Ausgabe 
11.1.1896 Erstes Blatt
 
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waren, da- den Zweck hatte, die Annexion der Republik herbeizuführen.

Pritona, S. Januar. Die Aufrührer von Jo« hanne-burg haben sich der Regierung von Transvaal bedirgungSloS ergeben. Hier herrscht große Dank« barkeil für Deutschland wegen de- von ihm geleisteten wirkungS- vollen diplomatischen Beistandes.

Drpeichp-. de- Bure«:

Berlin, 9. Januar. Heute Mittag 12 Uhr fand in der Dom JiterimSkirche die feierliche Einsegnung der sterblichen Hülle des Prinzen Alexander statt. Der Fcier wohnte da- Kaiserpaar mit großem Gefolge, Vertreter zahlreicher regierender Fürsten, die Minister, das diplomatische Corps und viele andere hervorragende Persön- l chkeiten bei. Während der Einsegnung läuteten die Glocken sämmtltcher Kirchen Berlins.

Berlin, 9. Januar. Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold trafen heute Vormittag vom Jagd­schloß Glienicke in Berlin ein und wohnten der Beisetzung deS Prinzen Alexander bei.

Berlin, 9. Januar. DerLocalanzeiger" meldet: Fürst BiSmarck wird der wiederholten Einladung deS Kaisers Folge leisten und am 18. Januar, Vor­mittag- 10 .Uhr, hier eintreffen, vorausgesetzt, daß sein Gesundheitszustand keine Verschlechterung erfährt. Wahr­scheinlich reist er schon am Tage vorher nach Schönhausen. Der Fürst wird auch diesmal im Königlichen Schlosse ab­steigen und an der Parade zu Wagen mit besonderer Ge­nehmigung des Kaisers Thetl nehmen und dem Gala-Diner beiwohnen.

Berlin, 9. Januar. Eine Interpellation der Regierung im Reichstage über die TranSvaal-Frage scheint, soweit sich übersehen läßt, ausgeschlossen. Dagegen gilt eS als zweifellos, daß die Frage in der Budget Com- miifion später zur Sprache kommt. Der Umstand, daß das Auswärtige Amt seinen nächstjährigen Etat zurückgezogen hat, wird in der Commission insofern einige Verwirrung Hervor­rufen, als keiner der Referenten in der Lage ist, schon morgen über den Etat Bericht zu erstatten.

Berlin, 9. Jaguar. Die wirthschaftliche Ver­einigung deS Reichstages wird in der nächsten Woche zu einer Besprechung der Vorlage des Margarine-Geletz- entwurfe, sowie der Frage der Zuckersteuer und der Transit­läger zusammentreten.

Berlin, 9. Januar. Der Stellvertreter deS Reichs­kanzler- v. Bo etlicher veröffentlicht eine Abänderung zur Bekanntmachung vom 5 Februar 1895 über Ausnahmen vom Verbote der SountagSarbeit lm Gewerbebetrieb. Diese vom 25. October 1895 datirte Bekanntmachung ist jetzt dem Reichstage zugegangen.

Pari-, 9. Januar. Der hiesige portugiesische Gesandte erklärte einem Redacteur deSTempS-", daß die Aus­schiffung deutscher Truppen in der Delagoabah nur im Einvernehmen mit Portugal möglich sei, da die Bay p)ltUgifischeS Gebiet sei. Der Gesandte glaubt nicht, daß d eSbezügltche Verhandlungen geplant werden.

Paris, 9. Januar. Die Blätter unterziehen zwar die Haltung Englands einer scharfen Kritik, sprechen sich u r nichtsdestoweniger gegen ein Einvernehmen mit Deutsch- U< ö aus.

London, 9. Januar.Daily Graphic" sagt, der Zwischenfall in Transvaal sei glücklich zu Ende geführt worden durch die Energie von drei Männern, nämlich Cbamberlain, Krüger und Robinson. Krüger habe sich, indem er den Ausländern Concesstonen machte, alS kluger Staats­mann erwiesen und sich dadurch um die Unabhängigkeit deS Landes große Verdienste erworben.

