Ausgabe 
13.9.1896 Drittes Blatt
 
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Baum, lieft die herabgefallenen Kartöffelchen auf, thut, als ob er sie aufbräche und äße und die Kerne au-fpeie. Ah, moneieur veut des prnnes!* ruft lachend die Frau, holt die Pflaumen und fiadet getröstet in der wackeren Zu« spräche deS Preußen die Bestätigung ihrer Bermuthung."

* Den seltenen Schmuck de» «iferne» Kreuze» erster Klaste trägt al» einziger noch activ dienender Unteroffizier der Armee der Wachtmeister Krttlitz von dem in Schwedt a. O. garutfouirendeu 1. Brandenburgischen Dragoner-Regiment Nr. 2. Der damalige Unteroffizier war am 14. Januar 1871 durch die pfeifenden Kugeln hindurch zweimal zum General von Schmidt geeilt, um ihm wichtige Meldungen zu über­bringen. Für diese gefahrvollen Ritte, bei denen er übrigens 24 Meilen in 26 Stunden zurücklegte, wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klaffe verliehen. Daraufhin schüttelte ihm in dem großen Manöver bet Jüterbogk 1889 Kaiser Wilhelm II. die Hand mit den anerkennenden Worten:Sie können sich rühmen, der einzige Unteroffizier der großen deutschen Armee zu sein, welcher diesen schönen Orden trägt." Kettlitz wurde ferner gelegentlich des Lavallerte Exerzirens bei Demmin vor Beginn der letzten Katfermanöoer vom Kaiser bet der Kritik in den Kreis der Offiziere befohlen und von dem Monarchen persönlich begrüßt und beglückwünscht. Kettlitz ist, wie in der 15. Lieferung der neuen SubscriptionSauflage des treff ltchen Werkes:Kriegserinnerungen: Wie wir unser Eisern Kreuz erwarben. Nach persönlichen Berichten bearbeitet von Friedrich Freiherr von Dincklage-Tampe, General-Lieutenant z. D. Selbsterlebniffe. Jllustrirt von ersten deutschen Künstlern. Berlin, Leipzig. Deutsches BerlagShauS Bong u. Co." mitgetheilt wird, Wachtmeister in der 2. Schwadron des vorerwähnten Regiments und noch rüstig auf dem Posten. Möge der ausdauernde, unverwüstliche Krieger die hohe AuS-

zeichnung noch recht lange an der schmucken, hellblau-schwarzen Uniform deS Regiments tragen, daS zu den ältesten und schlachteuberühmtesten der Armee gehört. Das genannte Prachtwerk, daS mit ausgezeichneten Illustrationen au«, gestattet ist, und in seiner 15. Lieferung wiederum ein meister­liches farbiges Sxirakunstblatt von R. Kuötel:Da» dritte sächsische Reiterregiment bet Buzaucy am 27. August 1870" bringt, fei bestens empfohlen. Der Kaiser hat über daS Werk seinen lebhaften Beifall ausgesprochen. Um die Ver­breitung deS prächtigen volkSthümlichen Buche» in allen Kreisen zu ermöglichen, hat daS Deutsche BerlagShauS Bong u. Co. den Preis für jede der 20 Lieferungen auf nur 50 Pfg. festgesetzt.

Citorotur und Kauft,

Neue Lttteratur. Mit dem Erscheinen de» »Bürger, licht« Gesetzbuches^ für das Deutsche Reich hat sich aas dem Gebiete der deutschen Rechtsetnheit eine bedeutungsvolle längst er­sehnte Wandlung vollzogen. Wie daS tm Jahre 1877 erschienene GerichtSversaffungsgcsetz ein einheitliches Gerichtsverfahren im ganzen deutschen Reiche zur Folge hatte, so wird vom Jahre 1900 ab daS gesammtr bürgerliche Recht mit allen denkbaren Verhältnissen, die sich auf daSMein und Dein" beziehen (Strafrecht ausgeschlossen), nach einheitlichem, für das gelammte Deutschland geltendem Gesetz, behandelt. Das neue Bürgerliche Gesetzbuch schließt aber noch einen weiteren bedeutenden Fortschritt in sich: e» ist in verständlicher Sprache abgefaßt und sein Inhalt kann von Jedem, der lesen kann, erfaßt werden. Mit begreiflicher Spannung richtet fich daher das Interesse der bürgerlichen, gewerblich-industriellen, wie der gelehrten Stände tm gelammten deutschen Reiche auf den JnhaU dieses so bedeutungsvollen Werkes. In der That existirt kein Beruf, kein Gewerbe, keine Beschäftigung, keine nur Irgend welche Lebensstellung, die in den Wechselfällen deS Lebens nicht Ver­anlassung fänden, auf den JnhaU deS Bürgerlichen Gesetzbuches zu greifen, um fich in gegebenen Fällen die Frage zu beantworten: Wie steht meine Sache zum bürgerlichen Recht?

