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•• Ueörr dir Verwendung dm SaSgluhlicht für Zwecke der Eisenbahuverwaltung hat der preußische Etsen- bahnmi nister den Etsenbahvdirectionen folgende Anweisungen ertheilt: „Die aus den gemäß Erlaß vom 13. Juli v. I. erstatteten Berichten hervorgeht, kann gegenwärtig als feststehend angenommen werden, daß durch Verwendung deS Auer'schen GaSglühlichtS bei der Beleuchtung von Jnvevräumen, in denen die Dauer der Glühkörper nicht durch Erschütterungen, Luftzug und Staub beeinträchtigt wird, eine Herabsetzung der Ausgaben für Beleuchtung auf etwa die Hälfte deS bet den älteren Gaslicht Brennerformen auf. zuweudenden Betrages ermöglicht wird. Sofern dagegen bte bezeichneten Vorbedingungen nicht erfüllt find, insbesondere bet der Außenbeleuchtung, wird nach den bisherigen. Erfahrungen der durch die bessere Ausnutzung deS GaseS erzielbare Bortheil im Allgemeinen durch die vermehrten Kosten für den Ersatz der Glühkörper, sowie durch die verminderte Betriebssicherheit der Brenner ausgewogen. In Anbetracht dieser Berhältniffe wollen die Directionen fortfahren, nach Maßgabe der verfügbaren Mittel an den dazu geeigneten Stellen planmäßig die Brenner älterer Einrichtung durch solche für Auer'scheS Gaslicht zu ersetzen. Bei der Außen- beleuchtung sind die Versuche fortzusetzen, und zwar unter Benutzung einer der verschiedenen neuerdings tu den Handel gelangten verbefierten Laternen (z. B. Ritter, Schülke rc.). Ueber die erzielten Ergebnisie ist binnen Jahresfrist zu berichten, und dabei gleichzeitig anzugeben, welche Kosten er- wachsen würden, wenn überall dort, wo dies nach Maßgabe der gewonnenen Erfahrungen zweckmäßig erscheint, an Stelle der vorhandenen Brenner solche für Auer'scheS Glühlicht angebracht werden."
W. Dors Gill, 14. Januar. Man erinnert sich der Mittheiluug von Anfang deS vorigen MonatS, worin gemeldet wurde, daß in der Nacht bei einem Gewitter der Blitz in den Kirchthurm zu Muschenheim gezündet habe. Sei es nun, daß daS Krachen deS Donners oder das plötzlich aufflammende Feuer dem Feuerboten von Muschenheim die Besinnung geraubt hatte, genug, der Mann war, uneingedenk seiner Instruction, daran gegangen und allarmirte die Feuerwehr der Nachbar-Gemeinde Dorf-Gill, indem er trotz Sturm und Wetter nach dorthin sein 17 Jahre alteS Dienstmädchen sandte mit dem Auftrage, von dort Hilfe zu holen. AlS die Männer von Dorf. Gill an der Brandstelle anrückten, war der Brand von der sehr tüchtigen freiwilligen Feuerwehr in Muschenheim bereits gelöscht. Der Bürgermeister und der Commandant der Feuerwehr waren nicht wenig erstaunt, ob der so bereitwilligen, unbeorderten Brandhilfe der Nachbargemeinde und weigern sich mit Recht, die inzwischen eingelaufene Rechnung der Gemeinde Dorf-Gill aus allgemeinen Mitteln zu bezahlen, so daß dem übereifrigen Feuerboten wohl nichts wetier übrig bleiben wird, als zu
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nähme der Führers der mohcuaebc ischen Rebellen und dessen Sohnes, sowie die Verhaftung von hundert Haupt- lingen an.
Petersburg, 14. Januar. Von informirter Seite wird die Meldung englischer Blätter demeutirt, daß zwischen Rußland, Deutschland und Frankreich ein anti britisch es Uebereinkommen bezüglich der Venezuelafrage bestehe und, falls ein englisches Geschwader tu dcn venezuelanischen Gewäfierv erschiene, solchem sogleich ein französisch-russisches folgen würde.
Vilbel, 14. Januar. Gestern Abend wurde auf bo Station der frühere Gemeindeeiuuehmer Hermann Raus.r unter dem Verdacht vou Unterschlagungen i« Amte- bei seiner Ankunft verhaftet.
