November dS. Js. soll nach der Aussage der als Zeugin vernommenen Gabriel Wetz Ehefrau der Angeklagte Abends um 1/*10 Uhr diese in der Ptnggaffe zu Lang-GöuS attaquirt haben, so daß nach der Darstellung der Zeugin allerdings alle Momente des Ver­brechens aus § 176 Ziffer 1 des RchS.-Str.-G. erfüllt find. Der Angeklagte legt fich dem gegenüber aufs Leugnen, jedoch unterstützen in der Beweisaufnahme mehrere Zeugen die An­gaben der Ehefrau Wetz insofern, als sestgestellt wurde, daß Angeklagter am betr. Abend um die fragliche Zett auf der Straße und nicht wie er behauptete, in seiner Wohnung, fich aufgehalten hat. Den Geschworenen wurde außer der Frage wegen Verbrechens aus § 176 Ziffer 1 des RchS.-Str.-G. auf Antrag der Bertheidigung für den Fall der Verneinung der ersten Hauptfrage die wettere Frage vorgelegt, ob der Angeklagte fich der thätlicheu Beleidigung schuldig gemacht hat. Herr Staatsanwalt Koch platdirte für ein Schuldig im Sinne des dem Angeklagten zur Last gelegten Verbrechens. Herr Rechtsanwalt Grünewald vertrat die Meinung, daß der Angeklagte nur schuldig zu sprechen sei der thätlicheu Beleidigung. Demgemäß lautete auch der Wahrspruch der Geschworenen, so daß der Angeklagte mit einer Gefängntß- strafe von sechs Wochen davon kam. Der Vorsitzende entließ mit einem Dank für ihre Dienste, die fie dem Staate ge­leistet, die Geschworenen.

Gießen, den 16. December.

AnSzeichmmg. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, zum 9. December dem Werk­meister bet der Städtischen Gasfabrtk zu Mainz, Nicolaus Pertchen, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für treue Arbeit" zu verleihen.

* Das chemische Untersnchnngsamt für die Provinz Oberheffen, welches seither mit dem hygienischen Institute der LandeS-Universität verbunden war, ist seit Juli d. IS. aus diesem Verbände auSgeschteden und laut Beschluß deS Provinzial-AusschnffeS und mit Genehmigung deS Provinzial- tages als selbstständige Anstalt eingerichtet worden. Die Diensträume desselben befinden fich in dem westlichen Thorhanse am Walllhore Nr. 81. Neben der im Auftrage von Behörden auSgeführten Untersuchung und Begutachtung von NahrungS-, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen, so« wie der Ausführung gerichtlicher Untersuchungen, übernimmt dasselbe auch Aufträge von privater Sette, sowohl tn Bezug auf Untersuchung von Nahrungsmitteln rc., wie auch von chemisch-technischen, landwirthschaftlichen, physiologischen und anderen einschlägigen Gegenständen. Die Dienststunden deS chemischen Untersuchungsamtes find während der Wochentage Vormittags von 9 bis 1 Uhr, Nachmittags von 3 bis 7 Uhr, am SamStag nur Vormittags von 9 bis 1 Uhr.

Klrcheneoucert. Wir haben aus Anlaß der ersten Aufführung am 9. Januar dieses Jahres so eingehende orientirende Aufsätze über daS KtrchenoratoriumDie Ge­burt Jesu Christi" von Heinrich von Herzogenberg gebracht, daß wir Angesichts der morgen stattfindendeu Auf­führung nur darauf zurückoerweisen können. ES sei hier nur daran erinnert, daß die ganze Composition fich auf den alten, schönen AdventS- und Weihnachtsliedern der Kirche aufbaut, waS ihr in Verbindung mit dem so wohl vertrauten Text der Weihnachtsgeschichte etwas so Anmuthendes und An­heimelndes giebt. Ganz wunderbar ist es dem Componisten gelungen, die alten Weisen in durchaus modernen Harmonien zu unS reden zu laffen, ohne daß ihnen dadurch irgend Gewalt angethan wäre. Der Gang deS Oratoriums in seinen drei Theilen: Verheißung, Anbetung, Erfüllung ist im Uebrigeü leicht verständlich. Doch ist slhr zu rathen, daß fich Jedermann mit Textbüchern versehe. Der Aufführung find auch diesmal Schwierigkeiten nicht völlig erspart ge­blieben. Möchte ihr denn die gleiche tiefgehende Wirkung beschieden sein, wie fie tn der ersten Aufführung bezeugt wurde, von der damals an dieser Stelle geschrieben wurde: Der ganze Zauber der fröhlichen, seligen Weihnachtszeit kam unter den Klängen aufs Neue über die Zuhörer, und hielt fie bis zum letzten Ton gefangen!

