Ausgabe 
17.4.1896 Erstes Blatt
 
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Strecke LollarWetzlar, nicht wie es für dieInteressenten am Bortheilhaftesten wäre, bet der Ausladestelle Abend- stern, sondern über 1 Kilometer davon entfernt, bei der Station Kinzenbach genehmigt. Ja Folge besten werden die am meisten betheiligten Firmen: Gebrüder Stumm, Anderns'sche Eisenwerke und die Lahnkalk- und Marrnor- JndustrieAug. Gabriel jr. bei der betreffenden Verwaltung vorstellig werden, daß statt Kinzenbach doch Abendsterv als Allschlußpunkt gewählt werden möge. Wir erfahren übrigen-, daß die Allgemeine Deutsche Kleinbahn Gesellschaft Berlin, welche die Breberthalbahn bauen wird, sich für deren In­angriffnahme eifrig interessirl, daß der Bau bald angefaogeu und die Bahn in Betrieb kommt.

* Schonet Baume und Sträucher! Jetzt, wo es in der Natur wieder grün werden will, mögen folgende Dichter­worte zur Beherzigung empfohlen sein:

Auch sag ich Euch: 's ist alles heilig jetzt, Und wer im Blühen einen Baum verletzt, Der schneidet ein wie in ein Mu'terherz! Und wer sich eine Blume pflückt zum Scherz Und sie dann von sich schleudert sorgenlos, Der reißt ein Kind von seiner Mutter Schooß "

Au8 dem Lumdathale. 14. April. Da- Geleise der neuen Etsenbahnstrecke Grünberg-Londorf ist nun in seiner ganzen Länge gelegt, und das schnaubendeDampf- Roß- eilt täglich zur Förderung deS vollständigen Ausbaues der Bahn von einem Ende zum andern. Die Lumdabrücke bei Keffelbach hat die Feuerprobe gut bestanden, indem sie sich beim Befahren weniger senkte, als man anuehmeu durfte. Die Stationsgebäude, deren innen Einrichtung nunmehr erst recht in Angriff genommen werden wird, sehen jetzt schon stattlicher auS, als diejenigen der früher gebauten Neben­bahnen, und stellen selbst die Gebäude der Hauptbahnen OberheffenS in den Schatten. Während an einzelnen Halte­punkten der seit Jahren in Betrieb befindlichen Nebenbahnen gar kein Gebäude vorhanden ist, fällt es bet der neuen Bahn sehr Vortheilhaft in die Augen, daß hier die StationS- einrichtungen an allen Orten nahezu gleich groß und solide auSgeführt find. Unser Thal wird wahrscheinlich im Laufe des Sommers durch die in den letzten anderthalb Jahren gebaute Bahn dem Weltverkehr mehr geöffnet- vortheilhafter in dieser Hinsicht ist aber die noch zu erbauende Strecke Loudors-Lollar, we-halb man der Inangriffnahme dieser Aus­führung auch im oberen Lumdathale allgemein mit der größten Spannung entgegensieht.

x Bon der Rabenau, 15. April. Der Handel mit jungen Gänschen wird jetzt wieder recht schwungvoll be­trieben. In den meisten Orten unserer Gegend besteht die Gewohnheit, im Herbste alle Gänse zum Schlachten zu ver­kaufen. Im Frühjahr muß daher alljährlich wieder junge Zucht in anderen Orten eingekauft werden, zu welchem Zwecke man truppweise bis über drei Stunden weit geht. Sind die Gänschen etwas rar, so müsten Kauflustige mitunter für das Stück weit über eine Mark zahlen, oder nach einem vollen Tagesmarsche mit leeren Körben fich nach Hause be­geben. Im Herbst kommen die Käufer der fetten Gänse gern in solche Orte, wo man die Gänse kein Jahr alt werden läßt. In Climbach sind kürzlich zwei neue Glocken angeschafft worden, da die einzige Glocke, welche seither in dem kleinen Kirchthurme hing, gesprungen war. Die neuen Glocken mit den Tönen des und f klingen etwas hoch, find aber, da fie dieselbe Stelle einnehmen, welche seither eine Glocke inne hatte, ganz entsprechend.

