Ausgabe 
7.10.1896 Erstes Blatt
 
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2ai>en, 5. October. Bester» fand au Bord des Zaren- schiffe»Polarstem" ein großes Fest statt, au dem auch der Herzog uud die Herzogin von Lounaught, sowie der russische Botschafter von Staal uud zahlreiche höhere Offiziere thelluahmen.

Berlin, 6. October. Gestern Nachmittag wurde der nationalliberale Parteitag geschlossen.

Hamburg, 6. October. Die ostafrikanische Plantagen- Gesellschaft will Dr. Schröder-Poggelow verklagen, weil die Gesellschaft durch die Verheimlichung der ihm über seinen Bruder zugegaugeneu Mittheilungen geschädigt worden sei.

Dux, 6. October. Fast überall im hiesigen Revier wurde die Arbeit bedingungslos wieder ausgenommen. In Bruch beharren die Arbeiter im Ausstaude.

Rotterdam, 6. October. Die Dynamitarden Cearny und Haines find nach New-York abgereist.

Parts, 6. October. Auf den Boulevards herrschte be­reits gestern Abend ein unbeschreibliches Gedränge, bet welchem mehrere Personen Verletzungen erlitten.

Cherbourg, 6. October. Präsident Faure gab dem Zarenpaar bet seiner Abreise nach Parts das Geleit bis zum Wagen uud küßte der Zartu die Hand. Als sich der Zug in Bewegung setzte, ertönten 101 Kanonenschüsse.

WB. Cherbourg, 6. October. Kaiser Nikolaus beantwortete den Trinkspruch deS Präsidenten Faure folgendermaßeu: Ich bin gerührt von dem sympathischen herzlichen Empfang in Cherbourg. Ich habe den Boden einer befreundeten Nation betreten, das Geschwader, welche» un- geleitete, sowie das AdmiralschiffHoche" sehr bewundert,- ich theile die Gesinnungen, die Sie, Herr Präsident, soeben au-gedrückt; ich erhebe das GlaS zu Ehren der französischen Nation, der Flotte uud der wackeren Seeleute und danke dem Präsidenten für die soeben ausgesprochenen Willkommen- grüße. Der Kaiser stieß alsdann mit Faure au, wie letzterer am Schluffe seines Toastes mit der Kaiserin angestoßen. Die Musik spielte die Marseillaise und die russische National­hymne.

WB. Versailles, 6. October. Der Prästdentenzug traf um 8 Uhr 27 Mtu., der Zare uz u g um 8 Uhr 50 Mtn. ein. Präsident Faure begrüßte das Zarenpaar, letzteres be­stieg den Prästdentenzug, welcher um 9 Uhr 3 Min. nach Parts weiterfuhr.

CoceU» urrL) provinzielle-,

Sießeu, den 6. October.

** LaudtagSwahl. Von 2573 zur Landtagswahl ein« geschriebenen Wählern haben gestern im Ganzen 923 oder ca. 38 pCt. ihr Stimmrecht ausgeübt. 464 Stimmen wurden für die 45 Wahlmanner der freisinnigen Volk-Partei abgegeben. Die nationalliberale Liste erhielt 451 Stimmen. Acht Zettel waren ungilrig, sieben davon enthielten den Wahlaufruf zu Gunsten de- Herrn Hehligenstaedt, während einer den Wahlaufruf zu Gunsten des Herrn Metz enthielt. Der Andrang zum Wahllocal war am stärksten in den Stunden zwischen 5 und 6 Uhr, in welcher Zett nahezu der vierte Theil der überhaupt von ihrem Wahlrecht Gebrauch machenden Wähler erschien. Ueber den Ausfall der Wahlen in den anderen hefftschen Wahlbezirken liegen bis jetzt folgende Nachrichten vor:

Mainz. Bei der heutigen Wahlmännerwahl zu dem hefftschen Landtag siegten, wie jeder Einsichtige nach Lage der verhältniffe vorau-sehen konnte, die Socialdemo- traten mit großer Majorität. Bet allgemein schwacher Betheiligung erhielten ihre Wahlmänner 1635 Stimmen. Den Socialdemokraten zunächst kommen die Wahlmänner der CentrumSpartei, die 1270 Stimmen auf sich vereinigten. Nächst diesen folgten die Nationalliberalen mit 797 Stimmen und zuletzt die vereinigten Demokraten und Deutschsrei­finnigen mit 652 Stimmen. Au- diesem Resultat ist er­sichtlich, daß ein erfolgreiches Verdrängen der Socialdemo- traten nur dann möglich gewesen wäre, wenn sich alle übrigen Parteien vereinigt hätten.

