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Paris, 11. September. In die SpitLler find etwa 60 Pers ooev eivgebracht worden, die infolge des gestrigen CyclonS verletzt wurden. MiutsterprSsideut Meline be« suchte dteselbeu. BemerkenSwerth ist, daß der Cyclon nur bestimmte Straßenzüge heimsuchte, während man in den um» liegenden Straßen kaum Wind verspürte.

Lhristiauia, 11. September. Nausen wurde zu« Eon« servator des biologischen Institut- ernannt, mit einem Ge­halt von 3600 Kronen. Er erhielt den Professoreutitel und das Großkreuz de» Olaforden».

Warschau, 11. September. Da» Befinden Schuwa­low» hat sich soweit gebessert, daß derselbe demnächst eineu längeren Aufenthalt in Schweden nehmen wird.______

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Hießen, den 11. September.

** UniversitätS-Neubauten. An der ZugangSstraße zur Psychiatrischen Klinik, welche wir anläßlich deren Einweihung ausführlich besprochen haben, hat der Staat i« vergangenen Jahre begonnen, mit einem Kostenaufwand von ca. 130000 Mk. ein weitere» wiffeuschaftliche» Juftilut zu errichten, da» in wenigen Wochen vollendet und seinem Zwecke übergeben werden wird. Wir meinen da» Hygienische Institut. Dieser Bau macht in seiner ganzen Durchbildung einen ruhigen, vornehmen und monumentalen Eindruck, er fügt sich den Bauten unserer Kliniken, soweit sie auf dem SelterSberg errichtet find, harmonisch an und bildet doch für sich ein characteristtsche» Ganze. Da» Hauptgebäude, welche» eine Front von etwa 40 Meter hat, liegt etwa» höher al» das des Straßenniveau» und wird von der Straße durch einen 121/, Meter breiten Borgarten getrennt, der durch ein einfaches eiserne» Gitter nach der Straße hin abgegreuzt ist. Direct von der Straße führt eine breite steinerne Treppe, den Vor­garten terrasienartig querend, direct zu dem Haupteingang de» Hause». Eine geschmackvolle Sandsteinarchitectur ist e», die dem Mittelbau und somit dem ganzen Gebäude seinen vornehmen Stempel aufdrückt. Die Fayade de» etwa» höher gehaltenen Mittelbaues sowohl als auch die der beiden Flügel­bauten ist bis zur Fensterhöhe de» Parterregeschosie» au- quadratisch behauenen Werksteinen auSgeführt, worauf sich bi» zur ersten Etage rother Verblendziegelbau anfügt, während diese selbst mit lederfarbenen Verblendern, durch Linien au» rothem Material wirkungsvoll gehoben, auSgeführt wurde. Kräftige, aber einfach gehaltene graugrüne Sandstein- Umrahmungen der Fenster, die fein profilirte Linien auf- weisen, paffen sich den Formen der etwa» reicheren Sandstein- arbeiten des Portals im Mittelbau harmonisch au. Die Bedachung des MittelgebäudeS besteht aus einem mit Schiefer gedeckten Zeltdach, während die Dachung der Seitenbauten theils in Schiefer, theils in Holzcementdeckung ausgeführt wurde. Ein hinter dem Hauptgebäude besonders errichtetes Gebäude, welches als einfacher Verblendbau gehalten ist, wird als Unterkunft für größere verfuchSthiere dienen und schließt gleichzeitig einen Verbrennungsofen in sich, vermittelst deffen die Thiercadaver vernichtet werden, nachdem dieselben wissenschaftlichen Zwecken gedient haben. DaS Institut, welches spätestens Ende October der Benutzung übergeben werden soll und auf einem ca. 3900 Quadratmeter großem Gelände eine Bebauungsfläche von ca. 750 Quadratmeter umfaßt, wird nach feiner Fertigstellung von einer parkartigen Anlage umgeben. Der Bau gereicht dem Bauherrn, der hessischen Staatsregierung, zur Ehre, er wird für unsere Vaterstadt eine Zierde ersten Ranges werden.

Militärisches. Im Bereich des 11. Armeecorps hat, wie schon im vorigen Jahre, auch für das Jahr 1896 die zweite Compagnie (Hauptmann v. d. Horst) des 2. Thür. Jnf.-RegtS. Nr. 32 in Meiningen als beste Compagnie im Schießen das Kaiserabzeichen erhalten.