London, 9. Januar. Hier herrscht wieder eine be­ruhigtere Stimmung. Die Gerüchte von der Ein­berufung der Reserven und der Miliz bestätigen sich nicht.

Dotier, 9. Januar. Ein schrecklicher Sturm hat gestern die Abfahrt sämmtlicher Postdampfer verhindert.

Warschau, 9. Januar. Anläßlich der Krönung deS Czaren soll bekanntlich eine Bauerndeputation nach Moskau pe'andt werden. Dte Wahlen hierzu finden sitzt in allen Gouvernement- von Ruffisch Polen statt.

Konstautiuopel, 9. Januar. Infolge heftiger Schn er­stürme find die Eisenbahn-Verbindungen m t West Europa unterbrochen.

Sitzung der Stadtverordneten

am 9. Januar 1896.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Wolff, Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Faber, Flett, Dr. Gaffky. Dr. Gmfleisch, Habenicht, Haub^ch, Heichelheim, Helfrich, Hey^igenftaedt, Homberger, Juqhardt, Keller, Kirch, LooS, Köber, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Schiele, Schwall, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.

In der ersten Sitzung des neuen JabreS wurde der bedeutungsvolle Act der Dienstein führung und Ver­pflichtung der neugewählten Stadtverordneten vorgenommen. Herr Oberbürgermeister Gnauth richtete aus dieiem Anlaß an die Versammlung folgende Ansprache:

Meine Herren!

In Gemäßheit deS Art. 27 der Städte Ordnung habe ich die am 16. November v. I. gewählten Herren Stadtver­ordneten in ihr Amt einzuführen und zu verpflichten, nachdem weder eine Einwendung gegen jene Wahl erhoben noch auch dieselbe von der Aufsichtsbehörde beanstandet worden ist.

Ich gebe dabei zunächst der Freude darüber Ausdruck, daß die sämmtlichen, alS treue Arbeiter tu der städtischen Vertretung bewährten Herren Stadtverordneten, deren Mandat abgelaufen war, in ehrender Wetfe wiedergewählt worden sind, und ich glaube, wir dürfen Alle darin eine Billigung

der Wirksamkeit nicht nur dieser Herren, sondern auch deS gesammteu Collegiums in den letzten Jahren erblicken.

DeS Wetteren heiße ich herzlich willkommen die neu eiutreteuden Mitglieder der Stadtverordneten Versammlung- eS ist damit nunmehr dte Zahl von 30 Stadtverordneten, welche Städten über 20000 Einwohnern zakommt, erreicht und ungeachtet der abermaligen, erfreulichen Zunahme unserer Bevölkerung, welche die letzte Volkszählung ergeben werden wir bet dieser Zahl nunmehr wohl für einige Wahltermiue verharren, bis erst wieder eine Seelenzahl von 30000 erreicht ist.

Die vollzogene Vermehrung der Zahl der Stadtver­ordneten ist aber insbesondere darum freudig zu begrüßen, weil sie zugleich auch eine erhebliche Bereicherung unseres Collegiums darstellt an fachlichem Wissen, an Lebenserfahrung und Arbeitskraft. .

Eine solche Bereicherung ist doppelt werthvoü angesichts der bedeuiungSvolleu Aufgaben, deren Lösung voraussichtlich schon die nächsten Monate von der Stadtoer ordneteu-Ber- sammlung verlangen werden: ein neu ausgearbeitetes Projekt der unterirdischen Entwässerung und Fäkalienableitung unserer Stadt liegt zur demnächftigen Berathung und Beschlußfassung bereit; das Gleiche gilt von der nicht weh. länger mehr aufzuschtebenden Entscheidung über die Wtederbelegung oder Vergrößerung des seitherigen oder die Anlage eine- neuen Friedhofes, auch dte neuestens von privater Seite angeregte Anlage eines Volk-schwimmbadeS wird wohl in der einen oder anderen Form die Beiheiligung der Sradt tn Anspruch nehmen.

