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Frankfurter Äörfe vom 14. Februar 1866.
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des Herrn Rechtsanwalt Grünewald.
1. Laut Bericht des „Gießener Anzeiger" vom 18. December ». Z. faßte Herr Grünewald in seinem Schlußworte das Resultat der öffentlichen Versammlung dahin zusammen, daß „Deutschste sinnige und Socialdemokraten, wie es politisch reifen Männern zukomme, sich einmal gegenseitig ausgesprochen hätten, nur die Rat onallibera en seien der Versammlung fern geblieben. Entweder sei dies ein Zeichen ihrer nummerische» Schwäche oder ihres mangelnden Interesses, sich über politische Frage» auszusprechen". Also etwas, wesentlich andere-, als Herr ©im ewald „berichtigend" angibt. Ob diese Apostrophe aus dem Munde des Herr» Grünewald „gehässig" ist oder nicht, kann man ruhig dem Urtheil der Leser überlassen.
2. Laut Annonce des „Gießener Anzeiger" vom 10. December v. I ladet der Vorstand der freisinnigen Dolkspartei zu ber-„gelegentlich des Parteitage» der freisinnigen Voltspartei stattsindenden off nb licken Volksversammlung" ein, die Leitung d r ganz-n Versammlung lag in den Händen dieser Partei, das heißt in hergebrachter Sluebruderoeife: Es war eine freisinnige Versammlung, zu der, wie dies üblich iß, Jedermann Zutritt latte.
3. Herrn Grünewald muß ich entschieden das Recht bestreiten, eite von mir aufgestellte Behauptung bezüglich ihrer Richtigkeit zu bezweifeln; zumal es ihm kaum zweifelhaft fein kann, daß ein großer Theil seiner Parteifreunde den fraglichen Ausfall mißbilligt hat, denn in der Versammlung selbst ist ihm diese Mißbilligung sofort von mindesten» einem unzweifelhaft einstustreichen VorstandSmttqliede ausgesprochen worden. Auch hieran schemt Herr Grünewald sich bei seiner „Berichtigung" nicht mehr erinnert zu haben.
4. Wenn Herrn Grünewald „nachträglich" mitgetheilt wurde, daß ich in der Versammlung anwesend war, so hat man ihm wahrscheinlich nicht mitgetheilt, daß ich alsbald nach dem Toaste des Herrn Rechtanwalt Dr. Gutfleisch auf die Freiheit und die freiheitliche Entwicklung de» Vaterlandes weggegangen bin und aifo bei seinem „Kampfe gegen die Socialdcwokratie" nicht mehr anwesend war. E- wäre im Uebrtgen interessant, zu erfahren, wie viel Socialdemokraten Herr Rechtsanwalt Grünewald durch solche Redeschlachten bereit» bekehrt oder gar erschlagen hat. ES gibt Leute, die den Werth solcher DiSc fiionen unendlich gering anschlagen und behaupten, daß die Socialdemokratie durch dieselben nicht geschwächt, sondern gestärkt werde.
5. Zum Schluffe sagt Herr Grünewald : „Jetzt nach 2 Monaten Man biitet, bevor man fritifirt, den Gegenstand der Kritik genauer zu betrachten. Es war, wie im Bericht gesagt, in Folge der vielfachen Fest lichkeiten im Monat Januar die erste Versammlung des nationalliberalei Vereins, in der den Mitgliedern die begehrte Erklärung gegeben werde, konnte und weil sie begehrt worden war, gegeben worden ist. Herr Grünewald kann beruhigt sein, der engere Vorstand würde ohne Inter» pellation überhaupt keine Erklärung abgegeben haben, er erachtete Herr, Grünewald für seinen gehässigen Ausfall durch das Urtheil seiner Parte-
reunde genügend gerichtet.
Doch genug über diese eigenartige „BerichtigungHerr Grünewald indet mit Aufforderung zum Zusammenschluß de» Bürgerthums im Kamri zegen Reaction und Revolution — „Humor" — möge er ihm und alte Gleichdenkenden derselbe nie getrübt werden! Auf die Rolle eines ernsthaften fachlichen Politikers paßt aber eine solche AuffaffungSweise nicht.
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