A Aus dem Ohmthal, 15. April. Gestern und vor­gestern wirbelte wieder lustiger Flocken tanz in der Lust und auch heute noch treten Schneeschloßen auf. In der vorgestrigen Nacht schneite es so stark, daß am Morgen die Dächer mit einer Schneedecke überzogen waren. Vom Vogels­berg sahen die Koppen, die kaum ihr Schneegewand ver­loren, mit frischen Wintermänteln zum Thal hinab. Daß die Vegetation bei solch winterlichem Wetter fast stille steht, ist selbstverständlich. Namentlich find die Oostbäume in ihrer Entwickelung gehemmt- seit drei Wochen ist kaum ein Fortschritt in derselben bemerkbar. Allerdings schadet diese Verspätung keinesfalls den Blüthen, sondern kann ihnen sogar sehr dienlich sein, da bei zu früher Blüthezeit die Blüthen sehr oft den nachfolgenden Nachfröften zum Opfer fielen. Reichliche BlÜthenknospen sind bei den Kirschen, Pflaumen und Birnen bemerkbar, bet Zwetschen und Aepfeln, die im vorigen Jahr guten Ertrag geliefert, weniger. Ganz wunderbar üppig hat sich die Kornsaat entwickelt. Während man ihretwegen noch im vorigen Monat Besorgntß hegte, gilt ihr Stand heute als ein sehr vollkommener. An der Zett wäre es nun, daß trockene Witterung einträte, damit die Feldarbeit begonnen werden kann. Böse Zeit ist eS seither für die Bienen gewesen- wer ihnen nicht die erforder­liche Aufmerksamkeit widmet, kann jetzt noch manche- Volk verlieren, daS den Winter glücklich überstanden hat.

B. Büdingen, 12. April. Für unsere Molkerei ist ein besonderer Umstand von großem Bortheile, die hier seit einigen Jahren etabltrte Glasbläserei, und für letztere wird die Molkerei segensreich werden. Beide ErabliffementS liegen nahe am Bahnhofe. Die Glasbläser werden, da sie in einer hohen Temperatur arbeiten müsien, naturgemäß von Durst geplagt. Die Leute müffen etwa- trinken, aber Spirituosen sind nachtheilig. Hand und Auge werden unsicher durch den häufigen Genuß von geistigen Getränken. Ünfichere Hände liefern mangelhafte Arbeiten, für welche die Fabrik nicht-, oder nur geringen Lohn zahlen kann. Da kommt nun die Molkerei und liefert mit ihrer Magermilch, Dick- oder Buttermilch vortreffliche Getränke, welche billig find, den Durst löschen und den Körper und Geist gesund und frisch erhalten. So arbeiten sich beide Unternehmungen auf- Beste gegenseitig in die Hände und beweisen da- alte Sprich­wort: Eine Hand wäscht die andere, oder: WaS dem Einen recht ist, ist dem Anderen billig.

§§ Som höheren Vogelsberg, 14. April. Infolge der seitherigen Witterung ist die Roggensaat etwa- hervor»

getreten, jedoch sind die «eisten Aecker halb leer, so daß wohl eine schlechte Ernte zu erwarten steht. Auch da- Unter­nehmen unserer Landwirthe, mehr JohanniSroggen zu bauen, da derselbe widerstandsfähiger sein soll, ist gescheitert, denn diese Roggensorte ist ebenfalls meistens weggegangen. Die Aussichten für unsere Landwirthe find für diese- Jahr wenig günstig, weil auch die Viehpreise zurückgegangen find und die Maul- und Klauenseuche, in Folge deren die «eisten Märkte verboten wurden, den Absatz erschwert.

*e* Mainz. 15. April. Mittwoch, den 22. April findet im ConcerthauS dahier die Versteigerung der 1893er und 1892er Weine des Wetnberg-besitzer- Herrn Carl Braß statt. Zum AnSgebot kommen: 8 Stück 1893er Bechtheimer (Taxe Mk. 5 bis 600), 4 S.ück Gaubischofs. Heimer (Taxe Mk. 800), 9 Stück Badenheimer (Taxe 750 bi- 850), 16 Stück Niersteiner und Nackenheimer (Taxe 900 bis 1300). 12 Halbstück 1892er Ntersteiner und Nacken­heimer besserer und bester Lagen (taxirt Mk. 650 bi- 1500). 28 Halbstück 1893 er Niersteiner, Nackenheimer und Hoch­heimer bester und feinster Lagen (taxirt zu 800 bis 2000 Mk), während die Spitze dieser hervorragenden Collection, 1 Halb- stück 1893er Niersteiner Fuch-loch Riesling Beerenlese mit 3000 bis 4000 Mk. bewerthet ist. Den Schluß bilden 5 Halbstück Gundersheimer Rothwein 400 bis 500 Mk. Ein Besuch der Proben am 16., 17., 18., 20. und 21. April im Hause des Herrn Versteigerers, Gaugaffe 73, ist bet der Vielseitigkeit und Güte des Gebotenen sehr zu empfehlen.