Laub ach, 11. Januar. Auf Anregung des hiesigen Bürgermeisters wird auf der „GetSwiese" nahe der Wetter, etwa zehn Minuten von hier entfernt, eine Eisbahn an- gelegt werden, die diejenige am Thiergärtner Teich um ein Bedeutendes an Ausdehnung übertreffen wird. Di' Kosten werden bei Gründung eines EtSbahnvereinS, wenn jeder drr sich Betheiligeudeu nur einen geringen Beitrag gibt, in Kurzem gedeckt werden. — Am Gedenktage der 25jährigen Gründung deS Deutschen Reiches wird daS hiesige- Gymnasium eine Schulfeier im Cafinofaale veranstalten, wo- bei Herr Gymnasiallehrer Becker die Festrede halten wird. An Kaisers Geburtstag wird, wie im vorhergehenden Jahre, ein öffentlicher FestactuS im „Solmser Hofe" statt- finden. — Eine größere allgemeine patriotische Feier von den hiefigen sämmtlichen Vereinen wird Sonntag Nachmittag im Gasthause „zum Schützenhofe" abgehalten werden. Herr Pfarrer Bolp wird die Festrede übernehmen.
□ An» dem vhmthal, 14. Januar. ES dürfte noch bekannt sein, daß im verfloffenen Herbst allseits daS Mafien^ auftreten von Mäusen im Felde gemeldet wurde, die dort der jungen Klee- und Korusaat nicht unbeträchtlichen Schaden zusügten. Die ersten Ueberschwemmuugen und fortgesetzten Regengüsse räumten untet dem Mäuseheer ersichtlich auf. Biele Mäuse aber verzogen sich auch und suchten alS Zufluchtsorte die Gebäude auf, so daß fie hierin jetzt auffallend stark auftreten. In der That klagt man vielfach über die Menge der Mäuse, vor denen im Hause fast nicht» sicher ist. Eine gute Katze ist daS beste Mittel zur Verminderung ber Mäuseplage. Daneben verwendet man jetzt auch automatische Mausefallen, in denen fich eine große Zahl von Mäusen fangen läßt, da jede gefangene MauS die Falle selber wieder stellt.
AlSfeld, 10. Januar. Die Bevölkerung unseres Kreises hat fich seit 1890 um rund 100, von 36 657 auf 26557 Einwohner vermindert. Eine verhältnißmäßige Zunahme hat nur die Stadt AlSfeld erfahren, indem fich ihre Einwohnerschaft von 4084 auf 4292 hob. Ueber 1000 Einwohner haben weiterhin Groß Felda (1013), Homberg a. d. Ohm (1290), Nieder-Ohmen (1089), die letztgenannten drei Orte haben abgenommen- über 500 Einwohner haben Altenburg, Angenrod, Atzenhain, Brauerschwend, Burg-GemÜnden, Eifa, Grebenau, Kirtorf, Leusel, Dbti» Breidenbach, Ober-Gleen, Ober Ohmen, Rainrod, Romrod, Ruhlkirchen, Ruppertenrod, Schwarz, Storndorf und Zell.
Bübingen, 12. Januar. Gestern Nachmittag bewegte fich ein großer Leichenzug vom hiefigen Bahnhofe nach dem Gottesacker. Man brachte die sterblichen Ueberreste de» । in dem kräftigsten ManneSalter verstorbenen evangelischen I Pfarrers Bauer zu Ober-WidderSheim zur letzten Ruhe auf den hiefigen Friedhof, wo er, ein geborener Böbinger, in dem Erbbegräbniß seiner Familie beigesetzt wurde. Die zahlreiche Betheiligung der Leidtragenden, worunter fast sämmtliche Geistliche teS DecanatS Nidda, sowie von den Behörden die Herren Geheimer RegierungSrath Klietfch und KreiSschulinspector Buß, war schon ein beredtes Zeugmß für die Achtung und Liebe, die fich der Verstorbene während seiner 10jährigen Thätigkeit in seiner ersten und einzigen Gemeinde Ober-WidderSheim mit ihren Filialen erworben hatte. Vormittags hatte in Ober-WidderSheim selbst für die Gemeinde im Pfarrhof eine Trauerfeier stattgefunden, wobei Herr Drcan Hofmeyer über daS Wort: „Lebe, wir, so leben wir dem Herrn" u. s. w. sprach und auf die letzte Predigt de« Entschlafenen zu Neujahr 1896 Bezug nahm, bei der er schon gefühlt und auch angedeutet, daß seine» BletbenS hienieden nicht mehr lange sein werde. Drmst. Ztg.
