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Gießener Anzeiger
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Runahme vo» Lnzrigen zu ber Nachmittags für dra I Alle «nnoncen-vureaux bei In- und Auslandes nehme»
fügenden Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. rUllSVtUUyC. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen.
Dentsches Reich
Berlin, 5. October. Der Herbstcongreß der brutschen LandwirthschaftSgesellschaft hat heute ml der Gesammtfitzung des Directoriums unter dem Bor- fit- deS Herrn v. Arnim Criewen begonnen. Bon wichtigen Beschlüssen sei mitgeiheilt, daß ausländischen Pferden die Ausstellungen in Deutschland verschlossen werden sollen. Erst ihren tu Deutschland gezüchteten Nachkommen sollen die AuS- sullungeu offen stehen. Da- Directorium hat ferner be- scsloffen, für die Bildung einer besonderen Ausstellung-» Kd»theilung einzutreten, welche Gegenstände des Landbaues in deutschen Colonien umfaffen soll. Da- Directorium hat sitz auch mit der Pariser Weltausstellung vom Jahre 1900 beschäftigt. Tine Beschickung selten- der Gesellschaft ist nicht geplant, wohl aber wird dieselbe vermittelnd und anregend zu wirken suchen.
JUuefk AacheKhteK.
Solff- telrgruphffche» Correspovdaq-Vure«.
Berlin, 5. Oktober. Aus da- HuldigungS-Tele« giawm des nattonalliberalen Parteitages an len Kaiser ist nachfolgende Antwort eingegangen: „Potsdam. Beine Majestät der Kaiser laffen deu dort versammelten Delegieren der nattonalliberalen Partei für den telegraphischen lu-druck ihrer treuen Gesinnung besten- danken. LucanuS." — Auf da- Huldigung-Telegramm an deu Großherzog vin Baden ist nachfolgende- Telegramm eingegangen: ,Mainau, 4. Oclober, 8 Uhr 15 Mtn. Abends. Für den lvcrmen Ausdruck freundlicher Glückwünsche zu meinem 70. Geburtstage danke ich allen Theilnehmern am Delegirten- hg6 der nattonalliberalen Partei. Sie nennen mich den Lcrkämpfer für nationale Größe und Kraft. Ich erwidere Zf-re patriotischen Gefühle mit dem Rufe: Immerdar kampf- beritt für daS Vaterland l gez. Friedrich, Großherzog." — hr'lrst Bismarck hat daS vom nationalliberalen Parteitag an ihn gerichtete BegrüßungStelegramm durch nachfolgende vi pesche beantwortet: „FriedrichSruh, 4. Oktober, 9 Uhr 8 Min. Abends. Mit meinem verbindlichsten Dank für die ehrenvolle Begrüßung bitte ich Sie, den Kampfgenofleu, deren Unterstützung ich mich in ernster Zeit erfreute, meine Wünsche für die politische Zukunst ihrer Fraktion auSzu« sprechen, gez. v. Bismarck."
Berlin, 5. Oktober. Der frühere Vorsitzende des De ätschen KriegerbundeS, Generallieuteuant Reut he-Fink, ist gestern hier gestorben.
Berlin, 5. Oktober. Die Abendblätter melden: Zwischen bm beiden feindlichen Stämmen der Suaheli und Massai la« eS gestern vormittag in der GewerbeauSstellung zu tiier heftigen Scene. Die in der Colonialausstellung betretenen Mitglieder der beiden Stämme waren in Streit zerathen, der alsbald in Thätltchkeiten auSartete. Die Leute Mugen mit Knütteln aufeinander ein, bis die Aufseher und VeuSdarmen gegen die Excedenten vorgingen. Die Schwarzen mußten schließlich zur Beruhigung vorübergehend eingesperrt »erden.
Berlin, 5. Oktober. An den nationalliberalen vulegirtentag ist vom Oberpräsidenten v. Bennigsen mfs daS an ihn gerichtete BegrüßungStelegramm folgende Vvahtantwort eingegangen: „Hannover, 6. Oktober. Herz- [Idgen Dank für freundliche Begrüßung nebst Glückwunsch zu km erfreulichen Verlauf der Versammlung, v. Bennigsen."
