Feuilleton.
Unjrr Gsrlrn im Ianusr.
Wtrder -rigt die erste Speiche des altgermanischen Jul-Rade« aus unsere in tiefem Winterschlaf liegenden Gärten herab. Bedächtig, aber unaufhaltsam, wie der Zeiger der Weltenuhr, dreht fich daS Rad durch die Morgenröthe des jungen JahreS--waS wird eS
un» bringen?! , .... . .
„Was euch im Zettenschohe bestimmt ist!", weht tf leise durch die schlafende Gemeinde der Baum- und Strauchknospen.
Des TageSgefttrn, dem der Weg »um Stege schon wieder von Neuem gebahnt, ist eben, am späten Morgen heraus hinter dichten Dunst ranken und Schneewolken. Seine blendenden Strahlen, aber ein unbeschreibdar feierliches Licht sendet der verhüllte rosenschtmmernde Sonnenball über die Schneelandschaft — und Alles das heute im vollen Zeuber de« RauhfrosteS!
Die Lieblichkeit eines erschlossenen sonnigen MaimargenS, wenn blüthenfchwere Bäume ihre nächtlichen Diamanttropfen über lachendes Iugendgrün deS Rasens, über die Farbenpracht der Tulpenbeete schütteln, des Rothkehlchens süßer Schlag aus den Brautschleiern des Weißdorns schallt, wirkt Herz-- und finnerfreuend; daS Flimmern des CrystallsaaleS eines hochwinterlichen vollendeten RauhfrosteS am gradesstillen Januarmorgen reißt nur zu staunender Bewunderung fort. Auch der einfachste Garten und Park, vom eisdusttgen Wtntertag in solchen Crystallsaal verwandelt, bietet ein entzückendes Bild, dessen Schönheit von jedem nicht ganz für Naturreize erstorbenen Gemüth bewundert werden muß. Um «ine solche Erscheinung in unserer in liefen Winterschlaf verfallenen Natur darf uns wahrlich der Südländer beneiden! . , „ . irx m
Wie prangt Garten und Park, wie erst der deutsche Wald, im Schmuck der Milliarden von Dtamantnadeln! Alles Organische und Unorganische: Die Zweige der Bäume und Sträucher, das kleinste erstorbene GraShälmchen, die zartesten Arme deS MooseS, die Drähte der Spaliere find dicht behangen und -art überkrustet, weiß, wie mit Weihnacht«,ucker überstreut. o t .
DaS allerprächtigste Bild aber gewährt uns ein Gang durch den Nadelholzpark. Da neigen fich die reich befransten Aeste der Fichte unter der Last ihrer Juwelenpracht zu uns hernieder, wie wenn ste uns fragen wollten: Habt ihr AehnlicheS von der kunstfertigen Menschenhand schon gesehen? Denn eine jede Kante der Nadel deS Baume« ist mit Hunderten zartester EiScrystalle geschmückt; und diese Prismen, Lanzen, Dolche und Stäbchen wachsen fortwährend nach in der feuchten Luft, um bet der geringsten Luftströmung abzubrechen und als silberner Staub ntederzuwtrbeln. Fällt durch solchen ntederwirbelnden Eisschleter ein goldener Sonnenstrahl, so brechen sich die Lichter der niederschwebenden Crystalle und in zauberhafter Schönheit flimmert die Farbensklala eines Etsregen- bogens vor dem Tannendunkel auf. Steh dort, das Blitzen der JrtS in etner ganzen Eisstaubwolke, dte von der hohen Samen- ^id,U War es der lustige Tannenkobold Eichhörnchen, der durch einen kühnen Sprung dte Zweiae erschütterte? Ach nein - wie reizend - ein Meisenoölkchen tst'S, da« durch dte Kronen zieht! Sieh, wie sie sich dort an dem Fichtenzapfen schaukeln; von einem zum andern turnend, dte reifen öligen Samen aus den Schuppen zu hämmern ! Tannenmdfen find'«, die hier tm juwelenbltnkenden Ftchtenretch so
fröhlich und pottvertrauend ihr Sitü fitü sitü! erschallen lasten. Und in ihre Gesellschait heben stch flinke komische HaubenmetSchen gemischt, | die Freunde unserer Grünröcke, Zweig um Zweig, Änotpe um Knospe nach schlimmem Ungeziefer, daS fich hier etwa eingewtntert, abzusuchen. Und al« beider Gefolge schließt ein Flügchen zarter, grünlicher Bögelchen, die scheinbar rothgold'ne Krönchen tragen, den beweglichen Zug. Goldhähnchen find'«, dte wtnterltchen Metsen- freunde, dte fich, rote Schutz zu suchen, ihnen anschließen und Freud und Leid der ost so herben Wintertage mit ihnen zu thetlen. Welch reizendes Bild, wenn die kleinen Treuverbündetm so durch die crystallenen Hallen de« winterlichen ParkwaldeS ziehen: rote ein Stückchen Poesie des WinterrnärchenS webt eS vor unseren Augen durch den Forst, steht aus Hunderten klarer Aeuglein zu unS hernieder, bis es tm Erystallgefunkel und im tiefen Tannendunkel verschwunden ist.