§ Bo« BogelSberg. 14. Januar. Heute herrscht hier ununterbrochener Schneefall bei Südwest. Die Schneedecke hat bereit» die Höhe von einem Fuß erreicht- Stege uni Wege find verschneit. Da der Schneefall noch weiter bauen, so find Verkehrsstörungen zu befürchten. Maa vergeffe $et 1 hungernden Bügel nicht.
§§ Bo« hSherea Vogelsberg, 12. Januar. Die Bauern- regel: „Wenn die Tage ansangen zu langen, kommt der Winter gegangen", scheint diesmal hier für unsere Gegend ' zuzutreffen, denn wir haben hier eine recht empfindliche U Kälte. Die Wintersaaten sind trotz dem letzten Than- I weiter noch gut mit Schnee bedeckt, sodaß dieselben nicht * I leiden, währenddem an den Abhängen deS GebirgS, wo fast nur wenig oder gar kein Schnee mehr liegt, die Wintersaat mehr gefährdet ist. Der Wildstaud befindet sich in erträg licher Verfassung- die Holzhauer können ihre Arbeiten wieder verrichten. — Die Preise deS SchwetnrfletscheS sind in letzter Zeit noch etwas zurück gegangen, obwohl man für Me Feier- tage auf einen PreiSaufschlag gehofft. DaS Pfund mit) gegenwärtig mit 41 bis 43 Pfg. Schlachtgewicht gekauft, mitunter sogar für nur 38 bis 40 Pfg. Ob nun auch die noch immer niedrigen Butterpreise damit zusammenhäageo, wollen wir dahin gestellt sein laffen. Preise von 70 bW 75 Pfg. pro Pfund von Seiten der Händler sind um diese Zeit noch selten vorgekommen. Die Ursache der nicbtrn Prelle liegt jedenfalls in der Steigerung der Margarine Fabrikation. Kürzlich ist e» vorgekomm n, daß sogar Händler ihre eingekaufte Butter nicht wieder absetzen konnten, sondew damit nack Frankfurt reisen mußten, um die Butter nur oer werthen zu können. — Die Preise des Rindviehes, welche allein noch etwas hoch waren, find etwas zurückgegaugev Allgemein herrscht gegenwärtig nicht allein bei den Land-
I wirthen, sondern auch, infolge davon, bei den Geschäftsleute« . überall Geldmangel. — Infolge der Gesuche an Großherzog-
. licheS Ministerium del Innern und der Justiz find die Be
träge für die von der Nothstands Commission im Jahre 189» vn> 1894 gelieferten landwirthschoftlichen Bedarfsartikel, x»u 4 Proc. Z usen, bi» 1 December 1896 gestundet Word» ’ Andernfalls würde mancher Landwirth schwer geschädigt
wirthschaften besprochen werden.
♦♦ Zu Amerika verstorbene Hessen. New York C.ty. Frau Catharina Elisaberha Landmann, 76 Jahre alt, a«ß I Schotten. Baltimore, Md. Heinrich Wöhrn, 75 Jahre alt, I auS Heffen-Darmstadt. Cincinnati, O. Dr. C. A. Schneider, 91 Jahre alt, au» Framersheim. DonnelSville, O. Anna Elisabetha Agle geb. Kriegbaum, 64 Jahre alt, aus Winter- kästen. Saft Liverpool, O. Margaretha Dosch geb. Dornberger, 68 Jahre alt, au» Biensbach. East Liberty, Pa. Christine Ruth geb. Schmidt, 58 Jahre alt, aus Rimbach. Elizabeth, N. I. August Hill, 59 Jahre alt, auS Heffen- Darmstadt. Fond du Lac, WiS. Eva Elisabeths Seibel | geb. Pfeifer, 67 Jahre alt auS Kleinkarben. LouiSville, Kh. Dorothea Kreider geb. Ditzel, 73 Jahre alt, auS Büdingen. Milwaukee, WiS. Heinrich Koehler, 57 Jahre, aus Mainz. Sptingfield, O. Wilhelm Roth, 54 Jahre alt, auS Reichelsheim.
