Ausgabe 
15.7.1896 Erstes Blatt
 
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Berlin. 14. Juli. Wie aus Lauterberg denBerl. , Neuest. Nachc." gemeldet wird, bessert fich das Befiaden deS Gouverneurs Major v. Wißmann langsam aber stetig.

Berlin, 14, Juli. Die Arbeiten für den Bau deS Elbe- Trave Canals find an die Firmen C. D eh ring in Hamburg und Philipp Holzmaun u. Co. in Frankfurt a. M. vergeben worden.

Berlin, 14. Juli. Eine allgemeine Handwerker- Conferenz Nord- und SüddeutfchlaudS zur Berathung deS in Kürze zu veröffentlichenden Organisations-Entwurfs, betr. das Handwerk, ist für Anfang September tu Ausficht ge­nommen.

Pest, 14. Juli. Der liberale ReichSrathSabgeordnete Graf Stefan Sztaray wurde gestern in seinem Zimmer in Nagymthaly ermordet aufgefunden. Details fehlen noch.

Odessa, 14. Juli. In der Eisenhütte zu Nischnt Ter- zinSkt fand eine Hochofen-Explosion statt. 13 Arbeiter wurden getödtet, 10 schwer verletzt.

Darmstadt, 14. Juli. Zum Bau eines sechsten Badehauses zu Bad-Nauheim ist der zweiten Kammer eine Regierungsforderung von 460000 Mk. zugegangen.

WB. Budapest, 14. Juli. Nach Blättermeidungen ist Reichsrath-abgeordneter Graf Stefan Sztaray zu Nagy- Michaly io vergangener Nacht ermordet worden. Der Mörder schoß durch das Fenster auf den im Bett liegenden Grafen, welchen er tödtlich verletzte. Verdächtig ist ein ent- laffener Beamter, welcher anscheinend einen Racheakt verübte.

CocaUs nnö protHnjicUcs,

Gießen, den 14. Juli.

* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donuer-tag den 16. Juli 1896, Nachmittags 3x/2 Uhr pünktlich: 1. Die Uebersicht üver die wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Real­gymnasiums und der Realschule Gießen für 1895/96. 2. Gesuch der Großh. Direction der Oberhesfischen Eisen­bahnen wegen Entwäfferung. 3. Gesuch deS Emll Schwall um Erlaubniß zur Anbringung eines Firmenschildes. 4. Des­gleichen des Otto Schmidt zur Anbringung einer electrifchen Uhr am Hause Marktstraße 1. 5. Baugesuch der Firma

Heyligenstaedt u. Comp. für die projectirre verlängerte Liebig- straße. 6. DeSgl. deS Heinrich Wtnn für die Hofmann- straße, Ecke der Hollergaffe. 7. Ausbau deS Riegelpfades. 8. Beschaffung von Zerchenschränken für den Sradtgeometer. 9. Wirthschaftsplan über die Waldungen der Stadt Gießen für 1897/98. 10. Gesuch der hiesigen Ztegenbefitzer, betr. das Halten eines Ziegenbock«- hier: Gewährung eines Zu­schusses. 11. Einrichtung eines städtischen Arbeitsnachweises. 12. Die Ferien der Stadtverordnetenversammlung. 13. Ge­such deS Carl Euler um Ertheilung der Erlaubniß zum WirthschaftSbrtrieb im Hause Hammftraße 16. 15. DeSgl. des Daniel Wichard im Hause Hammftraße 14.