* * Unfall. In vergangener Nacht verunglückte ein junger Mann dadurch, daß er beim Nachhausegehen von dem Trottoir auf der MäuSburg auSglitt und hierbei ein Bein brach.

Familie Knie ist angekommen und zwar diesmal die richtige, welche schon seit langen Jahren hierher kommt und deren Begründer,Mater Knie", unlängst verstorben ist. DerHeilbronner Anz." schreibt unterm 4. August u. A.: Staunenerregend sind die Productionen der hier seit einigen Tagen weilenden Familie Knie. SamStag und Sonntag producirte sich Herr Alexander vor einer tausendköpfigen Menge auf dem hohen Seil. Man kann nicht genug staunen, mit welcher Leichtigkeit und Eleganz Herr Alexander die schwierigsten Kunststücke auf dem hohen Seil ausführt. SamStag stellte sich derselbe auf dem hohen Seil frei auf den Kopf, etwas, wa» noch nie dagewelen ist. Sonntag marschirte derselbe über seinen Schwager auf dem hohen Seil und Abends stellte derselbe den Trompeter von Säckingen dar und da sahen wir auch, daß er ein Künstler in diesem Fach ist, indem er mit seinen Tönen Alt und Jung be­geistert. Kurz gesagt, wir haben es mit einem vollendeten Künstler zu thun.

* Für Gartenbesitzer von Wichtigkeit ist eine vom Reichs- Gericht gefällte Entscheidung, nach welcher fremde Katzen, die in Gärten eindringen und den Singvögeln oder dergleichen vachstellen, als Raubthiere behandelt und durch Fallen weg- gefangen, sowie durch Gist, durch Erschießen usw. getödtet werden können.

** bsSglühlicht. Auf dem Thüringer Städtetag wurde die Frage behandelt, welche Erfahrungen mit dem GaS- glühlicht bei der öffentlichen Straßenbeleuchtung gemacht worden find. Da» Thema rief eine lebhafte und lange Debatte hervor. Bor Allem handelte e» sich um die finanzielle Seite der Sache. Stadtrath Hartig-Gera hat ausgerechnet, daß fich da» Ga-glühlicht etwa 20 pEt. billiger stelle als GaS, und daß der Preis auch niedriger sei, als bei electri- schem Lichte, selbst wenn man die kostspieligen Bogenlampen wcglaffe und nur Glühlampen einrichte. Gemrinderatbömit- glied Grosch-Weimar berichtete, daß Weimar ebenfalls sehr günstige Resultate beim GaSglühlicht erzielt habe und daß

fich nach seiner Ansicht nicht bloS die Kosten der Lampen- Umänderung in eine« Jahre bezahlt machten, sondern den Städten noch ein erkleck.icher Ueberschuß verbleibe. In Weimar betrüge die Ersparniß in eine« Jahre 13,600 Mk. Herr Grosch stellt in Aussicht, die Ergebnisse genau zu­sammenstellen und den einzelnen Städten des Verbandes zu­gänglich wachen zu wollen. Oberbürgermeister Dr. Lentze- Mühlhausen, sowie Bürgermeister Dr. Bielfeld - Arnstadt u. A. sprachen fich ebenfalls sehr günstig über die mit dem GaSglühlicht gemachten Erfahrungen auS, worauf einstimmig beschlossen wurde: eS wöge jede Stadt, welche Versuche mit GaSglühlicht gemacht hätte, die finanziellen Ergebnisse und sonstigen Erfahrungen dem Stadtrath zu Weimar mitlheilen und dieser solche sodann in seiner Zusammenstellung ver­arbeiten und letztere den einzelnen Städten zugänglich machen.

Die Deutsche LaodwirthfchaftS > Gesellschaft hält ihre Herbftversam mlun g in den Tagen vom 6. biß 9. October in Berlin unter dem Präsidium Seiner Hoheit des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg ab. Die Sitzungstage ' sind so gewählt, daß sowohl die am 8. und 9. October im großen Saale der Äctienbrauerei Friedrichshain ftattfindende Gersten- und Hopfenausstellung, an deren Zustandekommen die Deutsche Landwirthschafts-Gesellschast betheiligt ist, wie auch die Berliner Gewerbe-Ausstellung besucht werden kann. In 26 Sitzungen werden die Angelegenheiten der Gesell­schaft, namentlich die Wanderausstellung zu Hamburg, be- rathen werden. Der GesammtauSschuß, die oberste ver­waltende Körperschaft der Gesellschaft, tagt am Donnerstag, den 8. October, Nachmittags 1 Uhr.