Znbtlän«S-Denkmünzen aul erobertem Gefchutz. Am 18. und 19. Januar begeht daS deutsche Volk die 2bjährige Erinnerungsfeier der Aufrichtung des deutschen Kaiserreiches. Wir bringen bei diesem Anlaß die mit den Bild- oissen der drei Kaiser, Bismarcks und MoltkeS gezierten Jubiläums Denkmünzen auS erobertem Geschütz, welche zum Besten ber Kriegergräber - Schmückung hergestellt wurden, allen Patrioten In Erinnerung. Diese Festtage bieten nochmals Gelegenheit zur geschenkweisen Neberlaffung der Denk- münze an Veteranen, wie dies beim letzten SedauStage Seiten» Hunderter von Vereinen, Städten, Fabrikbesitzern usw. bereits geschehen ist. Die Denkmünze kann gegen Einsen- düng von 60 Pf. und 20 Pf. Porto von dem Goldschmied Mezger in Metz, welchem der Generalvertrieb von der Vereinigung zur Kriegergräber-Schmückung in Metz übertragen ist bezogen werden. Bei Entnaywe von 20 Stück tritt der ermäßigte Preis von 50 Pf. für da» Stück ein, 50 Stück werden portofrei übersandt.
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Lieber Steul!
Vor 25 Jahren haben wir daS Christfest zusammen im fernen Orleans gefeiert und seitdem freuen Sie fich gewiß, wie ich jedes Jahr, daß wir glücklich nach Hause gekommen find und das schöne Fest im Kreise unserer Familie feiern können. Da uns beide ber liebe Gott diesen Tag heute gesund hat erleben laffen, so drängt eS mich. Ihnen ein kleine» Erinnerungszeichen an die unvergeßliche Zeit, die wir in Frankreich durchlebt haben, zu schicken. Ihren treuen und guten Dienst, den Sie mir geleistet haben, werde ich nie vergeffen. DaS anliegende Buch enthält viele schöne Bilder der Männer und Gegenden, die wir theilS selbst kennen gelernt ober von denen wir wenigstens viel gehört haben. Die Schilderungen der Schlachten und Gefechte find so geschrieben, daß fie Jeder verstehen kann, und so hoffe ich, daß Sie Freude an dem Buche haben, daS jedenfalls ein» der besten ist, die zur Erinnerung an den großen Krieg geschrieben worden find. Sollte ich einmal selbst etwa« für Sie ober Ihre Familie thun können, so wenden Sie fich nur nngentrt an mich; was in meinen Kräften steht, soll geschehen. Und nun wünsche ich Ihnen noch viele vergnügte Weihnachten und alle» Gute für Sie unb Ihre Familie. Auch meine Frau schließt fich diesen Wünschen an und sendet mit mir herzliche Grüße.
Ihr alter Batteriechef gez Beck, Oberst.
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Gieße«, 15. Januar 1896.
Strafkammer. Gestern verhandelte die Strafkammer in fiebenstünbiger Sitzung gegen den ehemaligen Bürgermeister, OrtsgerichtSvorsteher und Standesbeamten Heinrich Scheer er von RüddingShaufen wegen versuchter Verleitung zum Meineid in acht Fällen, sowie wegen zweier Betrugs- fälle. ES waren über 30 Zeugen erschienen. Am 9. Juli d. I. stand derselbe Angeklagte vor demselben Gerichtshof, um sich wegen Vergehen im Amt, die aus Gebührenüberhebungen bestanden, zu verantworten. Scheerer wurde damals zu drei Monaten Gefängntß verurtheilt, gleich nach der Verhandlung aber in Untersuchungshaft genommen, weil er der versuchten Verleitung zum Meineid dringend verdächtig. Er hat diese Verbrechen, außer in einem Fall, begangen, um die Folgen der gegen ihn schwebenden Untersuchung abzuwenden. Die sehr umfängliche Beweisaufnahme ergab die volle Schuld nach dieser Richtung. Der Angeklagte hat bei seinen Strafthaten nicht nur sein Ansehen als Bürgermeister gröblich mißbraucht, sondern ist in einzelnen Fällen mit Rafft- nemeut zu Werke gegangen. Er veranlaßte u. a. einen