R ** Rudersport. Die Meldungen zu der am 26. Juli stattfindenden sechsten Ruderregatta find vorzüglich ausgefallen und versprechen mehr als je zuvor scharfe und intereffante Kämpfe im friedlichen Wettstreite auf unserer immer mehr Anklavg findenden Regattastrecke. Nicht weniger als 30 Boote mit 140 Ruderern find gemeldet und zwar in folgender Zusammenstellung: Vierer, Wanderpreis der Stadt Gießen: 1. Mainzer Ruderveretn, 2. Frankfurter Ruderclub. Zweiter Vierer: 1. Gießener Rudergesellschaft, 2. Oberrader Rudergesellschaft, 3. Offenbacher Ruderverein, 4. Offenbacher RudergesellschaftUndine", 5 Frankfurter Ruderclub, 6. Würzburger Ruderverein, 7. Frankfurter Ruder- gesellschastSachsenhausen". Einser, Lahnpocal: Gießener Rudergesellschaft (A. Oßmann). Junior Vierer: 1. Frank­furter Ruderclub, 2. Frankfurter RudergesellschaftSachsen­hausen", 3. Oberrader Rudergesellschaft, 4. Mainzer Ruder- verein. Zweiter Einser: 1. Gießener Rudergesellschaft (Conr. Rübsamen), 2. Würzburger Ruderveretn (Georg Schwarz). Dollenzweier: 1. Kreuznacher Ruderveretn, 2. Oberrader Rudergesellschaft. Anfänger-Vierer: 1. Frank­furter Ruderclub, 2. Frankfurter RudergeseüichaftSachsen- Hausen", 3. Offenbacher RudergesellschaftUndine", 4. Kreuz­nacher Ruderverein, 5. Wetzlarer Ruderclub. Dollenvierer: 1. Gießener Rudergesellschaft, 2. Offenbacher Ruderveretn. Achter, GroßherzogSpretS: 1. Frankfurter Ruderclub, 2. Wetz­larer Ruderclub, 3. Oberader Rudergesellschaft.

* Kirchen Eoucert. Am Freitag Abend wird der Evan­gelische Kirchen-Gesang-Verein sein« Sommer- Aufführung in der JohauneSktrche halten. Dieselbe bringt eine Reihe von Chorgesängen auS älterer und neuerer Zeit- zunächst eine Choral-Motette von Johann Michael Bach (1648 bis 1694), einem Oheim deS berühmten Jobann Sebastian Bach, welch' letzterer die Tochter des OheimS, Marie Barbara, heirathete. Die Motette des wackeren Organisten, der zu Gehren bet Arnstadt gewirkt hat, flicht den in vierstimmigem Satz gehaltenen Spruch:Herr, wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde" mit dem Choral:O Jesu Chrtste, Gottes Sohnzu einem kunstvollen und wirksamen Ganzen zu­sammen. ES folgen zwei vierstimmige Choräle im Satze deS Erzvaters der Harmonie, I. S. Bach, sodann zwei Compofitionen desselben Meisters, die in dem Schemelli'schen Gesangbuch von 1736 enthalten sind, die eine (Liebster Herr Jesu, wo bleibst du so lange?) ein Lied voll inniger Sehnsucht und wehmüthiger Klage, die andere (Kommt, Seelen, dieser Tag") ein schwungvoller, matfrtscher Pfingft- gesang. Endlich bringt der Chor eine Compofition deS be­kannten geistlichen VolksliedsSchönster Herr Jesu" von Otto Scherzer, deren seingesügter contrapunkrischer Bau und edle Haltung den vornehmen Tonsetzer bekundet. An Solo- Gesängen enthält das Programm zweiBiblische Bilder" von Eduard Laffen, dem auch hier aus seinem Zu­sammenwirken mit Buff - Gießen wohlbekannten Weimar- fchen Tonmeisters, der fich in den lieblich anmuthenden

Stimmungsbildern (Berg des Gebets",Bethania") von der I liebenswürdigsten Seite zeigt. Besondere Bereicherung erfährt das Programm durch die gütige Mitwirkung des Herrn Profeffor Or. Krüger, welcher uns durch den Vortrag zweier Blolincompofitionen (I. S. Bach, Le Clair) erfreuen wird. Die sterS mit besonderer Sympathie begrüßte Chorschule wird nebst dem Gluck'schen Gesang (Äih' auS Deines HimmelShöhn") eine englische Weise (Herr, bleib bei unS") ingen, und endlich Herr Organist Trautmann das Ganze mit zwei Orgelvorträgen (e-Äur-Präludium von Bach, Fuge von Mendelssohn) in den würdigen Rahmen etnfaffen. Die Leitung des Ganzen hat Herr Geh. Kirchenrath D. Köstlin Übernommen.