*H. Stadtlheater. ES wird wohl die gestrige Auf­führung von SchillersWilhelm Teil" die .erste in Gießen gewesen sein und gebührt für die Jnscenesetzung dieser der Direction Kruse-Helm vollste Anerkennung,

zumal auf einer in jeder Beziehung mangelhaft und un- I praktisch angelegten Bühne, wie eS die hiesige ist, der Schwierigkeiten eine Menge vorerst zu überwinden find, um nur einigermaßen den Jllufionen der Handlung gerecht werden zu können. Jedoch verstand eS die Regie, unsere gefürchteten Besorgniffe und Erwartungen günstig auszugleichen, sodaß die Wiedergabe tu würdiger Weise fich gestaltete und der Abend einen recht befriedigenden Verlauf nahm. Die Titelrolle hatte als Gast Herr Oscar Bohn« vom Kölner Stadttheater inne. Ucber seine Leistung schließen wir unS der in gestriger Nummer veröffentlichten Kritik von Crefeld über seine dortige Wiedergabe der gleichen Rolle I voll und ganz an. Der geschätzte Künstler feierte auch hier gleichen Triumph und wird in bestem Andenken bleiben. Bon den hiesigen Mitwirkenden erwähnen wir zunächst Herrn Goldbach, welcher als Arnold von Melchthal eine I schätzenSwerthe Leistung geboten. Seine Sprache war über- I zeugend, seine Characterzrichnung eine festgehaltene und überaus ansprechend sympathische. Wir wünschen dem streb­samen Künstler nur eine noch klangvollere Durchbildung seines Organs und die volle Beherrschung der darstellerischen AuSdruckSwetse. Sein gestriger Erfolg möge ihm dazu er­muntern. Herr Schröder sungirte als Landvogt Geßler und wußte durch fesselndes Spiel spannendes Jutereffe wachzurufen. Besonders lobenswerth ist, daß er keine manierte Theaterfigur schuf, sondern einen im Geist deS Dichters erfaßten Character. Als Freiherr v. Altinghausen hatte Herr Kun ert eine ihm gut liegende, dankbare Rolle. Er führte diese in großartig schöner Weise durch. Herr Frttzschler (Werner Stauffacher) und Herr Peickner (Walther Fürst) waren beide am richtigen Platze und schufen lebenswahre Gestalten. Herr Schalter als Ulrich von Rudenz genügte nicht in vollem Maße. Seine Dkclamation, die meist nur den Anlaut hervorhob, sowie oft durch zu hastiges Sprechen störte, verlor dadurch. Einige Momente gelangen recht befriedigend. Möge sorgfältiges Studium dem bereits öfter aufs Beste bekundeten Talente des jungen Künstlers die richtigen Wege bahnen. Alle anderen Mit- | wirkenden erfreuten durch gute Wiedergabe der innehabenden i Rollen. Der Beifall des sehr gut besuchten HauseS war [ stürmisch, sodaß vollste Annerkennung über daS Gebotene fich darin docuwentirte. Werfen wir einen Rückblick über die nun abgelaufene Theatersaison unter der Direction Kruse-Helm, so können wir mit Freuden constatiren, daß Nichts unversucht geblieben, das Interesse für diese bildende schöne Kunst hierorts zu heben und zu fördern. Wir find auch der Ueberzeugung, daß bet der nächstjährigen Fortsetzung der Spielzeit dieses Bestreben tu gedeihlicher Welse fortge- führt wird. Es wäre nur daS Eine zu wünschen, daß unsere Einwohnerschaft, insbesondere der Lehrstand, die Beamten und Studtrenden, welche zum großen Thetl auch dem Theaterverein nicht angehören, dem Unternehmen bessere Unterstützung zu Theil werden lassen mögen. Ist dies der Fall, so können auch weitgreifende Besserungin tu einzelnen dürftig bedachten Ressorts eintreten. Und dabet gewinnen beide Th eile. Der Direction und dem scheidenden Künstler- Ensemble einAuf Wiedersehen!"

* Gültigkeits-Erklärung. Die zweite Abtheilung des Reichstages erklärte die Wahl des Abg. Köhler, (erster Hesfischer Wahlkreis) dessen Mandat vom Reichstage, nachdem dieser zum Postagenten ernannt worden war, für erloschen erklärt hatte, nachdem er wiedergewählt ist, für gültig.

* eine schöne Weihnachtsgabe. Recht viel Kopfzerbrechen macht eS manchem jungen Ehemanne, was er seiner lieben Ehegattin zu Weihnachten unter den Christbaum legen soll. Nach langem Hin- und Herüberlegen, nach vielmaligem Durchblättern der verschiedensten Kataloge entschließt man fich endlich zu irgend etwas Modernem auf den Körper oder zu etwas für die gute Stube. Wir möchten Vielen eine andere Weihnachtsgabe Vorschlägen. ES ist daS keine, die schillert und blinkt- es ist daS ein Stück Papier, daS vielleicht zu­nächst mit recht sonderbaren Augen betrachtet, aber mit den Jahren immer mehr gewürdigt werden wird. Denn dieses Papier erzählt von selbstlosester Fürsorge für Weib und Kind seitens eines Gatten und Vaters. Die Weihnacht-- gäbe, die wir im Sinne haben, ist eine LebenSversiche- rungS-Poltce.

