Ausgabe 
15.4.1896 Erstes Blatt
 
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Italien seien als Grundlage für die demnächstige Er- Neuerung des Dreibundes aozuseheu. Minister-Präsident Rudtui mache italieuischeu Politikern kein Hehl au» seiner vollkommenfteo Befriedigung über die politische Seite deS Besuches deS Deutschen Kaisers.

P5ta, 13. April. Ju einer gestern in Neunkirchen staltgehabteu, vou ca. 2000 Personen besuchten Versammlung bezeichnete Freiherr von Stumm, derKöln. Ztg." zufolge, die jetzige christlich «sociale Bewegung für gefährlicher als die Socialdemokratie. Wenn es dem Kirchenregiment nicht gelinge, dieser antimonarchischen, avtichristlichen Be­wegung Herr zu werden, so gehe die Landeskirche zu Grunde. Auch der Kaiser sei laut Telegramm au ihn (Stumm) der­selben Ansicht.

Salzburg, 13. April. Die hiesige Domkirche mußte wegen der Gefahr ihre» Einsturzes geschloffen werden.

Budapest, 13. April. In der nächsten Woche wird die Wieberbestattung deS vor 700 Jahren verstorbenen, gegenwärtig inStuhlweißrnbuxg beerdigten König»paare» aus dem Hause Ar Pad unter großem Pomp in der hie« figen MatthtaSkirche erfolgen.

Beuedig. 13. April. Der Regen, welcher gestern Abend eiutrat, beeinträchtigte die Huldigungen, welche dem Kaiser- und KönigSpaare dargebracht wurden, stark. Derselbe hielt die ganze Nacht an. Heute Abend 6 Uhr erfolgt die Abreise deS Deutschen KaiserpaareS. DaS KöntgSpaar und der Kronprinz reisen um 7 Uhr nach Rom.

Beuedig, 13. April. Dem Minister deSAeuheren und dem Herzog von Sermoneta hat der Kaiser daS Großkreuz des Rothen AdlerordenS verliehen, dem Mintster- piäsidenten di Rudtui überreichte er sein Bild. Die deutschen Botschafter von Bülow und Graf Eulenburg, sowie da» Gefolge des Kaisers wurden durch italienische Orden ausgezeichnet.

CoceU» unb LroViirzieller.

Sieben, 14. April 1896.

* Ernennungen. Seine Königl. Hoheit der Grosi­tz erzog haben Allergnädtgst geruht, am 11. April den KreiS- amtmann bet dem KreiSamt Schotten Dr. Karl Hamann zum KreiSamimann bei dem KreiSamt AlSfeld und den Re« gierungSaffeffor Friedrich Weicker aus Darmstadt zum KreiSamtmann bei dem KreiSamt Schotten, den KreiSamt- mann bet dem KreiSamt Alsfeld August Rach unter Be­lassung seines bisherigen Titels zum Bereinigung» - Corn- miffär mit dem Amtssitze zu Darmstadt zu ernennen.

Auszeichnung. Herrn Geheimerath Prof. Dr. Schiller ist vom Röntge von Portugal wegen hervorragender Der« dteaste der Santiago'Orden verliehen worden.

* Kirchliche Dienstnachrichten. Ernannt wurden: Pfarr- vtcar Uhl zu Schotten, Decanat Schotten, zum Verwalter der ersten Pfarrftelle daselbst- Pfarrvicar Schäfer zu Büdingen, Decanat Büdingen, zum Verwalter der ersten Pfarrstelle daselbst- Pfarrverwalter Guhma nn zu Gettenau zum Pfarverwalter in Kirchberg, Decanat Giehen- Pfarr­verwalter Brill zu Ober-Gleen zum Pfarrverwalter in Ober-WidderSheim, Decanat Nidda.

** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Berfammluug Donnerstag, den 16. April 1896, Nachmittags 3^/, Uhr. 1. Versetzung eines Briefkastens vom Brück'schen nach dem Zimmer schen Hause am Kreuzplatz. 2. Gesuch des C. StiaSny wegen Belastung eines Firmen­schildes an seinem GeschäftSlocal, Asterweg 6. 3. Gesuch de» Georg Bichler um Erlaubniß zur Erbauung einer Wasch­küche. 4. DeSgl. der Jacob Helfenbein Wtwc. zur Errich­tung einer Eishalle. 5. Errichtung eines ArbeiterhäuSchenS im Neustädterfeld Seitens deS Heinrich Rtnn V. 6. Gesuch des Georg Troh um Erlaubniß zur Errichtung eines Häuschens am Krofdorferweg. 7. Baugesuch der Joh. Gg. Weber Söhne füc die Neuenbäue. 8. Gesuch deS Bleichers W. Schmoll wegen Anlage von Treppen auf der Böschung deS neuen WieseckbetteS. 9. Gesuch des Babelsberger Sttnographen- vereinS um Ueberlastung deS Saales im alten Rathhause. 10. Die im Jahre 1895 abgehaltene landwirthschaftliche Ausstellung- hier: die dabei verwendeten Fahnen. 11. Die Errichtung eines RettungShauseS für das Großherzogthum Hesten und die Provinz Hesten-Nastau. 12. Neubau eines SchuldienerwohnhauseS bei der Stadtmädchenschule. 13. Bau- gesuche der Baugenostenschaft deS evangel. Arbeitervereins für die Landmannstraße. 14. Errichtung einer kaufmännischen Fachschule- hier: Gesuch um Schenkung eine- Bauplatzes.

Ganvortnrnerstnnde. Am kommenden Sonntag Vormittag lOVa Uhr findet in der Turnhalle des Turnvereins unter Leitung des Gauturnwarts S ch n e t d e r eine Gauvorturner­stunde des Gaues Hessen statt. Es wird geübt nach der deutschen Wettturnordnung. Nachmittag» findet eine Be­sprechung turnerischer Angelegenheiten statt.

* Finanz Examen. Dem gegenwärtig in Darmstadt stattfindenden Ex am en für daSFinanzfach 1. Kategorie haben sich 71 Eandtdaten unterzogen. Davon find vier Prüflinge bereits vom Examen wieder zurückgetreten. DaS Examen ist auf 10 Tage berechnet. Die mündliche Prüfung wird erst im Juni abgehalten. Der Zudrang im Finanz- examen hat sich lt.Darrnst. Ztg." in den letzten Jahren bedeutend gesteigert. Mit ihm wurden auch die Anforde- rungen an die Examinanden erhöht. Im Vorjahre unter­zogen sich von 76 Prüflingen dem Examen nur 43 mit Erfolg.

* Um den richtigen, übereinstimmenden Gang der Eisenbahn Etationluhren zu sichern, wird die mittel­europäische Zeit, die nun schon seit drei Jahren sür ganz Deutschland die gesetzliche ist, in jedem Eisenvahu- BerwaltungSgebiete den mit Telegraphenapparaten auSge- statteten Stationen von einer Eentralstelle auS täglich mit- getheilt. Die Eentralftellen erhalten die astronomiich genau bestimmte mitteleuropäische Zett von den Sternwarten in D-rlin, München, Stuttgart, Karlsruhe und Straßburg sowie von dem mathematischen Salon in Dresden, und zwar

theilS direct, theils durch Bermittlung der Anfchlußstationen. Täglich zu einer bestimmten Stunde erfolgt für jeden Bezirk ein electrischeS Zeitfignal, und danach werden die StationS- nhretf gleichmäßig gestellt.

-a- Romrod, 13. April. Frau Oberförster Bücking- Stiftung. Eine milde und schöne Stiftung, welche dem hochherzigen Sinn der leider allzu früh in Büdingen ver­storbenen Frau Oberförster Bücking, vorher in Romrod, entsproffeo ist, ist unserer Stadt zu^efallen. Diese Stiftung über den Betrag von 2000 Mark ist alsftran Ober­förster Bücking - Stiftung" zu benennen und find mit den Zinsen deS CapitalS alljährlich vor Weihnachten 6 Arme in Romrod mit je gleichen Theilen zu bedenken. Die Ver­gebung geschieht durch den Bürgermeister, den OrtSgeistlichen und ein GemeinderathSwitglted- die Verwaltung des CapitalS führt die Stadt und hat sich dieselbe in der JahreS.(Gemeinde)- Rechnung Großh. OberrechnungSkammer gegenüber auSzu- weisen. Die edle Spenderin hat bisher schon, aber stet» im Stillen, sehr viel Gutes an unseren Armen geth-n, diese hochherzige Stiftung sichert ihr ein dauerndes, liebevolles Angedenken.