zum Werkzeug auserkorenen Zeugen, in verschiedenen Wirthschaften zu erzählen, welche Wahrnehmungen derselbe gemacht haben sollte. In einem anderen Falle suchte er einen Zeugen zu veranlaffen, in einem Civilprozeß wegen einer Schuld im Betrage von 51 Pfennig für Schnaps eine ihm günstige Aussage zu machen. Wenn die vom Angeklagten theilweise auch abhängigen Menschen erklärten, sie könnten doch unmöglich eine solche Aussage beschwören, so beruhigte dieser fie damit, der Eid sei weiter nichts als eine Folteret, um die Menschen zu ängstigen. Scheerer legte sich während der ganzen Verhandlung auf's Leugnen. Die Staatsbehörde ließ die Anklage wegen Betrug fallen, beantragte aber wegen ber acht Fälle der versuchten Verleitung zum Meineib für jeden Fall ein Jahr und sechs Monate, im ganzen acht Jahre und sechs Monate Zuchthaus zu erkennen. Die Berthridigung plaidirte dahin, daß nur ein fortgesetztes Verbrechen vorliege und daß die beantragte Strafe eine zu hohe sei. Nach langer Berathung verkündete ber Vorsitzende, LandgerichtSdirector Jöckel, daß der Angeklagte schuldig ber versuchten Verleitung zum Meineid in acht Fällen und zu sechs Jahren ein Monat Zuchthaus Ullt-r Einbeziehung der noch zu verbüßenden G-sSngnWrns- . den Schaden noch zu tragen,
von drei Monaten, zu verurtheilen sei, ihm auch die bürger- _ nn* mr rewten Rett
Ä KXSÄ»; “S Jjä. -• eintritt, die Pferde vor Schlitten und Chaisen rc. mit Heimathgemeinde zugeführt.
Schellengeläute und zur Nachtzeit mit L aternen ver- V AuS LaugSdorf, 13. Januar, wird uns geschrieben^ sehen sein. DaS Auffichtspersonal ist angewiesen, Zuwider- Je mehr Leute eS leider in dieser Zeit gibt, die fich
Handlungen zur Anzeige zu bringen. die traurige Aufgabe gestellt haben, allenthalben Unzufrieden-
**Der Central-Vorstand deS Rhein-Maiu-Gastwirlhe-Ber- heit zu säen und besonders die niederen gegen die höheren
haabe», in welchem sämmtliche Vereinsvorstände deS ganzen Ber- I Stände aufzuhetzen und Gehorsam, Liebe, Treue und Dan - bandes durch Delegirte vertreten find, trat gestern in Darmstadt, I barfeit für leeren Wahn zu halten, um so "freulicher ist^eS,
behufs Stellungnahme zu verschiedenen Gesetzentwürfen zu- I doch noch überall Menschen zu begegnen, die fich in uebe
lammen. Vorwiegend gilt eß der Agitation gegen daS Wein- und Dankbarkeit zugethan find. DaS ist aber nidjt biofe
steuergesetz, da dessen gänzliche Aufhebung von der ober- im Bürger- und Bauernstände der Fall, sondern auch im
hesfiichen Mehrheit deS FinanzauSschuffeS der Zweiten Kammer Kriegsheere. Züge van Selbstve.leugnung und Aufopferung nicht empfohlen wird. Weiter soll Stellung genommen werden im Dienste liefert besonders der letzte Krieg viele, der ehr- tU dem Gesetzentwurf über den Besuch öffentlicher Lust- würdige Kaiser voran. Aber auch ein Bierteljahrhundert bar fetten und Wirthschaften durch jugendliche Personen. I nachher ist dieses schöne Einvernehmen nicht geschwunden- In dritter Linie soll eine Petition gegen die Strauß- davon ein Beispiel. Der örtsHener von Bettenhausen bet 1 Langsdorf, Steul, ekhielt am WeihnachtStage ein Packet. Darin befand fich ein Prachtwerf „Krieg unb Sieg" von Hartung, dabei auch ein flingenbeß Andenfen mit folgender Widmung: „Seinem braven Burschen Steul zur Erinnerung an den Feldzug 1870/71. Beck, Oberst. 24./12. 1895." und nachstehender von rührend väterlichem Wohlwollen zeugender Bries, der sowohl dem Ehre macht, der ihn geschrieben, als auch dem, an den er gerichtet war:
Darmstadt, 24. December 1895.