Momboch Gonsenheim > Finthen > Ingelheim. Im neunten rheiuheffischen Landtagswahlbezirk siegte der deutsch fr ei­st nnig-ultramoutane Compromißzettel (Rechtsanwalt Dr. Frenay) trotz erheblichen Stimmenzuwachses der Social- demokraten.

Darmstadt. Bet der heutigen Wahlmännerwahl erhielt nach vorläufiger Feststellung die nattonalliberal-conser- vative Liste (Candtdatur Wolfskehl und Schmeel) 1420, diejenige derFreien Bürgervereinigung" (Candidatur Bern­hardt und Götz) 1378 Stimmen. Ein Spaßvogel hatte außerdem einen halben Zettel abgegeben, der natürlich ungilttg war. Das Ergebutß war gegen 7 Uhr schon be­kannt. In den letzten Tagen hatte der Wahlkampf einen recht scharfen und theilweise persönlichen Charakter angenommen.

Friedberg. Bet der Wahlmännerwahl stimmten die Wahlmänner für die Wiederwahl deS seitherigen Abgeord­neten Justtzrath Jöckel (ntl.). Eine Gegenliste war nicht aufgestellt.

Offenbach. Die vereinigten Bürgerparteieu erhielten 1352, die Socialdemokraten 1563 Stimmen.

Bingen. Die von dem Comitü der vereinigten Parteien aufgestellte Wahlmännerltste ging unter schwacher Betheiligung durch. Die Wiederwal des seitherigen Landtagsabgeordneten, Redacteur Pennrich, ist sicher.

H. Stadttheater. Das gestern Abend als Novität für Gießen gegebene LustspielMauerblümchen" von der altbekannten Firma Blumenthal und Kadelburg erfreute sich einer recht beifälligen Aufnahme. Die gut auSgearbeitete Idee ist einem auf modern-gesellschaftlichem Leben bafirenden Uebelstand entnommen; die Handlung entwickelt sich ziemlich breit und concentrirt sich um da- Schicksal eine- reizenden jungen, unbemittelten Mädchen- mit weltstädtischem Chic, da-, um sich günstige LebenSbedtngungeu zu schaffen, um die

I Stelle einer Buchhalterin bet dem Tapetenfabrikauten Justu» Wörmanu sich bewirbt. I« Verlaufe ihrer Bewerbung um die vacante Stelle begründet sie diese damit, daß sie sich zum GroS derjenigen Mädchen zugehörig betrachtet, welche das Schicksal und gesellschaftliche Ansprüche zwingtsitzen zu bleiben" und al-Mauerblümchen" bezeichnet werden. Sie erhalt Dank ihrer Energie die gewünschte Stelle uud erobert sich allgemach da- Her- ihre- Principal-, so daß e- zur Verlobung kommt. Jedoch nur bi- zu dieser, denn der junge Neffe erhält von dem alten Herrn nach gekommener Einsicht die Hand des Mauerblümchen- und vereinigt dadurch zwei tu Liebe erglühende Herzen. Der im Verlauf de» StückeS gegebene Gegensatz einer, auf Grund kühlster Be­rechnung geplanten Berheirathuug der Tochter deS SociuS Wörmann, Henriette Marberg, mit deffen Neffen ist in wirksamster Weise verwerthet. DaS sehr effektvolle Lustspiel enthält viele Wahrheiten und wirkt im Gewand einer aus­gezeichneten Situationskomik und einiger gut gezeichneten leben-wahren Figuren packend, dadurch sich stets einen Erfolg sichernd. Die Aufführung selbst verdient alles Lob und nahm einen flotten Verlauf, Dank der geschickten Regie und guten Einstudirung. Fräulein v. Wiuterstein als Mauer­blümchen Franziska spielte mit Frische und Liebenswürdig­keit. Herr Helm als Tapetenfabrikant Wörmann bot eine prächtige Leistung. That schon die der Rolle aogepaßte individuelle Erscheinung daS Ihre, so kam auch der trockene Humor deS Darstellers zu voller Geltung. Fräulein Egger, eine repräseutable Erscheinung al- Edith, machte aus dieser kaufmännisch ihre Herzensangelegenheiten berechnenden Jung­frau eine wirksame Figur. Die characteristisch gut gegebene Leistung deS Herrn Hille als Spangenbach verdient An­erkennung. Der SociuS Marberg fand durch Herrn Rüger- Anthony eineruhtg-würdige Wiedergabe. Herr Frttzschler als Neffe bot im Ganzen eine gute Leistung. Die übrigen kleineren Rollen waren recht paffend besetzt. DaS HauS war nur mittelmäßig besucht und zollte reichen Beifall. Die musikalischen Spenden der RegimentSmufik wögen nicht un­erwähnt bleiben. ES wäre wünschenöwerth, daß daS hiesige Publikum aus seiner Reserve heraustrete und dem Unter­nehmen mehr Unterstützung durch guten Besuch zu Theil werden ließe.