Dielen Aufgaben sanitärer Art auf jenem, ja noch am meisten rückständigen Gebiet unserer städtischen Verwaltung treten an dte Seite eine Anzahl anderer: die Unzulänglich­keit unserer derzeitigen Viehmarktanlagen und die absolute Unmöglichkeit der Durchführung der unerläßlichen veterinär- poltzetltchen Controle unter den seitherigen Veihältniffen werden in wiederholten Verboten der Abhaltung unserer Vieh märkie und tm fortgesetzten Rückgang derselben iasolange ihren Ausdruck finden, als nicht durch Verlegung des Vieh- markier und Wiederanlage desselben unter den günstigsten äußeren Bedingungen unser Markt wieder concurrenzfähig gemacht fein wird mit anderen; ob sine Verlegung erfolgen soll tm Anschluß an den künftigen Güterbahnhof unter gleich­zeitiger Anlage eine- BtehhofeS, eveut. im Zusammenhang mit der Anlage öffentlicher Lager-Plätze und-Häuser, werden wir gleichfalls in Balde zu entscheiden haben.

Von sonstigen Verhandlungsgegenständen erwähne ich nur noch kurz dte Beschaffung weiterer Räume für die Real­schule, die Reform unserer OctroiwesenS in der von der Stadtverordneten Versammlung seinerzeit angedeutetenRich ung und dte Schaffung eine- städtischen Arbeitsnachweises.

Ich glaube, diese Aufzählung schon wird Ihnen bestätigt haben, welch ernste Arbeit das neue Jahr uns Allen bringen wird, und ich kann nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß dieselbe ausschlagen möge zum Segen unserer Stadt- daß J^re Entscheidungen fallen möchten bet aller Würdigung und Abwägung der Emzelinteresseu unter dem ausschließ­lichen Gesichtspunkt des öffentlichen, des GesammtintereffeS, und daß über unseren Verhandlungen und persönlichen Be­ziehungen derselbe Geist der Sachlichkeit und Versöhnlichkeit walten möge wie bisher.

In solchem Sinne bitte ich Sie einzutreten in die Arbeit des neuen Iah e-, zunächst aber lade ich die neu gewählten Herren Stadtverordneten ein, den vorgeschrtebenen Eid ab­zulegen. .

Hierauf leisteten die neugewählten Herren: Commerz»» rath Heichelheim, Kaufmann Th. Haubach, Kaufmann Carl LooS, Hoftraiteur Kirch und Professor Dr. Gaffky den Eid nach folgender Formel:Ich schwöre, daß ich das mir anvertraute Amt eines Stadtverordneten der Stadt Gießen treu und gewissenhaft verwalten und die mir ob­liegenden AmtSgeschäste den bestehenden Gesetzen entsprechend mit Unparteilichkeit besorgen will, so wahr mir Gott helfe." Unter Hinweis auf ihren früher geleisteten Ed wurden die wieder gewählten Herren Petri, Dr. Gutfleisch, Wallen­fels, Jughardt, Faber und Dr. Ploch durch Handschlag verpflichtet.

Das Gesuch des Herrn LoniS Becker um Erlaubniß zur Errichtung einer Gartenhütte am alten Steinbacherweg wurde ausnahmsweise und widerruflich befürwortet, desgl. dasjenige von

der Firma Gebr. Röhr le zur Erbauung einer EiS- halle^am W Swarer Weg. Herr Oberbürgermeister Gnauth machte hierbei auf den Beschluß der letzten KceiStag-sitzung aufmerksam, nach welcher demnächst mit dem Bau der Kre S- straße tn der Lichtenau, in der Richtung nach Wi mar be­gonnen werden soll.

Zur Ausführung der Arbeiten für dte von der Stadt laut Vertrag mit der Firma L. Scheid on.ulegeaden eiserne Einfriedigung entlang der Scheid'schen Besitzung an der Steinstraße wird Genehmigung ertheilt. Die auf 730 Mk. veranschlagten Arbeiten wurden bereit- ausgeschrieben.

