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Der tUjenet Anieiger erschrmt täglich, Btt Ausnahme deS Montag-.
Die Gießener W«mikie«ölLiter mrrden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal betgelrgt.
Samstag den 2. September
Weßener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
1896
viertekjährig-r A»o ancmentspretZk 2 Mart 20 Psg. mtt Bringerlohn.
Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pf,.
Aedaction, Gxpeditios und Druckerei:
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Amts- und Anzeigeblatt für den Tkveis Gietzerr.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
SSM?
Hratisbeikage: Gießener Kamitienötätter.
Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
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Amtlicher Lheil.
Bekanntmachung,
betreffend: die Maul- und Klauenseuche zu Rödgen.
Nachdem in mehreren Gehöften zu Rödgen die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden ist, wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Gemarkung Rödgen unter Sperre gestellt ist. Gleich, zeitig wird das Verbringen von Milch in ungekochtem Zustand aus der Gemarkung Rödgen verboten.
Gießen, den 11. September 1896.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gag ern.
Bekanntmachung.
In der Gemeinde Erda (Kreis Wetzlar) ist die Roth- laufseuche an einem verendeten Schweine festgestellt worben.
Zl Kraftsolms (Kreis Wetzlar) ist Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt uno Gehöstsperre angeordnrt worden.
Gießen, den 9. September 1896.
Großherzogliches Kreisaml Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Auf- schlags von Fünf vom Hundert pro Monat August 1896 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen:
Hafer Mk. 14,10, Heu Mk. 5,80, Stroh Mk. 4,20.
Gießen, den 10. September 1896.
Großhsrzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Großh. Districts-Einnehmerei Gießen I.
Das 3. Ziel der 1896/97er btr/cien Steuern sowie Forst- und Feldstrafen 3. Periode 1896 kommen von Dienstag, den 15. d. Mrs. ab im Kassenlocale zur Erhebung.
Vom 26. September 1896 an erfolgt Beitreibung der nicht g zahlten Gefälle.
Zahltage: DienStag
Donnerstag Freitag Samslag
Das Kassenlocal brsiidet sich Al'cestraße 18, pa t.
Gießen, den 10. September 1896.
Wollschmidt, Districts Etnnchmerri Verwalter.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Chaussirungsarbeiten werden die Wetzfteingasse uud Wetzsteinstraße für den Fuhrwerksverkehr auf einige Tage gesperrt.
Gießen, den 10. September 1896.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
v. Bechtold.
Wolffs teleffs-ptztfcher Lorresoovdens-Swar««.
Görlitz, 10. September. Der König von Sachsen, bet in Bautzen übernachtet hatte, traf heute früh 8 Uhr auf bem Manövergelände ein, stieg in Kubschütz zu Pferde, beritt die Stellung des rechten Flügels der Westarmee und traf bann in der Nähe von Bautzen mit dem Kaiser zusammen, ber in Kobschütz den Sonderzug verlassen hatte und auf der Chaussee von Löbau nach Bautzen dem König entgegengeritteu toar. Im Allgemeinen fand heute die eigentliche Offenfive Dar gegen den rechten Flügel beider Gegner statt. Da das b. Corps den Gegner in nordwestlicher Richtung zucückdrängte, baS 12. Corps aber das 6. in südöstlicher Richtung zurück-
Engländer Bethheham, der sich in Grtndelwald aufhielt, zu Tode gestürzt.
Rom, 10. September. In einer abgelegenen kleinen Straße wurden drei in Lumpen eingewickelte Bomben gefunden. Dieselben wurden aufs Polizeibureau zur Unter- suchung geschafft.
Neapel, 10. September. Der Director des Vesuv- ObservatoriumS, Senator Palmieri, ist gestorben.
Madrid, 10. September. Dem „Heraldo" ist . aus mehreren Ortschaften tu der Umgebung von Bunol eine revolutionäre Bewegung gemeldet worden. — Nach einer Meldung auS Manila find die dort kriegsgerichtlich Erschossenen: der reichbegüterte Mestize und Kaufmann Valenzuela, ferner Siloeston Parmirnto und Piralta. Die Nachricht oon der Erschießung deS BarkierS RojaS bestätigt sich nicht.
London, 10. September. Das „Reuter'iche Bureau" meldet aus Tanger unterm 9. d. M., daß unbestätigten Gerüchten zufolge der Großveztr Achmed Ben Meussa Vergifter worden sein soll.
Sofia, 10. September. Der „Agence Balcanique" zufolge hat der Commandeur der Grenztruppen im Departement Küftendil einen Zusammenstoß eines bulgarischen Postens bet Golseg mit zwei türkischen Soldaten auf bulgarischem Gebiete am 25. August (Alten Stiles) gemeldet. Von den Türken wurde einer getödtet, nachdem er einen Bulgaren verletzt hatte- der andere Türke wurde verhaftet. Derselbe wird nebst zwei anderen, bet dem Grenzzwischenfall am 27. August feftgenommenen türkischen Soldaten gefangen gehalten uud abgeurthkilt werden.
