Ausgabe 
13.3.1896 Zweites Blatt
 
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ni Kartoffeln ober feinem Backwerk, ob wir da» Fett in Form von Schweineschmalz oder Tafelbutter, ob wir die Eiweißkörper als Magermilch, Käse, Fleisch oder Hühnereier kaufen, müffen wir für die gleiche Menge Nährstoffe ganz verschiedene Preise bezahlen tzin Rebhuhn kostet mehr, als das gleiche Gewicht Rindfleisch, Wechbrod ist theurer als Schwarzbrod, Eier find theurer als Käse, obwohl fie nicht den gleich großen Rährwerth der letzteren befitzen. Der Feinschmecker bringt um theureS Geld größere Abwechslung in seine Speisekarte, als der sogenannte kleine Mann, der bet größerer körperlicher Anstrengung sich seinen NahruugSbedarf billiger verschaffen muß.

Nachstehend wollen wir ein wenig Umschau halten, wie wir am besten unseren Küchenzettel einrichten. Zu diesem Zwecke vergleichen wir den Nährwerth verschiedener Nahrung-- mittel mit deren BerkausSpreiS und berechnen daraus, wieviel NiihrwerthSeinheiten wir für eine Mark erhalten. Die Be­rechnung ergibt Folgendes:

Nahrungsmittel

Nähr- werths- einheilm

Kostet

1 Kilo Pfennige:

so bekommen wir für 1 Mk. NährwerthS- einheit

Hühnereier.....

996

170

586

Rindfleesch.....

1215

128

855

Kalbsteiscd......

1018

120

748

Schweinefleisch ....

1217

140

800

Magerkäse......

2087

80

2609

Fettkäse......

2219

160

1387

Butter.......

2575

200

1287

Vollmilch......

337

14

2407

Magermilch.....

221

8

2762

Einen besseren Bergleich gewinnen wir durch die Ber- anschaultchuug de» für eine Maik erhältlichen Rährwerthe in Form entsprechend langer Striche. Demnach bezahlen wir die gleiche Menge Nährwerth im Rindfleisch und Kalbfletich doppelt so theuer alS in der Butter, viermal so theuer alS Im gewöhnlichen mageren Backsteinkäse, im Schweinefleisch doppelt so theuer alS im Emmeothaler Käse, in der Bollmilch dreimal billiger al» im Rindfleisch, viermal billiger als in den Hühnereiern, in der (abgerahmten) Magermilch viermal billiger als im Fleisch und fünfmal billiger al» in den Eiern.

Hühnereier

da» Pfund zu

85 Pfg.,

Kalbfleisch

g

n

60

e

Schweinefleisch

w

w

w

70

Rindfleisch

n

n

N.

64

R

Butter

»

100

R

Fettkäse

»

70

R

Vollmilch

w

H

7

n

Magerkäse

e

H

n

40

N

Magermilch

n

H

n

4

R

Die gleich; Menge Nährstoffe,

die

man

im Rindfleisch

mit 1 Mk. bezahlt, erhalt

man

im Emmenthaler Käse um

49 Pfg., In Bollmilch um 29 Pfg., in Backsteinkäfe um 26 Pfg., in abgerahmter Milch um 24,/J Pfg., und für 1 Mk. Kalbfleisch entspricht um 46 Pfg. Emmeothaler Käse oder für 261/, Pfg. Vollmilch ober für 24^ Pfg. Backstein- käse oder für 23 Pfg. abgerahmte Milch. Die praktische Nutzanwendung kann fich Jeder selber machen.

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Unser täglich Brod Gift! Eine sensationelle Ent­hüllung macht die bekannte illustrirte Familienzeitschrist'.Astr Alle öelt* (Deutsches Verlag-Haus BongL Co. Berlin W.) in ihrem