Die zum Ausbau der Landmannstraße bezw. Trottoiranlage daselbst erforderlichen Bordsteine hat sich die Firma Graff u. Co., Londorf-Gießen, zu dem Preise von 4.80 Mk. per lfd. Mtr. zu liefern erboten. D-e Versamm lung erklärt sich mit dcm Angebot, daS wesentlich niedriger ist, als diejenigen anderer auswärtiger Firmen, einverstanden.

D'.m Gesuche der israelitischen RelrgionSgemetnde ent­sprechend wird beschlossen, die Lonhftraße von dem ecan- geltschen Schwesterhaus an bis zum Befitzihum der ifraetb tilchen Gemeinde aufzufüllen. Genannte Gemeinde beabsich­tigt, demnächst an bezeichneter Stelle ein Geweindehau» zu errichten.

Nachdem die Parzellen-Bermesfung beendigt, soll ein neue- Grundbuch angelegt werden, wofür 4000 Mk. nöthig find. Diese Kosten werden, der gesetzlichen Bestim­mung gemäß, von der S'aatskasse vorgelegt, und find für deren Er atz die Jahre 18971900 vorgesehen. Es wird auf

Antrag der Baudeputa'ion die Anlage einet neuen Grund- buche- beschlossen, und sollen die Kosten durch Erhebung eine- besonderen An-schlageS auf die Gruvdsteuercapitalt» gedeckt werden. Auf die Bemerkung deS Herrn Wallen­fels, man möge mit der Neuanfertigung de- Grundbuche­warten, bi- die vielen Reclamarionen gegen die Bermcssung erfolgt seien, antwortete Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß die- vorgesehen sei, indem nach Ausgleich der Dtffe,enzen die Parzrllenkartencopien auSgesenigt und danach erst da- Grundbuch angelegt würde.

totales and proonnsUHes,

Gießen, 10. Januar 1896.

* * Gynäkologische Klinik. In der Gynäkologischen Klinik unserer Hochschule kamen im verflossenen Jahre 340 Ent­bindungen bei einer Thätigkeu von nur Praktikanten vor, somit entfallen durchschnittlich auf jeden derselben pro Jahr 16 Fälle oder pro Semester 8. ES steht diese- In­stitut in Bezug auf die Fr. q renz und in Rücksicht auf die Zahl der dabei beteiligten angehenden Aerzte an erster Stelle unter derartigen Anstalten aller deutschen Universitäten.