Und da« find nur drei unserer treuesten kleinen Wtntergäste, deren ich hier im EtSgcflimrner gedachte; die beiden Meifenarten sind dte fast am wenigsten bekannten, aber auch dte am häufigsten vorkommenden; rote Bielen, die dieses lesen, find diese Bögelchen fast unbekannt, wie Bielen ist das hochnützliche Treiben unserer Meisen in den Gärten, Obstanlagen, Forsten usw. ein Buch mit fieben Siegeln! Selbst ein großer TheU der Obstzüchter weiß es nicht, was er unseren Meisen zu verdanken hat, rote großen Nutzen er fich durch Winterfütterung, Hegung durch Bieten von Ntstgelegenheit verschaffen kann!
Seit langen Jahren habe ich diese Erfahrung gemacht und diese Mängel nur lebhaft bedauern können. Wem unser deutscher Obstbau am Herzen liegt, der sollte — Jeder in seinem Wirkungekreise — dafür sorgen, daß ste besserer Einsicht Platz machen. In solchen Dingen helfen klare, volksthümliche Belehrungen mit naturwahrem farbigem Bilde erfahrungsgemäß am meisten. Freilich nur dann, wenn ste in die weitesten Bevötkerungsschtchten bringen. Biel verbreitete Volks- und Gartenbauschriften können dankenSwerth wirken. Die gelesenste deutsche Gartenbau-Zeitschrift*) hat es mir am Schluß ihres letzten Jahrgang« ermöglicht, mich in der Meisenfrage an dte deutsche Jugend zu wenden, ihr dte Vögelchen in ihren bunten Kleidern zu zeigen und in schlichtem Wort deren hohen Nutzen, Hegung usw. darzulegen.
Doch schwetsen wir nicht zu wdt ab vom diamantfunkelnben Reich unseres Rauhsroftes, denn wem die SchönhettSkrone in diesem rasch entfielenben, rasch dahtnschwindenden Zauber gebührt, haben wir noch nicht gesagt: den zarten Geweben und Radnetzen der Spinnen, dte noch, vergessen, da und dort die Kunstbauten herbstlicher Luftschlösier andeuten. Tin noch einigermaßen erhaltems Radnetz der Kreuzspinne tm Rauhsrost spottet allen Juwelierkünsten der Erde! Mtt lächerlich geringen Mitteln, Spinnfäden und etwas Luftfeuchtigkeit, versteht «6 die Natur, in wenigen Stunden Kunstwerke von solch erhabener Schönheit zu schaffen, daß ste den Beschauer zur Bewunderung hinretßen. Die winzigen Tröpfchen, dte der atmosphärische Wasserdamps am einzelnen Spinnschlauch angesetzt, machten diesen schon zur wundervoll zarten Perlschnur, rote sie keine Königin besitzt. Und nun haben ftillwebende Naturkräste aus jeder Perle einen leuchtenden C'ystall geschaffen und die Crystalle untereinander durch mikroskopische Spitzengeroebe auS kleinsten Eis- nabeln in nahrhaft prunkvoller Weise verbunben.
*) Der Practische Rathgeber im Obst- unb Gartenbau. Frankfurt a. O.
So starren die ganzen, von der emsigen Spinne einst gezogenen Fäden in einer unausiprechitch feinen Ciystallbekletdung. die, fallt windstille Lust herrscht, nicht allein selbst au« regelmäßigen sechs- kantigen Nadelprtsmm besteht, sondern deren größere Nadeln wieder feinste Garnituren von Nebenci ystallen zeigen. Wer hat fich schon dte Mühe genommen, am kalten, klaren Sinter tag etn solches Kunstwerk, da« schon dte Nähe des menschltchen AthemS in seiner Herrlichkeit zerstört, unter dem Vergrößerungsglas zu betrachten? Menschenhand kann solch unerreichbares Werk nicht auSführen: König Winter vermag es spielend!