nn. Verband deutscher Gewerbevereiue. Zu Delegirten zu der vom 2. bis 4. October d. I. zu Stuttgart statt- findenden Generalversammlung des Verbandes deutscher Ge­werbevereine find Seitens der Großh. Centralftelle für die Gewerbe drei Herren, und zwar für die Provinz Starken­burg Herr Schlossermeister Jacobi-Darmstadt, für Rhein­hessen Herr Rechtsanwalt Kallmann-Alzey, für Ober­hessen Herr Bauunternehmer Petri-Gießen bestimmt worden. Der Verbano wird in dieser Versammlung eine ganz be­stimmte Stellung zum preußischen Entwurf bezüglich der Organisation des Handwerks nehmen.

* * LandeSgewerbeyerein. Sicherem Vernehmen nach ist die diesjährige Generalversammlung des LandeSgewerbe- v er eins, mit Rücksicht auf ein etwaiges Zusammenfallen mit anderen Veranstaltungen, verschoben und findet nunmehr am Montag, den 12. October, statt.

* * Deutscher Mühlenverdaud. Achtzehn der größten Mühlenfirmen Deutschlands haben ein Rundschreiben an die Müller erlassen, in dem sie zum Besuch einer conftltuirenben Versammlung für Anfang October in Berlin einlaben, um einen eigenen Mühlenverband zu bilden.

Schwindelhafte Reclame. In derDeutschen Fecht- schul-Zeitung" befindet fich folgende Warnung:Wir haben wiederholt die unerfreuliche Wahrnehmung machen müssen, daß unserReichswaisenhaus zu schwindelhafter Reclame für verschiedene Erzeugnisse benutzt wird. So ist eS vor­gekommen, daß Stickereien (sogen.Haussegen") und der­gleichen colportirt wurden unter dem Vorgeben, dieselben seien im Reichswaisenhause zu Lahr angefertigt, um damit für den Kauf die Meinung eines wohlthätigen Werkes zu erwecken. Wir ersuchen unsere Mitarbeiter und alle Freunde unseres LiebeSwerkes, einem derartigen Schwindel entgegen­zutreten und event. die Polizei darauf aufmerksam zu machen." Die Veranlassung zur Veröffentlichung obiger Zeilen gibt ein ähnlicher Fall in Lollar, in welchem ein Haustrer versuchte, feine Maare angeblich im Interesse des Lahrer ReichSwaisenhauses an den Mann zu bringen.

Margarine, Butter ohne Gleichen. Die Beimischung von Margarine zu Butter scheint üblicher zu fein als man annimmt. So wurde auf dem Markte in WormS abermals eine Händlerin abgefaßt, welche Butter feilhielt, die mit nicht weniger als 20pCt. Margarine vermischt war.

* Drum prüfe! Eine von Jedermann leicht auSzu- führende Weinprobe dürfte ob der gegenwärtig stark zu­nehmenden Weinpantscherei allgemeine Verbreitung verdienen. Man fülle ein etwa ein GlaS Wein haltende» Fläschchen mit dem zu untersuchenden Wein, verschließe die Oeffnung mit dem Finger und bringe die Flasche umgekehrt in ein mit Wasser gefülltes Gefäß. Bei vollständiger Beruhigung de» Wassers entferne man den Finger und lasse die Flasche in ruhiger Haltung etwa 10 bis 12 Minuten im Wasser. Letzteres saugt nach den Gesetzen der Attraction sämmtliche im Wein enthaltenen Fremdstoffe, als Zucker, Farbe usw., auf und der zurückbleibende Rest ist bei verfälschtem Weine reiner Essig. Bor dem HerauSnehmen der Flasche muß selbst­verständlich die Oeffnung wieder geschloffen werden. Der mit einem GlaseBurgunder" auSgeführte Versuch ergab als Flaschenrest eine farblose gallertartige Masse. Reiner Wein bleibt unverändert.