Steinl Garten. Nächste Woche wird fich die Piston- virtuofin Frl. Sophie Branden hier hören laffen. lieber die künstlerischen Leistungen der Genannten schreibt die Köln. VolkSztg." u. A.:DaS Flora Concert vom ver­gangenen Sonntag Nachmittag dürfte alle Zuhöhrer in hohem Maße befriedigt haben. Ein Genuß ganz eigener Arr wurde durch das Auftreten der Solistin auf dem Cornet ä Piston, Frl. Sophie Branden, geboten, und die Vorträge fanden reichen, ungeteilten Beifall. Die junge Dame bewies sich als Meisterin ihres Instrumentes, verfügt Über eine hervor­ragende Technik, und, fern von dem Bestreben, nach Effect zu Haschen, weiß sie den Tönen, auch in den höchsten Lagen, einen Schmelz und Wohllaut von ungewöhnlicher Schönheit zu verleihen. Mit großer Feinheit und Exaktheit der Au«- ührung verbindet sie verständnißvolle Auffassung und Wärme )eS Ausdrucks. Ganz besonders gilt dicS von dem ewig chönenVerlassen bin i" von Koschat, das als Zugabe türmischen Beifall fand. Fräulein Branden wird noch in vier Concerten auftreten'"

* Säuger-Vereinigung Gießen. Zn dem Concert am Donnerstag den 22. d. MtS., auf welches wir schon wiederholt in unseren Spalten hingewiesen Haden, find nun alle Vorbereitungen erledigt. In den Proben wird seit Wochen schon mit emsigem Fleiß gearbeitet und Dirigent wie Sänger wetteifern miteinander, um das Concert wirklich zu einem Concert zu gestalten. DaS ist auch mit ein Grund, weshalb man davon abgesehen hat, daS Concert im Garten bei einem Glase Bier abzuhalten. Ein anderer Grund war reiltch auch der, fich nicht von dem sehr launenhaften Wetter­gott abhängig zu machen- aber bestimmend war denn doch bie Absicht, etwas wirklich Gediegenes zu leisten- und wie ein schönes Bild durch einen passenden Rahmen gehoben, so wird auch eine gute musikalische Leistung gewinnen, wenn sie in geschlossenem, zu einer Aufführung hergerichteten Saale dargebotea wird. Die Sänger-Vereinigung hat nun keineswegs die Abficht, den erhofften Ueberschuß für ihre Zwecke zu verwenden, der ganze Reinertrag ist auch diesmal wieder der Allgemeinheit zugedacht. Der Gleiberg- Verein, eine Anzahl Herren, die es sich zur Aufgabe gestellt haben, das alte Wahrzeichen Gießens dem Verfall zu entreißen, soll der Empfänger sein. Zu diesem Zweck gehört Geld, viel Geld und wenn dem Vereine auch die wohlverdiente Sympathie durch eine stattliche Mitgliederzahl n klingender Weise entgegengebracht wird, so reichen diese regelmäßigen Eingänge nicht zu. Hier heißt es eingreifen, weitere Einnahmequellen schaffen und der Appell an unsere Einwohner, daS Concert recht fleißig zu besuchen, dürfte icher auf guten Boden fallen. Schon heute können bei Herrn Challier reservirte Plätze (1.50 Mk.) vorgemerkt werden, wo auch der Situationsplan ausliegt.