A Mainz, 15. April. In heutiger Sitzung der hiesigen Stadtverordneten theilte der Vorsitzende eine Eingabe der Handelskammer Mainz an die verbündeten preußischen und hessischen Regierungen betreffs Verstaatlichung der hessischen LudwtgSbahn mit, nach welcher die hessischen Plätze und besonders die Stadt Mainz bezüglich der Set« waltungSfitze berücksichtigt werden soll. Die Stadtverordneten» Versammlung schließt fich dieser Eingabe in allen Thetlen an. Weiter schloß sich die Stadtverordneten-Versammlung einem Antrag ihrer juristischen Commtsfion auf Annahme der vielgenannten Blad'scheu Erbschaft an. Die Erb schäft soll unter dem NamenBlad-Stiftung" verwaltet und verwendet werden. Zu einem Ehrenpreis für die tm Juli hier stattfindende SchlossereiauSstellung bewilligte weiterhin die Stadtverordneten - Versammlung 400 Mark.

Dermifd?tcs»

Mb. Kaffe!, 15. April. Am Billetschalter deS Centralbahnhofs wurde gestern Nachmittag von einem polnischen Arbeiter ein falsches Ein-Markftück in Zahlung gegeben, von dem Beamten aber confi-cirt und die Unter­suchung eingeleitet.

Ms. AnS Knrheffen, 15. April. Nachdem die Ange­legenheit der Erlangung des einjährig-freiwilligen Militär­dienstes der Volksschullehrer im Sinne der Lehrer entschieden ist, wird eS interefsiren, daß in der Provinz Hrffen Naffau zur Ausstellung der erforderlichen Berechtigungsscheine die evangelischen Seminare zu Homberg und Schlüchtern, die paritätischen Lehrer-Seminare zu Dillenburg und Usingen und das katholische Lehrer-Seminar zu Fulda berechtigt find.

Die Stadt Neuwied, welche kürzlich beschloffen hatte, electrische Beleuchtung einzuführen, hat dieser Tage der Firma C. Buchner in Wiesbaden den Zuschlag ertheilt. Zur engeren Concurrenz waren noch hinzugezogen: Siemen- & Halske in Berlin, ElectricitätS-Actiengesellschast vorm. Schuckert & Cie. in Nürnberg, Electricitäts Actiei« gesellschaft W. Lahmayer In Frankfurt a. M. Die Anregung zum Bau einer electrischen Centrale wurde von der Direction des dortigen Gaswerks gegeben, welche sich vor die Alternative gestellt sah, die Gasanstalt zu vergrößern oder in irgend einer anderen Weise zu entlasten. Man entschied fich für das letztere und hat so eine noch rationellere Ausnützung der Gasfabrik als früher erreicht, da die Accumulatoren am Tage geladen werden und des Abends gemeinsam mit dem Motor das Licht erzeugen. Die elektrische Centrale, welche außer dem Bahnhofe und später eoent. einzurichtender Privat­beleuchtungen 80 Bogenlampen zur Beleuchtung der Straßen speist, wird vermittelst eines Deutzer Gasmotors in Ver­bindung mit einer Dynamomaschine der Deutschen Elcctricitäts- werke in Aachen und mit den von den Kölner Accumulatoren­werke zu liefernden Accumulatoren betrieben und ist Neu­wied die erste Stadt in Deutschland, welche ihre sämmtltchen Straßen ausschließlich mit dem der electrischen Glühlicht­beleuchtung in Bezug auf Licht'ffect bet Weitem überlegenen Bogenlicht bewirkt. Allerdings find die breiten und geraden Straßen von Neuwied besonders zur Beleuchtung mit Bogen licht geeignet. Da Se. Maj. der Kaiser im Juli gelegent- lich der filbernen Hochzeit deS Fürsten von Wied in Neu­wied erwartet wird, so soll die Anlage In drei Monaten betriebsfertig sein. Die wirklich beachtenSwerthe Art deS UebergangS von Gasbeleuchtung zur electrischen Beleuchtung dürfte mancher anderen Stadt, die im Begriffe steht, ihrer Gasanstalt durch den Bau eines meist zu groß projectirten ElectricitätswerkeS Concurrenz zu machen, zur Nachahmung empfohlen werden.