* Bortrag. Morgen Mittwoch Abend findet ein jeden­falls hochintereffanter Vortrag auf Veranlassung deS Kauf­männischen Vereins und OrtS-GewerbevereinS statt; der Redner, Herr Jens Lützen, ist ein uns schon durch seine früher hier abgehaltenen Vorträge (Ein Tag auf dem Mond-, Ein Ausflug in den Weltenraum"), die, nebenbei gesagt, beide recht stark besucht waren, kein Fremder mehr. Auch ist daS gewählte Thema14 Tage im nördlichsten Lande Europas", wobei u. A. auch Nansen- Nordpol- fahrt, die projectirte Auffahrt des Andree'schen Luftballon vom Redner näher besprochen und durch große Lichtbilder erläutert wird, dazu angethan, einen recht starken Besuch dieses Vortrages herbeizuführen.

Dem Turnvereine, welcher, wie bereits berichtet, am letzten Sonntage fein Ab turnen hielt, wurde bei dieser Gelegenheit von seinen Ehrenmitgliedern mit Rücksicht auf daS gefeierte 50jährige Stiftungsfest nachträglich noch eine ganz besondere Freude bereitet, indem solche neben einem nützlichen werthvollen Turngeräthe ein großes, künstlerisch auSgestatteteS Tableau, enthaltend die vortrefflich gelungenen Photographien der Ehrenmitglieder als Angebinde zur Jubel­feier überreichten. Herr Zahntechniker Frutig, als Wort­führer der Ehrenmitglieder, hielt hierbei eine schwungvolle, von Herzen kommende Ansprache. Er betonte insbesondere, daß die Ehrenmitglieder eS als ihre Pflicht erachteten, dem Vereine schützend zur Seite zu stehen und mitzuwirken, daß derselbe, wie seither, auch fernerhin die Turnsache hoch halte und fördere, aber auch selbst wachse, blühe und gedeihe. An die jungen Turner wurde die ernste Mahnung gerichtet, stet» der ruhmvollen Vergangenheit des Vereins eingedenk zu sein und eS den Alten nachzuthnn. Mit einem dreifachenGut Heil" auf den Verein beendete der Redner seine begeistert aufgenommene Ansprache. Der Sprecher deS Vereins, Herr Stadtrath W. Löb er, dankte verbindlichst den Ehrenmit­gliedern für ihre treue Anhänglichkeit und thatkräftige Unter­stützung. Die schöne Widmung werde dem Vereine eine Weisung sein, die jungen Turner für die edle Turnerei immer mehr zu begeistern und sie anzuspornen, den alten Herren ihren Dank durch strenge Pflichterfüllung gegen den Verein abzustatten. DaS von ihm auf die Ehrenmitglieder au-gebtachteGut Heil" fand stürmischen Betsall. Bei der später vorgenommenen PreiSvertheilung hob Herr Turnwart Wigandt hervor, daß der Verein, um seine eigenen Kräfte zu bemeffen, alljährlich ein internes Wettturnen veranstalte. Bei dem diesmaligen Wettkampf seien folgende Turner al- Sieger hervorgegangen: 1. Active Turner: Heinrich Pieper Ehrenpreis, Hermann Kröcker 1., Karl Erb 2., Heinrich Schmitt 3., Adolf Schneider 4. Preis. 2. Zög­linge: Ludwig Noll Ehrenpreis, Wilhelm Schmidt 1., Heinrich Loh 2., Wilhelm Braun und Thoma- Biedenkapp 3., Willi Noll 4., Wilhelm Muhl 5., Fritz Hollmann 6., H. Lorenz 7. Preis. Auch diesen wurde einGut Heil" ausgebracht. Ein gemüthlicheS Tänzchen beschloß die auf- Beste ver­laufene Feier.