Zn Amerika verstorbene Hessen. Effingham, Jll., Frau ©ufanna Margaretha Beckmann, 89 Jahre alt, auS Dusenbach. Elgin, Jll., Rudolf Kr aemer, 62 Jahre alt, auS Bodenheim. Daywn, O., Adam Adelberger, 48 Jahre alt, au* Lützel-WiebelSbach. New Hamburg, Ont., Georg Berdux, 76 Jahre alt, au0 Alsfeld. Brooklyn, N. N-/ Heinrich Lang, au- Darmstadt. WellSburg, W. Va., Frau LouifeBollhardt, 35 Jahre alt, auS Hessen- Darmstadt. Meromonee Falls, WiS., Frau Margaretha Pfeil, 87 Jahre alt, auS Hessen-Darmstadt. Albany, N. U. Valentin (Sauer, 42 Jahre alt, aus Biblis. Millers- Port, N. U, Georg W. Fink, 68 Jahre alt, aus Hetsch- bad). Town Rhiue, WiSc., A. Göttelmann, 71 Jahre alt, au- Hessen-Darmstadt. PottSville, Pa., Morris Rohrheimer, auS Lorch. Newark, N. I., Georg Schäfer, 73 Jahre alt, auS Oberbreidenbach. Paterfot^ N. I., Georg GraveliuS, 65 Jahre alt, aus Gießen. New-Uork, City, Friedrich Ludwig Gärth, 65 Jahre alt, aus Ober-WtdderSheim. Elkville, Jackson Co., Jll., Georg Dietrich Peorg, 82 Jahre alt, aus Semd.

R. Reichelsheim L B., 9. September. In dem Basalt- fteinbruche zwischen hier und Blofeld ist heute der fünfte Unglücf» fall vorgekommen,indem ein mit Steinen beladener Rollwagen einem Arbeiter über die Beine fuhr. Der Arbeiter, de« kürzlich eine herabstürzende Steinmaffe drei Löcher in den Kopf schlug, sodaß er lange Zeit ohnmächtig war, befinde: fich auf dem Wege der Besserung. In dem benachbarten y. ließ ein Mann seinen HauSgang umplatten. SIS fie einen großen Stein umdrehten, stellte eS fich heran», daß e» ein großer Grabstein war, dessen Jnfchristseite nach Innen gelegt worden war und der schon wenigsten» 120 Jahre alt ist. Die Grummeternte verursacht den Leuten eine aufeer» gewöhnliche Arbeitslast- das Futter ist fast ganz schwarz geworden und fieht mitunter au» wie Mist. Huf drei Regen- tage kommt ein halber Tag Sonnenschein, wobei nicht» gelingen kann. Manche Leute fahren da» Futter in schlecht getrocknete» Zustande ein, wodurch e» zuletzt schimmelig wird und wahr- scheinlich größtentheil» verdirbt. Eine so schlechte Grummet- ernte wie Heuer haben wir seit vielen Jahren nicht gehabt.

nn. Darmstadt, 10. September. Auf Anregung dr» OrtSgewerbevereinS zu Offenbach a. M. wird am nächsten Sonntag den 13. September d. I., Nachmittag» um >/, 3 Uhr imKulmbacher Hof" (früher Palai» Restaurant) zu Frank- furt a. M. eine Versammlung von Delegirten der größeren hessischen OrtSgewerbevereine stattfinden. In dieser Ver­sammlung, wozu jeder Verein etwa zehn Vertreter de» Hand­werks entsendet, wird e» sich insbesondere um die gemein» tarne Erörterung be» Gesetzentwurfs betr. die Organisation des Handwerks handeln, wobei auch die von Großh. Ministerium des Innern hierzu gestellten Fragen diScutirt und deren Beantwortung festgeftellt merttn soll. Falls bann noch Zeit übrig bleibt, wirb auch die Frage des AchtuhrschlusseS der Ladengeschäfte noch be- rathen werden. In dieser Versammlung werden auch Mit- glieder der Großherzogi. Centralstelle für die Gewerbe zur Information anwesend sein. Als Delegirte des OrtSgewerbe- Vereirö Darmstadt werden nach Frankfurt gehen die Herren ßanbtagßabgeorbneter Dr. Schröder, Spenglermeister Röckel, Weißbindermeister Hill gärtner, Schloffermeister Möser, Schlossermeister Jacobi, Schreinermeister Schmitt, Lithograph MarkuS, Schreinermeister Mathe», Zimmermeister Schaub, Secretär Jutzi, Schreinermeister Hild und Lackirermeister Geißner.