Wie kam» man Porto sparen - In Anbetracht deS bevorstehenden WeihnachtSfesteS dürfte es für die Absender von Chrtstfestgaben von Interesse sein, zu erfahren, wie man Porto sparen kann. Bei Sendungen über 20 Meilen (3. biS 6. Zone) laffen fich durch zweckmäßige Verpackung resp. durch Eintheilung der zu versendenden Gegenstände in mehrere Packete nicht unerhebliche Porto Ersparnisse be­wirken. ES beabsichtigt beispielsweise Jemand, mehrere Gegen­stände, im Gewichte von zusammen 10 Kilo zu versenden und sormirt hiervon nur ein Pocket, so zahlt derselbe an Porto innerhalb der dritten Zone (bis 50 Meilen) Mk. 1.50, innerhalb der vierten Zone (bis 100 Meilen) Mk. 2., innerhalb der fünften Zone (bis 150 Meilen) Mk. 2.50 und innerhalb der sechsten Zone (über 150 Meilen) Mk. 4., | während, wenn die betreffenden Gegenstände in zwei Packrten

zur Versendung gelangen, daS Porto für alle (zweimal 50 Psg.) eine Mark betragen würde. Die geringe Mühe, zwei Packete anzufertigen (man kann auf eine Begleitadreffe bis drei Packete bringen), würde fich im vorgeführten Falle z. B. bei einer Sendung aus sechster Zone mit zwei Mark Porto Ersparniß bezahlt machen, und eS wird leicht sein, unter Benutzung der obigen Porto-Tabelle eine vortheilhaste Packet-Eintheilung zu treffen. Schließlich fei noch bemerkt, daß fettens deS Publikums vielfach versäumt wird, aus Sparsamkeitsrückfichten Packete werthvollen Inhalts unter

I Werthangabe zu versenden. Dabei wissen Viele nicht, daß die Gebühr hierfür bis zu 600 Mark nur 10 Pfg. beträgt.

Freiensteinau, 15. December. In Steinau hat fich schon vor mehr als 2 Jahren eine Vereinigung gebildet, welche den Bau einer Bahn von dort an die Linie Gedern

Lauterbach betreibt. Dieselbe soll von Steinau über Ulm­bach, Freiensteinau nsw. führen und bet GratnfelbGreben­hain etnmünden. DaS Terrain bietet keine nennenSwerthe« Schwierigeriten, und wo fich eine solche in den Weg stellt, I läßt fie fich durch eine Umiührung beheben. Die» wird namentlich bei Ober-Moo» vothwendig werden. Soweit die projectirte Bahn preußisches Gebiet berührt, find die Ver­messungen fertig. Um die Sache auf der Darmstädter Seite tn Fluß zu bringen, veranstalteten die Steinauer Herren s. Z. hier eine Versammlung und veranlaßten die Wahl eines Comitö», welches die nöthigen Schritte auf der Dies- feite thun sollte. Von einer dahinzielenden Thätigkeit dieses Comitös hat man aber bis j tzt noch nicht» gehört. Wahr­scheinlich sagte man fich, daß die Mühe umsonst sein werde. Nachdem nun aber der preußisch-hessische Elfenbahnvertrag zu Stande gekommen ist, oder doch näckften» zu Stande kommen wird, verspricht man fich auf preußischer Sette Erfolg von den Bestrebungen. Von Steinau gehen daher jetzt wieder Anregungen ans, den Plan energisch zu verfolgen. Man hofft um so mehr auf Verwirklichung de» ProjectS, als man diese neue Linie bis ins Bayerische fortzusühren gedenkt. Wie man hört, interesfirt fich der Landrath deS Kreise» Schlüchtern sehr für diese Angelegenheit,- auch die zuständigen höheren Behörden sollen derselben wohlwollend gegenüber stehen.