Belgrad, 10. September. Gegenüber der Behauptung deS „Temps" über angebliche Steuerrückstände wird von zuständiger Seite erklärt, daß die dtrecten Steuern reichlich eingehen, insbesondere infolge der ausgiebigen Ernte, der steigenden Ausfuhr und der guten Preise- die Staatskasse deckr regelmäßig alle laufenden Ausgaben.
Cetiuje, 10. September. Die Fürstin Milena, die Prinzessin Anna und Prinz Mirko begeben sich nach Wien und werden sich in Cattaro auf der vom Kaiser von Oesterreich zur Verfügung gestellten Kaiseryacht einschiffen.
Winaipeg, 10. September. Lt-Hung-Tschang hat den htefigen deutschen Consul empfangen.
Deprsch« öe« Bmcrim „HrcE.
Berlin, 10. September. Der Kaiser wird, wie auS Goldap gemeldet wird, nach dem 20. September auf dem Jagdschloß Rominren eiutreffen und dorr etwa 14 Tage verweilen. Während dieser Zett soll auch ein Abstecher nach dem Jbenhorster Forst bei Tilsit gemacht werden, woselbst der Kaiser der Elchjagd obzuliegen gedenkt.
Berlin, 10. September. Reichskanzler Fürst Hohenlohe gedenkt Berlin in den nächsten Tagen wieder zu verlassen, um in Auffre der Grmsenjagd obzuliegen.
Berlin, 10. September. Laut Meldung deS „Reichs- anzeigers" ist dem StandrSherru Grafen Ernst von Görtz-Schlitz der Rothe Adlerorden erster Klasse und dem Erbprinzen Ernst Hohenloh e - Langenburg der Rothe Adlerorden zweiter Klasse verliehen worden.
Berlin, 10. September. Die Handwerker-Con- ferenz erledigte heute Vormittag den Abschnitt über da« Lehrlingswesen im Großen und Ganzen nach der Vorlage. Hierauf wurde in die Brrathung über den zurückgestellten Abschnitt über den HandwerkS-AuSschuß eingetreten. Die Commission schlägt vor, die Bezeichnung HandwerkS-AuSschuß durch JnnungSauSschuß zu ersetzen und demgemäß einen Theil deS Abschnitts zu ändern oder zu streichen.
Berlin, 10. September. Gestern Abend wurde der Director OScar Schuster von der Norddeutschen Handels- Gesellschaft, Leipzigerstraße 135, verhaft et, uud zwar in einer Droschke, in der er mit einer ihm nahestehenden Frau vor deren Wohnung hielt. Seine Frau lebt in Dresden. Seine Verhaftung erfolgte auf Grund der Klarlegung des Treibens Schusters durch den früheren Director der Berliner Immobilien-Bank, Eugen Friedmann, wonach Schuster eine Anzahl von ihm gegründete und geleitete Institute um ihr Vermögen brachte. Schuster soll jährlich 80,000 Mk. für sich verbraucht haben. Den Blättern zufolge gewinnt es den Anschein, als ob in dieser Sache noch weitere Verhaftungen in Ausficht stehen.
Karlsruhe, 10. September. Der heute beim Groß- Herzog stattgehabte Huldigungsact der Deputationen dauerte über vier Stunden. Die Kaiserin wohnte dem Acte bei.
zum Theil hervorragende Kunstwerke. Der HuldigungSact
wurde mit einem Tedeum geschloffen.
Wien, 10. September. Die „Neue Freie Presse" bespricht nochmals die Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren, bezw. die Breslauer und Görlttzcr Festtage. Das Blatt schreibt: ES sei zwar erfreulich, daß die beiden Monarchen ihren Friedenswillen so kuudgegeben haben. Dennoch wäre eS verfehlt, von den Breslauer Tagen den Beginn einer neuen europäischen Lage zu erwarten und die Görlitzer Rede deS Deutschen Kaisers als eine Enthüllung zu betrachten. In dem Verhältniß Rußlands zu Deutschlaud und feinen Beziehungen zum Dreibunde wird infolge der Breslauer Vorgänge schwerlich eine Veränderung eintreten. Würde der junge Zar fie beabsichtigen, so wäre er ficher auf den Versuch Kaiser Wilhelms, die Erinnerung an die nationale Erhebung von 1813 uud die deutsch-russische Waffenbrüderschaft jener Zeit zu beleben, bereitwilligst eingegangen. Indem er aber diesen Theil der an ihn gerichteten Ansprache gänzlich fallen ließ, deutete er an, daß er eine Anknüpfung an die Vergangenheit für nicht möglich halte.