R. Reichelsheim i. b. W., 12. April. Die mächtigen Stroh Hanf en in der Nähe unserer Dörfer werden jetzt nach und nach zu landwirthschaftlichen Zwecken verbraucht. Sie dienen manchem reisenden Handwerker und Pennbruder als freies Nachtquartier, beherbergen aber auch zuweilen andere (Sreatuien, wie folgender Fall bewkist. Wenige hundert Schritte vom hiesigen Dorfe wollte ein Dienstmädchen von dem Strohhaufen eine Partie Stroh wegbrtngen- als einige Gebunde weggenommen waren, sprang ein Capital- fuchs hervor und tu einem warm auSgepolsterten Neste lagen acht Stück junge, erst wenige Tage alte Füchse. Das Mädchen lief nach Hause und holte SuccurS und der Fuchsbau wurde auSgeräumt. Einige Leute ziehen sich mit Flasche und Gummischlutzer einen kleinen Reinecke groß. Die Burschen gedeihen ganz gut. Da die GänSweide ganz nahe bei dem Strohhaufen liegt, allwo sich täglich viele hunderte von allen und jungen Gänsen herumtreiben, mit­unter ohne jede Aussicht, so hätte Meister Reinecke einen ausgezeichneten Lagerplatz vor sich gehabt. ES empfiehlt sich für solche Dörfer, die nahe an Waldungen liegen, jetzt recht vorsichtig mit dem Geflügel zu sein, denn, wenn die Füchse Junge haben, find sie äußerst frech und verwegen. Selbst am hellen Tage holen die Räuber daS Geflügel aus seitwärts liegenden Bauernhöfen.

n. Vou bet Ribba, 10. April. In manchen Gemarkungen, in denen man im Herbst keine Vergiftung der Mäuse vor­genommen hatte, klagt man eben über Mäusefraß, namentlich auf Roggen- und Kleeäckern. Der gelinde Winter vermochte nicht diese voriges Jahr so zahlreich auftretenden Nager auszurotten und so wird man denn jetzt zur Ver­giftung schreiten müssen. Der Klee steht hier sehr schön. Der hier seit Kurzem wieder viel angebaute ewige Klee hat bereits eine Höhe von 15 Zentimeter. Auch das GraS wächst bei dem gegenwärtigen feuchtwarmen Weiter sehr rasch. Die Winterfrucht könnte nicht schöner stehen und die im März gesäte Sommerfrucht ist bereits recht schön aufgegangen. Der Preis der feiten Schweine sinkt noch immer- er schwankt eben zwischen 38 und 41 Pfg. für das Pfund Schlachtgewicht. Der Ladenpreis für das Pfund beträgt In einzelnen Orten noch 52, in anderen 50 und in einem Orte sogar nur 45 Pfg. So kams, daß stellenweise die Landwirthe zusammentraten und gemeinsame Schlach­tungen auf die Feiertage vornahmen, bei denen das Pfund Schweinefleisch für 42 Pfg. auSgehauen wurde. Aber nicht nur die Landwirthe beklagen sich bei diesem niedrigen Preis, sondern auch die Metzger. Diese haben nämlich in Folge der vielen bis in die jüngste Zeit fortgesetzten HauSschlach- langen sehr schlechten Absatz. Bei solchen Preisen, wie vor- stehend angegeben, ist eS nur zu verwundern, daß die Ferkel- preise in letzter Zeit um eine Kleinigkeit anziehen konnten. DaS Paar etwa 7 Wochen alter Ferkel wird eben je nach Qualität mit 18 bis 30 Mk. bezahlt.