* BreSlau, 13. April. In der MatthiaSsiraße wurden vier Personen, eine Mutter mit drei Kindern, in einer verschlossenen Wohnung anscheinend vergiftet auf­gefunden. Der Tod muß schon vor etwa zehn Tagen ein» getreten sein.

Apearade, 12. April. Ein armer Fuhrmann in Apenrade hatte ein so schwache-, alte- Pferd, daß eS kaum noch fich selbst fortbewegen konnte. AlS er eine- Morgen- in den Stall ging, um sein Pferd zur täglichen Au-fahrt anzuschirren, fand er diese- nicht mehr, dagegen aber ein andere- kräftige« Pferd, welche- gute Menschen ihm durch Sammlung angeschafft und Über Nacht zugesühit Haden.

* Die Bahnsteigsperre soll auchs in Bayern zur Ein­führung kommen. ES ist beabsichtigt, die Sperre zunächst

auf den Hauptstrecken durchzusühren und daun im Laufe b, beiden nächsten Jahre diese Maßnahme auch auf die Seite­strecken auSzndehnen. Geplant ist, bis October d. I. beteil die Stationen der Strecken AschaffenburgWürzburg, tot: bergPafsau und WürzburgMünchen mit den erforbe lichen Einrichtungen zu versehe» und dann die Sperre eb= zuführen.

* Sine Ptotzeuhschzeit regte in Stuttgart bie ft. müther aller Damen auf. Die Tochter eine- reich?, ProductenhändlerS heirathete einen Frankfurter Herr. Das HochzeitSmahl mit 140 SouvertS im KönigSbausaj lieferte der Hofrtaiteur Bechtel, daS trockene Couven ,> 30 Mk. Der Brautwagen war mit feinste« weißen Stlcg au-geschlagen. Statt der Knöpfe befanden fich an bc, Polstern blühende Myrthensträuße- mit solchen waren aoy die Geschirre der Pferde der übrigen HochzeitSwagen ou . gestattet.

Sin HochzeilSscaadal, der in befferen bürgerlich., Kreisen Straßburgs spielt, macht zur Zeit viel von reden. In vergangener Woche fand die Civiltranuog &rt Fabrikanten FrühniSholz mit der Tochter eines Brauerei directorS statt. Die kirchliche Trauung sollte zwei Ten später sein. Zur Hochzeit hatten fich Gäste au- verschütt,er Thetlen Elsaß Lothringen«, auS Paris, Nancy, Belfort u. s., eingefunden. Nur einer fehlte: der Bräutigam. Er h« ., in der Zeit zwischen Civil- und kirchlicher Trauung htv zösischen Abschied genommen und zwar in Begleitung eitet Dame, mit der er seither in intimem Vrrhältniß geftauiti hatte.

* Fürsten Einkommen. DaS tägliche Einkommen der deutschen BundeSsürsten beläuft sich (nach den neuesten Ktaa-.z. Handbüchern der Einzelstaoten) wie folgt: Der König uoc Bayern hat täglich Mk. 11,050 zu verzehren, der König do, Sachsen 5560, der König von Württemberg Mk. 5271, bei Gr o ßheczog von Hessen Mk. 2964, der Großhetzc, von Weimar Mk. 2301, der Großherzog von Dlbenbun Mk. 1385, der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz Mk. der Regent von Braunschweig Mk. 1917, der Herzog do, Sachsen-Meiningen Mk. 1865. DaS kieinste^Einkommen kr. der Fürst von Rruß ä. L. mit Mk. 214 täglich. ES dürfte, diese Nebenetnanderstellungen manche irrige Anschauunga beseitigen. Bezüglich ihres Privatvermögen-, da- tn bn obigen Ziffern keine Berücksichtigung gefunden hat, gelte als die reichsten Fürstenhäuser die von Sachsen, Sachse» Weimar, Regent von Braunschweig, Prinz Albrecht v« Preußen, Anhalt und Schaumburg-Lippe.