Brüx, 10. September. In der letzten Nacht haben hier Erdsenkungen stattgefunden, waS unter der Bevölkerung große Aufregung hervorrief. Man befürchtet ernste Katastrophen. Die Aussig Töplitzer Bahn hat den Betrieb ein- stellen müssen.
Brux, 10. September. Die heute Nacht eingetretenen Erbsen tungen erscheinen um so gesährltcher, als fie mit einem Wasserbruch im Annaschachte der Brüxer Kohlen Gesell- schast verbunden waren und offenbar durch diesen verursacht sind. In dem Bruchgebiete find Erdriffe entstanden. Auf der Johnstraße und am Bahndamm haben sich mehr oder minder große R sse gebildet. Drei Häuser find bereit- eingestürzt. Viele andere Häuser zeigen Risse und Sprünge. DaS ganze Gebiet ist behördlich abgesperrt worden. Der Wasserabfluß im Annaschachie soll noch andauern. Weitere Ecdsenkungen werden befürchtet.
Laibach, 10. September. Gestern Mittag 8/*12 Uhr fand hier ein ziemlich starker Erdstoß mit unterirdischem Getöse statt. Viele Häuser erhielten Risse.
Paris, 10. September. Heute Nachmittag 3 Uhr hanste hier ein furchtbarer Cyclon. Die Zahl der Tobten ist noch unbekannt.
Paris, 10. September. Der Cyclon dauerte nur eine Minute. Auf der Ctteinfel hatte er die größte Gewalt. Der Cyclon war weder von Hagelschlag, noch Blitz begleitet, aber von furchtbaren Regeuströmen. Viele Kutscher wurden vom Bock geschleudert, zahlreiche Schiffe auf der Seine zerschellt und mehrere Omnibusse vom Cyclon aufgehoben und einige Meter weit fortgeschleudert. Biete Menschen wurden umgeworfen, getödtet und verwundet. Ein KioSk, worin fim mehrere Polizisten geflüchtet hatten, ist 10 Meter weit fort- geschleudert worden. Auf sämmtliche Polizeistationen brachte man Todte und Verwundete. Der Materialschaden ist unberechenbar. Umstürzende Bäume tödteten mehrere Pferde. Zahllose Bäume wurden entwurzelt, Kamine umgestürzt und Dächer von den Häusern gehoben. Auf dem St. Sulpice- platz wurden die Blumenzelte umgeworfen. Ein OmrnbnS wurde mit Insassen weggeschleudert, wodurch der Kutscher und zwei Passagiere ihr Leben einbüßten. Der umstürzende Omnibu« fiel auf eine Frau und zermalmte diese. Alle Bäume auf dem Boulevard St. Martin find gebrochen und auf dem Rupublikplatz sämmtliche Laternen uwgeworfen. Um 5!/2 Uhr wurden auf dem Orsoyquat 10 Todte gezählt. Die Oper „Chatelet Opera Comique" hat sehr gelitten. Am Obseroaiorium wurden 7 Millimeter Druck constatirt.
Berlin, 11. September. Die „Nordd. Allg. Ztg/ bestätigt die Nachricht von der bevorstehenden Einrichtung einer besonderen DtSciPlinarkammer für deutsche Colontalbeamte.
Hamburg, 11. September. Gestern Abend fand in dem großen Etablissement von Sagebiel eine öffentliche Versammlung statt, die fich mit den von den Türken verübten Gräuelthaten gegen die Armenier beschäftigte. Die Versammlung war von etwa 6000 Personen besucht. Als Redner traten der armenische Professor Toumaian auf, der in ergreifender Weise die Schreck-nSthaten der Türken schilderte und fich auch hier, wie am Mittwoch Abend in Berlin, über die Gleichgültigkeit der sechs Großmächte beschwerte. (58 wurde schließlich die Gründung eines HilsSbundeS beschlossen, der die Großmächte zur Rettung der Armenier auffordern soll. Znm Vorsitzenden deS HülfSbundeS wurde Dr. LepfiuS gewählt.
toarf, so wurde die Stellung beider in nordwestlicher bezw. südöstlicher Richtung verschoben.
Karlsruhe, 10. September. Nachdem im Laufe deS heutigen Nachmittags die Kaiserin in Begleitung der Großherzogin daS Ludwig-Wilhelm-KrankenhauS besucht hatte, erfolgte um 8 Uhr 15 Min. nach herzlicher Verabschiedung ton den badischen Herrschaften die Rückreise nach Potsdam.
kern, 10. September. Infolge deS Bruches einer Schneebrücke ist bet der Besteigung des WetterhornS der \
Die Zahl der dem Großherzog überreichten Adressen ist eine außerordentlich große. Die überreichten Ehrengeschenke find
oon Vormittags 8 Uhr bis Nachmittags 1 Uhr.