Kiel, 5. Oktober. DaS Kaiser Wilhelm-Canalamt theilt mitt: Der Dampfer „Johann Siem" ist gehoben uud zcht bis spätesten- morgen von der Unfallstelle weg. Die Passage ist für Schiffe bi- 5 Meter Tiefgang schon jetzt jrd und ist von morgen ab für alle Schiffe frei wie vor km Unfall.
Freiburg i. Br., 5. Oktober. Die Enthüllung deS iriij dem Feldberg errichteten Bismarck-Denkmal- ist kii schönstem Wetter vor sich gegangen. Ungefähr tausend Personen hatten sich dazu eingefunden.
Cherbourg, 5. Oktober. Nachdem in der Mitte de- iletrmel Canals daS englische Geschwader sich zur Rückfahrt xeivendet und da- französische Geschwader die EScorte der russischen Kaiseryachten übernommen hatte, nahmen Iitztere in der Mitte zwischen den Linien der französischen Schiffe Stellung. Da- französische Geschwader löste zum Snlut 101 Schüsse, die Mannschaften erwiesen die üblichen Wreubezeuguugen. Al- der „Polarstern" an den einzelnen Schiffen vorüberfuhr, spielte jedesmal die SchtffScapelle die rassische Hymne, die Besatzung begrüßte den Kaiser mit hinrrahrufen. Der Kaiser stand auf der Commandobrücke nniib dankte mit militärischem Gruße. Die Schiffsmanöver »Äirbtn in bemerkenSwerther Weife auSgeführt. Als der
„Polarstern" um 1 Uhr 45 Min. in dem hiesigen Hafen eintraf, fetzte sich derselbe an die Spitze der sämmtlicheo Schiffe. Die Strandbatterieu feuerten Salutschüffe ab, welche von den Schiffen erwidert wurden.
Cherbourg, 5. Oktober. Die Kaiserin von Rußland ging zuerst an Land. Der Kaiser in dec Uniform eines CapitänS zur Sce hatte da- Großkreuz der Ehrenlegion angelegt. Präsident Faure schritt entblößten Hauptes auf die Kaiserin zu, verneigte sich tief vor ihr und küßte ihr die Hand. Der Kaiser grüßte den Präsidenten militärisch, darauf reichten der Kaiser und der Präsident sich die Hand, worauf letzterer den Kaiser willkommen hieß. Der Kaiser dankte mit einigen Worten.
Paris, 5. Oktober. HuldigungSadresseu an den Zaren lausen fortgesetzt au- allen Theilen Frankreichs auf der russischen Botschaft und auf dem Ministerium deS Auswärtigen ein. — Man berechnet, daß die Zahl der Fremden, welche nach Paris kommen, heute 3 Millionen erreichen werde. — Der „Marin" schreibt, der Mintsterrath habe beschloffen, daß Präsident Faure die Truppenschau in ChalonS in einem offenen Wogen abnehme. DaS Blatt weiß nicht, ob Zar Nikolaus zu Pferde steigen oder ebenfalls Platz im Wagen nehmen wird.
Depefch« M Bureau „Herold".
Berlin, 5. Oktober. Der Kaiser ist gestern Mittag im besten Wohlsein in Jagdschloß HubertuSstock eingetroffen und hat heute früh um 6 Uhr eine Pürschfahrt in daS dortige Jagdrevier unternommen. Die Rückkehr ins Jagdschloß HubertuSstock erfolgte um 10V2 Uhr Vormittags.
Berlin, 5. Oktober. Der Kaiser und die Kaiserin werden, wie bereit- bekannt ist, am Sonntag den 18. d. M. Abend- aus der Rückreise von Minden in Wiesbaden eintreffen, wo sie einige Tage zu verweilen gedenken. Daß das Katserpaar von dort auS auch der Kaiserin Friedrich auf Schloß Cronberg einen Besuch abstatten werde, dürfte nicht außer dem Bereich der Möglichkeit liegen. Um dieselbe Zeit wird bekanntlich in Darmstadt da- russische Kaiserpaar weilen, da-, tote die „Post" hört, ebenfalls einen Besuch in Schloß Cronberg in Aussicht genommen hat. Wenn die „Köln. Ztg." nun au» Petersburg erfährt, daß daS Zarenpaar auf der Rückreise von Darmstadt nach Rußland da- deutsche Kaiserpaar nochmals aufzusuchen beabsichtigt, so erscheint eS der „Post" wahrscheinlicher, daß beide Herrfcherpaare im TaunuS zusammentreffen. Ein nochmaliger dreitägiger Besuch deS Zarenpaares beim deutschen Kaiserpaare in einer der Residenzstädte dürfte, der „Post" zufolge schwerlich in- Auge gefaßt sein.