* * Verein für Krankenpflege. Die am Mittwoch Abcod ftattgefundeue General-Versammlung war zahlreich besucht. Der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Grünewald, erstattete den RechrnfchastSdertch: über das abgelaufene Ver- eiuSjahr, und erwähnte dabei, daß eS wegen der Auffassung über die Auslegung deS § 4 der Statuten, welcher die Zu­sammensetzung und Wahl deS Vorstandes behandelt, inner­halb deS Verein- zu ernsten Me.nungSvrrschiedenhetten ge­kommen fei, welche nahe daran waren, die Existenz des Ver­eins in Frage zu stellen. Diese D fferenz fei jedoch bet- gelegt, sie habe ihren Grund in Mißverständnissen rc. gehabt. Der Verein bezweckt die Einrichtung und pekuniäre Unter­stützung einer Niederlassung katholischer, barmherziger Schwe­stern in Gießen behufs Förderung der Krankenpflege, ohne Rücksicht auf die Confession der Kranken in dieser Stadt. Die Mitgliedschaft kann Jedermann erwerben, gleichviel, welche politische oder confdfton-.Ue Stellung er einnimmt. Der Verein bestehe augenblicklich au- 53 Katholiken, 33 Pro­testanten und 20 Israelitin Es führe die Mitglieder ledig­lich die Humanität und Menschenliebe zusammen, alle reli­giösen Interessen der verschiedenen Confessionen haben mit dem VereinSzweck nichts zu thun. Der Vorsitzende schließt seinen Bericht mit dem Wunsche, daß im kommenden Jahre die Genien der Mudthäugkeit und Barmherzigkeit über dem Verein walten mögen. Der Rechner Herr v. Jungeifeld erftattete die von den Revisoren geprüfte Rechnnna pro 1895. Dieselbe schließt in Einnahme ur ö Ausgabe mit Mk. 5761.58 ab. DaS Vereinsveimögen, bestehend aus baarem Geld und Papieren, beträgt augenblicklich Mk.2955.28, gegenMk.3184.11 des Vorjahre-. Die Versammlung schritt daraufhin zur DorstandSwahl. Der Vorsitzende theilte mit, daß Herr Rechtsanwalt Dr. Gutfleis ch infolge der Differenzen de« BorjahreS fein Amt niedergelegt habe und die Versamm­lung bitte, von seiner Wiederwahl in den Vorstand abzusehen. Der Vorstand habe beschlossen, als geeignetes Vorstands­mitglied den Buchhalter H-rrn Hermann Petri zur Wahl vorzusch agen. Herr Dr. Kübel erklärt, daß dem § 4 der Statuten zufolge diesmal tn den Vorstand ein protestan Ische- Mitglied mehr zu wählen sei, dem müsse man sich füge«, und wer von den Mitgliedern dies nicht wolle, könne Höch- ftens einen weißen Zettel abgeben. Bei der Abstimmung, welche durch geheime Wahl stattfand, wurden wieder gewählt die Herren R^chtSanwalr Grünewald, v. Jungenfeld, Hante!S- kummermitglied Katz, Commerzienrath Heichelheim, Dr. Kübel, Amtsrichter i. P. Herrmann, Rentier Schmücker, Adjutant i. P Singer, neugewählt wurde Buchhalter Hermann Petri. Nachdem der Vorsitzende Namens des Vereins den Schwestern für ihre segensreiche und aufopfernde Thätigkeit Anerkennung und Dank ausgesprochen, dankt Herr Pfarrer Bayer dem Vorstand und besonders bem Vorsitzenden für seine Thattg- keir im Interesse des Verein-. Hierauf schließt Herr Rechts­anwalt (Srünetpalb die Versammlung.

Veränderungen im Vorstand der OmaibnSgefeÜfchast Auf sein Nachsuchen, begrüntet mit Arbeitsüberlastung, ist der städtische Vertreter im Vorstand der Omnibu-gesellschasi, Herr Stadtverordneter Helfrich, von seinem Amte ent» Kunden worden. Derselbe waltete feit Eröffnung de- BetriebS seines Am es und hat sich namentlich bei der Einrichtung desselben, sowie in den kritischen Zettea, welche die Gesell­schaft durchgemacht bat, hervorragende Verdienste um dieselbe erworben, wofür ihm der Dank und dir Anerkennung der Bürgerschaft rückhaltlos ausgesprochen werden muß. Ai seine Stelle wurde Herr Stadtverordneter Heinrich Adami gewählt.

* Wegen bittlichkeiiSverbreche» wurde vor einigen Tagen ein Schuhmachermeifter von hier gefesselt nach dem Justiz­palast geführt und dort in Untersuchungshaft ge­nommen. Die scheußliche That soll schon vor einem halb» Jahre verübt sein.

Eine Warnung, ausgehend von H-rrn KreiSphysiku- Dr. Roth in Marienberg (W fnrmalb) ist seit KurzMn am schwarzen Brett unserer medtcinischen Klinik arig-schlagea, welche verdient, die weiteste Verbreitung zu finden. ES wird gewarnt, sich nach Marieuderg als zweiter Arzt lockcu zu lassen und diese Warnung damit begründet, daß die Gegend arm sei und daS ärztliche Bedürsniß dort so gering wäre, daß den größten Theil deS JahceS schon ein Arzt wenig zu thun hab'. Die Taxen bet-ügen für Verordnung inklusive Untersuchung 30 Pfg., für einen Besuch 60 Psg. Praxis sei ohne Fuhrwerk unmöglich, sämmtliche FixaS find in den Händen des Kreisphysik. S. Wer vor bitterer Noth sich bewahren will, möge sich bei dem Arzt Dr. Loer in Winterberg, biSherin Marienberg, de« S'uaueren informir».