Darmstadt, 15. December. Die Strafkammer II ver­handelte gestern gegen den Jakob Schuchmann I. vcn Crumstadt, der am 17. October d. I. bei einem Treibjagen in dem Dornheimer Wald einen Treiber durch einen Schrotschuß tödtete. Der Sachverhalt ist folgender: Am genannten Tage hielten die Pächter der Dornhetmer Jagd in dem nördlich von Dornheim gelegenen Walddtstrict (Hirsch- Horst) eine Treibjagd ab, woran sich etwa 20 Schützen be- theillgten und wobei man 15 Schulknaben als Treiber ver­wendete. Das zweite Treiben betraf ein durch drei Schneisen, Sauweid-, Eschen- und Lange Schneise, gebildete» Dreieck. Die Jäger waren auf diesen Schneisen verthetlt aufgefhflt, der Angeklagte stand auf der Langen Schneise. Nachdem die Trelberlinie bereits etwa 40 ©dritte von dem Stand- orte des Angeklagten vorbei war, hörte er hinter sich in dem bereits getriebenen Theile des Waldes ein Geräusch, von dem er nach der Art und Weise seines Näherkommen« annahm, daß es von einem Reh, da» durch die Treiberlinie zurückgegangen fei, herrühre. Sehen konnte et nicht», da gerade an der Stelle, wo er stand, der Wald und namentlich der Rand desselben mit sehr dichtem Unterholze, namentlich Dornbüschen, bewachsen war. Als das Geräusch fich bi» auf 2,20 Meter genähert hatte, erblickte er durch eine hand­große Olffaung in der Belaubung etwas Graue», auf da» er sofort, tn der Meinung, eS fei das Reh, seine Flinte ab- drückle. Auf den auf den Schuß erfolgenden Schrei fab man nach und fand den zehnjährigen Schulknaben Philipp Krumb von Dornhetm tobt am Boben liegen. Die ganze Schrotladung, man zählte 76 Schrotkörner, war demselben in die Brust gedrungen. Der Knabe hatte, um fich gegen die Nässe deS Waldes zu schützen, einen bräunlichen Sack um den Kopf und die Schultern gelegt, die Farbe desselben hatte die vollständige Täuschung Schuchmanns hervorgerusev. Direct neben dem Getödteten befand fich ein zweiter Knabe, der unverletzt geblieben war. Schuchmann ist bereit« 64 Jahre alt und geht schon 43 Jahre auf die Jagd. Das Gericht verurtheilte ihn in eine Gefängnißstrafe von neun Monaten. WS Darmst. Ztg.

VerMischtes.

* Berlin, 15. December. In der vorigen Nacht starb hier eine Frau Bremer, welche im Jahre 1794 in Frank furt a. O. geboren war, also ein Alter von 102 Jahren erreicht batte.

Bremen, 15. December. DerSalier" ift, wie nunmehr festgestellt werden konnte, um 3 Uhr Morgen» durch heftige Brandung auf Klippen geworfen worden, wodurch da» Schiff zerfchmetterte und sofort zum Sinken gebracht wurde.

* Lübeck, 15. December. Gestern Abend entstand in NauckeS CtrcuS Bariöte großer Schrecken dadurch, daß eil Bär von der Bühne unter das Publikum drang, da» in wilder Flucht den CircuS verließ. Einige Damen wurdet ohnmächtig. Der Bär wurde jedoch bald wieder ergriffen.

Afchaffeaburg, 15. December. In der Zün^waaren- fabrik von Ludwig Cromer ist heute Nachmittag 6Vs Uht mit fürchterlicher Detonation der Füllraum In die Lnfi geflogen. In demselben waren 16 Mädchen beschäftigt von denen aus den Trümmern bis jetzt vier tobt und -ehr schwer verletzt hervorgezogen wurden. Ecenio wurden -we Männer schwer verletzt. Ob noch wehr Verunglückte fiä unter den Trümmern befinden, konnte noch nicht sestgestell werden, da die AusräumungSarbeiten wegen der Dunkelhet nur sehr langsam vor fich gehen. An den RettungSarbeitel beteiligen fich die Feuerwehr und da» hiefige Militär.

eine wenig schöne Aer-tec,murren, scheint tn den Städtchen Schildau (Prov. Sachsen) zu herrschen. I' einem dortigen Blatte erschien das folgende charakteristische Inserat eines ArzteS:Einem hiefigen Einwohner ist wiederum gelungen, einen jungen Arzt zur Niederlaffong « Schildau und zum Einzuge in dessen leerstehende Wohnvo, zu bewegen. Obgleich ich weiß, daß die Wirksamkeit au, dieses Arztes hier am Orte nicht von langer Dauer feil wird, will ich dieses Mal der Sache nicht ruhig zuschauei und gebe folgende Erklärung ob: 1) Allen denen, welche di: Hülse des jetzt zugezogenen Arztes in Anspruch nehme-, I werde ich nie wieder ärztlichen Beistand leisten. 2) In o< I neuen Rechnungen, vom 15. October d. IS. ab, bl» all Weiteres werde ich Jedem in Schildau und Umgegend, °i es wünsart, die Hälste des daran angesetzten Betrage« er­lassen. Weiteren Nachlaß biS zur Behandlung ganz behalte ich mir vor."

Einen Unmenschen hat man in dem calabrischeu I Slmigliano verhaftet, der seit Jahren den Klndermo»

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