Während der Garten äußerlich sein brillantenbesäeteS Kleid übergeworfen, geht eS unter der Schnee- und Laublchicht in manche« Erdkämrnerchen und Winkelchen fchltcht-gemüthltch zu.
Da fitzt die alte kluge Christwurz mit ihren dicken Wurzel« gemächlich im Erdreich und um ste herum eine ganze Gesellschaft Schneeglöckchenzwiebeln. Die Christwurz hatte viele kräftige, fast schwarze Blätter Hände und sogar ein halbes Dutzend röthlich angehauchte BlÜthenknospm in den Schnee hinaufgesandt. Da« that ste seit Alters her und blldete fich viel daraus «in, daß stet» ein paar große Blüthensterne von ihr unter dem Weihnachtsbaum de» Hause» parabiren durften.
„Ra, Jüngelchen, wie weit seid ihr nun eigentlich frug sie die Schneeglöckchen. „O danke," tuschelten diese, „die Hauptvorarbett ist soweit beendet! Stengel, Glöckchen mtt ollen Zuthaten, zwischen den Blättchen fest und eng gepackt und gut „embaHnt", liegen fit und fertig bereit. Wir können jetzt die Hände ruhig in den Schooß legen und Eurer weisen Winterlehren und Erzählungen lauschen. Braust der Märzsturm und dte Thauwasier rauschen, dann kommt dte Reihe an unS: wir sprießen lustig und blühm — läuten den üeben Frühling ein!"
„So, „Die Reihe"; et thr Gelbschnäbel, könnt thr euch nicht noch despecttrltcher ausdrücken! Mit mir in eine Reihe stellen? heb? Lächerlich! Was seid ihr denn dem Menschen unb was bin ich ihm! Könnt ihr ihn niesen machen? heh? Könnt ihr ihm Melancholie und Geisteskrankheit auStreiben? Wißt ihr waS Hippo- krates von mir sagte, ihr Dreikäsehoch? und wißt ihr waS eie Helleboroe ..."
Hier brach die kluge Wurzel plötzlich ab, benn bi« Erde w schütterte fich unb e« knarrte scheußlich wie das ungeschmierte Rad des Weltgerichts! ES war aber bloS bas ber Düngerkarre be» bieberen Vater Thälig, ber seine Gartenarbeiten verstanb unb auch tm Januar düngte, „wenn es tüchtig gefroren". Der schöne Ranh- froftmorgen hatte ihn zur Arbeit gelockt: seine Spinat- unb Salatbeete hatte er nachgesehen, ob ber Nordost ihm bie beckenben Fichten« jweige nicht roeggefegt. Jetzt büngte er sein Cleblingfibäumd»«, weil er wußte, baß der Boden unter dem Schnee noch offen. Die Letter hatte er auch schon heraus und dtc Baumscheere, um „au«,» putzen" und Jagd auf die Raupennester zu machen. Und auf dem Gartentisch standen sechs neugezimmerte SommerhäuSchen für feine lieben kleinen Wintergäste, Nistkästchen, für die er bk richtigen Plätzchen im Gezweig schon wußte.
Morgen, wenn dte Sonne bluttgroth über den Schneegefubm niebergebt, da schlüpft wohl schon etn kletner Gast mtt blauen Sammetkäppchen zur Nachtruhe hinein. hat am Häuschen gezirkelt, befriedigt genickt: Sit fit - der Miethscontract ist abgemacht!
Heinrich Freiherr Schilling.
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91
Holzversteigerung
int Gießener Stadtwald.
Montag, 13. Januar 1896, vormittags 91/« Uhr beginnend, soU. n im Gießener Stadtwald, Distric- icu Brauhof und Wanne, versteigert werben:
62 Kiefern- und Fichtenstämme mit 26,90 Festm.,
b?5 Kiefern- u. Fichtenstangen mit 1,33 Festm.,
48 Rmtr. Buchen-Scheitholz,
69 „ Eichen- „
97 „ Nadel. „
13 „ Buchen-Knüppelholz,
83,5 „ Eichen- „
57 „ Nabel« „
18 „ Buchen-Stockholz,
101,5 „ Eichen« „
28 „ Nadel« „
730 Wellen Buchen-Reisig,
3360 „ Eichen- „
4780 „ Nadel« „
Das Stamm- und Stangenholz kommt am Vormittag zum Ausgebot.
Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 6. Schneise.
Gießen, den 7. Januar 1896. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 317
Domanial-Fischerei-
und
Jagdverpachtungen.
Mittwoch den 5. Februar L I., Stacbmtttag« halb zwei Uhr, sollen tm Gasthaus zum Hirsch in Grünberg nach- stedend benannte Fischereien und Jagden anderweit verpachtet werden und zwar:
A. Fischereien.
1. vtzerförsteret Haindach r Im Ertenröderdach, den beiden Hirsch- dächlein in der Gemarkung Burg. Gemünden und dem Mehlbach in der Gemarkung Ehringshausen (Fischerei- bezirk I); in der Felda in der Ge- markg. Nieder-Gcmünden (Ftschrrei- hezirk II); in der Ohm von der Einmündung der Felda bi« an die Hornberger bezw. WälderShäuser Grenze mit dem sogen Htrschbächlein in der Gemarkung Nieder«Gemünden (Fsschereibezitk 111);
». Oberförsteret Nieder - Ohmen r Im Seenbach in den Gemarkungen Flensungen und Merlau bis an die Triebmühle bei Merlau, tm Ilsbach tm Jlrdorfer, Herrnmüllers- und
5.
383
Nr. 950 — 826 qm Grabgarten,
Slurl
git.Schl>t>ch,»>chf..Ludwig«platz.
Flurl
176
Die Lieferung des Bedarfs für 1896/97
von
Wildprethändler (£bd.
873
Heu
N.d-.noo: Ä. Sch-yda. — ä)rwd ue* fücrlag b* Brühl'schni Uorv-rsteüw-vuch- «U 6lrinbnutad (Pietsch A Schktzda) tu Gütz«.
»ch Irl«! II Stzr. Wirker,
Ederstraße. Neuenbäue. Schillerfiraße. Wetzsteinstr. LudwigSstraße SelierSweg.
I|r. Schiatzalo, W 3*ieber, <irl Schisie II., Willi. 3nlin|, her» 8«|t II., lif D'ilt,
Neustadt.
LudwigSstraße
SelterSroeg. SelterSthor. Bergstraße. Weuftabt. T-mrnstraße. Neustadt, ^llalltborstr. Neustadt. Ederstraße. Bahnbofstraß« Neuenweg.
etwa
16880 kg Petroleum, 230 cbm Brenn- holz, 436 Haarbrfen, 152 Piaffaoa« befen, 299 Öefenftiele, 35 kg weiße Seife, 410 kg grüne Seife, 940 kg
Heinrich Hof.
Babnbofstraße 33.
bringen sind, da verspätete Gesuche keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 8. Januar 1896.
Der Oberbürgermeister: I. 93.: Wolff.
manialroalbungen — 313 ha (Jagd» bezirk IV); tm Domanialroalbbiftrid Bretieloh b i Beltershain — 48 ha (Jagdbezirk VIII).
$erienen welche diese Fischereien oder Jagden zu pachten beabsichtigen und deren Oualiftcaüon hierzu nicht notorisch vor« liegt, bauen sich binnen 14 Tagen bei den genannten Dberflrnereten hierüber au«» zuweisen. Gewünschte nähere Auskunft wird von denselben, sowie dem einschlägigen Schutzpersonal ertheilt.
Gründer-, den 6. Januar 1896.
Im Auftrag: Großherzogliche Oberförsteret Grünberg.
Schober. 385
zu verkaufen. Näheres
329__________Bad«hofftraßd 5*.
Samstsg den 8. Fcdr. 1896, Nachmittag« 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgrricht die den Christoph Weiß «Helente« in Gießen gehörigen Immobilien:
Msfige Broncen,
in allen Farben, bei
A. & G. Wallenfels,
357 «arri — releptz—4«.
(Jagdbezirk 1); in den Domanial walddtstrtcten Flensungerkopf, Alter Hecgwald und Erlen der Forsiw^tei Lehnheim — 59 ha (Jagdbezirk Ul); Oberförsteret Gründer-r In den Damanialforstwarteten ReindardS- hatn und Saasen — 819 ha (Jagdbezirk 1); dem sog. Queckdörner Wald in der Forftwartei Harbach — 218 ha (Jagdbezirk 11); in der Domanial- forstwartet Weickartshain — 2)9 ha «Jagdbezirk 111); in der Gemarkung Göbelnrod mit Ausnahme b«r Do.