Leicht begreisttch ist eS, daß io Folge dieses Verhältnis auf dem Gebiete deS deutschen Buchhandels ein lebhafter WeMtz eingestellt hat, um da» B. G.-B. von Haus zu Hau« zu brj- Aber wie immer bei einer Hochfloth von gewerblichen Unternehm, gilt auch hier das Wort: Diele sind berufen, aber wem, erwählet. Unter den verschiedenen Ausgaben, in welchen das B g im deutschen Buchhandel erscheint, herrscht ein gewaltiger Uw in der Ausstattung von Druck, Papier u. w. ES existire»^ werthige und und auch beffere Ausgaben; aber als ein sein auSgeftalteteS Werk darf daS im Verlag von Emil g*. Gießen erschienene Bürgerlich« Gesetzbuch, herauSLeOch,^ Professar Dr. GareiS, in 10 Lieferung«« |« i« M bezeichnet werden. . ,

Die Ausgabe Garei«, welche durch eine äußerst musterhafte Ausstattung in schönem, leicht lesbaren Druck < holzfreiem Papier ihren Concurrenten weit oorangeht, brnx Inhalt de« B. G.-B. auf Grundlage M ReichsgesetzL, vom 18. August 1896 und bietet die zuverlässigste S,:,, für «ine genaue Uebereiuftimmung d«S Gesetzes nach dem amtlichen Wortlaut. Ferner aber hat der rtz, bekannte Herausgeber den ganzen Text d«S Gesetzbuch« sortla^ erläuternden Anmerkungen versehen und auf dmver« Inhalt an anderen Stellen im Gesetz verwiesen, wa« da | seiner Arbeit ungemein erhöht, indem e« deur Besitzer bei s dadurch leicht gemacht wird, den inneren Zusammenhang der ch, unter sich getrennt behandelten Rechtsverhältnisse, zu erfasse».

Im Hinblick aus die glanzenden Vorzüge, welche die K GartiS d. B. G.-B. io sich birgt, erscheint sie unter allen aoza die billigste im ganzen deutschen Reiche, deren AvH daher jedem Interessenten mit gutem Recht in erster Lime tat werden kann. Endlich verdient noch der bequeme eg 10 wöchentlichen Heften i 30 Psg. besondere Beachtuoz ; liegt vor und gelangt soeben zur Ausgabt. Die verehrlich, diese« BlatteS wollen Ihr Interesse richten auf:Das Bli ltche Gesetzbuch" mit Sinführung«gesetz, trläuttr Anmerkungen und einem ausführlichen Sache,z bearbeitet von vr.E.Garet« o. ö.Prof.d. Rechte in Kirtz 10 Lieferungen ä 30 Pfg. Verlag von Emll Roth in j

BehördlicheAnzeigen

Bekanntmachung.

Die für folgende Gläubiger, nämlich:

1. Emil Pistor in Gießen über 44,81 Mk., >

2. Johanne» Nickel daselbst über 85 Mk.,

3. die Frankfurter Bierbrauerei- Gesellschaft vormals Henninger Söhne in Frankfurt a. M. über 189,10 Mk.,

4. die Firma Karl Kleeberg Nach­folger in Frankfurt a. M. über 58,75 Mk.,

5. Johanne» Nickel in Gießen über 27 Mk.

auf die Grundstücke der Jacob Noll III. Wittwe in Gießen eingeschriebenen Hypotheken sind für erloschen erklärt und ist die Löschung von Amtswegen im Hypothekenbuche vollzogen worden.

Gießen, den 10. Sept. 1896.

Großherzogliches Amtsgericht. ________Langermann. 8126 GrMtthesßslht Eisenbahnen

Die Lieferung und belriebsfichere An­bringung der TranSmisstonSanlagen zum Motorenbetrieb der vorhandenen Werk­zeugmaschinen und zum Gruppenantrieb, für die Schlofferei und Schreineret in der neuen Werkstätte soll vergeben werden. Nähere Auskunft ertheilt die unterzeich­nete Dienststelle. Ebendaselbst sind An­gebote, mit entsprechender Aufschrift ver­sehen, bl» zum 20. d. »t»., Vor­mittag« 10 Uhr, einzureichen

Gießen, den 11. September 1896.

8129_______Der Gr Maschinenmeister.

Bullenkauf.

Die Gemeinden Leun und Oberndorf beabsichtigen, je einen tadellos gebauten 1618 Monate alten Bullen, Simmenthaler R a s s e, zu kaufen. Verkaufsangebote nimmt der Unterzeichnete bis zum 25. d. Mts. entgegen.

Braunfels, den 10. Sept. 1896.

Obstvecheigerung.

Donnerstag, den 17. Sept. 1896, von Vormittags 9 Uhr an, soll das hiesige Gemeindeobst, sowie das auf dem Fürstlichen Hof­gut, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden

Eberstadt, am 10. Sept. 1896. Großh. Bürgermeisterei Eberstadt.

Görlach. 8120

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Versteigerungen

Mobiliar-Versteigerung.

Mittwoch, den 16. Septbr. d. I., Mittags 12 Uhr anfangend werden folgende den Karl Culer i^rben zu Albach zustehende Mo bilien gegen baare Zahlung versteigert: 1 Pferd zehnjähr., 3 trächtige Kühe, 1 trächtiges und 1 kleinere» Rind, 3 Schweine zum Einlegen geeignet, 4 Schafe, 16 Hühner, 2 Oeconomie- Wagen, 1 Pflug, 1 Egge, 1 Kartoffel- pflüg, 1 Häckselmaschine, 1 Fegmühle, 1 Dickwurzmühle, 1 Pferde- u. 2 Kuh. geschirre, 1 Pfuhlfaß u. sonst. Gegenft.

Albach, am 11. Sept. 1896.

Heinrich Tchäfer VI., Vormund.

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