Der Verein zur Züchtung reiner Hunderaffeu hielt am 2. October seine Monatsversammlung ab, in der die beiden von dem Vorsitzenden, Herrn F. Windecker, gestifteten Teckel zur Verloosung kamen. Den RüdenRuffo-W." gewann Herr Windifch, die HündinBau im W." Herr Wirth Spuck. Der Vorsitzende, Herr Windecker, referirte al-dann über die am 11. d. Mts. stattfindende Schau. Im Falle ungünstiger Witterung sind dem Verein in liebens­würdiger Weise die Hallen der Actienbrauerei zur Verfügung gestellt worden. Da- Richteramt bei der Schau haben gütigst Übernommen die Herren H. Schumacher in Frank­furt a. M. für LuxuShunde, Hofmann in Münzenberg für ' deutsche Vorstehhunde, Karl Huth in Niederrad für Dachs

und Schoßhunde, für die anderen Klaffe» stehen die Richter nc> au». Al- Züchtung-preis für eine Klaffe der Jagd-, Vuniu und Schoßhunde werden zwei wettere Preise zur Bert^f ue» kommen, fall- Züchter de- betreffenden Hundes Müglied t - hiesiger». Verein- oder Aussteller, ist. Außerdem siud weitere Ehrenpreise von Freunden de- Vereins ae'Ht- werdeu. Im Ganzen find bis heute 66 Meldungen ir Schau eingelaufen, so daß wir den Besuch derselben, Interessenten aufs Wärmste empfehlen können.

Geueralmußkdttettsr Levi. Au- München geschrieben: Der Prinzregent genehmigte am 1. Dctober ba Entlassung-gesuch de- Geveralmufikdirectors ßetit (befanr- T ein Sohn de- Herrn Ober Rabiner Dr. Levi hier) Lee? Krankheit und ernannte ihn zum Ehrenmitgliede der fer-p lichen Hofcapelle.

Laudvirthschaftsschuleo. In unserem Großherzogin r bestehen nicht weniger als elfLandwirthschaft-schuleV nämlich in Darmstadt, Groß-Umstadt, Heppenheim a. d. F Langen, Michelstadt, Friedberg, Alsfeld, Büdingen, Bim Mainz, WormS. Die Schüler der Umstädter Schule köneer sich dortselbst die Berechtigung zum Einjährig-Frei» üißkr. Dienst erwerben. Die übrigen Schulen sind pttitC Winterschulen.

* Kirchliche Dienstaachrichten. Ernannt wurden Verwalter Lio Preusch en zu Eberstadt, Decauat zum Pfarraffistenten in Darmstadt, Decanat Darwb-: Lehn, Vtcar der französisch reformirten Pfarrstelle zu ­bach a. M., Decanat Offenbach, zum Verwalter dieser P'rn. stelle; Pfarrverwalter Deringer zu Alsfeld zu« £ii-- geistlichen in Erbach i. O., Decanat Erbach.

Wichtig für Zeugen. Da es immerhin noch ur- kommt, daß Leute, welche bet Gericht oder von der Staate, anwaltschaft als Zeugen rc. vernommen werden, die V ;:. dation ihrer gesetzlichen Gebühren htnauSschieben, entweta weil sie mehr beanspruchen, als ihnen offerirt wird, e.n weil sie nochmals in der nämlichen Angelegenheit fpitnii zur Abhör kommen sollen, so sei im Jntereffe solcher Da» sonen darauf hingewiesen, daß nach § 16 der Reicht-G^. Ordng. vom 30. Juni 1878 die Forderung der Zeugen ur: Sachverständigen auf Zahlung ihrer Gebühren aus bett 6er. fiskalischen Kaffen in drei Monaten vom Tage bei Ver­nehmung resp. Abgabe deS Gutachten- erlischt.