Darmstadt, 10. September. Der VereinKunstfreund* wird die bereits mehr erwähnte Ausstellung, verbunden mit einer Verloofung von Oelgemälden, die durchweg künst­lerisch werthvoll sind, wahrscheinlich schon mit Ende diese» Monat- eröffnen. Gutem Vernehmen nach rühren die zur Verloofung bestimmten Gemälde größtentheil- von süddeutschen Künstlern her, wa-, abgesehen von anderen Gründen, um so eher zu rechtfertigen ist, al- Seitens der preußischen Behörde die Erlaubniß zum Vertrieb der Loose in Preußen nicht ge­stattet worden ist. Liberaler ist man in dieser Beziehung in unferm Nachbarstaate Baden, wo ein kunstsinniger Fürst an der Spitze, die Genehmigung hierzu auf- Bereitwilligste er- theilt worden ist. ES ist wohl unzweifelhaft, daß dem ge­planten Unternehmen, baS gleicherweise der Kunst wie den Künstlern bienen soll, bie Gunst be» Publikum», be» hes­sischen wie be» freunbnachbarlichen Baben, nicht fehlen wird. Thut eS doch gerabe in unserer mehr bem Materiellen zu- getoenbeten Zeit hoppelt noth, wahrhaft künstlerische Bestre­bungen nach jeder Seite hin zu unterstützen. Und so sei denn auch diese Veranstaltung deSKunstfreund", der seit seinem Bestehen schon so manchem Künstler helfend unter die Arme gegriffen, der Gunst unsere» Publikums besten- empfohlen, zumal gegenüber den werthvollen Gewinnen der Prei» der Loose ein äußerst mäßiger genannt werden kann.

Darmstadt, 10. September. In der Kunsthalle hatte im Vorjahre das kunstsinnige Publikum der Residenz Gelegenheit zur Besichtigung einer Ausstellung von Vision»- bildern des jetzt in Berlin lebenden Malers Hermann Hendrich, gegenwärtig wird die damalige Ausstellung vervollständigt durch eine Collection von 25 Hendrich'fchen Bildern, meist mit Vorwürfen aus der germanischen Mythologie und 'n Anlehnung an Wagner'sche Opern. Die Heedrich'sche Rich­tung, welche die Naturgewaltenvermenschlicht", ist nicht Jedermanns Sache, eingestehen muß aber wohl Jeder mit einer gewissen Bewunderung da» Talent Henrich» in genialer allerdings oft auch etwas bizarrer Conceptton und oirtuoler Farbengebung. Seine Gemälde erinnern vor Allem an die Werke de» großen Schweizer» Böhlin, bann an Han» Styx und anbere Münchener Seceffionisten. Die Collection ist auf Veranlassung ber Berliner Kunsthandlung Max Levid ausgestellt. Ein Historienbild von tadelloser AuSsührvng, aber wenig glücklichem Vorwurf au» dem Bruderkriege von 1866 ist von Max Weese (Berlin) ausgestellt; die daneben befindlicheGenovefa" von Richard Scholz (Dresden) fesselt durch die feinsinnige Auffaffung und dementsprechende Aus­führung. Al» eine Thiermalerin comme il faut bewährt sich Louise Wagner (München) mit ihrem BildTobte» Wild-. Von Landschasten, theilweise mit Ansichten, foete auch AnfichtSstücken find besonder» bemerkenSwerthe vor­handen von Louise Hartmann (Berlin), Josef Schoyner (München), Max Hönow (Berlin), Alex. Eckener (Flen»burP, einemModernen", aber nicht im extremen Sinne u. s. w.. den vielen LandschaftS- und Ansichtssachen von E. Hao» Horff in Köthen haftet vielfach noch Steife» und Schemati- fche» an.

+ Au» Starkenburg, 10. September. Behuf» Ver­tilgung der in so schädigender Weise überhand genommenen wilden Kaninchen find in letzter Zeit erfolgreiche Maß­nahmen verschiedener Art Setten» der Forstverwaltungen angeordnet und beispiel-wetse für jeden in einer Domanial- Waldung de» Kreise» Dieburg getöbteten Lapin gegen Ab­lieferung der Läufe 10 Pfg. Schuß- resp. Fanggeld bezahtt worden. Die gleiche Maßnahme kommt nunmehr auch ft* die in dem Forste Seligenstadt gelegenen Gemeindewälder zur Einführung.

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