-ck. Alsfeld, 12. April. AuS Anlaß des am Ende des vorigen Monats aus seinem Amte geschiedenen KreiSschul- inspector Müller fand gestern die KreiSconferenz der Lehrer deS Kreises imDeutichen Hause" hier statt. Mit voller Berechtigung und ohne Uebertreibung können wir gleich von vornherein die Ueberzeugung auSsprechen, daß diese KreiSconferenz in allen Theilen ihres Verlaufs für den scheidenden Herrn Kreisschulinspector einen Beweis von seiner Werthschätzung und Hochachtung seitens der KreiSschnlcommis- fion und ihres Vorsitzenden, des Herrn KreiSrathS von Grol- man, wie der innigsten Verehrung und aufrichtigsten Dank­barkeit seitens der Lehrerschaft des Kreises geliefert, wie er in der That nicht herzlicher und erhebender gedacht werden kann. Um 10 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Herr KreiSrath von Grolman die Conferenz mit einer Begrüßung der wohl vollzählig erschienenen Lehrer, bemerkend, daß diese Kreis- conferenz nur deswillen so frühe anberaumt worden sei, um der Lehrerschaft des Kreises die erwünschte Gelegenheit zu geben, den Gefühlen deS Dankes und der Verehrung für den auS feinem Amte geschiedenen Herrn Kreisschulinspector Müller Ausdruck verleihen zu können. Sodann stellte Herr KreiSrath v. Grolman der Conferenz In kurzen, herzlichen Worten den neuen Kreisschulinspector, Herrn MatheS au» Alzey vor, wünschend, daß derselbe da» gleiche segensreiche Verhältnis zwischen den Lehrern und ihrer vorgesetzten Be­hörde knüpfen und erhalten möge, wie der auS seinem Amte geschiedene Vorgänger in so schöner Weise zum Heil der Schule und ihrer Lehrer zu schaffen und zu erhalten ge­wußt. Nachdem Herr Kreisschulinspector MatheS in kurzen, warmen Worten versichert, daß dahin die Ausgabe seiner Wirksamkeit allzeit gerichtet sein solle, feierte Herr KreiSrath v. Grolman in vom Herzen kommenden, zu Aller Herzen dringenden, beredten Worten die Verdienste des auS feinem Amte scheidenden verdienstvollen Beamten, ausführend, wie

Se. Königl. Hoheit der Großherzog da» Verdienst desselben durch Verleihung deS Ritterkreuzes zweiter Klaffe beß Ver­dienstordens Philipps de» Großmüthigen geehrt, wie' stets zwischen ihm (dem Redner) sowie allen Mitgliedern der Kreisschulcommission und dem scheidenden SlreilfdmUnfpector 6aß beste Einvernehmen bestanden, wie Letzterer zum Heil der Schule so segensreich während eines Jahrzehntes hier tm Kreise gewirkt, wie er e» verstanden, mit dem Ernst Liebe zu paaren, so daß die Frucht beß liebevollen Vertrauen» der Lehrer zu ihm in so schöner Weise gereift, und wie ih» nun, ouSruhend von dem reichen Erfolg feiner Wirksamkeit, ein schöner glücklicher Lebensabend belchleden fein möchte. Mit bewegter Stimme dankte Herr Rreißfdjnlinfpector Müller für diese ihn so ehrende, beglückende Anerkennung und vet- sicherte, daß ihm schwer geworden sei, ein so heb ge wonneneß Amt zu verlaffen, allein die mahnenden Boten te» Alter» hätten gefordert, nachdem er 50 Jahre im Dienste zugebracht, und im nächsten Monat sein 70. Lebensjahr vollende. Scheide er auch au» dem v.mte, daß er 22 Jahre al» schulinfpector geführt (12 Jahre Im Kreise Oppenheim unk 10 Jahre im Kreise Alßfeld). so hoffe er doch, daß tat fernerhin, er gedenke tn Alsfeld wohnen zu bleiben, der Band der Liebe und Treue, da» ihn mit den Lehret» m Kreiseß verknüpfe, sich nicht lockern möge. Im Auftrage der Lehrer beß Kreiseß überreichte hieraus Herr Lehrer Bieter- kopf-Altendurg dem auß bem Dienste scheidenben Herrn Kreit schulinspector einen prächtigen Sessel, welchem später noch die Ueberreichung einer kunstvollen Abreffe mit ben Name» sämmtlicher Lehrer beß Kresse», auSgeführt in schöner Leist von Herrn Gerichtßschreider i. P. Becker zu Homberg a. £. folgte. Daß Festmahl im großen Saale beßDeutschen Hauseß" wurde stimmungsvoll eingeleitet durch den Vortrag des Liede»:Nur in de» Herzen» heilig ernster @t:Qe* *, außqefühn tn recht guter Weife von dem Lehrer-Sängerchoi. folgte eine Reihe von Trinkfprüchen, die wiederzugebe» unß der Raum mangelt.