Ein 139 jähriger Greis erschien nach einer Mittheilun, au« Moskau in einem dortigen medizinischen Butte: (Sanitätswache) und bat, mau möge feine verletzte H-n: verbinden. Der Arzt thot dies und fragte nach dem Alm des Greises. ES erwies sich, daß derselbe im Jahre 1751 geboren war, somit im obigen Alter steht. Er wurde n der RegierungSzcit der Kaiserin Elisabeth geboren und lebte unter den Kaisern Peter III., Katharina II., Saul, Altxandet l. NicolauS I., Alexander II., Alexander III. und jetzt mutt der Regierung deS Kaisers NicolauS II. Der GreiS »ar bis zu seinem 86. Lebensjahre Kutscher bei einem Grahn als er einst die Kalesche mit einer Verwandten de« Grafit umwarf, wurde er nach Sibirien verschickt. Dort lebte er dis zum Jahre 1891.______________

Eingesandt.

Giitzen, 16. April 1896.

Kaum sind die glänzenden Feste der 25jährigen Wiederkehr bd ruhmreichen Feldzüge« 1870 und 1871 verflossen und schon wiedc rüstet man sich zu einer Feierlichkeit. Der junge Vlarint Berein. der erst trotz seine- vierjährigen Bestehen« schon so manche« palttoibch Fest gefriert bat, will am 14. Juni 1896 in w6tein<$ Saalbau' Ittn Fahnenweihe begehen. So Mancher, der den schönen Darbiducffl de« Marine-Verein- bei Gelegenbeit de- Stiftung-feste- oder k: Weihnacht-bescheerung, auf dem Gebiete de-MarinewesenS, fleiert hat, wird sich gerne der vergnügt verlebten Stunden erinnern, un) gewiß auch an dem Feste der Fahnenweihe regen Antbeil neema zumal nach einem ganz vorzüglichen Programm für Unterhalt« gesorgt ist. Von auswärtigen Marine-Vereinen sind schon innwl düngen eir-gelauien. _____________________________

Literatur und Kanft

,$et ®teiti der Weifen*. Wir erhalten da« 8. -«i dessen abwechslungsreicher, mit vielen instructioen Addlldunaen gestatteter Inhalt un- veranlaßt, unsere Leser auf die Puolicatto! neuerding- hinzuweifen. Eine Reihe gediegener naturwissenschaftliche Abhandlungen (über Symbiose, Taxidermie, da-Gemetngesühl, $ b und Bewegung) wechselt mit technisch tntenffanten BeiuLg« (Wagenbau, Fahrrad Laternen, Bronce-Jndustrie, Wasieroeloctp-d und anderen gemeinnützigen Miltbeilungen geographischen, dy-ievi'äc und technischen Inhalte- darunter eine sehr inftrudioe über d» Electro automaltsche Claoter" ah. An 30 gelungene Abbiidurg« sind allenthalben in den Text eingestreut und tragen zum Berfltafnr der behandelten Themm wesentlich bei. Wotiien für Hau- m>d V» eine kurze Schilderung der Katakomben von Pari- (iüufairt), ie*1 Besprechungen neuer Erscheinungen de- Büchermärkte- bewidti den reichen Inhalt de« Heftes. Da diese-, sowie die oorangegavg"^ allm billigen Anforderungen entsprechm, wird die weitverbreitet populär-wissenschaftliche Revue (A Hartleben- Verlag, Wien) I«»6 alten Anhängern sich gewiß manchen neuen Freund erwerben__

An Sie Irauen AeutschlanSs.

Hinweisend auf die Antheilnahme, w-lche Deutschland an W Bestrebungen für den Vogelschutz nimmt, wie die übiigeo ^atwoc mehr und mehr etfmnenb, daß die immer größeren Verheerun-o welche der Mensch in der Vogelwelt anrichtet, nicht mehr n0TJ sittliche, sondern auch eine den practischm Rußen nahe angehena Frage ist, rufen wir die Frauen Deutschland- immer wieder«» mitzuhelfm in dem Kampfe geg-n die Feinde der Vogelgelchle»«^ vor allem aber aufzuhöcen, selbst Feinde der Vogelgeschlechtnv sein, indem sie einer Mode entsagen, welche Millionen von vo-w opfem fordert.

Die Königin Victoria von England hat einer Hofdame, mit einem mit Voaelleichen verzierten Kleide erschim, sa-cn ein solcher Schmuck mache ihrem Eharacler keine Ehre.

Rein, ein solcher Schmuck macht dem Eharacter der Fr« rn» Ehre, und da- sollte Grund genug feto, ihn für ewige Acht und Bann zu thun.

Die Frau, welche die Vogelleiche auf dem Hut trä-i, wj * sich selbst, Denn sie nimmt Ibeil an einer Grausamkeit. E» i® r ihr Ansehen, denn sie zeigt, daß sie eitler ist als einsichtsvoll