Ä. lerbirb, Pt lermaii, I lilhllif, Alb. |i*lin,
Win,. |in, Fritz Ihn Hedjf Jeter fertli, (ube. i,. fr. Hilft jr., W M B«l. •eil flrbi|, I r Seh
Berfteigerung.
Samstag de« 11, d Mt»., Nachmittags 2 Uhr, versteigere im Pfandlocal, SelterSweg 11, gegen Baarzablung:
1 zweithürtgen Meiderfchrank. Gießen, den 6. Januar 1896.
306 M«lch, BollziehungSbeamter.
Uhren, Brillen, Pincenez, Barometer, Thermometer, Operngläser kaust man am besten und billigsten bet
Georg Koch, Wmschkr, Nenrndäven 5, 283
nächst dem „Kaiserhof".
Hasen
frisch, per Stück 3 Mk., empfiehlt
Bekanntmachung.
Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in $ 25 der deutschen Wehr ordnung werden alle im Jahre 1876 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten und entweder in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymna« siasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthschafts. beamte, Handlungsgehilfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich dahier aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Recrutirungs stammrolle in der Zeit vom 10. bis 25. Januar dieses Jahres bei der Bürgermeisterei dahier zu melden und dabei, wenn sie dahier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein unb wenn sie bereits bei einer früheren Musterung concurrirt haben, ihren Loosungsfchein vorzulegen.
Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlaffen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bi» zu 30 Mark oder mit Hast bis zu drei Tagen belegt, von der Theil- nähme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche aus Zurückstellung u. s. w. für verlustig erklärt werden.
Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet.
Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von Militär- pflichtigen auf Grund des $ 32, poa. 2, Lit. a, b, c, d, e, f und g der Deutschen Wehrordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzu-
Wallgärten, Flur 1 Nr. 9514/to — 324 qm Grabgarten in ber Wallthvrfiraße, Nr. 95P/ie — 452 qm Hvfraithe
krpstallistrte Soda, sowie die An« unb Abfuhr ber Steinkohlen, roerben am 1. flf<»r«ar 1896, Vormittag« 10 Uhr, in unserem Geschäftszimmer verhängen. 890
»arntfanV'rwalttt«« <« Oitet«.
Triebmüllers - Mühlgraben Gemar- hingen Jlsborf unb Kirschgarten (Fischereibezirk 1); in ber Ohm in ben Gemarkungen Wettsaasen, Kirsch, garten unb Merlau, sowie tm Kirsch» gartet Mühlgraben (Fischeretbez. 11); in ber Cbm in ber Gemarkung Nieber-Oomkn zwischen ber Über» gäffer unb Untergäffer Brücke, tm Langwiesen». Königsaaser-, Hinter- gäster-, Echmitter-MÜHIgraben, im sogen- Grunbelwasser unb im Mühl graben von ber Papiermühle bl« in bie Ohm Gemarkung Nieber-Ohmen (Fischereibez^rk 111); in ber Lumba Gemarkung Lumba (Fischeretbez. IV);
3. Oberförsteret Grünbergr Im sogenannten Ltnsendach in ben Gemar hingen Grünberg, Ouedborn unb Harbach (Fischereibe,irk I): tm Lauterer Forellenbach nebst altem Bach in ber Gemarkung Lauter, sowie tu einem kleinen Thetl ber Gemarkung öetterfelb (Fischeretbeztrk II).
B. Jagden.
4. Oberförsteret Rteber - Ohme« r In ben Domanialfoistroarteten Atzenhain, BernSselb, Lumba, Merlau unb einem Thett von Lehnheim — lö05 ha
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</4 Fl. 1 JÄ, >/, FL X 1.70, */( Fl. 3 JL empfiehlt F. Schott, 174 Bahnhofatr. 23, tiieeeen.
Pa. Nusskohlen,
„ Anthracitkohlen,
„ Briquetts, Kleingemachtes Holz, fuhren- u. centnerroeife, empfiehlt billigst
daselbst,
$Iur409ir.267V„-1^|,>m”^|nl Sartfelb in ber Schwarzlach, öffentlich meistbietend versteigert werden Gießen, den 27. December 1895.
Großh. OrtSgertcht Gießen.
I. A.: Vogt.389
«Fanter * C«., Hochheim edicinal-Champagner teinnter, dentecher 8ect
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