♦♦ Verein zur Züchtung reiner Hunderaffen in Gießen. Die im Gießener Anzeiger bereits zweimal besprochene Grün­dung einesVereins zur Züchtung reiner Hunderassen" hat n weiteren Kreisen lebhaftes Interesse gefunden und hat sich ienn auch bereits eine größere Anzahl von Mitgliedern theils schriftlich, theils persönlich gemeldet. Es ist dies für einen erst entstehenden Verein gewiß ein erfreuliches Zeichen und zugleich die Gewährleistung, daß ein BedÜrfniß that- sächlich vorlag, daß seine Existenz nöthig wurde. Wenn wir Umschau halten in der Hundewelt Gießens, so beleidi­gen eine Menge vonFixkötern" Conglomerate seltsamster Natur, das Auge deS Sportsmann und Kenners. Wir wollen aber nicht allein und einzig nur diesen Standpunkt für den Hundeliebhaber zunächst der wichtigere einnehmen, wir wollen auf etwas allgemein JntereflirendeS ein geben: Wie find die Hunde gehalten und gepflegt, und darauf müssen wir antworten: schlecht. Schlecht, oft nicht nur aus Nachlässigkeit, sondern vielfach auS Unkenntniß. Wie oft ficht man hier Hunde herumlaufen mit äußerlich sichtbaren Krankheiten, Hautausschlägen, womöglich sogar mit Räude! Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, ein Thier, daS in Allem dem Menschen am anhänglichsten und treuesten ist, daS, kurz gesagt, sein bester Freund ist, auch zu halten und gut zu halten. Wir weisen nicht auf die vielen einzelnen, vorzüg- lichen Eigenschaften deS Hundes hin, durch die er feinen Herrn dankbar belohnt. Dieses Thema ist schon so vielfach behandelt worden und eS weiß jeder Hundeliebhaber, jeder Jäger, wer nur immer Hunde gehalten hat, Proben davon wiederzugeben. ES ist für den Verein eine gewiß von vielen Seiten dankbar aufgenommene Aufgabe, belehrend in Bezug auf Pflege und Haltung unserer vierfüßigen Freunde zu wirken. Ein weiteres und namenlich für den Waidmann hervorragend wichtiges Interesse bietet der Verein durch Anlage eines Schliefplatzes für Teckel und Foxterriers, wo sie ihre Hunde für den Fuchs und Dachs gründlich ein­arbeiten lassen können. Außer den wenigen hier genannten Dortheilen, die der Verein den Hundefreunden zu bieten im Stande ist, wären außer einer gemüthlichen Geselligkeit die Abhaltung von Zeitschriften, von guten Büchern, gelegentlich Vorträge zu erwähnen, die namentlich anregend wirken und das Interesse an der ganzen Sache zu erhalten geeignet sind. Ein weiterer Passu« ist indeß noch zu erwähnen, daS ist der materielle vortheil, den der Verein feinen Mitglie- dern zu bieten die Absicht hat. ES ist ja jedem Laien bekannt, wie andere Preise ein rassereiner Hund erzielt einem

Fixköter" gegenüber. ES steht fest, daß der Verein einer Ankauf von Hunden leichter und billiger bewcrkstcllen kann und daß eS dann nicht leicht oder geradezu ausgeschlossen ist, beim Ankauf über» Ohr gehauen zu werden der Hunde­handel geht ja bekanntermaßen beinahe über den Pferdehan­del. Eine gelegentliche GratiSverloofung eines selbstverständ­lich rassereinen HuudeS dürfte desgleichen Manchem sehr will- kommen sein. Es find bereits einige überzählige Vierfüßler von den Herren Besitzern zur AuSloosung in liebenswürdig­ster Weife zur Verfügung gestellt worden. Noch zu erwäh­nen wären die Preis- und Prüfungssuchen, die Hundeschauen, die der Verein anftellen wird, die Dlplomierung guten Ma- terialS und die Collectivbeschickung von Ausstellungen. ES weiß Jeder, der Ausstellungen einmal beschickt hat, waS für Umständlichkeiten, Kosten, Aerger und Sorge, abgesehen von i Gesundheitsgefahren der vierfüßigen Lieblinge damit verbun­den find. Kurzum, der Verein hat ein sehr weites Gebiet, auf dem er wirken und fördern kann und muß. Mögen diese kurzen Ausführungen dazu beitragen, die Bestrebungen deS Vereins in weiteren Interessentenkreisen verdiente An­erkennung finden zu lassen und durch eine zahlreiche Mit­gliederschaft die Gründung und gedeihliche Ausbildung fichern. ES wäre sehr erwünscht, wenn die am Mittwoch Abends um iP/i Uhr im Hotel Kaiserhof stattfindende Generalversamm­lung recht zahlreich besucht würde, da ja Wichtiges vorliegt: DorftandSwahl. Genehmigung der Statuten. Festsetzung des Jahresbeitrages (3 Mark)

* Ernennung. Herr Dr. Carl Zimmer, Lehrer an der höheren Mädchenschule dahier, wurde zum Lehrer an der Realschule und dem Progymnafium zu Alzey ernannt.

* Im Lombardverkehr der ReichSbank können in erster Klasse beliehen werden die 4procentigen Anleihescheine der Stadt Gießen von 1887, sowie die 3*/* procentigen von 1890 und 1892 bis 1896.

Postalisches. Wer seine Wohnung oder Geschäfts- räume im Laufe dieses Jahres mit der Stadtfernsprech­einrichtung verbinden lassen will, muß seine Anmeldung baldigst, spätestens bis Anfangs August d. I., an daS hiesige Kaiserliche Postamt einsenden. Spätere Anmeldungen können erst im ersten Bauabschnitt deS nächsten JahreS zur AuS- sührung kommen.