Berlin, 5. Oktober. Das StaatSministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dieustgebäude unter dem Vorsitze deS Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 5. Oktober. Wie ein parlamentarischer Bericht- erstatter aus zuverlässigster Quelle erfahren haben will, soll der Landtag kurz nach dem Zusammentritt des Reichstage- Mitte November einberufen worden.
Berlin, 5. Oktober. Bei der ConfiScation der beiden anarchistischen Wochenblätter Berlins: „Socialt st" und „Armer Konrad" find, wie die „Post" hört, auch die Geschäftsbücher des Verleger- beschlagnahmt worden.
Berlin, 5. Oktober. In der heutigen Versammlung deS nattonalliberalen Parteitages gelangte der Vorstandsantrag betreffend „Kirche und Schule" und der Abschnitt über die landwirthschaftlichen Fragen wie folgt zur Annahme:
„Die nationallibirale Partei bekämpft alle Uebergriffe deS UlttamontaniSmuS- desgleichen alle Zugeständnisse der Regierung an denselben im Wege der Gesetzgebung und Verwaltung. Auf dem Gebiete der VolkSschul-Gesetzgebung in Preußen tritt sie für eonfesfionellen ReligionS'Unterricht ein, unter Beibehaltung der Simultan-Schule, da wo sich diese geschichtlich entwickelt oder sich naturnothweudig au- dem Charakter einer gemischten Bevölkerung als zweckmäßige Form der Volksschule ergebe. Der Erlaß eines Lehrerbesolduug-gesetzeS ist sofort und eine Einbringung eine- allgemeinen UnterrichtSgesetzeS möglich und noth- wendig. Die Partei erkennt die besonders schwierige Lage der Landwtrthschaft an. Sie ist deshalb für die Erhaltung und Förderung der großen landwirthschaftlichen Neben- gewerbe, sowie für den Ausbau der Binnen-Wafferstraßen uud Ermäßigung der Eisenbahntarife behuf- Erhöhung der Coucurrenzfähigkeit unserer heimischen Produkte."
Im Weiteren wurde der Beschluß angenommen: Die nattonalliberale Partei tritt ein für die Aufrechterhaltung der bewährten Reichs-Goldwährung. Zum Schluß g-langte noch
ein Antrag zur Annahme, laut welchem der Staat größere Mittel für die Hebung de- Fortbildungsschulwesen- aufwrnden und die Ausbildung geeigneter und ausreichender Lehrkräfte in die Hand nehmen soll.
Berlin, 5. Oktober. Heute ist der Fernsprechverkehr zwischen Berlin und Bochum eröffnet worden.
Berlin, 5. Oktober. Wie die Königliche Eisenbahn- BetriebS-Jnspection mittheilt, sollte der heutige Personenzug 87 in Luckenwalde wegen Ueberholung durch Schnellzug 31 auf einem Nebengeleise einfahren. Hierbei ist ersterer Zug wegen falscher Weichenstellung auf einen Rangirtheil gefahren, wodurch fünf beladene Wagen entgleisten und beschädigt worden sind. Beim Unfall haben zwei Reisende leichte Coutusionen erlitten. Betriebsstörung ist nicht eingetreten. Die Untersuchung ist eingeleitet.