F. Tarmstabl, 13. April. Da» gestern auf dem Weit« ftäbter Exerzierplätze abgehaltene Reiter-Rennen, de» Ihre Königliche Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin, Prinzessin Heinrich von Preußen, die Hofdamen Fräuleinv. Plümkner, v.Rotsmann unbSRtr meister v. Beengel beiwohnten, begann Nachmittags practe 3 Uhr. AIS der von Oberstallmeister Freiherrn v. Rt e deset zu Essenbach dirigirte, mit fünf Rothschimmeln bespannte Wage ^ auf dem Rennplätze ankam, wurden die Allerhöchsten Hen schäften von dem nach vielen Hunderten zählenden Publikum, daß sich dort eingefunden hatte, herzlichst bewillkommnet urb gab sich überall eine freudige Stimmung kund. AlSda.c begann daß Rennen der Offiziere, an dem sich etwa 30 bi» 40 Herren beteiligten, baß einen brillanten Verlauf nabe. Unfälle finb nicht vorgekommen. Nach beendetem Rennen fand die PrelSvertheilung statt. Die Rückfahrt der Aller­höchsten Herrschaften nach Darmstadt erfolgte 4ff.,> Uhr. Wie verlautet, werben Sc. Königl. Hoheit Prinz HeinriH von Preußen und Se. Hoheit ber Prinz Albert zu Schleswig Holstein, welche vorgestern zur Au er Hahn balz nach Oberhessen reiften, heute wieder hierher zurückkehren.

* Niedergirmes, 13. April. Ans dem in der Lahn unweit unseres Orte» liegenden Baggerschiff trieben sich gestern mittag gegen 5 Uhr mehrere Knaben herum. Ein» der Jungen kettete daß Schiff vom Ufer loß und baß Fahr­zeug trieb in Folge dessen langsam vom Lande ab. Die Knaben hatten sich nach der Loßkettung eilend» vom Schifie entfernt; nur einer von ihnen, der elfjährige Sohn Wilhelm der Hierselbst wohnenden Wlttwe Grooß, kam zu spät. Er fiel in» Wasser, konnte sich aber an bem abtreibenicn Schiffe festhalten. In der Mitte de» Flnfle» verließ" ihn jedoch die Kräfte, und der bedauernßwerthe Junge ver­sank vor den Augen seiner Spielgefährten ein Erwachsener bet helfen konnte, war nicht in der Nähe in bea Finthen der Lahn.

Berlin, 12. April, lieber die letzten Stunden btt Fehrn, v. Schrader liegen in Berliner Blättern folgend! Mittheilungen vor. Gestern Vormittag war, nach Metnun, der behandelnden Aerzte, keine große Aussicht auf Besserung wohl aber ein schwacher Hoffnungsschimmer vorhanden. Tt- Patient litt furchtbare Schmerzen, die durch starke Morphium gaben gemildert wurden. Leider trat hierdurch fortwährende« Erbrechen ein, da» die Haltbarkeit der Nähte im Darm mit denen die Wunde geschloffen ist, gesährdete. Die Rüge saß an ber Wirbelsäule und war zunächst nicht zu erreichen Auch wenn die Wunde durch die Kunst de» Chirurgen ge heilt worden wäre, wäre der ehemals so blühende Manr nach ärztlichem Ausspruch siech und elend geblieben. Freibn v. Schrader wußte die». Er äußerte: ^Jch will kett Krüppel werden. Ich habe mein Hau» bestellt und wi sterben!" Freifrau v. Schrader weilte am Schmerzenßlagc ihre» Gatten. Herr v. Kotze hat den Versuch einer tkr söhnung mit demselben gemacht, ber jeboch angesicht» de Bewußtlosigkeit beß Verwunbeten scheiterte. Nachmittag- war baß Befinben de» Kranken ein sehr bedenkliche», Familie mußte sich vom Krankenlager zurückzleheo. Her- v. Schrader fiel von einer Ohnmacht tn die andere, »ben nach 9 Uhr trat .ber Tod ein.

Lübeck, 13. April. In ber Irotiemünber »mN re­ttete ein Boot, bie drei Insassen, zwei Söhne de» Kau mann» Voß und em Sohn de» Maschiuenfabrikante: Schärfse, ertranken.

Mannheim, 12. April. Ein Geschäft, baß etwa» « bringt, ist die badische Anilin- und Sodafabrik. D" selbe hat Im Jahre 1895 rund 8 Millionen Mark verdter und vertheilt 26 pCt. Dividende. ,

* AuSdach, 11. April. Ein gräßliche» Unglück t heute Nachmittag im nahen Lehrberg pafftet. Der I H Knabe de» Schneider» Grimberger spielte mit einem an

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