N. Nidda, 13. Juli. Eichenlohrinden find in unserer Gegend etwas seltenes, weil derartiger Waldbetrieb wenig vorkommt. Im District Hainborn wurde hübsche Eichenloh­rinde erzielt, der Gentner ging zu Mk. 4.65 an ein hiesiges HauS über. Im südlichen Odenwald, nach dem Neckarthale, find ganze Quadratmeilen mit Eichenschälwalduugen bedecke und wenn die Rinden geerntet werden, erhalten die Kinder Rindenferien, weil alles mithelfen muß, was Hände hat.

E. Echzell, 13. Juli. Nächsten Sonntag den 19. d. M. werden Sc. Hochwürden Herr Prälat Dr. Habicht aus Darmstadt eine große Kirchenvisitation in diesiger Gemeinde abhalten. Bekanntlich finden alle 10 Jahre Visitationen durch den Superintendenten, welcher für die Provinz Ober­hessen zugleich Herr Prälat Dr. Habicht ist, statt, während alle fünf Jahre Visitationen durch den Decan des betreffenden DecanatS vorgenommen werden.

M.W. Aus der mittleren Wetteran, 13. Juli. Die Horloff wird bei unS an verschiedenen Stellen auSgeputzt und geräumt. Leider zeigt fich hierbei, daß der Bestand an Fischen bedeutend gelitten hat und weiter leidet. Der Wafferstand ist nämlich ungemein niedrig und sehr warm, alle Fischfeinde haben daher leichtes Spiel. Die Trockenheit, welche seit April nur durch sehr vereinzelte Regentage unter- brochen wurde, fängt an, wieder recht unangenehm zu werden, weil alle Gemüse und die Kartoffeln deutlich darunter leiden.

Darmstadt, 13. Juli. Die hiesige Section des Odenwaldclubs war gestern in einer Stärke von ca. 40 (so wenig wohl wegen des heißen Wetters und der vielen sommerlichen BereinSoeranftaltungen hier) in dem unterhalb der Neunkircher Höhe schön gelegenen, letzthin auch viel von Sommerfrischlern besuchten Lützelbach, in dessen Nähe aus Betreiben des rührigen GaftwirtheS Meyer und der Sectiou Ober-Modauthal" eine sog. Alpensennhütte eingewelht wurde. DaS ländliche Fest gab wieder einen schönen Beweis von dem guten Sichzusammenfinden der städtischen und ländlichen Ele­mente im Club. In der Notiz in Nr. 162, 3. Bl. soll eS bez. Dr. Walther heißen:zu ansehnlicher Stellung gebracht."

Mainz, 13. Juli. Infolge von Zwistigkeiten mit den hiesigen Socialdemokraten beabsichtigt der ReichStagSabgeord- netc Joest, sein Reichstagsmandat und LaudtagSmandat niederzulegen.

Au« Rheinhessen, 13. Juli. In den Weinberger der Gemarkung Büdesheim werden bereits farbige Früh­burgunder Trauben angetroffen. Allenthalben hängen die Stöcke so voll, wie seit langen Jahren nicht gesehen worden. ______________________________________

Unlauterer Wettbewerb.

(Nachdruck verboten.)

4. Trügerische Benutzung fremder Name» u»d 9in»e», unlautere Ausnutzung von Fabrik- und SeschSftSgeheimniße».

Das Handelsgesetzbuch trifft bereit« Bestimmung dahin, daß jede neue Firma sich von allen an demselben Orte oder in derselben Gemeinde bereit« bestehenden und in da« Han­delsregister eingetragenen Firmen deutlich unterscheiden muh. Damit wird ein gewisses unredliches, auf Täuschung deS Publikums berechnetes GeschäftSgebahreu nicht genügend ge­troffen- bisweilen giebt Jemand seinem Geschäfte einen Namen, eine Firma oder eine Bezeichnung, die große Aehn- lichkeit mit Namen, Firma oder Bezeichnung eine« andere» Geschäfte« hat. Dadurch sucht er tut Publikum einen Jrr- rhum zu erregen, und Kunden auzulocken, die sich dem an­deren Geschäfte zürnenden wollen oder jedenfalls ohne die täuschende Benennung nicht zu Ihm kommen würden. DaS ist ein unlauterer Wettbewerb, gegen welchen einzuschreite»

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