Reich8gerichire»1scheidu»g. (Nachdruck verboten.) Die unverehelichte Thekla Wittmann wurde am 28. Jul! t. I von der Ferienftraskammer deSLandgericht-Gießen wegenüin:!' tödtung zu (Strafe verurtheilt. Die Angeklagte,welche zur Zeit be Begehung der That da- 18. Leben-jahr noch nicht Überlchrin hatte, focht daS Urtheil mit dem Recht-mittel der Rentfi . an und rechtfertigte dieselbe mit der formellen Rüge bex Verletzung einer Rechtsnorm de- Verfahren»; el wurde be­hauptet, daß die Bestimmungen über den Susschiuß dn Oeffentlichkeit verletzt worden seien. Die Revision stützt M zu ihrer Begründung auf da- Sitzung-Protokoll, und bielti weist eine Ergänzung im Sinne der RevisionSbeschwerde aus welche ausweislich der Unterschrift am 12. August vsv genommen wurde. Am 12 August lst aber auch die tin legung der Revision nebst Begründung erfolgt. I« iia klänge mit den Ausführungen und in Uebereinstirnmung in dem Anträge des Reichsanwalts hob der erste Strafleid auf die Revision der Angeklagten da- Urtheil auf und ver­wies die Sache zur auderweiten Verhandlung und Entsche- dung an die Voriustanz zurück, da bei dem Umstande, k. Revisionseinlegung und Ergänzung deS Protokolle- an einte und demselben Tage erfolgten, zu Gunsten der Ängefiegtei angenommen werden muß, daß die Ergänzung des Pro:.- kolleö erst nach und auf Grund der Revifion-eialezui- ei folgt sei. ______________

- ft Ridda, 5. October. In einer hiesigen mitWew«' verbundenen Wirthschast nahm gestern Abend ein die letzte- verlassender Bursche aus dem Vorplatze einen dahängenre, Schinken an sich und wollte bamü verschwinden. Der laufen Gast war aber zufällig beobachtet worden und warf, all r nun verfolgt wurde, seine Beute weg. Da er eingeholt tui gebührend belohnt wurde, gab es einen Zusammenlaus, t- mischten sich auf der Straße noch Andere in die Affaire, un wurden bei der nun entstandenen Keilerei auch Meffer ui Biergläser rc. zum Schlagen, bezw. Stoßen und Werfen bi nützt. Die Nachtwache schritt ein, wurde aber hierbei (eben streitlustiger Burschen angegriffen, sodaß sich ein Wächter v nötigt sah, von der Waffe Gebrauch zu machen. Der EU« nahm einen blutigen Ausgang und wird ein gerichtlich« Nachspiel finden.

-ft Ans der Wetterau, 5. October. Im ersten Blatt d« Nr. 231 de-Gießener Anzeiger" ist gegen den Schouf'« ein von der Apothekerzeitung empfohlenes Mittel zur Rtnn niß gebracht, welche- aber an Orten, die keine Apotheke fitzen, weniger leicht befchafft werden kann al- bai na« stehende einfachere Mittel, dessen Gebrauch wir nur empfehl e können:Man gieße ein wenig Kornbranntwein in die hoh Hand und schnaufe denselben hoch in die Nase hinaus. I* anfänglich heftige Brennen läßt ziemlich schnell nach, efeen die zuerst etwa- vermehrte Absonderung, und die Naie wi bald trocken. Stellen sich die Symptome de- Schnupfen Kitzeln, Niesen uud Au-fluß wieder ein, so wiederhole da- Aufschnaufen sofort. Mehr al- dreimal ist diese- v<* fahren zur endgültigen Beseitigung de- Schnupfen- nicht r- forderlich.

Schotte», 4. October. Die diesjährige Genera1veria«i- lnng des VereinsLehrerheim Vogelsberg" tagt gestern io unserer Stadt. ES hatten fich ca. 35 Theillteh»* au» den verschiedenen Theilen des Großherzogthum» t-' gefunden. Au» der abgelegten Rechnung pro 1895/96 gr hervor, daß noch ca. 3000 Mk., ausschließlich der Htzpothet«' schulden, zu decken find. Bei Abschluß der Rechnung der verein 214 Mitglieder stark, 21 neue Mitglieder »utc« am Versammlung-tage beigeschrieben, so daß der verein >«- 235 Mitglieder -SHU. An sämmtliche Lehrer-Bezirk-vere -