soeben erschienenen 17. Hefte unter obigem Titel und belegt dieselbe mit fachwiffrnschiftlichen Daten und Beweisen, iodaß an ber Da he­bet! dessen, daß das Ludlckum von einer Anzahl nicht ganz gewisse», Hafter Bäcker systematisch vergiftet wird, nicht zu zweifeln ,st Um daS Andocken und Zusammenklebm der Backwaarcn zu verbinden» bestreichen fie die letzter en und die Bleche mit einer Subst-»' welche tm Handel den Namen .Bredöl* führt und tu« Pcrolnuo- rückftänden her gestellt wird. Dieses ,®toböl*, auch ^Patent-Bredii^ genannt, ist, wie in diesem in .Für Alle Welf rrschtenenen Äiuftl unwiderleglich nachgewtrsen wird, der Gesundheit äußerst schädlich, der Genuß desselben ruft zuweilen schon in ganz minimalen Q«a»> titäken schwere VergiftungSerschetnungen hervor, und da» nicht allein bei Menschen, sondern auch bei Hunden, Kaninchen, Meerschweinchen; ja sogar eine Ratte, welcher man mit Brodöl gebackene Semmel gab, wurde schwer krank und ging zwei Tage nach dem Genuß ei»' Wieviele unserer Magenbeschwerden, Uebelkeiten, Kopfschmerze» x. mögen auf den Genuß deS auf so gemeingefährliche Weite bergestelltm Backwerk» zurückzuführen fein, und deshalb kann man dem beliebt» Familienblatt nicht dankbar genug sein, daß c» besonders die Hau», freuen durch seinen Warnruf aus die Getahr aufmerksam macht, und Niemand sollte versäumen, sich durch Nachlesen befl erwähnte» BrodölartikelS Über die drohende Siluatton genau zu unterrichte». -Für Slle Welf (VreiS deS DierzehntagShesies 40 Pf.) erweist sich immer mehr feine« Titels würdig, denn dasselbe Heft, welch,« den obtn erwähntm, so sebr bemerkcnSwerthen Artikel enthält, bringt außerdem noch eine Fülle de» Interessanten au» allen Ge­bieten in Wort und Bild. Kein Leser wird da« Heft fortlege», ohne darin etwa» für feinen Interessen kreis Wichtiges, ohne etwa« ihn Fesselndes gefunden zu Haden.

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Aliceschule.

Die Ausstellung findet Samstag und Sonntag den 14. u. 15. März von 11 bis 5 Uhr im Schullocale am Oswald-garten statt.

Der Vorstand.

Beginn des nächsten CursuS Montag den 13. April und findet wieder ein Curfus zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen statt. Anmeldungen bei Fräulein L. Moefer, Oberlehrerin, Gartenstr. 30. 2368

Holzversteigerung in den Freiherrlich von Rabenau'schen Waldungen.

Donnerstag den 19. März d. I. werden im District Hoherwald bei Reiskirchen versteigert:

4 Eichenstämme mit 2,38 fm, 43 Nadelholzstämme m. 24,28 fm, 365 Nadelholz-Derb- u. Neisstangen, 80 rm Buchen - Scheiter, 26 rm

Buchen- und 30 rm Nadel- Knüppel , 34 rm Buchen- und 10 rm Nadel-Stöcke, sowie 1850 Wellen Buchen-, 2150 Wellen

Nadel- und 800 Wellen Weich- Holz-Reisig.

Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf der Staatsstraße am District Hoherwald. 2428

Treis a. d. Lda., den 12. März 1896. _____Amendt, Forstmeister._____ Nutzholz-Versteigerung Oberjörsterei Brandoberndors.

Donnerstag den 19. März 1S96, von Vormittags 11 Uhr ab, imDeutschen Haus" zu Brandobern- dorf. Schutzbezirk Kleeberg: Distr. 9 Einhäuserfeld", Distr. 12 und 13 Streitwald" undKönigshofen" und Totalität. Eichen: 167 Stämme 86,63 fm, 67 Stangen 1. Klasse, 158 rm Nutz - Scheit und Knüppel (2,2, 2,5 und 2,8 m lang); Buchen: 1 Stamm 0,97 fm; Nadelholz: 13 Stämme 6,52 fm, 9 rm Nutz-Scheit und Knüppel. Schutz- bezirk Hasselborn: Diftr. 46 und 48 Sankhardtsheck" und Totalität. Eichen: 51 Stämme 48,18 fm, 3 rm Nutzscheit. Entfernung der Holzschläge von Bahnhof Butzbach: 8 km, von Bahnhof Usingen: 12 km. Auszüge können gegen Erstattung der Copialien vom Bureau der Ober- försterei bezogen werden._______2296

Nächsten Montag, den 16. März 1*96, läßt Karl Balser VI. Wittwe zu Steinbach dasGasthaus zum Einhorn" mit Metzgerei und Wirthschafts-Jnventar öffentlich wegen Famtlienverhältnissen einer freiwilligen Versteigerung aus­fetzen.

Steinbach, am 11. März 1896. Großherzogl. Ortsgericht Steinbach.

Krämer.______2430

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Verdingung.

Die zur Errichtung, sowie zum Abschlagen des Freibades und von Schutzgeländern an der Lahn erfor­derliche Zimmer- n. Schreiner­arbeit soll

Donnerstag, den 19. d. Mts., Vormittags 11 Uhr

öffentlich verdungen werden.

Plan, Arbeitsbeschreibung und Be­dingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote sind auf vorgefchrie- benem Formular bis zum vorgenannten Termin bei uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, den 11. März 1896.

Das Stadtbauamt:

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