Berlin, 5. Oktober. Nach den Verhandlungen des De- legirtentageS der nattonalliberalen Partei sand gestern im Zoologischen Garten ein Festmahl statt, an dem sich die Delcgirten in großer Zahl betheiligten. Die Reihe der Toaste eröffnete Dr. Osann mit einem Trinkspruch, der zu« nächst mit Betrachtungen über den erfreulichen Verlauf de» DelegirtentageS einsetzte und sich dann dem Kaiser zuwandte, welcher der Träger des einheitlichen Gedankens sei. Auf die an den Kaiser abgesandte HuldigungSdepefche lief ein DankeS-Telegramm ein. Nach diesem Toast folgte ein Trinkspruch deS Dr. Krause auf den Großherzog von Baden, an den ebenfalls ein Telegramm abgesandt wurde. Zu einem Toast auf die nationalliberale Partei ergriff Profeffor Ennec- cerus daS Wort. Derselbe hob hervor, daß der Gewinn dieses DelegirtentageS ein doppelter sei. Einmal sei jetzt in Berlin eine Berührung aller Wählerklaffen mit einander herbeigesührt,' außerdem aber sei das Ergebuiß der sachlichen Verhandlungen ein unbedingter Erfolg für die Stärkung der Partei. Demnächst erhob sich Oberbürgermeister Küchler- WormS zu einem Toast auf den Fürsten BiSmarck, dem ebenfalls ein Telegramm gesandt wurde. Vom Großherzog von Baden wie vom Fürsten BiSmarck find Danktelegramme ein- gelaufen. Von wetteren Trinksprüchen ist noch der auf den Führer der Partei, Rudolf v. Bennigsen, zu erwähnen.
Berlin, 5. Oktober. Dem „Localanz." wird aus London gemeldet: Kurz vor dem Pasfiren deS ZarenzugeS wurde in der Nähe von Garstang ein Holzblock auf den Schienen gefunden.
Köln, 5. Oktober. Bei dem gestrigen Rennen uw die Meisterschaft von Europa auf dem Ntederrad siegte Arend - Hannover.
Rom, 5. Oktober. Die russische Diplomatie macht alle Anstrengungen, um die Beziehungen Rußlands und Italiens herzlicher zu gestalten, da man ein Zusammengehen Italiens und England- in der Orientfrage verhindern will. Die russische Haltung zu der Verlobung deS Kron- Prinzen von Italien mit der Prinzessin Helene von Montenegro, sowie die Bemühungen Rußland- in der abessinischen Angelegenheit, mit dem Negus einen ehrenvollen Frieden herbei- zusühren, sollen diesem Zwecke dienen. Bei den demnächst beginnenden franco-italienischen HandelsvertragS-Verhand- lungen wird Rußland ebenfalls eine versöhnliche Haltung zeigen.
Pari-, 5. Oktober. An dem gestrigen Sonntage herrschte hier ein ungewöhnlich starkes Straßenlebeu. Der Zuzug aus der Provinz ist ein ungeheurer. Präsident Faure wurde bei seiner Abreise nach Cherbourg vom Elysee bis zum Bahnhofe mit stürmischen Ovationen begrüßt.
Paris, 5. Oktober. Die Regierung hat einen Credtt von 880000 FrcS. zu Gunsten der Betheiligung Frankreich» an der Brüsseler Weltausstellung zugesagt. Italien und Rußland werden sich an dieser Ausstellung officiell nicht betheiligen.
Charleroi, 5. Oktober. 15000 Glasarbeiter beschloffen gestern in den Generalstrike einzutreten.
Cherbourg, 5. Oktober. Nach einem sehr unfreundlichen Morgen hat sich daS Wetter aufgeklärt- das Meer ist sehr bewegt. Eine Verspätung der Ankunft de» Zaren- paareS ist unvermeidlich. Am Hafenqnai wurde ein Oesterreicher, angeblich ein polnischer Student, verhaftet.
Cherbourg, 5. Oktober. Die Einfahrt des Geschwader» mit dem Zarenschiff „Polarstern" erfolgte Nachmittag» 2 Uhr bet wolkenlosem Himmel.
London, 5. Oktober. Gestern Nachmittag 5f/j Uhr traf da» russische Kaiserpaar in Portsmouth ein und begab sich alsbald auf den „Polarstern" zur Weiterfahrt nach Cherbourg.
Londo», 5. Oktober. Am 11. d. MtS. findet eine Riesenkundgebung im Hydepark statt, welche gegen die Abschlachtuug der Armenier protrstiren wird.


